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Vorrechte wertschätzen in der Zeit des Endes der WeltDer Wachtturm 1958 | 1. Mai
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lehrt, so widme er sich der Lehre; oder sei es, daß er ermahnt, so betätige er sich im Ermahnen; oder sei es, daß er mitteilt, so tue er es mit Freigebigkeit; wer vorsteht (präsidiert), tue es mit wirklichen Ernst; wer Barmherzigkeit erweist, tue es mit Freudigkeit. Eure Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest. In brüderlicher Liebe habt eine zarte Zuneigung zueinander. In der Ehrerbietung gehe einer dem anderen voran. Seid nicht saumselig in euren Geschäften, seid glühend durch den Geist. Seid Sklaven Jehovas. Freut euch in der Hoffnung. Harrt in Drangsal aus. Verharrt im Gebet.“ (Röm. 12:6-12, NW) Zu allen Menschen guten Willens, die jetzt ihre Vorrechte wertschätzen, wird der König am Ende der Welt sagen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, ererbt das Königreich, das von Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.“ (Matth. 25:34) Würdest du ein solches Erbe nicht wertschätzen? Dann habe jetzt, in der Zeit des Endes der alten Welt, Wertschätzung für deine Vorrechte!
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1958 | 1. Mai
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Fragen von Lesern
● Könnte es — statt daß es um die sittlichen Grundsätze auf politischen und religiösen Gebiet heute schlimmer bestellt ist als früher — nicht eher so sein, daß unsere Generation, weil sie mehr Neigung hat, von Kriminalität und Korruption zu sprechen, solche Zustände öffentlich viel mehr bekanntmacht, als frühere Generationen das taten? — D. G., Vereinigte Staaten.
Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit wurden Wahrheit, Lauterkeit und Ehrlichkeit in allen Schichten der Gesellschaft in solchem Maße mißachtet wie in der Gegenwart. Berufsverbrecher sind heute gründlich organisiert. Sie haben sich zu einem riesigen internationalen Kartell zusammengeschlossen, das seine Fühler nach allen Ländern, sogar nach jenen hinter dem Eisernen Vorhang, ausstreckt.
The Reader’s Digest berichtete, daß das organisierte Gangstertum [in Amerika] „so mächtig geworden ist, daß es die Regierungen verschiedener wichtiger Städte des Landes an sich zu reißen droht“. In der Zeitschrift U.S. News & World Report hieß es in einem Leitartikel: „Moralische Grundsätze scheinen in der Politik nicht mehr viel zu gelten. Man kümmerte sich schon in der Vergangenheit nicht viel darum. Aber in unserem Zeitalter ist es noch schlimmer geworden, weil man sich Einfluß und besondere Gunst mit Geld zu kaufen sucht.“ Der amerikanische Senator Kefauver, der sich in der politischen Moral unserer Zeit bestimmt auskennt, sagte: „Als Realist kann ich mich einem beängstigenden Gefühl nicht ganz verschließen, wenn ich daran denke, daß das Verbrechertum und die politische Korruption in Amerika den Sättigungspunkt erreicht haben, was uns vollständig in den Abgrund zu reißen droht … Ich möchte sagen, daß wir diesem Punkt, an dem uns der Ruin droht, gefährlich nahegekommen sind.“
In bezug auf die moralischen Grundsätze auf religiösem Gebiet führte die New York Times folgende Worte des Geistlichen Timothy J. Flynn an: „Die Welt steht im Begriff, im Abgrund des Heidentums zu versinken … Wir leben … in einer Atmosphäre des Heidentums, in der die Wahrheiten über ein moralisch einwandfreies Leben mit Achselzucken als inkonsequent abgetan und über Sittenreinheit gespottet wird.“ In einem Leitartikel der Zeitschrift U.S. News & World Report vom 2. April 1954 stand folgendes zu lesen: „Die moralische Verwilderung in der Gegenwart und die Verschlechterung der sittlichen Grundsätze, von denen sich die Regierungen in der ganzen Welt leiten lassen, sind vielleicht der Tatsache zuzuschreiben, daß viele Geistliche ihre geistlichen Pflichten schwer vernachlässigt haben. Sie haben sich von ihrer eigentlichen Aufgabe ablenken lassen. Sie haben ihre wahre Mission nicht erfüllt.“
Wir sind also nicht bloß Zeugen einer offeneren Aussprache über die Moral in der Welt, sondern auch Zeugen eines moralischen Zusammenbruchs, wodurch sich das erfüllt, was in der Bibel prophezeit wurde. Was die alte Stadt Jerusalem ereilte, das erlebt heute auch ihr neuzeitliches Gegenstück, die Christenheit. Zu den Regenten, Priestern und Propheten sagte Micha, der Prophet, tadelnd: „Die ihr das Recht verabscheuet und alles Gerade krümmet; die ihr Zion mit Blut bauet und Jerusalem mit Unrecht. Seine Häupter richten um Geschenke, und seine Priester lehren um Lohn, und seine Propheten wahrsagen um Geld; und sie stützen sich auf Jehova und sagen: Ist nicht Jehova in unserer Mitte? kein Unglück wird über uns kommen!“ — Micha 3:9-12.
Das Unglück wird in Harmagedon über alle Nationen kommen, die der Sittenverderbnis Raum gaben, und die Christenheit wird nicht davon verschont bleiben. Daß die Korruption derart ins Kraut schießt, ist ein Zeichen für die Nähe dieses Weltzusammenbruchs.
● Kann wirklich von einem moralischen Zusammenbruch auf dem Gebiet der Ehe die Rede sein? Oder ist das, was man hört, nicht eher das Geschrei von Journalisten,
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