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  • Die Organisation rein erhalten
    Der Wachtturm 1952 | 1. Mai
    • Die Organisation rein erhalten

      „Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen. Denn welche Teilhaberschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder was für Gemeinschaft hat Licht mit Finsternis?“ — 2. Kor. 6:14, NW.

      1. Warum ist Jehova daran interessiert, seine Organisation rein zu erhalten, und was sollen nach seinem Willen deren Glieder sein?

      JEHOVA ist sehr daran interessiert, seine Organisation rein und von der üblen, bösen Welt, in der wir nun leben, getrennt zu erhalten. Er hat einen Grund dafür. Seine Diener gehören ihm; sie treten ein für seinen Namen, sein Wort und die reine Anbetung. Jehova Gott will, dass sie seine Nachahmer seien. Darum inspirierte er seinen Diener Paulus, in Epheser 5:1, 2 (NW) zu schreiben: „Daher, werdet Nachahmer Gottes, als geliebte Kinder, und wandelt weiter in Liebe, so wie auch der Christus euch liebte und sich selbst hingab für euch als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.“

      2. (a) Wen ahmte Jesus nach, und wie gab er so selbst ein Beispiel zur Nachahmung? (b) In welcher Weise sind seine Nachfolger zufolge dieser Nachahmung von der Welt verschieden?

      2 Als Christus Jesus auf Erden war, ahmte er seinen himmlischen Vater nach. Zu allen Zeiten war er daran interessiert, den Willen seines Vaters zu tun. So war er ihm ein Opfer duftenden Wohlgeruchs. Seine Fussstapfen-Nachfolger müssen Leute von derselben Art sein. Sie sollten Gott Opfer eines süssen Dufts darbringen, und das können sie tun, indem sie Gott und Christus Jesus nachahmen. (Phil. 4:18; 1. Pet. 2:5) Jesus bekundete Liebe zu seinem Volke. Er legte sein Leben nieder, damit er es erkaufe, und seine Liebe zu seinem Volke bekundend, wünschte er, dass seine Nachfolger verschieden seien von dieser alten Welt. Er wollte, dass sie aus diesem verfallenden System der Dinge herauskommen und Leben erlangen. Die alte Welt ist böse. Sie ahmt Jehova Gott nicht nach. Die Glieder des Volkes Gottes müssen anders sein, verschieden von dieser alten Welt. Die Verschiedenheit zeigt sich in ihrer Lebensweise und diese hängt von unserer gegenseitigen Liebe ab. Gemäss Johannes 13:34 (NW) sagte Jesus: „Ich gebe euch ein neues Gebot, dass ihr einander liebet; so wie ich euch geliebt habe, dass auch ihr einander liebet.“ Dass wir einander so lieben, ist ganz verschieden von der Art und Weise, wie die Welt handelt. Die Welt handelt gemäss Selbstsucht und Hass. Jesus führte etwas ganz Neues ein, etwas für diese Welt Neues: den Grundsatz der Liebe, wonach Leute in einer Versammlung zusammenkommen, einander lieben und sich miteinander vertragen. Diese Liebe ist möglich, wenn wir Gott nachahmen. Wenn wir ihn nicht nachahmen, werden wir diese Liebe nicht haben, denn Gott ist Liebe.

      3. Worauf ist die Versammlung aufgebaut, und was wäre somit der allgemeine Grund, jemandem die Gemeinschaft zu entziehen?

      3 Da diese Versammlung, die von Gott gebildet oder ins Dasein gebracht wird, auf Liebe gegründet ist, mag man sich wundern, warum irgend jemand je den Wunsch haben sollte, über einen Entzug der Gemeinschaft oder das Hinaustun jemandes aus dieser Versammlung zu sprechen. Es muss bestimmt einen Grund geben. Nun, der Grund zum Gemeinschaftsentzug liegt darin, dass gewisse Personen in diese Versammlung Gottes gelangen, die Christus nicht lieben. „Aber jeder liebt doch Christus“, sagt jemand. Indes ist folgendes wirklich Tatsache: es gibt Personen, die nicht mehr Nachahmer Christi oder Nachahmer des Vaters, Jehovas Gottes, sind. Sie wandeln nicht mehr in den Fussstapfen Christi. Der ganze Zweck, seine Diener, sein Volk in eine Organisation hineinzubringen, ist, sie von der Organisation des Teufels rein zu erhalten. Solange wir auf dem Weg der Menge des Teufels wandeln, können wir nicht rein bleiben. So hat Gott denn seine eigene Organisation errichtet. Es gibt heute zwei Organisationen in der Welt. Die eine ist diejenige Gottes, und die andere gehört dem Teufel, der der „Gott dieses Systems der Dinge“ ist. Somit ist die Organisation, die Jehova Gott nun zur Rechtfertigung seines Namens und Wortes errichtet, auf Liebe aufgebaut. Diese ganze Organisation wirkt in Einheit zusammen. So lesen wir in Epheser 4:16 (NW): „Von ihm aus bewirkt der ganze Leib, indem er harmonisch zusammengefügt ist und zum Zusammenarbeiten veranlasst wird durch jedes Gelenk, welches das Nötige darreicht, nach dem Masse der Funktion jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zum Aufbau desselben in Liebe.“ Das ist eure Grundlage: Liebe. Wenn also jemand von diesem Grundsatz der Liebe und der Hingabe des einen an den andern in dieser Versammlung abweicht, ist es an der Zeit, ihn aus der Versammlung hinauszutun.

      VERKEHRTES BENEHMEN

      4, 5. In diesem Zusammenhang gesehen, steckt das Unrecht also bei wem, und warum muss jemand vom christlichen Leibe abgeschnitten werden?

      4 Der Grund, jemandem die Gemeinschaft zu entziehen, ist sein Unrechttun. Die Versammlung ist nicht im Unrecht, denn es ist Gottes Versammlung. Aber da ist nun jemand in der Versammlung, der Gott nicht nachahmt oder seinen Grundsätzen der Wahrheit und Gerechtigkeit nicht folgt. Er wird nicht auferbaut in Liebe. Er ahmt nicht mehr Jehova oder den Sohn oder die Apostel nach. Daher wird uns in 2. Thessalonicher 3:6, 7, 11 (NW) der Rat gegeben: „Nun fordern wir euch auf, Brüder, im Namen des Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückziehet von jedem Bruder, der unordentlich wandelt und nicht nach der Überlieferung, die ihr von uns empfinget. Denn ihr selbst wisst, wie ihr uns nachahmen solltet, weil wir uns unter euch nicht unordentlich benommen haben. Denn wir hören, dass etliche unter euch unordentlich wandeln, indem sie überhaupt nicht arbeiten, sondern sich in das einmischen, was sie nichts angeht.“

      5 Hier weist Paulus darauf hin, dass er, der Apostel, als er unter ihnen wandelte, nicht unordentlich war, somit wurde von ihnen nicht jemand auf die falsche Bahn gebracht, weil er sich verkehrt benommen hätte. Jehova Gott benimmt sich nicht verkehrt. Auch Christus Jesus benimmt sich nicht verkehrt. Wir haben vollkommene Beispiele, denen wir folgen sollen. Wir haben gute Worte des Rates von ihnen, die wir beachten können. Wenn also dieser Leib oder irgendein Teil des Leibes unordentlich wird, so bedeutete dies, dass der Leib krank würde. Er würde nicht mehr in Liebe auferbaut. Eine Korrektur muss erfolgen. Es mag bedeuten, dass etwas zu beseitigen ist. Im Falle des Leibes, von dem wir reden, der Versammlung Gottes, mag es das Entfernen jemandes bedeuten, weil er unordentlich und nicht in Liebe auferbaut ist.

      6. Weshalb dürfen wir nicht vorschnell sein, jemanden hinauszutun, und was zu tun, rät uns Paulus hinsichtlich Unordentlicher?

