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Der bewunderungswürdige MutterleibErwachet! 1974 | 22. Mai
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Erstaunliche Vorgänge während der Geburt
Am Ende der neun Monate hat sich die Gebärmutter um ein Vielfaches ihrer normalen Größe erweitert, so daß das Kind, das jetzt sechs bis zehn oder noch mehr Pfund schwer ist, darin Platz hat. Zur Zeit der Geburt muß sich die Gebärmutter zusammenziehen, um das Kind auszustoßen. Diesen Vorgang nennt man „Wehen“. Die Gebärmutter ist durch die besondere Anordnung ihrer Muskulatur vorzüglich dafür ausgerüstet. Ihre Muskelfasern sind in Form von Spiralen angeordnet, die von außen nach innen streben. Peristaltische Wellen, die in den Wänden der Eileiter beginnen, wirken als seitliche Schrittmacher für die Gebärmutterkontraktionen, die oben beginnen und sich bis zum Gebärmutterhals fortsetzen. Interessant ist die Tatsache, daß das zu unregelmäßigen Kontraktionen führen könnte, hätte die Gebärmutter nicht gewissermaßen einen eigenen Wehenrhythmus.
Nach der Geburt des Kindes erfolgt die Geburt der Plazenta mit der daranhängenden Nabelschnur. Würde die Nabelschnur nicht abgetrennt, so würde sie samt der Plazenta innerhalb von etwa einer Woche eintrocknen. Aber gewöhnlich bindet der Arzt die Nabelschnur ab und durchschneidet sie dann. Ist dieser Schnitt mit großem Blutverlust verbunden? Normalerweise nicht. Die in die Nabelschnur eingelagerte gallertartige Substanz quillt bei Luftberührung auf und drückt die Blutgefäße wie mit einer Klammer zusammen. Im Herzen des Kindes schließt sich jetzt auch eine Klappe, damit das Herz seine neue Aufgabe, das Blut in die nun arbeitenden Lungen des Kindes zu pumpen, erfüllen kann. Würde sich diese Klappe nicht schließen, müßte das Kind sofort sterben.
Die meisten Kinder werden in der sogenannten Hinterhauptslage, mit dem Kopf nach unten, geboren. Die Fruchtblase springt, aber das Fruchtwasser schützt das Kind immer noch vor örtlichen Verletzungen, indem es ein hydrostatisches Gleichgewicht herstellt, so daß sich der Druck der Gebärmutterkontraktionen über seinen ganzen Körper gleichmäßig verteilt. Das Kind kommt nicht blutbeschmiert, sondern sauber, vom Fruchtwasser gewaschen, zur Welt. Nach der Lösung und Ausstoßung der Plazenta, was ohne nennenswerten Blutverlust geschieht, bildet sich die Gebärmutter zurück, bis sie nur noch so groß oder etwas größer ist, als sie ursprünglich war.
Die Fortpflanzungsorgane verdienen unsere Hochachtung
Wenn man es sich richtig überlegt, muß man zugeben, daß die Vorgänge in der Gebärmutter als ein Wunder bezeichnet werden müssen. In diesem Aufsatz ist nur ein winziger Bruchteil davon beschrieben worden. Die Biologen und Mediziner können lediglich einen kleinen Teil der Vorgänge erklären. Wer versteht sie völlig? Derjenige, der dafür verantwortlich ist — der Schöpfer, Jehova Gott. Man beachte, wie wahr folgende Worte des Psalmisten sind, die er unter der Einwirkung des Geistes Gottes schrieb (Ps. 139:13, 15, 16):
„Du selbst brachtest meine Nieren hervor.“
Jedes Organ des Körpers ist vom Schöpfer entworfen worden und wird im Mutterleib gebildet, um seine bestimmte Aufgabe zu erfüllen.
„Du hieltest mich abgeschirmt im Leibe meiner Mutter.“
Selbst heute können die Menschen viele Vorgänge in Verbindung mit der Entwicklung des Kindes im Mutterleib nicht beobachten. Gott hat es so gemacht, daß der Gestaltungsvorgang, der dem menschlichen Auge unschön erscheint, nicht zu sehen ist. Das Kind kommt fertig aus dem Mutterleib hervor, sauber, schön und liebenswert. (Vergleiche 1. Korinther 12:23, 24.)
„Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, als ich insgeheim gemacht wurde, als ich in den untersten Teilen der Erde gewirkt wurde.“
In der sechsten Woche hat der Embryo die Anlage zu einem kompletten Skelett bekommen. Es besteht allerdings noch nicht aus Knochen, sondern aus Knorpel. Später ersetzen richtige Knochenzellen den Knorpel. Der Psalmist spricht davon, daß Sehnen, Muskeln und Gewebe „gewirkt“ würden — die Tausende verschiedenen „Fäden“, aus denen ein kunstvolles Gebilde entsteht, das sich durch seine Farbe, Schönheit und Funktion auszeichnet. Es geschieht im Dunkel des Mutterleibes, so unsichtbar und geheimnisvoll für den Menschen, wie es die Tiefen der Erde sind.
