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  • Auf Kredit leben — der neue Trend
    Erwachet! 1977 | 22. Juli
    • Auf Kredit leben — der neue Trend

      BIST du schon einmal verschuldet gewesen? Hast du je Geld geborgt oder etwas auf Abzahlung gekauft?

      Wenn ja, dann bist du nur einer von vielen. Noch nie hat eine so große Zahl von Personen auf Kredit gelebt wie jetzt.

      Auch Firmen, Städte, ja sogar ganze Nationen sind heute verschuldet wie noch nie. Alle diese weltweit aufgehäuften Schulden ergeben eine Summe, die nicht nur in die Milliarden, sondern in die Billionen geht.

      Ein anderer Lebensstil

      Auf Kredit leben gilt heute als „normaler“ Lebensstil und wird allgemein akzeptiert. Immer weitere Millionen leben so. Aber der derzeitige Lebensstil steht in scharfem Gegensatz zu der Einstellung früherer Generationen.

      Damals empfand man es fast als eine Schande, Schulden zu machen, und man vermied es, wenn irgend möglich. Lieber lebte man bescheidener, als daß man etwas auf Kredit kaufte.

      Natürlich war das Leben früher nicht so kompliziert wie heute. In den meisten Ländern der Welt lebte die Bevölkerung von der Landwirtschaft.

      Zum Beispiel waren damals die Häuser viel einfacher. In manchen Ländern gab es sehr viel Wald. Ein Holzhaus zu bauen war deshalb recht billig. In anderen Ländern wurde für den Hausbau Erde oder Lehm, vermischt mit Stroh, verwendet. In tropischen Ländern benutzte man Palmblätter oder Stroh zu diesem Zweck. Solche Behausungen verursachten keine hohen Kosten.

      Wenn man irgendwohin mußte, ging man meist zu Fuß. Wer es eilig hatte, ritt auf einem Pferd, einem Esel oder einem Kamel. Schwere Lasten wurden mit Karren, gezogen von einem Ochsen, einem Maultier oder einem Pferd, befördert. Nur wenige Familien mußten eine größere Geldsumme borgen, um sich ein solches Tier oder einen Wagen zu kaufen.

      Drastische Veränderungen

      In der heutigen Industriegesellschaft, ja sogar in den Städten der Agrarstaaten hat sich eine radikale Wandlung vollzogen. Gegenwärtig ist es sozusagen unmöglich, das frühere bescheidene Leben zu führen.

      In den Industrieländern und in den Städten der Agrarstaaten ist es heute nicht mehr so einfach, ein Haus zu bauen, und auch nicht mehr so billig wie früher. Als Verkehrsmittel dienen jetzt teure Autos, Eisenbahnen und Flugzeuge. Mit Lastwagen und Güterzügen wird zwar eine ungeheure Menge Waren befördert, doch der Transport kostet viel Geld. Teuer sind auch die Bürogebäude, die Maschinen und anderen Materialien, die zum Betrieb eines Geschäftes benötigt werden.

      Die Nationen rüsten sich mit hochmodernen Waffen der heutigen Kriegstechnik aus. Ein neuer U-Boot-Typ kann jetzt etwa eine Milliarde Dollar kosten. Der Staat leistet seinen Bürgern viele Dienste: Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr und Müllbeseitigung, Unterhalt der Straßen, Wasserversorgung, Sozialhilfe, Sozialversicherung usw. In der heutigen Gesellschaft müssen für diese Dienste ungeheure Beträge aufgewendet werden.

      Nur wenige Privatleute, Firmen, Städte oder Staaten können im voraus so viel Geld sparen, daß es für alles, was sie benötigen, reicht. Daher borgen sie und leben auf Kredit.

      Ein weiterer Grund

      Auch Arbeitslosigkeit oder ein wirtschaftlicher Rückschlag kann jemand zwingen, auf Kredit zu leben. Begreiflicherweise können die meisten Leute, wenn sie sich etwas Großes — ein Haus oder ein Auto — kaufen, nicht bar bezahlen.

      Aber heute kaufen immer mehr Leute Waren auf Abzahlung, die sie im Grunde genommen gar nicht brauchen. Noch vor einigen Jahrzehnten gab es zum Beispiel kein Fernsehen, keine teuren Rundfunkgeräte und keine der vielen Küchen- und anderen Geräte für den Haushalt, die man heute kaufen kann. Aber gegenwärtig betrachtet man das alles fast als eine Notwendigkeit.

      Um solche Dinge sofort benutzen zu können, kaufen immer mehr Leute auf Abzahlung. Selten spart jemand, um das, was er kaufen möchte, bar bezahlen zu können.

      Kann man aber weiterhin mit vollen Händen ausgeben und sich immer tiefer in Schulden stürzen? Wird es sich nicht eines Tages rächen, daß man sich über und über verschuldet? Hat die Schuldenlast der Welt bereits die Gefahrengrenze erreicht?

  • Nähert sich die Schuldenlast der Gefahrengrenze?
    Erwachet! 1977 | 22. Juli
    • Nähert sich die Schuldenlast der Gefahrengrenze?

      WAS geschieht, wenn jemand viel Geld borgt, es aber dann nicht zurückzahlen kann? Er geht bankrott. Die Leute, denen er Geld schuldet, also seine Gläubiger, können ihm wegnehmen, was ihm gehört. Wenn eine Firma ihre Schulden nicht bezahlen kann, gerät sie in Konkurs. Gewöhnlich hört sie dann zu bestehen auf. Was sie noch besessen hat, wird versteigert. Und die Angestellten der Firma werden brotlos.

