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  • Ein herzerfreuender Bericht aus dem hohen Norden
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  • Frühes Aufleuchten der Wahrheit
  • Entwicklungen im Zweigbüro
  • Freiwillige nehmen die Herausforderung an
  • Die bevorstehenden Aufgaben
Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1985
w85 15. 4. S. 26-29

Ein herzerfreuender Bericht aus dem hohen Norden

FINNLAND, im äußersten Norden Europas gelegen, erstreckt sich bis weit in die nördliche Polarzone hinein. Es ist nicht nur für die landschaftliche Schönheit seiner Wälder, Seen, Küsten und Schären bekannt, sondern auch für seine jahreszeitlich bedingten Gegensätze — die langen Winternächte und die Mitternachtssonne im Sommer.

Mehr als 90 Prozent der 5 Millionen Finnen bekennen sich zur finnischen Staatsreligion, der evangelisch-lutherischen Kirche. Doch mit dem ständig steigenden Lebensstandard hat das Interesse an geistigen Dingen im allgemeinen seinen Platz in ihrem Leben verloren. Dennoch geht ein andersartiges geistiges Wachstum in Finnland vor sich. Als Folge davon gibt es dort jetzt mehr als 15 000 Zeugen Jehovas, d. h., ein Zeuge Jehovas kommt auf 320 Einwohner des Landes. Im Sinne der Worte des Propheten Jesaja kam daher für Jehovas Zeugen in Finnland die Zeit, ‘die Zelttücher auszuspannen’ und ‘die Stätte ihres Zeltes geräumiger zu machen’ (Jesaja 54:2).

„Wird man tatsächlich wieder bauen?“ fragten sich einige ältere Glieder der finnischen Bethelfamilie, als sie davon erfuhren, daß man plante, die Zweigeinrichtungen erneut auszudehnen. Wenn auch die Bauzeit manche Unbequemlichkeiten mit sich gebracht hatte, freuten sie sich doch, am 5. Mai 1984 bei der Einweihung des neuen Erweiterungsbaus anwesend zu sein, zu der als besonderer Gast M. G. Henschel, ein Glied der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas, eingeladen war.

Frühes Aufleuchten der Wahrheit

Erkki Kankaanpää, der Koordinator des finnischen Zweigkomitees, sagte in der Eröffnungsansprache des Einweihungsprogramms: „Vor langer Zeit ordnete der König von Schweden die gewaltsame Bekehrung der Finnen an.“ Damals stand Finnland unter schwedischer Herrschaft, und die Geistlichkeit hatte die Menschen fest in ihrer Gewalt. „Doch das war nicht das Aufleuchten der Wahrheit in Finnland.“

Dieses „Aufleuchten“ kam im Jahre 1909, als einige Kolporteure oder Vollzeitprediger nach Finnland kamen und die Bücher C. T. Russells verbreiteten. Dadurch wurde das Interesse eines Geschäftsmannes namens Österman und eines Ingenieurs mit Namen Harteva geweckt. Sie erwarben weitere Bücher vom schwedischen Zweigbüro und fingen an, diese ins Finnische zu übersetzen und zu veröffentlichen. Im Jahre 1912 erschien die Zeitschrift Der Wachtturm zum ersten Mal in Finnisch.

Die beiden Brüder waren beim Predigen der guten Botschaft äußerst mutig und einfallsreich. Bei einer Gelegenheit erzählte Bruder Harteva einem ehemaligen Schulkameraden von der neugefundenen Wahrheit.

„Und wie viele von euch gibt es in Finnland?“ fragte der Schulkamerad.

„Wir sind zu zweit“, erwiderte er, ohne zu zögern. „Aber wenn du mitmachst, sind wir zu dritt.“

Ein anderes Mal bot Bruder Österman auf einem Marktplatz den Passanten die Broschüre Was sagt die Heilige Schrift über die Hölle? für einen Beitrag von zwei Finnmark an. Bestimmt erregte er ihre Aufmerksamkeit, als er rief: „Eine Fahrkarte zur Hölle — für eine Mark hin und für eine Mark wieder zurück!“

Bruder Russell besuchte Finnland im Jahre 1912. In der Wachtturm-Ausgabe vom 1. Oktober 1912 (engl.) wurde darüber berichtet: „Bei der öffentlichen Zusammenkunft war der Saal, der ein Fassungsvermögen von 1 000 Besuchern hat, bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele mußten stehen, und einige waren den Tränen nahe, weil sie nicht mehr hineingelassen wurden.“ Obwohl das Werk noch in den Anfängen war, hieß es in dem Bericht: „Es scheint hervorragende Fortschritte zu machen. Die Anzahl der eingesetzten Kolporteure und die Tatsache, daß es nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist, zeugt für großes Interesse.“

Durch nachfolgende Besuche anderer Brüder aus dem Hauptbüro in Brooklyn, einschließlich des zweiten Präsidenten der Gesellschaft, J. F. Rutherford, wurden die Brüder sehr gestärkt. Tatsächlich gab es im Dezember 1945, als Bruder N. H. Knorr und Bruder M. G. Henschel Finnland zum ersten Mal besuchten, dort etwa 1 800 Zeugen.

Heute erfreuen sich Jehovas Zeugen in Finnland uneingeschränkter Religionsfreiheit und machen vollen Gebrauch davon. Im vergangenen April beteiligten sich 15 263 Personen an der Verkündigung der guten Botschaft vom Königreich im ganzen Land — eine nie dagewesene Höchstzahl. Mehr als 900 von ihnen haben den Vollzeitdienst als Pioniere, Sonderpioniere oder Glieder der Bethelfamilie im Zweigbüro aufgenommen.

Entwicklungen im Zweigbüro

Das erste Zweigbüro Finnlands wurde 1933 in der Hauptstadt Helsinki gebaut. Es bestand aus einer Druckerei und einem Bethelheim und hatte eine für seinen Zweck günstige Lage. Doch nach vielen Dienstjahren wurde es zu klein. Daher erwarb man 1957 in dem 17 Kilometer von Helsinki entfernt gelegenen Vantaa ein Gelände für den Bau eines neuen Zweigbüros.

Im Januar 1962 wurde das Zweigbüro in die neuen Gebäude verlegt. Damals dachte jeder, dieses neue Heim würde allen künftigen Anforderungen zur Unterstützung des Predigtwerkes in Finnland genügen. Es zeigte sich aber, daß das nicht der Fall war. Um für die zunehmende Zahl der Verkündiger und die dementsprechend wachsende Bethelfamilie zu sorgen, mußten seither der Speisesaal, die Anzahl der Wohnräume und Büros, die Buchbinderei, ja nahezu alle Räumlichkeiten vergrößert werden.

Das finnische Bethel ist sehr günstig gelegen, weil einerseits gute Verkehrsverbindungen bestehen, man andererseits aber doch den Frieden und die Ruhe der ländlichen Gegend genießt. Es befindet sich auf einem kleinen Hügel und ist von einer sehr schönen Gartenanlage umgeben. Selbst die Behörden haben anerkannt, daß es ein Schmuckstück für die Gemeinde darstellt, und verhalten sich sehr zuvorkommend. Als zum Beispiel vor einiger Zeit eine neue Schnellstraße quer durch unser Gelände gebaut werden sollte, wurden die Pläne auf unsere Bitte hin geändert. Und obwohl die Gegend als Naturpark vorgesehen ist, erhielten wir die Erlaubnis, unseren Gebäudekomplex zu vergrößern. Natürlich sind wir für eine solch besondere Rücksichtnahme dankbar.

Der neue Erweiterungsbau hat 3 400 Quadratmeter Nutzfläche. Das Untergeschoß wird als Park- und Lagerfläche benutzt. Im Erdgeschoß sind die Schlosserei, die Tischlerei und die Kfz-Werkstatt untergebracht. Im Obergeschoß befinden sich neben der Buchbinderei geeignete Umkleideräume und Freizeiteinrichtungen. Die bauliche Gestaltung — roter Klinker mit ansprechender heller Holzkonstruktion — wurde den bereits vorhandenen Gebäuden angepaßt.

