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Jehovas Diener sind andersDer Wachtturm 1970 | 15. November
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Jehovas Diener sind anders
„Formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr euch selbst vergewissern könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.“ — Röm. 12:2.
1, 2. (a) Vor welcher Neigung müssen Christen ihr unvollkommenes Herz bewahren, und warum? (b) Welcher Unterschied bestand in den Tagen Jesajas zwischen Jehovas Gedanken und Jehovas Wegen und den Gedanken und Wegen des Volkes Israel, und warum?
EINE der vielen Neigungen, vor denen Christen ihr unvollkommenes Herz bewahren müssen, ist die, allgemein beliebt oder bei jedermann, ganz gleich, wer es ist, angesehen sein zu wollen. Wegen dieser Neigung ist der größte Teil der Menschheit dem Konformismus zum Opfer gefallen, dem Streben, sich den Ansichten oder dem Verhalten seiner Umgebung anzupassen oder zu fügen. Alle, die Jehova Gott gefallen und in seinen gerechten neuen Himmeln oder auf seiner gerechten neuen Erde ewig leben möchten, müssen sich davor hüten, diesem Druck, sich anzupassen, nachzugeben. Warum? Jehova sagte zu einem abtrünnigen Volk in den Tagen seines Propheten Jesaja: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jehova. Denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ — Jes. 55:8, 9.
2 „Wie der Himmel höher ist als die Erde“ — welch ein gewaltiger Unterschied! Ja, man könnte sogar sagen, daß es den größten Unterschied darstellt, den man sich vorstellen kann. Was war schuld an diesem großen Unterschied zwischen Jehova und seinem Volk? Sein Volk hatte aufgehört, Recht zu üben, Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit seinem Gott. (Micha 6:8, NW) Es ging genau in der entgegengesetzten Richtung, indem es seine Religion und seine Moral der Religion und der Moral der Nationen ringsum anpaßte.
3. Wie zeigte sich die Neigung, sich der Umgebung anzupassen, beim Volk Israel schon zu Beginn seiner Geschichte?
3 Die Neigung, den gottlosen Wandel der Völker ringsum nachzuahmen, zeigte sich schon zu Beginn der Geschichte der Nation Israel. Als Moses 40 Tage auf dem Berge Gottes war, begannen die Israeliten, heidnischen Göttern zu dienen und sich an unsittlichen Handlungen der Heiden zu beteiligen. (1. Kor. 10:7) Kaum waren Josua und die älteren Männer, die ihn überlebt und „die das ganze große Werk Jehovas gesehen hatten, das er für Israel tat“, gestorben, da „verließen die Söhne Israels Jehova und nahmen den Dienst für Baal und die Aschtoreth-Bildnisse auf“. (Ri. 2:7-13, NW) In den Tagen des Richters Samuel wollten sich die Israeliten den Nationen ringsum anpassen, indem sie einen sichtbaren König verlangten: „... damit auch wir seien wie alle Nationen, und daß unser König uns richte und vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe.“ Jehova gewährte ihnen ihre Bitte, obwohl sie ihm mißfiel. — 1. Sam. 8:7, 20; Hos. 13:11.
4, 5. (a) Wieso können Jehovas Diener nicht ihrem Gott gefallen und sich gleichzeitig ihrer Umwelt anpassen? (b) Welchen Rat gab Paulus daher passenderweise Christen?
4 Wie konnten Jehovas Diener so sein wie ihre Umwelt und ihm dennoch gefallen? Ist es nicht so, daß seit der Sünde Adams und Evas und deren Vertreibung aus Eden — abgesehen von einigen wenigen Jahren nach der Sintflut — die ganze Welt in der Gewalt des Bösen, Satans, des Teufels, des „Gottes dieses Systems der Dinge“, liegt? Ohne Zweifel! Die Anpassung an die Welt stellt daher für den Diener Jehovas eine große Gefahr dar. — 2. Kor. 4:4; 1. Joh. 5:19.
5 Es ist deshalb sehr passend, daß uns in Römer 12:2 der Rat gegeben wird: „Formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr euch selbst vergewissern könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.“ Weniger buchstäbliche oder freiere Übersetzungen geben die Worte des Paulus wie folgt wieder: „Paßt euch nicht äußerlich den Normen dieser Welt an“ (Neues Testament 1968). „Gestaltet eure Lebensführung nicht nach der Weise dieser Weltzeit“ (Menge). „Laßt euch nicht von eurer Umwelt in ihre Form pressen“ (The New Testament in Modern English).
JEHOVAS VORSINTFLUTLICHE ZEUGEN WAREN ANDERS
6, 7. Warum sollten Jehovas Diener nicht davor zurückschrecken, anders zu sein, und wer ist uns in dieser Hinsicht als erster ein Beispiel?
6 Da die Menschenwelt seit der Vertreibung unserer Ureltern aus Eden gottlos gehandelt hat, muß gefolgert werden, daß alle Diener Jehovas — vom allerersten an — anders gewesen sein müssen als ihre Zeitgenossen, daß sie von ihnen abgestochen oder sich auffallend von ihnen unterschieden haben müssen. Diener Jehovas, die es heute nicht wagen, sich anders zu kleiden, anders zu handeln und Gott auf eine andere Weise anzubeten als ihre Mitmenschen, sollten beachten, was in Gottes Wort über die ersten treuen Diener Jehovas in diesem Zusammenhang berichtet wird.
7 Beginnen wir mit Abel, dem ersten treuen Zeugen Jehovas. Wir wissen nicht, wie viele Menschen es zu der Zeit gab, als Abel freimütig für die reine Anbetung Jehovas eintrat, aber wir wissen, daß Adam und Eva sowie Kain — die einzigen, die der göttliche Bericht namentlich erwähnt — unter dem Einfluß dessen standen, der böse ist, Satan, der Teufel. Abels Handlungsweise stand im Gegensatz zu ihrer Handlungsweise. Er hatte den Mut, anders zu sein, und wurde deshalb der erste treue Zeuge, der erste Märtyrer. — 1. Mose 4:3-11; Hebr. 11:4; 1. Joh. 3:12.
8. Welche Tatsachen zeigen, daß Henoch anders war als seine Umgebung?
8 Da war ferner Henoch. Auch er paßte sich dem vorsintflutlichen System der Dinge offensichtlich nicht an. Wieso kann dies mit einer solchen Sicherheit gesagt werden? In seinen Tagen war die falsche Anbetung bereits stark verbreitet, denn man hatte schon in den Tagen des Enos, des Enkels Adams, angefangen, den Namen Jehovas zu mißbrauchen oder heuchlerisch anzurufen. (1. Mose 4:26) Es ist auch daraus zu schließen, daß von Henoch besonders gesagt wird, er sei ‘weiterhin mit dem wahren Gott gewandelt’. (1. Mose 5:22, NW) Daß Henoch offensichtlich anders war als seine Zeitgenossen, geht ferner ganz deutlich aus der warnenden Prophezeiung hervor, die er im Auftrag Jehovas verkündigte und die von dem christlichen Jünger Judas in folgenden Worten wiedergegeben wurde: „Siehe, Jehova kam mit seinen heiligen Myriaden, um an allen das Gericht zu vollziehen und alle Gottlosen all ihrer gottlosen Taten zu überführen, die sie auf gottlose Weise begangen haben, sowie all der anstößigen Dinge, welche gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.“ Der Inhalt dieser Botschaft zeigt deutlich, daß Henoch von Gottlosen umgeben war und deshalb wegen seines Mutes, anders zu sein, aufgefallen sein muß. — Jud. 14, 15.
