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    Der Wachtturm 1958 | 15. Januar
    • Das Vertrauen der Rechtschaffenen

      „Wer mit Weisen wandelt, wird weise; aber wer mit Toren Umgang pflegt, dem wird es schlecht ergehen.“ — Spr. 13:20, NW.

      1. Welche Auffassung hatte David von seiner Lauterkeit und als wessen Vorbild?

      DAVID der rechtschaffene König des ehemaligen Volkes Israel, war ein Mann, der auf seinen Schöpfer, auf den Gott, den er Jehova nannte, wahrhaft vertraute. Er erkannte, daß er als sündiger, unvollkommener Mensch im Laufe seines Lebens viele Fehler gemacht hatte, doch wußte er auch, daß er in Herz und Sinn vor allem darauf bedacht gewesen war, den Willen seines himmlischen Lebengebers zu tun. Als Führer eines Volkes, das sich Jehova Gott hingegeben hatte, war es David an der Lauterkeit gelegen. „Ich aber“, so sprach er, „ich werde in meiner Lauterkeit (Integrität) wandeln.“ (Ps. 26:11, NW) Das suchte er auch treu zu tun, und er war darin allen Untertanen, über die er regierte, ein Beispiel und zudem ein prophetisches Vorbild für die wahren Nachfolger des größeren David, Jesu Christi, des verherrlichten Königs der von Gott geschaffenen neuen Welt.

      2. Warum hatte David das Vertrauen, daß er in seiner Lauterkeit gewandelt sei, und wie bittet er, gerichtet zu werden?

      2 Der 26. Psalm zeigt, wie David auf seine Lauterkeit hinweist und bereit ist, sich von Jehova erforschen zu lassen. Er hatte das Vertrauen, daß er auf dem rechten Wege gewandelt war, da er den Geboten Gottes gemäß lebte. Weil David stets begierig war, recht zu tun, sagte er zu Jehova: „Laß mich in deiner Wahrheit wandeln und belehre mich.“ (Ps. 25:5, NW) Überzeugt, daß er auf dem Pfade der Wahrheit gewandelt sei, sagte er vertrauensvoll: „Richte mich, o Jehova! denn ich selbst bin in meiner Lauterkeit (Integrität) gewandelt.“ (Ps. 26:1, NW) Beim Lesen des ganzen Psalms wird ersichtlich, daß sich David, was seine Anbetung betraf, die er Jehova freudig darbrachte, dem Leben böser, sündiger Menschen gegenüberstellte, mit denen er nicht Gemeinschaft pflegen wollte. David wünschte nicht, nach menschlichen Maßstäben gerichtet zu werden. Er wußte, was für ein Mensch er war, ein Mensch, der Wahrheit und rechte Dinge liebte. Er war aufrichtig und untadelig. Er kannte keinen anderen Wunsch, als Jehova ausschließliche Ergebenheit darzubringen. Er kannte die göttlichen Maßstäbe und wünschte, nach diesen gerichtet zu werden. Daher bat er: „Richte mich nach deiner Gerechtigkeit, o Jehova, mein Gott, und laß sie [die Gegner] sich nicht über mich freuen!“ (Ps. 35:24, NW) Gottes gerechtes Gericht bereitete ihm Freude. Er fühlte sich zufrieden in der Überzeugung, daß er in seiner Lauterkeit wandle. Sind auch wir heute von unserer Lauterkeit so überzeugt, wie es David war?

      3. Auf welche verschiedene Weise bekundete David seinen Wunsch, Jehova zu gefallen?

      3 Als David noch ein Jüngling war, wurde er von Jehova zum König ausersehen. Von der Zeit an, da ihn der Prophet Samuel zum König salbte, oblagen ihm besondere Pflichten. Diesen kam er nach, indem er stets danach trachtete, von Jehova geleitet zu werden. Nach vielen Prüfungen und Mühsalen wurde er von Jehova auf den Thron erhoben, auf dem er über die Nation Israel herrschen sollte. Eine seiner tiefen Freuden bestand darin, die Bundeslade in die heilige Stadt Jerusalem zu bringen und dort die Stätte der Anbetung Jehovas aufzurichten. Jehovas Altar wurde auf dem Berge Zion errichtet, und das ganze Volk Israel lobpries Jehova dort. Von dieser Stätte sagte er: „Jehova, wer wird Gast sein in deinem Zelte? Wer wird auf deinem heiligen Berge wohnen? Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet in seinem Herzen.“ (Ps. 15:1, 2, NW) David wünschte diesen Bedingungen nachzukommen, wünschte also stark, nicht schwach oder unbeständig zu sein. Deshalb mußte er auf Gott vertrauen. „Auf Jehova habe ich vertraut, damit ich nicht wanke.“ (Ps. 26:1, NW) David vertraute Jehova still und unerschütterlich und ließ nicht zu, daß durch irgend etwas sein Glaube an ihn getrübt wurde. Er wankte nicht, denn er wandelte so, wie jemand wandeln soll, der die Wohnung des Hauses Jehovas liebt.

      4. Was hilft wahren Christen heute, im Hinblick auf ihre Lauterkeit so vertrauensvoll zu sein, wie David es war?

      4 Heute glauben wahre Nachfolger Christi Jesu an denselben Gott wie David. Auch sie wünschen am ‚Wohnort der Herrlichkeit‘ Jehovas anzubeten. (Ps. 26:8, NW) Christen besitzen dasselbe Wort Gottes wie David, doch besitzen sie noch mehr davon. Nach Davids Tod wurden viele Propheten zu Gottes erwähltem Volke gesandt, und ihre Äußerungen wurden zu unserer Ermahnung und Belehrung in Gottes Wort aufgezeichnet. Außerdem besitzen wir den Bericht über das Leben Christi, die Apostelgeschichte und die Schriften der Jünger, und diese vielen Schriften zusammen bilden die vollständige Bibel, das ganze Wort Gottes, dem alle Menschen gehorchen sollen. So ausgerüstet, sollen und können Christen heute „Gerechtigkeit üben und Wahrheit reden“ und voll Vertrauen in ihrer Lauterkeit gegenüber Jehova wandeln, wie David es tat. Wer das Wort Gottes studiert und versteht und auch danach lebt, sollte die Zuversicht haben, daß er nicht wanken wird.

      DIE CHRISTENHEIT OHNE VERTRAUEN

      5, 6. Welche treffenden Fragen fordern eine Antwort bezüglich des Vertrauens der Christenheit im Hinblick auf ihre Lauterkeit.

      5 Jemand mag aber sagen: „Schau dich in der Christenheit um, so wirst du Hunderte von Millionen Menschen finden, die ‚wanken‘, Ungläubige, die die Kirchen der Christenheit besuchen. Können solche, deren Namen zwar in den Kirchenregistern der verschiedenen Kirchen erscheinen, vertrauensvoll sagen: ‚Prüfe mich, o Jehova, und erprobe mich, läutere meine Nieren und mein Herz‘? Was ist nicht in Ordnung? Wo sind heute die Menschen von Lauterkeit zu finden, die David vorschattete?“

      6 Es können noch weitere solche Fragen gestellt werden, zum Beispiel: Kann die Christenheit eine Prüfung bestehen? Findet Jehova Glauben in ihr? Haben die Führer der Christenheit ein so gutes Gewissen wie David? Können sie im Gebet Jehova bitten, er möge sie prüfen, erproben und läutern? Sind sie davon überzeugt, daß sie den Maßstäben gemäß leben, die Jehova in seinem Wort, der Heiligen Schrift, bekanntgibt? Glauben sie allen Lehren der Bibel? Können heute all die Hunderte von Millionen Menschen der Christenheit, die von der Geistlichkeit belehrt worden sind, das gleiche Vertrauen haben, daß sie in Lauterkeit gegenüber Jehova Gott wandeln, wie David es hatte? Jede dieser Fragen muß mit einem Nein beantwortet werden. Die Menschen sollten aber den gleichen Glauben haben wie David, wenn sie sich Gott hingegeben haben, um seinen Willen zu tun und ihm zu dienen. Die Christenheit und ihre Unterstützer behaupten, treu zu sein. Sie sagen, daß sie der Bibel glauben, und sie bezeichnen sich als Christen oder sagen, sie seien christlich. Ob sie darum bitten oder nicht, werden sie von Jehova Gott erforscht.

      7. Wie hat die Christenheit Gottes Wort verworfen, um wen zu unterstützen? Inwiefern verhält sie sich nicht wie Christus Jesus?

      7 Man kann dem Gericht Jehovas, des allmächtigen Gottes, nicht entrinnen, indem man ihm auszuweichen sucht. Die Christenheit hat Gottes Wort verworfen, indem sie eigene Lehren aufstellte. Sie ist mit dieser bösen Welt, was deren Politik betrifft, Hand in Hand gegangen, denn sie unterstützt sie. Sie tritt bestimmt nicht für Gottes Königreich ein, denn sie leiht ja ihre ganze Unterstützung der Organisation der Vereinten Nationen. Die Christenheit verhält sich nicht so wie Jesus, der zu Pilatus sagte: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich nicht den Juden überliefert würde. Nun aber stammt mein Königreich nicht von daher.“ (Joh. 18:36, NW) Nein, wenn man die Christenheit näher untersucht, wird man feststellen, daß sie nicht geläutert werden kann. Es fehlt ihr an wirklich gutem, wertvollem Material. Sie ist mit dieser bösem alten Welt, aus der Gottes Königreich nicht hervorgehen könnte, Kompromisse eingegangen. Man höre, was David geschrieben hat: „O Jehova, du hast mich erforscht, und du kennst [mich]. Du hast mein Herz geprüft, hast bei Nacht geforscht; du hast mich geläutert; du wirst herausfinden, [daß] ich keine Ränke schmiede. Mein Mund wird sich keiner Übertretung schuldig machen.“ (Ps. 139:1; 17:3, NW) Kann die Christenheit dies von sich sagen? Nein.

