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Neue Systeme der DingeDer Wachtturm 1951 | 1. Januar
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die Nachfolger seines Sohnes, die Gott als seine geistigen Söhne annahm. (Heb. 1:1, 2) Angesichts der Tatsache, dass all diese Vorkehrungen damals aufhörten, konnte der Apostel Paulus vor neunzehnhundert Jahren mit Recht sagen, dass die vollendeten Enden der Systeme der Dinge auf ihn und seine Brüder gekommen waren.
9. Wie wurde das gegenwärtige Scheidungswerk vorgeschattet und im Vorbild auch von Johannes dem Täufer und Jesus erwähnt?
9 Ein Scheidungswerk findet heute in dieser Vollendung des bösen Systems Satans weltweit statt. Um dieses vorzuschatten, wurde unter der jüdischen Nation in Palästina ein Trennungswerk durchgeführt, bis im Jahre 70 feurige Zerstörung über ihre Hauptstadt und ihren Tempel kam. Johannes der Täufer sagte es voraus, als er vom Kommen des Messias sprach: „Jener wird euch Leute mit heiligem Geist und mit Feuer taufen. Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand und wird seine Tenne gründlich ausfegen und seinen Weizen in das Vorratshaus sammeln; die Spreu aber wird er mit Feuer verbrennen, das nicht zu löschen ist.“ (Matth. 3:11, 12, NW) Der in das Vorratshaus eingesammelte Weizen war der jüdische Überrest, der sich auf die Seite Jesu, des Messias, des Fürsten, gestellt hatte. Vom Tage der Pfingsten an wurden die Glieder dieses Überrestes mit dem heiligen Geist getauft. Die Spreu, die verbrannt wurde, war die jüdische Nation im allgemeinen, die sich auf der Seite Cäsars Jesus entgegenstellte. Sie wurde getauft mit dem Feuer des Zornes Gottes, besonders von 70 n. Chr. an. Jesus selbst bezog sich auf das Scheidungswerk unter den Juden, womit diese alten Systeme der Dinge endeten. Er bezog sich auf die gläubigen Juden, die aus der Nation ohne Glauben eingeerntet werden sollten, wobei er selbst der Haupterntende war, und sagte: „Erhebet eure Augen und betrachtet die Felder, dass sie weiss sind zur Ernte. Schon empfängt der Erntende Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, so dass sich der Säende und der Erntende zusammen freuen mögen. Hier hat der Spruch seine Wahrheit: Einer sät, ein anderer erntet. Ich habe euch ausgesandt, zu ernten, wo ihr keine Mühe aufgewendet habt. Andere haben sich abgemüht, und ihr seid in den Segen ihrer Mühe eingetreten.“ — Joh. 4:35-38, NW.
10. Wie wird dieses Werk enden? Warum für uns nicht als Unglück?
10 Nach jener Ernte, besonders aber nachdem die gute Botschaft den unbeschnittenen Heiden zugewandt und diesen Gelegenheit geboten wurde, in das himmlische Königreich einzugehen, „verdorrte“ sozusagen die jüdische Nation und war somit nicht mehr Gottes begünstigtes Volk, gleich dem Feigenbaum, den Jesus verflucht hatte. (Matth. 21:18, 19, 43; Luk. 13:6-9; Apg. 10:1-48) Wie gut sehen wir doch heute, nach mehr als dreissig Jahren eines ähnlichen Erntewerkes, in jenem jüdischen Ernten und Dreschen das veranschaulicht, was heute in der Christenheit vor sich geht. Wenn wir an das entsetzliche Ende denken, das über die jüdische Hauptstadt und ihre belagerten Bewohner damals kam, schaudert es uns vor dem noch schrecklicheren Ende, das binnen kurzem über die heuchlerische Christenheit und ihren Wirrwarr von Religionen kommen wird. Indes bedeutet diese Katastrophe für das wahre Volk Gottes, die echten Christen, kein Unglück. Sie wird einen grossen Fleck vom heiligen Namen Gottes wegfegen und wird die Erde allenthalben säubern für die reine Anbetung Gottes Jehovas, was für die Menschheit zu Frieden und Wohlfahrt führt.
