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  • Was kannst du sagen?
    Erwachet! 1976 | 22. April
    • Was kannst du sagen?

      VIELLEICHT hast du einen Freund, dessen Frau bald an Krebs sterben wird. Was kannst du ihm sagen, um ihn zu trösten? Ein kleiner Junge mag verzweifelt sein, weil sein Vater gerade gestorben ist. Du möchtest ihn von ganzem Herzen trösten. Fühlst du dich hilflos? Oder kannst du dem Jungen eine wirkliche Hoffnung vermitteln?

      Um jemandem, der einen Angehörigen verloren hat, echten Trost geben zu können, muß man selbst eine festgegründete Hoffnung haben. Man muß tatsachengemäße Antworten auf die Fragen über den Tod haben, denn nur die Wahrheit kann echten Trost vermitteln.

      Zunächst muß man die Antwort auf die Frage: Wo sind die Toten? wissen. Auch andere Fragen sind von Bedeutung. Sind die Verstorbenen jetzt im Himmel? Leiden sie in irgendeiner Form? Leben sie in einer Art Schattenreich? Oder sind sie wirklich tot? Wenn ja, sind sie dann für immer von uns gegangen? Ist es vernünftig, daß jemand vielleicht vierzig Jahre alt wird, eine gute Ausbildung erhält und die Voraussetzungen erwirbt, es in dieser Welt zu etwas zu bringen, und dann stirbt? Wie schade ist das doch!

      Was könntest du einem Trauernden sagen? Solltest du sagen, der Tod sei ein Entrinnen aus einem unerfreulichen Dasein — der Tote sei daher besser daran? Das wird den Trauernden nur wenig trösten. Um die richtige Antwort geben zu können, muß man das Leben richtig einschätzen und wissen, ob der Tod ein Freund oder ein Feind des Menschen ist.

      Das Leben — ein kostbarer Besitz

      Wer Trauernde tröstet, muß sich darüber im klaren sein, daß der Tod im allgemeinen ein Geheimnis für sie ist. Eines kann man gewöhnlich an den Hinterbliebenen feststellen: Es fällt ihnen schwer, den Tod als das Ende zu akzeptieren. Sollten wir diese Haltung als unnatürlich, töricht und sinnlos betrachten? Nein, sie verrät in Wirklichkeit ein normales, gesundes Denken. König Salomo, der Reichtum hatte sowie die Gelegenheit, die wünschenswerten Dinge des Lebens zu suchen und alles zu beobachten, was der Menschheit widerfuhr, das Gute und das Schlechte, kam zu dem Schluß: „Ein lebender Hund [ist] besser daran ... als ein toter Löwe“ (Pred. 9:4).

      Das Leben ist wirklich kostbar! Ohne Leben hätten wir nichts. Es ist ganz natürlich, daß man sich an das Leben klammert. Vor etwa 3 500 Jahren fragte der Orientale Hiob hoffnungsvoll: „Wenn ein Mann stirbt, wird er wieder leben?“ (Hiob 14:14, Elberfelder Bibel). Es gibt so vieles, was das Leben lebenswert macht, und selbst wenn jemand wegen ungünstiger Umstände, z. B. wegen Krankheit oder anderer Faktoren, manches nicht tun kann, gibt es doch immer noch andere Möglichkeiten, ein glückliches und befriedigendes Leben zu führen.

      Ein Beispiel dafür, was das Leben bedeuten kann, selbst wenn jemand nur von einem Teil der normalen menschlichen Fähigkeiten Gebrauch machen kann, bietet die Geschichte von Helen Keller. Sie war keine zwei Jahre alt, als sie durch eine Krankheit ihr Augenlicht und ihr Gehör verlor. Abgeschnitten von der Außenwelt! Wie sie später erzählte, wuchs sie in den folgenden fünf Jahren „wild und unbeherrscht“ auf; „kichernd und glucksend, um Freude zum Ausdruck zu bringen; tretend, kratzend und die unartikulierten Schreie eines Taubstummen ausstoßend, um das Gegenteil anzuzeigen.“

      Dann veranlaßte ihr Vater, daß sie von einer Miss Anne Sullivan aus dem Perkins-Institut für Blinde in Boston unterrichtet wurde. Diese hingebungsvolle junge Frau ersann eine Art Alphabet und buchstabierte Wörter in Helens Hand. Bald lernte Helen, Wörter mit Gegenständen in Verbindung zu bringen, und schon nach drei Jahren konnte sie Blindenschrift lesen und mit einer besonderen Schreibmaschine schreiben. Im Jahre 1904 bestand sie die Abschlußprüfung am Radcliffe-College mit Auszeichnung. Miss Sullivan war während des Studiums immer bei ihr gewesen und hatte ihr die Vorlesungen mit Hilfe des Fingeralphabets übermittelt.

      Miss Keller ging dann mit großer Tatkraft daran, den Blinden und Taubblinden zu helfen. Sie hielt Vorlesungen, erschien vor gesetzgebenden Körperschaften, besuchte Krankenhäuser und schrieb mehrere Bücher, mit denen sie Tausenden Mut zusprach. Ihr Wunsch, den Behinderten zu helfen, gab ihrem Leben Sinn. Sie erreichte das Alter von fast 88 Jahren. Gewiß hatte sie nicht das Gefühl, sie wäre besser daran gewesen, wenn sie jung gestorben wäre.