9. Wie bewiesen Noah und seine Familie, daß sie anders waren als ihre Zeitgenossen?
9 Der inspirierte Geschichtsbericht erwähnt auch Noah und seine Familie. Während von Abel und Henoch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden kann, sie seien zu ihrer Zeit die einzigen wahren Anbeter Jehovas gewesen (Abel mag zum Beispiel verheiratet gewesen sein, und seine Frau mag den gleichen Glauben gehabt haben wie er), läßt die Heilige Schrift keinen Zweifel darüber, daß Noah und seine Angehörigen damals die einzigen wahren Anbeter Jehovas, des allein wahren Gottes, waren. „Noah aber fand Gunst in den Augen Jehovas. ... Noah war ein gerechter Mann. Er erwies sich als untadelig unter seinen Zeitgenossen. Noah wandelte mit dem wahren Gott.“ Daß Noah in einer Zeit, in der „Jehova [sah], daß die Schlechtigkeit des Menschen ausnehmend groß war auf der Erde und daß jede Neigung der Gedanken seines Herzens allezeit nur schlecht war“, dieses Zeugnis erlangte, läßt erkennen, daß er offensichtlich anders war als die damalige Menschenwelt. Wie sehr müssen er und seine Angehörigen doch verspottet worden sein, während sie auf dem Trockenen jenen riesigen scheunenähnlichen Bau errichteten, in dem Noah selbst, seine Familie und die Vertreter der verschiedenen Tierarten die vorhergesagte Sintflut überlebten! Welchen Mut mußten sie doch während der vierzig bis fünfzig Jahre beweisen, in denen sie an diesem Unternehmen arbeiteten! Waren sie anders als die damalige Welt? Ganz bestimmt! — 1. Mose 6:8, 9, 5, NW.
DIE PATRIARCHEN WAREN ANDERS
10, 11. Wie bewiesen die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, daß sie Fremde und zeitweilig Ansässige waren?
10 Da waren auch die Patriarchen oder unmittelbaren Familienhäupter der zwölf Stämme Israels. Der erste war Abraham. Wegen seines Glaubens an Jehova, den allein wahren Gott, unterschied er sich auffallend von seinen Mitbürgern, die die verschiedensten heidnischen Kulte pflegten und besonders den Mondgott Sin, den Stadtgott von Ur, verehrten. Ur, seine Heimatstadt, war als Hauptstadt des babylonischen Kultes und der babylonischen Religion in der Tat das reinste Mekka oder Rom. Als Jehova Abraham gebot: „Gehe aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause, in das Land, das ich dir zeigen werde“, zeigte es sich noch deutlicher, daß Abraham anders war. — 1. Mose 12:1-3.
11 Bestimmt mußte Abraham viel Spott ertragen, als seine Nachbarn und seine Bekannten ihn aus Ur ausziehen sahen, denn zweifellos hielten sie seinen Auszug für ein zum Scheitern verurteiltes Unternehmen. Isaak und Jakob erging es im großen und ganzen ebenso. Sie alle „erklärten öffentlich, daß sie Fremde und zeitweilig Ansässige im Lande“ seien. Sie hätten in ihr Land zurückkehren und sich dort wieder niederlassen können, aber sie wußten, daß das nicht Jehovas Wille war. Es wird Dienern Jehovas heute helfen, den Mut zu haben, anders zu sein als ihre Umwelt, wenn sie daran denken, daß auch sie, was das gegenwärtige System der Dinge und seine Angehörigen betrifft, Fremde und zeitweilig Ansässige sind. — Hebr. 11:8-15.
12. Wie zeigte Joseph auf beispielhafte Weise, daß er anders war, und wie wurde er belohnt?
12 Da war auch Joseph, der bevorzugte Sohn des Patriarchen Jakob. Sein Leben tritt in der Heiligen Schrift als leuchtendes Beispiel hervor. Wie leicht hätte er, nachdem er in die Sklaverei verkauft und dadurch von jeglicher Verbindung mit den wahren Anbetern Gottes abgeschnitten worden war, versucht sein können, seinen Wandel und seine Anbetungsform den heidnischen Anbetern in seiner Umgebung anzupassen und sich nach jenem System der Dinge formen zu lassen! Er hielt aber an der reinen Anbetung und an den göttlichen Grundsätzen fest und bewies so auf hervorragende Weise, daß ein Mensch, selbst wenn er noch so starken Versuchungen ausgesetzt ist, seine Lauterkeit bewahren kann. Ja er blieb sogar standhaft, als er wegen seiner Lauterkeit gegenüber Jehova ins Gefängnis geworfen wurde. Als er ganz allein war, hätte er wie so viele vor und nach ihm denken können: „Was nützt es?“ und hätte die Anbetungsform seiner Umgebung annehmen und ihren Wandel nachahmen können, aber er tat es nicht. Er ließ sich nicht nach jenem System der Dinge formen, sondern blieb Jehova treu, und Jehova segnete ihn deswegen sehr. Joseph wurde der Erstminister Ägyptens und dessen Retter sowie der Retter der Familie seines Vaters. — 1. Mose 37:1-36; 39:1 bis 45:28.
DAS BEISPIEL DER PROPHETEN
13, 14. Wie bewies Moses, daß Jehovas Diener anders sein müssen?
13 Zu den vielen anderen treuen Dienern Jehovas, die den Mut hatten, anders zu sein, und die sich nicht nach dem Beispiel ihrer ungläubigen Umgebung formen ließen, gehörten auch die hebräischen Propheten, von Moses bis Daniel und darüber hinaus. Moses hätte, nachdem er am Hof des Pharaos zum Mann herangewachsen war, leicht versucht sein können, sich seiner Umgebung anzupassen, seine hebräische Erziehung und Religion zu vergessen und weiterhin die Freuden, den Ruhm und den Einfluß eines Sohnes der Tochter des Pharaos zu genießen. Welche Aussichten hätte er doch gehabt, wenn man bedenkt, daß er „in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen“ und bekanntlich „mächtig in seinen Worten und Taten“ war! — Apg. 7:22.
14 Aber selbst das hielt ihn nicht davon zurück, anders zu sein! Wie sehr müssen doch seine früheren Bekannten am Hof den Kopf geschüttelt und sich darüber gewundert haben, daß der voraussichtliche Erbe es sich erwählte, „eher mit dem Volke Gottes übel behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben, weil er die Schmach des Christus für größeren Reichtum achtete als die Schätze Ägyptens“! (Hebr. 11:25, 26) Wegen dieser Handlungsweise erwarb er sich nicht nur einen guten Namen bei Jehova Gott, sondern wurde er von ihm auch wie kein anderer unvollkommener Mensch gebraucht, um große Machttaten zu vollbringen. Und besonders die treuen Propheten Jesaja, Jeremia und Hesekiel mußten großen Mut beweisen, um anders zu sein als die abtrünnigen Israeliten, unter denen sie lebten. — Jes. 20:3; Jer. 16:2; 7:16; Hesekiel, Kapitel 4 und 5.
