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  • Ein eindrucksvolles Zeugnis für Gottes Herrlichkeit und Schöpfermacht
    Der Wachtturm 1979 | 15. Juni
    • Augen, daß sowohl das vereinte Zeugnis der Schöpfung als auch das in der Bibel enthaltene schriftliche Gesetz sowie die Hilfe, die Gott Rechtschaffenen gewährt, die Existenz des Höchsten beweisen. Dieses Zeugnis sollte uns dazu veranlassen, Gottes Wohlgefallen erlangen zu wollen. Ja, möge das ‘Sinnen unseres Herzens’ Jehova Gott wohlgefällig sein, während wir ständig zu ihm aufblicken, damit er unsere Schritte recht lenke.

  • Solltest du den Brauch befolgen?
    Der Wachtturm 1979 | 15. Juni
    • Solltest du den Brauch befolgen?

      EIN Ehepaar aus Rhodesien, das bei seinen Freunden in Österreich zu Besuch war, wurde einmal eingeladen, zu einem geselligen Beisammensein in der Wohnung einer anderen Familie zu kommen. Als sie dort eintrafen, bat man sie, ihre Schuhe auszuziehen, und jeder von ihnen erhielt ein Paar Hausschuhe. Zuerst waren sie wie vor den Kopf geschlagen, da sie nicht die Gewohnheit hatten — und schon gar nicht in der Wohnung anderer Leute —, ihre Schuhe vor Fremden auszuziehen. Doch bald erholten sie sich von dem Schreck und kamen bereitwillig der Bitte nach. Warum taten sie das? Weil sie erkannten, daß es offenbar bei jener Familie Brauch war, die Schuhe auszuziehen, bevor man die Wohnung betrat.

      Diese Entscheidung ist dem Ehepaar natürlich relativ leichtgefallen, weil nichts Wichtiges auf dem Spiel stand. Doch nicht alle Probleme, bei denen es um Bräuche geht, können so leicht gelöst werden, besonders wenn es um Angelegenheiten geht, die das christliche Gewissen betreffen. Sehr viele Bräuche sind harmlos und bereichern sogar das Leben. Einige wirken sich jedoch sehr nachteilig aus und können jemandes Verhältnis zu seinem Schöpfer stark beeinträchtigen. Andere dagegen sollte man sich wirklich zur Gewohnheit machen, wenn man auf dem Weg des Lebens wandeln will.

      WAS IST EIN BRAUCH?

      Das Wort „Brauch“ wird definiert als „innerhalb einer Gemeinschaft in der häufigen Ausübung festgewordene u. in bestimmten Formen ausgebildete Gewohnheit; überkommene Sitte“ (Das große Wörterbuch der deutschen Sprache).

      Im Bibelbuch 1. Mose, Kapitel 29 finden wir ein Beispiel für einen Brauch. Der dort aufgezeichnete Bericht handelt davon, wie Jakob mit seinem Onkel Laban verhandelte, weil er dessen jüngere Tochter Rahel heiraten wollte. Sie kamen überein, daß Jakob sieben Jahre lang für Laban arbeiten sollte, um dann als Gegenleistung Rahel, die er sehr liebte, zur Frau zu bekommen. Am Ende der sieben Jahre sprach Jakob Laban wegen dieser Sache an und sagte: „Übergib mir meine Frau, denn meine Tage sind um.“ Doch Laban betrog Jakob, indem er ihm nicht Rahel, sondern seine ältere Tochter Lea gab. Verständlicherweise war Jakob wegen dieses Betrugs sehr verärgert und protestierte bei seinem Onkel. Was antwortete Laban darauf? „Es ist nicht üblich an unserem Ort, auf diese Weise zu tun [„Es ist hierzulande nicht Brauch“, Neues Göttinger Bibelwerk], die Jüngere vor der Erstgeborenen zu geben.“ Obwohl Jakob so betrogen wurde, stellte er dieses ungeschriebene Gesetz nicht in Frage, sondern respektierte es, indem er einwilligte, noch eine Woche zu warten, bis er Rahel zur Frau bekam (1. Mose 29:15-28).

      Wir könnten auch ein Beispiel aus der heutigen Zeit anführen, um die Bedeutung des Wortes „Brauch“ zu veranschaulichen. Damit in Rhodesien eine Ehe offiziell anerkannt wird, muß sie von einem Beauftragten der Regierung gesetzlich eingetragen werden. Früher jedoch war das nicht der Fall gewesen. Wenn die Ehe in der Gemeinde anerkannt sein sollte, mußte man die Hochzeit nach afrikanischem Brauch — einem ungeschriebenen Gesetz — feiern. Dazu gehörte, daß ein Brautpreis oder lobola bezahlt werden mußte und daß sich ein Mittelsmann zu vergewissern hatte, ob die Heirat die Zustimmung der Eltern oder des Vormunds fand. Obwohl sie eine Heiratsurkunde besitzen, fühlen sich auch heute noch viele Afrikanerinnen nicht richtig verheiratet, wenn die alten Bräuche nicht befolgt worden sind.

      Die eben erwähnten Beispiele handeln von Bräuchen, die nicht notwendigerweise schlecht sind, wobei man natürlich voraussetzen muß, daß sie nicht mißbraucht werden. Viele Bräuche bereiten sogar großes Vergnügen und machen das Leben schöner. Wer hat zum Beispiel keine Freude daran, mit Stäbchen chinesisch zu essen oder, genauer gesagt, es zu versuchen? Der Brauch, die Schuhe auszuziehen, bevor man eine Wohnung betritt, trägt nicht nur zu einer entspannten Atmosphäre bei, sondern bietet einem auch die Möglichkeit, zu zeigen, daß man auf die Gastgeberin, die bemüht ist, ihr Haus ordentlich und sauberzuhalten, Rücksicht nimmt. Ferner ist es seit undenklichen Zeiten während der Ernte Brauch, fröhlich und vergnügt zu sein (Ps. 126:5, 6). Ja, solche Bräuche tragen viel dazu bei, daß man mehr Freude am Leben hat.

      Jesus Christus verurteilte nicht alle Bräuche und Gewohnheiten. Bei einer Gelegenheit tadelte er sogar einen Pharisäer namens Simon, der es versäumt hatte, ihm eine bestimmte, sonst übliche Geste der Gastfreundschaft zu erweisen (Luk. 7:44-46). Als Jesus bei einer anderen Gelegenheit nach jüdischem Brauch in einer Synagoge aus der Schrift vorlas, legte er auf überzeugende Weise Zeugnis davon ab, daß er der Messias war (Luk. 4:16-21; vergleiche Apostelgeschichte 15:21). Auch der Apostel Paulus nahm öfter die Gelegenheit wahr und las — wie es Brauch war — in der Synagoge aus den Schriften vor. Ja, es wurde seine persönliche Gewohnheit, dort aus dem Worte Gottes vorzulesen und es zu erklären. In Thessalonich ging Paulus „nach seiner Gewohnheit“ in eine jüdische Synagoge und „unterredete sich an drei Sabbaten mit [den Juden] ... anhand der Schriften“. Mit welchem Ergebnis? „Einige von ihnen [wurden] gläubig und gesellten sich zu Paulus und Silas“ (Apg. 17:2-4). Sowohl Jesus als auch Paulus nutzten also die Gelegenheit, die sich ihnen durch einen vorzüglichen Brauch geboten hatte, um Zeugnis zu geben.

      BRÄUCHE, DIE MAN NICHT PFLEGEN SOLLTE

      Es gibt jedoch Bräuche, die sich nachteilig auswirken. Zu der Zeit, als Jesus auf der Erde war, hatten die Juden bereits ein System von Traditionen aufgebaut, das dem Volk schwere Lasten aufbürdete. Bei vielen hatten diese Traditionen einen größeren Wert als das geschriebene Wort Gottes. Jesus kritisierte diejenigen, die anderen solche Traditionen auferlegten und somit Gottes Wort ungültig machten, aufs schärfste; er nannte sie Heuchler. Lernten die Pharisäer, die sich dessen schuldig gemacht hatten, etwas aus den Worten Jesu? Nein, denn die Jünger sagten zu Jesus: „Weißt du, daß die

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