      Ähnlich kann es einem ganzen Land ergehen. Während der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre sank der Lebensstandard ganzer Länder drastisch. Millionen Menschen verarmten, weil es keine Arbeit gab.

      Könnte das wiederum ganzen Nationen widerfahren? Hat die Schuldenlast die Gefahrengrenze erreicht?

      Staatsschulden

      Wahrscheinlich sind die Staatsschulden die gefährlichsten Schulden, weil eine sehr große Zahl von Personen davon betroffen werden kann. Geht ein Land bankrott, wird auch ein großer Teil der Bevölkerung geschädigt.

      Wie stehen in dieser Beziehung die Länder der Welt da? Nicht gut. Sie sind tief verschuldet. Und der Schuldenberg türmt sich rasch höher und höher.

      Diese Schulden zerfallen in Auslandsschulden und Inlandsschulden.

      Wie entstehen die Auslandsschulden? Ungefähr auf die gleiche Weise, wie ein Privatmann in Schulden geraten kann: indem mehr Geld ausgegeben als eingenommen wird.

      Frankreich muß beispielsweise den größten Teil seines Erdöls einführen. Erdöl ist teuer. Dieses Land zahlt daher an die Erdöl liefernden Staaten sehr viel Geld. Außerdem importiert es noch viele andere Güter. In letzter Zeit hat Frankreich mehr Waren eingeführt als ausgeführt. Die Folge davon sind Fehlbeträge gewesen, Schulden bei anderen Ländern. Um sie zu bezahlen, muß Frankreich von anderen Staaten oder von Banken Geld borgen.

      Ähnlich ergeht es vielen weiteren Ländern. Auch sie importieren mehr, als sie exportieren. Und einer der Gründe für die wachsenden Auslandsschulden ist — wie im Falle Frankreichs — die Öleinfuhr. Die Ölförderung im eigenen Land reicht nicht aus, oder im eigenen Land gibt es gar keine Ölvorkommen, und daher muß alles Öl importiert werden. Die Ölstaaten werden deshalb reich, während die meisten übrigen Staaten immer tiefer in Schulden geraten.

      Natürlich tragen außer der Öleinfuhr noch andere Faktoren zum Anwachsen der Auslandsschulden bei. Ein Land führt ja auch Maschinen, Fertigwaren, Nahrungsmittel, Waffen und viele andere Güter ein. Und wenn es nicht entsprechend Waren exportiert, gerät es in Schulden.

      Alarmierende Schulden

      Gegen Ende des Jahres 1976 veröffentlichte die New York Times einen Artikel mit der Überschrift „Die riesige Auslandsschuldenlast“. In dem Artikel hieß es:

      „Die größte Sorge, die man sich dieser Tage auf den Geldmärkten macht, betrifft das gewaltige Anwachsen der ausländischen Verbindlichkeiten, die die Staaten zum größten Teil gegen private Handelsbanken haben. Die Gefahr, daß ausländische Kreditnehmer ihren hohen Verbindlichkeiten wahrscheinlich nicht nachkommen können, läßt sich nicht verbergen.“

      Die verschuldeten Staaten werden angeführt von Großbritannien. Die Auslandsschulden dieses Landes betragen rund 45 Milliarden Dollar — eine gewaltige Summe für ein Land mit so geringen Bodenschätzen. Die Auslandsschulden Brasiliens und Mexikos betragen je über 20 Milliarden Dollar. Finnland und Indonesien sind je mit fast 10 Milliarden Dollar verschuldet. Die Schulden der Sowjetunion und ihrer osteuropäischen Verbündeten betragen rund 40 Milliarden Dollar.

      Die Auslandsschulden Frankreichs betragen etwa 10 Milliarden Dollar, und dieser Schuldenberg wächst ständig. Eine Schlagzeile in der Pariser Presse lautete: „Rotes Licht für die französische Wirtschaft“. In dem Artikel wurde auf die mehr als eine Million Arbeitslosen — das Dreifache der ersten Jahre dieses Jahrzehnts — hingewiesen, auf die zweistellige Inflationsrate und auf ein vor kurzem aufgetretenes Außenhandelsdefizit von etwa einer Milliarde Dollar binnen einem Monat — das Dreifache des Defizits vor einem Jahr.

      Italien ist noch mehr verschuldet — mit etwa 20 Milliarden Dollar. Der in den Ruhestand getretene Präsident der Bank von Italien sagte: „In Italien sind die Defizite jetzt so groß, daß die Wirtschaft sie unmöglich auszugleichen vermag.“

      Arme Völker in Nöten

      Fast alle Entwicklungsländer kämpfen gegen eine riesige Schuldenlast, besonders die Länder, die Erdöl importieren müssen. Ihre Auslandsschulden betragen jetzt etwa 170 Milliarden Dollar, und der Schuldenberg türmt sich rasch höher. Die Schuldenlast ist doppelt so groß wie noch vor wenigen Jahren.

      Wie die Zeitschrift Business Week schreibt, sind diese Länder so verschuldet, daß sie unter normalen Umständen nicht in der Lage sein werden, ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen. Über ihre Notlage berichtet Baxter, eine Beratungsstelle für Wirtschaftsfragen: „Sie haben ihre Schuldendienstkapazität bereits stark strapaziert, aber sie werden dieses Jahr und in jedem nachfolgenden noch mehr Geld dafür benötigen. Woher soll das Geld kommen? Ihre Aufgabe erscheint hoffnungslos.“

      Wie groß ihre Not ist, zeigt noch ein weiterer Kommentar von Baxter: „Das Geld, das sie jetzt borgen, wird nicht für unerläßliche, dringend notwendige Neuinvestitionen verbraucht, sondern um fällig werdende Verbindlichkeiten zu bezahlen. Die europäischen Bankleute treiben dieses Spiel und weiten das Kreditvolumen fortgesetzt aus. Aber eines Tages wird jemand steckenbleiben und nicht mehr weiterkönnen. Es ist nur eine Frage der Zeit.“

      Die Währungen der Welt sind eng miteinander verflochten. Einige Wirtschaftsfachleute befürchten daher, daß das ganze Währungssystem zusammenbrechen könnte, wenn nur ein paar Länder bankrott gingen.