11. Warum nennen wir diese Zeitspanne nicht „das jüdische Zeitalter“?
11 Wir könnten die Zeitperiode, in der jene alten Systeme der Dinge florierten, nicht mit einem Namen wie „das jüdische Zeitalter“ bezeichnen. Weshalb nicht? Weil sie begannen, bevor es überhaupt natürliche Juden gab. Auch handelt Gott jetzt mit solchen, die innerlich Juden sind, da sie ihre Herzen beschnitten haben. Diese sind geistliche Israeliten, welche „das Israel Gottes“ bilden. (Röm. 2:28, 29) So nehmen wir lediglich Kenntnis von solch einer Zeitperiode seit der Sintflut, während welcher jene Systeme der Dinge herrschten, benennen sie aber nicht. Die Zeit für diese alten Dinge endete vor neunzehnhundert Jahren. Sie gehören zu den vergangenen Systemen der Dinge und den vergangenen Generationen, vor denen das heilige Geheimnis Gottes mit Bezug auf Christus und seine Nachfolger verborgen war, welches Geheimnis nun aber seinen Heiligen kundgemacht worden ist. — Kol. 1:26, 27, NW.
DAS NEUE SCHON LANGE IN WIRKSAMKEIT
12, 13. Wie wurden durch die Enthüllung des Geheimnisses Gottes die Dinge für uns verbessert?
12 Welch grossartige Erfahrung ist es doch, unter Gottes neuem System der Dinge zu leben und zu wissen, dass es nur der Vorläufer von noch bessern künftigen Dingen ist. Dies gereicht zur Umgestaltung unseres ganzen Daseins, das wir in dieser vergehenden alten Welt notwendigerweise noch haben. Jetzt, da Jehova Gott sein heiliges Geheimnis offenbart hat, hat es die Dinge für uns neu gemacht. Sein Geheimnis war völlig mit seinem Gesalbten verbunden, nämlich mit Christus, den er während der vorausgehenden Jahrtausende vorhersagen und vorschatten liess. Zur bestimmten Zeit verliess sein geliebter Sohn die himmlischen Höfe und wurde als Mensch geboren, und die Prophezeiungen in bezug auf ihn begannen sich zu erfüllen. Dann wurde das lange verborgene heilige Geheimnis denen enthüllt, die glaubten und den Geist Gottes empfingen. Durch seinen Sohn tat Jehova Gott das weg, was alt war, damit er das, was neu war, einführen konnte.
13 Über diese Verbesserung der Dinge für uns sagt der Apostel die deutlichen Worte: „Als somit [Jesus] in die Welt kommt, sagt er: ‚„Schlachtopfer und Opfergaben begehrtest du nicht, aber du bereitetest mir einen Leib. Du anerkanntest nicht vollständige Brandopfer und Sündopfer.“ Dann sprach ich: „Siehe! Ich bin gekommen (in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun.“ ‘ Nachdem er zuerst gesagt hatte: ‚Du begehrtest nicht oder anerkanntest nicht Schlachtopfer und Opfergaben und vollständige Brandopfer und Sündopfer‘ — Opfer, die doch nach dem Gesetz dargebracht werden —, sagt er tatsächlich: ‚Siehe! Ich bin gekommen, um deinen Willen zu tun.‘ Er tut das weg, was zuerst ist, auf dass er das Zweite aufrichte. Durch den besagten ‚Willen‘ sind wir geheiligt worden durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi einmal für allezeit.“ (Heb. 10:5-10, NW) Tönt das nun danach, dass die Dinge für uns, die wir Leben und Glück suchen, neu gemacht werden? Fürs erste bedeutet jene Ersetzung der ersten Reihe von Opfern durch die zweite Art des Opfers, das wirklich heiligt, einen neuen Hohenpriester Gottes. Sie bedeutet ein neues Verhältnis der Anbeter zu Gott.