      8. Wie sollten alle Christen denen gegenüber eingestellt sein, die Jehova nicht lieben und ihm nicht dienen?

      8 Jeder, wo immer er auch auf Erden wohnen möge, der bekennt, ein Christ zu sein, sollte mit David und Christus Jesus sagen können: „Hasse ich nicht, die dich, Jehova, tödlich hassen, und verabscheue ich nicht, die sich gegen dich erheben? Mit vollkommenem Hasse hasse ich sie. Sie sind mir wirklich zu Feinden geworden. Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine beunruhigenden Gedanken und sieh, ob es in mir einen Weg gibt, der zu Schmerzen führt, und leite mich auf dem Wege bis auf unabsehbare Zeit.“ (Ps. 139:21-24, NW) Personen, die Gerechtigkeit lieben, wahre Christen, wünschen zusammen mit sittlich reinen Menschen in einer reinen Welt zu leben. Wie können wir dies heute tun? Indem wir uns mit Männern und Frauen von Lauterkeit verbinden, mit Personen, die Gerechtigkeit üben und die Wahrheit reden in ihren Herzen. — Ps. 15:2, NW.

      9, 10. (a) Welche Beispiele von Personen besitzen wir, die die Probe bestanden und ihre Lauterkeit bewahrt haben? (b) Gibt es auch in der heutigen Zeit Personen, die ihre Lauterkeit bewahren?

      9 Die Lauterkeit muß auf verschiedene Weise erprobt werden. Man denke daran, wie Abraham, Davids Vorfahre, erprobt wurde. „Nach diesen Dingen stellte Gott nun Abraham auf die Probe.“ (1. Mose 22:1, NW) Abraham war geheißen worden, seinen eigenen Sohn Isaak zu opfern. Weil er seine Lauterkeit bewies und gehorchte, beschaffte Jehova anstelle Isaaks ein Lamm zum Opfer. Bei einer späteren Gelegenheit prüfte Jehova sein Volk Israel, als er es durch die Wüste führte. „Und du sollst des ganzen Weges gedenken, den Jehova, dein Gott, dich diese vierzig Jahre in der Wüste hat wandern lassen, um dich zu demütigen, um dich zu erproben, damit er erkenne, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten wirst oder nicht … der dich in der Wüste mit Manna speiste, das deine Väter nicht gekannt hatten, um dich zu demütigen und um dich auf die Probe zu stellen, damit er dir in späteren Tagen Gutes erweise.“ (5. Mose 8:2, 16, NW) Eine Erprobung ist notwendig, aber Lauterkeit und Ausharren sind der beglückende Lohn. Wie viele von denen, die sich Gott hingegeben haben, werden heute, in diesen bösen Tagen, ausharren und bis zum Ende an ihrer Lauterkeit festhalten? Solche, die treulich feststehen und ihre Lauterkeit bewahren, werden errettet werden. Vierzig Jahre, wie sie das Volk Israel durchlebt hat, sind eine lange Zeit, in der jemand beweisen kann, daß er Jehova mehr liebt als alles andere. Kann jemand von uns als Einzelperson so lange in einer Prüfung ausharren? Viele haben es getan, selbst an diesem Gerichtstage Jehovas. Die Prüfung der Lauterkeit zu bestehen führt zum Leben. Deswegen blieb Abrahams Sohn am Leben, so daß er ihn behalten konnte. Die Israeliten zogen in ein Land, das von Milch und Honig floß. Und dir mag es vergönnt sein, in Gottes neuer Welt zu leben!

      10 Bist du bereit, dich wie Gold in einem Schmelztiegel läutern und von Schlacken reinigen zu lassen, damit nur noch reines Gold übrigbleibe? Einige haben diesen Läuterungsprozeß über sich ergehen lassen und haben das endgültige „Wohlgetan, du guter und treuer Sklave!“ vernommen. Andere werden immer noch geläutert, wie dies Maleachi angekündigt hat, indem er sagte: „Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen; und er wird die Kinder Levi reinigen und sie läutern wie das Gold und wie das Silber, so daß sie Opfergaben dem Jehova darbringen werden in Gerechtigkeit. Dann wird die Opfergabe Judas und Jerusalems Jehova angenehm sein wie in den Tagen vor alters und wie in den Jahren der Vorzeit.“ (Mal. 3:3, 4) Tausende und aber Tausende von Zeugen Jehovas sind durch einen solchen Läuterungsprozeß gegangen, wie ihn David erwähnte und Maleachi beschrieb, durch sengende Hitze, die eine wirkliche Läuterung herbeiführte. Kannst du eine Hitze ertragen wie jene Personen, die unter der kommunistischen Totalherrschaft in Rußland, Polen, der Tschechoslowakei und anderswo hinter dem Eisernen Vorhang Verfolgung erleiden? Denke auch an Jehovas Zeugen in der katholisch regierten Dominikanischen Republik, die geschlagen, gemartert und ins Gefängnis geworfen wurden, weil sie Gottes Königreich predigten und als Zeugen Jehovas Stellung bezogen haben. Weitere Personen haben ihre Lauterkeit in Deutschland, Italien, Norwegen und in anderen Ländern, die von den verheerenden Horden der Nazi- und Faschistenherren überrannt wurden, bewahrt und bewahren sie weiterhin. Ein wahrer Christ zu sein ist nicht leicht, ungeachtet wo jemand in dieser Welt leben mag! Die Gegner mögen auf verschiedene Weise versuchen, unsere Lauterkeit zu vernichten.

      11. Was hilft uns heute, stark zu werden in unserem Vertrauen bezüglich unserer Lauterkeit?

      11 Vor langer Zeit bat David den himmlischen Vater, ihn zu prüfen, zu erproben und zu läutern. Ist heute unser Vertrauen in unsere eigene Rechtschaffenheit, unsere eigene Lauterkeit, ebenso stark? Dies sollte der Fall sein, wenn wir die Dinge so wie David ansehen und den Fußstapfen Christi Jesu nachfolgen. Dann können wir sagen: „Denn deine liebende Güte steht mir vor Augen, und in deiner Wahrheit bin ich gewandelt.“ (Ps. 26:3, NW) Wer die Werke Gottes, Jehovas, zu schätzen beginnt, seine Vorsätze kennt und weiß, was er getan hat, was er nun tut und zur Segnung aller, die ihn lieben, noch tun wird, der kann seine Liebe und Güte richtig einschätzen. Denke an die Liebe, die ihn bewog, seinen einziggezeugten Sohn Christus Jesus vom Himmel auf die Erde zu senden, um die Menschheit zu erlösen. Jesus Christus tat aber mehr als nur das. Er rechtfertigte den Namen Jehovas, indem er seine Lauterkeit bewahrte, und er wurde zum König der neuen Welt der Gerechtigkeit gemacht. Du kannst in dieser neuen Welt leben, wenn du das möchtest. Wie ist das möglich? Indem du dich mit der Bibel vertraut machst, ihre Wahrheiten sorgfältig erforschst und ihnen entsprechend lebst. Das ist erforderlich, damit du Leben im Reiche Gottes erlangst für das Millionen Menschen der Christenheit gebetet haben: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:10; NW) Halte dir Jehovas Königreich vor Augen, wandle in der Wahrheit, und du wirst dich in Gottes neuer Welt des Lebens erfreuen können!

      12, 13. Mit wem wollen wir uns verbinden, und wen wollen wir meiden, um in Unschuld vor Jehova zu wandeln?

      12 Wann und wo immer du nur kannst, predige und lehre die gute Botschaft vom Königreiche. Verbinde dich mit jenen Menschen, die das tun. Dann wirst du dich von den Bösen fernhalten, weil du emsig damit beschäftigt bist, deine Lauterkeit zu bewahren. Alle, die die Wahrheit kennenlernen und den rechten Weg einschlagen, indem sie dann ihr Leben dem Dienste Jehovas widmen, handeln so, wie David von sich sagte: „Denn ich habe bei Menschen der Unwahrheit nicht gesessen, und bei Menschen die verhehlen, was sie sind, trete ich nicht ein. Ich habe die Versammlung der Übeltäter gehaßt, und bei den Bösen sitze ich nicht. Ich werde meine Hände in Unschuld waschen, und ich will um deinen Altar schreiten, o Jehova.“ — Ps. 26:4-6, NW.

      13 Christen, die ihre Lauterkeit bewahren, haben ihren Weg festgelegt. Sie werden sich nicht zu Menschen hinsetzen, die Unwahrheiten reden. Sie werden nicht lange Diskussionen mit Menschen dieser Welt führen, es sei denn, um das Königreich zu predigen. Jehovas Zeugen haben die Interessen dieser Welt nicht zu den ihrigen gemacht. Sie haben ein größeres und wichtigeres Werk zu tun. Die im Rate der Bösen sitzen und deren böse Pläne unterstützen, enden stets im Verderben und Elend. „Glücklich der Mann, der nicht im Rate der Bösen gewandelt und nicht auf dem Wege der Sünder gestanden und nicht auf dem Sitze der Spötter gesessen hat, sondern seine Freude am Gesetz Jehovas findet und Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest.“ (Ps. 1:1, 2, NW) Hast auch du deinen Weg festgelegt? Welchen Weg willst du gehen? Möge es ein Weg der Lauterkeit sein.

      DIE GEHASSTE „VERSAMMLUNG VON ÜBELTÄTERN“

      14, 15. Auf welche verschiedene Weise haben viele Geistliche einen Mangel an Lauterkeit an den Tag gelegt, und welche Vergeltung wird ihnen dafür von Jehova zuteil?

