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  • ‘Ergrimme nicht gegen Jehova’
    Der Wachtturm 1978 | 1. Januar
    • ‘Ergrimme nicht gegen Jehova’

      Manch einer, dem wegen seiner eigenen törichten Handlungsweise oder wegen des Fehlers eines anderen etwas mißlingt, mag geneigt sein, Gott die Schuld zuzuschieben.

      DER Mensch ist geneigt, die Schuld an gewissen Schwierigkeiten von sich abzuwälzen. Oft schreibt er sie Gott zu. Tritt in einer bestimmten Gegend eine Lebensmittelknappheit ein, mögen die Menschen Gott beschuldigen, er lasse sie hungern. Oder einige, für die die Arbeitslosigkeit gewisse Nöte mit sich bringt, fragen vielleicht: „Warum läßt Gott uns leiden?“ Ist aber wirklich Gott daran schuld?

      In Wirklichkeit bringt Gott keine derartigen Schwierigkeiten über die Menschen, und er ist auch nicht parteiisch, „da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen“ läßt (Matth. 5:45). Die Nöte, unter denen die Menschen heute zu leiden haben, sind darauf zurückzuführen, daß wir alle unvollkommen sind und in einer unvollkommenen, von Menschen geschaffenen Ordnung leben, die größtenteils auf selbstsüchtigen Grundsätzen beruht. Überdies mag jemand allein schon aufgrund eigener unvernünftiger Handlungen in Schwierigkeiten kommen.

      Meistens zögern Menschen, eigene Fehler einzugestehen oder zuzugeben, daß das von Menschen geschaffene System der Dinge als Ganzes verdreht und für das Unheil in der Welt verantwortlich ist (2. Kor. 4:4; Eph. 2:2, 3). Es verhält sich so, wie die Bibel sagt: „Die Torheit eines Erdenmenschen ist es, die seinen Weg verdreht, und so ergrimmt sein Herz gegen Jehova selbst“ (Spr. 19:3). Oder wie es in einer anderen Übersetzung heißt: „Eines Menschen Unwissenheit bringt seine Angelegenheiten durcheinander, und er wird über Jehova wütend“ (Byington).

      Eine solche Handlungsweise ist gefährlich. Adam, unser Urvater, hinterließ uns ein warnendes Beispiel. Er genoß ursprünglich viele Segnungen und großen Frieden, er war körperlich vollkommen und hatte eine schöne Wohnstätte, einen prächtigen Garten (1. Mose 2:7-9). Er liebte, was Gott ihm gegeben hatte, doch er war seinem Schöpfer nicht dankbar und gab dem Quell seiner Gaben nicht die Ehre für alles, was er ihm in so reichlichem Maße bereitet hatte. Als eine Schwierigkeit auftrat, war er schnell dabei, Gott die Schuld zu geben. Er rechtfertigte seinen Ungehorsam, indem er zu Gott sagte: „Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir Frucht von dem Baum, und da aß ich.“ Er entschuldigte sich praktisch dafür, daß er Gott gegenüber nicht loyal war und seine Stellung als Haupt nicht nutzte, indem er Gott beschuldigte, ihm eine schlechte Frau gegeben zu haben (1. Mose 3:12).

      So wurde Adams „Weg“ durch sein selbstsüchtiges Denken und Handeln „verdreht“. Er wandte sich in seinem Herzen von Jehova ab. Er begann, unabhängig zu handeln, wurde ein Feind Gottes und „zerstörte“ seinen eigenen Weg und den seiner Nachkommen (Spr. 19:3, Bruns). Ja, da Sünde und Unvollkommenheit herrschen und jeder seinen Weg der Unabhängigkeit geht, weiß keiner, was mit ihm geschehen mag, denn „Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle“ (Pred. 9:11).