14, 15. Warum wurde ein neuer Bund nötig? Wie berührte dessen Verheissung durch Gott den Gesetzesbund?
14 Wieviel befriedigender ist doch dies als das alte. Die levitische Priesterschaft, die nur Tieropfer und vegetabilische Opfer darbrachte, wurde unter dem alten Gesetzesbund ins Amt eingesetzt, den Gott mit den natürlichen Israeliten durch Mose schloss. Somit waren jene Priester ein Teil des alten Systems der Dinge, das unter dem Gesetzesbund bestand. Die Opfer, die sie darbrachten, konnten niemals der Menschen Sünden wegnehmen und Menschen vollkommen machen; so waren sie denn lediglich ein Bild von dem kommenden wirklichen Opfer. Wenn die Menschen etwas dauernd Gutes erlangen sollten, war bestimmt ein neues, besseres System der Dinge notwendig, und Gott machte es durch seinen Sohn Jesus Christus. (Heb. 1:1, 2, NW) Der alte Gesetzesbund hinderte Jesus, den Messias, daran, ein Priester auf Erden zu werden, und jener Bund verurteilte nur die Menschen wegen der Sünden, statt sie von solchen zu befreien. Wenn es also einen neuen Hohenpriester Gottes gäbe, mit einem Opfer, das Sünden beseitigte, und wenn der Messias vom Stamme Juda dieser Hohepriester wäre, dann musste es einen neuen Bund geben. Christus Jesus wurde durch den geschworenen Eid Gottes Jehovas zum Hohenpriester gemacht, und dann wurde er als Hoherpriester des neuen Bundes gegeben. Was dies bedeutet, lesen wir in folgendem:
15 „Denn wenn jener erste Bund nicht mangelhaft gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden; denn er findet Mängel an den Leuten, wenn er sagt: ‚„Siehe! es werden Tage kommen“, spricht Jehova, „da ich einen neuen Bund vollziehe gegenüber dem Hause Israel und gegenüber dem Hause Juda: . . . Denn dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen errichten werde“, spricht Jehova: „Ich werde meine Gesetze in ihren Sinn legen und sie auf ihre Herzen schreiben, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Und sie werden nicht jeder seinen Mitbürger und jeder seinen Bruder lehren und sagen: ‚Erkenne Jehova‘, denn sie alle werden mich kennen, vom Geringsten bis zu ihrem Grössten. Denn ich werde barmherzig sein gegen ihre ungerechten Taten, und ich werde ihrer Sünden durchaus nicht mehr gedenken.“ ‘ Indem er sagt: ‚einen neuen Bund‘, hat er den früheren ausser Gebrauch gesetzt. Nun ist das, was ausser Gebrauch ist und alt wird, dem Verschwinden nahe.“ — Heb. 8:7-13, NW.
16, 17. Was brachte Gott durch die Dienste Christi zu Ende, und was führte er ein? Was bedeutete dies hinsichtlich der Systeme der Dinge?
16 Durch den Dienst Christi, des Mittlers, der grösser ist als der Prophet Mose, und durch seinen Dienst als sich selbst opfernder Hoherpriester, ersetzte Jehova Gott den alten Gesetzesbund durch den neuen Bund. Als Gott den alten Bund an den Marterpfahl nagelte, an dem Jesus Christus geopfert wurde, verging ein System der Dinge, das 1545 Jahre alt war und einst mit den natürlichen Juden oder Israeliten zu tun hatte. Am Pfingsttage des Jahres 33 n. Chr. führte der auferstandene und verherrlichte Jesus im Himmel den neuen Bund gegenüber seinen treuen Nachfolgern auf Erden ein. Damals wurden die christlichen Jünger durch Gottes ausgegossenen Geist gezeugt und wurden geistliche Israeliten oder innerlich Juden.