      14 Weißt du, daß die führenden Gelehrten der Christenheit von heute den Namen Gottes aus Bibelübersetzungen ausgemerzt haben? Wer dem Volke den richtigen Namen Jehovas zu verhehlen sucht, sucht die wahre Anbetung zu beseitigen. Viele Geistliche, die heute von der Kanzel predigen, leugnen den Bericht der Schöpfung, wie er im ersten Buche Mose erscheint. Sie möchten die Menschen lieber die Evolutionstheorie lehren. Einige verleugnen sogar den Wert des Opfers Christi Jesu und sagen, dieses habe keinen Loskaufswert. Sie lieben es, den Schein der Heiligkeit zu tragen und von Menschen gelobt zu werden, aber sie möchten nicht um den Altar Jehovas schreiten. Jesus beschrieb sie mit den Worten: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu handeln … er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“ (Joh. 8:44. NW) David kannte Menschen von solcher Art und sagte treffend: „Unwahrheit reden sie fortwährend, einer mit dem anderen. Mit glatten Lippen, auch mit doppeltem Herzen reden sie unablässig. Jehova wird alle glatten Zungen vertilgen, die Zunge, die große Dinge redet, jene, die gesagt haben: ‚Mit unserer Zunge sind wir übermächtig, unsere Lippen sind bei uns: Wer wird uns meistern?‘“ (Ps. 12:2-4, NW) Sie sind stolz auf das, was sie tun, und verbergen den Namen Jehovas. Doch welche Vergeltung wartet ihrer!

      15 Die meisten Geistlichen und ihre Anhänger haben den Namen Jehovas auf unwürdige Weise getragen oder ihn ganz ausgeschaltet. Man fragt sich, was solche Übersetzer der Bibel wohl gedacht haben, als sie auf den Text in 2. Mose 20:7 stießen: „Du sollst den Namen Jehovas, deines Gottes, nicht in unwürdiger Weise annehmen; denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen in unwürdiger Weise annimmt.“ Die Geistlichkeit wird nicht ungestraft bleiben. Sie betreffend, betete der Psalmist: „Fülle ihr Angesicht mit Schande, damit man nach deinem Namen, o Jehova, suche.“ — Ps. 83:16, NW.

      16. (a) Was bedeutet Freundschaft mit der Welt? Was müssen also Christen tun? (b) Mit wem wird die Christenheit verglichen, wenn sie zu verhehlen sucht, was sie in Wirklichkeit ist?

      16 Damit wahre Christen ihre Lauterkeit wie David bewahren können, dürfen sie sich bestimmt nicht mit der Christenheit oder mit diesem System der Dinge verbinden und Freunde dieser Welt sein. Jakobus, der Jünger Jesu, sagte: „Ehebrecherinnen! wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, macht sich selbst zu einem Feinde Gottes.“ (Jak. 4:4, NW) Das ist ein Grund, weshalb so deutlich ermahnt wird: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr an ihren Plagen nicht Anteil haben wollt.“ (Off. 18:4, NW) Die Christenheit handelt heuchlerisch. Sie sucht zu verbergen, was sie in Wirklichkeit ist, so wie das die Religionsführer der Tage Jesu taten. „Wehe euch Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, inwendig aber sind sie angefüllt mit Raub und Unenthaltsamkeit. Du blinder Pharisäer! reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde! Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, deren Inneres aber mit Totengebeinen und allerlei Unsauberem angefüllt ist. So scheint auch ihr von außen zwar vor Menschen gerecht zu sein, im Innern aber seid ihr mit Heuchelei und Gesetzlosigkeit angefüllt.“ (Matth. 23:25-28, NW) Sie suchten zu verbergen, was sie in Wirklichkeit waren. Die Führer der Christenheit tun heute dasselbe. Meide sie!

      17. Welche Haltung nimmt der wahre Christ gleich dem Psalmisten ein?

      17 Sei dem Psalmisten gleich, der sagte: „Reiße mich nicht mit dem Bösen weg und mit denen, die Schaden anrichten, die mit ihren Gefährten vom Frieden reden, aber in ihrem Herzen auf Schlechtes sinnen.“ (Ps. 28:3, NW) Ein wahrer Christ muß folgende Haltung einnehmen: „Ich habe die Versammlung der Übeltäter gehaßt“ — Ps. 26:5, NW.

      18. Welchen Sinn hatten Davids Worte: „Ich werde meine Hände in Unschuld waschen, und ich will um deinen Altar schreiten, o Jehova“?

      18 König David wünschte seine Hände rein zu bewahren und in Unschuld vor Jehova zu wandeln, damit er vor Jehovas Altar anbeten konnte. Als er die Worte sprach: „Ich werde meine Hände in Unschuld waschen, und ich will um deinen Altar schreiten, o Jehova“, muß er an das Kupferbecken gedacht haben, das neben dem Altar stand und von den Priestern benutzt wurde, wenn sie Hände und Füße wuschen. Über sie hieß es in Gottes Gesetz: „Wenn sie in das Zelt der Zusammenkunft hineingehen, werden sie sich mit Wasser waschen, damit sie nicht sterben, oder wenn sie sich dem Altar nahen, um den Dienst zu verrichten, um Jehova ein Feueropfer zu räuchern. Und sie sollen ihre Hände und ihre Füße waschen, damit sie nicht sterben; und das soll für sie eine Vorschrift auf unabsehbare Zeit sein, für ihn und seine Nachkommen von Generation zu Generation.“ (2. Mose 30:19-21, NW) David jedoch wünschte, seine Hände moralisch rein, durch Gottes Wahrheit gereinigt, zu bewahren.

      19. Wie waschen wahre Christen heute ihre Hände in Unschuld?

      19 Jeder, der heute an den Ort der Anbetung kommt, der durch Jehovas Altar dargestellt wird, muß rein sein. Er darf sich nicht von einem Wandel nach den Maßstäben der alten Welt und ihres befleckenden Treibens anstecken lassen. Was Jehovas Priester damals im Vorbilde taten, müssen die wahren Christen heute als dessen Verwirklichung tun. Paulus sagte zu den hebräischen Christen folgendes über Reinheit: „So laßt uns mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewißheit des Glaubens hinzutreten, weil unsere Herzen besprengt und so vom bösen Gewissen befreit und unsere Leiber mit reinem Wasser gewaschen worden sind. Laßt uns an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung ohne Wanken festhalten, denn treu ist der, der die Verheißung gegeben hat. Und laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns zur Liebe und zu rechten Werken anspornen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Gewohnheit geworden ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.“ (Heb. 10:22-25, NW) Christen müssen sich in diesen letzten Tagen versammeln und müssen stets reine Anbetung pflegen; dazu gehört auch das, was sie täglich und ihr Leben lang tun.

      20. Auf welche Weise führen heute Jehovas Zeugen einen reinen Wandel in Rechtschaffenheit?

      20 Der Gottesdienst der Zeugen Jehovas beschränkt sich nicht darauf, daß sie nur einmal in der Woche zusammenkommen, um sich zur Liebe und zu rechten Werken anzureizen. Nein, den ganzen Tag, ja jeden Tag müssen sie Gott Anbetung und Dienst darbringen, sei es nun in den Versammlungen oder außerhalb der Königreichssäle. Wenn jemand ein Christ geworden ist, muß er sich rein erhalten, da er durch das Blut Christi Jesu schon reingewaschen worden ist. Christus wird nicht ein zweites Mal sterben, damit jemand zum zweiten Male gewaschen werden könnte. Manche, die Christen geworden sind, haben sich in ihrem Wandel den Bösen angeschlossen, indem sie Hurerei und Götzendienst trieben und sich der Habsucht und Trunkenheit hingaben; doch Paulus sagte zu der Versammlung in Korinth: „Doch ihr seid reingewaschen worden, doch ihr seid geheiligt worden, doch ihr seid gerechtgesprochen worden in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ (1. Kor. 6:11, NW) So wie David müssen wir unsere Hände in Unschuld waschen, indem wir jedem zeigen, daß wir sauber, von der Organisation des Teufels getrennt und der wahren Anbetung ergeben sind. Wohl sind wir in der Welt, doch sind wir kein Teil von ihr. Wir dürfen uns nicht mit ihrer Schuld beflecken. Selbst Pilatus wünschte nicht, Verantwortung am Tode Christi Jesu zu tragen. Vor der großen Menge der aufgebrachten Juden schob Pilatus alle Schuld den Geistlichen seiner Tage zu, indem er Wasser nahm, die Hände vor der Rotte derer wusch, die Ungerechtigkeit liebten, und sprach: „Ich bin an dem Blute dieses Mannes unschuldig. Seht ihr zu!“ (Matth. 27:24, NW) Er konnte indes seine Hände nicht tatsächlich in Unschuld waschen wie David.

      21 Wer steht heute im Nachahmen der Werke Christi Jesu allein da, und worin besteht ihre Botschaft?

      21 Auch die Christenheit muß die ganze Last der Verantwortung dafür, daß sie die Anbetung Jehovas durch ihr böses und unreines Leben verunreinigt hat, auf sich nehmen. Jehovas Zeugen aber werden ihre Hände waschen und als wahre Christen allein dastehen, getrennt von jedem Zweige der Christenheit. Diese Stellung müssen sie einnehmen, damit sie Jehova auf annehmbare Weise Anbetung darbringen können. Weil wir uns von den falschen Anbetern trennen, wird es uns möglich, ‚laut hörbar Danksagung vernehmen zu lassen und von allen seinen wunderbaren Werken zu erzählen‘ und ferner zu sagen: „Jehova, ich habe die Wohnung deines Hauses und den Wohnort deiner Herrlichkeit geliebt.“ (Ps. 26:7, 8, NW) Dankbaren Herzens und voller Freude machen Jehovas Zeugen die wunderbaren Werke Jehovas bekannt, wie er sie von der Erschaffung des Menschen im Garten Eden an bis zur Wiederherstellung der ganzen Menschheit auf der paradiesischen Erde wirkt. Ebenso wie Christus Jesus allein und getrennt von allen Religionszweigen dastand und verkündigte, daß das Königreich der Himmel herbeigekommen sei, stehen Jehovas Zeugen heute in der Verkündigung des Königreiches Gottes allein da. Sie geben der Welt bekannt, daß wir in den letzten Tagen der gesetzlosen Organisation leben und daß eine neue Herrschaft gekommen ist, die in Gerechtigkeit regieren wird. Damit alle Menschen guten Willens die frohe Botschaft erfahren, muß in deren Wohnungen viel gepredigt werden, und sie müssen zudem belehrt werden, wobei sie die Bibeln benutzen können, die sie schon besitzen. Warum nicht mit ihnen studieren und so ‚laut hörbar Danksagung vernehmen lassen‘?