      Keine Besserung abzusehen

      Ende des Jahres 1976 sagte der abtretende amerikanische Finanzminister William E. Simon den mehr als hundert öleinführenden Ländern, daß sie 1977 ein weiteres riesiges Defizit haben würden. Er schätzte, daß es zusätzlich zu den bestehenden Defiziten weitere 50 Milliarden Dollar sein werden.

      Simon sagte auch warnend, daß sich die Lage seit 1973, dem Jahr, in dem der Ölpreis stark angehoben wurde, verschlimmert habe. Damals hätten einige Länder über Überschüsse verfügt und wären daher imstande gewesen, den höheren Ölpreis zu bezahlen. Aber heute sei die Zahl solcher Länder gering.

      Über die Weltwirtschaftslage schrieb die New York Times zusammenfassend: „In den Geschäfts- und Finanzzentren Europas verbreitet sich eine Atmosphäre der Niedergeschlagenheit wegen der trüben Aussichten, die für die Weltwirtschaft und die Möglichkeit bestehen, die wachsenden Probleme der Schuldenbewältigung, des geringen Wirtschaftswachstums und der zunehmenden Arbeitslosigkeit zu lösen. Da überall in der Presse so viel über die Schwierigkeiten Großbritanniens und Italiens geschrieben wurde, blieb die Tatsache unbeachtet, daß wenigstens ein Drittel der Industrienationen ebenfalls in großen Finanzschwierigkeiten sind. ... Doch die armen Nationen der sich entwickelnden Welt sind in einer noch schwierigeren Lage, sie mühen sich ab unter einem Berg von ... Schulden.“

      Außer all diesen Auslandsschulden haben die Regierungen noch Inlandsschulden. Diese entstehen, wenn der Staat im Inland mehr ausgibt, als er einnimmt. Und häufig sind die Inlandsschulden größer als die Auslandsschulden.

      Wenn man sieht, daß sich viele Nationen immer mehr mit Schulden belasten, entsteht die Frage: Wer wird ihnen aus dieser Situation heraushelfen? Ein Land, von dem das oft erwartet wird, sind die Vereinigten Staaten. Aber wie sieht die Finanzlage dieses Landes aus?

      [Übersicht auf Seite 5]

      (Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

      Internationale Verschuldung

      Auslandsschulden insgesamt (öffentlich und privat)

      in Milliarden Dollar

      45

      40

      35

      30

      25

      20

      15

      10

      5

      JUGOSLAWIEN

      SPANIEN

      INDONESIEN

      FINNLAND

      FRANKREICH

      ITALIEN

      MEXIKO

      BRASILIEN

      OSTEUROPAa

      ENGLAND

      [Fußnote]

      a Kommunistische Länder Osteuropas

  • Wie steht es um die reichste Nation?
    Erwachet! 1977 | 22. Juli
    • Wie steht es um die reichste Nation?

      AN Güterproduktion und Dienstleistungen sind die USA die reichste Nation der Welt. Auch gehören sie zu den Ländern mit dem höchsten Lebensstandard.

      In der Zeitschrift Vital Speeches of the Day schrieb ein Wirtschaftsexperte: „Die amerikanische Wirtschaft hat unseren Lebensstandard derart angehoben, daß es uns bessergeht denn je. Aber wir haben auch während einer einzigen Generation unserer Wirtschaft die größte Schuldenlast aller Zeiten aufgebürdet.“

      Ja, der derzeitige hohe Lebensstandard ist zum großen Teil aufgrund von geborgtem Geld erreicht worden.

      Riesige Schulden

      Die Vereinigten Staaten haben einen riesigen Schuldenberg aufgetürmt, der jedes Jahr höher wird. Außenwirtschaftlich entstehen immer wieder Zahlungsbilanzdefizite, während die Inlandverschuldung gewaltig ist.

      Robert Swinarton, Vizepräsident von Dean Witter & Co., erklärte: „Als Nation sind wir einem wilden Impuls gefolgt, Schulden zu machen, oder wie es vor kurzem in einem Leitartikel von Barron’s hieß: ,Sozusagen das ganze Volk, vom Beamten bis zum Arbeiter, ist von der Sucht erfaßt, auf Kredit zu kaufen. Dieser ziemlich weit verbreitete Hang, auf Pump zu leben, wird sich — dessen sind wir sicher — wie alles, was übertrieben wird, eines Tages rächen.‘“

      Die Gesamtschulden in den Vereinigten Staaten betragen jetzt weit über drei Billionen Dollar. Das ist etwa das Doppelte des Sozialprodukts eines ganzen Jahres.

      In der Zeitschrift U.S. News & World Report wird die Frage aufgeworfen: „Ist sie [diese riesige Schuld] nicht mehr unter Kontrolle zu bringen?“ Die Antwort: „Für viele, die auf Kredit leben, ist der Schuldenberg zu groß geworden.“

      Dieser riesige Schuldenberg verteilt sich wie folgt: Die Bundesregierung ist mit etwa 650 Milliarden Dollar verschuldet, die Industrieunternehmen mit 1,5 Billionen Dollar, Privatleute mit etwa 1 Billion Dollar und Stadt- und Bundesstaatsregierungen mit etwa 230 Milliarden Dollar.