15, 16. Wie bewiesen Daniel und seine drei Gefährten, daß sie anders waren als ihre Umgebung?
15 Auffallend war auch das Beispiel Daniels und seiner drei Gefährten. Wie leicht wäre es doch für sie gewesen, sich hinsichtlich ihrer Mahlzeiten dem königlichen babylonischen System der Dinge anzupassen! Doch nein, sie paßten sich ihrer Umgebung nicht an, sondern sie hatten den Mut, als wahre Anbeter Jehovas anders zu sein. So wird uns berichtet: „Aber Daniel [und seine drei Gefährten] beschloß in seinem Herzen, sich mit den Delikatessen des Königs und mit seinem Trinkwein nicht zu verunreinigen. Und er erbat sich vom obersten Hofbeamten wiederholt [ja, er brachte die Sache nicht nur einmal vor und beschwichtigte dann sein Gewissen damit, daß er es versucht hätte, sondern er erbat sich von ihm wiederholt], daß er sich nicht verunreinigen müsse.“ Schließlich hörte der Hofbeamte „auf sie hinsichtlich dieser Sache und stellte sie zehn Tage lang auf die Probe“. Jehova Gott segnete Daniel und seine drei Gefährten wegen ihres Mutes und ihrer Standhaftigkeit sehr. Sie mußten zwar den Spott und die Verachtung ihrer Umgebung ertragen, weil sie die Tafelkost des Königs ablehnten und einfache Gemüsegerichte (die kein Blut, kein Fett usw. enthielten) vorzogen, aber am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung waren sie nicht nur gesünder, sondern auch weiser als die anderen Zöglinge. — Daniel, Kapitel 1, NW.
16 Und fielen die drei Freunde Daniels nicht auch dadurch auf, daß sie sich weigerten, vor dem Standbild, das der König Nebukadnezar in der Ebene Dura aufgerichtet hatte, niederzufallen? Die Blicke von vielen Tausenden, Hohen und Niedrigen, müssen auf sie gerichtet gewesen sein, als König Nebukadnezar sie zu sich rief, weil sie sich vor seinem Standbild nicht niederwarfen. Als es Daniels Rivalen gelungen war, ein Gesetz durchzubringen, durch das sie Daniel zu beseitigen hofften, hätte er nicht unbedingt dreimal täglich am offenen Fenster gegen Jerusalem hin zu beten und so alle Leute sehen zu lassen brauchen, daß er anders war als sie. Er hätte ebensogut heimlich zu Gott beten können. Er wollte aber bei niemandem den Eindruck erwecken, als ob er, wenn auch nur äußerlich, den gottfeindlichen Erlaß des Königs befolgen würde. Sowohl Daniel als auch seine drei Gefährten wurden dafür, daß sie den Mut hatten, anders zu sein, von Jehova durch eine übernatürliche Rettung und durch Beförderung reich belohnt. — Daniel, Kapitel 3 und 6.
DAS BEISPIEL JESU CHRISTI
17—19. Welche Begebenheiten aus dem Leben Jesu zeigen, daß er nicht zögerte, anders zu sein?
17 Aber nicht nur die Diener Jehovas, die vor dem Kommen des Messias, Jesu Christi, des Sohnes Gottes, lebten, mußten sich deutlich von ihren Zeitgenossen unterscheiden. Jesus kam zu Jehovas Volk, dem Volk, das mit Gott in einem Bundesverhältnis stand und von ihm sein Wort, sein Gesetz und eine Priesterschaft erhalten hatte und zu dessen Nutzen Johannes der Täufer sein Vorbereitungswerk durchführte. Doch welch ein Gegensatz bestand zwischen Jesus und den damaligen geistlichen Führern und zwischen seiner Handlungsweise und ihren religiösen Sitten und Bräuchen! Er dachte nicht im entferntesten daran, den Unterschied zwischen seinem „neuem Wein“ gleichenden Gottesdienst und der „alten Weinschläuchen“ gleichenden jüdischen Tradition totzuschweigen oder als unbedeutend abzutun, sondern beleuchtete ihn freimütig, so daß alle ihn erkennen konnten. — Matth. 9:14-17.
18 Einerseits unterschied sich Jesus durch die Art, wie er lehrte, nämlich mit Gewalt, und dadurch, daß er sich häufig unter das gewöhnliche Volk mischte. (Matth. 7:29; 9:11) Andererseits unterschied er sich aber auch auffallend durch das, was er lehrte. Aus seinen Worten war ohne weiteres zu erkennen, daß er nicht darauf ausging, Menschen zu gefallen, und daß er sich weder bei den oberen Schichten noch beim Volk populär zu machen suchte, obwohl er wegen seiner Wundertaten die populärste Persönlichkeit des Landes war und seine Feinde sich über ihn beklagten mit den Worten: „Seht! Die Welt ist ihm nachgelaufen.“ (Joh. 12:19) Freimütig sagte er: „Ihr habt gehört, daß gesagt wurde ... Ich aber sage euch ...“ (Matth. 5:27-48) „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“ „Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. selbst.“ „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: „Ehe Abraham ins Dasein kam, bin ich gewesen.“ Es war, als wollte er seine Zuhörer schockieren und aufrütteln. Er predigte nicht, was ihre Ohren gekitzelt hätte. — Joh. 2:19; 6:53; 8:58.
19 Selbst seine Jünger wunderten sich mitunter über seine Offenheit. Einmal sagten sie zu ihm: „Weißt du, daß die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie hörten, was du sagtest?“ Wenn die Pharisäer schon Anstoß nahmen als Jesus ihnen sagte, sie hätten das Wort Gottes durch ihre Überlieferungen ungültig gemacht, wie mochten sie dann erst reagiert haben, als er sie Heuchler, Schlangen, Otternbrut und Söhne Satans, des Teufels, schalt? Jesus zögerte nie auch nur einen Augenblick, durch das, was er sagte, zu zeigen, daß er anders war. Er zeigte es aber auch durch das, was er tat, zum Beispiel dadurch, daß er zweimal die Kaufleute aus dem Tempel seines Vaters hinaustrieb. — Matth. 15:12; 23:13-39; Mark. 11:15-18; Joh. 2:13-17; 8:44.
JESU JÜNGER WAREN EBENFALLS ANDERS
20, 21. Wie bewiesen Jesu Apostel und seine ersten Jünger, daß sie anders waren als ihre Umgebung?
20 Da Jesu Jünger ihren Meister nachahmten und denselben Gott auf dieselbe Weise anbeteten wie er, müssen sie sich ebenso von ihren Zeitgenossen unterschieden haben wie er. Sie unterschieden sich nicht nur durch ihre ungewöhnliche Botschaft, die Botschaft, daß Jesus von Nazareth der langersehnte Messias war und daß Jehova Gott ihn von den Toten auferweckt hatte, sondern auch durch die Art, wie sie predigten. Als ihre Gegner sahen, wie furchtlos Petrus und seine Gefährten für Jesus Christus Zeugnis ablegten, „und bemerkten, daß sie ungelehrte, gewöhnliche Menschen waren, verwunderten sie sich“, ja sie fragten sich, warum sie wohl so anders seien als gewöhnliche ungelehrte Fischer. „Und sie begannen sie als solche zu erkennen, die mit Jesus gewesen waren.“ — Apg. 4:13.