17 Würde dies denn nicht die Einführung neuer Systeme der Dinge bedeuten? Dies muss im Sinn der Worte des Apostels enthalten sein, wenn er sagt: „Wenn jemand in Einheit ist mit Christus, so ist er eine neue Schöpfung; die alten Dinge sind vergangen, siehe, neue Dinge sind ins Dasein gekommen. Doch alle Dinge sind von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnte und uns das Dienstamt der Versöhnung gab.“ (2. Kor. 5:17, 18, NW) So etwas wie diese „neue Schöpfung“ in Einheit mit Christus, dem Haupt, hatte nie zuvor bestanden, nein, nicht im ganzen Universum Gottes. So konnte es nicht anders sein, als dass neue Systeme der Dinge eingeführt werden sollten, und zwar in Verbindung mit der christlichen „neuen Schöpfung“. Solch neue Systeme wurden tatsächlich eingeführt. Jehova Gott zeigte dies an, als er die Wohltaten des neuen Bundes beschrieb und sagte, dass er dadurch tatsächlich Sünden von jenen geistlichen Israeliten entfernen werde, die in den Bund aufgenommen würden, und dass sie alle von Jehova gelehrt und alle ihn erkennen würden, von ihrem Geringsten bis zu ihrem Grössten. — Jer. 31:31-34, AS.
18. Was sehen wir somit jetzt durch Glauben? Welch besseres Verständnis von Offenbarung 13:8 haben wir in bezug auf das Lamm?
18 Es war in der Tat der Anfang einer wunderbaren Epoche, einer Epoche neuer Dinge, von der inspirierte Männer Gottes prophezeit hatten und welche durch die Opfer, Feste und Gesetze des alten Bundes vorgeschattet worden waren. Die nun herbeigeführten Wirklichkeiten übertrafen an Wunderbarem das, was sich Glaubensmenschen der alten Zeit vorgestellt hatten; und durch Glauben und die Erleuchtung durch Gottes Geist schauen wir sie jetzt. Folglich schreibt der Apostel: „Durch Glauben verstehen wir, dass die Systeme der Dinge durch Gottes Wort geordnet [bereitet, zurechtgemacht] wurden, so dass das, was geschaut wird, aus nicht erscheinenden Dingen geworden ist.“ (Heb. 11:3, NW, Fussn.) Nun können wir sehen, dass mehr gemeint ist, als wir früher erkannten, wenn Offenbarung 13:8 von Jesus Christus spricht als von dem „Lamme, das geschlachtet war von Grundlegung der Welt an“. (NW) Der Grund einer neuen Welt wurde in Wahrheit durch das Opfer gelegt, das er vor neunzehnhundert Jahren darbrachte. Diese Tatsache wird hervorgehoben durch den Apostel Paulus, wenn er in folgenden Worten zeigt, dass das Opfer des Hohenpriesters Jesus Christus keiner Wiederholung bedarf: „Auch ist es nicht am Platze, dass er sich selbst oft darbringen sollte . . . Sonst müsste er oftmals leiden von Grundlegung der Welt an.“ (Heb. 9:25, 26, NW) Welcher Welt, so fragen wir? Nun, der neuen Welt mit neuen Himmeln und einer neuen Erde, in der Gerechtigkeit wohnen wird. Durch sein Opfer schuf Jesus die Grundlage, auf der Geschöpfe auf Erden von Sünde und Tod befreit werden können, um in den neuen Himmeln und auf der neuen Erde der gerechten neuen Welt zu leben. Seit Grundlegung dieser Welt muss er forthin nicht oftmals leiden, um die neue Welt sicher und dauernd zu gestalten, denn sein Opfer war vollkommen und entsprach jeder Forderung der Gerechtigkeit.
