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Wenn das Predigen zu einer Herausforderung wirdDer Wachtturm 1976 | 15. Februar
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von der nächsten Versammlung entfernt wohnt. Aber diese Familie ist daran interessiert, die gleiche geistige Speise zu bekommen wie alle übrigen Zeugen Jehovas. An den für die Zusammenkünfte vorgesehenen Abenden ziehen sich alle gute Kleider an, und die einzelnen Familienglieder behandeln die gleichen Programmpunkte wie die Versammlungen der Zeugen Jehovas in der ganzen Welt.
Doch einmal entstand ein Problem. Die Mutter war im Krankenhaus. Sie hatte an jenem Tag ein Kind bekommen. Nun erhob sich die Frage, wie die Familie an dem Abend die Theokratische Predigtdienstschule durchführen sollte, denn die Mutter hätte eine Aufgabe gehabt. Kurz entschlossen gingen sie alle ins Krankenhaus und führten ihre Zusammenkunft dort durch. Nichts kann diese Familie daran hindern, ihr Programm, das der geistigen Belehrung dient, durchzuführen.
Ein anderer Zeuge Jehovas, der sehr abgelegen wohnt, ging nach dem gleichen Muster vor. Da er aber allein war, mußte er alle Programmpunkte selbst behandeln, ja sogar die Königreichslieder sang er allein. Seine Mitbürger bemerkten, daß er in keinem Verein tätig war, und so wollten sie ihm einen Gefallen tun und trugen seinen Namen in die Mitgliederliste zweier Klubs ihres Städtchens ein. Er setzte ihnen taktvoll auseinander, warum er lieber keine Funktionen in einem Klub übernehmen wollte.
Dieser Mann war noch nicht lange ein Zeuge Jehovas, und es dauerte eine Weile, bis er den Mut hatte, in seiner Umgebung zu predigen. Oft sagten die Leute dann zu ihm: „Heute nicht, Kamerad. Du bist ja sonst ganz in Ordnung, aber laß uns doch mit deiner Religion in Ruhe.“ Er konnte jedoch mit jemandem ein Bibelstudium beginnen, und schon nach kurzer Zeit mußte er das Versammlungsprogramm nicht mehr allein durchführen. Wir fanden, daß unser Besuch bei den beiden viel zu kurz war.
Einige Orte besuchten wir, an denen es nur einen einzigen Zeugen Jehovas gab. An einem solchen Ort wohnte eine Glaubensschwester, die sich bei ihrer Predigttätigkeit an ein bestimmtes Programm hielt, denn in ihrem Gebiet lebten 10 000 Personen, denen sie Zeugnis zu geben hatte. Das Baby hatte sie jeweils auf einer Trage auf dem Rücken, und ein anderes Kind führte sie an der Hand. Sie konnte viele dieser Menschen für Gottes Wort interessieren. Gelegentlich werden Verkündigern in diesen abgelegenen Gebieten Kassettenbänder mit Aufnahmen von öffentlichen biblischen Vorträgen gesandt, die in den Versammlungen gehalten wurden, damit auch sie den geistigen Nutzen daraus ziehen können.
In den entlegenen Orten der Bergbaugebiete ist es meistens eine Freude zu predigen. Um dorthin zu gelangen, reisen die Zeugen oft Hunderte von Kilometern und wohnen dann jeweils ungefähr eine Woche in Zelten. Wir kamen in diesen Gebieten zu vielen jungen Ehepaaren mit Kindern, und die Menschen waren im allgemeinen sehr freundlich. Sie haben nicht soviel Ablenkung und haben deshalb mehr Zeit zum Lesen. In Karratha nahm jemand einmal sämtliche biblische Schriften entgegen, die ich bei mir hatte.
Obwohl die Tätigkeit in diesen Gebieten manchmal etwas ermüdend war, wurden wir stets sehr gesegnet. Mitunter waren wir etwas knapp bei Kasse. Einmal waren wir in einer Gegend, „wo sich die Füchse gute Nacht sagen“. Ich lag unter dem Wagen und versuchte, einen Bremsbelag zu finden, der verschwunden war. Zu unserer Überraschung kam ein Wagen angefahren. Es stellte sich heraus, daß der Fahrer ein Zeuge Jehovas war, der in einem nichtzugeteilten Gebiet predigte. Unsere Freude war unbeschreiblich. Nach seiner Ankunft zu Hause überwies er unverzüglich telegrafisch 50 Dollar an unseren nächsten Bestimmungsort. Es fehlte uns nie an dem zum Leben Notwendigen.