      6 Indes sollen wir in der Sache nicht vorschnell sein und bloss weil wir hören, dass jemand Unrecht getan habe, sogleich Massnahmen ergreifen und ihn aus der Versammlung hinaustun. Es besteht die Möglichkeit, dass Personen, die Unrecht tun, es bereuen und ihre Handlungsweise ändern. So heisst es in 2. Thessalonicher 3:13-15 (NW): „Ihr aber, Brüder, lasst nicht nach im Rechttun. Wenn aber jemand unserm Wort durch diesen Brief nicht gehorcht, so haltet diesen bezeichnet, höret auf, Umgang mit ihm zu haben, damit er beschämt werde. Und doch betrachtet ihn nicht als einen Feind, sondern verwarnet ihn weiterhin als einen Bruder.“ So haben denn alle von uns in der Versammlung des Herrn eine Verantwortlichkeit gegen jene, die unordentlich sein mögen. Alle von uns in der Versammlung müssen weiterhin im Rechttun beharren, was den andern zum Segen gereicht. Es mag sein, dass wir einigen von denen, die etwas unordentlich sind, zum Nutzen sein können. Wir bleiben dabei, das Rechte zu tun, ungeachtet ihrer Handlungsweise; doch wenn sie auf dem falschen Wege beharren, müssen sie bezeichnet werden. Wir müssen aufhören, Umgang mit ihnen zu haben, weil sie nicht rein sind. Sie arbeiten nicht zur Verteidigung des Namens Jehovas und seines Wortes. Sie arbeiten nicht im Interesse des Aufbaus dieses Leibes in Liebe. Sie arbeiten gegen die Organisation.

      7. Sollen wir irgend jemand zu einem rechten Handeln zwingen, und wie sollen wir unsere Freiheit als Gottes Volk gebrauchen?

      7 Indes mag es sein, dass wir einen Bruder retten können, und er mag wieder den rechten Kurs einschlagen, sofern er die Verwarnung, die ihm erteilte Zurechtweisung beachtet. Wir sind freie Menschen. Wir können unsere Sinne so verwenden, wie wir wollen. Wir werden zu der Handlungsweise, der wir folgen, nicht genötigt oder gezwungen oder durch Einschüchterung dazu getrieben, sondern wir sind frei gemacht worden, weil Christus Jesus uns erkauft hat. Aus diesem Grunde sagte Petrus in seinem ersten Brief, Kapitel 2, Verse 16, 17 (NW): Benehmet euch „als Freie“. Denket selbst, doch müsst ihr dessenungeachtet Nachahmer Gottes sein, denn ihr seid nur frei, den Richtlinien entsprechend zu denken, welche die Wahrheit zur Grundlage haben. Die böse Welt will euch ins Grab bringen, die Wahrheit wird euch zum Leben führen. So benehmet euch, wie Petrus sagt, „als Freie, und doch die ihre Freiheit nicht als Deckmantel für moralische Schlechtigkeit haben, sondern als Sklaven Gottes. Ehret Menschen von allen Arten; liebet die ganze Gemeinschaft der Brüder, fürchtet Gott, ehret den König.“ Wir sehen also, dass wir an die Versammlung unserer Brüder denken und sie rein erhalten müssen. Wir dürfen nicht in diese Organisation kommen und dabei in unsern Köpfen irgendeinen Vorbehalt zugunsten moralischer Schlechtigkeit machen. Wir besitzen nicht die Freiheit, die Dinge zu tun, die wir zur Befriedigung des Fleisches und unserer eigenen Vergnügungen tun möchten. Wir sind in dieser Versammlung für einen Zweck: um den Namen Jehovas und sein Wort zu ehren.

      GRÜNDE

      8. (a) Was für Dinge können eine Versammlung unrein machen? (b) Welche Massnahme ergriff Paulus hinsichtlich der Unreinen, und warum?

      8 Wenn wir also die Organisation rein erhalten wollen, was sind denn einige der Dinge, die sie verunreinigen könnten? Was für Dinge mögen wir in der Versammlung vor sich gehen sehen, die wir aus der Versammlung wegfegen sollten? Da es geistige Gründe und moralische Gründe zum Entzug der Gemeinschaft gibt, sind einige dieser Dinge Ehebruch, Hurerei, Diebstahl und Trunkenheit. Lasst uns einen Augenblick den Punkt der Hurerei berühren. Paulus befasste sich in seinem Briefe damit, als er an die Korinther schrieb. Da war ein junger Mann, der in Hurerei seines Vaters Frau genommen hatte. Paulus sagte in seinem Briefe: „Tatsächlich wird Hurerei aus eurer Mitte gemeldet, und eine solche Hurerei, wie sie selbst nicht unter den Nationen vorkommt: dass ein gewisser Mann seines Vaters Frau habe.“ Befremdenderweise zollte die Versammlung aber diesem Zustand keine ernste Beachtung. Sie betrachtete ihn als eine Ursache zu berüchtigtem Bekanntwerden. Paulus sagte: ‚Ihr seid aufgeblasen in der Sache; ihr seid stolz, weil dies in eurer Mitte geschehen ist. Ihr solltet trauern, ihr solltet betrübt sein wegen der in der Versammlung des Herrn bestehenden Sachlage, wegen der Verderbtheit, die in sie hineingetragen wurde.‘ Indes besass Paulus, ein Apostel des Herrn, die Autorität, Massnahmen zu ergreifen, und er ergriff Massnahmen. Er entzog dem Betreffenden die Gemeinschaft. Er bat die Versammlung nicht: „Nun, gebt mir Vollmacht oder stimmt über das ab, was ich tue.“ Paulus, ein Diener Gottes, sorgte dafür, dass der Betreffende hinausgetan wurde. Er besass die Vollmacht dazu. Deshalb sagte er, er habe den Mann schon gerichtet, und befahl ihnen, „einen solchen dem Satan zu überliefern zum Verderben des Fleisches“. (1. Kor. 5:1-12, NW) Ein solcher hat keinen Platz in der reinen Organisation oder Versammlung Gottes. Er sollte zu der bösen Gruppe zurückgehen, aus der er einst herauskam, und sollte mit jener bösen Gruppe, mit Satans Organisation, umkommen.

      9. Was muss durch Gemeinschaftsentzug in der Versammlung gerettet werden?

      9 Lasst den Bösen seinen bösen Weg gehen, denn er kann nicht in der Versammlung Gottes bleiben, weil diese Versammlung rein bleiben muss. Weshalb muss sie rein bleiben? „Damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn.“ Gottes heiliger Geist wirkt auf sein Volk ein. Er ist seine wirksame Kraft, es ist das, womit er seine Versammlung leitet. Wir, die Versammlung, müssen denselben Geist Gottes haben. Wir müssen einander Zeugnis geben. Dieser Geist, den wir aus dem Verständnis des Wortes Gottes erlangen, muss wirksam bleiben, muss bewahrt werden, muss gerettet werden. Und wenn jene frühe Versammlung in Korinth den Mann, welcher Hurerei getrieben hatte, in ihrer Mitte hätte weilen lassen, oder wenn Paulus nicht Massnahmen ergriffen hätte, so hätte jenes kleine Klümpchen Sauerteig die ganze Masse durchsäuert, das heisst die ganze Versammlung verdorben. „Ein wenig Sauerteig durchsäuert die ganze Masse“, sagte Paulus. Deshalb musste er Massnahmen ergreifen und ihn ausfegen, damit der Geist Gottes, dieser reine, heilige Geist, d. h. die wirksame Kraft Gottes, und der Geist der Versammlung, der sich auf Gottes Wort stützt, bleibe und gerettet werde, alles zur Ehre des Namens Jehovas.

      10. Welche moralische Verderbtheit schliesst jemand, wie Paulus es sagt, aus dem Königreiche aus, und was muss ein Christ mit Bezug auf solche Dinge tun?

      10 In 1. Korinther 6:9-11 (NW) sagt Paulus: „Was nun! Wisset ihr nicht, dass Ungerechte Gottes Königreich nicht ererben werden? Lasset euch nicht irreführen! Weder Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Männer, die man für unnatürliche Zwecke hält, noch Männer, die bei Männern liegen, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich ererben. Und doch waren dies einige von euch. Aber ihr seid rein gewaschen worden, aber ihr seid geheiligt worden, aber ihr seid gerechtgesprochen worden in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ Paulus weist darauf hin, dass Personen von diesen Arten von Sündern aus der Welt heraus in Gottes Versammlung gekommen sind, aber alle diese Arten von Sünde dürfen nicht in der Versammlung Gottes bleiben, nachdem jene, die einst solche Sünden begingen, rein gewaschen worden sind. Wenn jemand zur Organisation Gottes kommt und sich Gott weiht, so ist er gereinigt. Von da an sollte er für seine Füsse gerade Bahn machen und dem Worte Gottes folgen. Er sollte diese Dinge nicht pflegen, und der Herr vergibt ihm alle jene Dinge seines vergangenen Lebens. Ihre Flecken sind weggewaschen, und er darf sich nicht wieder damit beflecken. Wenn er zu ihnen zurückkehrt, so begeht er eine Sünde, die den Entzug der Gemeinschaft verdient. Er steht in Gefahr, die Versammlung Gottes zu verderben, und diese Verderbtheit muss beseitigt werden. Es ist eine moralische Verderbtheit.