      Helen Keller und Tausende andere, die aus ihrem Leben das Beste machen, widersprechen der Vorstellung, der Tod sei ein „Freund“. Fast jeder tut alles, was er kann, um am Leben zu bleiben, selbst im Angesicht des sicheren Todes. Außerdem haben die meisten Menschen Furcht vor dem Tod. Diese Furcht hat nicht nur derjenige, der im Sterben liegt, sondern auch seine Familie und seine Freunde. Selbst Ärzte und Krankenschwestern, die Sterbende pflegen, haben Furcht. Diesbezüglich schrieb Dr. Elisabeth Kübler-Ross:

      „Fünfundsiebzig Prozent unserer Bevölkerung sterben in Anstalten, wo sie von einem Personal umgeben sind, das gewöhnlich die Probleme dieser Menschen vermeiden und von ihnen so schnell wie möglich fortkommen möchte. Und das liegt daran, daß wir alle eine überwältigende Furcht vor dem Tode haben.

      Wie wir uns diese Furcht auch erklären mögen, so läuft es doch darauf hinaus, daß es die Furcht vor einer katastrophalen zerstörenden Kraft ist, die über uns schwebt und gegen die wir nichts tun können.“

      Die Bibel stellt den Tod und das Altern eindeutig als Feind dar (1. Kor. 15:26). Die Todesfurcht hat Menschen in Knechtschaft gehalten. Aus Furcht vor dem Tode — vor dem Hungertod zum Beispiel — sind Menschen zu Dieben und Kannibalen geworden. Einige sind dazu veranlaßt worden, Unrecht zu begehen, um nicht getötet zu werden. Einige sind gezwungen worden, etwas gegen ihren Willen zu tun, weil man ihnen gedroht hat, ihre Verwandten, die in einem diktatorischen Land leben, zu töten (Hebr. 2:15).

      Doch wie wäre es, wenn der Tod ausgemerzt werden könnte? Würde dadurch das Leben langweilig und monoton werden? Wer hat jemals gesagt: „Ich fühle mich heute so wohl, daß ich am liebsten sterben würde.“? Stimmt es nicht, daß es so viel Gutes und Erfreuliches zu tun gibt, daß das Leben, selbst wenn man ewig lebte, gar nicht lang genug wäre, um all das zu tun?

      Die Bibel sagt, Gott habe der Menschheit „die unabsehbare Zeit ... in ihr Herz gelegt“ (Pred. 3:11). Der Mensch kann sich die Zukunft vorstellen und Pläne schmieden. Auch ist immer die Hoffnung da, daß einmal eine Möglichkeit gefunden wird, den Tod auszumerzen. Würde ein liebevoller Schöpfer seine vernunftbegabten Geschöpfe mit solchen Gefühlen ausstatten, wenn es keine Hoffnung auf eine Erfüllung gäbe? Das ist nicht anzunehmen. Und wenn die Hoffnung besteht, daß der Tod ausgemerzt wird, dann ist auch anzunehmen, daß uns der Schöpfer von seinem Vorsatz, diese Hoffnung zu erfüllen, unterrichtet. Doch bevor wir uns damit befassen, wollen wir herausfinden, was der Tod ist und wie und warum er ins Dasein kam.

  • Was ist der Tod?
    Erwachet! 1976 | 22. April
    • Was ist der Tod?

      FÜR viele ist der Tod lediglich die Tür zu einem anderen Leben. Sie glauben, daß die Art ihrer Existenz im nächsten Leben davon abhängt, wie sie jetzt leben. Andere dagegen denken, wer gestorben sei, habe keine Möglichkeit, wieder zu leben.

      Angesichts solch widersprüchlicher Vorstellungen vom Tod muß man sich fragen, ob man wirklich wissen kann, was geschieht, wenn jemand stirbt. Das wäre bestimmt der Fall, wenn uns der Schöpfer des Menschen dies geoffenbart hätte. Nun, die Bibel behauptet, eine solche Offenbarung zu sein. Was sie uns über den Tod berichtet, sollte daher jeder Ungewißheit über dieses Thema ein Ende bereiten.

      Aus dem ersten Buch der Bibel, der Genesis, erfahren wir, daß die ersten Menschen, Adam und Eva, die Aussicht hatten, ewig zu leben. Ihr Leben hing jedoch davon ab, daß sie ihrem Schöpfer und Gott, Jehova, vollkommen gehorsam blieben. Um ihren Gehorsam zu prüfen, verbot ihnen Jehova Gott, von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Es war wichtig, daß Adam und Eva auf diese Weise geprüft wurden. Nur wenn sie selbst Gottes Recht respektierten, einen Maßstab für Richtig und Falsch, für Gut und Böse, festzusetzen, konnten sie ihren Nachkommen den gleichen Respekt einflößen.

      In Verbindung mit dem Gebot, nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, sagte Gott zu Adam: „An dem Tage, da du davon ißt, wirst du bestimmt sterben“ (1. Mose 2:17). Als Adam dann tatsächlich die verbotene Frucht aß, wurde das Todesurteil über ihn verhängt: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1. Mose 3:19). Demgemäß bedeutete Adams Tod, daß er aufhörte zu leben und schließlich zu den Bestandteilen des leblosen Staubes zurückkehrte, aus dem er geschaffen worden war.

      Die Seele

      Gab es aber etwas Unsichtbares in Adam — eine Seele —, was nach seinem Tod weiterlebte? Wenn Adam eine Seele gehabt hätte, hätte man eine Grundlage, um mit Ja zu antworten. Aber war das der Fall? Über die Erschaffung Adams berichtet die Bibel: „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele“ (1. Mose 2:7).