      Wer glaubt, Gott sei für unerwünschte Verhältnisse verantwortlich, könnte sich daher fragen: Gebe ich Gott die Ehre für das Gute, was ich habe? Habe ich meinen Wohlstand, als es mir gutging, ihm zugeschrieben, oder habe ich mir die Ehre dafür gegeben? Bin ich ihm dankbar dafür, daß ich als eines seiner Geschöpfe am Leben bin? Und verdiene ich seine Gunst und seinen Beistand, indem ich seine Grundsätze, die in der Bibel zu finden sind, beachte?

      DIE VORGEBEN, GOTT ZU DIENEN

      Die religiösen Führer der Juden im ersten Jahrhundert sind ein Beispiel dafür, was geschieht, wenn Personen, die behaupten, Gott zu dienen, sein Wort der Wahrheit mißachten und sich auf ihren eigenen Verstand stützen (Matth. 15:8, 9). Sie verdrehten ihren Weg, und ‘ihr Herz ergrimmte tatsächlich gegen Jehova’. (Vergleiche Apostelgeschichte 5:34, 38, 39.) Weil Jesus Christus durch seine Worte ihr verkehrtes Denken bloßstellte, brachten sie ihn um. Später waren sie über Jesu Jünger äußerst erzürnt, weil die Jünger ihnen die Wahrheit aus Gottes Wort zeigten (Apg. 7:54-60).

      Traurigerweise muß gesagt werden, daß auch einige Personen in der Christenversammlung eine verkehrte Einstellung entwickeln können und Gott für die Schwierigkeiten verantwortlich machen mögen, denen sie begegnen. Wenn jemandem etwas mißlingt, weil es ihm an Weisheit mangelt oder aufgrund der Unvollkommenheit oder zufolge des Fehlers eines anderen, mag er Gott die Schuld dafür geben. Zum Beispiel mag sich jemand aufgrund dessen, was ein Bruder in der Versammlung gesagt oder getan hat, beleidigt fühlen. Der Gekränkte sagt sich vielleicht: „Solange er in der Versammlung ist, werde ich nicht mehr in die Zusammenkünfte kommen.“ Oder: „Wenn Gott solche Dinge zuläßt, möchte ich nicht in der Versammlung sein.“ Vielleicht beklagt er sich mit den Worten: „Wenn das ein Beispiel dafür ist, was die Wahrheit aus einem Menschen macht, möchte ich nichts mehr damit zu tun haben.“

      Ist das vernünftiges, nüchternes Denken? Wie widersinnig, zu sagen, die Wahrheit mache aus jemandem einen schlechten Menschen! Und warum sollte man seinen Zorn an der Versammlung und damit an Gott auslassen, wenn man sich persönlich beleidigt fühlt? Warum sollte jemand, der sich als Christ ausgibt, zulassen, daß jemand anders oder gewisse Umstände sein gutes Verhältnis zu Gott zerstören?

      Wer solche voreiligen Worte äußert, ergrimmt eigentlich „gegen Jehova“. Ist so etwas vernünftig? Nein. Wer zuläßt, daß jemand oder ein Vorfall in der Versammlung sein Mißfallen erregt oder bewirkt, daß er sich verletzt fühlt, gebraucht sein Wahrnehmungsvermögen nicht richtig und „verdreht“ in Wirklichkeit „seinen Weg“ (Hebr. 5:14). Er würde sonst keine unvernünftige, illoyale Einstellung gegenüber Jehova, dem Eigentümer der wahren Christenversammlung, einnehmen (Ps. 119:165).