21 Über keinen anderen der ersten Jünger Jesu wissen wir so viel wie über den Apostel Paulus: „Beschnitten am achten Tage, aus dem Familiengeschlecht Israels, aus dem Stamm Benjamin, ein Hebräer ... von Hebräern“, und „was das Gesetz betrifft: ein [strenger, fanatischer] Pharisäer.“ Wie ganz anders als seine früheren Freunde muß Paulus doch gewesen sein, nachdem er ein Christ geworden war! So ganz anders war er nun, daß die Juden in Thessalonich ihn und seine Mitarbeiter beschuldigten, „auf der bewohnten Erde umstürzlerisch gewirkt“ zu haben. Kein Wunder, daß Festus, als Paulus sich vor König Agrippa II. verteidigte, ausrief: „Du wirst wahnsinnig, Paulus! Die große Gelehrsamkeit treibt dich zum Wahnsinn!“ Paulus lehrte nicht nur andere Christen, sich dem gegenwärtigen System der Dinge nicht anzupassen, sondern er hielt sich selbst an das, was er lehrte. — Phil. 3:5, 6; Apg. 17:6; 26:24; Röm. 12:2.
AUCH CHRISTEN DER NACHAPOSTOLISCHEN ZEIT WAREN ANDERS
22—25. Wie unterschieden sich die Christen der nachapostolischen Zeit von ihren Zeitgenossen (a) durch ihre Religion, (b) durch ihr Verhältnis zum Cäsar, (c) durch ihre Sittenbegriffe und (d) durch ihre gegenseitige Liebe?
22 Obwohl kurz nachdem die Apostel im Tode entschlafen waren, ein Feind, Satan, der Teufel, kam und Unkraut auf das Weizenfeld säte, wurde dieses Weizenfeld nicht sogleich vom Unkraut überwuchert. (Matth. 13:25) Die frühchristlichen Kirchenhistoriker berichten daher, daß sich die Christen auch in den ersten Jahrhunderten noch von ihren Zeitgenossen unterschieden. Dieser Unterschied zeigte sich in mindestens vier verschiedenen Punkten. Die Christen unterschieden sich von den übrigen Menschen in erster Linie durch ihre Religion. Abgesehen davon, daß sie andere Glaubensansichten hatten und ihre Gottesdienste anders waren, vertraten sie als einzige auch den Standpunkt, nur sie hätten die wahre Religion, alle übrigen würden der falschen Religion anhängen. Es erforderte Mut, diesen Standpunkt zu vertreten. Ein Kirchenhistoriker schreibt: „Ein Christ hätte seinen Gott nie der Isis, dem Mithras oder dem Augustus gleichgestellt.“ Die römischen Kaiser waren anderen Religionen gegenüber nachsichtig, aber eine Religion, nach deren Lehre „die Götter Roms und die Götter aller übrigen Religionen falsche Götter waren“ und deren Anhänger „die ganze Menschheit für ihren Glauben gewinnen“ wollten, duldeten sie nicht.
23 Die ersten Christen waren auch hinsichtlich ihres Verhältnisses zu anderen Teilen des damaligen Systems der Dinge anders. Sie lehnten es ab, ein Amt in der Regierung zu bekleiden und im Heer des Cäsars zu dienen. Sie waren auch nicht mehr materialistisch eingestellt. Materielle Dinge waren nicht mehr das Ziel ihres Strebens, sondern sie dienten ihnen lediglich noch als Mittel zur Förderung ihrer Predigttätigkeit.
24 Die ersten Christen unterschieden sich von ihren Zeitgenossen auch durch ihre Sittenbegriffe. In der damaligen römischen und griechischen Welt war die Unmoral in den verschiedensten Formen verbreitet. Unsittliche Handlungen waren sogar mit ihrem Gottesdienst verbunden, und Perversitäten, zum Beispiel die Homosexualität, waren eine häufige Erscheinung. Geschichtsschreiber berichten darüber, wie sehr sich die ersten Christen auch in dieser Hinsicht von ihrer Umgebung unterschieden: „Es ist nachgewiesen, daß sie ein untadeliges Leben führten, in moralischer Hinsicht einwandfrei waren, sich als gute Bürger auszeichneten und christliche Tugenden übten.“
25 Schließlich unterschieden sich die ersten Christen von ihren Zeitgenossen auch durch ihre große selbstlose Liebe, die sie, wie Jesus sagte, unter sich haben sollten: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ — Joh. 13:34, 35.
26. Was kann von Jehovas Dienern von der Zeit Abel bis zur nachapostolischen Zeit gesagt werden, und wie ist es heute?
26 Sowohl die inspirierten als auch andere Aufzeichnungen lassen somit keinen Zweifel darüber, daß Jehovas Diener von der Zeit Abels an bis zu den ersten Jahrhunderten der nachapostolischen Zeit anders waren als ihre Zeitgenossen. Wie ist es aber heute? Ist es immer noch so? Jawohl. Der folgende Artikel wird dies zeigen.
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Ist die Welt von deiner Handlungsweise befremdet? — Sie sollte es sein!Der Wachtturm 1970 | 15. November
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Ist die Welt von deiner Handlungsweise befremdet? — Sie sollte es sein!
„Daß ihr diesen Lauf zu demselben Tiefstand der Ausschweifung nicht mit ihnen fortsetzt, befremdet sie, und sie reden fortgesetzt lästerlich von euch.“ — 1. Petr. 4:4.
1, 2. Wie zeigt die Bibel, daß es töricht wäre, Gott gefallen und gleichzeitig ein Freund der Welt sein zu wollen?
WIE töricht sind doch Christen, die vorgeben, Gott und Christus zu dienen, gleichzeitig aber auch Freunde der Welt sein wollen! Das ist das gleiche, wie wenn man Öl mit Wasser vermischen wollte. Es geht einfach nicht! Warum nicht? Weil, wie der Apostel Johannes sagt, ‘die ganze Welt in der Macht dessen liegt, der böse ist’. — 1. Joh. 5:19.
2 Deshalb haßt uns die Welt auch. Jesus sagte warnend: „Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt.“ Und der Apostel Johannes gibt uns den vortrefflichen Rat: „Liebt nicht die Welt, noch die Dinge in der Welt. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles in der Welt — die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und die auffällige Schaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat — stammt nicht vom Vater, sondern stammt von der Welt. Überdies, die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar.“ — Joh. 15:19; 1. Joh. 2:15-17.