19. Was für andere Erfordernisse erfüllte Jesus durch sein Opfer?
19 Mehr als das! Das Opfer Jesu entsprach den schwerwiegenden Erfordernissen, um glattweg Antwort zu geben auf die hervorragende Streitfrage, die sich vor dem ganzen Universum erhebt: Kann Jehova Gott seine Oberhoheit über die ganze Schöpfung behaupten, und wird Gottes höchster Sohn treu zur universellen Oberhoheit seines Vaters halten? Satan, der Verleumder, sagte nein, und indem er den vollen Druck von seiten seiner ganzen Welt anwandte, suchte er Jesus ebenfalls zum Neinsagen zu veranlassen. Durch sein williges, loyales Opfer aber antwortete Jesus, der Sohn Gottes, mit Ja! Indem Jesus selbst bis zum Opfertode am Marterpfahl seinen Gehorsam bewies, blieb er der universellen Oberhoheit Jehovas treu und hielt an seiner Lauterkeit gegen seinen Gott fest. Nach seiner Taufe im Jordan wurde er mit Gottes Geist zum König der neuen Welt gesalbt, und durch seine Lauterkeit gegen Gott, der ihm die Salbung zum König verlieh, bewies Jesus Christus sein Recht auf das Königreich. Damit bot er Gewähr für ein Königreich zur Leitung der neuen Welt in Gerechtigkeit. Durch sein Opfer bewerkstelligte er den Loskauf der Menschen, nicht nur jener, an welche die hohe Berufung erginge, mit ihm im Königreich des Himmels zu regieren, sondern auch jener aus der Menschheit, die in der neuen Welt seine irdischen Untertanen würden.
20. Warum ist der Grund der neuen Welt diese ganze Zeit unerschütterlich fest gewesen?
20 So wurde denn durch Jesu vollkommenes Opfer in doppeltem Sinne der Grund der neuen Welt gelegt. Damit er eines Tages der zur Herrschaft auf den Thron erhobene König sei, und damit er als Hoherpriester amten möge, indem er die Wohltaten seines menschlichen Opfers anwende, weckte Gott der Allmächtige Jesus Christus als unsterblichen Geistsohn aus den Toten auf und führte ihn in seine himmlische Gegenwart ein. Als Folge ist der Grund der neuen Welt durch all die Stürme hindurch und trotz all den Angriffen in den vergangenen neunzehnhundert Jahren unerschütterlich und fest geblieben, und heute heissen wir das eilige Näherkommen der neuen Welt mit Jesus Christus als Jehovas gesalbtem König jubelnd willkommen.
GEGENWÄRTIGE FREUDE ÜBER DAS NEUE
21. Müssen wir bis zur neuen Welt auf neue Systeme warten? Wieso?
21 Die kommende neue Welt ist eines von den neuen Systemen der Dinge, die Gott durch seinen Sohn schafft. Doch nach ihrer Grundlegung brauchten wir nicht zu warten bis zur tatsächlichen Aufrichtung der neuen Welt, um uns der neuen Systeme der Dinge zu erfreuen. Christen, die von Pfingsten des Jahres 33 an in den neuen Bund gebracht worden sind, haben sich der neuen Anordnungen und Vorkehrungen erfreut. Kein buchstäblicher Tempel zu Jerusalem, kein levitisches Priestertum, keine Tieropfer, die jahraus, jahrein immer wieder dargebracht werden müssen, kein Gewissen, das mit Sündenschuld belastet ist, wofür das Gesetz Moses die Menschen verurteilt, nein, nichts von alledem für uns! Wir sind gekommen zum Neuen Jerusalem, zu Gottes Kapitale des Universums. Wir haben einen neuen Tempel, dessen Haupteckstein Jesus Christus ist, und all seine geistlichen Nachfolger sind lebendige Steine, die auf ihn als Grundlage aufgebaut sind. Wir haben einen neuen Hohenpriester, ein neues Opfer von höherer Art, das durch sein Blut tatsächlich Sünden wegfegt, ein neues Gesetz, nicht auf steinerne Tafeln geschrieben, sondern auf unsere Herzen, einen neuen Mittler zwischen Gott und Menschen, einen neuen Bund. Noch etwas weiteres? Jawohl, neue Erkenntnis, neue Werke Gottes in Erfüllung seiner Prophezeiungen der Vergangenheit, der Schatten- und Vorbilder, ein neues Dienstamt und ein neues Verhältnis zu Gott als seine neue Nation des geistlichen Israel und als seine Söhne, deren Geist zu ihm ruft: „Abba, Vater!“ Wahre Christen, die ihren Vorrechten gemäss leben, haben sich dieser Dinge durch die Jahrhunderte hindurch erfreut. Heute erfreut sich ihrer ein treuer Überrest von Miterben Christi. Alle diese neuen Dinge, die seit Pfingsten als neue Systeme der Dinge zusammenwirken, sind Vorläufer und bilden eine Vorbereitung auf Gottes eigene neue Welt. Sie bieten eine unbedingte Gewähr für das völlige Kommen der neuen Welt.
