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  • Was ist der Tod?
    Erwachet! 1976 | 22. April
    • Was ist der Tod?

      FÜR viele ist der Tod lediglich die Tür zu einem anderen Leben. Sie glauben, daß die Art ihrer Existenz im nächsten Leben davon abhängt, wie sie jetzt leben. Andere dagegen denken, wer gestorben sei, habe keine Möglichkeit, wieder zu leben.

      Angesichts solch widersprüchlicher Vorstellungen vom Tod muß man sich fragen, ob man wirklich wissen kann, was geschieht, wenn jemand stirbt. Das wäre bestimmt der Fall, wenn uns der Schöpfer des Menschen dies geoffenbart hätte. Nun, die Bibel behauptet, eine solche Offenbarung zu sein. Was sie uns über den Tod berichtet, sollte daher jeder Ungewißheit über dieses Thema ein Ende bereiten.

      Aus dem ersten Buch der Bibel, der Genesis, erfahren wir, daß die ersten Menschen, Adam und Eva, die Aussicht hatten, ewig zu leben. Ihr Leben hing jedoch davon ab, daß sie ihrem Schöpfer und Gott, Jehova, vollkommen gehorsam blieben. Um ihren Gehorsam zu prüfen, verbot ihnen Jehova Gott, von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Es war wichtig, daß Adam und Eva auf diese Weise geprüft wurden. Nur wenn sie selbst Gottes Recht respektierten, einen Maßstab für Richtig und Falsch, für Gut und Böse, festzusetzen, konnten sie ihren Nachkommen den gleichen Respekt einflößen.

      In Verbindung mit dem Gebot, nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, sagte Gott zu Adam: „An dem Tage, da du davon ißt, wirst du bestimmt sterben“ (1. Mose 2:17). Als Adam dann tatsächlich die verbotene Frucht aß, wurde das Todesurteil über ihn verhängt: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1. Mose 3:19). Demgemäß bedeutete Adams Tod, daß er aufhörte zu leben und schließlich zu den Bestandteilen des leblosen Staubes zurückkehrte, aus dem er geschaffen worden war.

      Die Seele

      Gab es aber etwas Unsichtbares in Adam — eine Seele —, was nach seinem Tod weiterlebte? Wenn Adam eine Seele gehabt hätte, hätte man eine Grundlage, um mit Ja zu antworten. Aber war das der Fall? Über die Erschaffung Adams berichtet die Bibel: „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele“ (1. Mose 2:7).

      Beachte, daß nirgendwo gesagt wird, Adam habe eine Seele gehabt. Nein, er „wurde eine lebende Seele“, als sein lebloser Körper durch den „Odem des Lebens“ belebt wurde. Adam war somit selbst eine lebende Seele, und diese Seele starb. Diese Auffassung bestätigt Hesekiel 18:4 mit den Worten: „Alle Seelen — mir [Gott] gehören sie. Wie die Seele des Vaters, ebenso die Seele des Sohnes — mir gehören sie. Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben.“

      Viele Personen haben sich gründlich mit der Auffassung befaßt, die Seele sei ein unabhängiger Bestandteil des Menschen, der nach dem Tode des Leibes weiterlebe, und sind zu dem Schluß gekommen, daß dies keine biblische Lehre ist. Sie haben erkannt, daß diese Vorstellung ihren Ursprung in der griechischen Philosophie hat.

      Die Zeitung Le Monde zitierte in ihrer Ausgabe vom 8. November 1972 (S. 13) den französischen Autor und Philosophen Roger Garaudy, der sagte, die griechische Philosophie habe „das Christentum jahrhundertelang irregeführt“. Weiter lesen wir: „Der Dualismus von Seele und Leib sowie der daraus folgende Mythos von der Unsterblichkeit der Seele ... sind Platonische Theorien, die nichts mit dem Christentum oder der Bibel zu tun haben.“

      Professor Claude Tresmontant bemerkt in seinem Buch Le problème de l’âme: „Es ist absurd zu sagen, wie es bei der gesamten Platonischen und Kartesischen Tradition der Fall ist, daß der Mensch ... aus einer Seele und einem Leib besteht. ... Man sollte nicht sagen: ,Ich habe‘ eine Seele, denn das würde den Besitzer von der Seele unterscheiden, die er besitzt. Man sollte sagen: ,Ich bin eine lebende Seele‘“ (S. 180, 181).

      Ernst Busch gibt in einem Lehrbuch der evangelischen Unterweisung zu: „Aus der griechischen Philosophie fand in die Kirche die Lehre Eingang, daß der Tod die Trennung von Leib und Seele sei. ... Der Mensch kann nicht so in Leib und Seele aufgespalten werden, daß der Tod den Leib trifft, die Seele nicht. Der ganze Mensch ist ein Sünder, der ganze Mensch mit Leib und Seele geht nach der Lehre des Paulus in 1. Kor. 15 in den Tod“ (Gottes Heilsoffenbarung in Jesus Christus, 2. Ausg., 1958).

      Wenn wir lesen, wie die Bibel den Zustand der Toten beschreibt, haben wir einen weiteren Beweis dafür, daß die Seele nicht nach dem Tod des Leibes bewußt weiterlebt. Als der treue Hiob über seinen bedauernswerten Zustand klagte, rief er aus: „Warum starb ich dann vom Mutterschoß nicht weg? ... Denn nun hätte ich dagelegen, daß ich ungestört wäre; ich hätte dann geschlafen; ich hätte Ruhe“ (Hiob 3:11, 13). In Prediger 9:5, 6 lesen wir: „Die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; aber was die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt ... Auch ihre Liebe und ihr Haß und ihre Eifersucht sind bereits vergangen.“

      Beachte, daß der Tod in der Bibel als ein Zustand ohne Bewußtsein beschrieben und mit dem Schlaf verglichen wird. So, wie jemand, der fest schläft, sich nicht bewußt ist, was um ihn herum vor sich geht, so sind sich auch die Toten nicht des geringsten bewußt. Das wird durch Beobachtungen von Personen bestätigt, die nach einem Herzanfall, der sie normalerweise das Leben gekostet hätte, wiederbelebt wurden. Als man einen Arzt, der ein solches Erlebnis vor einigen Jahren in Cleveland (Ohio) hatte, fragte, was man denn fühle, wenn man tot sei, antwortete er: „Man fühlt einfach gar nichts. Es gibt keine Gedanken, keine Erinnerung.“

      Andere Leute, deren Herz aufgehört hatte zu schlagen, behaupten, in einem Zustand der Glückseligkeit gewesen zu sein. Über solche Personen sagte der obenerwähnte Arzt: „Ich bin davon überzeugt, daß sie verwirrt sind. Sie reden über das, was sie in der Zeit zwischen Bewußtsein und Bewußtlosigkeit, während der Zeit des Halbkomas, empfanden. Wenn die Lebensfunktionen aussetzen, fühlt man einfach gar nichts.“

      Keine buchstäbliche Qual

      Da die Toten nicht bei Bewußtsein sind, können sie keine physische Qual verspüren. Nach dem Tode des Leibes lebt nichts weiter, was Bewußtsein hätte und was einer buchstäblichen Qual ausgesetzt werden könnte.

      Außerdem wurde Adam nichts von einem Ort der Qual gesagt. Seine Strafe für Ungehorsam sollte nicht ewige Qual, sondern der Tod sein. Wenn er wirklich mit einer ewigen Qual in einer Feuerhölle bestraft worden wäre, wäre es dann nicht ungerecht von Gott gewesen, ihm dies nicht vorher mitzuteilen?