3. Was schrieben Paulus und Jakobus über Personen, die Gott und gleichzeitig auch der Welt gefallen möchten?
3 Es kann auch gar nicht anders sein, denn das Sinnen der Welt ist auf die Dinge des Fleisches gerichtet, und darüber lesen wir: „Das Sinnen des Fleisches [bedeutet] Feindschaft mit Gott, denn es ist dem Gesetz Gottes nicht untertan und kann es in der Tat auch nicht sein. So können denn die, welche mit dem Fleische in Übereinstimmung sind, Gott nicht gefallen.“ Es ist daher nicht verwunderlich, daß Jakobus, der Halbbruder Jesu, schrieb: „Die Form der Anbetung, die vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus rein und unbefleckt ist, ist diese: ... sich selbst von der Welt ohne Flecken zu bewahren“, und ferner: „Ihr Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar.“ — Röm. 8:7, 8; Jak. 1:27; 4:4.
4, 5. Welche Handlungsweise verfolgt die Welt, wie das aus der Bibel und aus den Tatsachen ersichtlich ist?
4 Da diese Welt in der Macht Satans, des Teufels, liegt, sollte es uns nicht wundern, daß sie so schlecht ist und der Beschreibung des Apostels Paulus in Epheser 4:17-19 so gut entspricht: „... daß ihr nicht mehr so weiterwandelt, wie auch die Nationen in der Nutzlosigkeit ihres Sinnes wandeln, während sie wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Gefühllosigkeit ihrer Herzen in geistiger Finsternis und dem Leben, das Gott gehört, entfremdet sind. Da sie jedes sittliche Gefühl verloren haben, haben sie sich einem zügellosen Wandel hingegeben, um mit Gier jede Art Unreinheit zu treiben.“ Welch deutliche Sprache! Denken wir auch daran, daß diese Worte für die heutige Welt ganz besonders zutreffen, wie dies aus der Prophezeiung in 2. Timotheus 3:1-5 hervorgeht.
5 Ja, der allgemeine Sittenverfall tritt überall zutage. Filme, Fernsehprogramme, Bühnenstücke, Romane, Zeitungen und bekannte Zeitschriften bieten Schmutz und Schund feil und appellieren an die niedrigen Triebe der Menschen. Filme, die von schlüpfrigen Szenen und obszönen Handlungen strotzen, werden als „nur für Erwachsene“ oder als „für Jugendliche ungeeignet“ angekündigt; doch die Kinos sind voll von Jugendlichen und Erwachsenen, die sich an diesen schamlosen Szenen ergötzen. Es ist daher nicht zu verwundern, daß sich die Geschlechtskrankheiten seuchenartig ausbreiten und die Zahl der unehelichen Geburten so gewaltig ansteigt. Früher konnte man sich nur auf Umwegen schmutzige, obszöne und pornographische Unterhaltung oder Lektüre verschaffen. Heute ist es umgekehrt; heute wird man von allen Seiten damit bombardiert, und jemand, der eine anständige, gute und auferbauende Unterhaltung oder Lektüre wünscht, muß sehr wählerisch sein und aufpassen, daß er nicht ungewollt Herz und Sinn befleckt. Die Schlager drehen sich je länger, je mehr um ein und dasselbe Thema; ihr Inhalt ist anzüglich und erotisch. Auch die Tanzmusik und die Damenmode weisen diese Tendenz auf. Die Welt verehrt wiederum den Sex, und dieser moderne Phalluskult ist, obwohl er nicht im Namen der Religion getrieben wird, eine Form des Götzendienstes, der Habsucht. — Kol. 3:5.
6. Warum passen sich so viele Menschen der heutigen Welt an, und wer ist deren Druck ganz besonders ausgesetzt?
6 Warum passen sich so viele Menschen dieser alten, von Satan, dem Teufel, beherrschten Welt an, obwohl sie moralisch so verderbt, so hoffnungslos bedrängt und zum Untergang verurteilt ist? Warum möchte jedermann bei jedermann angesehen sein? Warum fürchten sich so viele davor, anders zu sein und dadurch aufzufallen, besonders wenn es um Grundsätze geht? Warum geraten sie in den Fallstrick der Menschenfurcht? (Spr. 29:25) Weil sie für die Verhaltensvorschriften, die sie sich selbst aufgestellt haben, keine sichere Grundlage haben und in geistiger, seelischer, moralischer, religiöser und weltanschaulicher Hinsicht unsicher und im ungewissen sind. Da sie Gottes Wort als Autorität verworfen haben, gleichen sie Unmündigen, „die wie von Wellen umhergeworfen und von jedem Wind der Lehre hierhin und dorthin getrieben werden durch das Trugspiel der Menschen, durch List im Ersinnen von Irrtum“. (Eph. 4:14) Vor allem junge Menschen laufen Gefahr, durch den trügerischen Wunsch, allgemein beliebt zu sein und von allen verstanden, geachtet und anerkannt zu werden, der Menschenfurcht zum Opfer zu fallen. Wegen ihrer Unreife schrecken sie vor dem Gedanken, anders zu sein als ihre Schulkameraden, zurück, ja manchmal lehnen sie sich sogar gegen diesen Gedanken auf. Sie fürchten sich davor, als „komischer Kauz“ bezeichnet zu werden.
7. Womit müssen wir uns abfinden, wenn wir Jehova treu bleiben möchten?
7 Angesichts der gegenwärtigen Sachlage sollten wir jedoch stolz darauf sein, daß wir offensichtlich anders sind als die Welt. Wir müssen uns damit abfinden, daß dem so ist, sonst können wir Jehova nicht treu sein, sondern werden ein Opfer der Unzufriedenheit und Enttäuschung oder geraten in den Fallstrick der Menschenfurcht. Wir müssen die warnenden Worte Jesu im Sinn behalten: „Wehe, wenn alle Menschen wohl von euch reden, denn desgleichen taten ihre Vorväter den falschen Propheten.“ (Luk. 6:26) Wir sollten, ja müssen statt dessen den Wunsch haben, den Aposteln zu gleichen, über die wir lesen, daß sie, nachdem sie öffentlich geschmäht und ausgepeitscht worden waren „voll Freude [ihres Weges gingen], weil sie gewürdigt worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen“. Ja, wir sollten uns darüber freuen, daß wir anders sind als die Welt, und sollten darauf stolz sein, daß unsere Handlungsweise sie befremdet, ihr rätselhaft ist und daß sie uns nicht verstehen kann und denkt, wir seien lauter Toren — wie der Apostel Paulus „Toren um Christi willen“. — Apg. 5:41; 1. Kor. 4:10.
DEIN GLAUBE AN JEHOVA BEFREMDET SIE
8, 9. Was an unseren Ansichten über die Grundlage unseres Glaubens und an unserem Namen befremdet die Welt?
8 Deine Handlungsweise befremdet die Welt, wenn du als ein vortrefflicher Diener der guten Botschaft Jünger machst. Die Welt kann es einfach nicht fassen, daß du die Bibel der sogenannten, weltlichen Erkenntnis vorziehst, wie der Apostel Paulus es gemäß 1. Timotheus 6:20 empfiehlt. Sie hält dich für komisch und einfältig, weil du auf dem Standpunkt stehst, daß „es unmöglich ist, daß Gott lügt“, und dafür eintrittst, daß „Gott ... als wahrhaftig erfunden [werde], wenn auch jeder Mensch als Lügner erfunden würde“. Du kannst hören, wie die Leute ungläubig sagen: „Wollen Sie damit sagen, daß Sie tatsächlich an die Bibel glauben? An alles, was darin steht? Wie können Sie nur? Wie altmodisch! Wie naiv!“ — Hebr. 6:18; Röm. 3:4.