22. Warum besitzen diejenigen unter dem neuen Bunde nicht den Geist dieser Welt? Wer ist ihre Mutter und wodurch?
22 Seit dem Tode, der Auferstehung und der Himmelfahrt Christi haben sich all diese Dinge selbst inmitten dieser alten Welt bewahrheitet. Der neue Bund ist kein Teil der Anordnungen der alten Welt, sondern er nimmt Glieder eines Volkes für Jehovas Namen aus dieser Welt heraus. (Apg. 15:14) Diese sind nicht mehr ein Teil der alten Welt, so wenig wie Jesus, ihr Mittler, je ein Teil davon war. Und Gott hat als sein Volk jene herausgewählt, welche diese Welt nicht schätzt. Bildlich gesprochen, sind sie gegenüber dieser Welt an den Pfahl geschlagen, und anderseits ist diese ihnen gegenüber als etwas zur Vernichtung Verurteiltes an den Pfahl geschlagen. Und so haben sie nicht den Geist dieser Welt, noch folgen sie ihrer Weisheit. (Joh. 8:23; 15:19; 17:6, 14, 16; 1. Kor. 1:27, 28; Gal. 6:14; 1. Kor. 2:12; 3:19) Sie haben „gekostet das rechte Wort Gottes und die Kräfte des kommenden Systems der Dinge“, wie uns der Apostel sagt. Er sagt denen, die Gottes Kinder im neuen Bunde sind, dass ihre Mutter nicht die Organisation unter dem mosaischen Gesetzesbund sei, die durch die Magd Hagar veranschaulicht wurde. Ihre Mutter ist wie das freie Weib, dem Hagar gehörte, Sara, das wahre Weib Abrahams. Abraham, der auf göttlichen Befehl hin seinen geliebten Sohn opferte, stellt Jehova Gott dar, und sein Weib Sara stellt die heilige Organisation dar, welche die Mutter oder Hervorbringerin der Kinder Gottes ist. Sie ist kein Teil dieser alten Welt, sondern ist rein davon und steht hoch über ihr. Sie ist himmlisch wie Gott und ist ihm vollständig untertan und seinen Vorsätzen ergeben. Das Jerusalem auf Erden ist nicht ihr Sinnbild. „Doch“, sagt der Apostel Paulus zu Christen im neuen Bunde, „das Jerusalem droben ist frei, und dies ist unsere Mutter“. (Heb. 6:5 und Gal. 4:24-31, NW) Mittels des neuen Bundes bringt sie Gottes geistige Kinder hervor, die mit Jesus Christus im himmlischen Königreich Miterben sein sollen.