      Die Schulden der US-Regierung

      Die amerikanische Regierung hat in den letzten Jahren riesige Defizite gehabt. Natürlich kam das daher, daß man weit mehr Geld ausgegeben als in Form von Steuern eingenommen hat.

      In den beiden vergangenen Jahren sind die Fehlbeträge gewaltig gewesen. Im Finanzjahr 1975 betrug das Defizit 43,6 Milliarden Dollar, war also höher als zu irgendeiner Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Rechnungsjahr 1976 betrug das Defizit 65,6 Milliarden Dollar — das größte Defizit in der Geschichte der USA. Allein die Zinsen für die Schulden des Bundes betragen jetzt jährlich 40 Milliarden Dollar; 1939 betrugen sie 1 Milliarde Dollar.

      Die Ausgaben zu beschneiden ist aber alles andere als einfach. Die gesetzlich festgelegten Verpflichtungen der Regierung werden immer größer. Zum Beispiel steigen die Kosten für die Rüstung ständig, jetzt betragen sie weit über 100 Milliarden im Jahr. Die Rentenzahlungen für die Staatsangestellten machen das Sechsfache der Summe aus, die vor zehn Jahren ausbezahlt wurde, und man erwartet, daß sich diese Summe in den kommenden zehn Jahren verdoppeln oder verdreifachen wird. Der Kriegsveteranenfonds zahlt mehr aus, als er einnimmt. Das gleiche gilt für die Sozialversicherung.

      In der Zeitschrift The Wall Street Journal wird behauptet, daß die Verbindlichkeiten der Regierung allein für die Alters- und Invalidenrenten in Zukunft zu einem Defizit von etwa 2,5 Billionen Dollar führen werden. Ferner hieß es in dieser Zeitung: „Wie die Liberalen gern behaupten, schuldet sich die Nation dieses Geld selbst, und die Schuld wird abgetragen, indem in Zukunft die Steuern erhöht werden. Natürlich ist das Unsinn. Die Steuern in Zukunft in einem solchen Ausmaß zu erhöhen würde lediglich dazu führen, daß die Steuerquellen des Staates versiegen.“

      Schuldenfinanzierung

      Wenn die Regierung im Laufe eines Haushaltsjahres mehr ausgibt, als sie einnimmt, muß sie Geld borgen, um die Ausgaben zu decken. Das tut sie u. a., indem sie Staatsanleihen ausgibt — zum Beispiel Obligationen —, und zwar an Private, an Banken und an Industrieunternehmen.

      Aber die Regierung finanziert ihre Anleihen noch auf eine andere Weise. Sie kann „aus nichts Geld schaffen“. Darüber schrieb die New York Times: „In bezug auf das etwas geheimnisvolle und häufig umstrittene Thema der staatlichen Finanzpolitik, die von dem halb unabhängigen Federal Reserve Board gesteuert wird, ist man sich nur in einem Punkt ganz einig, nur ein Punkt wird völlig akzeptiert und verstanden: daß der Federal Reserve Board (Fed) aus nichts Geld schaffen kann, indem er einen Scheck auf sich ausschreibt, der nicht durch irgendwelche Depositen gedeckt ist. Er kann das in unbegrenzter Menge tun.“ Allerdings müssen die neuen und höheren Grenzen für die Geldschöpfung dem Kongreß vorgelegt werden, aber fast immer stimmt er dafür.

      Natürlich hofft die Regierung, in Zukunft durch Steuern so viel Geld einzunehmen, daß sie das Geld, das sie durch Wertpapiere aufgenommen hat, zurückzahlen und so die Schuld tilgen kann. Aber in den vergangenen sechzehn Jahren haben die Vereinigten Staaten nur einmal einen kleinen Überschuß gehabt; in den übrigen fünfzehn Jahren bestand stets ein Defizit, und in letzter Zeit sind die Fehlbeträge immer größer geworden.

      Anheizen der Inflation

      Viele Wirtschaftsexperten vertreten die Ansicht, daß die Schulden der Regierung einer der Hauptgründe für die Inflation sind. So viel zusätzliches Geld, das in die Wirtschaft gepumpt wird, bewirkt, daß die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen.

      Weil in den letzten vier Jahrzehnten so übertrieben viel Geld ausgegeben wurde, hat der amerikanische Dollar etwa 75 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Aber das ist auch der Währung anderer Länder widerfahren

      Das amerikanische Institut für Wirtschaftsforschung schreibt: „Alle Währungen werden allmählich schwächer oder sind allmählich schwächer geworden. Alle haben wenigstens drei Viertel der Kaufkraft verloren, die sie vor dem Zweiten Weltkrieg besaßen, und alle scheinen dazu verurteilt zu sein, in den kommenden paar Jahren noch mehr im Wert zu sinken ..., bis sie schließlich wertlos werden.“

      Das Institut schreibt die Hauptverantwortung für die Geldentwertung der „inflatorischen Denkweise zu, die gefördert wurde, um die Regierungsdefizite zu finanzieren“.

