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„Dein Wille geschehe auf Erden“ (10. Teil)Der Wachtturm 1959 | 15. Mai
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sie verworfen, damit ich nicht König über sie sei.“ (1. Sam. 8:7, NW) Der erste König, den sie erhielten, war Saul aus dem Stamme Benjamin. Er zog sich Gottes Mißfallen zu und nahm ein unheilvolles Ende. Von Saul sagte Jehova zu Israel: „Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nahm ihn weg in meinem Grimm.“ (Hos. 13:11) Während der Herrschaft des Königs Saul fand Jehova im Stamme Juda einen Mann nach seinem Herzen. Er ließ den Propheten Samuel diesen Hirtenjungen David von Bethlehem zum Nachfolger des Königs Saul salben. Dadurch wurde David der Gesalbte Jehovas oder der Christus Jehovas. (1. Sam. 13:13, 14; 16:3-13) David war jedoch nicht Jesus Christus oder Jesus, der Gesalbte. Wie Melchisedek war er ein prophetisches Vorbild von Jesus Christus, dem Sohne Gottes. In prophetischen Aussprüchen wird Jesus Christus sogar als David, was „Geliebter“ bedeutet, bezeichnet, zum Beispiel in folgenden Worten:
14 „Ich werde e i n e n Hirten über sie erwecken, und er wird sie weiden — meinen Knecht David; der wird sie weiden, und der wird ihr Hirt sein. Und ich Jehova, werde ihr Gott sein, und mein Knecht David wird Fürst sein in ihrer Mitte. Ich, Jehova, habe geredet.“ — Hes. 34:23, 24.
15. Wen salbte Israel hierauf zum König, und was sollte nach dessen Tod mit dem Königreich geschehen?
15 König Saul starb in einer Schlacht. Danach erkannten die Israeliten, daß David von Jehova zum Nachfolger Sauls gesalbt worden war, und sie salbten ihn als Gesalbten Jehovas zum König. Nachdem David als König in Jerusalem fest eingesetzt war, wünschte er Jehova ein Heiligtum zu bauen, das das Zelt oder die Stiftshütte ersetzen sollte, die Mose in der Wüste errichtet hatte. Jehova versagte David, dem Kriegsmann, dieses Vorrecht. Aber weil Jehova Davids Wunsch wohlgefiel, schloß er von sich aus einen Bund mit David, wonach das Königtum nie vom Hause Davids weichen sollte. Was mußte demnach beim Tode Davids geschehen? In Jehovas Königreichsbund mit David war gesagt worden: „Ich [werde] deinen Samen nach dir erwecken, der von deinen Söhnen sein wird, und werde sein Königtum befestigen. Der wird mir ein Haus bauen; und ich werde seinen Thron befestigen auf ewig. Ich will ihm Vater sein, und e r soll mir Sohn sein; und ich will meine [liebende] Güte nicht von ihm weichen lassen, wie ich sie von dem [Saul] weichen ließ, der vor dir war. Und ich will ihm Bestand geben in meinem Hause und in meinem Königreich auf ewig; und sein Thron soll fest sein auf ewig.“ — 1. Chron. 17:11-14.
16. Weshalb kam keiner der Könige der Christenheit unter die Bestimmungen jenes Königreichsbundes zu stehen?
16 Von allen Königen oder politischen Herrschern, die seit dem römischen Kaiser Konstantin bis heute in der Christenheit geherrscht haben, kam keiner unter die Bestimmungen des Königreichsbundes zu stehen, den Jehova mit David geschlossen hatte. Jahrhunderte vor der Entstehung der Christenheit und ihrer Königreiche war jener Königreichsbund gegenüber Jesus Christus, dem Sohne Gottes, in Kraft getreten.
