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  • Wie darin beharren?
    Der Wachtturm 1950 | 15. April
    • Zeit bedeutungsvoll. Heute jedoch sind die Zeiten noch gefährlicher, die Tage noch böser. Die Zeit zur endgültigen Erledigung der grossen Streitfrage der Universalherrschaft ist gekommen, und die Wut der Bösen ist auf ihrem Höhepunkt. Dies bedeutet, dass die Angriffe wider die, welches Gottes Werk zu tun suchen, intensiver und heftiger sind als zu irgendeiner andern Zeit in der Geschichte. In Anbetracht dieser Sachlage müssen wir feststehen in unserer Lauterkeit und dürfen dem Teufel niemals auch nur den kleinsten Eingang gewähren, wo er uns einen verwundenden Schlag versetzen und so für den christlichen Dienst unfähig machen könnte. Wir dürfen uns niemals von seinen Streitkräften gefangennehmen und uns in die Finsternis dieser Welt und zu ihrem Zustand des Verlorenseins zurückschleppen lassen.

      21. Wieso ist unser Werk jetzt ein Segen, damit wir gewinnen können?

      21 Das Werk, das uns übertragen worden ist, gereicht uns zum grossen Segen. Es hält uns fern von den gefährlichen Dingen der alten Welt und dient uns so als Schutz. Das Werk, das wir jetzt zu tun haben, ist ein Werk des Lehrens und Predigens. All die Zeit und Kraft, die wir möglicherweise aufbieten können, sollte diesem Werk gewidmet werden. Wir sind in dieses Werk eingetreten mit dem Entschluss, ihm bis zu seiner Vollendung obzuliegen. Der Name Jehovas ist mit im Spiel und dazu unsere ewige Errettung. Wir möchten gewinnen, und wir können gewinnen, indem wir gute Werke tun. Tatsächlich müssen wir in unserm Werk beharren, indem wir treulich der Zeit entgegenblicken, da sich die Erklärung des Herrn in Offenbarung 22:12 erfüllt: „Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk sein wird.“ Diese Zeit ist jetzt, und weil die endgültige Erledigung der grossen Streitfrage während dieser Generation kommen soll, ist unsere Errettung viel näher als zur Zeit, da die Christen Gott zu dienen begonnen haben. Die Zeit ist sogar viel näher als damals, als wir uns an das Tun des Werkes Gottes heranmachten. Wir dürfen es nicht wagen, um irgendeiner Sache willen zur alten Welt zurückzublicken. Wir dürfen jetzt auch nicht die geringste Verlangsamung riskieren. Deshalb bedeutet uns der Rat in 1. Timotheus 4:16 soviel in den letzten Tagen: „Habe acht auf dich selbst und achte auf dein Lehren; beharre in deinem Werk.“ (Moffatt, engl.)

  • Bezirksversammlungen 1949 in vielen Ländern
    Der Wachtturm 1950 | 15. April
    • Bezirksversammlungen 1949 in vielen Ländern

      VORAUSGEHENDE Nummern des Wachtturms haben Bericht erstattet über Bezirksversammlungen die Jehovas Zeugen in Südamerika, Westindien, Kanada, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika abhielten. In dieser Ausgabe wird ein Schlussbericht unterbreitet über einige andere Bezirksversammlungen, die während des vergangenen Jahres in andern Ländern stattfanden.

      Fünf solcher Versammlungen wurden unter der Aufsicht des britischen Zweigbüros in Blackpool, Brighton, Dundee, Belfast und Leicester abgehalten. Aus den Industriezentren von Nordengland zogen die Zeugen an den Meeresstrand nach Blackpool zur Bezirksversammlung, die dort vom 10.-12. Juni stattfand. Durch die intensive Ankündigung hatte der öffentliche Vortragstitel „Es ist später als du denkst!“ so gründlich eingeschlagen, dass zur Zeit, da der Premierminister zu einem gesellschaftlichen Anlass zu spät kam, einer der Kellner bemerkte: „Jemand sollte ihm sagen, es sei später als er denke!“ Den Samstagversammlungen wohnten 3100 bei; am Sonntag erschienen 6000 zum öffentlichen Vortrag; 177 wurden getauft.