      Beachte, daß nirgendwo gesagt wird, Adam habe eine Seele gehabt. Nein, er „wurde eine lebende Seele“, als sein lebloser Körper durch den „Odem des Lebens“ belebt wurde. Adam war somit selbst eine lebende Seele, und diese Seele starb. Diese Auffassung bestätigt Hesekiel 18:4 mit den Worten: „Alle Seelen — mir [Gott] gehören sie. Wie die Seele des Vaters, ebenso die Seele des Sohnes — mir gehören sie. Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben.“

      Viele Personen haben sich gründlich mit der Auffassung befaßt, die Seele sei ein unabhängiger Bestandteil des Menschen, der nach dem Tode des Leibes weiterlebe, und sind zu dem Schluß gekommen, daß dies keine biblische Lehre ist. Sie haben erkannt, daß diese Vorstellung ihren Ursprung in der griechischen Philosophie hat.

      Die Zeitung Le Monde zitierte in ihrer Ausgabe vom 8. November 1972 (S. 13) den französischen Autor und Philosophen Roger Garaudy, der sagte, die griechische Philosophie habe „das Christentum jahrhundertelang irregeführt“. Weiter lesen wir: „Der Dualismus von Seele und Leib sowie der daraus folgende Mythos von der Unsterblichkeit der Seele ... sind Platonische Theorien, die nichts mit dem Christentum oder der Bibel zu tun haben.“

      Professor Claude Tresmontant bemerkt in seinem Buch Le problème de l’âme: „Es ist absurd zu sagen, wie es bei der gesamten Platonischen und Kartesischen Tradition der Fall ist, daß der Mensch ... aus einer Seele und einem Leib besteht. ... Man sollte nicht sagen: ,Ich habe‘ eine Seele, denn das würde den Besitzer von der Seele unterscheiden, die er besitzt. Man sollte sagen: ,Ich bin eine lebende Seele‘“ (S. 180, 181).

      Ernst Busch gibt in einem Lehrbuch der evangelischen Unterweisung zu: „Aus der griechischen Philosophie fand in die Kirche die Lehre Eingang, daß der Tod die Trennung von Leib und Seele sei. ... Der Mensch kann nicht so in Leib und Seele aufgespalten werden, daß der Tod den Leib trifft, die Seele nicht. Der ganze Mensch ist ein Sünder, der ganze Mensch mit Leib und Seele geht nach der Lehre des Paulus in 1. Kor. 15 in den Tod“ (Gottes Heilsoffenbarung in Jesus Christus, 2. Ausg., 1958).

      Wenn wir lesen, wie die Bibel den Zustand der Toten beschreibt, haben wir einen weiteren Beweis dafür, daß die Seele nicht nach dem Tod des Leibes bewußt weiterlebt. Als der treue Hiob über seinen bedauernswerten Zustand klagte, rief er aus: „Warum starb ich dann vom Mutterschoß nicht weg? ... Denn nun hätte ich dagelegen, daß ich ungestört wäre; ich hätte dann geschlafen; ich hätte Ruhe“ (Hiob 3:11, 13). In Prediger 9:5, 6 lesen wir: „Die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; aber was die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt ... Auch ihre Liebe und ihr Haß und ihre Eifersucht sind bereits vergangen.“

      Beachte, daß der Tod in der Bibel als ein Zustand ohne Bewußtsein beschrieben und mit dem Schlaf verglichen wird. So, wie jemand, der fest schläft, sich nicht bewußt ist, was um ihn herum vor sich geht, so sind sich auch die Toten nicht des geringsten bewußt. Das wird durch Beobachtungen von Personen bestätigt, die nach einem Herzanfall, der sie normalerweise das Leben gekostet hätte, wiederbelebt wurden. Als man einen Arzt, der ein solches Erlebnis vor einigen Jahren in Cleveland (Ohio) hatte, fragte, was man denn fühle, wenn man tot sei, antwortete er: „Man fühlt einfach gar nichts. Es gibt keine Gedanken, keine Erinnerung.“

      Andere Leute, deren Herz aufgehört hatte zu schlagen, behaupten, in einem Zustand der Glückseligkeit gewesen zu sein. Über solche Personen sagte der obenerwähnte Arzt: „Ich bin davon überzeugt, daß sie verwirrt sind. Sie reden über das, was sie in der Zeit zwischen Bewußtsein und Bewußtlosigkeit, während der Zeit des Halbkomas, empfanden. Wenn die Lebensfunktionen aussetzen, fühlt man einfach gar nichts.“

      Keine buchstäbliche Qual

      Da die Toten nicht bei Bewußtsein sind, können sie keine physische Qual verspüren. Nach dem Tode des Leibes lebt nichts weiter, was Bewußtsein hätte und was einer buchstäblichen Qual ausgesetzt werden könnte.

      Außerdem wurde Adam nichts von einem Ort der Qual gesagt. Seine Strafe für Ungehorsam sollte nicht ewige Qual, sondern der Tod sein. Wenn er wirklich mit einer ewigen Qual in einer Feuerhölle bestraft worden wäre, wäre es dann nicht ungerecht von Gott gewesen, ihm dies nicht vorher mitzuteilen?