      11, 12. (a) Was für geistige Gründe zum Gemeinschaftsentzug gibt es? (b) Was müssen wir tun, um in der Versammlung eines Sinnes zu sein?

      11 Doch gibt es auch geistige Gründe, um Personen aus Gottes Organisation hinauszutun. Verleumdungen, das Vorbringen falscher Lehren, das Hervorrufen von Spaltungen, gleichwie Paulus an die Römer schrieb: „Nun ermahne ich euch, Brüder euer Auge auf die zu richten, welche Spaltungen hervorrufen und Ursachen zum Straucheln geben entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie.“ (Röm. 16:17, NW) Dies ist sehr klar. Paulus lehrte sie das wahre Wort Gottes. Wenn nun jemand in die Versammlung kommt und sucht, das Festhalten an diesem wahren Wort Gottes zu zerrütten, und wenn er andern zum Straucheln Anlass gibt oder eine Spaltung in der Versammlung hervorruft, so ist es nötig, den Betreffenden zu meiden. Am besten kann er gemieden werden, wenn ihm die Gemeinschaft entzogen, wenn er beiseite gesetzt und aus der Versammlung hinausgetan wird, damit die ganze Versammlung rein bleibe.

      12 Wider Zwiespalt und Uneinigkeit des Sinns lesen wir in 1. Korinther 1:10 (NW): „Nun ermahne ich euch, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle übereinstimmend redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in demselben Gedankengang passend vereint seiet.“ Gottes Gedanken müssen eure Gedanken werden. Deshalb müssen wir als Versammlung zusammenkommen, um das Wort Gottes zu studieren, so dass seine Gedanken die unsrigen werden. Wenn wir nicht Gottes Gedanken haben, wenn wir nicht über die Dinge nachsinnen, worauf die inspirierten Jünger die Urkirche aufmerksam machten und die zu unserer heutigen Belehrung aufgezeichnet wurden, wenn wir diese Dinge nicht lernen, werden wir nicht Gottes Gedanken haben; und nur jene, die Gerechtigkeit lieben, werden das Königreich des Himmels ererben. Wie er gesagt hat: „Wisset ihr nicht, dass Ungerechte Gottes Königreich nicht ererben werden?“ Um also dieses Königreich oder die Segnungen der neuen Welt zu ererben, müssen sich unsere Sinne der Belehrung durch Gott zuwenden und dürfen nicht zurückkehren zu jener andern Organisation, zur Organisation des Teufels, die vernichtet werden wird.

      BEISPIELE

      13. Warum betrachten wir heute alte biblische Beispiele hinsichtlich des Entzuges der Gemeinschaft?

      13 Lasst uns nun einige Beispiele aus der Bibel betrachten, wo Jehova Gott Leute aus seiner Versammlung ausstiess, sich ihrer entledigte, weil sie Unrecht taten; denn geradeso wie er es in vergangenen Zeiten tat, wird er es heute tun, weil er will, dass das ihn vertretende Volk ein reines Volk sei, das aus seinen Dienern besteht, die für seinen Namen und für seine wahre Anbetung eintreten. Es gibt manche Beispiele in der Bibel, doch lasst uns nur einige davon betrachten.

      14. Welche Lehre ziehen wir aus dem Beispiel Korahs und seiner Verbündeten?

      14 Betrachten wir Korah. Zur Zeit Moses gab es einige, die stolz wurden, das heisst, drei Personen, welche dachten: ‚Nun, unsere Stellung vor Gott ist ebensogut wie die des Mose, denn wir gehören zu den Stämmen Israels. Warum sollte er alle Ehre erhalten, der Mittler zu sein?‘ Aber sie redeten wider den Vertreter Gottes. Mose trat hervor und äusserte sehr deutliche Worte. Er sprach: ‚Am nächsten Morgen werden wir sehen, wer Gottes Diener ist und wen er dazu gebraucht, jetzt sein Werk zu betreiben. Was morgen geschieht, wird nicht einfach der natürliche Tod dieser Leute sein, sondern Gott wird ein Wunder bewirken und Korah, Dathan, Abiram und alle mit ihnen Verbundenen aus der Versammlung wegfegen.‘ Was geschah am andern Morgen? Der Erdboden tat sich auf, und all ihr Eigentum, ihre Kinder und ihre Frauen sanken lebendig in diese Spalte hinab. Und Korah und die 250 Fürsten, welche Räucherwerk darbrachten, wurden vom Feuer Jehovas verzehrt. In 4. Mose 16:32, 35 lesen wir: „Und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie und ihre Familien und alle Menschen, die Korah angehörten, und die ganze Habe. Und Feuer ging aus von Jehova und frass die zweihundert und fünfzig Männer, die das Räucherwerk dargebracht hatten.“ Gott bekundete sein Missfallen über Leute, die wider ihn lästerten und die von Gott getroffene Anordnung nicht annahmen. Somit wird er solchen, die sich wider ihn auflehnen, die Gemeinschaft entziehen. Er wird sich ihrer entledigen, wird sie aus der Versammlung wegfegen.

      15. Wie veranschaulicht Mirjams Erfahrung die Sache?

      15 Nun können wir uns einem andern Beispiel aus der Bibel zuwenden. In 4. Mose 12 wird uns über Mirjam und Aaron berichtet. Sie wurden etwas hochmütig. Mirjam war die Schwester Aarons und Moses, doch wurde sie stolz und töricht. Weil sie die Stellung eines Mannes in der Versammlung einnehmen und bei den Anordnungen des Herrn unter den Israeliten Mitspracherecht haben wollte, wurde sie mit dem Aussatz geschlagen. Es musste ihr die Gemeinschaft entzogen werden, das heisst, sie wurde sieben Tage aus der Versammlung hinausgetan; und erst nachdem ihr Bruder Mose vor Jehova um ihr Leben gebeten hatte, damit Gott sie nicht durch den Aussatz töte, wurde sie gereinigt und kam zurück. Sie hatte stolz und töricht gehandelt. Gott der Herr begehrte nicht Leute von solcher Art in seiner Versammlung. Sie liess sich eines besseren belehren, kam zurück, wurde aber vorher bestraft, und diese Erfahrung seiner Schwester liess Aaron seinen eigenen Platz erkennen.

      16. Wie zeigt Achans Erfahrung, dass Gott Diebe nicht duldet?

      16 Dann gibt es Diebe, die Gott der Herr in seiner Organisation nicht duldet. Wir haben das Beispiel von Achan. Als die Kinder Israels über den Jordan gingen und Jericho unter der Leitung Jehovas einnahmen, indem er ihre Schlachten für sie gewann, wurden den Israeliten Anweisungen gegeben, wonach alle Dinge in der Stadt der Vernichtung geweiht waren, ausgenommen goldene, silberne, eherne und eiserne Dinge, welche für Jehova zurückbehalten werden sollten. Niemand durfte irgend etwas von der Beute für sich nehmen. Achan aber dachte ein wenig anders darüber. Als er nach Jericho kam, fand er einen babylonischen Mantel, 200 Sekel Silber und einen Goldbarren, 50 Sekel an Gewicht, und er sagte: ‚Nun, ich nehme dies heim, vergrabe es und behalte es für mich. Niemand wird dies je herausfinden.‘ Aber er war in Jehovas Versammlung, und nun war Verderbtheit darin. Diese musste ermittelt werden. Man begab sich zur Schlacht nach Ai, und die Israeliterheere unterlagen. Sie konnten nicht gewinnen. Josua erfuhr, dass Verderbtheit inmitten der Versammlung war. Diese musste weggefegt werden, und gemäss der Anordnung Jehovas wies der Augenschein auf Achan als den Verderber hin. Man fand, dass er seine Beute in seinem Zelt verborgen hielt. Was geschah nun? Gott warf ihn nicht einfach aus der Versammlung hinaus und tat ihn sieben Tage lang hinweg, wie er es mit Mirjam getan hatte. Er liess Achan und seine Familie mit ihm zu Tode steinigen, weil er ein Dieb war. — Jos. 6:17 bis 7:26.

      17. Wie wird durch das Beispiel der gefallenen „Söhne Gottes“ der Entzug der Gemeinschaft veranschaulicht?

      17 Jahrhunderte zuvor, in Noahs Tagen vor der Flut, gab es Engel im Himmel, Geistgeschöpfe, die ungehorsam wurden. Sie sahen, dass die Töchter der Menschen schön waren, und sie verliessen ihre Stellung und kamen auf die Erde herab und nahmen sich Frauen. Hierin handelten sie ungehorsam. Und so sagt uns 2. Petrus 2:4 sie betreffend: „Gott hielt nicht zurück, Engel, die sündigten, zu strafen.“ Nein, er warf sie in den Tartarus, in die „Gruben tiefer Finsternis, um aufbehalten zu werden zum Gericht“. Sie waren ungehorsam, sie verletzten Gottes Gesetz, und er schloss sie von seinen Ratschlägen aus. Zur Prüfung seiner treuen Geschöpfe sind sie zwar noch am Leben, aber Gottes Gerichte sind zu ihrer endgültigen Vernichtung wider sie aufgezeichnet.