      Fast zwei Wochen später begann eine viertägige Versammlung in Brighton, die vom 23.-26. Juni tagte. Die Zeugen waren im Jahr 1948 im Stadion in Brighton zu einer Bezirksversammlung zusammengekommen, und eine Vergleichung der zwei Versammlungen zeigt den Fortschritt des Königreichswerkes. Im Jahre 1948 besuchten 7000 den öffentlichen Vortrag, während 1949 die Zahl auf 9600 anschwoll. Im Jahre 1948 wurden anlässlich der Versammlung 140 getauft, aber die Versammlung von 1949 verzeichnete die Zahl 455. Am Samstag erschienen 5340, was bedeutet, dass etwa 4000 Neuinteressierte am Sonntag zum öffentlichen Vortrag kamen.

      Die Versammlung für Schottland und den äussersten Norden Englands fand in Dundee vom 8.-10. Juli statt. Die durch diese Versammlung bedienten Gruppen sind meistens klein, und es wurde keine grosse Anwesendenzahl erwartet. Dessenungeachtet machten die Zeugen eine wirkliche Anstrengung, da zu sein, und kündigten den öffentlichen Vortrag unter den 175 000 Bewohnern von Dundee emsig an. Ausser den gewöhnlichen Bekanntmachungsmitteln, deren sich Jehovas Zeugen bedienen, zeigten die Kinos der Stadt während ihrer Vorführungen Lichtbilder, wodurch sie die Veranstaltung kostenlos bekanntmachten. Die Zahl der 1250 Anwesenden am Samstag stieg am Sonntag zum öffentlichen Vortrag auf 2300 an; 88 wurden getauft.

      Die dreitägige Bezirksversammlung in Belfast, Irland, vom 29.-31. Juli war ein Meilenstein im grossartigen Fortschritt, der in diesem überaus religiösen Teil des britischen Feldes gemacht wurde. Gerade vor der Veranstaltung war wegen einer Debatte in Portadown viel hin und her gesprochen worden. Das sogenannte protestantische religiöse Element war in Wut geraten, weil viele seine Organisationen verliessen und sich für die Königreichsbotschaft interessierten, die Jehovas Zeugen kundtaten. Die Versammlung war zeitgemäss und stillte die Bedürfnisse sowohl von Nordirland wie von der Irischen Republik. Geduld und Takt waren erforderlich, um in diesem schwierigen Gebiet erfolgreich zu arbeiten, und bei der Versammlung wurden diese Dinge hervorgehoben. Die ausgedehnte Bekanntmachung für den öffentlichen Vortrag trug Früchte, und am Sonntag zollten 1600 Personen der Ansprache „Es ist später als du denkst!“ grosse Aufmerksamkeit. Am Samstag waren 725 zugegen; 37 wurden getauft.

      Die fünfte und letzte Bezirksversammlung des Jahres 1949 für die britischen Inseln wurde vom 2.-4. September in Leicester abgehalten. Leicester liegt im Mittelland, und zu dem Bezirk gehört ein dichtbevölkertes Gebiet, weshalb viele Teilnehmer erwartet wurden. Am Samstag waren 4650 anwesend, und am Sonntag waren die Räumlichkeiten mit 8500 Personen gedrängt voll. Die Bevölkerung von Leicester lernt Jehovas Zeugen kennen, und viele kamen herbei, um zu sehen, was ihre Versammlung denn eigentlich sei. Die letzte grosse Versammlung der Zeugen in jener Stadt hatte im Jahre 1941 getagt, und die Bevölkerung Leicesters hatte sie wegen der unangenehmen Kriegsjahre eher in bitterer Erinnerung; welcher Unterschied jedoch heute! Jehovas Knechte waren völlig organisiert und geschult, taktvoll über die Würde des Namens zu wachen, den sie tragen; und Leicester beobachtete, lauschte und wurde interessiert! Die Presse dieser Stadt veröffentlichte unparteiische Berichte, und besonders bemerkenswert ist folgende Erklärung, die auf der ersten Seite des Illustrated Leicester Chronicle vom 10. September erschien:

      „Über das ganze Land sind die Kongregationen in Kirchen und Kapellen in erschreckendem Masse zusammengeschrumpft. Tausende von Kindern werden auf einer armseligen oder gar keiner religiösen Grundlage erzogen. Der Mann von der Strasse zeigt nur geringes Interesse an den althergebrachten Konfessionen, und doch vermochte ein religiöser Kongress in Leicester am letzten Wochenende 8500 Anhänger eines Glaubensbekenntnisses herbeizulocken, das seine Mitglieder zu überwältigendem Eifer begeistert. Der brennende Enthusiasmus der Zeugen Jehovas ist etwas, das Geistlichen und ihren gelichteten Kongregationen zu denken, ja schwer zu denken gibt. Warum hat diese Bewegung eine so grosse Anziehungskraft? Warum sind ihre Mitglieder mit solch glühendem Eifer erfüllt? Eine Antwort lautet, dass Jehovas Zeugen glauben, es müsse den Menschen Religion gebracht werden. Sie glauben an ein Predigen von Tür zu Tür. Sie sind sich des Wertes der Bekanntmachung völlig bewusst und machen frisch davon Gebrauch. Sie rufen ihre Religion von den Hausdächern aus. Was immer auch jemand, der die Kirche oder eine Kapelle besucht, von ihren Glaubensansichten oder Methoden halten mag, ist doch ihr brennender Eifer eine Herausforderung an die Bischöfe und Geistlichen in jeder Diözese und jeder Kapelle im Lande. Werden sie die Herausforderung beantworten, indem sie mit altmodischen Ideen aufräumen?“

      Wenn die 279 in Leicester Getauften zu denen der vier andern Versammlungen hinzugezählt werden, zeigt das Total, dass 1036 ihre Weihung, Gottes Willen zu tun, symbolisierten. Die Gesamt-Anwesendenzahl belief sich am Samstag auf 15 065 und für den öffentlichen Vortrag am Sonntag auf 28 000.

      AUSTRALIEN, NEUSEELAND, PHILIPPINEN

      „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde“, sagte Jesaja. Dies war buchstäblich wahr in bezug auf die Stadt Perth, Westaustralien, als die erste der australischen Bezirksversammlungen des Jahres 1949 vom 1.-3. Juli dort stattfand. Wegen des nationalen Streiks der Kohlengrubenarbeiter war alle elektrische Kraft abgeschnitten, und Finsternis senkte sich über die Stadt von 273 000 Einwohnern, doch nicht über die Bezirksversammlung, weder buchstäblich, noch geistig. Eine Hilfsbeleuchtung für den Saal wurde von den Zeugen geliefert, und die Versammlungen verliefen so glatt wie in normalen Zeiten. Viele Neue erfreuten sich besonders des geistigen Lichtes bei dieser Versammlung. Am Sonntag war der Saal gedrängt voll mit 925 Personen, die dem Vortrag „Es ist später als du denkst!“ lauschten.

      Am nächsten Wochenende, 8.-10. Juli, tagte die zweite Versammlung in Adelaide, der Hauptstadt von Südaustralien. Auch hier war der öffentliche Verkehr beschnitten und Lichtbeschränkungen des Kohlenmangels wegen in Kraft. Doch wiederum verlief die Versammlung ohne Schwierigkeiten. Hervortretend war die grosse Zahl Menschen, die dem öffentlichen Vortrag beiwohnten. Obwohl der Ort bekannt ist als „die Stadt der Kirchen“ und obwohl die Protestanten an jenem Sonntag eine Zusammenkunft abhielten, waren doch 730 zugegen, um den öffentlichen Vortrag anzuhören. Dies war eine Zunahme von 32 Prozent im Vergleich zu einer ähnlichen Veranstaltung in Adelaide im Vorjahre.

      Am 22. Juli begann in Hobart, der Hauptstadt von Tasmanien, dem Inselstaat, die dritte Versammlung. Diesmal gab es keine Krafteinschränkungen, denn Tasmanien ist der einzige Staat in Australien, der Elektrizität durch Wasserkraft hat. Im ganzen Staat Tasmanien gibt es nur 171 Verkündiger, doch kamen 321 Personen zum öffentlichen Vortrag. Mindestens 25 Personen erschienen auf die Einladung einer einzigen Pionierschwester hin zum Vortrage.

      Nun zurück über die Bass-Strasse nach Melbourne, der Hauptstadt von Viktoria und der zweitgrössten Stadt von Australien mit ihrer Bevölkerung von 1 227 000. Vom 29.-31. Juli wurde dort die Versammlung abgehalten, und es waren am öffentlichen Vortrag 1316 zugegen. Eine Woche später fand die Versammlung in Brisbane, der Hauptstadt des Staates Queensland, statt. Nun lass dein Auge auf der Landkarte etwa elfhundert Kilometer in der Luftlinie nordwärts zur Stadt Townsville, Queensland, gleiten. Hier findet sich keine Spur eines Winters, denn diese Stadt liegt im Herzen der Tropen. Viel mehr Zeugen waren bei diesem Anlass gegenwärtig als bei der Versammlung im Vorjahre. Eine kleine Gruppe, wovon damals nur 3 anwesend waren, liess sich jetzt durch 20 vertreten!

      Die letzte der sieben Versammlungen war die grösste. Sie tagte in Sydney, der grössten Stadt Australiens, vom 19.-21. August. Hier befindet sich das Zweigbüro der Watch Tower Society. Die Veranstaltung war ein passender Höhepunkt sämtlicher Versammlungen, und das Hauptparterre der Stadthalle Sydney war mit 2625 Personen gedrängt voll. Es ist tatsächlich ein Ereignis, wenn seine Haupthalle von irgendeiner Organisation gefüllt wird, doch diesmal stand kein Wort davon in den Zeitungen. Die grossen Zeitungen in Australien scheinen entschlossen zu sein, nichts Günstiges über Jehovas Zeugen zu drucken. Eine der Wachen in der Stadthalle konnte zwei Polizisten nur mit Mühe überzeugen, dass man ihre Dienste nicht brauche, um der Volksmenge nach dem öffentlichen Vortrag Herr zu bleiben. Sie konnten einfach nicht verstehen, weshalb nicht einige Polizisten nötig seien, um eine solche Menschenmenge in Schach zu halten; aber die Wache versicherte ihnen, dass sie an vielen Versammlungen der Zeugen im Saal anwesend gewesen sei, und dass es niemals irgendwelche Schwierigkeiten gegeben habe.

      Den Bericht über die sieben Versammlungen in Australien abschliessend, finden wir, dass gemäss den Gesamtkongresszahlen 4101 der grössten Versammlung der Zeugen am Samstag beiwohnten, und dass sich das Total am öffentlichen Vortrag auf 7512 belief.

      In Neuseeland wurde die Bezirksversammlung für Jehovas Zeugen in Palmerston North, einer Stadt von etwa 30 000 Einwohnern abgehalten. Um den öffentlichen Vortrag anzukündigen, wurden 22 000 Flugzettel verteilt, was bedeutet, dass sozusagen fast ein jeder, der alt genug war, um es zu verstehen, einen Zettel bekam. Für die Ansprache versammelten sich 1010 in der Oper. Es wurden 15 getauft. Beim Berichterstatten über die Bezirksversammlung sagte eine Zeitung über die Anwesenden: „Aus allen Teilen von Neuseeland versammelten sich Jehovas Zeugen zur Bezirksversammlung 1949. Viele Maori waren von Nord-Auckland, dem King Country und von der Hawke’s Bay anwesend.“

      Auf den Philippinen wurde früh im Jahre 1949 vom 28.-30. Januar eine wirklich glänzende Bezirksversammlung abgehalten. Die Versammlung tagte in Quezon-Stadt, und Räumlichkeiten dazu boten das grosse Studio und die Anlagen der „Oriental Pictures“. Diese gehören einem Zeugen Jehovas, der sehr freigebig war und das ganze Besitztum ohne Kosten benutzen liess. Andere Gebäude auf den Anlagen und auch das Haus des Bruders selbst wurden als Schlafquartiere für die Kongressbesucher gebraucht, und mehr als 700 davon schliefen direkt auf den Versammlungsanlagen und bereiteten dort auch ihre Mahlzeiten.