      Gott kann jedoch eine solche Ungerechtigkeit nicht vorgeworfen werden. Der Tod war wirklich die volle Strafe für die Übertretung Adams und für all seine Nachkommen, die zum Tode führende Schwachheiten und Unvollkommenheiten ererbt haben. Die Bibel sagt: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod“, nicht die ewige Qual (Röm. 6:23). Außerdem ist jemand, der „gestorben ist, ... von seiner Sünde freigesprochen“ (Röm. 6:7). Wenn aber jemand nach seinem Tod ewig gequält würde, könnte man nicht sagen, er sei „von seiner Sünde freigesprochen“. Er würde dann immer noch für seine Übertretungen zahlen.

      Außerdem widerspricht die Vorstellung, Gott lasse die Seelen böser Menschen ewig quälen, dem Empfinden des Menschen für Liebe und Gerechtigkeit. Wenn du zum Beispiel hörtest, ein Vater habe seinen Sohn gequält, indem er ihn mit kochendem Wasser überschüttet habe, würdest du das dann für eine angemessene Strafe halten? Würde es dir leichtfallen, irgendeine Sympathie für einen solchen Vater zu haben, ganz gleich, wie böse sein Sohn gewesen sein mag? Würde dich die Tat eines solchen Vaters nicht vielmehr anwidern? Ist es nicht so, daß nur unmenschliche Personen Gefallen daran haben, daß andere gequält oder gefoltert werden?

      Man sollte nicht übersehen, daß die Folterung von Menschen und die Quälerei von Tieren im allgemeinen verabscheut werden, ganz gleich, was sie getan haben mögen. Gemäß der Bibel wurde der Mensch im „Bilde Gottes“ erschaffen (1. Mose 1:27). Das bedeutet, daß ihm Eigenschaften verliehen wurden, wie Gott sie hat. Die Tatsache, daß die Menschen im allgemeinen grausame Folterungen verabscheuen, ist also darauf zurückzuführen, daß der erste Mensch Adam seine von Gott erhaltenen Eigenschaften an alle Glieder der Menschheitsfamilie vererbt hat. Angesichts dessen ist es unvorstellbar, daß gerade der, der für unsere allgemeine Abscheu vor der Folter verantwortlich ist, Menschen für alle Ewigkeit unvorstellbaren Qualen aussetzen würde.

      Die Bibel gibt uns zu verstehen, daß Gott nicht wünscht, daß irgendeinem seiner Geschöpfe etwas Schlechtes widerfährt. Er hat kein Gefallen daran, jemand zu bestrafen. Wir lesen: „Er [will] nicht ..., daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petr. 3:9). „‚Ich habe kein Gefallen am Tode eines Sterbenden‘ ist der Ausspruch des Herrn Jehova. ,So bewirkt eine Umkehr, und bleibt am Leben‘“ (Hes. 18:32). Wenn Gott so über diejenigen denkt, die die Strafe für eine Missetat verdienen, wie könnte er es dann gleichzeitig gutheißen, daß Personen an einen Ort verbannt würden, wo sie bei vollem Bewußtsein für ewig schreckliche Qualen erleiden müßten? Das ist unmöglich. weil „Gott Liebe ist“ (1. Joh. 4:8).

      Wie werden denn korrupte, haßerfüllte Personen bestraft, wenn doch alle Menschen sterben? Der Schreiber des Hebräerbriefes vergleicht ihr Geschick damit, was mit einem unergiebigen Boden geschieht, der nur Dornen und Disteln hervorbringt: „Er endet mit Verbrennung“ (Hebr. 6:8). Dadurch, daß ein solches Feld in Brand gesteckt wird, hört es auf, ein unergiebiges, mit Dornen und Disteln bewachsenes Land zu sein. Dementsprechend ist die Strafe für diejenigen, die ständig willentlich gegen Gottes Wege rebellieren, die ewige Vernichtung. Sie werden für immer tot bleiben.

      Doch was wird mit denen geschehen, die sich bemühen, richtig zu handeln? Im Hebräerbrief heißt es weiter: „Doch was euren Fall betrifft, Geliebte, sind wir von besseren Dingen überzeugt, ja von Dingen, die Rettung mit sich bringen ... Gott ist nicht ungerecht, daß er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt“ (Hebr. 6:9, 10).

      Daher muß es eine Hoffnung für die Menschen geben, die sich nicht so sehr im Bösestun verhärtet haben, daß ihnen nicht mehr geholfen werden könnte, sich zu ändern. Ihr Tod kann einfach nicht bedeuten, daß mit ihnen alles zu Ende ist. Sonst wäre ihre Lage nicht anders als die Lage derer, die gefühllos ständig die Rechte und das Wohl ihrer Mitmenschen mißachten. Dadurch erhebt sich natürlich die Frage: Welche Hoffnung haben denn die Milliarden Verstorbenen?

  • Eine wunderbare Hoffnung
    Erwachet! 1976 | 22. April
    • Eine wunderbare Hoffnung

      WIRD der Tod für alle Zeit seine Opfer fordern und Kummer und Leid verursachen? Oder besteht die Hoffnung, daß es den Tod einmal nicht mehr geben wird und daß diejenigen, die jetzt in den Klauen des Todes sind, befreit werden?

