Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • w51 1. 8. S. 227-228
  • Der moralische Zusammenbruch

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Der moralische Zusammenbruch
  • Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1951
  • Ähnliches Material
  • Wohin steuert die Moral?
    Erwachet! 1993
  • „Jedes sittliche Empfinden verloren“
    Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1954
  • Moralische Werte
    Erwachet! 2019
  • Hin und her geworfen von sich wandelnden Werten
    Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 2007
Hier mehr
Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1951
w51 1. 8. S. 227-228

Der moralische Zusammenbruch

VOR zehn Jahren schrieb ein hervorragender Zeitungsartikelschreiber in den Vereinigten Staaten: „Was uns widerfährt, ist im wesentlichen ein moralischer Zusammenbruch. Die Lücke zwischen dem, was wir zu glauben vorgeben, und dem, was wir tatsächlich tun, ist beständig grösser geworden . . . Ich weiss nicht genau, wann das Sittengesetz durch die Idee ersetzt worden ist, Unrechttun sei nicht profitabel. Wer heutzutage den Radiodramen zuhört, der lernt, dass Verbrechen sich nicht bezahlt machen, dass sie nicht vereinbar sind mit dem Leitsatz: Profit. Die Sicherheitspolizei wird der Gangster schliesslich doch immer wieder habhaft. In alter Zeit waren es gewöhnlich Gott und die Gewissensbisse, welche Vergeltung übten. Heute ist Gott J. Edgar Hoover, und er ist ein unzulänglicher Ersatz . . . Im zwanzigsten Jahrhundert begannen moralische Sanktionen wissenschaftlichen Erklärungen zu weichen. Die ‚Wissenschaft‘ bestätigte die Gesetze vom Überleben der Tauglichsten, der biologischen Zuchtwahl, der Relativität in der Geschichte, des psychologischen Determinismus. Die Religion wurde zum Aberglauben und die Sitten völlig relativ. Wenn wir auf diesem Wege weiterdenken, wird die Demokratie stranden.“ — Los Angeles, News, 29. März 1941.

Die Zeitungsnachrichten der Gegenwart unterstreichen diese Analyse, die vor einem Jahrzehnt gemacht wurde. Jüngst sagten führende Erzieher, General Eisenhower inbegriffen, dass, wenn die Vereinigten Staaten als Demokratie weiterbestehen sollen, sie „verständnisvolle und inbrünstige Loyalität gegenüber moralischen und geistigen Werten“ entwickeln müssen. Zahlreiche Blossstellungen der moralischen Pflichtvergessenheit in Regierungsangelegenheiten veranlassten Senator Fulbright zu den Worten: „Ich glaube, dass die Demokratie eher vernichtet wird durch die Verfälschung oder Preisgabe echter moralischer Grundsätze als durch einen bewaffneten Angriff von Russland.“ Er regte an, dass von seiten des Kongresses eine Nachforschung eingeleitet werde über „das allgemeine moralische Niveau“ der Exekutive der Bundesregierung [der USA.].

Auch Präsident Truman anerkannte den moralischen Zusammenbruch mit den Worten, wir müssten „die moralischen Kräfte der Welt wider die unmoralischen Kräfte zu mobilisieren“ suchen. Als Folge der Blossstellungen der verkehrten Verwendung von Regierungsanleihen und der Bemühung auf seiten des Büros des Präsidenten, gewisse Dinge zu umgehen, mit der Behauptung, sie seien nicht „ungesetzlich“, fragte der U. S. News & World Report vom 16. März: „Oft ist es nicht ungesetzlich. Ist es ungebührend? Sind gute Sitten aus der Mode gekommen?“