Freiwillige nehmen die Herausforderung an

Als das Bauprojekt angekündigt wurde, boten viele Zeugen Jehovas ihre Dienste an. Fünfundvierzig von ihnen wurden eingeladen, für etwa ein Jahr mitzuarbeiten. Wer würde die Durchführung dieses schwierigen Projekts beaufsichtigen? Unter den Freiwilligen war ein Pionier, der von Beruf Architekt ist und früher ein eigenes Konstruktionsbüro führte. Die Ausschachtungsarbeiten für den Keller wurden von einem Bruder durchgeführt, der eine Erdbaufirma besitzt. Ein anderer Bruder, der von Beruf Sprengmeister ist, nahm sich der notwendigen Sprengarbeiten an. Ein weiterer Bruder besuchte einen zweimonatigen Kurs als Kranführer, damit kein Außenstehender für diese Arbeit angestellt werden mußte.

Zufolge der Bereitwilligkeit der Brüder war es möglich, das Projekt zu einem Drittel der Kosten fertigzustellen, die ein Bauunternehmer in Rechnung gestellt hätte. Wie steht es aber mit der Qualität? Als einer der Aufsichtsbeamten das fertige Gebäude sah, bemerkte er: „Selbst wenn man einem Bauunternehmer viel Geld zahlen würde, könnte man keine derartige Qualitätsarbeit erwarten.“ Welch ein Zeugnis für den ganzherzigen Dienst der Brüder!

Die bevorstehenden Aufgaben

In der Einweihungsansprache sagte Bruder Henschel: „Für Jehova zählt jedoch nicht der Baustil oder die Baustoffe. Es kommt vielmehr darauf an, wie das Gebäude benutzt wird.“ Er nahm auf den von König Salomo in Jerusalem erbauten Tempel Bezug. Das war zweifellos das prächtigste Gebäude der damaligen Zeit, wenn nicht sogar aller Zeiten. Trotzdem verwarf Jehova dieses Gebäude, als die Israeliten es versäumten, ihm in seinem Haus reine Anbetung darzubringen.

Daher wurde das neue Gebäude in Finnland der Förderung der Königreichsinteressen gewidmet. Jehova hat das Werk in diesem Teil des Feldes wirklich gesegnet. Im Dienstjahr 1984 wurden in Finnland 127 625 Bücher und 128 083 Broschüren hergestellt. Mehr als 562 531 Exemplare des Buches Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt wurden gedruckt; das reicht aus, um jedem zweiten Haushalt in Finnland ein Exemplar zur Verfügung zu stellen! Auch werden jeden Monat mehr als 350 000 Exemplare der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! hergestellt.

All das stellt für die 73köpfige finnische Bethelfamilie eine gewaltige Herausforderung dar. Doch das ist nichts Neues. Vor zwei Jahren bewältigte die Bethelfamilie die Aufgabe, vom Hochdruckverfahren auf das Offsetdruckverfahren umzustellen. Brüder im ganzen Land stellten die finanziellen Mittel zur Verfügung, und Bethelmitarbeiter arbeiteten hart, um die neuen Techniken zu erlernen. Das Ergebnis war sehr befriedigend. Die Druckerei im finnischen Zweig ist in der Lage, mehrfarbige Zeitschriften und Bücher herzustellen.

Um die bevorstehenden Aufgaben bewältigen zu können, ist weitere Ausdehnung geplant. An einem neuen, geräumigen Königreichssaal neben dem Bethelheim wird schon gearbeitet. Danach werden 28 neue Zimmer sowie eine neue Küche und ein Speisesaal gebaut werden, um zusätzliche Familienglieder unterzubringen. Jehova hat in der Vergangenheit für die Mittel und die Kraft gesorgt, ähnliche Aufgaben anzupacken, und Jehovas Zeugen in Finnland blicken künftigen Segnungen vertrauensvoll entgegen. Sie empfinden genauso wie ein Zeuge, der bei der Bestimmungsübergabe sagte: „Es ist wunderbar, in dieser Zeit ein Zeuge Jehovas zu sein!“

[Karte auf Seite 27]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

NORWEGEN

SCHWEDEN

FINNLAND

Helsinki

Vantaa

UdSSR

NÖRDLICHER POLARKREIS

[Bild auf Seite 28]

Im Jahre 1913 kam Bruder J. F. Rutherford (mit dem Hut neben den Füßen) mit einer großen Gruppe finnischer Brüder zusammen

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