      Die Gefahr für einen Christen besteht darin, daß eine solche Einstellung in seinem Innern Wurzel schlägt. Sie kann sich tief in ihm festsetzen und sein HERZ beeinflussen. Ein Christ wird Jehova kaum unmittelbar beschuldigen. Doch in seinem Herzen mag er mit Gott hadern und denken, sein Zorn sei gerechtfertigt, weshalb ihn sein Herz dazu verführt, gegen Jehova zu ergrimmen. Jeder erlebt hin und wieder etwas, worüber er sich aufregt. Er ist vielleicht mitunter auch niedergeschlagen, enttäuscht oder sogar verärgert. Doch er sollte auf die Warnungszeichen achten und schriftgemäß an das Problem herantreten (Eph. 4:26). Er sollte sich bemühen, das Problem sogleich zu lösen, nötigenfalls mit Hilfe der Ältesten in der Versammlung. Selbst wenn es nicht zu seiner Zufriedenheit gelöst wird, sollte er sich durch seine Gefühle nicht zu törichtem Handeln verleiten lassen. Er sollte darauf achten, daß sein Weg in der Wahrheit nicht „verdreht“ wird. Sonst würde sein Verhältnis zu Gott Schaden erleiden, seine Vision würde getrübt werden, und sein Herz würde ‘gegen Jehova ergrimmen’.

      Angesichts dieser Gefahr gibt die Bibel den Rat: „Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens“ (Spr. 4:23). Wenn wir besonnen bleiben und unseren Weg nicht durch unvernünftiges Handeln oder törichtes Denken verdrehen, werden wir unser Gleichgewicht bewahren können (1. Petr. 1:13). Wir werden Jehova dann nicht beschuldigen, sondern ihn als einen liebenden Gott, der sich um uns kümmert, anrufen. Er wird uns Verständnis verleihen und uns auf einem geraden, sicheren Pfad leiten (Spr. 3:5, 6).

  • Fragen von Lesern
    Der Wachtturm 1978 | 1. Januar
    • Fragen von Lesern

      ● Mein ungläubiger Mann hat zugegeben, daß er eine andere Frau hat. Ist sein Eingeständnis ein ausreichender Grund für eine schriftgemäße Scheidung?

      In einigen Fällen läge ein schriftgemäßer Grund für eine Scheidung vor, wenn der ungläubige Ehepartner eines Christen zugibt, unsittlich gehandelt zu haben, wodurch der Christ frei wäre, wieder zu heiraten, falls er dies wünscht.

      Gemäß dem Gesetz, das Jehova Gott der Nation Israel gegeben hatte, war eine Scheidung aus mehreren Gründen möglich (5. Mose 24:1, 2). Unter anderem zählten Ehebruch, Homosexualität und Bestialität als Gründe für die Auflösung einer Ehe; der Schuldige sollte hingerichtet werden (5. Mose 22:22-24; 3. Mose 18:22, 23). Doch im mosaischen Gesetz war diesbezüglich folgende wichtige Voraussetzung festgelegt worden: „Auf die Aussage von zwei oder von drei Zeugen sollte, wer sterben muß, zu Tode gebracht werden. Er wird nicht auf die Aussage eines einzigen Zeugen zu Tode gebracht werden“ (5. Mose 17:6; 19:15; 4. Mose 35:30). Da Jehova ‘Gerechtigkeit und Recht liebt’, verlangte er, daß solche Entscheidungen nicht lediglich aufgrund eines Verdachts getroffen wurden, sondern aufgrund von Beweisen, aufgrund von Zeugenaussagen (Ps. 33:5). Diese Forderung galt natürlich ausdrücklich im Falle eines Todesurteils, nicht wenn es darum ging eine Ehe zu scheiden.

      Eine andere Situation, die im Gesetz geregelt wurde, zeigt ebenfalls, wie wichtig ein Beweis war. Was sollte ein Mann tun, wenn er den Verdacht hatte, seine Frau habe Ehebruch begangen, sie dies jedoch leugnete und es keine Zeugen gab? Gottes Wort zeigt einen Schritt für den man sich entscheiden konnte. Es handelte sich dabei jedoch um ein drastisches Vorgehen, das entweder für die Frau im Falle ihrer Schuld oder für den Mann im Falle ihrer Unschuld dauernde Folgen haben konnte. Man konnte sie vor den Priester bringen, wo sie im Rahmen eines vorgeschriebenen Verfahrens besonderes Wasser trinken sollte. Falls sie schuldig war sollte ihr durch eine göttliche Strafe ‘die Hüfte einfallen’, was anscheinend bedeutete, daß ihre Geschlechtsteile verkümmerten und sie nicht mehr empfängnisfähig war (4. Mose 5:12-31). Offensichtlich wurde die ehebrecherische Frau in solchen Fällen, obgleich sie von Gott auf solch außergewöhnliche Weise bestraft wurde, nicht hingerichtet, weil sie die Schuld bestritt und es nicht die geforderten zwei Zeugen gab.

      Wie verhält es sich heute in der Christenversammlung? Ist es möglich, stichhaltige Beweise als Grund für eine schriftgemäße Scheidung zu erhalten?

      Jesus sagte selbst, daß für seine Nachfolger der einzige Ehescheidungsgrund, durch den jemand für eine Wiederverheiratung frei wäre, darin bestehe, daß sein Ehepartner pornéia, schwere geschlechtliche Unsittlichkeit, beginge (Matth. 19:9). Wäre ein ausreichender Grund für eine Scheidung vorhanden, wenn eine christliche Frau nur den Verdacht hätte, daß sich ihr Mann des Ehebruchs schuldig gemacht habe? Nein, denn auch in den Christlichen Griechischen Schriften wird der Grundsatz herausgestellt, daß eine Sache durch zwei oder drei Zeugen bestätigt werden soll, was ein vernünftiges Rechtsprinzip ist (Joh. 8:17, 18; 1. Tim. 5:19; Hebr. 10:28). Wenn daher eine Frau ihren Mann nur des Ehebruchs verdächtigt, er jedoch seine Schuld bestreitet und es keine zwei Zeugen gibt, die seine Schuld bestätigen, könnte sie vor der Christenversammlung nicht ausreichend beweisen, daß sie berechtigt ist, sich von ihm scheiden zu lassen, und frei wäre, wieder zu heiraten.

      Manchmal gibt der ungläubige Ehepartner indes zu, unsittlich gehandelt zu haben. Vielleicht brüstet er sich sogar damit, um seine Frau zu verhöhnen und sie zu verletzen. Sie mag sich entschließen, seinen Fehltritt zu übersehen. Was aber, wenn sie glaubt, sie könne oder sollte es nicht tun? Ist sein Bekenntnis Beweis genug?

      In diesem Fall verhält es sich nicht so, wie wenn er behauptet, unschuldig zu sein, oder nachdrücklich bestreitet, Ehebruch begangen zu haben, sondern er gibt es ihr gegenüber zu, wenngleich er nicht bereit sein mag, es vor Gericht oder vor anderen Personen einzugestehen, weil er seinen Ruf gefährdet. Was kann die Frau tun?

      Da sie ein Teil der Christenversammlung ist, sollte sie sich der Wichtigkeit bewußt sein, die Angelegenheit entsprechend zu regeln, damit nach ihrer Scheidung von ihrem Mann bei einer eventuellen späteren Wiederverheiratung nicht daran gezweifelt werden kann, daß sie ‘das Ehebett unbefleckt’ hält (Hebr. 13:4). Deshalb sollte sie den Ältesten, die die Versammlung vertreten, in einem Brief ihre Situation erläutern und erklären, daß ihr ungläubiger Mann ihr gegenüber bekannt habe, unsittlich gehandelt zu haben. Außerdem könnte sie erwähnen, daß sie sich im Einklang mit Matthäus 19:9 von ihm trennen und gesetzlich scheiden lassen und so mit die Ehe schriftgemäß und gesetzlich auflösen lassen möchte.

      Die Ältesten würden erwägen, ob irgendein Grund bekannt ist, der darauf schließen ließe, daß der ungläubige Partner nicht unsittlich gehandelt habe. Wenn dies nicht der Fall ist, könnten sie ihre unterzeichnete Erklärung annehmen.

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