      Zeugen aus allen Teilen der Insel Luzon erschienen. Einer kam von Negros und ein anderer von dem fernen Davao an der Südspitze von Mindanao. Äusserst bemerkenswert unter den Besuchern waren jene aus den entlegenen Gebieten der Bergprovinz. Diese Geschwister sind Igorroten. Die Igorroten sind Heiden, einige davon immer noch Kopfjäger, die auf den Bergfesten von Mittel-Luzon herumschweifen. Die Frauen tragen eine sehr bunte einheimische Tracht. Im Gegensatz dazu tragen die Männer nur ein knappes Lendentuch, das man lokal oft als „G-Saite“ bezeichnet.

      Unsere Geschwister von den Igorroten betätigen sich nicht mehr als Kopfjäger, noch pflegen sie irgendeinen andern Stammesbrauch ihrer Vorväter, doch trägt eine Anzahl davon immer noch die einheimische Tracht. Einige von denen, die zur Bezirksversammlung kamen, trugen das traditionelle Lendentuch, darüber aber ein Hemd und eine leichte Jacke. Einer von ihnen war ehedem Priester eines der Igorroten-Stämme. Es wurde von ihm früher verlangt, die Gunst des Heidengottes an den Festen der Eingeborenen, cañao genannt, zu erflehen. Obwohl er gar nicht lesen kann, ist er jetzt ein regelmässiger Königreichsverkündiger und widmet durchschnittlich mehr als dreissig Stunden im Monat dem Dienst, indem er in den Bergen herumkraxelt und seinen Mit-Igorroten erzählt, was er von Gottes Königreich gehört hat.

      Der weit und breit bekanntgemachte öffentliche Vortrag fand auf dem grossen Rasen vor dem Manila-Hotel, bekannt als die Neue Luneta, statt. Nahe am Strand der Manila-Bucht gelegen, war es ein lieblicher Ort für die grossartige Menge von über 7000 Personen, die erschienen, um den Vortrag „Es ist später als du denkst!“ zu hören. Dies bedeutete einen hohen Prozentsatz Fremder, denn am Samstag waren 2350 Zeugen zugegen gewesen. Man sah viele Europäer in der Zuhörerschaft, und dies stimmte die Herzen der Filipino-Geschwister froh, denn bisweilen haben sie das Empfinden, als ob die Weissen auf den Philippinen der Königreichsbotschaft wenig Beachtung schenkten.

      INDIEN UND EUROPA

      Die erste von zwei Bezirksversammlungen fand in Dehra Dun im nördlichen Indien vom 17.-19. Dezember 1948 statt. Wenn dies auch nicht das Kalenderjahr 1949 war, so fiel das Ereignis doch ins Dienstjahr 1949. Anwesend waren 45 Zeugen, und 40 von ihnen reisten insgesamt etwa 168 000 Kilometer weit, um zugegen zu sein. Sie kamen von Karachi (Pakistan), Darjeeling, Kalkutta, Bombay und dazwischenliegenden Orten. Ein Mann, der viele Jahre lang mit der Gesellschaft mehr oder weniger verbunden war, ist jetzt Vizevorsteher der Gemeinde von Dehra Dun, und er leistete bestimmt wertvolle Dienste, indem er seinen Einfluss dazu benutzte, Räumlichkeiten für die Versammlung zu erlangen und den Anlass ferner gut bekanntzumachen. Für alle Versammlungen mit Ausnahme des öffentlichen Vortrages wurde ein angenehmer Hotelraum benutzt. Für den öffentlichen Vortrag wurde den Zeugen die Stadthalle kostenlos zur Verfügung gestellt; 164 waren anwesend.

      Die zweite Versammlung fand vom 7.-9. Januar 1949 in Bangalore statt, wo sich 90 Zeugen einfanden. Am öffentlichen Vortrag waren 248 zugegen, und 18 gaben ihre Adressen ab, damit man sie besuche. Am Schluss des öffentlichen Vortrages hörte man viele beifällige Bemerkungen.

      In einer frühern Ausgabe des Wachtturms wurde über die begeisternden Bezirksversammlungen in Deutschland berichtet, doch fanden viele weitere Bezirksversammlungen in Europa statt. Es stehen zur Zeit nur wenige Einzelheiten zur Verfügung, und die Zahlen sind bisweilen unvollständig; doch folgender Aufschluss wird die Tatsache zeigen, dass im Jahre 1949 Jehovas Zeugen viele Länder mit Bezirksversammlungen bedienten.

      Drei fanden in der Schweiz statt. Die italienisch-schweizerischen Kongressbesucher wurden in Bellinzona bedient, die französisch-schweizerischen in Genf (wo 560 den öffentlichen Vortrag hörten) und die deutsch-schweizerischen in Zürich. Die letztgenannte fand vom 3.-6. Juni statt, und am Sonntag versammelten sich 3200 Personen für den Vortrag „Es ist später als du denkst!“ Die Bekanntmachung dieser Ansprache in Zürich erforderte von seiten der Verkündiger eine gewisse Festigkeit. Die Polizei wollte keine Erlaubnis geben, Flugzettel und Plakate zur Bekanntmachung auf den Strassen zu gebrauchen, da sie behauptete, diese Tätigkeit sei durch Stadtverordnungen untersagt. Indes bezogen sich die Verordnungen nur auf Geschäftsreklame. Schliesslich gestattete die Polizei die Benutzung von Flugzetteln, verbot aber das Stehen mit Plakaten. Da aber der blosse Grössen-Unterschied des Flugzettels und Plakates unwesentlich und der Flugzettel zugestandenerweise nichts Kommerzielles war, war dies bestimmt auch das grössere Plakat nicht, und die Zeugen gebrauchten beide zur Bekanntmachung. Einige Verkündiger wurden von der Polizei angesprochen, doch erfolgten keine Verhaftungen, und die Bekanntmachung wurde gründlich und erfolgreich vollendet.

      Eine Bezirksversammlung zur Bedienung der Zeugen in Holland fand vom 1.-3. Juli in Rotterdam statt. Ein grosses Stadion wurde benutzt, und seine Geräumigkeit war sehr dienlich für die vielen Abteilungen, die für die glatte Abwicklung einer Versammlung nötig sind. In dieser Stadt an der Meeresküste kann man das Wetter nicht gut voraussagen, doch war es schön an den Versammlungstagen, und die frische Luft im Stadion war weit besser als die muffige heisse Luft eines eingeschlossenen Saales. Zwischen 8000 und 9000 besuchten den öffentlichen Vortrag, und 239 wurden getauft.

      In Belgien erreichten die Bezirksversammlungen in Antwerpen und Brüssel eine Gesamtbesucherzahl von 2380, und getauft wurden 151. An zwei Versammlungen in Österreich, nämlich in Wien und Salzburg, waren am Sonntag mehr als 2450 Personen anwesend, und 119 wurden getauft. In Odense in Dänemark wurden 178 untergetaucht, und am Sonntag lauschten 4102 dem Vortrag „Es ist später als du denkst!“ Finnland bediente das Land mit drei Versammlungen, die in Helsinki, Oulu und Vaasa stattfanden und an denen insgesamt 6485 den öffentlichen Vortrag hörten. Die Zahl der Getauften belief sich auf 201. Norwegen hielt vier Versammlungen ab, und die Berichte für die zwei in Haugesund und Fredrikstad erwähnen über tausend, die bei den öffentlichen Vorträgen anwesend waren. Drei in Schweden brachten 3169 Zeugen herbei und 5075 zum öffentlichen Vortrag. Getauft wurden 198.