      „Bittere Lektion“ zu lernen

      In diesem Bericht wird auch folgende düstere Voraussage geäußert: „Wahrscheinlich werden wir erst zu einer gesunden Einstellung zum Geld und zum Kredit zurückkehren, nachdem wir während einer künftigen Depression eine bittere Lektion gelernt haben werden.“

      Auch Baxter berichtet: „Der inflationistische Einfluß großer und ständiger Haushaltsdefizite zerstört die Finanzgrundlage der US-Wirtschaft.“

      Gilbert M. Haas, Leiter einer Investmentberatungsfirma, erklärt ebenfalls: „Die ständige Ausweitung des Kredits hat eine stetige Verschlechterung der Liquidität [Bargeld oder Vermögenswerte, die leicht in Bargeld umgewandelt werden können] bewirkt. Das wird schließlich zu einer internationalen Geldpanik führen, gefolgt von einer weltweiten Wirtschaftskrise.“

      Könnte die Regierung einfach den Haushaltsplan kürzen, um ihn ins Gleichgewicht zu bringen? Ja, aber das würde zu größerer Arbeitslosigkeit führen. Das Wirtschaftssystem ist so strukturiert, daß viele ihren Arbeitsplatz verlieren könnten, wenn die Regierung jetzt aufhörte, durch Geldschöpfung die Wirtschaft in Gang zu halten. Die Zahl der Arbeitslosen ist aber bereits sehr hoch. Auch die Steuern sind hoch, so daß mit ernstem Widerstand, ja sogar mit einer „Steuerrevolte“ zu rechnen ist, wenn versucht würde, durch Steuererhöhung das Budget ins Gleichgewicht zu bringen.

      Ja, das reichste Land der Welt hat Geldsorgen. Es steckt bis über die Ohren in Schulden und ist kaum dazu fähig, anderen Nationen zu helfen, die in Schulden zu ersticken drohen.

      [Bild auf Seite 8]

      „Alle Währungen ... haben wenigstens drei Viertel der Kaufkraft verloren, die sie vor dem Zweiten Weltkrieg besaßen.“

  • Andere, auf denen ein Schuldenberg lastet
    Erwachet! 1977 | 22. Juli
    • Andere, auf denen ein Schuldenberg lastet

      AUCH andere, nicht nur Staatsregierungen, sind in Finanznot. Firmen, Gemeinderegierungen und Privatpersonen sitzen ebenfalls in der Klemme, weil sie zuviel Schulden haben.

      Aus den Schulden herauszukommen wird auch stets schwieriger. Das ist einer der Hauptgründe, warum sich die Rezession in den vergangenen paar Jahren für viele so verhängnisvoll ausgewirkt hat. Sie konnten die Darlehen nicht zurückzahlen, und die Zahl der Konkurse schnellte in die Höhe.

      Firmen in Finanzschwierigkeiten

      Die Zeitschrift Industry Week berichtete beispielsweise: „In der Bundesrepublik Deutschland erreichte die Zahl der Firmenzusammenbrüche eine Rekordhöhe ... Die Zahl der Konkurse, bei denen es um Verluste durch Ausfall von Forderungen ging, die höher als 400 000 Dollar waren, stieg um 30 Prozent.“

      Im Dezember 1976 meldete die Zeitschrift The Wall Street Journal, in Japan sei im Vormonat die Zahl der Firmenzusammenbrüche auf eine Rekordhöhe angewachsen, und fügte hinzu: „Die Zahl der Firmenzusammenbrüche für das Jahr 1976 wird die Rekordhöhe von 15 000 erreichen, im Gegensatz zu der Rekordhöhe von 12 600 im vergangenen Jahr.“

      Die englische Zeitung Daily Mail berichtete, daß die Zahl der Konkurse in England ihren seit sechzig Jahren höchsten Stand erreicht hat, daß „selbst während der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre nichts dergleichen zu verzeichnen gewesen war“.

      Auch in den Vereinigten Staaten machten eine Anzahl großer, aber auch kleinerer Firmen Bankrott. Mehr Banken sind aus dem Geschäft ausgeschieden als in all den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg. Dazu schrieb das Institut für Wirtschaftsforschung warnend, daß das lediglich „die Spitzen der Konkurseisberge im weiten Schuldenmeer“ seien.

      Städte in Schwierigkeiten

      So ziemlich das gleiche widerfährt manchen Stadt-, Bezirks- und Gemeindeverwaltungen. Wohl am meisten wurde in der Presse über die Finanznot der Stadt New York berichtet. Ihre Schulden betragen rund 13 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr war die Stadt gezwungen, die Rückzahlung kurzfristiger Kredite einzustellen, obgleich die Gerichte erklärten, daß dieses Vorgehen ungesetzlich sei.

      In einem Leitartikel des Finanzblattes Business Week hieß es: „New Yorks Finanzprobleme sind eigentlich nur Vorboten eines größeren Problems. In den kommenden drei bis fünf Jahren wird jede größere Stadt in den USA in eine schwere Finanzmisere geraten.“

      Eine Stadt nach der anderen verschuldet sich mehr und mehr. Die Steuereinnahmen reichen einfach nicht aus, um alle Ausgaben zu decken. Washington, D. C., die Hauptstadt der Vereinigten Staaten, gibt seit den 1960er Jahren jedes Jahr 15 Prozent mehr aus, aber die Steuereinnahmen haben sich nur um etwa 6 Prozent erhöht.

      Aus Japan wird gemeldet, daß 39 der 47 Präfekturen Fehlbeträge in ihrem Haushaltsplan aufweisen. Zwei Städte haben bereits ihren Bankrott erklärt. Wie aus der Zeitschrift U.S. News & World Report hervorgeht, sollen von „643 japanischen Städten etwa 100 bereits tief in der Kreide stehen. Noch vor zwei Jahren waren es 53.“ Auch in anderen Ländern wird die Verschuldung vieler Städte immer größer.