23. Warum können wir die Zeit des neuen Bundes nicht als „das Evangeliumszeitalter“ bezeichnen?
23 Diese Zeitperiode, in welcher der neue Bund in Kraft ist, und in der die gute Botschaft vom Königreich von den im Bunde Stehenden gepredigt wird, sollen wir nicht durch einen Namen bezeichnen wie „das Evangeliumszeitalter“. Lasst uns daran denken, dass das Evangelium oder die gute Botschaft nicht erst gepredigt zu werden begann, als der neue Bund geschlossen wurde. Nein, denn in Galater 3:8 (NW) lesen wir: „Die Schrift nun, voraussehend, dass Gott Leute aus den Nationen zufolge von Glauben gerecht erklären würde, verkündigte die gute Botschaft im voraus dem Abraham, nämlich: ‚Durch dich werden alle Nationen gesegnet werden.‘ “ Auch können wir nicht sagen, dass das System der Dinge des neuen Bundes mit der kommenden Schlacht von Harmagedon ende, in welcher diese Welt vernichtet werden wird. Da es von Gottes geistlichen Kindern im neuen Bunde einen Überrest geben wird, der über Harmagedon hinaus- und in die neue Welt hineinlebt, so muss dieses System des neuen Bundes bis nach Harmagedon dauern. Zusammen mit seinen Vorkehrungen muss es weiterbestehen, bis Gottes treuer Überrest durch Gottes Macht von der Erde weggenommen und mit Jesus Christus im himmlischen Königreich verherrlicht sein wird. Folglich kommt das Ende der Einrichtung des neuen Bundes nicht am Ende dieser alten Welt der Herrschaft Satans. Wir müssen noch warten, um zu sehen, wann Jehova Gott den neuen Bund zu seinem erfolgreichen Ende bringt. Um jene Zeit wird er alle seine geistlichen Söhne in die „kommenden Systeme der Dinge“ hineinbringen, in welchen „der unübertroffene Reichtum seiner unverdienten Güte in seiner Huld gegen uns in Gemeinschaft mit Christus Jesus dargetan werden wird“. — Eph. 2:7, NW.
24. Hört mit dem Ende des neuen Bundes der abrahamische Bund zu bestehen auf? Weshalb?
24 Eines ist sicher: Das Ende des neuen Bundes bringt nicht das Ende des Bundes Gottes mit Abraham mit sich, dem die gute Botschaft verkündigt wurde: „Durch dich werden alle Nationen gesegnet werden.“ Jener abrahamische Bund ist ein „ewiger Bund“. (Ps. 105:8-10) Er wird weiterreichen durch die tausend Jahre der Königsherrschaft Christi hindurch zur Segnung all seiner irdischen Untertanen, ungeachtet welcher Nationalität sie in dieser alten Welt gewesen seien.
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Die Neue-Welt-Gesellschaft beginnenDer Wachtturm 1951 | 1. Januar
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Die Neue-Welt-Gesellschaft beginnen
1. Wie wird die neue Welt ihre Gesellschaft haben? Wie hat die Aufrichtung des Königreiches uns bereits berührt?
DIE alte Welt hat ihre Gesellschaft oder ihre Leute, die gemäss einer gewissen Gesellschaftsordnung leben. Die neue Welt wird ebenfalls ihre Gesellschaft haben, deren sämtliche Glieder im Einklang mit einer gerechten Einrichtung leben werden. Satan der Teufel, der Gott dieses gegenwärtigen bösen Systems der Dinge, ist der unsichtbare Herrscher der Gesellschaft der alten Welt, doch wird er nicht der Gott der neuen Welt sein. Sein böses System wird durch den kommenden „Krieg des grossen Tages Gottes, des Allmächtigen“, Harmagedon, ausgelöscht werden. (Off. 16:14-16, NW) Jehova, dessen universelle Oberhoheit Satan angetastet hat, wird der eine wahre, lebendige Gott der neuen Welt sein. Er wird durch die theokratische Herrschaft seines treuen Sohnes Jesus Christus, des Königs, herrschen. Dieses Königreich wird neue Systeme der Dinge einrichten, solche, von denen die Bibel als von noch kommenden spricht. Denkt daran, gerade die Aufrichtung des Reiches Gottes in den Himmeln durch die Thronerhebung seines Sohnes im Jahre 1914 führte einen radikalen Wechsel in der Tätigkeit der geistlichen Kinder Gottes herbei, die unter dem neuen Bund standen. Sie hat die Botschaft, die sie auf der ganzen Erde als Zeugnis allen Nationen predigen, wunderbar verändert. Ja, sie hat ein „neues Lied“ in ihren Mund gelegt, das Lied vom Königreich Gottes, das endlich, nach Jahrtausenden des Wartens, geboren worden ist. (Off. 14:3; 12:1-10) Die Systeme der Dinge, unter denen wir gemäss dem neuen Bunde gelebt haben, sind grossartig gewesen, das müssen wir zugeben; doch jene, die in der neuen Welt herrschen, werden, oh!, noch viel grossartiger werden für die ganze mit ihnen verbundene Gesellschaft.