      18. Wie zeigt Judas, dass das Kämpfen eines harten Kampfes für den Glauben mit dieser Sache eine Bewandtnis hat?

      18 Schliesslich können wir noch zum Briefe des Judas gehen. In diesem wird uns gesagt, dass wir einen harten Kampf für den Glauben kämpfen müssen. Dieser Glaube wurde uns durch Christus Jesus überliefert; wir müssen dafür kämpfen. Es ist der Glaube, welcher der Versammlung der Nachfolger Christi Jesu gegeben wurde, und Christus will nicht, dass dieser Glaube verderbt oder irgendwie verändert werde. Irgend jemand, der ihn zu verändern sucht, sei er nun rebellisch, stolz, diebisch, ungehorsam oder moralisch verderbt, wird weggefegt werden. Er wird entfernt werden. Nun sehen wir, dass sich schlechte, ungöttliche Menschen einschleichen, und wir müssen danach trachten, solche zu finden, und müssen sie aus der Versammlung hinauswerfen. Gleichwie Judas im 8. und 16. Verse sagt: „Diese Menschen geben sich auch Träumen hin, beflecken das Fleisch und missachten die Herrschaft und reden lästerlich über Herrliche [Würden]. Diese Menschen sind Murrende, sie beschweren sich über ihr Los im Leben, handeln nach ihren eigenen Begierden, und ihr Mund redet Schwulst, während sie des eigenen Nutzens wegen Persönlichkeiten bewundern.“ Ja, diese Sorte von Leuten, die eben beschrieben worden sind, sind es, welche wir in der Versammlung des Herrn nicht haben wollen, und wenn solche da sind, müssen sie durch die Versammlung entfernt werden. Sonst durchsäuert ein wenig Sauerteig die ganze Masse.

  • Die Richtigkeit eines Gemeinschaftsentzuges
    Der Wachtturm 1952 | 1. Mai
    • Die Richtigkeit eines Gemeinschaftsentzuges

      1. Ist es richtig, jemandem die Gemeinschaft zu entziehen, und was sagt Titus 3:10, 11 darüber?

      IST es recht, jemandem die Gemeinschaft zu entziehen? Ja, wie wir in dem vorausgegangenen Artikel eben gesehen haben, tat Gott aus seiner Versammlung solche hinaus, die sich ihm widersetzten und verderbt waren. Er entzog ihnen die Gemeinschaft. Er entledigte sich ihrer, und er rät uns an, mit derartigen Personen ebenso zu verfahren. In Titus 3:10, 11 (NW) lesen wir: „Was einen Menschen betrifft, der einer Sekte Vorschub leistet, weise ihn zurück nach einer ersten und zweiten Verwarnung, da du weisst, dass ein solcher vom Wege abgewandt worden ist und sündigt, indem er durch sich selbst verurteilt ist.“ So geben uns die Griechischen Schriften die Autorität, irgend jemand zurückzuweisen, der Sekten in Gang setzt oder Spaltungen verursacht, nachdem man ein erstes und ein zweites Mal mit ihm gesprochen hat und er seine Handlungsweise dennoch nicht ändert.

      2. (a) Welche Ermächtigung dazu haben wir in Römer 16:17, 18? (b) Weshalb entzieht Jesus die Gemeinschaft gemäss Offenbarung 3:16?

      2 Eine weitere Ermächtigung haben wir auch in Römer 16:17, 18 (NW): „Nun ermahne ich euch, Brüder, euer Auge auf die zu richten, welche Spaltungen hervorrufen und Ursachen zum Straucheln geben entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie. Denn Menschen von dieser Art sind Sklaven, nicht unseres Herrn Christus, sondern ihres eigenen Bauches, und durch glatte Worte und Schmeichelreden verführen sie die Herzen der Arglosen.“ Hier haben wir eine deutliche Erklärung aus Gottes Wort, dass wir uns dieser Personen, die innerhalb der Versammlung Gottes Anstoss geben und Spaltungen hervorrufen, entledigen sollen. Wir haben die Autorität, wir haben das Recht, und es ist angebracht, uns ihrer zu entledigen. Sie haben keinen Platz in der Versammlung Gottes. Christus Jesus entzieht die Gemeinschaft selbst wegen etwas, was wir wahrscheinlich als geringeren Grund ansehen mögen als all das oben Beschriebene. Schon weil jemand lauwarm, also weder heiss noch kalt ist, speit Christus Jesus ihn aus. Er erklärt ferner in Offenbarung 3:16 (NW): „Also, weil du lau bist und weder heiss noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ Nun, dies ist Gemeinschaftsentzug. Christus Jesus wird in seiner Organisation auf die Dauer keine Lauen behalten. Entweder bist du für ihn oder wider ihn. Entweder kommst du in die Versammlung Gottes des Herrn und bist sein Diener des Evangeliums, oder du gehst schliesslich hinaus, in die Organisation des Teufels. Du darfst kein Leisetreter sein. Du darfst nicht lau sein. Du darfst nicht passiv sein. Du sollst positiv für Gott den Herrn sein.

      3. Wie entzog Gott dem natürlichen Israel und Jerusalem die Gemeinschaft?

      3 Auch Gott entzieht die Gemeinschaft. Wir haben dies in den oben angeführten Beispielen gesehen; und wir erinnern uns daran, dass gemäss Matthäus 23:38 (NW) Jesus, zu Jerusalem sprechend, sagte: „Siehe! euer Haus wird euch überlassen.“ Er hatte sich während einer langen Zeitperiode mit den Juden befasst, und nun war die Zeit gekommen, sie und ihr Haus oder ihren Tempel aufzugeben. Warum? Weil er sie gehegt und gepflegt und für sie gesorgt hatte wie eine Henne für ihre Kücken sorgt, sie aber seinem Vater im Himmel keine Beachtung schenkten, und nun war die Zeit für Gott gekommen, die ganze Sache aufzugeben, weil Israel nur einen Überrest lieferte, der treu blieb, und er genötigt war, ein Volk für seinen Namen aus den Heiden-Nationen herauszurufen.

      4. Welche Massnahme muss Gottes Volk, um mit Gott Gemeinschaft zu haben, der Welt und jenen aus seinen eigenen Reihen gegenüber ergreifen, die sich der Finsternis zuwenden?

      4 In 2. Korinther 6:14-18 (NW) sagte der Apostel Paulus: „Was für Gemeinschaft hat Licht mit Finsternis? … Und welche Übereinstimmung hat Gottes Tempel mit Götzen? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; gleichwie Gott sagte: ‚Ich werde unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein.‘ ‚„Darum gehet aus ihrer Mitte hinaus, und sondert euch ab“, spricht Jehova, „und höret auf, Unreines anzurühren“‘, ‚„so will ich euch aufnehmen“‘. ‚„Und ich werde euch ein Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein“, spricht Jehova, der Allmächtige.‘“ Ja, Jehova wird denen die Gemeinschaft entziehen, die gesetzlos werden, sich zur Finsternis umwenden und Götzen aufstellen. Er wird solche Personen aus seiner Organisation ausstossen. Wenn du zur Organisation des Herrn gehören willst, so erhalte dich rein von der Welt des Teufels. Wenn du das nicht willst, so verlass sie. Die Unlauteren, Unmoralischen sind geistig untauglich für Gottes Organisation. Wenn solch laue Kompromissler oder Abtrünnige nicht freiwillig aus seiner Organisation hinausgehen, so wird unter Gottes Leitung die Organisation selbst sie hinaustun.