      Gott kann jedoch eine solche Ungerechtigkeit nicht vorgeworfen werden. Der Tod war wirklich die volle Strafe für die Übertretung Adams und für all seine Nachkommen, die zum Tode führende Schwachheiten und Unvollkommenheiten ererbt haben. Die Bibel sagt: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod“, nicht die ewige Qual (Röm. 6:23). Außerdem ist jemand, der „gestorben ist, ... von seiner Sünde freigesprochen“ (Röm. 6:7). Wenn aber jemand nach seinem Tod ewig gequält würde, könnte man nicht sagen, er sei „von seiner Sünde freigesprochen“. Er würde dann immer noch für seine Übertretungen zahlen.

      Außerdem widerspricht die Vorstellung, Gott lasse die Seelen böser Menschen ewig quälen, dem Empfinden des Menschen für Liebe und Gerechtigkeit. Wenn du zum Beispiel hörtest, ein Vater habe seinen Sohn gequält, indem er ihn mit kochendem Wasser überschüttet habe, würdest du das dann für eine angemessene Strafe halten? Würde es dir leichtfallen, irgendeine Sympathie für einen solchen Vater zu haben, ganz gleich, wie böse sein Sohn gewesen sein mag? Würde dich die Tat eines solchen Vaters nicht vielmehr anwidern? Ist es nicht so, daß nur unmenschliche Personen Gefallen daran haben, daß andere gequält oder gefoltert werden?

      Man sollte nicht übersehen, daß die Folterung von Menschen und die Quälerei von Tieren im allgemeinen verabscheut werden, ganz gleich, was sie getan haben mögen. Gemäß der Bibel wurde der Mensch im „Bilde Gottes“ erschaffen (1. Mose 1:27). Das bedeutet, daß ihm Eigenschaften verliehen wurden, wie Gott sie hat. Die Tatsache, daß die Menschen im allgemeinen grausame Folterungen verabscheuen, ist also darauf zurückzuführen, daß der erste Mensch Adam seine von Gott erhaltenen Eigenschaften an alle Glieder der Menschheitsfamilie vererbt hat. Angesichts dessen ist es unvorstellbar, daß gerade der, der für unsere allgemeine Abscheu vor der Folter verantwortlich ist, Menschen für alle Ewigkeit unvorstellbaren Qualen aussetzen würde.

      Die Bibel gibt uns zu verstehen, daß Gott nicht wünscht, daß irgendeinem seiner Geschöpfe etwas Schlechtes widerfährt. Er hat kein Gefallen daran, jemand zu bestrafen. Wir lesen: „Er [will] nicht ..., daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petr. 3:9). „‚Ich habe kein Gefallen am Tode eines Sterbenden‘ ist der Ausspruch des Herrn Jehova. ,So bewirkt eine Umkehr, und bleibt am Leben‘“ (Hes. 18:32). Wenn Gott so über diejenigen denkt, die die Strafe für eine Missetat verdienen, wie könnte er es dann gleichzeitig gutheißen, daß Personen an einen Ort verbannt würden, wo sie bei vollem Bewußtsein für ewig schreckliche Qualen erleiden müßten? Das ist unmöglich. weil „Gott Liebe ist“ (1. Joh. 4:8).

      Wie werden denn korrupte, haßerfüllte Personen bestraft, wenn doch alle Menschen sterben? Der Schreiber des Hebräerbriefes vergleicht ihr Geschick damit, was mit einem unergiebigen Boden geschieht, der nur Dornen und Disteln hervorbringt: „Er endet mit Verbrennung“ (Hebr. 6:8). Dadurch, daß ein solches Feld in Brand gesteckt wird, hört es auf, ein unergiebiges, mit Dornen und Disteln bewachsenes Land zu sein. Dementsprechend ist die Strafe für diejenigen, die ständig willentlich gegen Gottes Wege rebellieren, die ewige Vernichtung. Sie werden für immer tot bleiben.

      Doch was wird mit denen geschehen, die sich bemühen, richtig zu handeln? Im Hebräerbrief heißt es weiter: „Doch was euren Fall betrifft, Geliebte, sind wir von besseren Dingen überzeugt, ja von Dingen, die Rettung mit sich bringen ... Gott ist nicht ungerecht, daß er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt“ (Hebr. 6:9, 10).