9 Ferner befremdet deine Handlungsweise die Welt, wenn du den Namen Jehovas annimmst und dich als Zeuge Jehovas bekennst. Die Welt findet diesen Namen eigentümlich. Sie spottet über den Gott der Hebräischen Schriften und spricht von Jehova als von einem blutdürstigen Kriegsgott, dem Stammesgott der Juden. Dein Name war jedoch nie ein Spottname wie die Namen verschiedener Religionsgemeinschaften der Christenheit, zum Beispiel die Bezeichnungen „Lutheraner“, „Methodist“, „Baptist“ und „Quäker“. Nein, sondern Jehova Gott bezeichnete seine Diener selbst so. Wir lesen in Jesaja 43:10-12: „Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova, und mein Knecht, den ich erwählt habe ..., und ich bin Gott.“
10. Was an unserer Form der Anbetung befremdet die Welt?
10 Deine Handlungsweise befremdet die Welt auch, wenn du bei jedem Wetter regelmäßig und gewissenhaft den fünf wöchentlichen Zusammenkünften der Versammlung beiwohnst. Man stempelt dich zu einem religiösen Fanatiker, weil du lieber die dem Bibelstudium gewidmeten Zusammenkünfte besuchst, als an Sportveranstaltungen teilzunehmen oder irgendwelche Vergnügungsstätten aufzusuchen. Die Welt kann nicht verstehen, daß es dir „Spaß“ macht, gewissenhaft den Rat des Apostels zu befolgen, das Zusammenkommen mit anderen Christen nicht zu versäumen. Selbst ihre frömmsten Leute sind der Ansicht, Gott verlange nicht, daß man mehr als einmal in der Woche zusammenkomme! — Hebr. 10:24, 25.
11, 12. Unsere Beteiligung an welchen theokratischen Tätigkeiten befremdet die Welt?
11 Ferner befremdet es deine weltlichen Bekannten zu sehen, daß du den gleichen verzehrenden Eifer hast wie Jesus. (Joh. 2:17) Da du, um die gute Botschaft zu predigen und Jünger zu machen, an Straßenecken stehst, bei Wind und Wetter von Haus zu Haus gehst und auf die Gefahr hin, auf Ablehnung zu stoßen, bei jeder Gelegenheit Zeugnis ablegst, fragen sie sich, was mit dir wohl geschehen sei. Sie können es einfach nicht verstehen, da sie selbst möglichst wenig — wenn überhaupt etwas — für Gott und Jesus Christus zu tun bereit sind.
12 Vor allem aber befremdet deine Handlungsweise die Welt, wenn du um der guten Botschaft willen buchstäblich alles zurückläßt und deinem Vorbild Jesus Christus folgst, indem du in den Pionier-, Missionar- oder Betheldienst eintrittst. Die Welt kann nicht verstehen, warum du es den Aposteln Jesu gleichtun und Angehörige und Freunde, Haus und Hof sowie finanzielle Sicherheit und eine aussichtsreiche Laufbahn aufgeben solltest, um als christlicher Prediger zu wirken. Sie steht auf dem Standpunkt: Eine Religion zu haben ist gut, aber man sollte es damit nicht allzu ernst nehmen. Gestützt auf das, was Jesus gemäß Markus 10:28-30 zu Petrus sagte, wissen wir jedoch, daß der Vollzeitpredigtdienst die aussichtsreichste Laufbahn ist, die jemand einschlagen kann, da alle, die dies tun, jetzt, in diesem Leben oder in diesem System der Dinge, hundertfach empfangen: Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter, und daß sie die Aussicht haben, in dem kurz bevorstehenden neuen System der Dinge ewig zu leben. Je eifriger du dich am christlichen Predigtdienst beteiligst, desto mehr befremdet deine Handlungsweise die Welt.
DEINE NEUTRALE STELLUNG BEFREMDET SIE
13, 14. Welche Einstellung der Christen dem Staat gegenüber erscheint vielen befremdend?
13 Deine Handlungsweise befremdet die Welt ferner, wenn du als Christ der Politik und den Kriegen der Nationen gegenüber neutral bleibst und wenn du den Standpunkt vertrittst, daß das Königreich Christi kein Teil der Welt ist und daß das Bürgertum eines Christen in den Himmeln ist. (Joh. 18:36; Phil. 3:20) Nach der Ansicht der Welt sollten alle gutgesinnten Menschen sich an der Förderung von Bürgerrechtsbewegungen beteiligen und die besten Politiker, Parteien und Parteiprogramme unterstützen, vor allem aber die Vereinten Nationen als des Menschen einzige Hoffnung auf ewigen Frieden. Da sich die Geistlichkeit — sowohl die der Christenheit als auch die der heidnischen Welt — intensiv an der Politik beteiligt, kann die Welt nicht verstehen, warum du dies nicht auch tust.
14 Deine Handlungsweise befremdet die Welt ferner, wenn du dich nicht als Patriot bekennst, wenn du die Landesfahne nicht grüßt und nicht aufstehst, wenn die Nationalhymne gespielt wird. Man mag dir irgendwelche hinterhältige Beweggründe unterschieben, wenn du durch deine Handlungsweise dazu beiträgst, daß Schwerter zu Pflugmessern und Speere zu Winzermessern geschmiedet werden, und wenn du dich weigerst, eine Uniform anzuziehen und hinzugehen und deine Mitmenschen zu töten. Man mag dich fragen: „Was würde geschehen, wenn jedermann so denken und handeln würde wie Sie?“ Nun, wenn jedermann so denken und handeln würde, dann gäbe es keinen Krieg mehr, und das wäre doch bestimmt etwas sehr Erfreuliches! — Jes. 2:4.
DEINE TREUE ZU BIBLISCHEN GRUNDSÄTZEN BEFREMDET SIE
15. Was an den Christen in den Tagen des Petrus befremdete die Welt?
15 Auch dein Wandel befremdet die Welt, sofern du dich an christliche Grundsätze hältst. Der Apostel Petrus schrieb an damalige Christen: „Denn es ist genug, daß ihr in der vergangenen Zeit den Willen der Nationen vollbracht habt, als ihr in Zügellosigkeiten dahinlebtet, in Lüsten, übermäßigem Weingenuß, Schwelgereien, Trinkgelagen und gesetzwidrigen Götzendienereien. Daß ihr diesen Lauf zu demselben Tiefstand der Ausschweifung nicht mit ihnen fortsetzt, befremdet sie, und sie reden fortgesetzt lästerlich von euch.“ (1. Petr. 4:3, 4) Da die Welt moralisch ebenso tief gesunken ist wie die vorsintflutliche Welt und wie die Bewohner der alten Städte Sodom und Gomorra, kann sie nicht verstehen, warum du dich an den weisen Rat hältst: „Hurerei und jede Art Unreinheit oder Habgier sollen unter euch nicht einmal erwähnt werden, wie es sich für Heilige geziemt, auch kein schändliches Benehmen, noch törichtes Reden, noch unzüchtige Späße, Dinge, die sich nicht schicken, sondern vielmehr Danksagung.“ — Eph. 5:3, 4.