      Die zweite Versammlung in Schweden wurde vom 5.-7. August in Västerås unter interessanten Umständen abgehalten. Fünf Wochen vor dem Kongress hatte die Geistlichkeit angekündigt, dass sie gleich nach Schluss der Versammlung der Zeugen im selben Gebäude und um Jehovas Zeugen zu beleuchten, eine Versammlung veranstalten werde. Zeitungsnachrichten setzten die Zeugen wiederholt in schlechtes Licht, und auf den Strassen waren die orthodoxen Religionisten ziemlich aggressiv. Die Stadtbewohner wurden ob des Streites ganz erregt, und als Ergebnis erschienen mehr als 800 Fremde zum öffentlichen Vortrag, so dass insgesamt 1914 anwesend waren. Mehrere Geistliche waren zugegen und auch ein Priester der Staatskirche samt vielen ihrer Gemeindeglieder. Auf die meisten machte dieser Vortrag einen günstigen Eindruck, und sie waren erstaunt ob der gesunden, schriftgemässen Darlegung, die sie hörten. Am nächsten Abend versammelten sich zu dem Treffen, das die lokale Vereinigung der Pastoren (bestehend aus Vertretern der Staatskirche und anderer religiöser Körperschaften) veranstaltet hatte, nur etwa 1000 Personen, um den gewohnten Spottreden zuzuhören. Nach dieser Versammlung sagten viele, welche beide Anlässe besucht hatten, dass sie den Unterschied zwischen Jehovas Zeugen und den orthodoxen Religionisten sehen könnten und nicht mehr die orthodoxen Kirchen besuchen würden.

      Und nun, beim Abschluss der Berichte über die Bezirksversammlungen 1949 blicken Jehovas Zeugen erwartungsvoll dem grossartigen internationalen Kongress entgegen, der für die Tage vom 30. Juli bis und mit 6. August für New York-Stadt geplant ist.

  • Belsazar, der ruchlose Festgeber
    Der Wachtturm 1950 | 15. April
    • Belsazar, der ruchlose Festgeber

      DAS mächtige Babylon, uneinnehmbar hinter seinen massiven und hochragenden Mauern, zog sich an beiden Ufern des Euphrat dahin. Ja, die äussere Mauer war 26 Meter breit und 105 Meter hoch, und ihrem Fusse entlang zog sich ein Wassergraben von entsprechender Weite, dem der Lehm für die Mauersteine entnommen worden war. Das obere Ende der Mauer war breit genug für eine Reihe von Wohnungen, die sich auf jeder Seite einander gegenüber hinzogen, und zwischen ihnen blieb eine Strasse, die breit genug war, vierspännige Wagen durchfahren zu lassen. Die Mauer war im Geviert angelegt, wovon jede Seite über 22 Kilometer mass. Dann gab es eine innere Mauer, die gegen 10 Meter breit und gegen 23 Meter hoch war. So geräumig war diese Stadt von mehr als fünfhundert Quadratkilometern, dass ihre Bewohner all ihre Nahrung innerhalb der Mauern pflanzen konnten, und der Euphrat, der die Stadt durchfloss und sie in zwei Hälften teilte, lieferte das Wasser. Beiden Seiten des Flusses entlang liefen die Kais mit Mauern, welche die Stadt selbst von den durchgehenden Kais abtrennten. Wie unbezwinglich musste sie doch ihren Einwohnern erscheinen, die sich hinter der Grenze des Wassergrabens und der Doppelmauer verkrochen.

      Ausserdem verliehen die Heiligtümer und Bildnisse ihrer vielen Götter den Bewohnern Babylons ein Gefühl der Sicherheit. Was machte es aus, wenn Jesaja, jener hebräische Prophet, etwa zweihundert Jahre zuvor gesagt hatte, die Meder und Perser unter Kores würden Babylon stürzen? Und weshalb sich beunruhigen durch die Voraussagen eines Jeremia, jenes andern hebräischen Propheten, gemäss denen Babylon zu ewigen Wüsteneien werden sollte? (Jes. 13; Jer. 25) Babyloniens Herrscher waren den Göttern ergeben. Der König Nabonid war von der Stadt Babylon gewöhnlich abwesend, doch hatte er seinen Sohn Belsazar zum Mitregenten gemacht und ihn Aufenthalt in der Hauptstadt nehmen lassen. Belsazar war sehr religiös und steuerte viel an die verschiedenen babylonischen Heiligtümer bei. („Belsazar“ bedeutet „des Herrn Führer; Bels Fürst“.) Sollte also etwas so Unmögliches geschehen, wie ein Versagen der sichtbaren Befestigungen dies war, so waren doch die Götter mit der Stadt.