      Die Schuldenlast der Verbraucher

      In vielen Ländern verschuldet sich auch der Durchschnittsverbraucher immer mehr. Der typische Amerikaner gibt fast alles, was ihm von seinem Einkommen verbleibt, nachdem er seine laufenden monatlichen Ausgaben beglichen hat, für das Abzahlen von Schulden aus.

      Während der kürzlichen Rezession konnten daher viele ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Deshalb erreichte die Zahl der Konkursverfahren eine noch nie dagewesene Höhe.

      Dennoch steigen die Verbraucherschulden weiter. Die in Los Angeles erscheinende Zeitung Herald-Examiner schrieb: „In Los Angeles gibt der Durchschnittslohnempfänger fast alles, was er verdient, aus. Seine Einnahmen decken immer knapp seine Ausgaben. Schon eine geringfügige unerwartete Ausgabe kann sich katastrophal auswirken.“

      In dem erwähnten Artikel hieß es auch, daß der „typische Lohnempfänger“ mit Zahlungsschwierigkeiten ein monatliches Einkommen von 800 bis 900 Dollar hat, aber „der Bank, dem Kreditkartenunternehmen, Einzelhändlern und Tankstellen gewöhnlich rund 10 000 Dollar schuldet. Und dieser Mann ist ein Nervenbündel.“

      In der in Milwaukee erscheinenden Zeitung Journal wurde über einen Prostituiertenring berichtet, dem auch Hausfrauen angehörten. Diese „verwandten ihre Einnahmen zur Aufbesserung des Familienbudgets“. Die Tokioter Zeitung Daily Yomiuri berichtete, daß eine Hausfrau Selbstmord beging, „weil sie nicht wußte, wie sie einen Kredit zurückzahlen sollte, den sie für den Bau eines Hauses aufgenommen hatte“.

      Nicht jeder, der sich in finanziellen Schwierigkeiten befindet, gibt sein Geld unweise aus. Die Preise sind heute so hoch, daß manch einer nicht genügend verdient, um alle Ausgaben decken zu können. Aber es gibt doch manche, die Geld für Dinge ausgegeben haben, auf die sie eigentlich hätten verzichten können. Sie haben sich bis über die Ohren in Schulden gestürzt und müssen jetzt dafür büßen.

      Fragwürdige „Sicherheit“

      Selbst Personen, die ein Bankkonto haben, machen sich in letzter Zeit Sorgen, weil sogar große Banken ihre Schalter schließen mußten.

      In den Vereinigten Staaten hat die Franklin National, eine der 20 größten Banken des Landes, Bankrott gemacht. In der BRD ist das große Bankhaus Herstatt zusammengebrochen. Auch eine Anzahl weiterer Banken haben falliert. Und einige sind so verschuldet, daß Martin Mayer in seiner viele Seiten umfassenden sachlichen Analyse The Bankers zu dem Schluß kommt: „Das System birgt potentielle Anleiheverluste in Höhe von vielen Milliarden Dollar, und diese Zeitbombe tickt dem Augenblick der Explosion entgegen. Die gegenwärtige Bankenstruktur kann zusammenbrechen.“

      Wäre das in den Vereinigten Staaten aber nicht ein Ding der Unmöglichkeit? Sind nicht die Depositen bis zu 40 000 Dollar „gesichert“ durch Institutionen wie die Federal Deposit Insurance Corporation (Depositenversicherung, bei der rund 98 Prozent der Banken der USA etwa 99 Prozent ihrer Depositen versichert haben)?

      Das stimmt, doch interessant ist, was Alvin Toffler in seinem Buch Die Grenzen der Krise schreibt: „FDIC-Verantwortliche sehen eine Katastrophe kommen, denn sie wissen, was dem größten Teil der Öffentlichkeit noch unbekannt ist — daß die Mittel der FDIC nur rund 1 Prozent der Spareinlagen decken. Dem ungezügelten, verzweifelten Ansturm von Hunderttausenden verängstigter Bankkunden wäre die Behörde nicht gewachsen.“

      Einen solchen Run fürchten die verantwortlichen Stellen. Das könnte passieren, wenn nur einige wenige Länder bankrott gingen oder wenn eine große Zahl von Banken schließen müßte, weil einige Firmen oder Städte in Konkurs gehen wurden.

      Ging es jedoch im Jahre 1976 nach einer Zeit der Rezession nicht wieder aufwärts? Ja, und man hofft, daß sich die Wirtschaft noch mehr erholen wird. So ist es in den vergangenen Jahrzehnten gewesen. Aber jetzt werden die wirtschaftlichen Flauten schlimmer, und der Aufschwung dazwischen wird geringer, wobei die Zahl der Dauererwerbslosen steigt.

      Darüber schrieb Baxter im vergangenen Jahr: „Bestimmt erholt sich jetzt die Wirtschaft wieder. Sie wird aber nur von einer schwachen Liquiditätsreserve getragen, der riesige Haushaltsfehlbeträge gegenüberstehen. Die Geschichte hat gezeigt, daß diese schließlich die Liquidität zerstören.“

      Was bedeutet das für dich? Was kann der Durchschnittsmensch tun, um sich zu schützen?

      [Herausgestellter Text auf Seite 10]

      „In Los Angeles gibt der Durchschnittslohnempfänger fast alles, was er verdient, aus. Seine Einnahmen decken immer knapp seine Ausgaben. Schon eine geringfügige unerwartete Ausgabe kann sich katastrophal auswirken.“

      [Herausgestellter Text auf Seite 11]

      „FDIC-Verantwortliche sehen eine Katastrophe kommen, denn sie wissen, was dem größten Teil der Öffentlichkeit noch unbekannt ist — daß die Mittel der FDIC nur rund 1 Prozent der Spareinlagen decken.“

  • Was kannst du tun?
    Erwachet! 1977 | 22. Juli
    • Was kannst du tun?