      DAS VERFAHREN

      5. Welches ist das rechte Verfahren, jemandem die Gemeinschaft zu entziehen, und wie veranschaulichte Paulus dies?

      5 Es muss in dieser Hinsicht ein rechtes Verfahren befolgt werden. Es muss einen offiziellen Akt geben. Jemand, der die Autorität dazu hat, muss die Entscheidung treffen, und dann wird die Person entfernt. In 1. Timotheus 1:19, 20 (NW) finden wir ein Beispiel von der Autorität, womit Paulus handelte, denn er sagte: „Indem du Glauben und ein gutes Gewissen behältst, das einige von sich gestossen und so, was ihren Glauben betrifft, Schiffbruch erlitten haben. Hymenäus und Alexander gehören zu diesen, und ich habe sie dem Satan überliefert, damit sie durch Züchtigung belehrt werden, nicht zu lästern.“ Sie wurden durch einen dazu ermächtigten Diener aus der Versammlung hinausgetan. Paulus tat dasselbe in dem Fall, der in 1. Korinther 5:1-13 aufgezeichnet ist, als er sich jenes angeblichen Christen entledigte, der mit seines Vaters Frau Verkehr hatte. Paulus ergriff dort Massnahmen, weil jene, die der Versammlung vorstanden, hierin versagt hatten. Er besass die Autorität dazu. Er handelte als Diener Jehovas. Heute haben wir Versammlungen oder Gruppen von Zeugen Jehovas, und wir haben Diener in unsern Gruppen. Diese Diener müssen der Verantwortung nachkommen, welche die Stellung eines Dieners mit sich bringt, d. h. sie müssen die Versammlung rein erhalten und entsprechende Massnahmen ergreifen. Sie sollen gute Hirten sein und die Herde hüten.

      6. Welche Beschuldigung also muss gegenüber dem Betreffenden vorgebracht werden, und was muss geschehen, bevor sie angenommen werden kann?

      6 Vor allem muss also von jemand in der Versammlung oder von einem daran interessierten reifen Bruder hinsichtlich einer Person, die den verkehrten Weg eingeschlagen hat, eine Beschuldigung vorgebracht werden. Die blosse Tatsache aber, dass eine Beschuldigung vorgebracht wird, bedeutet nicht, dass wir dem Betreffenden die Gemeinschaft entziehen können. Die Heilige Schrift zeigt, dass Zeugen gestellt werden müssen. Keine Beschuldigung kann angenommen werden, es sei denn, zwei oder drei Zeugen bestätigten die Sache. Dies erfordert eine Untersuchung. Der Gruppendiener, der Hilfsgruppendiener, der Bibelstudiendiener und vielleicht noch andere reife Brüder in der Gruppe sollten zusammengerufen werden, um den Fall anzuhören, und die, gegen welche eine Beschuldigung vorgebracht wird, und die Zeugen müssen herbeigebracht werden, um die Sache zu besprechen. Sie dürfen nicht bloss auf Grund von Gerüchten oder Geschwätzen zu dem Schluss kommen, diese Person müsse aus der Versammlung hinausgetan werden. Es müssen zwei oder drei Augenzeugen da sein, welche wissen, dass so und so etwas geschah oder gesagt wurde. Eine Entscheidung darf sich nicht bloss auf Mutmassungen stützen. Es mag sein, dass wir zufolge eines Gefühls oder einer Empfindung, die wir haben, glauben, der Betreffende stehe nicht recht, aber wir mögen es nicht beweisen können. Solange wir es nicht aus dem Mund von zwei oder drei Zeugen beweisen können, darf der Betreffende nicht zu Recht zurückgewiesen werden. Sonst könnt ihr ihm grossen Schaden zufügen.

      7. Wie wird dann eine Entscheidung getroffen, was geschieht damit, und was hat die Gruppe diesbezüglich zu tun?

      7 Wenn wir also unsere Zeugen haben, so kommen wir mit den Personen zusammen, die widerspenstig oder auf Abwege geraten sind oder nicht gemäss dem Gesetz Gottes leben. Wir hören sie unparteiisch an, besprechen die Sache und suchen ihnen zu helfen. Doch muss ein Beweis vorhanden sein von Unreinheit, sei es moralische oder geistige, ehe mit ihnen irgend etwas hinsichtlich des Hinaustuns aus der Versammlung geschehen kann. Die Diener sollten bestimmt reife Brüder sein, die willig sind, die volle Verantwortung einer Entscheidung auf sich zu nehmen. Darauf sollte ihre Entscheidung der Gruppe dargelegt werden, nicht damit die Gruppe darüber abstimme, nein, sondern der Gruppendiener, der Hilfsgruppendiener, und der Bibelstudiendiener müssen die ganze Verantwortung für die einzuschlagende Handlungsweise übernehmen. Wenn sie in ihrem Sinn gründlich davon überzeugt sind, dass der Betreffende im Unrecht ist und aus der Gruppe hinausgetan werden sollte, und wenn er nicht irgendwelche Schritte zur Reue getan hat, dann berichten sie der Gruppe in Form einer Resolution, was sie getan haben. Sie bitten die Gruppe nicht, über diese Resolution abzustimmen und zu sagen: „Wir sind mit eurer Massnahme einverstanden.“ Nein, die Diener in der Gruppe sind mit der Verantwortung beauftragt, die Herde zu hüten und die Versammlung rein zu erhalten. Somit wird die Gruppe von den Dienern unterrichtet, welche Massnahme ergriffen wurde, und dass die anstössige Person nicht mehr ein Glied der Versammlung ist. Darauf sollte die Versammlung in vollstem Masse dem Rate folgen, den jene erteilen, die sich ihrer Interessen annehmen: die Diener in der Organisation.

      8. Wer muss den Unordentlichen verwarnen, und was muss geschehen, wenn er die Verwarnung nicht beherzigt?

      8 In 1. Thessalonicher 5:14 (NW) sagt Paulus: „Wir ermahnen euch, Brüder: Verwarnet die Unordentlichen, sprecht niedergedrückten Seelen tröstend zu, unterstützt die Schwachen, seid langmütig gegen alle.“ Es gehört zur Verantwortung der Diener Gottes, sich der Interessen der Versammlung anzunehmen. Sie verwarnen den Unordentlichen, doch dieser Unordentliche mag diese Ermahnung nicht beherzigen. Er will auf seinem Wege weiter wandeln. Wenn er nicht bereut und seine Handlungsweise ändert, dann muss er beiseite gesetzt und gemieden werden.

      9. Von wem muss die Trennung beschlossen werden, und wie veranschaulichte Paulus dies in Ephesus?

      9 In Apostelgeschichte 19:9 (NW) heisst es von Paulus in Ephesus, Kleinasien: „Als aber etliche fortfuhren, sich zu verhärten und nicht zu glauben, indem sie vor der Menge nachteilig redeten von dem Wege, zog er sich von ihnen zurück, sonderte die Jünger von ihnen ab und hielt täglich Ansprachen im Schul-Hörsaal des Tyrannus.“ Paulus war interessiert an jenen, die er dort in der jüdischen Synagoge lehrte, und als er eine Gruppe von Synagogenbesuchern sah, welche die Jünger, die er machte, wegzuziehen suchten, holte er seine wahren Nachfolger aus ihrer Gesellschaft hinweg. Er liess nicht zu, dass sie durch den Umgang mit jenen befleckt wurden, die falsche Lehren lehrten und die Wahrheit schmähten. Ebenso heute: die Diener, welche die Verantwortung für die Gruppe tragen, setzen die einzuschlagende Taktik gemäss Gottes Wort fest, und die Versammlung nimmt dieses von den Dienern vorgeschlagene Verfahren an.

      10. Welche Anweisung gab Paulus in 1. Korinther 5:11, und wie unterstützt die Versammlung ihre Diener in diesem Zusammenhang?

      10 In 1. Korinther 5:11 (NW) sagte Paulus der christlichen Versammlung: „Doch nun schreibe ich euch, aufzuhören, Umgang zu haben mit irgend jemand, der Bruder genannt wird, wenn er ein Hurer oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Schmäher oder Trunkenbold oder Erpresser ist, indem ihr mit einem solchen nicht einmal esset.“ Also gar keine Gemeinschaft mit Personen, denen die Gemeinschaft entzogen ist oder die aus der Versammlung hinausgetan sind! Weshalb? Weil die Versammlung Gottes rein, unbefleckt und für die reine Anbetung des Höchsten bewahrt werden muss. Wenn also diese Massnahme des Gemeinschaftsentzugs ergriffen wird, wird der Betreffende dadurch tatsächlich entfernt. Er ist draussen. Daher sollten sich alle von der Versammlung, alle jene, die ihr Leben Gott geweiht haben, an die Empfehlung oder die Resolution der Diener halten. Sie müssen die Diener unterstützen.

      11. Was unternimmt die Gruppe, welche jemandem die Gemeinschaft entzogen hat, gegenüber der Gesellschaft und gegenüber andern Gruppen und weshalb?