      Gerade in diesem Augenblick, im Jahre 539 v. Chr., wurde den Göttern Babylons vom König Belsazar Ehre dargebracht. Während achtundsechzig Jahren hatte man die Juden nun gefangengehalten, und gewiss schien es, als ob das mächtige Babylon niemals fallen würde. Wohl hatte Jeremia gesagt, die Einwohner Jerusalems würden nach einer siebzigjährigen Verödung dorthin zurückkehren, aber der Zusammenbruch Babylons, der so notwendig war, um sie von ihrer Gefangenschaft plötzlich zu befreien, erschien unmöglich. Man betrachte nur einmal jenes Nachtgelage, das der König Belsazar für seine tausend Gewaltigen veranstaltet hat. Der angetrunkene König hat Befehl gegeben, die Gefässe aus Gold und Silber, die sein Grossvater Nebukadnezar aus dem Tempel Jehovas aus Jerusalem entwendet hat, herbeizubringen. Und nun stossen der König und seine Grossen, seine Gemahlinnen und Nebenfrauen auf Babylons Götter von Gold, Silber, Erz, Eisen, Holz und Stein an. Beweist nicht eben der Umstand, dass sie diese Gefässe, welche der Verehrung des Gottes der Hebräer geweiht waren, bei Trinksprüchen auf Babylons Götter verwenden, die Oberhoheit dieser letzteren? Den Hebräern war von Jehova geboten worden, Bilder aus Metall, Holz und Stein zu meiden, doch wer war jetzt der Höchste? Die Aufzeichnung über dieses ruchlose Fest lautet:

      „Der König Belsazar machte seinen tausend Gewaltigen (Grossen, Menge) ein grosses Mahl, und er trank Wein vor den Tausend. Belsazar befahl, als der Wein ihm schmeckte (als er trunken war, Henne), dass man die goldenen und die silbernen Gefässe herbeibrächte, welche sein Vater [Grossvater] Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen hatte, auf dass der König und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Kebsweiber daraus tränken. Dann brachte man die goldenen [und silbernen] Gefässe, welche man aus dem Tempel des Hauses Gottes zu Jerusalem weggenommen hatte; und der König und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Kebsweiber (Nebenfrauen, Henne) tranken daraus. Sie tranken Wein und rühmten die Götter von Gold und Silber, von Erz, Eisen, Holz und Stein.“ — Dan. 5:1-4.

      Diese weltliche Verwendung der heiligen Tempelgefässe war der Gipfel der Ruchlosigkeit des ausgelassenen Festgelages Belsazars. In seinem betrunkenen Zustand empfand der König Schadenfreude darüber, dass die Oberherrschaft seiner Dämonengötter über Jehova festgestellt worden war. Doch siehe — ernüchternd plötzlich kritzeln unheimliche Finger, losgelöst von einem Menschenleib, eine fremdartige Handschrift auf die Wand. Nein, es ist nicht bloss die Phantasie eines von Alkohol berauschten Gehirns! Die wilde Gesellschaft wird darob plötzlich stumm, wie wenn ein nasses Tuch Feuer dämpft. Belsazars gerötetes Gesicht erbleicht. Angst packt ihn, seine Beine werden schwach und seine Knie schlottern. Nach dem ersten furchtbaren Schock findet der König seine Stimme wieder und schreit nach seinen Wahrsagern, Beschwörern und Astrologen. Deutet die Handschrift! Doch als sie es nicht können, wird das Antlitz des Königs noch blasser, seine Angst nimmt zu und seine Grossen sind am Ende ihres Wissens angelangt.

      „In demselben Augenblick kamen Finger einer Menschenhand hervor und schrieben, dem Leuchter gegenüber, auf den Kalk der Wand des königlichen Palastes; und der König sah die Hand, welche schrieb. Da veränderte sich die Gesichtsfarbe des Königs, und seine Gedanken ängstigten ihn; und die Bänder seiner Hüften lösten sich, und seine Knie schlugen aneinander. Der König rief mit Macht, dass man die Beschwörer, die Chaldäer und die Wahrsager (die Beschwörer, Wahrsager und Astrologen, Moffatt) hereinbringe; . . . aber sie vermochten nicht (aber keiner der Weisen des Königs vermochte, Moffatt) die Schrift zu lesen, noch die Deutung derselben dem König kundzutun. Da geriet der König Belsazar in grosse Angst, und seine Gesichtsfarbe veränderte sich an ihm;

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