16, 17. (a) Wodurch unterscheiden sich Jehovas Diener von der Welt, was Ehrlichkeit am Arbeitsplatz betrifft? (b) Wie unterscheiden sie sich, wenn es darum geht, dem Cäsar zu geben, was ihm zusteht?
16 Es befremdet die Welt ferner, wenn sie sieht, daß du dich im Berufsleben, zum Beispiel in deinem Verhältnis zu deinem Arbeitgeber, an biblische Grundsätze hältst. In der Welt ist man der Ansicht, man sollte für sein Gehalt oder seinen Lohn ein Minimum an Arbeit leisten, man sollte sich beim Arbeiten Zeit lassen, lange Kaffeepausen einlegen und möglichst wenig Verantwortung übernehmen. Man begreift nicht, daß Christen den Rat in Kolosser 3:22, 23 befolgen und an allem, was ihnen aufgetragen wird, mit ganzer Seele arbeiten sollten. Man macht sich sogar nichts daraus, seinen Arbeitgeber zu bestehlen. In einer Autoverleih-Agentur auf einem bekannten New Yorker Flughafen zum Beispiel beobachtete man, daß ständig große Mengen Benzin fehlten. Man brachte daher in einem Versteck eine Fernsehkamera an, um zu ermitteln, wer das Benzin stehle. Man stellte fest, daß 18 von 20 Angestellten ihren Eigenbedarf mit dem Benzin der Firma deckten. Bis auf zwei wurden daher alle entlassen. Die Geschäftsführung fragte die beiden verwundert, warum sie nicht auch von dem Benzin der Firma genommen hätten. Sie erklärten: „Wir sind Zeugen Jehovas!“ Einem der beiden wurde die Stelle eines Geschäftsführers in der Firma angeboten, aber er lehnte ab. Das befremdete seine Arbeitgeber wiederum. Das Predigen der guten Botschaft vom Königreich, wodurch andere zu Jüngern gemacht werden, ließ ihm nicht genügend Zeit und Kraft, um den Posten eines Geschäftsführers auszufüllen. Bestimmt befremdete es auch die 18 Angestellten, die sich des Benzins der Firma bedient hatten, daß die Zeugen ihrem Beispiel nicht gefolgt waren. Tue heute, was recht ist, und die Leute wundern sich über dich!
17 Es befremdet die Welt ferner, wenn du dem Gesetz des Landes gehorchst, wenn du „des Cäsars Dinge dem Cäsar“ zurückgibst, wie wir es in Matthäus 22:21 lesen. In der Welt erlaubt man sich der Regierung gegenüber, zum Beispiel in Verbindung mit dem Zahlen von Steuern, den Verkehrsvorschriften usw., alles mögliche und glaubt, ungestraft davonzukommen. Daß Jehovas Zeugen dies nicht tun, überrascht die Welt. Zwei Inspektoren der New Yorker Stadtverwaltung, die im Frühling 1967 das Bethelheim in Brooklyn besichtigten, waren zum Beispiel höchst erstaunt über das, was sie vorfanden. Sie sagten, ihre Vorgesetzten würden ihnen nicht glauben, wenn sie einen solch guten Bericht abgäben, und tatsächlich erschienen am folgenden Tag ihre Vorgesetzten, um sich selbst davon zu überzeugen, wie gewissenhaft die Verantwortlichen des Bethelheims in Brooklyn auf Sicherheit, Reinlichkeit und Verhütung von Brandgefahren bedacht sind. Sie hatten nichts zu beanstanden und hörten dem Zeugnis derer, die sie herumgeführt hatten, aufmerksam zu.
18, 19. Welche Einstellung eines Christen den materiellen Dingen gegenüber befremdet viele?
18 Die Welt besteht aus Materialisten. Diese Materialisten schätzen nur das, was sie festhalten und mit den äußeren Sinnen genießen können. Es befremdet sie, daß du nicht materialistisch eingestellt bist, sondern daß du dich an die Worte Jesu hältst, nach denen man sich nicht Schätze auf der Erde aufhäufen sollte, wo Motten und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen, sondern sich unvergängliche Schätze im Himmel aufhäufen sollte. Es befremdet sie, daß du zuerst das Königreich Gottes und Gottes Gerechtigkeit suchst. Sie können nicht verstehen, wie wir etwas, was für sie gar nicht existiert, in unserem Leben an die erste Stelle setzen können: Jehovas himmlisches Königreich unter dem seit 1914 regierenden König Christus. — Matth. 6:33; Offb. 11:15-18.
19 Die Welt ist darauf bedacht, in dem Wettrennen um Geld, Ehre und Ansehen voranzukommen, und jeder möchte mit seinem Nachbar Schritt halten. Es befremdet die Welt, wenn sie sieht, daß du den weisen Rat beachtest: „Gewiß ist sie ein Mittel zu großem Gewinn, diese Gottergebenheit zusammen mit Selbstgenügsamkeit. Denn wir haben nichts in die Welt hineingebracht und können auch nichts mit hinaustragen. Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, so werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein.“ Ja es befremdet sie, daß wir so uneigennützig sind. Ist die „Geldliebe“, die doch „eine Wurzel aller Arten schädigender Dinge“ ist, aber nicht etwas höchst Unvernünftiges? — 1. Tim. 6:6-10.
20. Welches Verhältnis unter den Christen kann die Welt nicht verstehen?
20 Da die Welt im allgemeinen — jeder einzelne und jede Familie — nur auf ihre eigenen Interessen bedacht ist, befremdet es sie, daß Christen Liebe, und zwar die selbstlose oder agápe-Liebe, bekunden. Sie findet es merkwürdig, daß du dich an die Worte des Apostels Paulus hältst, gemäß denen die Liebe nicht nach ihren eigenen Interessen ausblickt, Böses nicht nachträgt, sondern alles erträgt, alles hofft und alles erduldet. Sie kann nicht verstehen, daß Christen ‘nicht nur ihre eigenen Dinge im persönlichen Interesse im Auge behalten, sondern im persönlichen Interesse auch die der anderen’ und daß sie die gleiche Liebe haben, die Jesus seinen Nachfolgern gegenüber bekundete. — Joh. 13:34, 35; Phil. 2:4.
DIE CHRISTLICHE JUGEND BEFREMDET SIE
21. Für wen ist es heute besonders schwer, anders zu sein als ihre Umgebung, und warum?
21 Am meisten befremdet aber ihr jugendlichen Christen durch eure Handlungsweise die weltliche Jugend, und es kann auch gesagt werden, daß junge Christen heute einen sehr schweren Stand haben, denn die heutige Jugend geht im Rebellieren und im Verüben von Gewalttaten und Verbrechen führend voran. Wie vorhergesagt, ist sie „den Eltern ungehorsam“. Sie verlacht, verspottet und verhöhnt euch junge Christen daher, weil ihr Vater und Mutter ehrt, ältere Angehörige achtet und euren Eltern in der Gemeinschaft mit dem Herrn in allem gehorsam seid. Es setzt eurerseits, ihr christlichen Jungen, Mut voraus, die Haarmode eurer Schulkameraden nicht mitzumachen, und es setzt auch eurerseits, ihr christlichen Mädchen, Mut voraus, nicht Miniröcke zu tragen wie eure Mitschülerinnen. — 2. Tim. 3:2; Eph. 6:1-3; Kol. 3:20.