17. Auf wessen Thron saß König David, und wen erkannte er als Israels wirklichen König an?
17 In seiner Stellung als Jehovas Gesalbter saß König David auf Jehovas Thron. Er saß nicht in derselben Weise auf Jehovas Thron, wie sein Herr, Jesus Christus, nun zur Rechten Gottes sitzt. David saß lediglich als Jehovas Vertreter auf einem sichtbaren Thron auf dem Berg Zion in Jerusalem. Er erkannte Jehova als Israels wirklichen König an. In Psalm 59:13 (NW) schrieb er unter Inspiration: „Gott herrscht in Jakob [Israel] bis an die Enden der Erde.“ Kurz vor seinem Tode pries David Gott, weil er sich darüber freute, daß die führenden Männer in Israel so freigebig zu dem Bau des Heiligtums Jehovas beigesteuert hatten, das sein Sohn Salomo errichten sollte, und sagte: „Dein, Jehova, ist die Größe und die Stärke und die Herrlichkeit und der Glanz und die Hoheit; denn alles im Himmel und auf Erden ist dein. Dein, Jehova, ist das Königreich, und du bist über alles erhaben als Haupt.“ (1. Chr. 29:10, 11, Fußnote) Aber David sagte auch: „Jehova hat … meinen Sohn Salomo erwählt, um auf dem Throne des Königtums Jehovas über Israel zu sitzen.“ — 1. Chron. 28:5; 2. Chron. 9:8.
18. Auf wessen Thron saßen Davids Nachfolger, und was schattete das Königreich Israel deshalb vor?
18 Deshalb hieß es von Davids Nachfolger, daß er als Jehovas Vertreter auf dem Throne Israels sitze: „Salomo setzte sich als König auf den Thron Jehovas an Stelle seines Vaters David, und er hatte Gelingen.“ (1. Chron. 29:23, NW) Ebenso saßen auch alle anderen Nachkommen Davids, die ihm gemäß Jehovas Königreichsbund folgten, auf dem „Throne Jehovas“. Das Königreich war Jehovas Königreich. Es war ein Vorbild-Königreich Gottes auf Erden, dessen sichtbare Könige aus dem Hause Davids stammten.
19, 20. (a) Was geschah mit dem Königreichsbund, nachdem König Zedekia gestürzt und seine Söhne umgebracht worden waren? (b) Was sagte Hesekiel bezüglich des Königreiches zu König Zedekia?
19 Was geschah denn mit jenem ewigen Königreichsbund, als Nebukadnezar, der König von Babylon, die Hauptstadt Jerusalem und ihr Heiligtum zerstörte, König Zedekias Thron stürzte und Zedekia selbst in die Verbannung nach Babylon wegführte, wo er starb? Hörte der Königreichsbund damals zu bestehen auf? Nein, er sollte bestehenbleiben, bis der Same des Weibes Gottes käme, von dem Jehova gesagt hatte: „Ich will ihm Bestand geben in meinem Hause und in meinem Königreich auf ewig; und sein Thron soll fest sein auf ewig.“ Allein das Vorbild-Königreich Gottes auf Erden fiel dem Ruin anheim, so daß es zu bestehen aufhörte. König Zedekias Söhne wurden durch den König von Babylon umgebracht, aber es existierten noch andere Nachkommen des Königs David, durch die der gesetzliche und der natürliche Erbe des Thrones Davids kommen konnte. Jehova versicherte dies, als er den König Zedekia verurteilte und zu ihm sagte:
20 „Und du, Unheiliger, Gesetzloser, Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist zur Zeit der Ungerechtigkeit des Endes! so spricht der Herr, Jehova: Hinweg mit dem Kopfbund, und fort mit der Krone! Dies wird nicht mehr sein. Das Niedrige werde erhöht und das Hohe erniedrigt! Umgestürzt, umgestürzt, umgestürzt will ich sie machen; auch dies wird nicht mehr sein [Zum Ruin, Ruin will ich sie machen, auch nicht eine Spur davon wird mehr sein, RS] — bis der kommt, welchem das Recht gehört; dem werde ich’s geben.“ — Hes. 21:30-32.
21. Was konnten die Nachkommen aus dem Geschlecht Davids nach dem Jahre 607 v. Chr. hinsichtlich des Königreichsbundes tun?