      DER HINRICHTUNG MIT SÜNDERN ENTRINNEN

      22. Was ist das Geschick von Sündern, und wie bestätigt dies die biblische Geschichte?

      22 David sprach: „Raffe meine Seele nicht mit Sündern hin, noch mein Leben mit Menschen, an denen Blutschuld haftet, an deren Händen loses Benehmen und deren Rechte mit Bestechung gefüllt ist.“ (Ps. 26:9, 10, NW) Wer die Heilige Schrift erforscht, kann deutlich erkennen, daß Jehova die Bösen vernichten wird. Dies tat er schon früher, als er alle entarteten Erdbewohner wegen ihrer Sündhaftigkeit durch die Katastrophe der Flut in der Zeit Noahs vernichten ließ. Er raffte auch die Bewohner von Sodom und Gomorra hin. Gott sprach ein verurteilendes Gericht aus über die Schriftgelehrten und Pharisäer der Tage Jesu, weil Blutschuld auf ihnen lastete. Judas wurde zur Gehenna verurteilt, weil seine rechte Hand mit Bestechung gefüllt war. Später traf Ananias ein tödlicher Schlag, weil er gelogen hatte, und Judas schrieb von „gottlosen Menschen, die die unverdiente Güte unseres Gottes zu einer Entschuldigung für ihren zügellosen Wandel machen“. (Judas 4, NW) Heute wird das Leben, das doch heilig ist, nicht mehr hochgeachtet, weder von den meisten Völkern noch von ihren Herrschern. Während die Geistlichkeit und die Politiker, unterstützt vom Großgeschäft, „Friede, Friede“ rufen, rüsten sie sich in noch viel größerem Umfange denn je für den Krieg. „Vernichtung der Menschheit“ — so lautet ihr aktuelles Thema. Irgend etwas mit diesem System der Dinge zu tun zu haben wäre nicht weise, denn „wer mit Toren Umgang pflegt, dem wird es schlecht ergehen“. (Spr. 13:20, NW) Das Ende solcher Menschen, die mit Blutschuld behaftet sind, ein zügelloses Leben führen und Bestechung lieben, wird Vernichtung in der Schlacht von Harmagedon sein.

      23. Welche Verheißung haben andererseits jene, die vertrauensvoll in Rechtschaffenheit wandeln?

      23 Dagegen gleichen jene Menschen David, die vertrauensvoll in Rechtschaffenheit wandeln; sie sind die wahrhaft ergebenen Nachfolger Christi Jesu und können sagen: „Ich aber, ich werde in meiner Lauterkeit (Integrität) wandeln. O erlöse mich und erweise mir deine Gunst!“ (Ps. 26:11, NW) Dies ist, als ob man sagte: Errette mich von dem Bösen und erweise mir deine Gunst. Durch Mose befreite Gott die Kinder Israel, indem er sie von Ägypten erlöste und sie in das verheißene Land führte. Jehova hat der Menschheit den größeren Mose gegeben, nämlich Christus Jesus, den Erlöser des ganzen Menschengeschlechts, und wenn sie ihn als eine Gabe Jehovas annehmen, wird er ihnen Erlösung schaffen. Wenn wir an die Wunder denken, die Christus wirkte, als er auf der Erde weilte, müssen wir an das Leben in seiner ganzen Fülle denken, dessen sich die Menschen unter der Herrschaft des Königreiches erfreuen werden. Wenn er schon damals, als er auf Erden weilte, die Kranken heilte, blinde Augen auftat, ja selbst Tote auferweckte, so ist er bestimmt imstande, auf Grund all seiner Macht im Himmel und auf Erden eine vollkommene neue Welt der Gerechtigkeit zu schaffen, die dem Willen seines Vaters entsprechen wird.

      24, 25. Wann wird das Wunder der Befreiung geschehen, und worauf freuen sich wahre Diener Gottes?

      24 Das große Wunder der Befreiung wird in der Schlacht von Harmagedon geschehen, wenn Jehova das böse System der Dinge vollständig zerstört und gleichzeitig Menschen von Lauterkeit am Leben bewahren wird, weil er sich ihrer wegen ihrer Taten, die sie in liebender Güte vollbrachten, erinnert. Gottes Diener, die in Lauterkeit wandeln, denken heute so wie Nehemia, weil sie in der Zeit leben, da Gottes Volk geläutert wird. Nehemia sagte: „Gedenke meiner, mein Gott, und tilge meine Taten der liebenden Güte nicht aus, die ich in Verbindung mit dem Hause meines Gottes und dessen Obhut verrichtet habe.“ — Neh. 13:14, NW.

      25 Alle wahren Diener Gottes wünschen weiterhin die rechte Anbetung zu pflegen, ihre Lauterkeit zu bewahren und durch die Schlacht von Harmagedon hindurch gerettet zu werden. Sie wünschen die Zeit herbei, in der es keine Disharmonie, keine Kriege und keine Selbstsucht und Korruption mehr gibt und in der jedermann Jehova Gott loben und preisen wird. Das wird nach der großen Schlacht Gottes, des Allmächtigen, nach Harmagedon, volle Wirklichkeit werden. Alle wahren Christen sehen im Glauben diesem glücklichen Tag entgegen, wirken darauf hin und beginnen schon jetzt nach den Maßstäben jenes Tages zu leben.

      26. Wie verhalten sich die Nationen zueinander, und warum ist eine solche Einstellung Torheit?

      26 Die Menschen wandeln in dieser Welt unter den heutigen Nationen, die einander hassen, auf rauhen Wegen, weil alle Nationen nationalistisch eingestellt sind und denken, sie seien besser als irgendeine andere Nation. Einige wähnen sogar, die ihrige sei die einzige, die Daseinsberechtigung habe, und sind deshalb darauf erpicht, andere zu vernichten. Wieso können die Menschen denn nicht erkennen, daß weder die Hautfarbe noch die Sprache, noch der Wuchs eines Menschen ihn vor seinem Nächsten auszeichnet? Wir alle haben ein und denselben Schöpfer; wir alle sind Brüder, Nachkommen Adams und Evas, und sollen den einen Gott anbeten. Wir müssen ihn suchen! Wir können ihn finden, wenn wir in seinem Wort, der Bibel, von ihm lesen. Jehovas Zeugen bemühen sich aufrichtig, die Menschen mit Jehova bekannt zu machen, und wenn ihnen dies gelingt, bedeutet es für alle, die Gott erkennen, ein glückliches, neues Leben in einer neuen Welt, die nicht sehr fern ist.

      27. Welche Zeit ist für Jehovas Zeugen gekommen?

      27 Die Zeit ist jetzt gekommen, da Männer und Frauen, die ihre Lauterkeit bewahren, auf „ebenem Boden“ stehen, sozusagen auf einer offenen Ebene, auf der man keine Angst zu haben braucht, man könnte straucheln, und wo man wahre Anbetung pflegen kann. Mit allen Gliedern des Volkes Gottes in wahrem Glück vereint, können sie daher so sprechen wie David: „Mein Fuß wird bestimmt auf ebenem Boden stehen; inmitten der versammelten Scharen werde ich Jehova preisen (segnen).“ — Ps 26:12, NW.

      28. Welche Ansicht haben Jehovas Zeugen über die Ereignisse, die sich in der Welt abspielen, und wie bekunden sie ihr Vertrauen?

      28 In dieser Geistesverfassung befinden sich heute Jehovas Zeugen in den 164 verschiedenen Ländern und auf Inseln des Meeres, eine Schar von mehr als 700 000 Verkündigern der guten Botschaft; sie stehen auf ebenem Boden und blicken der endgültigen Vernichtung dieses bösen Systems der Dinge und der vollständigen Aufrichtung der göttlichen neuen Welt der Gerechtigkeit entgegen. Bis dieser Tag da ist, werden sie inmitten der versammelten Scharen auf ebenem Boden stehen und Jehova lobpreisen. Welche Verfolgungen und unruhigen Verhältnisse auch immer die Übeltäter über sie bringen mögen, werden sie doch weiterhin sagen: „Ich aber, ich werde in meiner Lauterkeit (Integrität) wandeln.“ (Ps. 26:11, NW) Sie werden nicht nur von Haus zu Haus gehen und bis an die Enden der Erde predigen, sondern sie werden auch, wenn man sie in die Wohnungen eintreten läßt, deren Bewohner Wahrheit lehren, denn sie haben den Wunsch, aus allen Nationen sämtliche „Schafe“, alle gerechtigkeitsliebenden Menschen, herauszusammeln, damit auch diese inmitten der versammelten Scharen Jehova Gott lobpreisen. Auch diese müssen das Vertrauen erlangen, rechtschaffen zu handeln. Wirst du einer dieser Lobpreiser Jehovas werden, indem du während des Jahres 1958 in deiner Lauterkeit wandeln wirst?

  • Befähigt, mit Vertrauen zu lehren
    Der Wachtturm 1958 | 15. Januar
    • Befähigt, mit Vertrauen zu lehren

      1. Was werden Jehovas Zeugen zu ihrer Freude tun, so wie sich ihnen Gelegenheit bietet?

      WENN jemand eine gute Botschaft gehört hat, die ihm wahren Trost brachte und sein Herz erfreute, wünscht er gewöhnlich das, was er weiß, anderen mitzuteilen. Jehovas Zeugen haben sich dem Worte Gottes zugewandt, haben es sorgfältig studiert und finden, daß eine Fülle guter Botschaften darin zu finden ist. Je mehr sie die 66 Bücher der Bibel, das Wort Gottes, vom 1. Buche Mose bis zur Offenbarung studieren, um so klarer wird ihnen diese gute Botschaft, und sie beglückt ihre Seelen. Wenn ein Christ die Gelegenheit hat, mit einer anderen Person über die guten Dinge des Königreiches Gottes zu sprechen, bereitet ihm das wirkliche Freude. Er soll nicht streiten, so sagt es der Apostel, um jemanden zu veranlassen, die Sache zu verstehen. Statt dessen soll er in seinen Äußerungen taktvoll und behutsam sein. Ein Unterweiser wird versuchen, dem Zuhörer etwas Neues mitzuteilen. Darum sagte Paulus, als er an Timotheus schrieb: „Ein Sklave des Herrn aber soll nicht streiten, sondern soll gegen alle taktvoll sein, lehrfähig.“ — 2. Tim. 2:24, NW.