„Deine Augen sahen selbst den Embryo von mir, und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben hinsichtlich der Tage, da sie gebildet wurden und unter ihnen noch nicht einer da war.“
Die Wissenschaftler wissen heute, daß sich der genetische Code hauptsächlich in den „Genen“, die im Kern des befruchteten Eies liegen, befindet. Für Gott, der den Menschen geschaffen hat, ist es auch möglich, im voraus zu wissen, welche besonderen körperlichen und geistigen Merkmale ein Kind zufolge der Vererbung haben wird. (Vergleiche 1. Mose 16:11, 12; 25:23; Römer 9:10-12.)
Der Psalmist schreibt außerdem:
„Wie kostbar also deine Gedanken für mich sind! O Gott, auf wieviel beläuft sich ihre große Summe!“ (Ps. 139:17).
Da wir wissen, wie kunstvoll unser Körper mit seinen Fortpflanzungsorganen gebildet ist und wie hoch Gott diese Organe einschätzt, sollten wir alle — Männer und Frauen — uns vor jeglichem Mißbrauch dieser Organe hüten. Absichtliche und unnötige Unfruchtbarmachung würde bestimmt zeigen, daß wir die Schöpfung Gottes mißachten. (Vergleiche 5. Mose 23:1.) Andererseits mag eine Krankheit es erforderlich machen, daß bestimmte Organe durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden, um das Leben des Patienten zu retten. Bei Frauen kommt es gelegentlich vor, daß ihre Fortpflanzungsorgane entfernt werden müssen. Es ist dem Gewissen eines Christen überlassen, wie er in einem solchen Fall entscheidet. Er müßte aufgrund seiner Kenntnis des Problems und aufgrund dessen, ob sein Arzt eine solche Operation für erforderlich oder unbedingt notwendig hält, entscheiden. Doch sollte man stets daran denken, daß diese erste „Wiege“ des Menschen das Werk Gottes ist und mit größter Hochachtung behandelt werden sollte.
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Gibt es wirklich „rudimentäre“ Organe?Erwachet! 1974 | 22. Mai
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Gibt es wirklich „rudimentäre“ Organe?
DIE Evolutionisten haben jahrelang verschiedene Organe des menschlichen Körpers als „rudimentär“ bezeichnet, als zurückgebildete Organe, die bei den Vorfahren des Menschen einst wichtig gewesen seien, jetzt aber zufolge seiner Aufwärtsentwicklung bedeutungslos geworden wären. Interessant in dieser Beziehung ist die kleine Drüse, die die Form eines Tannenzapfens hat und „Zirbeldrüse“ genannt wird. Obwohl sie im Zwischenhirn liegt, ist sie kein Teil des Gehirns. In der Zeitschrift Hospital Practice wurde berichtet, man habe „bis vor kurzem“ angenommen, daß „diese Drüse keinem biologischen Zweck mehr dient und lediglich ein rudimentäres Gebilde“ sei. Jetzt hat es sich gezeigt, daß die Zirbeldrüse „die einzigartige Fähigkeit hat, Melatonin zu erzeugen“. Dieser Stoff wirkt auf das Gehirn, die Fortpflanzungsorgane sowie auf die Hypophyse, die Nebennieren und die Schilddrüse.
Die Wissenschaftler nehmen an, daß die Zirbeldrüse beim Menschen „eine Kontrolle über den Körper ausübt, insbesondere durch ein Regulieren der biologischen Uhr seines Körpers“ (Science Digest, September 1972). Die Zirbeldrüse erfüllt diese Aufgabe offenbar, indem sie verschiedene chemische Stoffe absondert. So wird angenommen, daß die Zirbeldrüse viele der unwillkürlichen Vorgänge des menschlichen Körpers chemisch steuert, zum Beispiel, indem sie dazu beiträgt, daß die Körpertemperatur am Tag steigt und nachts sinkt.
Eine andere Drüse, die lange als nutzloses Gebilde galt, ist die Thymusdrüse. In dem Artikel „Eine ,nutzlose‘ Drüse wacht über unsere Gesundheit“, veröffentlicht in Das Beste, Januar 1967, wird gesagt:
„Zwei Jahrtausende lang haben die Ärzte daran herumgerätselt, wozu wohl das Stückchen rötlichgrauen Gewebes dienen möge, das hinter dem Brustbein liegt, der Thymus. Manche glaubten, diese Drüse ernähre den Fetus ... In neuerer Zeit sah man in ihr, wie im Blinddarm, ein verkümmertes Organ, das keine Aufgabe mehr erfülle — sofern es überhaupt einmal eine gehabt habe.
Erst in den letzten Jahren haben amerikanische, englische, australische und schwedische Forscher das Rätsel lösen können. Sie haben nachgewiesen, daß der Thymus keineswegs so nutzlos ist, sondern das gesamte komplizierte Abwehrsystem beherrscht, das den Menschen vor Ansteckung schützt ...
Wird unser Immunitätssystem allein vom Thymus regiert? Neuere Forschungsergebnisse bekräftigen die Annahme, daß bei der Antikörperreaktion auch der Blinddarm sowie Gaumen- und Rachenmandeln [die einst als rudimentäre Organe galten] mitspielen.“
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