2. Warum wird es dann anders sein? Was ist der Beweis?
2 Warum sollte sie nicht anders, nicht besser sein? Da sie doch neue Himmel und eine neue Erde umfassen wird! Die Vernichtung dieser alten Welt mit ihren vom Teufel beherrschten Himmeln und ihrer Erde wird daher kein Unglück sein. Wir schauen ihr begierig entgegen, gleichwie der Apostel Petrus, der sagt: „Indem ihr erwartet und fest im Sinn behaltet die Gegenwart des Tages Jehovas, wodurch die Himmel, in Feuer geraten, aufgelöst und die Elemente in Gluthitze zerschmelzen werden. Doch gibt es neue Himmel und eine neue Erde, die wir nach seiner Verheissung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen.“ (2. Petrus 3:12, 13, NW) Das Königreich Jesu Christi, zusammen mit seinen 144 000 treuen, siegreichen Nachfolgern, wird, die „neuen Himmel“ bildend, seine Macht über den ganzen Erdball ausdehnen. Zu diesen geistlichen Nachfolgern hat Jesus gesagt: „Da ist niemand, der Haus oder Weib oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen hat um des Königreiches Gottes willen, der nicht bestimmt vielmal mehr empfängt in dieser Zeitperiode und im kommenden System der Dinge ewiges Leben.“ (Luk. 18:29, 30, NW; Mark. 10:30) Der Evangeliumsbericht des Matthäus spricht vom kommenden System und nennt es die „Wieder-Schaffung“ oder die „neue Welt“ mit den Worten: „In der Wieder-Schaffung [neuen Welt], wann der Sohn des Menschen sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr selbst, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen richtend die zwölf Stämme Israels. Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Felder verlassen hat um meines Namens willen, wird vielmal mehr empfangen und wird ewiges Leben ererben.“ — Matth. 19:28, 29, NW, Rdbem.
3. Was wird die „neue Erde“ sein?
3 Was ist aber von der „neuen Erde“ zu sagen? Nun, sie wird die menschliche Gesellschaft, natürlich auf unserm selben Planeten, sein, organisiert jedoch nach einem neuen, gerechten System der Dinge unter dem Königreiche. Zweifellos werden die meisten derer, welche in die Zustände der „neuen Erde“ eingehen, hierzu von den Toten auferweckt werden müssen. Wie Jesus es sagte, als er über die allgemeine Auferstehung der Menschen sprach: „Die Kinder dieses Systems der Dinge heiraten und werden verheiratet, jene aber, die würdig erachtet worden sind, jenes System der Dinge zu erlangen und die Auferstehung aus den Toten, werden weder heiraten noch verheiratet werden. In der Tat, sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich, und sie sind Gottes Kinder, indem sie Kinder der Auferstehung sind.“ — Luk. 20:34-36, NW.
4. Mit wem wird die neue Erde beginnen? Inwiefern sind sie Fremdlinge?
4 Indes ist dieses kommende System der Dinge ein
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