22, 23. Wie wird Treue zur reinen Anbetung mitunter belohnt?
22 Es mag eure Kameraden befremden, daß ihr so vieles nicht mitmacht: Ihr geht nicht mit zu Geburtstagsfeiern und feiert weder Weihnachten noch irgendein anderes babylonisches Fest, ihr grüßt die Landesfahne nicht und singt keine Vaterlandslieder. Ihr mögt überrascht sein zu erfahren, was die Standhaftigkeit jugendlicher Christen mitunter bewirken kann. Vor kurzem wurde einer von ihnen, ein Musterschüler, der sich geweigert hatte, solche religiösen und patriotischen Lieder zu singen, von seinem Lehrer gebeten, ein Lied, das er gern singe, in die Schule mitzubringen. Er nahm das Liederbuch „Singt und spielt dabei Jehova in euren Herzen“ mit und schlug sein Lieblingslied auf, Nummer 109: „Hier bin ich! Sende mich.“ Der Lehrer ließ es vervielfältigen, und die ganze Klasse mußte es lernen und es bei einem Schulfest singen, und der Lehrer erklärte sogar, daß es das Lieblingslied des Jungen sei. Es war ein wunderbares Zeugnis, denn dieses Lied legt in vortrefflichen Worten das Vorhaben Jehovas dar.
23 Macht euch also nichts daraus, ihr jugendlichen Christen, wenn eure Mitschüler euch verhöhnen und verspotten oder euch ignorieren, weil ihr keine Zeit und auch keine Lust habt, in eurer Freizeit mit ihnen Sport zu treiben oder mit ihnen an Parties und Ausflügen teilzunehmen! Ihr könnt euch mit solchen Dingen einfach nicht abgeben! Ihr strebt ein weit vernünftigeres Ziel an als sie! Arbeitet jetzt schon darauf hin, indem ihr euch dem persönlichen Studium widmet, den Zusammenkünften beiwohnt und euch am öffentlichen Predigtdienst beteiligt. Nehmt am Ferienpionierdienst teil! Das wird für euch nicht nur ein Schutz sein, sondern euch auch unzählige Segnungen einbringen.
24. Welchen weisen Rat, der die Notwendigkeit, anders zu sein, betont, gibt der Apostel Paulus den Christen?
24 Angesichts dieser Tatsachen ist es bestimmt angebracht, den weisen biblischen Rat zu beachten: „Laßt euch von niemand mit leeren Worten betrügen, denn ... der Zorn Gottes [kommt] über die Söhne des Ungehorsams. Werdet daher nicht ihre Mitgenossen; denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in Verbindung mit dem Herrn. Fahrt fort, als Kinder des Lichts zu wandeln, denn die Frucht des Lichts besteht aus jeder Art von Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Vergewissert euch fortwährend dessen, was beim Herrn annehmbar ist, und habt nicht mehr mit ihnen teil an den unfruchtbaren Werken, die zur Finsternis gehören, sondern tadelt diese vielmehr. So wacht denn streng darüber, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise, indem ihr die gelegene Zeit für euch selbst auskauft, weil die Tage böse sind. ... nehmt weiterhin wahr, was der Wille Jehovas ist.“ — Eph. 5:6-11, 15-17.
25. Wie haben Jehovas Diener jederzeit, von den Tagen Abels an bis heute, gehandelt, und wann werden sie deswegen gerechtfertigt dastehen und dafür belohnt werden?
25 Gottes Wort berichtet davon, wie Jehovas treue Diener von Abel bis zu den Aposteln Christi offensichtlich anders waren als die Welt. Sie wurden von der Welt nicht verstanden. Ihre Handlungsweise befremdete die Welt, denn sie widmeten sich der reinen Anbetung Jehovas, sie hielten sich von der Welt getrennt und führten ein Leben, das mit den gerechten Grundsätzen Jehovas übereinstimmte. Ist die Welt von deiner Handlungsweise befremdet? Sie sollte es sein, und sie wird es auch sein, wenn du diese treuen Diener Jehovas nachahmst und mutig genug bist, dich dem gegenwärtigen System der Dinge nicht anzupassen. Die Welt sagt, Gott sei tot, und sie handelt auch dementsprechend. Sie wird aber bald, in der herannahenden „großen Drangsal“, in der „der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams“ kommt, feststellen müssen, daß Jehova Gott alles andere als tot ist, daß er lebt und daß er der allmächtige Souverän des ganzen Universums ist. (Offb. 7:14) Dann wird es sich auch zeigen, daß Jehovas Diener, die anders gehandelt haben als die Welt, richtig gehandelt haben, und sie werden dafür belohnt werden.
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Wo geistige Speise zu finden istDer Wachtturm 1970 | 15. November
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Wo geistige Speise zu finden ist
EINE Zeugin Jehovas aus Portland (Oregon) erlebte mit einer Frau, die das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt entgegengenommen hatte, folgendes: Die Frau war einverstanden, die Bibel zu studieren. Nach einiger Zeit wünschte sie, zweimal in der Woche zu studieren. Im Laufe des Studiums sagte die Frau zu der Zeugin Jehovas einmal: „Ich bin allmählich davon überzeugt, daß dies die Wahrheit ist, denn dies ist die erste Religionsgemeinschaft, die ich kennengelernt habe, die einem nicht auf die Schulter klopft und sagt: ‚Sie tun ja bereits Ihr möglichstes.‘ Ich habe genug in der Bibel gelesen, um zu wissen, daß das wahre Christentum ein beschwerlicher Lebensweg ist, auf dem man vielen Prüfungen und Erprobungen ausgesetzt ist.“
Nach einiger Zeit begann diese Frau, die Zusammenkünfte im Königreichssaal zu besuchen. Sie sagte danach: „Ich habe schon immer gewußt, daß es in den heutigen Kirchen so viel Prunk und so viele Zeremonien gibt, daß sie keine Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Christentum mehr haben.“ Ja, die Einfachheit der Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas beeindruckte sie sehr.
Mit der Zeit wollte jedoch ihr Mann nicht mehr zulassen, daß sie die Zusammenkünfte der Zeugen besuchte. Er versprach ihr, mit ihr und den Kindern in die Kirche gehen zu wollen, wenn sie nicht mehr zu den Zeugen gehe. Die Frau war einverstanden. Aber schon nach zwei Wochen rief sie die Zeugin an und weinte. Sie sagte: „Ich ging in die Kirche, um Speise zu erhalten, und man gab mir lediglich Brosamen. Ihre Religion schreit: ‚Wahrheit, Wahrheit‘, denn als ich mit Ihnen die Bibel studierte, wurde ich zum erstenmal in meinem Leben wegen der Religion verfolgt. Ich fühlte mich aber nie so hungrig, wenn ich nach Hause kam wie jetzt.“ — 2. Tim. 3:12; 4:1-4.
Sie begann, wieder die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas zu besuchen, und spricht jetzt auch mit anderen über das, was sie lernt. Sie freut sich, dort zu sein, wo geistige Speise zu finden ist.
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