      11 Was ist aber nun von der Person zu sagen, der die Gemeinschaft entzogen ist? Vor allem sollte die Gruppe die Sache der Gesellschaft berichten, wobei sie den Tatbestand kurz darlege, indem sie der Gesellschaft sagt, um wen es sich handelt und warum ihm die Gemeinschaft entzogen und er beiseite gesetzt wurde, so dass sie unterrichtet ist. Wenn nun diese Person, der die Gemeinschaft entzogen wurde, die betreffende Gemeinde verlässt und in eine andere Gruppe zieht, und die Gruppe, die ihr die Gemeinschaft entzog, von der Sache weiss, dann sollte sie aus gutem Herzen heraus und zum Schutz der andern Gruppe dieselbe über die ergriffenen Massnahmen unterrichten. Nicht dass die andere Gruppe dem Betreffenden nun die Gemeinschaft entziehen müsste. Dies ist bereits durch die erste Versammlung im Interesse und zum Schutz aller vom Volke Jehovas getan worden. Der Gemeinschaftsentzug erfolgt in der Gruppe, wo das Unrecht getan wurde, und dem Betreffenden wird die Gemeinschaft dieser Gruppe und aller andern Gruppen entzogen. Sie wissen, dass ein wenig Sauerteig, der irgendwo in einem Laibe steckt, den ganzen Laib verdirbt. Notwendigerweise sollte dann die andere Gruppe, wohin sich der Betreffende begeben hat, gewarnt werden, so wie Paulus den Timotheus in bezug auf Phygelus und Hermogenes und Hymenäus und Philetus in Kenntnis setzte. (2. Tim. 1:15; 2:17) Aus diesem Grunde benachrichtigen sie die Gesellschaft, damit sie den Tatbestand kenne.

      12. Vor wem warnt Judas die Gruppen, und warum müssen wir sorgfältig sein in bezug auf Briefeschreiben?

      12 Judas berichtet uns von Menschen, die sich in die Organisation einschlichen, um sie moralisch verderbt zu machen. Solche Menschen sollten bestimmt irgendeiner Gruppe gemeldet werden, in der sie sich umtreiben, weil sie nur zwecks eines losen Wandels hereinschlüpften. Im Interesse der Sicherheit aller unserer Brüder und Schwestern in den Versammlungen rings umher sollten sie gemeldet werden. Dies bedeutet nicht, dass jemand nun persönlich eine Menge Briefe schreiben und eine Menge schlechter Dinge über sie, über das, was sie getan haben, erzählen sollte. Die Tatsache sollte gemeldet werden, dass der Betreffende einmal bei uns war, dass ihm aber wegen seiner Handlungsweise die Gemeinschaft entzogen worden sei, und die Gründe hierfür sollten ganz kurz angegeben werden. Andernfalls mag es geschehen, dass du heute der Beschimpfung oder Verleumdung durch Wort oder Schrift angeklagt wirst und selbst in Schwierigkeiten hineingerätst. Doch dürfen unsere Brüder vor dem Betreffenden gewarnt werden. Es ist ihm nicht mehr gestattet, einer von uns zu sein, weil wir die Organisation, die Versammlung Gottes, des Herrn, schützen wollen.

      BESCHRÄNKUNG VON VORRECHTEN

      13. Welchem Laufe folgen gewisse Personen, denen die Gemeinschaft entzogen wurde, hinsichtlich des Felddienstes; doch welche Tatsache darf dadurch nicht verdeckt werden?

      13 Gewisse Personen denken nun, sie können in der Wahrheit bleiben, wollen aber nicht nach Gottes Richtlinien wirken. So ziehen sie weiterhin aus in den Felddienst, sie gehen von Tür zu Tür, sie verbreiten Bücher, sie halten Bibelstudien ab, und doch ist ihnen die Gemeinschaft von der Versammlung entzogen worden. Selbst nachdem dies geschehen ist, arbeiten sie manchmal mehr Stunden, als sie damals, während sie noch in der Versammlung waren, gearbeitet hatten. Was wird die Versammlung mit einem solchen tun? Wir müssen im Sinn behalten, dass ihm die Gemeinschaft entzogen wurde und er kein Glied unserer Gruppe ist. Wir wollen ihn meiden, wollen nichts mit ihm zu tun haben.

      14, 15. (a) Wie weit gehen — hinsichtlich Versammlungen — die Vorrechte einer Person, der die Gemeinschaft entzogen wurde? (b) Wie steht es mit ihren Felddienst-Vorrechten?

      14 Versammlungen nun, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind, kann der Betreffende besuchen, solange er sich recht aufführt und ordnungsgemäss handelt. Wenn er in eine öffentliche Veranstaltung kommt, sagen wir zu einem öffentlichen Vortrag in einen öffentlichen Saal oder in den Königreichssaal oder in den Stadtpark oder zu einem Wachtturm-Studium oder zu einer Dienstversammlung, so ist all dies öffentlich, die Türen stehen offen, und er kann Zutritt erhalten. Wenn er in diese Versammlung kommt und niedersitzt, haben wir, solange er sich ordentlich aufführt und sich um seine eigenen Geschäfte kümmert, nichts zu ihm zu sagen. Jene, denen die Sachlage in der Versammlung bekannt ist, sollten ihn niemals begrüssen, noch sich von ihm verabschieden. Er ist in unserer Mitte nicht willkommen, wir meiden ihn. Wenn ein solcher im Wachtturm-Studium dasitzt und die Hand erhebt, sollte der Vorsitzende ihn nie beachten, noch ihm gestatten, einen Kommentar zu machen. Er ist nicht einer von uns. Er ist kein anerkanntes Glied in Gottes Versammlung. Jene, die unterrichtet sind und ihn kennen, sollten ihn bestimmt meiden, da sie ihm nichts zu sagen haben. Er hat keinerlei Dienstvorrechte in der Versammlung. Er könnte an den Büchertisch gehen und Schriften zu den regulären, öffentlichen Ansätzen erhalten, aber die Gruppe sollte ihm nie Bücher oder Zeitschriften zu Gruppen-Ansätzen geben, denn er ist nicht einer von uns. Was wir für die Öffentlichkeit, für jene in der Organisation des Teufels tun würden, dasselbe können wir für diesen tun.

      15 Wenn der Betreffende auszieht in den Felddienst, wozu er vielleicht die Bücher am Büchertisch zu regulären Ansätzen statt zu Gruppen- oder Pionier-Ansätzen erhalten hat, und hingeht von Tür zu Tür, können wir ihn daran nicht hindern. Er hat dasselbe Recht, von Haus zu Haus zu gehen, wie irgend jemand anders, wenn er dies tun will, aber unsere Versammlung wird ihm kein Gebiet geben. Sie wird seine Berichte nicht annehmen. Wenn solche Berichte einlaufen, wird er nicht unter denen zu finden sein, die als Verkündiger in der betreffenden Gruppe eingetragen sind. Er mag seinen Bericht in das Berichtskästchen legen, aber wir zerreissen ihn und werfen ihn weg. Der Betreffende ist nicht einer von uns. Er ist ein Vertreter der Organisation des Teufels, welcher Verderbtheit einzuführen und zu stören sucht. Er ist nicht rein, und bevor er bereut und seine Handlungsweise ändert, kann er nie zurückkommen und einer vom Volke des Herrn sein.

      16. Auf welche Weise behandelt die Gruppe den Betreffenden nicht als anerkannten Verkündiger?

      16 So ist denn die Gruppe sorgfältig, was ihn betrifft. Sie beseitigt seine Karte aus der Ablage der anerkannten Königreichsverkündiger. Es wird ihm nie ein Exemplar des monatlich gedruckten Informators gegeben. Er mag sein Rat-Büchlein behalten, sofern er das wünscht, weil ihm dieses, wenn er es liest, die Handlungsweise zeigen kann, der er folgen sollte. Wenn er den Wachtturm, wenn er die Bücher der Gesellschaft liest, zeigen sie ihm den Lauf, den er einschlagen sollte; doch solange er diesen Lauf nicht einschlägt, ist er in der Versammlung nicht willkommen.

      17. Unter welcher Bedingung darf er unsere öffentlichen Veranstaltungen besuchen, und weshalb?

      17 Wenn der Betreffende lärmig oder widerspenstig wird, sollte er vom Königreichssaal und von öffentlichen Veranstaltungen ferngehalten werden. Die Gruppe hat dazu das vollkommene Recht. Anderseits mag es sein, dass, wenn er zu den öffentlichen Vorträgen kommt und still auf die Ermahnung und den in den Studienversammlungen erteilten Rat hört, er aufwacht, sich schämt und bereut.