      NATÜRLICH kannst du die heutige schwierige Weltwirtschaftslage kaum beeinflussen. Du bist für diese Verhältnisse nicht verantwortlich, sondern nur der Leidtragende.

      Dennoch gibt es einiges, was du tun kannst, um dir den Lebenskampf etwas zu erleichtern. Dazu ist gewöhnlich Selbstbeherrschung erforderlich. Wieso?

      Selbstbeherrschung üben

      Viele Leute stecken heute in Schulden, weil sie sich nicht beherrschen können, sondern „draufloskaufen“. Ehe sie sich’s versehen, haben sie zuviel ausgegeben und müssen nun Geld borgen.

      Aber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollte man strenge Maßnahmen ergreifen. Eine Familie sollte ihre Bedürfnisse sorgfältig überprüfen. Lebt sie ihrem Einkommen entsprechend?

      Wenn nicht, kann sie Ausgaben, die nicht unbedingt notwendig sind, streichen oder wenigstens kürzen. Der Nachbar besitzt vielleicht einen teuren Farbfernseher. Aber wenn sie dadurch, daß sie sich auch einen kauft, tiefer in Schulden geraten würde, wäre es besser, damit zu warten, bis sie ihn sich leisten kann.

      Es würde auch nichts schaden, auf teure Vergnügungen und Delikatessen sowie auf kostspielige alkoholische Getränke zu verzichten. Das Rauchen sollte man auf jeden Fall aufgeben. Dadurch spart man im Laufe eines Jahres nicht nur sehr viel Geld, sondern erhält sich auch bei guter Gesundheit.

      Personen, die um Geld spielen oder die gern wetten, sollten sich fragen, wovon die Spielbanken und die Wettbüros leben. Diese können nur existieren, weil der größte Teil der Leute, die spielen oder wetten, verlieren. Wenn es anders wäre, könnten die Spielbanken und Wettbüros keine solch großen Gewinne einstreichen. Wer sich also in dieser Hinsicht beherrscht, kann viel Geld sparen, das er zu etwas Besserem verwenden oder das er auf die Bank bringen kann, um später etwas dafür zu kaufen.

      Der Schlüssel zum Geldsparen besteht darin, seine Wünsche einzuschränken und seine Erwartungen herabzusetzen, so daß sie in einem realistischen Verhältnis zum Einkommen stehen. Es ist nicht gut, ständig zu denken, wie schön es wäre, dieses oder jenes zu besitzen. Man sollte eher überlegen, was man sich leisten kann, ohne Schulden zu machen.

      Bezahle bar

      Heutzutage werden die Leute ständig zu Ratenkäufen ermuntert. Überall gibt es Stellen, die Kredit gewähren. Warum? Weil das Kreditgeschäft gewinnbringend ist.

      Ein Zinssatz von 6, 7 oder 8 Prozent, gerechnet vom Ursprungsbetrag des Kredits, erscheint vielleicht nicht hoch. Aber in Wirklichkeit bezahlt man das Doppelte oder Dreifache während der Zeit, in der man das Darlehen zurückzahlt. Wieso? Weil man nicht die ganze Zeit über den Ursprungsbetrag verfügt, sondern fast sogleich anfangen muß zurückzuzahlen.

      In den Vereinigten Staaten bezahlte man zum Beispiel in einem der letzten Jahre, wenn man ein Auto auf Abzahlung kaufte, im Durchschnitt 860 Dollar Teilzahlungszuschlag. Das ist zusätzlich zu dem eigentlichen Preis des Autos. Gewöhnlich ist es dem Käufer nicht möglich, so viel Geld zusammenzusparen, damit er ein Auto bar bezahlen kann, doch diese Summe zeigt, wie hoch der Teilzahlungszuschlag sein kann. Es ist demnach teuer, auf Abzahlung zu kaufen. Zahle daher, wenn immer möglich, bar.

      Ein großes Problem ist der Gebrauch von Kreditkarten. Immer mehr Leute kaufen mit solchen Karten — sogar Nahrungsmittel. Kreditkarten sollten indessen gebraucht werden, als wären sie gefährliche Waffen. Wer nicht bar zu bezahlen braucht, mag recht unbekümmert einkaufen. Aber durch seine unüberlegten, unnötigen Kreditkäufe kann er in nicht geringe Geldschwierigkeiten kommen.

      Wenn irgend möglich, sollte man, anstatt auf Abzahlung zu kaufen, das Geld für einen Kauf vorher zusammensparen. Das verhindert, daß man in Schulden gerät und hohe Zinsen bezahlen muß, und außerdem erhält man für das Geld, das man auf die Bank trägt, Zinsen.

      Dem Untergang entgegen

      Es gibt also etliches, was du jetzt tun kannst, um deine Finanzen einigermaßen im Gleichgewicht zu halten. Aber du kannst nichts zum Fortbestand des gegenwärtigen Wirtschaftssystems beitragen. Wieso nicht? Weil es nicht bestehenbleiben wird. Selbst wenn es sich in naher Zukunft erholen würde, wäre das nur vorübergehend.

      In Gottes untrüglichem prophetischen Wort lesen wir, daß alle heutigen Systeme, auch das Wirtschaftssystem, „vergehen“ werden (1. Joh. 2:17). Sie werden nicht mehr lange bestehen, weil Gott vorhat, bald in die Angelegenheiten des Menschen einzugreifen und dieses unbefriedigende System zu vernichten (Dan. 2:44).