      Da Jehova Gott dem ersten Menschenpaar, Adam und Eva, das Leben gab, ist auch zu erwarten, daß er denen, die jetzt im Tode schlafen, das Leben wiedergeben kann. Davon war der Patriarch Hiob überzeugt. Wegen seiner schweren Leiden richtete er folgende Worte an Gott: „O daß du mich im Scheol [im Grab] verbärgest ..., daß du mir eine Zeitgrenze setztest und meiner gedächtest! ... Du wirst rufen, und ich selbst werde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände wirst du dich sehnen“ (Hiob 14:13-15).

      Die Grundlage für eine Hoffnung

      Da Gott Adam und Eva erschaffen und sie mit der Fähigkeit ausgerüstet hat, sich fortzupflanzen, sind die Menschen das ‘Werk der Hände Gottes’. Als Nachkommen des Sünders Adam sind sie unvollkommen und dem Tode unterworfen. Gott möchte aber nicht, daß die ganze Menschheitsfamilie zu dem leblosen Staub zurückkehrt, aus dem er den ersten Menschen, Adam, erschaffen hatte. Er sehnt sich nach dem Tag, den er festgesetzt hat, um Milliarden verstorbene Menschen wieder zum Leben zu erwecken.

      Um uns Vertrauen zu seiner Fähigkeit, Tote aufzuerwecken, zu vermitteln, verlieh Jehova Gott manchmal Menschen die Macht, dies zu tun. Auch inspirierte er Männer, einen zuverlässigen Bericht über vergangene Auferstehungen niederzuschreiben. Diesen Bericht finden wir in der Bibel. Was erfahren wir daraus?

      Der hebräische Prophet Elia auferweckte den einzigen Sohn einer Witwe, die in der Stadt Zarephath lebte (1. Kö. 17:21-23). In Sunem, im Norden Israels, auferweckte Elias Nachfolger Elisa den einzigen Sohn einer gastfreundlichen prominenten Frau (2. Kö. 4:8, 32-37).

      Viele Jahrhunderte später bereitete Jesus Christus einer Anzahl Personen, die liebe Angehörige durch den Tod verloren hatten, große Freude. Jairus, der Vorsteher einer Synagoge in der Nähe des Galiläischen Meeres, erlebte die Freude zu sehen, wie seine Tochter aus dem Todesschlaf auferweckt wurde. Eine Witwe aus Nain, südwestlich vom Galiläischen Meer, sah, wie ihr einziger Sohn auf der Bahre, auf der er gerade zu einer Grabstätte außerhalb der Stadt getragen wurde, wieder zum Leben kam. Maria und Martha aus Bethanien, nicht weit von Jerusalem, erhielten ihren Bruder durch die Auferstehung zurück, nachdem er vier Tage lang tot gewesen war (Mark. 5:22, 35, 41-43; Luk. 7:11-17; Joh. 11:38-45).

      Später erweckten zwei Apostel Jesu Tote zum Leben. Der Apostel Petrus auferweckte Dorkas (Tabitha) in der Hafenstadt Joppe (Apg. 9:36-42). Und in Troas, in der römischen Provinz Asien, erweckte Paulus Eutychus von den Toten (Apg. 20:6-12).

      Die bemerkenswerteste Auferstehung aller Zeiten war die Jesu Christi. Diese Auferstehung wurde gründlich als Tatsache nachgewiesen. Über fünfhundert Zeugen sahen den auferstandenen Christus. Die Beweise waren so überwältigend, daß der Apostel Paulus erklärte, wer die Auferstehung leugne, leugne den gesamten christlichen Glauben. Er schrieb: „Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unser Predigen bestimmt vergeblich, und unser Glaube ist vergeblich. Überdies werden wir auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir Zeugnis gegen Gott abgelegt haben, daß er den Christus auferweckte, den er aber nicht auferweckte, wenn die Toten wirklich nicht auferweckt werden“ (1. Kor. 15:13-15).

      Arten der Auferstehung

      Die Auferstehung Jesu Christi unterschied sich jedoch völlig von der Auferstehung aller anderen Menschen, die während des ersten Jahrhunderts u. Z. oder zu früheren Zeiten auferweckt worden waren. Er erlebte eine Veränderung seiner Natur. Die Bibel berichtet uns, daß er „im Fleische zu Tode gebracht“, aber „im Geiste lebendig gemacht“ wurde (1. Petr. 3:18). Nur diejenigen, die von der Menschheit auserwählt werden, um mit Christus zu herrschen, werden eine Auferstehung wie er erleben — eine Auferstehung zu unsterblichem geistigem Leben im Himmel. Über diese Personen heißt es in der Bibel: „Glücklich und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren“ (Offb. 20:6).

      Beachte, daß diese Art der Auferstehung als die „erste Auferstehung“ bezeichnet wird. Es muß daher noch eine andere Auferstehung geben, und zwar für die Milliarden verstorbenen Menschen, die unter der Herrschaft Jesu Christi und der mit ihm verbundenen König-Priester zum Leben hervorkommen werden. Diese spätere Auferstehung beschrieb der Apostel Johannes, nachdem er sie in einer Vision gesehen hatte, wie folgt: „Das Meer gab diejenigen Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades [das Grab] gaben diejenigen Toten heraus, die darin waren“ (Offb. 20:13).

      Doch wo werden all diese Verstorbenen auferweckt werden? Sie werden auf der Erde zum Leben erweckt werden, so wie die Personen, die von den hebräischen Propheten sowie von Jesus und seinen Aposteln auferweckt wurden. Daß es eine Auferstehung zu irdischem Leben geben wird, wird auch durch das bestätigt, was Johannes über die veränderten Zustände offenbart, die auf der Erde unter den Menschen herrschen werden. Wir lesen: „Das Zelt Gottes ist bei den Menschen ... Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offb. 21:3, 4).