      2. Welche Meinung über das Predigen hegte man oft in vergangenen Jahren, und inwiefern hat sich diese Ansicht heute geändert?

      2 In diesen letzten Tagen der Organisation des Teufels besteht die große Aufgabe der Zeugen Jehovas in der privaten Lehrtätigkeit. Obwohl Jehovas Zeugen seit 1918, also schon vierzig Jahre lang, die gute Botschaft von Gottes Königreich predigen, finden sie, daß ihnen heute eine noch größere Verantwortung zufällt, nämlich die Aufgabe, die Menschen über Gottes Königreich zu belehren. In vergangenen Jahren dachte man, man brauche nur einige wenige Worte über das Königreich und die Schlacht von Harmagedon zu sagen, dann sei das Zeugnis gegeben. Die Leute stecken heute aber so tief in Unwissenheit und in Finsternis über das Wort Gottes, daß es notwendig ist, mehr zu tun, als sie nur an das zu erinnern, was in der Bibel gelesen werden kann. Es ist notwendig, zu ihnen in ihre Wohnung zu gehen, sofern sie uns dazu einladen, und ihnen dort anhand ihrer Bibel zu zeigen, was eigentlich im Worte Gottes enthalten ist und wo sie darin die Wahrheiten über das Königreich Gottes, die einzige Hoffnung für die Menschheit, finden können. Jehovas Zeugen haben gute Gründe, wenn sie heute in ihrer Predigt- und Lehrtätigkeit unter den Leuten so kraftvoll vorangehen. Sie stützen sich in ihrer Tätigkeit von Haus zu Haus auf Schrifttexte (siehe Apostelgeschichte 5:42 und 20:20, ZB). Auch sagt uns der Text aus Psalm 96:2 (NW), daß wir dies täglich tun sollen: „Tag für Tag erzählt die gute Botschaft der von ihm bewirkten Rettung!“ Die Erkenntnis über das Königreich Gottes, unter dem jedem einzelnen Menschen der Segen zuteil wird, Leben in Gesundheit in einem Paradiese zu erhalten, ist bestimmt eine gute Botschaft.

      3, 4. (a) Welche Antwort gab Jesus auf die Fragen der Jünger hinsichtlich des Zeichens von der Vollendung dieses Systems der Dinge? (b) Wer führt heute Jesu Gebot durch?

      3 Mit dieser Botschaft wünschen Jehovas Zeugen von Haus zu Haus zu gehen, und zwar täglich oder so oft sie dies während der Woche tun können, um von der Rettung zu erzählen, die Jehova für die Menschheit vorgesehen hat. David war entschlossen, zu seiner Zeit seinen Mitmenschen zu predigen; aber Jesus legte noch mehr Nachdruck darauf, als er auf der Erde weilte. Er sagte seinen Jüngern ausdrücklich, was sie tun sollten. Im 24. Kapitel des Matthäus-Evangeliums wird berichtet, daß die Jünger zu Jesus kamen und ihn fragten, welches das Zeichen des Endes dieser Welt sein werde. Sie interessierten sich sehr dafür. Als er daher am Abhang des Ölberges saß, etwas außerhalb von Jerusalem, kamen vier Jünger privat zu Jesus und fragten: „Sage uns: Wann werden diese Dinge geschehen, und was wird das Zeichen deiner Gegenwart und der Vollendung [des Gesamtendes] des Systems der Dinge sein?“ — Matth. 24:3, NW.

      4 Jesus ging deshalb auf Einzelheiten ein, indem er ihnen erklärte, was für Zustände auf der Erde zur Zeit der Vollendung oder des Gesamtendes dieses Systems der Dinge bestehen und an welchen Dingen sie mit Sicherheit seine unsichtbare zweite Gegenwart erkennen würden. So wies er unter vielen anderen Dingen auf Kriege, Seuchen, Hungersnöte und Verbrechen hin, ferner auf die Entstehung eines Völkerbundes, und sagte, daß noch etwas anderes in auffallender Weise geschehen werde, das nicht nur sein eigenes Volk, sondern die ganze Welt erkennen könne, nämlich: „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird gepredigt werden auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das vollendete Ende kommen.“ (Matth. 24:14, NW) Heute kann nicht verneint werden, daß Jehovas Zeugen, eine christliche Organisation, emsiger dabei gewesen sind als irgendeine andere Religionsorganisation, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen. In Anbetracht dieses Tatbestandes nehmen wir uns die Freiheit, zu erklären, daß nur Jehovas Zeugen das Königreich Gottes als die einzige Hoffnung für die Menschheit verkündigen und daß alle Anstrengungen, die die Menschen heute mit Hilfe ihrer politischen Organisationen, unterstützt von religiöser und kommerzieller Seite, machen, sich als ein Fehlschlag erweisen werden. Wir sind der Auffassung, daß Gottes Königreich weltweit als das einzige Mittel proklamiert werden muß, durch das die Menschheit Segen empfangen wird. Sobald dieses Predigtwerk vollendet ist, wird für dieses System der Dinge das Ende gekommen sein — so sagte es Jesus.

      5. Welchem Befehl in Matthäus 28:19, 20 gehorchen wahre Christen, und welches Vertrauen an den Tag zu legen, veranlaßt dies sie?

      5 Kurz bevor Jesus in den Himmel auffuhr, gab er seinen Jüngern einen ganz bestimmten Befehl. Er sagte zu ihnen: „Geht daher hin und macht zu Jüngern Menschen aus allen Nationen, indem ihr sie tauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und indem ihr sie lehrt, alle Dinge zu beobachten, die ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Systems der Dinge.“ (Matth. 28:19, 20, NW) Bestimmt führt Christus Jesus jetzt sein Volk und sorgt dafür, daß diese gute Botschaft gepredigt wird und daß das Werk, durch das Jünger gemacht werden, jetzt in allen Teilen der Erde durch die Tätigkeit des Lehrens fortgesetzt wird. Die Menschen werden belehrt und unterrichtet; es wird ihnen also nicht nur das Königreich gepredigt, sondern es werden auch Studien in den Wohnungen der Leute eingerichtet, und sie werden so in Gottes Wort unterwiesen. Paulus unterrichtete Timotheus: ‚Du mußt fähig sein, andere zu lehren.‘ Somit müssen sich Jehovas Zeugen ausrüsten, um dasselbe tun zu können. Jeder einzelne Christ wird ein Lehrer sein, sobald er dazu befähigt ist; er muß daher in der Schrift wohlbewandert sein. Seine eigene Lauterkeit muß durch gute Werke, Studium und Dienst festgestellt sein, und die Zeit muß kommen, da er wie David sagen kann: „Richte mich, o Jehova! denn ich selbst bin in meiner Lauterkeit (Integrität) gewandelt.“

      DIE VON LEHRERN GEFORDERTE LAUTERKEIT

      6. Wie beweisen Jehovas Zeugen ihre Lauterkeit, und nach welcher Art von Menschen blicken sie aus?

      6 Jeder Zeuge Jehovas muß heute seine Lauterkeit beweisen. Jeder einzelne ist Jehova Gott und seiner irdischen Organisation dafür verantwortlich, daß dieses Predigt- und Lehrwerk getan wird, bevor das endgültige Ende kommt. Es ist gesagt worden, daß Jehovas Zeugen heute die am schnellsten wachsende Religionsorganisation seien. Wenn dies zutrifft, warum? Bestimmt nicht, weil sie danach trachten, die am schnellsten wachsende Religionsorganisation zu sein. Doch wenn es zutrifft, so deshalb, weil sie eine Verantwortung auf sich genommen haben, nämlich alle „Schafe“ der Herde Gottes zu versammeln. Personen, die Wahrheit und Gerechtigkeit lieben und nicht wünschen, daß ihr Leben mit Menschen, an denen Blutschuld haftet, weggerafft werde, und die sich nicht mit Leuten die einen zügellosen Lebenswandel führen, verbinden wollen, halten nach Jehovas wahrem Volk Ausschau. Die Leute, welche jammern und seufzen über die Greuel in der Welt, sind es, die zu finden Jehovas Zeugen sich sehr bemühen. Um sie finden zu können, müssen sie von Tür zu Tür gehen. Dies tun sie immer wieder, jahraus, jahrein. Wahrscheinlich sind Jehovas Zeugen schon oft auch an deine Tür gekommen, es sei denn, du wohntest an einem abgeschlossenen Ort, wo der Hauseigentümer oder Hotelbesitzer Jehovas Zeugen den Zutritt verwehrt. Gelangen sie aber bis zu deiner Wohnung und werden freundlich aufgenommen, so sei versichert, daß sie mit Freuden zu dir sprechen werden.

      7. Welcher Verantwortung, deren David sich bewußt war, sind sich Jehovas Zeugen heute bewußt, und welches Beispiel in der Predigttätigkeit suchen sie nachzuahmen?

      7 Jehovas Zeugen sind sich bewußt, daß sie dieselbe Verantwortung tragen, deren sich auch David bewußt war, das heißt, sie sollen ihre Lauterkeit bewahren und entschieden Stellung für Gerechtigkeit und gegen das Böse nehmen und mit diesem alten System der Dinge, das die Menschheit zur Degeneration führt, keine Verbindung pflegen. Da sie die Bibel besitzen und gut mit ihr vertraut sind, fühlen sie sich zur Lehrtätigkeit ausgerüstet, begeben sich daher in die Wohnungen der Menschen und suchen ihnen biblische Erkenntnis zu vermitteln. Gleichzeitig setzen sie in den Zusammenkünften ihrer Versammlungen ihre Studien fort, um zum Lehren noch befähigter zu werden. Sie behalten im Sinn, daß ihr Anführer, Jesus Christus, der größte Lehrer war, der je auf Erden lebte. Er war imstande, dem Sinn seiner Nachfolger die Wahrheit einzuprägen, und diese waren so überzeugt von dem Gehörten, daß sie ihm glaubten, weil er das, was er sagte, mit Schrifttexten stützte. So wurden sie seine Jünger.

      8. Welche Bedingungen muß ein Schüler Christi Jesu erfüllen, und bewahrt die große Mehrheit der Menschen heute ihre Lauterkeit?

      8 Nachfolger Christi Jesu müssen aufrichtige Schüler Christi sein, die begierig sind, zu erfahren, was ihr Lehrer zu sagen hat. Ein Schüler muß sich für seinen Unterweiser interessieren und ihn lieben, damit er die Gedanken seines Lehrers erfassen kann. Wenn der Unterweiser Gelegenheit hat, mit einem gelehrigen Schüler lange genug zusammen zu sein, wird der, mit dem er studiert, bald seinem Unterweiser gleichen und wird gleich ihm reden und leben. Genau das geschah mit den Jüngern Christi Jesu. Als er zu ihnen sagte: ‚Kommt alle zu mir, die ihr euch abmüht und beladen seid, und ich will euch erquicken. Stellt euch mit mir unter mein Joch und lernet von mir‘, wollte er damit sagen, daß er sich Zeit nehmen werde, ihnen alle Schwierigkeiten und Probleme des Lebens zu erklären und ihnen behilflich zu sein, die Welt zu überwinden, so wie er die Welt überwunden hatte. (Matth. 11:28, 29, NW) Es gibt nur wenige Menschen, die ihre Lauterkeit bewahren, und doch hat es stets wahre Zeugen Jehovas auf der Erde gegeben. Wenn du Zeugen Jehovas Gelegenheit gibst, dich in deiner Wohnung zu besuchen, wo du sie sprechen läßt und wo du anhand deiner eigenen Bibel, sei es nun einer katholischen, protestantischen, jüdischen oder sonst einer Übersetzung in irgendeiner Sprache, mit ihnen studierst, so wirst du feststellen, daß die Antworten auf alle Probleme der Menschen in der Bibel zu finden sind.

      9. Welche positive Haltung sollten gemäß Psalm 25:4, 5 wahre Christen einnehmen, und welches Angebot wird jenen gemacht, die nach Erkenntnis trachten?

      9 Du wirst jedoch nicht schon in zehn Minuten alles verstehen. Gib aber die Sache nicht sogleich auf. Nimm dir Zeit und studiere mit Jehovas Zeugen und eigne dir zumindest eine gewisse Kenntnis an, auch wenn du mit erhaltenen Ratschlägen nicht sogleich einiggehst. Du solltest dieselbe Haltung einnehmen wie David: „Deine Wege, o Jehova, laß mich erkennen, deine Pfade lehre mich! Laß mich in deiner Wahrheit wandeln und lehre mich, denn du bist der Gott meiner Rettung,“ (Ps. 25:4, 5, NW) Gib Jehovas Zeugen die Gelegenheit, dich einmal wöchentlich bei dir zu Hause zu besuchen, um mit dir eine oder anderthalb Stunden zu einer dir passenden Zeit zu studieren. Beginne sogleich die Bibel zu studieren. Schlage die Schrifttexte nach, die zur Betrachtung kommen, und du wirst erstaunt sein über das, was du in der kurzen Zeit von nur sechs Monaten lernen kannst, und dazu noch kostenlos. Wenn bis heute noch nie einer der Zeugen Jehovas mit dir die Bibel studiert hat oder wenn sie aufgehört haben, mit dir ein Bibelstudium durchzuführen, und du wieder damit beginnen möchtest, so schreibe nur eine Karte an die Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Wiesbaden-Dotzheim, Am Kohlheck [Schweiz: Watch Tower Bible and Tract Society, Allmendstraße 39, Bern 22], und erkläre darauf: „Ich interessiere mich für ein Bibelstudium.“ Es wird jemand vorbeikommen und dir helfen, Jehovas Wort zu studieren. Laß uns deinen Namen und deine Adresse wissen, dann werden wir dich sicher finden. Hunderttausende von Menschen, die mit Jehovas Zeugen in ihren Wohnungen die Bibel studierten, haben die Wahrheit kennengelernt, sind jetzt Nachfolger Christi Jesu und pflegen die wahre Anbetung Gottes, Jehovas.

      10. Weshalb war die von Jesus vorgebrachte Lehre nicht neu, und welcher Lohn sollte denen zuteil werden, die ihre Lauterkeit bewahren, und jenen, die es nicht tun?

      10 Als Jesus auf Erden wandelte und Dinge zu lehren begann, von denen die Leute sagten, sie bedeuteten eine neue Lehre, war diese nicht neu. Er gab ihnen eine Zusammenfassung des Gesetzes. Diese lautete wie folgt: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten. Er zeigte ihnen einen Weg, auf dem Menschen aller Stämme, Nationen und Sprachen gehen können. Die Wahrheit des göttlichen Wortes oder seiner Gesetze war nun nicht mehr auf die Nation Israel beschränkt, sondern die Gelegenheit, sich diese anzueignen, sollte bald jedermann geboten werden. Jesus kam nicht, um das Gesetz zunichte zu machen, sondern er kam, um es zu erfüllen und allen Menschen seinen Wert zu zeigen. Jesus hatte große Wertschätzung für Gottes Wort. Er lebte danach und sagte: „Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote übertritt und die Menschen dementsprechend lehrt, der wird in bezug auf das Königreich der Himmel ‚Geringster‘ genannt werden. Doch wer immer sie hält und lehrt, dieser wird in bezug auf das Königreich der Himmel ‚groß‘ genannt werden. Denn ich sage euch, daß, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, ihr keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.“ — Matth. 5:19, 20, NW.

      11. Was zeigte das Verhalten der Schriftgelehrten und Pharisäer, und wer ist ihnen heute gleich und warum?

      11 Als Jesus seine Jünger schulte, lehrte er sie, die Gebote Jehovas zu halten und ihnen entsprechend zu leben. Er beobachtete, wie die Schriftgelehrten und Pharisäer lehrten und lebten, und sah, daß sie Überlieferungen vorbrachten, die von ihnen selbst und anderen Menschen stammten, statt den Menschen die Lehren des Wortes Gottes darzureichen, die Jehova ihnen vor alters durch die Propheten schriftlich hatte zukommen lassen. Dasselbe gilt heute von der Christenheit. Die Religionsgeistlichkeit der Christenheit unterrichtet die Menschen nicht in der Bibel. Sie hat ihre eigenen Überlieferungen, ihre eigenen Ideen, und sozusagen jeder Geistliche wird auf die Vereinten Nationen als die einzige Hoffnung für die Menschheit hinweisen statt auf das Königreich Gottes. Allein in dieser Sache haben sie die Menschen von Gottes Wort abgelenkt, haben Jehova, seinen Sohn und sein Königreich verworfen und sollten sich daher nicht mehr als Christen oder Diener des Wortes Gottes bezeichnen. Sie werden „keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen“.

      12. Was müssen solche, die die reine Wahrheit suchen, heute tun, weil die Christenheit die Wahrheit verwässert hat?

      12 Die Christenheit hat die Wahrheit der Bibel derart verwässert, daß es Einzelpersonen, die beanspruchen, Christen zu sein, schwerfällt, zu verstehen, was eigentlich Wahrheit ist. Jesus sagte: „Ich bin gerade zu dem Zweck in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.“ (Joh. 18:37, NW) Zurück denn zu Bibel! Sucht und findet dort die Wahrheit! Es ist notwendig, daß jeder einzelne sich selbst dem Worte Gottes zuwendet und sieht, was dieses zu sagen hat, statt daß er auf menschliche Überlieferungen hört. Geht zum Urquell der christlichen Lehre zurück! Warum nicht den Rat des Apostels Paulus, eines guten Dieners Gottes und Nachfolgers Christi, annehmen, den er der Versammlung von Ephesus gegeben hat? Er sagte: „Dieses daher sage und bezeuge ich im Herrn, damit ihr nicht länger so wandelt, wie auch die Nationen in der Uneinträglichkeit ihres Sinnes wandeln, während sie sich geistig in Finsternis befinden und dem Leben, das Gott gehört, entfremdet sind, und zwar wegen der Unwissenheit, die in ihnen wohnt, wegen der Gefühllosigkeit ihrer Herzen. Da sie jedes sittliche Empfinden verloren hatten, gaben sie sich selbst einem zügellosen Wandel hin, um in ihrer Gier unreine Dinge aller Art zu treiben.“ — Eph. 4:17-19, NW.

      „VON JEHOVA GELEHRT“

      13. Zeige, was erforderlich ist, um ewiges Leben zu erlangen.

      13 Jesus war ein wunderbarer Unterweiser. Er belehrte seine Jünger darüber, wie sie die Lehrtätigkeit durchführen sollten. Vor allem benutzte man stets die Heilige Schrift. Auf diese Weise kann man andere über Jehova, den wahren Gott, unterrichten. Möchte jemand ewiges Leben erlangen, so muß er etwas über den Schöpfer des Lebens, den Vater, und seine Lehren erfahren. Seine Lehren sind in seinem Worte, der Bibel, dargelegt, die Jehova gerade für unsere Tage und zu unserer Ermahnung und Belehrung aufschreiben und bewahren ließ. Jesus sagte: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich sandte, ihn zieht, und ich werde ihn am letzten Tage auferwecken. Es steht in den Propheten geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein.‘ Jeder, der das, was der Vater lehrt, gehört und gelernt hat, kommt zu mir.“ (Joh. 6:44, 45, NW) Wir sehen also, wie notwendig es ist, vor allem das kennenzulernen oder anzuhören, was Jehova zu sagen hat. Und wenn wir jemals das hören wollen, was Jehova zu sagen hat, müssen wir zu seinem Worte greifen und es studieren. Wer die Lehren Gottes, Jehovas, kennenlernt, wird natürlich zu Christus Jesus geführt, und weil er etwas aus der Bibel lernt, wird er auf Christus Jesus als den einzigen Erlöser der Menschheit blicken, der imstande ist, durch das Verdienst seines Opfers Leben zu geben. Christus wird den Gläubigen „auferwecken am letzten Tage“. — Joh. 6:54.

      14. Welchen Rat gab Paulus dem Timotheus, der Christen heute wertvoll ist?

      14 Paulus erkannte, daß gewisse Personen, die den christlichen Predigtdienst aufgenommen haben, später versuchen würden, ihre Nachfolger von der wahren Anbetung des wahren Gottes, Jehovas, wegzuziehen. Deshalb gab Paulus den Rat: „Die unheiligen Fabeln, die Altweibergeschwätz sind, aber weise ab. Andrerseits übe dich zum Zwecke der Gottergebenheit. Denn Körperübungen sind von geringem Nutzen, aber Gottergebenheit ist für alle Dinge nützlich, da sie eine Verheißung auf gegenwärtiges wie künftiges Leben in sich birgt. Dieses Wort ist zuverlässig und aller Annahme wert. Denn hierfür arbeiten wir hart und strengen uns an, weil wir unsere Hoffnung auf einen lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Retter aller Arten von Menschen ist, besonders der Treuen. Bleibe dabei, diese Gebote zu übermitteln und sie zu lehren.“ — 1. Tim. 4:7-11, NW.

      15, 16. (a) Wie nur kann man Erkenntnis erlangen, und welchen Wert hat es, die Bibel mit Jehovas Zeugen zu studieren? (b) Warum kommt es manchmal vor, daß jemand sein Studium mit Jehovas Zeugen einstellt, und weshalb können Jehovas Zeugen in bezug auf christliche Grundsätze trotzdem keine Kompromisse eingehen?

      15 Der einzige Weg, auf dem man sich zum Zwecke der Gottergebenheit schulen kann, geht über ein Studium des Wortes Gottes. Wer die Bibel liest und sie mit jemandem, der im Studium der Bibel geschult ist, sorgfältig studiert, wird feststellen, daß das Gelesene vertrauenswürdig ist und es verdient, als wahr angenommen zu werden. Jehovas Zeugen leisten harte Arbeit und mühen sich ab, damit sie ihre Hoffnung bewahren und diese Hoffnung und diesen Glauben auch anderen mitteilen können. Wenn Jehovas Zeugen mit den Menschen in deren Wohnungen studieren, werden sie sich an die Gebote Gottes halten und diese lehren, auch wenn die biblische Wahrheit den persönlichen Ansichten der Menschen widersprechen sollte. Bisweilen beunruhigen die gerechten Gesetze Gottes die Studierenden, und sie sagen das Studium ab. Sie wollen nichts damit zu tun haben, weil es in ihrem Leben einen gewaltigen Wechsel bedeuten würde. Wir dürfen uns aber nicht auf Kompromisse mit ihnen einlassen und müssen weiterhin befähigt bleiben, mit Vertrauen zu lehren.

      16 „Welche Teilhaberschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder was für eine Gemeinschaft hat Licht mit Finsternis? Ferner: welcher Einklang besteht zwischen Christus und Belial? Oder welches Teil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welche Übereinstimmung gibt es zwischen Gottes Tempel und Götzen? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes, so wie Gott es sagte: ‚Ich werde unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein.‘ ‚Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab‘, spricht Jehova, ‚und hört auf, Unreines anzurühren‘, ‚so will ich euch aufnehmen.‘ ‚Und ich werde euch ein Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein‘, spricht Jehova, der Allmächtige.“ (2. Kor. 6:14-18, NW) Menschen, die sich von Jehova belehren lassen, wird er in die Organisation hereinnehmen und wird ihnen ein Vater sein, und sie werden ewiges Leben erlangen. Sie können es auf keine andere Weise erlangen. Je schneller sich jemand dem Worte Gottes zuwendet, es liest und studiert und ein Jünger Jesu wird, um so schneller wird er Trost, Freude, Segen und Schulung in der Gottergebenheit erlangen. Paulus sagte zu Timotheus: „Es birgt die Verheißung auf gegenwärtiges und künftiges Leben in sich.“

      17. Wie lange muß jemand lernen, bevor er ein Lehrer wird?

      17 Da heute Millionen von Menschen immer noch über die in Gottes Wort enthaltene Wahrheit unterrichtet werden sollten, gibt es nicht genügend Prediger, die zum Lehren befähigt sind. Viele Zeugen Jehovas sind in der Wahrheit selbst noch neu, und sie haben die Verantwortung, andere zu lehren, noch nicht auf sich genommen. Sie predigen von Haus zu Haus, aber sie haben nicht die Aufgaben eines Lehrers übernommen. Wie lange muß jemand lernen, bis er ein Lehrer sein kann? Das zu entscheiden, fällt nicht schwer. Paulus zeigt, daß jemand, sobald er die Grundlehren des Wortes Gottes erkennt, damit beginnen sollte, andere wenigstens diese Wahrheiten zu lehren. Während er heranreift, kann er anderen bei einem vorgerückten Studium behilflich sein, doch kann er schon vorher ein Lehrer sein. Wenn eine Person, die er im Felddienst beim Zeugnisgeben antrifft, von Gottes Wort nichts oder nur wenig weiß, könnte der neue Königreichsverkündiger seinem Schüler wenigstens soviel beibringen, wie er selbst schon weiß, wobei er die Bibel als sein Lehrbuch benutzt.

      18. (a) Welche Vorhaltungen machte Paulus denen, die in seinen Tagen im Lehren nachlässig geworden waren? (b) Gilt dies auch den Christen von heute?

      18 Paulus wandte denen gegenüber, die eine gewisse Erkenntnis hatten, die sich aber gar nicht darum kümmerten, anderen das zu erzählen, was sie wußten, eine scharfe Sprache an. Er sagte: „Obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemanden, der euch die ersten Grundsätze der heiligen Aussprüche Gottes von Anfang an lehrt.“ (Heb. 5:12; NW) Seit wann hast du erklärt, ein Zeuge Jehovas oder überhaupt ein Christ zu sein? Irgendeine Person, die ein Christ zu sein bekennt, sollte jetzt ein Lehrer sein, sofern sie an Jahren reif und in der christlichen Lehre aufgewachsen ist. Die Christen können ihre Verantwortung nicht mit den Worten von sich weisen: ‚Mein Pfarrer studiert die Bibel für mich.‘ Paulus spricht nicht zu den Aufsehern der Versammlungen, was die Geistlichen der Christenheit zu sein behaupten. Er spricht zu jedermann, der ein Christ zu sein bekennt. Was tust du in bezug auf den Auftrag, andere Gottes Wort zu lehren? Paulus sagt: ‚Ihr solltet der Zeit nach Lehrer sein.‘ Ihr seid lange genug in die Versammlung Gottes gegangen, um zu wissen, was die Wahrheit ist. Warum also lehrt ihr sie andere nicht? Was für Jehovas Zeugen gilt, gilt auch für alle Menschen der Christenheit, indem auch sie predigen und diese gute Botschaft von Gottes Königreich lehren sollten. Schreitest du also zu Reife voran, indem du im Verein mit Gottes Versammlung studierst, und suchst du dann wöchentlich andere Menschen auf, die sich nicht in deiner Versammlung befinden, um mit ihnen das Gelernte zu studieren?

      AUF GOTTES BEFEHL HIN LEHREN

      19. Warum war die religiöse Körperschaft, der Sanhedrin, dagegen, daß die Apostel predigten, und wie reagierten die Apostel darauf?

      19 In vielen Teilen der Welt müssen Jehovas Zeugen große Verfolgung ertragen, weil sie die gute Botschaft predigen und lehren. Aber sie lassen dadurch nicht zu, daß sich ihre Tätigkeit verlangsamt. Petrus verkündigte in seinen Tagen ebenfalls kraftvoll die gute Botschaft des Reiches Gottes. Weil er Kranke geheilt und weil er gepredigt hatte, wurde er ins Gefängnis geworfen. Die religiösen Führer jener Tage, wie die des Sanhedrins, waren sehr dagegen, daß die Apostel das Volk über Christus Jesus unterrichteten. Wegen des aufbauenden Werkes, das die Apostel durchführten, um das Volk in der Bibel zu unterweisen, riefen die religiösen Führer „sie herein und geboten [ihnen], sich ganz allgemein nicht mehr auf Grund des Namens Jesus zu äußern, noch zu lehren“. (Apg. 4:18, NW) Die Apostel aber ließen sich von ihrer Predigttätigkeit nicht abhalten, nur weil gewisse Menschen ihnen diesen Befehl gaben. Als diese Körperschaft der herrschenden Klasse die Apostel ins Gefängnis werfen ließ, wurden die Gefängnistüren — wie es der Bericht in Apostelgeschichte 5:20 zeigt — von Jehovas Engel geöffnet, welcher sprach: „Geht hin und stellt euch an einen Platz im Tempel und fahret fort, dem Volke alle Worte über dieses Leben zu sagen.“ Dieses Gebot des Engels Jehovas, das an jene frühen Apostel erging, ist immer noch ein Teil des Wortes Gottes und gilt den Christen heute in gleicher Weise. Die Worte über dieses Leben und über das künftige Leben müssen immer noch bis an die Enden der Erde verkündigt werden. Damals wünschten die Religionsführer nicht, daß sie verkündigt wurden, weil dies sie bei ihren Geschäften störte. Zu viele Personen wandten sich von der in Verfall begriffenen Religion ab und folgten dieser wahrheitsgemäßen neuen Religion Christi Jesu.