      Deshalb lesen wir in Gottes Wort die Warnung: „Liebt nicht die Welt noch die Dinge in der Welt“ (1. Joh. 2:15). Zu versuchen, an diesem System festzuhalten oder sich für sein Fortbestehen einzusetzen, wird nichts nützen. Bald wird, wie Jesus Christus voraussagte, eine „große Drangsal sein, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird“ (Matth. 24:21). In dieser „großen Drangsal“ wird das heutige Währungssystem zweifellos zusammenbrechen.

      Wenn man die Schuldenberge betrachtet, die sich jetzt überall auftürmen, begreift man, daß es schnell zu einem solchen wirtschaftlichen Zusammenbruch kommen könnte. Dann werden wiederum viele das tun, was Menschen — wie die Bibel zeigt — schon einmal getan haben. Wir lesen: „Auf die Straßen werden sie sogar ihr Silber werfen, und etwas Verabscheuungswürdiges wird ihr eigenes Gold werden“ (Hes. 7:19).

      Das ist auch gar nicht „weit hergeholt“. Viele Experten, die die Vorgänge in der Welt beobachten, sind der Meinung, daß etwas Drastisches geschehen muß. Alvin Toffler, Verfasser des Buches Die Grenzen der Krise, schreibt zum Beispiel: „Was wir heute erleben, ist übrigens keine einfache wirtschaftliche Umwälzung, sondern etwas viel Tiefgreifenderes, etwas, das sich nicht im Rahmen der konventionellen Ökonomielehre verstehen läßt. Aus diesem Grund klagen von Tag zu Tag verwirrtere Wirtschaftler darüber, daß ,die alten Mechanismen nicht mehr funktionieren‘. Was wir erleben, ist eine allgemeine Krise des Industrialismus ... Was wir erleben, ist nicht mehr und nicht weniger als der allgemeine Zusammenbruch der industriellen Zivilisation unseres Planeten.“

      Toffler schreibt auch, daß pessimistische Voraussagen über die Weltwirtschaft einst als „Schwarzmalerei“ abgetan wurden. Solche „Prophezeiungen“, fügt er hinzu, „werden heute ernst genommen“.

      Es ist empfehlenswert, wegen der Dinge, die die Zukunft mit Sicherheit bringen wird, nicht allzusehr auf materiellen Besitz zu vertrauen. Natürlich braucht man Geld fürs tägliche Leben. Aber wenn man sein Vertrauen darauf setzt, wird man ganz bestimmt enttäuscht werden.

      Wir alle müssen unbedingt das besser kennenlernen, was unser gegenwärtiges altes System ablösen wird, und unser Vertrauen darauf setzen. Es ist Gottes neue Ordnung unter seiner himmlischen Königreichsregierung (Matth. 6:10). Unter einer gerechten Verwaltung werden all die schwierigen Probleme der Menschen auf Erden gelöst werden. Dazu zählen auch die wirtschaftlichen Probleme. Und sie werden zu unserer Zufriedenheit gelöst werden, denn wir lesen in der Bibel über Gott, den Allmächtigen, den Schöpfer der neuen Ordnung: „Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden“ (Ps. 145:16).

  • Europas größter Binnenhafen
    Erwachet! 1977 | 22. Juli
    • Europas größter Binnenhafen

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in der Bundesrepublik Deutschland

      ALS wir uns im landschaftlich schönen Süddeutschland von unseren Freunden verabschiedeten, fragten sie: „Wohin geht ihr?“ „An den Rhein, in die Gegend von Duisburg.“ Darauf erwiderten sie etwas mitleidig: „Oh, ihr geht dorthin, wo es funkt und raucht!“

      Jeder, der schon in Duisburg gewesen ist, weiß, was damit gemeint ist. Bei Tag verdunkeln oftmals die Rauchwolken der Schornsteine die Sonne, und nachts färben Hochöfen den Himmel feuerrot.

      Aber wir ließen uns nicht entmutigen, sondern gingen auf Entdeckungen aus, um unsere neue Umgebung kennenzulernen. Wir erfuhren, daß Duisburg der größte Binnenhafen Europas ist. Die Kais der 22 Hafenbecken haben eine Gesamtlänge von 44 Kilometern. Die Bedeutung dieses Hafens wird einem bewußt, wenn man bedenkt, daß 1974 hier 68 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen wurden, während im gleichen Zeitraum im größten deutschen Seehafen, in Hamburg, nur 57 Millionen Tonnen verladen wurden.

      Günstige geographische Lage

      Was begünstigte die Entwicklung der Duisburg-Ruhrorter Häfen? Vor allem die günstige geographische Lage und die Industrie. In Duisburg und seiner Umgebung ist eine Hüttenindustrie konzentriert, zu der die größten Rohstahl- und Roheisenhersteller der Welt gehören. Dazu kommen noch das reiche Vorkommen an Steinkohle im unmittelbaren Hinterland, eine große Kupferhütte im Stadtgebiet sowie eine Reihe chemischer Fabriken. Die Ballung der Industrie an Rhein und Ruhr brauchte einen leistungsfähigen Hafen.

      Duisburg ist an ein internationales Wasserstraßennetz angeschlossen. Es bestehen Kanalverbindungen mit der DDR. Über den Rhein-Main-Donau-Kanal besteht eine Verbindung bis zum Schwarzen Meer. Die Küstenmotorschiffe kommen direkt aus Frankreich, Spanien, England, Skandinavien, Polen, Rußland und anderen Ländern.

      Eine Hafenrundfahrt

      Nachdem wir einiges über das größte Binnenhafensystem Europas erfahren haben, wollen wir diesen verzweigten Umschlagplatz selbst

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