      18. Was ist über seine Anwesenheit bei Versammlungen in Privatwohnungen zu sagen, und warum?

      18 Was ist nun über Versammlungen in Privatwohnungen zu sagen? Unter keinen Umständen sollte er willkommen geheissen, noch sollte ihm der Zutritt in eine Privatwohnung gestattet werden, denn die Schrift ist in diesem Punkt sehr bestimmt. Somit sollte in unsern Heimbibelstudien oder „Gruppenbuchstudien“ die Person des Hauses, die zur Versammlung Gottes gehört, einen solchen fernhalten. Denn in 2. Johannes 9, 10 (NW) heisst es: „Jeder, der vorausdrängt und nicht in der Lehre des Christus verbleibt, hat Gott nicht. Wer in dieser Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre bringt, so nehmet ihn nicht in eure Häuser auf, noch entbietet ihm einen Gruss.“ So werdet ihr denn in euern Privathäusern niemals die Tür öffnen und ihm einzutreten gestatten. Ihr werdet einem solchen nie die Hand der Gemeinschaft reichen. Denkt daran, der Betreffende verliess einst die Organisation des Teufels. Er wurde rein gewaschen durch das Blut Christi, er gab sich Gott hin, und Gott weihte ihn zum Dienste. Er wurde ein Evangeliumsdiener. Nun ist er verderbt geworden, weil er sich dies erwählt hat. Er sündigt wider den heiligen Geist. Er kämpft wider Gott. Wir können mit ihm nichts zu tun haben. Gott ist es, der ihn richtet, und er gebraucht seine Diener auf Erden, um den Betreffenden zum Schutz der übrigen der Versammlung zu bezeichnen.

      WIEDERAUFNAHME

      19. Auf Grund welchen persönlichen Laufes kann jemand, dem die Gemeinschaft entzogen wurde, wieder aufgenommen werden?

      19 Kann jemand, dem die Gemeinschaft entzogen wurde, in die Organisation zurückgelangen? Ja, wenn er bereut. Aber er muss noch weiter gehen als nur bereuen. Er muss umkehren. Er muss seine ganze Handlungsweise ändern. Er darf nicht bloss sagen: „Es tut mir leid, dass ich das tat, ich habe nicht recht gehandelt.“ Er muss beweisen, dass er willig ist, in seinem Leben einen ganz andern Weg als den betretenen einzuschlagen. Er sollte offen seine Sünden bekennen und beim Komitee, das die Resolution zum Entzuge der Gemeinschaft aufstellte, um Vergebung bitten. Er sollte zu den betreffenden Personen hingehen, sein Unrecht zugeben und sie darauf hinweisen, was er tut und noch tun wird, um wieder aufgenommen zu werden.

      20. Was sagte Paulus in 2. Korinther 2:6-11 über die Wiederaufnahme, und was muss einer solchen, wie Paulus dies zeigt, vorausgehen?

      20 In 2. Korinther 2:6-11 (NW) haben wir einen Bericht darüber, wie Paulus einen Sünder in die Versammlung zurückbrachte. Er sagte: „Diese Zurechtweisung von der Mehrheit ist genügend für einen solchen, so dass ihr nun im Gegenteil freundlich vergeben und ihn trösten solltet, damit ein solcher nicht etwa durch seine übermässige Traurigkeit verschlungen werde. Darum ermahne ich euch, eure Liebe zu ihm zu bestätigen. Denn dazu schreibe ich auch, um den Beweis von euch zu ermitteln, ob ihr in allem gehorsam seid. Wenn ihr irgend jemandem etwas freundlich vergebet, dem vergebe auch ich. In der Tat, was immer auch ich freundlich vergeben habe, so ich irgend etwas freundlich vergeben habe, ist es um euretwillen vor dem Angesicht Christi geschehen, damit wir nicht vom Satan überlistet werden; denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt.“ Dieser Bericht mag sich auf den Mann beziehen, der seines Vaters Frau nahm und Hurerei beging und dann bereute. Wenn dem so war, sagt Paulus, ‚wohlan, bringet ihn zurück; es gibt keinen Grund, dass er allzu traurig sein sollte im Gedanken, er könnte niemals wieder in Gottes Organisation zurückkommen und Leben in der neuen Welt erlangen‘. Wohin müsste sonst jemand gehen, wenn er wider Gott gesündigt hat und dann wirklich bereut? Wir meinen damit nicht, dass der Betreffende unverfroren zurückkommen und sagen könnte: „Nun gut, die Sache tut mir leid. Bringt sie für mich in Ordnung, Jungens, ich will in die Versammlung zurückkommen.“ Nein, es muss dem Betreffenden ins Herz schneiden, und es muss ihm im Sinn weh tun. Er muss Reue an den Tag legen. Er muss traurig sein über die Sache und muss seinen Lauf ändern.

      21. Was muss für ihn festgesetzt werden, ehe er wieder aufgenommen wird, und warum?

      21 Seine Wiederaufnahme in die Versammlung Gottes ist für ihn und für die Versammlung eine sehr ernste Sache. Die ernannten Diener können eine gewisse Bewährungsfrist für ihn festsetzen, wenn sie dies tun möchten. Er wird den Dienern zu beweisen haben, dass er sich in der Zukunft richtig benimmt und als ein Diener Jehovas recht handelt. Sie können seine Aufrichtigkeit prüfen. Sie sollten ihn nicht zu schnell wieder aufnehmen, selbst nachdem er wirklich bereut und ihnen sagt, was er tun wird und ein offenes Bekenntnis ablegt. Weswegen nicht? Wegen der öffentlichen Meinung. (2. Pet. 2:2) Seine Handlungsweise mag eine solche des Ehebruchs gewesen und in den Zeitungen weithin bekanntgemacht worden sein. Vielleicht kam er wegen Diebstahls ins Gefängnis. Vielleicht war er sehr rebellisch. Vielleicht ging er hin und setzte eine neue Organisation in Gang und sucht nun, zurückzukommen. Ja, alle Leute in der Umgebung wissen, dass der Betreffende ein halsstarriger, unordentlicher Mensch war und keine gute Gesellschaft bedeutete. So sollten wir denn sorgfältig sein im Urteil, wie schnell wir eine solche Person in die Versammlung zurücknehmen, und dies wegen der Dinge, welche die ‚Leute, die draussen sind,‘ sagen mögen. (1. Tim. 3:7) Wenn jemand Ehebruch begeht und mit Männern und Frauen von losem Wandel umherläuft, und jedermann weiss es, und wir sagen: „Oh, komm doch zurück, du bist willkommen“, so werden die Leute von draussen sagen: „Oh, eure ganze Versammlung ist von derselben Sorte.“ Somit muss ihm eine gewisse Probe auferlegt, seine Aufrichtigkeit muss geprüft werden, bevor wir sein Reuebekenntnis öffentlich und völlig anerkennen.

      22, 23. Was ist die Folge, wenn jemand die Bedingung einer solchen Probe verletzt, wie dies durch Simei gezeigt wird?

      22 Denkt an den Fall des Simei, der auf die Probe gestellt wurde. Einmal fluchte er David, und als Salomo, der Nachfolger Davids, König wurde, wurden Simei gewisse Einschränkungen auferlegt. Salomo sagte zu ihm: ‚Du hättest längst getötet werden sollen. Somit musst du jetzt in der Stadt Jerusalem bleiben. Sobald du aber aus dieser Stadt hinausgehst und den Bach Kidron überschreitest, wirst du zu Tode gebracht.‘ Nun, Simei hätte sich seines Lebens und der ihm erwiesenen Gunst erfreuen können, wenn er dort, in der Stadt Jerusalem, geblieben wäre. Er hatte seine Sklaven, die Knechte und ein Heim. Drei Jahre, nachdem dieser Befehl ergangen war, liefen ihm zwei seiner Sklaven fort, und Simei sprach: ‚Oh, ich gehe nur hin, um diese Burschen zurückzuholen.‘ So ging er ihnen nach, überschritt den Kidron, erlangte seine Sklaven und brachte sie zurück. Darauf wurde Salomo davon benachrichtigt, dass er die Stadt verlassen hatte, und Salomo liess ihn töten. Nur um zwei Sklaven zurückzuholen, war dieser Mann bereit, sein Leben zu verlieren.

      23 Wenn nun jemand, dem die Gemeinschaft entzogen wurde, in der neuen Welt zu leben wünscht, und wenn die verantwortlichen Brüder in der Gruppe ihm gewisse Grenzen setzen oder Beschränkungen auferlegen, ist es dann für ihn nicht viel besser, innerhalb dieser Grenzen zu bleiben und zu leben, statt diese Grenzen zu überschreiten und so zu offenbaren, dass er rebellisch ist und dem Gesetz Gottes zuwiderhandelt? Simei verlor sein Leben, weil er der so gnadenvollen Vorkehrung des Königs Salomo nicht Gehorsam zollte.

