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Was tust du mit deinem Leben?Der Wachtturm 1973 | 15. November
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„Das Leuchten der Augen erfreut das Herz.“ (Spr. 15:30) Deine Freunde stellen fest, daß sich dein Gesichtsausdruck verändert hat. Deine Gesundheit wird sogar günstig beeinflußt, denn Ärzte stimmen den Sprüchen zu: „Ein gelassenes Herz ist das Leben des fleischlichen Organismus.“ Und: „Ein Herz, das freudig ist, tut Gutes als Heiler.“ (Spr. 14:30; 17:22) Selbst in Schwierigkeiten bist du nicht von der hoffnungslosen Traurigkeit erfüllt, von der die Welt im allgemeinen erfüllt ist. (Vergleiche 1. Thessalonicher 4:13.) Jehovas Zeugen finden als Diener Gottes die Worte bestätigt: „Wer guten Herzens ist, hält beständig Festmahl.“ (Spr. 15:15) Etwa dreimal im Jahr erleben sie in Verbindung mit ihren Kongressen eine besonders schöne Zeit, ein „Festmahl“, das ihnen Gelegenheit gibt, biblische Erkenntnis in sich aufzunehmen, sich einer guten Gesellschaft zu erfreuen und zu reisen.
28. Erkläre Sprüche 19:17: „Wer dem Geringen Gunst erweist, leiht Jehova, und Er wird ihm sein Tun vergelten.“
28 Du kommst in der Christenversammlung mit vielen Menschen zusammen, die geistige „Brüder“ und „Schwestern“ sind. Der Apostel Paulus sagte, es gäbe unter ihnen „nicht viele, die dem Fleische nach Weise sind, ... nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Geburt“. (1. Kor. 1:26-29) Doch ob reich oder arm, sie sind wie Jesus von Herzen demütig. Du findest in der Welt zudem noch weitere, die über die zunehmende Bedrängnis auf der Erde traurig sind. Sie gehören ebenfalls zu den Demütigen oder Geringen. Jehova sieht es, wenn du ihnen Gutes tust. Der weise Sprücheschreiber sagt: „Wer dem Geringen Gunst erweist, leiht Jehova, und Er wird ihm sein Tun vergelten.“ (Spr. 19:17) Der Geringe hat vielleicht nicht die Möglichkeit, es dir irgendwie zu vergelten, aber Jehova fühlt sich verpflichtet, dir das Gute, das du getan hast, zu vergelten, und er tut es reichlich.
29. Worüber sollte man sich in Verbindung mit der Frage: „Was tue ich mit meinem Leben?“ Gedanken machen?
29 Was tust du also mit deinem Leben, oder welches Ziel hoffst du in deinem Leben zu erreichen? Schätzt du dein gegenwärtiges Leben, und bist du bereit, vernünftige Anstrengungen zu machen, um Gottes Vorkehrungen und Voraussetzungen zum Erlangen von ewigem Leben kennenzulernen? Wenn ja, bist du bereit, den richtigen Weg weiterzuverfolgen und deine geistige Gesinnung zu bewahren, indem du die Bibel studierst und dich regelmäßig mit Gottes Dienern versammelst, die die gute Botschaft von seinem Königreich verkündigen? Bist du bereit, dich Jehova Gott hinzugeben und dann ungeteilten Herzens diesem Entschluß entsprechend zu leben? Wenn ja, dann wirst du nicht nur von Jehova Gott und seinem Sohn geliebt werden, sondern auch von allen, die Gott dienen, und sie werden dir helfen, auf dem Pfad, der zu ewigem Leben führt, zu bleiben.
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Hältst du deinen Blick auf das Erbe gerichtet?Der Wachtturm 1973 | 15. November
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Hältst du deinen Blick auf das Erbe gerichtet?
„Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: ‚Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, ererbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.‘“ — Matth. 25:34.
1—3. (a) Warum ist das Erbe, das uns in Aussicht steht, von größerer Bedeutung als Geld oder Besitz? (b) Welches unterschiedliche Erbe steht gemäß der Bibel denen in Aussicht, die Gott dienen?
WEISST du, daß dir ein Erbe in Aussicht steht? Es ist nicht ein Erbe in Form von Geld, das unter Umständen zu Schwierigkeiten Anlaß geben könnte, eine Erbschaft, durch die, wie das oft vorkommt, Verwandte sich verfeinden. Im Gegenteil, bei diesem Erbe sind sich die voraussichtlichen Erben alle gegenseitig behilflich, es vollständig zu bekommen.
2 Die Apostel Jesu Christi sprachen oft von dem Erbe, das den geistigen Brüdern des Sohnes Gottes in Aussicht steht: Miterben Christi im Himmel zu werden. Als solche werden sie mit ihm an seiner Königreichsregierung teilhaben. Ihr Erbe schließt daher die Gabe der Unverweslichkeit und der Unsterblichkeit ein. — 1. Kor. 6:9, 10; 15:50; Eph. 1:14; 1. Petr. 1:4.
3 Es gibt aber noch andere, denen ein Erbe in Aussicht steht. Jesus sprach in einem seiner Gleichnisse von Personen, die seinen geistigen Brüdern, den himmlischen Erben, liebende Güte erweisen würden. Zu diesen gutherzigen Menschen sagte er: „Ererbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.“ Nach seinen Worten würde dies für sie ewiges Leben bedeuten. Sie sollten nicht das gleiche Erbe empfangen wie die himmlischen Erben, sondern sollten unter der Tausendjahrherrschaft des Königreiches Christi in dessen irdischem Herrschaftsgebiet leben. — Matth. 25:34, 46; Offb. 20:4, 6.
4, 5. Welchen Sinn hat das in der Bibel mit „ererbt“ wiedergegebene griechische Wort?
4 Das griechische Wort kleronoméo, das in der Bibel an dieser Stelle mit „ererbt“ wiedergegeben wird, bezieht sich nicht auf etwas, was man nur bekommt, weil man aufgrund eines Verwandtschaftsverhältnisses ein Recht darauf hat, so, wie ein Sohn das Recht auf das väterliche Erbe hat, sondern es bezieht sich auf etwas, was man als Belohnung oder als Gabe für etwas empfängt, was man aufgrund seines Glaubens an die von Jehova durch Jesus Christus getroffene Vorkehrung getan hat.
5 Alle, die sich aufgrund des Opfers Jesu Christi Jehova Gott genaht haben und sich nun bemühen, in Gottergebenheit zu leben, kommen für dieses Erbe in Betracht. Welch wunderbare Aussicht! Es ist ein Erbe, das mit keinem irdischen Erbe, das uns unsere Eltern hinterlassen könnten, zu vergleichen ist.
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6—8. (a) Wie betrachteten gottesfürchtige Männer der alten Zeit dieses Erbe? (b) Wo und wann hofften diese Männer das Erbe zu empfangen?
6 Was würdest du alles auf dich nehmen, um dieses Erbe oder diese Belohnung, das ewige Leben, zu empfangen? Der Apostel Paulus beschreibt, wie treue Männer der alten Zeit dieses Erbe betrachteten, das damals noch Jahrhunderte in der Zukunft lag. Über Abraham schreibt er: „Durch Glauben gehorchte Abraham, ... nach einem Ort auszuziehen, ... ohne zu wissen, wohin er ging. ... Denn er wartete auf die Stadt [das Königreich], die wahre Grundlagen hat, deren Erbauer und Bildner Gott ist.“ „Durch Glauben brachte Abraham ... Isaak so gut wie als Opfer dar.“ — Hebr. 11:8-10, 17.
7 Von einem anderen Mann, der das göttliche Erbe über alles schätzte, sagt Paulus: „Durch Glauben weigerte sich Moses, als er erwachsen war, der Sohn der Tochter Pharaos genannt zu werden, indem er es sich erwählte, eher mit dem Volke Gottes schlecht behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben, ... denn er hielt seinen Blick auf die Belohnung gerichtet.“ — Hebr. 11:23-26.
8 Diese Männer und viele andere waren nicht darauf bedacht, ein irdisches Erbe im gegenwärtigen System der Dinge zu empfangen, sondern strebten eifrig nach einem Erbe in Gottes neuer Ordnung. Paulus sagt: „Alle diese starben ..., ohne die Erfüllung der Verheißungen erhalten zu haben, aber sie sahen sie von ferne und hießen sie willkommen ... Darum schämt sich Gott ihrer nicht, als ihr Gott angerufen zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt [das Königreich] bereitgemacht.“ — Hebr. 11:13-16.
9. Haben Jehovas Zeugen die größere Gewißheit, die Belohnung zu empfangen, als jene gottesfürchtigen Männer der alten Zeit, da Gottes neue Ordnung nun so kurz bevorsteht?