21 Nach der ersten Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. Chr. nahmen keine Nachkommen Davids mehr einen irdischen Thron in jener Stadt ein. Indes konnten sie, gestützt auf den Königreichsbund, den Anspruch auf den Thron und die Krone auf ihre Nachkommen übertragen, bis der kam, dem das Recht darauf gehörte. Dann würde Gott den rechtmäßigen Erben auf den Thron erheben und ihn krönen. Und dieser wäre dann als der vorhergesagte Same des Weibes Gottes befugt, den Kopf der „Urschlange“, Satans, des Teufels, zu zermalmen.
22. Warum wurde Gottes Vorbild-Königreich nicht wiederaufgerichtet, nachdem der Überrest aus Babylon nach Jerusalem zurückgekehrt war, und weshalb war das von dem Makkabäer Judas Aristobulos errichtete Königreich nicht Gottes Königreich?
22 Wie lange sollte es also dauern, bis das in den Ruin gestürzte Königreich wiederhergestellt und Gottes Königreich dem Samen des Weibes Gottes, der das Recht darauf besaß, gegeben würde? Als der Überrest reumütiger Juden wieder in die Heimat zurückkehrte, die siebzig Jahre lang als Einöde, ohne Menschen und Haustiere dagelegen hatte, wurde dem Hause Davids das Vorbild-Königreich Gottes nicht wiederhergestellt. Die Juden standen unter einem nichtjüdischen Herrscher, dem König Kores von Persien. Sie hatten nur einen eigenen Statthalter, der aus dem königlichen Hause Davids stammte und ihre Angelegenheiten leitete. Im Jahre 167 v. Chr. erhoben sich die Makkabäer gegen den syrischen König Antiochus IV. Epiphanes und gründeten danach eine eigene Regierung. Im Jahre 104 v. Chr. nahm Judas Aristobulos den Titel „König der Juden“ an. Dies war jedoch das Königreich eines levitischen Priesters. Es war keine Wiederherstellung des Königreiches Gottes unter einem Nachkommen aus der Geschlechtslinie des Königs David vom königlichen Stamme Juda. — 1. Mose 49:8-10.
23. Wurde das Königreich Gottes nach Jesu triumphalem Einzug in Jerusalem oder nach seiner Auferstehung oder zu Pfingsten aufgerichtet?
23 Auch als Jesus, auf einem Esel reitend, im Frühjahr 33 im Triumph in Jerusalem einzog, wie Salomo es Jahrhunderte zuvor bei seiner Krönung getan hatte, wurde Gottes Königreich, dessen Herrscher der rechtmäßige Erbe des Königs David sein sollte, nicht wieder aufgerichtet. Nach Jesu Auferstehung aus den Toten und gerade, bevor er in den Himmel auffuhr, um sich dort zur Rechten seines Vaters zu setzen, stellten ihm seine Jünger die direkte Frage: „Meister, stellst du in dieser Zeit das Königreich für Israel wieder her?“ Dem Sinne nach antwortete ihnen Jesus mit Nein, denn er sagte: „Es ist nicht an euch, Kenntnis zu erlangen über die Zeiten oder Zeitabschnitte, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat, aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch kommt, und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde.“ (Apg. 1:6-8, NW) Zehn Tage später, am Festtage der Pfingsten, wurde Gottes heiliger Geist auf sie ausgegossen, und so empfingen sie Kraft. Das Königreich Israel wurde jedoch nicht wieder in Jerusalem, der Hauptstadt Israels, aufgerichtet.
(Fortsetzung folgt)
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1959 | 15. Mai
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Bekanntmachungen
PREDIGTDIENST
Im Monat Mai werden Jehovas Zeugen den Menschen guten Willens zwei Bücher anbieten. Beitrag 4 DM (Schweiz 4 Fr.). Die Wachtturm-Leser sind eingeladen, an dieser Tätigkeit teilzunehmen. In bezug auf weitere Auskunft wende man sich an uns oder den nächstgelegenen Königreichssaal der Zeugen Jehovas.