      Würde denn die Beseitigung des Todes nicht unzählige Probleme aufgrund einer Übervölkerung der Erde hervorrufen? Nein. Warum nicht? Weil Gottes ursprünglicher Vorsatz darin bestand, daß die Erde gefüllt, nicht übervölkert würde (1. Mose 1:28). Wir können daher zuversichtlich sein, daß es Gott, der die Toten zum Leben zu erwecken vermag, nicht schwerfallen wird, dafür zu sorgen, daß die Erde eine herrliche Heimat für die Menschheit bleiben wird.

      Was wird auferweckt werden?

      Die Auferstehung von den Toten ist tatsächlich ein erstaunliches Wunder. Da die Persönlichkeit eines Menschen untrennbar mit seinem Körper verbunden zu sein scheint, fällt es vielen schwer zu verstehen, wie die Auferstehung möglich ist. In den meisten Fällen bleibt von dem Organismus eines Toten nichts übrig. Der Leichnam ist vielleicht sogar verbrannt worden oder von Vögeln, Fischen oder wilden Tieren verzehrt worden. Wie können daher die Auferstandenen dieselben Personen sein, die gestorben sind?

      Die Erschaffung Adams läßt erkennen, daß er durch Gottes Wirken zu einer Person wurde. Die Elemente, aus denen Adam erschaffen wurde, hatten keine Persönlichkeit. Als jedoch Jehova Gott dem leblosen Körper, der sich aus den Bestandteilen des Erdbodens zusammensetzte, Leben gab, wurde Adam eine Person mit einer eigenen Persönlichkeit. Durch den Lebensgeist, den Gott dem leblosen Körper gab, wurde Adam zu einer lebenden Seele. (Vergleiche 1. Mose 1:21, 24 in bezug auf „Seele“.)

      Was Adams Nachkommen zu den Persönlichkeiten macht, die sie sind, ist nicht die Materie, aus der ihr Körper besteht, sondern das Erbgut, das in dieser Materie übermittelt wird — ein Erbe, bestehend aus den Eigenschaften, Merkmalen und Fähigkeiten, die ihren Besitzer von anderen Personen unterscheiden. Außerdem verändert sich der menschliche Körper im Laufe des Lebens ständig. Die Moleküle, die heute den Körper eines Menschen ausmachen, sind nicht dieselben, aus denen sein Körper vor etwa sieben Jahren bestand. Obwohl die Materie der Person nicht mehr dieselbe ist, was die Moleküle betrifft, so handelt es sich doch immer noch um die gleiche Person. Warum? Weil die Organe und das Aussehen immer noch gleich sind, obwohl die Moleküle allmählich ausgetauscht worden sind; sogar die Fingerlinien sind die gleichen geblieben.

      Die Auferstehung hängt daher nicht von der Erhaltung der Moleküle ab. Der Auferstandene kann tatsächlich aus einer ganz anderen Substanz bestehen, wie es bei denen der Fall ist, die als Geistpersonen im Himmel auferweckt werden. Über die himmlische Auferstehung schrieb der Apostel Paulus: „Was du säst, wird nicht lebendig gemacht, es sterbe denn zuvor; und hinsichtlich dessen, was du säst: Du säst nicht den Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es vom Weizen, sei es von irgendeiner der übrigen Samenarten; Gott aber gibt ihm einen Körper, so, wie es ihm gefallen hat, und jeder der Samenarten ihren eigenen Körper. ... Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; doch die Herrlichkeit der himmlischen Körper ist e i n e Art, und die der irdischen Körper ist eine andere Art. ... So ist auch die Auferstehung von den Toten. Es wird gesät in Verweslichkeit, es wird auferweckt in Unverweslichkeit. Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft. Es wird gesät ein physischer Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib“ (1. Kor. 15:36-44). Damit die Auferstandenen dieselben Personen sind, müssen sie alle persönlichen Merkmale aus ihrem früheren Leben haben.

      Dieses Unstoffliche, nämlich die Wesenszüge und Eigenschaften, die die organisierte Materie zu einer eigenen Persönlichkeit machen, hat Gott in seinem Gedächtnis, und er ist imstande, eben diese Persönlichkeit auf den Leib, der in der Auferstehung hervorgebracht wird, zu übertragen. Deshalb wird der Auferweckte nicht lediglich eine Nachbildung sein. Er ist dieselbe Person und besitzt dieselben geistigen und emotionalen Wesenszüge, die ihn vor seinem Tod zu einer Persönlichkeit machten.

      Das erklärt, weshalb Jesus zu seinen Jüngern sagte: „Werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann“ (Matth. 10:28). Zwar können Menschen anderen das Leben nehmen. Aber sie können einer Person nicht das von Gott erhaltene Anrecht darauf, eine lebende Seele zu sein, wegnehmen. Sie können niemand von Gottes Vorkehrung ausschließen, Menschen aus dem Todesschlaf zu erwecken. Nur Gott kann jemandem das Recht absprechen, wieder als Seele zu leben. Wenn das der Fall ist, wird die Person völlig aus dem Dasein gelöscht. Selbst wenn die Moleküle, aus denen der Körper einer Person besteht, wieder zusammengesetzt werden könnten, wären sie ohne das von Gott stammende Anrecht darauf, wieder zu leben, wertlos. Gott allein kann die benötigte Lebenskraft geben.

      Folglich ist die Auferstehung von den Toten nur dadurch möglich, daß Gott existiert. Die Bibel enthält zwar keine Einzelheiten, gibt uns aber genügend Aufschluß, so daß wir eine gute Grundlage haben, an die Auferstehung zu glauben. Du kannst aus dieser wunderbaren Hoffnung persönlich Nutzen ziehen, und zwar schon jetzt und auch in der Zukunft. Inwiefern?

      [Bild auf Seite 9]

      Wie großartig wird es sein, wenn unsere Angehörigen auferstehen!

  • Wie kannst du aus dieser Hoffnung Nutzen ziehen?
    Erwachet! 1976 | 22. April
    • Wie kannst du aus dieser Hoffnung Nutzen ziehen?

      WER ist deiner Ansicht nach besser daran — jemand, der glaubt, daß beim Tod alles zu Ende ist, oder jemand, der die feste Überzeugung hat, daß die Toten auferweckt werden?

      Jemand, der keine Hoffnung hat, hat nichts, worauf er sich stützen kann. Er kann höchstens hoffen, siebzig bis achtzig Jahre alt zu werden. Wenn einer seiner Angehörigen stirbt, gibt es nichts, was ihn trösten könnte. Für ihn ist es ein bleibender Verlust. Er kann vielleicht anderen Trauernden gegenüber Mitgefühl bekunden, aber er kann ihnen keine ermutigende Hoffnung geben. Da er der Ansicht ist, es gäbe keine Hoffnung für die Toten, mag er versucht sein, alles in seinen Kräften Stehende zu tun, um selbst am Leben zu bleiben, selbst wenn er dadurch seinen Mitmenschen Schaden zufügen würde.

      Ganz anders verhält es sich mit denen, die glauben, was die Bibel über den Tod und die Auferstehung lehrt. Sie wissen mit Bestimmtheit, daß alle, die in den Gräbern ruhen, aus ihrem Todesschlaf erwachen werden. Diese Erkenntnis hat sie auch von der Furcht befreit, die die falschen Lehren über den Tod verursachen. Da diejenigen, die an Gottes Wort glauben, wissen, daß die Toten ohne Bewußtsein und ohne Gedächtnis sind, befürchten sie nicht, daß ihre lieben Angehörigen an einem Ort zeitweiliger oder dauernder Qual leiden könnten. Sie wissen, daß ihnen die Toten weder helfen noch schaden können, und daher haben sie keinerlei Furcht vor den Toten.

      Wenn du an die Auferstehung glaubst, kannst du schon jetzt daraus Nutzen ziehen. Solltest du einen lieben Freund oder Verwandten durch den Tod verlieren, so wird deine Überzeugung, daß er wieder zum Leben kommen wird, verhindern, daß du über den Verlust untröstlich bist, wie es bei denen der Fall ist, die keine Hoffnung haben. Du wirst dann auch in der Lage sein, denen echten Trost zu vermitteln, die über den Verlust eines lieben Angehörigen trauern.

      Der Glaube an die Auferstehung bewahrt einen davor, nur für den Augenblick zu leben. Statt nach dem Motto zu leben: „Laßt uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben“, gibt einem die Auferstehungshoffnung Veranlassung, ein gottgefälliges Leben zu führen (1. Kor. 15:32).

      Der Glaube an Gottes Macht, die Toten aufzuerwecken, befreit einen auch von der Furcht, auf gewalttätige Weise ums Leben zu kommen. Gottes Wort weist darauf hin, daß Jesus Christus das Mittel war, um die zu befreien, „die aus Todesfurcht ihr Leben lang der Sklaverei unterworfen waren“ (Hebr. 2:15). Im Laufe der Jahrhunderte haben viele Menschen aus Furcht davor, hingerichtet zu werden, wenn sie den Befehlen ihrer Vorgesetzten nicht gehorchten, Grundsätze geopfert und haben Dinge mitgemacht, von denen sie wußten, daß sie falsch waren. Wer jedoch unerschütterlich an die Auferstehungsverheißung der Bibel glaubt, wird nicht auf diese Weise sein Gewissen vergewaltigen. Ist die Bewahrung eines reinen Gewissens nicht ein weiterer großer Nutzen, der denen zugute kommt, die an die Auferstehung glauben?

      Abgesehen von dem Nutzen, der dir schon jetzt zuteil werden kann, gibt dir dein Glaube an die Macht Gottes, die Toten aufzuerwecken, auch die Aussicht, eines Tages die Auferstandenen willkommen zu heißen oder selbst unter denen zu sein, die zum Leben erweckt werden. Doch um zu denen zu gehören, die die Verwirklichung der Auferstehungshoffnung erleben, mußt du bestimmte Erfordernisse erfüllen.

      Nicht alle Toten werden auferweckt werden. Jesus Christus gab zu verstehen, daß es für diejenigen, die gegen Gottes Geist sündigen, keine Hoffnung gibt. Er sagte: „Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden. Zum Beispiel, wer irgendein Wort gegen den Sohn des Menschen redet, dem wird vergeben werden; wer irgend aber gegen den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, nein, weder in diesem System der Dinge noch in dem kommenden“ (Matth. 12:31, 32). Da die Sünde gegen Gottes Geist nicht vergeben werden kann, ist die Strafe für alle, die sich dieser Sünde schuldig machen, der ewige Tod.