Es ist für die Zeugen im australischen Hinterland nichts Besonderes, zu einer dem Bibelstudium gewidmeten wöchentlichen Zusammenkunft über hundert Kilometer zu fahren. Ein Komitee von drei christlichen Ältesten muß vielleicht an einem Wochenende 1 900 Kilometer zurücklegen, um einer Nachbarversammlung bei der Regelung einer rechtlichen Angelegenheit zu helfen. Einige Zeugen müssen, wenn sie ihren halbjährlichen Kreiskongreß besuchen, hin und zurück bis zu 4 800 Kilometer reisen. Wenn die Straßen überflutet oder zu schlecht sind, fliegen sie, sofern sie es sich leisten können. Eine Familie bezahlte für den Flug zu ihrem Kreiskongreß und für die Unterkünfte insgesamt über 1 000 Dollar. Es war eine Freude, mit diesen Menschen, die die geistigen Interessen in ihrem Leben wirklich allem voranstellen, zusammen zu sein.
Jetzt üben wir unsere Predigttätigkeit in einem anderen Gebiet aus. Das Gebiet unseres neuen Kreises ist ungefähr so groß wie das einer einzigen Versammlung unseres letzten Kreises. Wir denken viel an unsere Brüder im ausgedehnten Hinterland Australiens; sie sind uns sehr ans Herz gewachsen. (Eingesandt.)
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Ereignisse, die noch vor uns liegenDer Wachtturm 1976 | 15. Februar
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Ereignisse, die noch vor uns liegen
WIR gehen einer Zeit entgegen, in der es auf der Erde keine Unruhen, Verbrechen, Krankheiten und Schmerzen mehr geben wird. Gefängnisse, Krankenhäuser und Ärzte werden bald nicht mehr benötigt werden (2. Petr. 3:13; Offb. 21:3-5).
Die Erwartung, daß solche Verhältnisse in unseren Tagen Wirklichkeit werden, ist kein Hirngespinst. Sie beruht vielmehr auf der zuverlässigen Verheißung des Einen, der völlig in der Lage ist, sein Versprechen einzulösen. Dieser Eine ist der Schöpfer des Menschen, Jehova Gott.
Bevor er jedoch darangeht, eine Erde, auf der Gerechtigkeit herrscht, zu schaffen, müssen noch aufsehenerregende Ereignisse eintreten. Gottesfürchtige Menschen können aber trotz der zunehmenden Unsicherheit und der sich mehrenden Schwierigkeiten zuversichtlich darauf hoffen, daß eine gerechte neue Ordnung nahe ist. Statt sich von großer Besorgnis und Furcht überwältigen zu lassen, werden sie den Rat des Herrn Jesus Christus befolgen: „Richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht“ (Luk. 21:28).
Doch welche weltbewegenden Dinge werden der Beseitigung all der Schwierigkeiten vorausgehen, von denen die Menschheit so lange geplagt worden ist?
DAS PREDIGEN DER „GUTEN BOTSCHAFT“
Etwas, was jetzt seinen Höhepunkt erreicht, ist das Predigen der „guten Botschaft“ von Gottes Königreich unter Christus (Matth. 24:14). Du selbst hast wiederholt Beweise dafür erlebt, daß diese „gute Botschaft“ verkündigt wird. Hat sich nicht jemand die Zeit genommen und mit dir über Gottes Königreich gesprochen? Und hast du nicht bemerkt, daß Jehovas Zeugen die einzige Gruppe Christen sind, die ein persönliches Interesse daran haben, die Menschen in ihren Wohnungen und öffentlich zu erreichen, damit sie diese Botschaft hören können? Jehovas Zeugen tun dies in 210 Ländern. Obwohl sie in verschiedenen Teilen der Erde verfolgt, falsch dargestellt und verspottet werden, haben sie ihre Tätigkeit nicht eingestellt. Ja, trotz staatlicher Verbote predigen sie weiter, indem sie „Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg. 5:29).
Zu welchem Ergebnis hat diese Tätigkeit geführt? Dadurch sind vor allem die von Gott auserwählten Jünger aus der Erdbevölkerung herausgesammelt worden, die an der Herrschaft seines Sohnes teilhaben werden (Matth. 24:31). Doch das ist nicht alles. Jedes Jahr haben sich Zehntausende weitere Gläubige Jehova Gott hingegeben und haben, indem sie
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