Tagestexte für Juni
16. Unser Gott ist in den Himmeln; alles, was ihm wohlgefällt, tut er. — Ps. 115:3. wX 1. 4. 58 8
17. Diese Menschen sind Murrende, sie beschweren sich über ihr Lebenslos, handeln nach ihren eigenen Begierden, und ihr Mund redet Schwulst, während sie um des eigenen Nutzens willen Persönlichkeiten bewundern. — Judas 16, NW. wX 15. 6. 58 26
18. Laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns zur Liebe und zu rechten Werken anspornen. — Heb. 10:24, NW. wX 1. 9. 58 20, 21
19. Jesus antwortete: „…Das zweite ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘“ — Mark. 12:29, 31, NW. wX 1. 7. 58 12a
20. Seht euch vor und hütet euch vor jeder Art von Habsucht, denn wenn jemand auch Überfluß hat, so ergibt sich sein Leben doch nicht aus seinem Besitz. — Luk. 12:15, NW. wX 1. 1. 59 8, 9
21. Mein Fuß wird bestimmt auf ebenem Boden stehen; inmitten der versammelten Scharen werde ich Jehova preisen (segnen). — Ps. 26:12, NW. wX 15. 1. 58 27, 28
22. … mit Freude, weil sie würdig erachtet worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen. — Apg. 5:41, NW. wX 1. 5. 58 11
23. Wer da zweifelt, ist gleich einer Meereswoge, die vom Winde bewegt und hin und her getrieben wird. — Jak. 1:6, NW. wX 15. 8. 58 12, 13
24. Somit kann bestimmt keiner von euch mein Jünger sein, der sich nicht von allem trennt, was ihm gehört. — Luk. 14:33, NW. wX 1. 10. 58 19, 21
25. Hütet die euch anvertraute Herde Gottes, nicht unter Zwang, sondern willig, auch nicht aus Liebe zum unredlichen Gewinn, sondern mit Eifer, auch nicht als solche, die über jene herrschen, welche Gottes Erbteil sind, sondern indem ihr Vorbilder … werdet. — 1. Pet. 5:2, 3, NW. wX 1. 6. 58 1, 2a
26. Ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich. — Joh. 10:14, NW. wX 15. 11. 58 3, 4a
27. Hast du jemanden gesehen, der in seinen eigenen Augen weise ist? Für einen einfältigen Menschen gibt es mehr Hoffnung als für ihn. — Spr. 26:12, NW. wX 1. 2. 59 10, 12a
28. [Seid] allezeit bereit zu einer Verteidigung vor jedermann, der von euch einen Grund für die Hoffnung verlangt, die in euch ist, doch tut dies mit Milde und tiefem Respekt. — 1. Pet. 3:15, NW. wX 15. 7. 58 2a
29. Du sollst heilige Kleider für deinen Bruder Aaron machen. — 2. Mose 28:2. wX 15. 12. 58 14, 15
30. Ein anderer Mann übernehme sein Aufseheramt. — Apg. 1:20, NW. wX 15. 3. 58 23
(Erklärung, wie Kommentare zu diesen Schrifttexten gefunden werden können: Die Zahlen, die dem Datum des Wachtturms folgen, beziehen sich auf die betreffenden Abschnitte im ersten Studienartikel. Folgt der Zahl ein „a“, so ist der Kommentar im zweiten Studienartikel, folgt ihr ein „b“, im dritten Studienartikel zu finden.)
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
14. Juni: Das antike Muster für Jehovas außergewöhnliches Werk, ferner: Warnungen vor Jehovas außergewöhnlichem Werk, ¶ 1—13. Seite 297.
21. Juni: Warnungen vor Jehovas außergewöhnlichem Werk, ¶ 14—33. Seite 303.
28. Juni: Warnungen vor Jehovas außergewöhnlichem Werk, ¶ 34—37, ferner: Wenn Jehova sich aufmacht zu seinem außergewöhnlichen Werk. Seite 308.
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