9 Jehovas Zeugen wissen, daß die Möglichkeit besteht, dieses Erbe, die Belohnung, zu empfangen, und sie möchten es alle empfangen. Ja, wir brauchen nicht mehr weit in die Zukunft zu blicken, denn wir stehen an der Schwelle der neuen Ordnung. Besteht aber die Gefahr, daß man das Erbe geringschätzen oder verachten und es deswegen nicht empfangen könnte? Jawohl. Wir müssen ständig darauf achten, daß die Liebe zu diesem Erbe bei uns den richtigen Platz einnimmt, daß sie nicht nur im Kopf ist, sondern auch im Herzen. Damit sich jeder von uns selbst prüfen kann, wollen wir nun einen Bibelbericht betrachten, der die Bedeutung dieses Erbes hervorhebt. Es handelt sich dabei um den Bericht über die Zwillingsbrüder Jakob und Esau.
10. Welches besonders wertvolle Erbe besaß Isaak?
10 Versetzen wir uns in die Zeit, in der die beiden noch klein waren. Sie wurden von ihrem Vater Isaak und ihrer Mutter Rebekka über den verheißenen „Samen“, durch den alle Familien der Erde gesegnet werden sollten, belehrt. (1. Mose 3:15) Beide wußten, daß zu ihrem Großvater Abraham gesagt worden war, der „Same“ würde aus seiner Geschlechtslinie, nämlich durch Isaak, hervorgehen, und sie wußten auch, daß Gottes Segen auf ihrem Vater Isaak ruhte. (1. Mose 21:12; 22:15-18; 25:11; 26:24) Dieses Erbe war von ungeheurer Bedeutung. Isaak war außerdem sehr wohlhabend. Seine Söhne sollten auch seinen Besitz erben, wobei der Erstgeborene zwei Teile erhalten sollte. Doch welcher der beiden würde sich des Erbes — besonders der Verheißung des „Samens“, der aus seiner Geschlechtslinie hervorgehen sollte — als würdig erweisen? Esau, der Erstgeborene, war, vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet, der Begünstigte. — 1. Mose 25:25, 26.
11, 12. Beschreibe die Einstellung, die Jakob und Esau schon in ihrer Jugend hatten.
11 Der Bibelbericht lautet: „Und die Knaben wurden größer, und Esau wurde ein jagdkundiger Mann, ein Mann des Feldes, Jakob aber ein Mann ohne Tadel, der in Zelten wohnte.“ — 1. Mose 25:27.
12 Werfen diese Worte Licht auf die Einstellung der Knaben? Sie lassen erkennen, was im Herzen eines jeden war. Esau war ein kühner Jäger. Er hielt sich draußen auf dem Felde auf und widmete sich der Jägerei. Jakob dagegen kümmerte sich um die Angelegenheiten der Familie. Das hebräische Wort, das hier mit „ohne Tadel“ wiedergegeben wird, bedeutet „einwandfrei“, „unschuldig“, „vollständig“. Jakob, der seine Kraft oder sein Können zwar nicht zur Schau trug, wie Esau es wahrscheinlich tat, war kein Schwächling, denn Jehova sagte später von ihm, er habe „dynamische Kraft“ gehabt. (Hos. 12:3) Jakob schätzte die Bundesverheißung, die Abraham gegeben worden war, über alles, und er wollte um jeden Preis von seinem Vater mehr über die Verheißung erfahren. Er war bemüht, die Interessen der Familie zu wahren, die Gott als Erben ausersehen hatte. Er wollte in der Nähe derer bleiben, die von Gott gesegnet wurden, aber er betrachtete Esau trotzdem als denjenigen, der den Vorrang hatte, da Esau der Erstgeborene war.
13. Wie ließen die beiden später ihre Einstellung zu dem Erbe deutlich erkennen?
13 Später ließen die beiden Söhne ihre Einstellung noch deutlicher erkennen. Wir lesen:
„Einmal kochte Jakob ein Gericht, als Esau vom Felde daherkam und müde war. Da sagte Esau zu Jakob: ‚Geschwind, laß mich bitte etwas von dem Roten verschlingen — dem Roten da, denn ich bin müde!‘ ... Darauf sprach Jakob: ‚Verkaufe mir zuerst dein Erstgeburtsrecht!‘ Und Esau sprach weiter: ‚Siehe, ich gehe hin zu sterben, und von welchem Nutzen ist mir ein Erstgeburtsrecht?‘ Und Jakob fügte hinzu: ‚Schwöre es mir zuerst!‘ Und dann schwor er ihm und verkaufte dem Jakob sein Erstgeburtsrecht. Und Jakob gab Esau Brot und ein Linsengericht, und er begann zu essen und zu trinken, dann stand er auf und ging seines Weges.“ — 1. Mose 25:29-34.