      Verglichen mit den Milliarden, die gestorben sind, haben sich nur wenige Menschen einer solchen willentlichen Sünde schuldig gemacht, die Gott für unvergebbar hält. Dennoch sollte einem die Tatsache, daß eine solche Sünde möglich ist, als Warnung gereichen und einen davon abhalten, Gottes Gebote willentlich zu mißachten. Der Glaube an Gottes Verheißung einer Auferstehung von den Toten bewahrt einen davor, die unvergebbare Sünde zu begehen und dadurch für alle Ewigkeit die Aussicht auf Leben zu verlieren.

      Ein neuer Start

      Noch ein anderer Nutzen ergibt sich, wenn man durch seine Lebensweise den Glauben an die Auferstehungshoffnung widerspiegelt. Denn damit ist ein neuer Start auf dem Weg der Gerechtigkeit verbunden. Wie ist das möglich?

      Durch die Auferstehung „sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten“ zum Leben auf Erden werden beide Gruppen die Gelegenheit erhalten, als Kinder Gottes Vollkommenheit zu erlangen (Apg. 24:15). Alle können sich die Hilfe zunutze machen, die das himmlische Königreich unter der Herrschaft Jesu Christi und seiner Mitherrscher bieten wird. Wer vor seinem Tod und seiner Auferstehung Gott ganzherzig gedient hat, wird es dann viel leichter finden, sich der Herrschaft Jesu Christi und seiner Mitverbundenen unterzuordnen. Doch je hartnäckiger sich jemand Gottes Willen widersetzt hat, desto schwerer wird es für ihn sein, sich zu ändern und zur Vollkommenheit heranzuwachsen.

      Jesus Christus wies darauf hin, als er ungläubigen Landsleuten sagte: „Männer von Ninive werden im Gericht mit dieser Generation aufstehen und werden sie verurteilen; denn sie bereuten auf das hin, was Jona predigte, doch siehe! hier ist mehr als Jona. Die Königin des Südens wird im Gericht mit dieser Generation zum Aufstehen veranlaßt werden und wird sie verurteilen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, doch siehe! mehr als Salomo ist hier“ (Matth. 12:41, 42). Über eine Stadt, die sich hartnäckig weigern würde, auf die Botschaft der Wahrheit zu hören, sagte Jesus: „Es wird dem Lande Sodom und Gomorra am ,Gerichtstag‘ erträglicher ergehen als jener Stadt“ (Matth. 10:15).

      Durch die Auferstehung der Toten, sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten, wird ein Gerichtstag möglich, an dem die Menschen zeigen können, ob sie sich wirklich Gottes Königreich unter der Herrschaft Jesu Christi unterwerfen möchten. Den Landsleuten Jesu, die ihn predigen hörten und die seine Wunder sahen, aber ihn dennoch verwarfen, wird dies sehr schwer fallen. Sie werden ihren Stolz aufgeben und anerkennen müssen, daß sie im Unrecht waren, als sie Jesus als den Messias verwarfen. Es wird bestimmt Demut von ihnen erfordern, sich der Herrschaft dessen zu unterwerfen, den sie nicht als König wünschten.

      Die Bewohner Sodoms und Gomorras dagegen hatten nie die Gelegenheit gehabt, die denen geboten wurde, die Jesu Christi Machttaten sahen. Für sie werden Stolz und Hartnäckigkeit nicht so große Hindernisse sein wie für die ungläubigen Juden des ersten Jahrhunderts. Die bessere Reaktion der auferweckten Niniviten und der „Königin des Südens“ wird der auferweckten Generation der Landsleute Jesu, die ihn tatsächlich predigen und lehren hörten, zum Vorwurf gereichen. Die Niniviten in der Zeit Jonas und die „Königin des Südens“ reagierten günstig auf das, was Gottes Diener sagten. Daher wird es ihnen leichter fallen, sich der Herrschaft des von Gott erwählten Königs zu unterwerfen, gegenüber dem sie nie ein Vorurteil hatten.

      Ähnlich ist es heute. Wer bereitwillig und freudig auf Gottes Wort hört und es in seinem Leben anwendet, dem wird es am Gerichtstag viel leichter fallen, Fortschritte zu machen. Was jemand heute tut, kann somit seine ewige Zukunft beeinflussen.

      Jemand, der nach seiner Auferstehung gegen Gottes Herrschaft rebelliert, wird seine Aussicht auf ewiges Leben verlieren. Er wird den „zweiten Tod“ erleben, aus dem es keine Auferstehung gibt. Über den „zweiten Tod“ lesen wir in Offenbarung 20:14, 15: „Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee. Und wer irgend im Buche des Lebens nicht eingeschrieben gefunden wurde, wurde in den Feuersee geschleudert.“

      Wenn wir bedenken, daß wir durch eine stolze, hartnäckige Haltung des ewigen Lebens verlustig gehen könnten, sollten wir den Wunsch haben, einen neuen Start auf dem Weg der Gerechtigkeit zu machen. Wie traurig wäre es doch, wenn jemand des ewigen Lebens verlustig ginge, weil er jetzt nicht die Gelegenheit wahrnähme, gute Eigenschaften zu entwickeln — Eigenschaften, die es ihm erleichtern würden, am Gerichtstag Gottes Anforderungen nachzukommen!

      Doch du magst fragen: Was kann ich tun, um auf dem Weg der Gerechtigkeit einen neuen Start zu machen?

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