      24. Wer entscheidet die Frage der Wiederaufnahme, wer wirkt hierin mit, und warum?

      24 So müssen denn die Diener die Entscheidung treffen, ob sie einen Bruder schliesslich zur Rückkehr willkommen heissen wollen. Die Diener, die ihm die Gemeinschaft entzogen, müssen dies der Versammlung bekanntgeben, indem sie sagen, dass — weil der Betreffende bereut hat und sie nun mit seiner verbesserten Handlungsweise durchaus zufrieden sind — ‚wir ihn wieder aufnehmen‘. Dann sollte sich die Versammlung an die Entscheidung der Diener, die in der Gruppe eingesetzt sind, halten. Wiederum stimmt die Gruppe nicht über die Frage ab, ob sie ihn zurücknehmen will, denn sie hat Vertrauen in ihre Diener, dass diese die Sache richtig untersucht und die rechte Entscheidung getroffen haben.

      25. Was muss einer, der wieder aufzunehmen ist, gemäss Kolosser 3:5-10 tun, und weshalb?

      25 In Kolosser 3:5-10 (NW) heisst es: „Tötet daher die Glieder eures Leibes ab, die auf der Erde sind, hinsichtlich Hurerei, Unreinigkeit, sexueller Gelüste, schädlicher Begierde und Habsucht, was Götzendienst ist. Um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes. Gerade in diesen Dingen wandeltet auch ihr einst, als ihr darin zu leben pflegtet. Nun aber tut sie wirklich alle von euch weg: Zorn, Wut, Schlechtigkeit, Lästerworte und unzüchtiges Reden aus euerm Munde. Belüget einander nicht. Streifet ab die alte Persönlichkeit mit ihren Praktiken, und kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit, die durch genaue Erkenntnis erneuert wird.“ Diese Anweisung bezieht sich natürlich auf jene, die ursprünglich aus der Organisation des Teufels herauskamen und Glieder des Volkes Jehovas geworden sind; somit muss sie sich auch auf jemanden beziehen, dem die Gemeinschaft entzogen ist und der bereut und zurückkehrt. Nun hat er diese neue Persönlichkeit angezogen, und er muss seinen Sinn neu gestalten, er muss die Gedanken Gottes denken und sie in die Tat umsetzen, wenn er je Leben in der neuen Welt erlangen soll.

      26. Was nun, wenn ein Bruder bereut und seine Reue bekundet, bevor ein Gemeinschaftsentzug erfolgt?

      26 Was aber, wenn ein Bruder bereut, bevor ihm die Gemeinschaft entzogen wird? Er mag erkennen, dass er unrecht getan hat, und er weiss, dass die Nachricht über seine Handlungsweise den Dienern zu Ohren kommen wird. Oder er mag seine eigene Schande fühlen, wenn noch niemand weiss, was ihm passiert ist, und er geht zu einem der reifen Brüder in der Gruppe, vielleicht zum Gruppendiener und bekennt seine ganze Sünde. Sollte der Betreffende dann vor der Versammlung blossgestellt und ihm die Gemeinschaft entzogen werden, weil der Gruppendiener von seiner Handlungsweise Kenntnis hat? Nein, sofern der Betreffende wahrhaft bereut. Wenn er um Vergebung gebeten und sein Unrecht bekannt hat und seine Handlungsweise ändert, ist kein Grund vorhanden, warum der Bruder, zu dem er gesprochen hat, das Geheimnis jenes Bruders einem andern enthüllen sollte. Sein Herzenszustand ist recht, und daher sollte dem Betreffenden Barmherzigkeit, Liebe und Freundlichkeit erwiesen werden.

      27. Was kann die Gesellschaft tun, oder was hat sie schon hinsichtlich eines solch reuigen Sünders getan, auch wenn sie keinen Gemeinschaftsentzug veranlasst?

      27 Die Eigensinnigen und Hartherzigen, jene, die wollen, dass alles nach ihrem Kopf geht, und dies, obwohl sie in der Versammlung Gottes sind, — solche sind es, denen wir die Gemeinschaft entziehen und die wir hinaustun müssen, weil sie die Versammlung unrein machen. Jenen aber noch weiter zu schlagen, der zerknirschten Herzens kommt und einem Bruder das von ihm begangene Unrecht bekennt, dafür haben wir keinen Grund. Der Betreffende hat sein Herz aufgetan und zugelassen, dass du hineinblicken konntest, und er wünschte Hilfe. Wenn die Gesellschaft einen Pionier entlässt, weil er unrecht getan hat, und wenn die Gesellschaft die eine Stelle ist, die etwas von seinem verkehrten Handeln weiss, so ist kein Grund vorhanden, dass die Gesellschaft darauf die Gruppe benachrichtige, und ihm durch die Gruppe die Gemeinschaft entziehen lasse, nein, das braucht sie nicht zu tun, wenn er seine Sünde bekannt und bei der Gesellschaft um Vergebung gebeten hat. Er kann seines Weges gehen. Die Gesellschaft würde ihm wegen seiner Handlungsweise wahrscheinlich Beschränkungen auferlegen oder ihm gewisse Grenzen stecken. Als Strafe mag sie ihn auf sechs Monate oder vielleicht auf ein Jahr von der Pionierliste streichen, je nachdem, was der Betreffende getan hat, das Schmach auf Gottes Namen bringt. Sofern er aber seine Sünde bekannt und um Vergebung gebeten hat, kann die Gesellschaft ihm helfen, auf den rechten Weg zurückzukommen und ein Diener des Herrn zu bleiben. Wenn die Tat nicht eine Gruppe oder eine weitere Person darin berührt, besteht kein Grund, sie irgendwie anzuzeigen oder öffentlich bekanntzumachen.

      28. Wie weit dürfen wir gehen, den Sünder zurückkehren zu lassen, und warum?

      28 Wir müssen dabei folgendes im Sinn behalten: Wir können denen Barmherzigkeit erweisen, die zerschlagenen Herzens sind, und wenn wir wollen, können wir ihnen helfen. Doch wie weit dürfen wir gehen, um diese Personen in die Organisation des Herrn zurückkehren zu lassen? Wie weit dürfen wir die Schranken fallen lassen? Wir dürfen die Schranken überhaupt nicht fallen lassen vor Leuten, die sich nicht bessern. Wir müssen im Sinn behalten, dass die Organisation rein bleiben muss zur unbefleckten Anbetung des Höchsten. Wir müssen die Rechtfertigung der Oberhoheit, des Namens und des Wortes Jehovas im Sinn behalten. Wir müssen das Leben Christi, unser Wandeln in seinen Fussstapfen und die von ihm aufgestellten Richtlinien im Sinn behalten. Wir müssen unsere Stellung als Jehovas Zeugen im Sinn behalten. Jemand, dem die Gemeinschaft entzogen worden ist, hat diese Dinge nicht im Sinn behalten, und darum wurde er aus der Versammlung entfernt. Darum wurde ihm die Gemeinschaft entzogen. Doch wenn er nun erkennt, dass die lautere, unbefleckte, reine Anbetung das Wichtige ist, dass die Rechtfertigung des Namens Gottes wichtiger ist als ein Handeln nach eigenem Kopf, wenn er sieht, dass all dies nötig ist und er dementsprechend leben muss, dann können wir ihn wieder in die Versammlung aufnehmen.

  • Heidnische Bräuche verjagt
    Der Wachtturm 1952 | 1. Mai
    • Heidnische Bräuche verjagt

      Jedes Jahr werden im Städtchen Ivorogbo „Oster“-Feiern abgehalten mit Tanz und Gesang, und in den verschiedenen Konfessionen finden „heilige Kommunion“-Andachten statt.

      Letztes Jahr lud die Ortsgruppe der Zeugen Jehovas die Bevölkerung des Ortes zu ihrer Gedächtnisfeier am Abend des 23. März ein, damit sie Augenzeugen sei von der richtigen, schriftgemässen Feier des Abendmahles des Herrn.

      Nach der Gedächtnisfeier entstanden Diskussionen, die sich über das ganze Städtchen ausbreiteten, mit dem Ergebnis, dass keine Prozessionen oder „Oster“-Feiern abgehalten wurden, ausser dem schwachen Versuch dazu von Seiten einiger älterer Religionisten, die dies weiterhin tun wollten. Einige der Ortsansässigen drückten den Wunsch aus, an der nachfolgenden Diensttätigkeit teilzunehmen, und insgesamt 59 Personen zogen ins Feld, die 30 regulären Verkündiger eingeschlossen, welche die neuen zur Schulung mitnahmen. — Zweigstelle Nigeria.

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