EINE FRAGE DER WERTSCHÄTZUNG
14, 15. Übervorteilte Jakob Esau, als er das Erstgeburtsrecht kaufte, und inwiefern rechtfertigte dieser Handel das Urteil Jehovas?
14 War Jakob selbstsüchtig, und übervorteilte er Esau? Man könnte den Eindruck haben. Überlegen wir aber: Schätzte Esau die wunderbaren Dinge wirklich, die mit seinem Erstgeburtsrecht verbunden waren? Er war noch nicht am Sterben, obwohl er es sagte. Das ist auch daran zu erkennen, daß er nach dem Essen aufstand und seines Weges ging. Die Bibel sagt, daß er „müde war“. Was veranlaßte Esau, so zu handeln? Der Bericht sagt: „So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.“ Der Apostel Paulus bestätigte diese Worte, indem er Esau als einen Menschen bezeichnet, der ‘heilige Dinge nicht wertschätzte’, der „seine Erstgeburtsrechte im Tausch für ein Mahl weggab“. — 1. Mose 25:34; Hebr. 12:16.
15 Das alles beweist, daß Gott, der die Charaktereigenschaften der Knaben voraussah, richtig urteilte, als er vor ihrer Geburt zu ihrer Mutter Rebekka sagte: „Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“ — 1. Mose 25:23; Röm. 9:12.
16. Warum war Jakob berechtigt, von seinem Vater den Segen des Erstgeborenen zu empfangen? Doch warum unternahm er wahrscheinlich nichts, um ihn zu empfangen?
16 Jakob besaß das Erstgeburtsrecht nun in doppelter Hinsicht: durch die Verheißung Gottes und durch das Recht, das er sich käuflich erworben hatte. Doch Isaaks Segen, der dem Erstgeborenen zukommen sollte, hatte er noch nicht. Dennoch handelte Jakob offensichtlich selbstlos, denn er unternahm nichts, um Esau in dieser Hinsicht zuvorzukommen. Er wartete zweifellos auf Jehova. Isaak war inzwischen blind geworden und wußte offenbar nicht genau, was vor sich ging. Rebekka erinnerte sich immer noch an das, was Jehova vor der Geburt der Knaben gesagt hatte, und so handelte sie zweifellos auf seine Veranlassung, als sie Jakob sagte, was er tun solle, um den Segen zu empfangen.
17, 18. Zeige, wieso Rebekka und Jakob nicht unehrlich handelten und daß Jakob den Segen mit der Hilfe Jehovas empfing.
17 Das Vorgehen Rebekkas und Jakobs wird von manchen Bibellesern als Betrug und Unehrlichkeit hingestellt. War es das aber? Wer hatte zu dieser Zeit jedes Recht auf die Stellung des Erstgeborenen? Wer war an dem Erbe interessiert? Warum verheimlichte Esau seinem Vater Isaak, daß Jakob das Erstgeburtsrecht käuflich erworben hatte, und versuchte doch noch, den Segen zu erhalten? Es stimmt zwar, daß Isaak irrtümlicherweise dachte, er segne Esau, als er Jakob segnete. Doch später erkannte er, daß Jakob und Rebekka richtig gehandelt hatten. Er sah, daß Jehova seine Hand mit im Spiel hatte, und so segnete er Jakob erneut, diesmal aber wissentlich, indem er eine Prophezeiung über den „Samen“ äußerte. Dann sandte er Jakob weg, damit er vor dem Zorn seines Bruders Esau sicher sei. Darüber hinaus segnete Gott Jakob, indem er ihm verhieß, daß der „Same“ aus seiner Geschlechtslinie hervorgehen werde. — 1. Mose, Kapitel 27; 28:1-4.
18 Ein weiterer Beweis dafür, daß Jakob keine selbstsüchtigen Interessen verfolgte, ist die Tatsache, daß er von zu Hause wegging und darauf verzichtete, den Familienbesitz zu verwalten, und es deutet auch nichts darauf hin, daß er je seine zwei Teile beansprucht hätte. Es gab für ihn nichts Wertvolleres als das künftige Erbe. Es war ihm daran gelegen, daß Gott den Bund mit der Familie aufrechterhielt. Seine Dankbarkeit gegenüber Jehova und seine Wertschätzung für dessen Verheißung überschatteten jede andere Überlegung.
19. (a) Wie war Jakob vor der Begegnung mit Esau zumute? (b) Welches außergewöhnliche Erlebnis hatte Jakob, bevor er mit Esau zusammentraf?
19 Im Gegensatz zu Esau, dessen Mangel an
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