      Daher muß es eine Hoffnung für die Menschen geben, die sich nicht so sehr im Bösestun verhärtet haben, daß ihnen nicht mehr geholfen werden könnte, sich zu ändern. Ihr Tod kann einfach nicht bedeuten, daß mit ihnen alles zu Ende ist. Sonst wäre ihre Lage nicht anders als die Lage derer, die gefühllos ständig die Rechte und das Wohl ihrer Mitmenschen mißachten. Dadurch erhebt sich natürlich die Frage: Welche Hoffnung haben denn die Milliarden Verstorbenen?

  • Eine wunderbare Hoffnung
    Erwachet! 1976 | 22. April
    • Eine wunderbare Hoffnung

      WIRD der Tod für alle Zeit seine Opfer fordern und Kummer und Leid verursachen? Oder besteht die Hoffnung, daß es den Tod einmal nicht mehr geben wird und daß diejenigen, die jetzt in den Klauen des Todes sind, befreit werden?

      Da Jehova Gott dem ersten Menschenpaar, Adam und Eva, das Leben gab, ist auch zu erwarten, daß er denen, die jetzt im Tode schlafen, das Leben wiedergeben kann. Davon war der Patriarch Hiob überzeugt. Wegen seiner schweren Leiden richtete er folgende Worte an Gott: „O daß du mich im Scheol [im Grab] verbärgest ..., daß du mir eine Zeitgrenze setztest und meiner gedächtest! ... Du wirst rufen, und ich selbst werde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände wirst du dich sehnen“ (Hiob 14:13-15).

      Die Grundlage für eine Hoffnung

      Da Gott Adam und Eva erschaffen und sie mit der Fähigkeit ausgerüstet hat, sich fortzupflanzen, sind die Menschen das ‘Werk der Hände Gottes’. Als Nachkommen des Sünders Adam sind sie unvollkommen und dem Tode unterworfen. Gott möchte aber nicht, daß die ganze Menschheitsfamilie zu dem leblosen Staub zurückkehrt, aus dem er den ersten Menschen, Adam, erschaffen hatte. Er sehnt sich nach dem Tag, den er festgesetzt hat, um Milliarden verstorbene Menschen wieder zum Leben zu erwecken.

      Um uns Vertrauen zu seiner Fähigkeit, Tote aufzuerwecken, zu vermitteln, verlieh Jehova Gott manchmal Menschen die Macht, dies zu tun. Auch inspirierte er Männer, einen zuverlässigen Bericht über vergangene Auferstehungen niederzuschreiben. Diesen Bericht finden wir in der Bibel. Was erfahren wir daraus?

      Der hebräische Prophet Elia auferweckte den einzigen Sohn einer Witwe, die in der Stadt Zarephath lebte (1. Kö. 17:21-23). In Sunem, im Norden Israels, auferweckte Elias Nachfolger Elisa den einzigen Sohn einer gastfreundlichen prominenten Frau (2. Kö. 4:8, 32-37).

      Viele Jahrhunderte später bereitete Jesus Christus einer Anzahl Personen, die liebe Angehörige durch den Tod verloren hatten, große Freude. Jairus, der Vorsteher einer Synagoge in der Nähe des Galiläischen Meeres, erlebte die Freude zu sehen, wie seine Tochter aus dem Todesschlaf auferweckt wurde. Eine Witwe aus Nain, südwestlich vom Galiläischen Meer, sah, wie ihr einziger Sohn auf der Bahre, auf der er gerade zu einer Grabstätte außerhalb der Stadt getragen wurde, wieder zum Leben kam. Maria und Martha aus Bethanien, nicht weit von Jerusalem, erhielten ihren Bruder durch die Auferstehung zurück, nachdem er vier Tage lang tot gewesen war (Mark. 5:22, 35, 41-43; Luk. 7:11-17; Joh. 11:38-45).

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