      20—22. (a) Welcher Grundsatz, den Gehorsam betreffend, wurde von Petrus und den Aposteln in Apostelgeschichte 5:29 dargelegt? und von David in Psalm 26:11? (b) Auf welche Weise folgen Jehovas Zeugen auch heute diesem Grundsatz, und wie zeigen sie, daß sie befähigt sind, mit Vertrauen zu predigen?

      20 Als man feststellte, daß die Apostel im Gefängnis fehlten, wurde berichtet, daß sie ‚im Tempel ständen und das Volk lehrten‘. Darauf führte man sie eiligst zum Sanhedrin. Die Bibel berichtet uns darüber wie folgt: „So führten sie sie in den Saal und stellten sie vor den Sanhedrin. Und der Hohepriester befragte sie und sprach: ‚Wir befahlen euch ausdrücklich, nicht mehr auf Grund dieses Namens zu lehren, und doch, siehe! ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt, und ihr seid entschlossen, das Blut dieses Mannes auf uns zu bringen.‘ Als Antwort sagten Petrus und die anderen Apostel: ‚Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.‘“ (Apg. 5:27-29, NW) Die Apostel fürchteten sich nicht vor den Obersten. Ihr Befehl, den sie von Gott erhalten hatten, bestand darin, zu lehren und zu predigen. Sie handelten wie Jesus, den David vorgeschattet hatte, und David hatte gesagt: ‚Ich aber werde in meiner Lauterkeit [Integrität] wandeln.‘ (Ps. 26:11, Elb, Fußn.) Sie waren in Wort und Beispiel wunderbare Lehrer der Treue. Christus Jesus war ihr Vorbild, und sie verfehlten nicht, ihre Aufgabe zu erfüllen, sondern fuhren fort, der Menschen Herzen und Sinne von der alten, abgestandenen, heuchlerischen Religion zu den Worten der Wahrheit und des Lebens, also zu einer Religion hinzuwenden, die ihnen zeigte, daß das Königreich Gottes die einzige Hoffnung für die Menschheit ist.

      21 Dasselbe geschieht heute ebenso wie in den Tagen der Apostel. Die Herrscher der Dominikanischen Republik haben unter der Leitung katholischer Priester Zeugen Jehovas geschlagen und ins Gefängnis geworfen, weil sie die gute Botschaft vom Königreich predigten. In Polen und anderen Ländern hinter dem Eisernen Vorhang verbieten die Herrscher, daß die Wahrheit verkündigt werde, weil sie der Lehre des Kommunismus widerspricht. Jehovas Zeugen lassen sich dadurch aber nicht abhalten, auf gleiche Weise zu predigen, wie die Apostel zu ihrer Zeit predigten. Sie betätigen sich, wenn nötig, unterirdisch und setzen ihre Predigt- und Lehrtätigkeit fort. Sie gehorchen Gott mehr als Menschen. Auch in Ländern, wo Jehovas Zeugen die Gelegenheit haben, ungehindert zu predigen, entfachen die religiösen Führer oft Opposition gegen ihr Werk. Wenn diese bösen Menschen die Verkündigung der Wahrheit Jehovas aufhalten wollen, so möge sie dafür Jehovas Gericht treffen.

      22 Ein wahrer Christ jedoch wird dem Worte Gottes folgen und sich nicht zum Schweigen bringen lassen; er wird sich als ein lehrfähiger Mensch erweisen. Er wird sich weiterhin in die Versammlung unter die versammelten Scharen Gottes begeben und dort lernen und fleißig studieren, damit er noch besser befähigt werde, die Wahrheit vertrauensvoll anderen Menschen darzureichen. Er weiß, daß er den Fußstapfen Christi Jesu nachfolgen, predigen und lehren muß. Er muß sich gewissenhaft an Gottes Wort halten und muß Jehovas Gebote befolgen. Er muß sich für jedes gute Werk ausrüsten und muß befähigt sein, andere zu lehren. Er muß sich in der Verkündigung des Königreiches so ernsthaft betätigen wie die ersten Jünger und muß so seine Lauterkeit beweisen.

      23. Was hilft jemandem, ein wahrer Christ zu werden, und wie reichen Jehovas Zeugen zu diesem Zweck Hilfe dar?

      23 Es besteht kein Unterschied zwischen der Art und Weise, wie die Apostel das Königreich in ihren Tagen predigten, und der, wie Jehovas Zeugen ihr Werk heute durchführen. Daß eine Nation christlich wird, geschieht nicht, durch große Erweckungsversammlungen, durch den Bau großer Kirchengebäude, durch machtvolle religiöse Gruppen, die die Politiker beeinflussen würden, durch den Zusammenschluß verschiedener Religionsgemeinschaften zu einer einzigen. All dies verhilft den Menschen nicht zu einem Verständnis des Vorhabens Jehovas. Wenn man aber statt dessen von Haus zu Haus geht und die Menschen, die seufzen und jammern wegen der Greuel, die sie geschehen sehen, aufsucht und sie über die Wahrheit belehrt, so wird ihnen dies helfen, ihre Ansichten über die Religion zu ändern. Wenn sich ein wahrer Christ in die Wohnung eines Fremden begibt und ihn mit dem Worte Gottes tröstet, wird es ihm gelingen, dem Betreffenden behilflich zu sein, seine Lebensweise zu ändern. Nicht eine zusammengeschlossene Machtgruppe, sondern die Wahrheit wird das zustande bringen. „Ein Sklave des Herrn soll nicht streiten, sondern soll gegen alle taktvoll sein, lehrfähig, der sich unter üblen Verhältnissen zusammennimmt, der mit Milde die Widerstrebenden unterweist.“ — 2. Tim. 2:24, 25, NW.

      24. Welche Methoden werden von den Führern der falschen Religion angewandt, im Vergleich zu denen, die von den Christen im Interesse der Lehrtätigkeit unter anderen Menschen angewandt werden?

      24 In der Vergangenheit hat sich dann und wann eine Nation gegen eine andere Nation erhoben und hat einen Religionskrieg durchgeführt, indem sie versuchte, die Menschen zu veranlassen, zu einer anderen Religion überzugehen. In verschiedenen Teilen der Erde wurde die Inquisition durch Religionsanhänger durchgeführt, um das Volk zu zwingen, das zu glauben, was die Machthaber glaubten. Religionsanhänger haben versucht, die Indianer und andere, die einen anderen Glauben hatten, zu dem Glauben der Verfolger zu zwingen. Paulus hat sich nie solcher Methoden bedient, und auch Christus Jesus wandte nie solche Methoden an. Die ersten Christen wandten die einfache Methode an, die Menschen die Wahrheit zu lehren, indem sie sich zu ihnen hinsetzten und ihnen taktvoll, geduldig, ruhig und bescheiden von dem erzählten, was in Gottes Wort enthalten ist. Solche Personen, die unter einem üblen Einfluß stehen, kann die Wahrheit gelehrt werden, wenn sie in Milde unterwiesen werden. Selbst Personen, die der Bibel gegenüber nicht günstig eingestellt sind, werden einem Prediger Gottes zuhören, wenn er taktvoll zu ihnen spricht.

      25. Was werden Jehovas Zeugen weiterhin tun, und was zu tun werden Personen ermuntert, die die Wahrheit suchen?

      25 Somit werden Jehovas Zeugen heute danach trachten, diese gute Botschaft weiterhin in der ganzen Welt zu einem Zeugnis zu predigen, bis das Ende kommt. Während dieser ganzen Zeitspanne werden auch sie sagen können: „Richte mich, o Jehova, denn ich selbst bin in meiner Lauterkeit (Integrität) gewandelt.“ Warum nicht mit ihnen Gottes Wort studieren und die Erkenntnis, die man aus der Bibel erlangen kann, anwenden und so mit weisen Personen zusammen sein und selbst weise werden? In diesem Falle wird man bestimmt erkennen, daß es dem, der mit Toren oder stupiden Menschen Umgang pflegt, schlecht ergehen wird, aber daß Weisheit ein Baum des Lebens ist für jene, die sie finden. Liebst du das Leben und wünscht du, in Gottes neuer Welt der Gerechtigkeit unter dem Königreich des Himmels zu leben? Dann ‚stehe auf ebenem Boden inmitten der versammelten Scharen‘ und preise Jehova! Dann wirst du entschlossen sein, stets zu sagen: „Ich aber, ich werde in meiner Lauterkeit wandeln.“

  • Durch Ausharren Lauterkeit beweisen
    Der Wachtturm 1958 | 15. Januar
    • Durch Ausharren Lauterkeit beweisen

      1. Welche leuchtenden Beispiele des Ausharrens sind in der Schrift zu finden, und aus welchem Grunde hielten diese Personen stand und müssen auch wie ausharren?

      ES GIBT heute nicht allzu viele Menschen in der Welt, die für rechte Grundsätze eintreten und deswegen sogar Leiden auf sich nehmen. Jehova liebt Menschen, die das tun. Er ist sehr an Männern und Frauen interessiert, die in ihrer Lauterkeit wandeln und um der Gerechtigkeit willen selbst bis zum Tode ausharren. Petrus verstand diese Tatsache und schrieb: „Denn welches Verdienst liegt darin, wenn ihr sündigt und mit Schlägen geschlagen werdet und es erduldet? Doch wenn ihr Gutes tut und leidet und es erduldet, so ist dies bei Gott angenehm. In der Tat wurdet ihr zu diesem Laufe berufen, weil auch Christus für euch litt, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt.“ (1. Pet. 2:20, 21, NW) Das gibt zu denken. Denn keine Person könnte jemals soviel Schmerzen erleiden und soviel Schmach und Schande erdulden wie Jesus, der Vollkommene, dies um der Rechtfertigung

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