Für viele freilich ja. Prinzessin Elisabeth von England hat gesagt: „Wir können wohl kaum anders als zugeben, dass wir in einem Zeitalter leben, wo die Menschen mehr und mehr nur auf sich selbst eingestellt sind, wo sich der Materialismus verschärft und wo Sitten-Massstäbe herabgesetzt werden . . . Ich glaube, es besteht grosse Furcht in unserer Generation, als sittenhaft kleinlich bezeichnet zu werden. Als Folge fürchten sich die Leute manchmal davor, ihr Missfallen über das zu bekunden, was sie als unrecht erkennen.“ Senator Robert Taft (USA.) schloss einen Artikel über den Niedergang der politischen Moral mit den Worten: „Vielleicht hat das Volk den Sinn für moralische Lauterkeit verloren, weil seine Führer ihn verloren haben, doch glaube ich das nicht. Ich denke, es ist eher ein Gefühl hoffnungsloser Verabscheuung als ein Gefühl der Billigung.“ — Reader’s Digest, November 1950.

Wie es bei den hoch respektierten Religionsorganisationen der Welt Brauch zu sein scheint, wurde deren Gewissen erst wach, nachdem sich die öffentliche Meinung bemerkbar gemacht hatte, und reichlich spät erhoben sie Proteste.

Der Geistliche R. J. McCracken erklärte: „Die grösste Gefahr, welche diesem Lande [USA.] droht, ist die Gefahr moralischer Lässigkeit — die Freiheit wird zur Zügellosigkeit, Rechte werden verlangt und Pflichten umgangen, der Sinn für Moral wird untergraben, die Traditionen und Massstäbe der Nation werden geschwächt, und ihre geistigen Kräfte verlieren an Grund.“ Eine Woche später sagte er in ähnlichem Ton: „Die Amerikaner reden oft von Russland, es sei atheistisch. Ja, es ist offen und frank atheistisch. Sollten wir aber nicht fragen, in welch bedeutsamem oder realistischem Sinn wir den Namen ‚christlich‘ auf uns selbst oder auf unser nationales Leben anwenden können? . . . Ist der moralische Grundton der Nation, ist ihre Politik, ihr Geschäftsleben, ihre Literatur; sind ihre Theater, ihre Kinos, ihre Kettenrundfunke, ihre Fernsehsender etwa christlich?“

Letzten März sagte ein Rabbi der Stadt New York, die Kirche und Synagoge sollten Herrschern und Regierungen „ins Gewissen reden“. Weltliche Religionen sind stets bereit, andern ‚ins Gewissen zu reden‘, aber selten ist ihr Gewissen wach genug, um sich selbst anzuklagen. Die Strohhalme in den Augen anderer regen sie mehr auf als die Balken in den eigenen Augen. — Matth. 7:3-5, NW.

Betroffen über den moralischen Zusammenbruch machte jüngst Dr. Reinhold Niebuhr vom Union-Theologie-Seminar einen Kommentar: „Es ist nicht ganz klar, warum in des Menschen heutiger Geschichte alles verkehrt gegangen zu sein scheint.“ Die Bibel ist jedoch hierüber klar und zeigt, dass dies ein Teil des Zeichens der letzten Tage der Welt Satans ist. (2. Kor. 4:4; 2. Tim. 3:1-5) Der Rat der Bibel, der Versuchung zu widerstehen und Unrechttun von Anfang an zu meiden, ist ein praktischer Rat, und jemand schrieb dies dem Inhalte nach an die New York Times und fügte dann bei: „Es wird viele geben, die sagen werden, dies sei zu naiv, zu einfach; die Sache sei komplizierter als nur so. Wenn es doch so einfach ist, wie viele von uns handeln dann entsprechend? Die Wahrheit ist immer einfach; wir sind es, die sie kompliziert machen.“

Weder Politiker noch sozial Arbeitende noch Geistliche werden den moralischen Zusammenbruch aufhalten. Das Heilmittel der Bibel ist das praktische Heilmittel, und praktische Menschen werden ihre einfachen Heilmittel anwenden, um jetzt Hilfe zu erlangen sowie bleibende Hilfe für die ganze Menschheit in einer neuen Welt der Gerechtigkeit. Die da seufzen und jammern wegen der unmoralischen Zustände, die da ihre geistige Not erkennen, die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, werden gesättigt und froh gemacht werden. — Hes. 9:4; Matth. 5:3-7, NW.

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen