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  • Wie beten, um von Gott erhört zu werden?
    Erwachet! 1978 | 22. August
    • immer wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und die Dinge tun, die in seinen Augen wohlgefällig sind. Ja, das ist sein Gebot, daß wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, so, wie er uns ein Gebot gegeben hat“ (1. Joh. 3:21-23).

      Unsere Gebete müssen in Übereinstimmung mit dem Willen und den Vorsätzen Gottes sein. So schrieb Johannes: „Dies ist die Zuversicht, die wir ihm gegenüber haben, daß er uns hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten“ (1. Joh. 5:14).

      In den Sprüchen heißt es: „Jehova ist fern von den Bösen, aber das Gebet der Gerechten hört er“ (Spr. 15:29). Alle, die den Geboten Gottes gehorchen und in Übereinstimmung mit seinen Vorsätzen beten, haben die Zusicherung, bei ihm ein offenes „Ohr“ zu finden (Ps. 10:17; 1. Petr. 3:12).

      Dadurch, daß Jehova uns erlaubt, zu ihm zu beten, läßt er sich tief zu uns herab. Ein solches Verhältnis ist ein unschätzbares Vorrecht. Wenn wir die Möglichkeit würdigen, uns Gott zu nahen, und wenn wir unser Herz darauf gerichtet halten, seinen Willen zu tun, wird unser Sinn richtig entscheiden und uns zu einer Handlungsweise veranlassen, die Gott gutheißt. Wozu wird das führen? Nicht zu einem fehlenden „Gebetskontakt“, sondern genau zum Gegenteil. Treffend schrieb der Jünger Jakobus: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (Jak. 4:8).

  • Gastfreundschaft in einem sich wandelnden Afrika
    Erwachet! 1978 | 22. August
    • Gastfreundschaft in einem sich wandelnden Afrika

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Kenia

      WIR befinden uns in Ostafrika. Nachdem wir uns einem Haus genähert haben, rufen wir gemäß der hiesigen Sitte: „Hodi!“ Dieses Suaheliwort bedeutet: „Darf ich hereinkommen?“ Drinnen antwortet jemand: „Karibu“, was soviel heißt wie „Treten Sie näher!“ Während wir im Begriff sind, der Aufforderung Folge zu leisten, kommt uns ein freundlich lächelnder Hausherr entgegen. Blitzschnell hat man uns die Taschen abgenommen und ins Haus getragen.

      Wir betreten ein kleines Wohnzimmer. Der Hausherr setzt sich und erwartet, daß wir ihm den Zweck unseres Besuches erklären. Wir sagen ihm, daß wir ihm einiges aus der Heiligen Schrift darlegen möchten und es schätzen würden, wenn man uns die Bibeln aus unseren Taschen geben würde. Der Hausherr schickt sofort ein Kind in das Schlafzimmer, um die Taschen zu holen, die man nach dem von diesem Stamm gepflegten Gastrecht dort in Sicherheit gebracht hatte.

      Das ist nur eine der vielen verschiedenen mit der afrikanischen Gastfreundschaft verbundenen Sitten, die Besucher aus Europa oder Amerika immer wieder tief beeindrucken. Auf dem afrikanischen Kontinent gilt die freundliche Aufnahme von Fremden als eine vornehme Tugend.

      Viele Afrikaner beschränken ihre Gastfreundschaft nicht nur auf Verwandte, Freunde oder eingeladene Gäste. Auch Fremden gegenüber erweisen sie sich außerordentlich gastfrei. Die Begrüßung ist keine flüchtige oder förmliche Angelegenheit. Vielmehr nimmt sich der Hausherr Zeit, aufrichtiges Interesse an seinem Gast zu bekunden. Man sieht in dem Fremden auch jemand, der Neuigkeiten überbringt. Es werden ihm viele Fragen über seine Herkunft und seine Angehörigen sowie über seine Reiseerlebnisse gestellt. Selbst wenn der Gastgeber arm ist, wird dem Besucher das Beste an Speisen vorgesetzt. Benötigt er eine Unterkunft, stellt man sie bereitwillig zur Verfügung. Selbst wenn der Hausherr nur eine einzige Matratze oder nur eine Wolldecke besitzt, überläßt er sie in der Regel dem Besucher. Der Hausherr und seine Kinder schlafen dann ohne Matratze oder Decke. Ist man in einem Dorf zu Gast, so bedeutet das auch Sicherheit, denn der Gastherr schützt seinen Besucher und dessen Habe. Manchmal erhält ein Gast, der geschätzt wird, beim Abschied ein Geschenk, zum Beispiel ein lebendes Huhn. Außerdem erachtet es der Gastgeber als ein Vorrecht, den Reisenden ein Stück Weges zu begleiten.

      Eine Tradition, die hochgehalten wird

      In Afrika werden die Kinder von klein auf zur Tugend der Gastfreundschaft erzogen. Selbst kleine Kinder werden gerufen, um den Besucher zu begrüßen und ihm kleine Dienste zu leisten. Es gibt Stämme, die, wenn sie ein Dorf bauen, mitten im Dorf ein Männerhaus errichten als Wohnstätte für Jünglinge und Fremde. Andere Stämme haben ältere Männer eingesetzt, die die Fremden an einem solchen Ort willkommen heißen. Gegenüber einem Fremden, der versucht, ein Dorf zu umgehen, ist man mißtrauisch; es wird erwartet, daß er in das Dorf hereinkommt und sich bemerkbar macht. In gewissen Gegenden muß er sich dem Dorfhäuptling oder seinem Vertreter vorstellen.

      In manchen Stammesgesellschaften erhält ein Gast nicht nur Essen, Trinken, Obdach und Wasser, um sich zu waschen, sondern es ist auch eine Selbstverständlichkeit, daß er sozusagen alles benutzen darf, was seinem Gastgeber gehört. Deshalb führen afrikanische Reisende, selbst wenn sie Tage oder Wochen unterwegs sind und Hunderte von Kilometern zurücklegen müssen, fast kein Gepäck mit. Sie rechnen damit, daß ihnen auf dem Weg Gastfreundschaft erwiesen wird. In den heißen Gebieten und auf den schmalen Fußwegen wäre es für einen Reisenden nicht vorteilhaft, schwer beladen zu sein. Manchmal müssen auch Flüsse durchwatet oder durchschwommen werden. Die Gastlichkeit erleichtert es, mit diesen Unannehmlichkeiten fertig zu werden.

      Die meisten Afrikaner halten viele Gepflogenheiten der Bevölkerung westlicher Länder für lieblos, rücksichtslos oder unhöflich. Für sie ist die manchmal in westlichen Ländern geübte Sitte, eine Mahlzeit einzunehmen, während Besuch da ist, ohne diesen ebenfalls zum Essen einzuladen, einfach undenkbar. Der Afrikaner empfindet es auch als unhöflich, wenn man ihm etwas so nebenbei oder in Eile gibt oder wenn man ihm Wechselgeld mit der linken Hand überreicht. Auch sieht man es nicht gern — es sei denn, daß ein triftiger Grund dafür vorliegt —, wenn jemand in ein Haus hereinplatzt und den angebotenen Sitzplatz nicht annimmt, sondern stehend eine Sache vorbringt. Es wird fast als Beleidigung aufgefaßt, wenn ein Besucher es ablehnt, Platz zu nehmen oder etwas zu essen. Andererseits schätzen es die Afrikaner, wenn sich Ausländer bemühen, die in Verbindung mit der Gastfreundschaft gepflegten Sitten zu respektieren.

      Die Sitte der Gastfreundschaft unter Belastung

      Auf dem Gebiet der Gastfreundschaft vollzieht sich jetzt allerdings ein rascher Wandel. Selbstsucht, Geldliebe, kriminelle Elemente und das Stadtleben mit seiner Jagd nach Zeit haben bei manchen den Geist der Gastfreundschaft gedämpft. Viele ehrliche Gastgeber sind bitter enttäuscht worden, weil nicht alle Besucher in friedlicher Absicht gekommen sind. In den vergangenen Jahrhunderten zogen Sklavenhändler, habsüchtige Abenteurer und Feinde des eigenen Stammes durchs Land. In neuerer Zeit haben sich Fremde oft als Verbrecher entpuppt. Als die Industrie in Afrika Fuß faßte, rief das Stadtleben neue Wünsche wach, und es kam oft vor, daß die Hilfsbereitschaft ausgenutzt wurde. Das hat dazu geführt, daß man Fremden gegenüber argwöhnisch geworden ist.

      Die Frage, wie man die traditionelle Gastfreundschaft dem Stadtleben und einer auf Geld aufgebauten Wirtschaft anpassen soll, bildet ein schwieriges Problem. In den Städten wohnt man gewöhnlich beengt und zahlt hohe Mieten. Die Löhne aber sind gering. Dabei besteht keine Möglichkeit, Nahrungsmittel selbst anzubauen, sondern alles muß gekauft werden. Die in den Dörfern Zurückgebliebenen hören, wie man in den Städten lebt, und werden ebenfalls dorthin gelockt. Sie möchten gern in die Stadt reisen, um alles mit eigenen Augen zu sehen oder gar, um sich dort niederzulassen. Wohin gehen solche Personen, wenn sie in die Stadt kommen? Ihre Verwandten oder Bekannte, die in der gleichen Gegend wie sie gewohnt haben, müssen ihnen Gastfreundschaft erweisen.

      Das kann leicht zu einem Mißbrauch führen. Die meisten Afrikaner fragen einen Verwandten nie, wie lange er bei ihnen bleiben wolle. Der eine oder andere genießt dann die Gastfreundschaft bis auf unbestimmte Zeit. Zuerst ist der Gastherr bereit, ihn zu beköstigen, und seine Frau wäscht ihm die Wäsche. Der Verwandte oder Bekannte findet es ganz normal, daß er „verwöhnt“ wird und selbst keinen Finger zu rühren braucht. Da er sich wie zu Hause fühlt, mag er auch anfangen, die Kleider seines Gastgebers zu tragen.

      Eines Tages hält dann vielleicht eine Taxe vor dem Haus, und ein junger Mann steigt aus. Auch er kommt aus einem Dorf und möchte in der Stadt bleiben. Da er sich in die Taxe gesetzt hat, ohne einen Pfennig in der Tasche zu haben, bittet er den Gastgeber, die Taxe für ihn zu bezahlen. Der Gastgeber mag den jungen Mann persönlich nicht einmal kennen. Aber da er aus dem gleichen Dorf wie der Gastherr stammt oder weil sie beide einen gemeinsamen Bekannten haben, fühlt sich der Hausherr verpflichtet zu bezahlen, obgleich er es vielleicht mit einem Seufzer tut. Wenn dann ein Blick auf seine Frau und seine Kinder ihm sagt, daß sie hungrig sind und neue Kleidung benötigen würden, mag er noch mehr seufzen. In den Städten beherbergen Arbeiter manchmal zehn und mehr Verwandte oder frühere Nachbarn, die in die Stadt gekommen sind, um eine Schulbildung zu erhalten oder Arbeit zu suchen.

      Weitere Probleme entstehen, wenn jemand im Stadtzentrum, insbesondere in der Nähe einer wichtigen Bushaltestelle, wohnt. Das ist für viele praktisch. Sie besuchen dann solche Leute zur Essenszeit und rechnen dabei mit ihrer Gastfreundschaft. Ein Afrikaner wird kaum jemals nein sagen. Der eine oder andere, der dadurch arm wurde, sah keinen anderen Ausweg mehr, als unauffällig wegzuziehen und niemandem zu sagen, wohin.

      Selbst in den Dörfern ändert sich die Einstellung zur Gastfreundschaft. Fremde, die ins Dorf kamen, erwiesen sich oft als Diebe. Manche Dorfbewohner geben zu, daß sie ihre Nahrungsmittel verstecken, wenn ein Fremder naht, oder daß sie nur etwas zum Verkauf anbieten. Manchmal kommt es vor, daß Autoreisende auf einer Fahrt durch den Busch plötzlich nicht mehr weiterkönnen, weil ein dicker Baumstamm den Weg versperrt. Wenn sie aussteigen, um das Hindernis zu besichtigen, bemerken sie in der Nähe einige Dörfler, die bereit sind, den Baum gegen Bezahlung wegzuräumen. Nachdem das Fahrzeug weggefahren ist, wird der Baum wieder auf die Straße befördert, so daß die Dörfler auch von den Insassen des nächsten Autos, das vorbeikommt, Geld verlangen können. In vielen abgelegenen Gebieten werden Fremde nicht mehr wie früher gastlich aufgenommen, sondern sie müssen damit rechnen, daß sie zahlen müssen, und zwar manchmal nicht wenig.

      Stirbt die Gastfreundschaft aus?

      Wie viele andere Tugenden, so schwindet in vielen Gebieten der Welt, einschließlich in Afrika, auch die Gastfreundschaft immer mehr. Das gehört mit zu den Verhältnissen, die gemäß der Vorhersage der Bibel ein Kennzeichen der „letzten Tage“ des gegenwärtigen Systems der Dinge sein würden. Aus der Heiligen Schrift geht hervor, daß in den letzten Tagen viele Leute in der ganzen Welt ‘eigenliebig, geldliebend, undankbar, nicht loyal, ohne natürliche Zuneigung, ohne Liebe zum Guten’ sein werden (2. Tim. 3:1-3). Ist die Gastfreundschaft in Afrika dem allgemeinen Geist der Selbstsucht und des Mißtrauens zum Opfer gefallen?

      Für den einen oder anderen mag das zutreffen, doch nicht für die große Mehrheit der Bewohner dieses Kontinents. In einem sich wandelnden Afrika gibt es immer noch viele, besonders ältere, die die Gastfreundschaft hochhalten. Außerdem gibt es immer mehr Leute aller Altersgruppen, die zufolge ihrer Beschäftigung mit der Bibel noch gastfreundlicher sind als früher. Zum Üben von Gastfreundschaft spornen unter anderem folgende Bibeltexte an: „Der Aufseher muß daher ... gastfreundlich [sein].“ „Die Gastfreundschaft vergeßt nicht, denn durch sie haben einige unbewußt Engel gastlich aufgenommen.“ „Seid gastfreundlich gegeneinander ohne Murren“ (1. Tim. 3:2; Hebr. 13:2; 1. Petr. 4:9). Ein Christ sollte aber niemals die Gastfreundschaft eines anderen ausnutzen. Vielmehr sollte er dem inspirierten Rat gehorchen: „Mache deinen Fuß selten im Hause deines Mitmenschen, damit er nicht genug von dir bekomme und dich gewißlich hasse“ (Spr. 25:17).

      Angeregt durch das Wort Gottes, fahren viele Afrikaner trotz wachsender Unfreundlichkeit in der heutigen Welt fort, Gastfreundschaft zu üben. Personen, die der Bibel glauben, haben guten Grund, so zu handeln, denn sie wissen, daß Gott bald ein neues System der Dinge errichten wird (2. Petr. 3:13; Offb. 21:1-5).

  • Der ‘glückliche Gott’ — etwas Neues für mich
    Erwachet! 1978 | 22. August
    • Der ‘glückliche Gott’ — etwas Neues für mich

      ● Viele der Götter, die die Menschen seit Jahrhunderten verehren, zeichnen sich durch große Grausamkeit aus. Jehova, der wahre Gott, aber ist ganz anders. In der Heiligen Schrift wird von ihm gesagt, daß er liebende Güte bekundet, und er wird auch als der ‘glückliche Gott’ bezeichnet (Ps. 62:12; 1. Tim. 1:11). Auf viele Menschen macht das einen tiefen Eindruck.

      ● Ein Beispiel dafür ist eine Frau, die in Südafrika wohnt: „Als Anhängerin des Hinduismus kannte ich viele Götter, doch es waren alles grausame Götter. Ich wußte nicht, daß es einen glücklichen Gott, Jehova, gibt. Es war für mich eine große Freude, etwas über den glücklichen Gott, Jehova, zu erfahren. Diese Freude beflügelt mich jetzt, anderen diese ,gute Botschaft‘ zu überbringen, ihnen zu erzählen, daß es einen glücklichen Gott gibt und was er vorhat.“

      ● Es bereitet einem große Freude, Jehova als Zeuge zu dienen. Außerdem werden auch andere, die ‘die gute Botschaft von der Herrlichkeit des glücklichen Gottes’ dankbar annehmen, dadurch sehr glücklich.

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