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27. Teil: Der internationale Kongreß 1946Der Wachtturm 1956 | 15. April
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zum Dienste zu melden, und wer dazu willens war, den ließ man für Vorkongreßarbeiten nach Cleveland kommen. Die meisten Freiwilligen wurden der Unterkunftsabteilung zugeteilt. In Verbindung mit den Versammlungsverkündigern sprachen diese Sonderverkündiger von Haus zu Haus vor und besuchten Hotels, um zu verschiedenen Preisen Unterkunft für Kongreßbesucher zu bestellen, nachdem sie die angebotenen Zimmer angesehen hatten. Das Kongreßbüro-Personal notierte sich diese Zimmer und sandte den Brüdern die Zuteilung, sobald diese dem Kongreßkomitee ihre Angaben für die erforderliche Unterkunft eingesandt hatten. Auf diese Weise wurden fast alle Kongreßbesucher im voraus von ihrer Unterkunftszuteilung in Kenntnis gesetzt. Der Brauch, die Zeugen in den Wohnungen von Ortseinheimischen unterzubringen, hat sich zu einem machtvollen Zeugnis ausgewirkt; denn er bringt die Öffentlichkeit in enge Berührung mit dem reinen Denken und Leben des gottgemäß umgestalteten Volkes Gottes. Die Freundlichkeit, liebende Rücksichtnahme und das Benehmen, das diese Zeugengäste an den Tag legten, machte vielen Gastgebern tiefen Eindruck, und sie sind in der Folge nun selbst Zeugen geworden.
Bei früheren Kongressen, die im Jahre 1937 in Columbus und im Jahre 1941 in St. Louis stattfanden, hatten es viele amerikanische und kanadische Zeugen vorgezogen, in Zelten zu kampieren oder für die Unterkunft während des Kongresses ihre Wohnwagen mitzubringen. So wurde denn am Rande der Stadt Cleveland für den dortigen Kongreß ein großes „Wohnwagenlager der Zeugen Jehovas“ eingerichtet. Weite Felder wurden für die Kongreßzeit gemietet, auf denen eine entsprechend eingeteilte kleinere Stadt mit Straßen und kleinen Landparzellen von genügender Größe für die Errichtung von Zelten oder das Parkieren von Wohnwagen festgelegt wurde. Hygienische Einrichtungen, eine Wasserversorgung, elektrische Leitungen (16 km) und Gebäude für allgemeine Zwecke wurden dieser nomadischen Übernachtungsgemeinde von 20 000 Zeugen zur Verfügung gestellt. Die Verkehrsregelung und die Verwaltung der „Stadt“ ruhten in den Händen eines Personals von 550 freiwilligen Zeugen, die das Ganze gemäß den amtlichen Gesundheitsvorschriften jenes Bezirks betrieben. Eine Lautsprecheranlage wurde eingerichtet, um für jene im „Wohnwagenlager“, die sich nicht selbst ins Stadion begeben konnten, die Kongreßvorträge vom Stadion dorthin zu leiten.
Das Austeilen von drei Mahlzeiten am Tag zur Speisung von vielen Zehntausenden ist ein großes Unternehmen. Das Cafeteria-System hat sich als das praktischste erwiesen, und man hatte diese Erfahrung anläßlich der vielen früheren Landesversammlungen gemacht, die in den Vereinigten Staaten stattgefunden hatten. Für den Kongreß in Cleveland hatte man ein Bakelit-Serviertablett mit Feldern besonders geschaffen, was die Bedienung sehr erleichterte. Fünf Tablettabwaschmaschinen mit Motorantrieb wurden einheitlich entworfen, erstellt und für diesen Kongreß in Betrieb genommen. Dieses Tablettsystem für die Cafeteria-Bedienung ist seither bei allen Kongressen der Zeugen Jehovas, bei großen wie kleinen, in vielen Teilen der Erde in Gebrauch gekommen. Die schnell vorrückenden Scharen von Tausenden von Kongreßbesuchern wurden zu den Servierlinien hingeleitet, wo den einzelnen, nachdem ihnen ein Tablett und Besteck gegeben worden war, freiwillige Arbeiter die vorbereiteten Speisen, so wie sie es wünschten, in die verschiedenen Tablettfelder schöpften. Von den Servierlinien aus wurden die sich ständig Vorwärtsbewegenden mit ihren Speisetabletts in andere Hallen oder Zelte gewiesen, wo sie Tische vorfanden, die ihnen bis zur Brusthöhe reichten, so daß sie die Tablette dort abstellen und die Speise stehend essen konnten. Besucher aus vielen Ländern, weiß und farbig, jung und alt, mischten sich während dieser vergnüglichen Mahlzeiten untereinander und tauschten Erfahrungen und Berichte über ihren Felddienst daheim aus oder sprachen über die laufenden Ereignisse und Programmpunkte des Kongresses. Alle waren in froher Stimmung, während die mächtige Familie zu Tausenden durch ein Fließbandsystem wohlgeordneter gegenseitiger Hilfsbereitschaft gespeist wurde. Die Mahlzeiten selbst waren appetitlich und nahrhaft und wurden von einer mit erstaunlicher Leistungsfähigkeit arbeitenden Küchenorganisation von Freiwilligen gut zubereitet und gegen einen festgesetzten Preis verabreicht. Eine diesbezügliche Ausnahme bildeten die Pioniere, denen die Gesellschaft Gratismahlzeitenbons verabfolgte.
(Fortsetzung folgt)
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An der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung festhaltenDer Wachtturm 1956 | 15. April
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An der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung festhalten
ZEIGEN wir für unsere Hoffnung des ewigen Lebens in Gottes gerechter neuer Welt tiefe Wertschätzung? Wenn ja, dann werden wir unsere Hoffnung anderen bekanntmachen. Wir tun das nicht nur zum Nutzen der Menschen guten Willens, die nach Gott Ausschau halten, sondern auch zum Segen unserer Brüder in der christlichen Versammlung.
Paulus schrieb über diese Angelegenheit der Erklärung unserer Hoffnung gegenüber unseren Mitchristen: „Laßt uns an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung ohne Wanken festhalten, denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat. Und laßt uns aufeinander achten, uns zu lieben und zu rechten Werken anzureizen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Gewohnheit ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen sehet.“ Gewiß war dieser Rat niemals passender als heute, wenn wir die Bedeutung dieses Tages recht erkennen. — Heb. 10:23-25, NWa.
In dem Ausmaß, in dem wir die Notwendigkeiten unserer Brüder wie auch unsere eigenen erkennen, in jenem Ausmaß werden wir auch eifrig darauf bedacht sein, eine öffentliche Erklärung unserer Hoffnung abzugeben. Beachte, wie Paulus diesen Punkt in seinem Brief an die Christen zu Rom erklärt: „Ich sehne mich danach, euch zu sehen, damit ich euch eine geistliche Gabe mitteile, um euch zu befestigen; oder eher, daß ihr euch gegenseitig ermuntert, ein jeder durch den Glauben des anderen, sowohl in eurem als dem meinen.“ — Röm. 1:11, 12, NW.
Liebe zu Jehova und unseren Brüdern wird uns helfen, an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung festzuhalten. Wir überwinden Schüchternheit, die uns bis jetzt stumm bleiben ließ. Bist du ein reifer Prediger? Hast du eine genaue Erkenntnis und ein gutes Verständnis über die Vorsätze Jehovas? Dann denke an die Hilfe, die du anderen geben kannst, wenn du eine öffentliche Erklärung abgibst. Bist du unerfahren und ein Neuling in der Neuen-Welt-Gesellschaft? Dann denke an die Freude, die andere empfinden, wenn sie deinen Fortschritt beobachten — besonders jene, die an deiner theokratischen Ausbildung einen Anteil hatten.
Durch solche Bemühungen sorgst du dafür, daß deine Fortschritte allen Menschen offenbar werden. Nicht, daß wir uns hervortun oder uns besser als andere erweisen wollen — bestimmt nicht, denn unter Jehovas Zeugen hat ein Geist der Konkurrenzsucht keinen Platz. Aber vielmehr zeigen wir dadurch, daß wir Fortschritte gemacht haben und daß wir jetzt besser sind als zuvor. — 1. Tim. 4:15, NW.
Was aber geschieht, wenn wir einmal einen falschen Gedanken äußern sollten? Wenn uns das gesagt wird, sollten wir es annehmen und daraus Nutzen ziehen. Manchmal sind wir ein wenig verlegen. Aber ist es nicht besser, die Angelegenheit auf Kosten einer kleinen Verletzung unseres Stolzes zu klären, als vielleicht in den Felddienst zu gehen und den Irrtum anderen zu predigen? Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, daß auch andere diesen falschen Gedanken hegten, und somit wurde ihnen ebenfalls geholfen, als wir korrigiert wurden.
Schließlich werden wir als Jehova hingegebene Wächter ausgesandt, um Menschen guten Willens zu raten, in Gottes Königreich zu fliehen und den Bösen vor seiner kommenden Vernichtung zu warnen. Damit wir diesen Auftrag richtig ausführen können, müssen wir im Verständnis, in der Arbeit und Anbetung in Einheit sein. „Stimme deiner Wächter! sie erheben die Stimme, sie jauchzen insgesamt, denn Auge in Auge sehen sie, wie Jehova Zion wiederbringt.“ Wir können diese Einheit nur auf eine einzige Weise erreichen: Wir müssen die Befehle beachten, die in Hebräer 10:23-25 gegeben werden, und besonders das Gebot, eine öffentliche Erklärung unserer Hoffnung abzugeben. — Jes. 52:8.
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