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  • Den Zweck der von Jehova bewirkten Befreiung nicht verfehlen
    Der Wachtturm 1972 | 15. August
    • Den Zweck der von Jehova bewirkten Befreiung nicht verfehlen

      „Mit ihm zusammenarbeitend, bitten wir euch auch inständig, nicht die unverdiente Güte Gottes anzunehmen und ihren Zweck zu verfehlen.“ — 2. Kor. 6:1.

      1. Wie nahm der Apostel Paulus Jehovas unverdiente Güte auf, und warum schätzte er sie?

      ALS der Apostel Paulus von Jehovas unverdienter Güte sprach, sprach er aus eigener Erfahrung. Paulus hatte Jehovas unverdiente Güte angenommen und schätzte sie sehr. Jehovas unverdiente Güte war ihm erwiesen worden, als er eigentlich mit dem Auftrag unterwegs war, die wahren Diener Jehovas zu verfolgen. Paulus hatte aber ein gutes Herz, ein Herz, das für Jehovas Güte empfänglich war. (Apg. 9:1-30) Er gab den Versammlungen in Galatien einen Überblick über seinen früheren Wandel, als er ihnen folgendes schrieb: „Ihr habt natürlich von meinem früheren Wandel im Judentum gehört, daß ich die Versammlung Gottes fortgesetzt über die Maßen verfolgte und sie verwüstete, und ich machte größere Fortschritte im Judentum als viele Altersgenossen meiner Rasse, da ich für die Überlieferungen meiner Väter weit mehr eiferte.“ (Gal. 1:13, 14) Durch Jehovas unverdiente Güte wurde Paulus jedoch von den schriftwidrigen Überlieferungen seiner Väter befreit. Er bereute seinen früheren Lebenswandel und schlug einen neuen Weg ein.

      2. Welches Vorrecht wurde Paulus durch unverdiente Güte zuteil? Wie reagierte er darauf?

      2 Aus Galater 1:15, 16 erfahren wir, daß Paulus durch Jehovas unverdiente Güte zum christlichen Predigtdienst berufen wurde. Er sagte: „Gott, der mich vom Schoße meiner Mutter an absonderte und mich durch seine unverdiente Güte berief, [erachtete] es für gut ..., seinen Sohn in Verbindung mit mir zu offenbaren, damit ich den Nationen die gute Botschaft über ihn verkünde.“ Auch den Ephesern gegenüber bestätigte er, daß er durch unverdiente Güte zu diesem Dienst berufen worden sei: „Ich bin ein Diener derselben geworden gemäß der freien Gabe der unverdienten Güte Gottes, die mir nach der Weise gegeben wurde, wie seine Kraft wirksam ist. Mir, einem Menschen, der geringer ist als der geringste aller Heiligen, ist diese unverdiente Güte verliehen worden, den Nationen die gute Botschaft über den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkünden.“ (Eph. 3:7, 8) Paulus bewies, daß er Jehovas unverdiente Güte schätzte, indem er in dem Dienst, der ihm übertragen worden war, hart arbeitete. Er konnte deshalb anderen mit Recht empfehlen, das Beispiel, das er als Diener Christi gab, nachzuahmen. — 1. Kor. 11:1.

      DIE KORINTHER SOLLTEN IHRE EINSTELLUNG ÄNDERN

      3, 4. Hatte Paulus guten Grund, den Korinthern zu schreiben, sie sollten den Zweck der unverdienten Güte Jehovas nicht verfehlen? Begründe deine Antwort.

      3 Paulus hatte guten Grund, den Korinthern über die von Jehova bewirkte Befreiung und über Jehovas unverdiente Güte zu schreiben. Offenbar hatten einige Christen in Korinth den Zweck der unverdienten Güte Jehovas verfehlt. Das alte Korinth war eine verkommene Stadt und verrufen wegen der Verehrung der Göttin Aphrodite, zu der auch der Geschlechtskult gehörte. Natürlich waren die Christen in Korinth von der Sklaverei dieses Kultes, der zu Babylon der Großen gehörte, befreit worden. Doch einige in der Versammlung waren anscheinend in die Unmoral zurückgefallen und hatten den Zweck der von Jehova bewirkten Befreiung verfehlt. Sie hatten offenbar unter dem Einfluß ihrer Umgebung zu sündigen begonnen, denn Paulus sagte: „Tatsächlich wird von Hurerei unter euch berichtet und von einer solchen Hurerei, wie es sie selbst nicht unter den Nationen gibt, daß ein gewisser Mann die Frau seines Vaters hat. Und ihr seid aufgeblasen und habt nicht vielmehr getrauert, damit der Mann, der diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggeschafft werde?“ — 1. Kor. 5:1, 2.

      4 Andere Glieder der Korinther Versammlung hatten begonnen, Menschen statt Christus nachzufolgen, und so waren innerhalb der Versammlung Spaltungen oder Sekten entstanden. Das geht aus folgenden Worten des Paulus hervor: „Denn mir ist über euch, meine Brüder, durch die Hausgenossen der Chloe enthüllt worden, daß Streitigkeiten unter euch bestehen.“ (1. Kor. 1:11) Diese Christen, die innerhalb der Versammlung des Herrn Spaltungen hervorriefen, verfehlten den Zweck der von Jehova bewirkten Befreiung und seiner unverdienten Güte ebenfalls.

      5. Wie reagierte die Versammlung in Korinth auf den Rat des Apostels?

      5 Der erste Brief, den Paulus an die Korinther Versammlung schrieb, half dieser, ihre Reihen zu säubern. Unsittlichen Personen wurde die Gemeinschaft entzogen, das heißt, sie wurden aus der Versammlung verstoßen. (1. Kor. 5:5, 11) Alle erhielten guten Rat und wurden ermahnt, einmütig und in Liebe zusammenzuarbeiten und Christus, nicht Menschen, nachzufolgen. (1. Kor. 1:10) Offenbar nahm die Korinther Versammlung den Rat des Paulus zu Herzen, denn in seinem zweiten Brief, den er an sie schrieb, lobte und ermunterte er sie, und gemäß 2. Korinther 13:11 schloß er mit den Worten: „Schließlich, Brüder, fahrt fort, euch zu freuen, wieder zurechtgebracht zu werden, getröstet zu werden, übereinstimmend zu denken, friedsam zu leben; und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein.“

      DIE BEFREIUNG IN UNSERER ZEIT

      6. Warum sollten Christen heute über den Rat des Apostels Paulus, den Zweck der unverdienten Güte Jehovas nicht zu verfehlen, nachdenken?

      6 Wir tun gut, über den Rat nachzudenken, den Paulus den Korinthern gab, als er ihnen schrieb, sie sollten Jehovas unverdiente Güte nicht annehmen und ihren Zweck verfehlen. Wie jene Christen in Korinth, so sind auch die meisten von uns dem schlechten Einfluß ihrer Umgebung ausgesetzt. Viele unserer Mitmenschen begehen unmoralische Handlungen, sie stehlen, lügen, betrügen und treiben andere Dinge, die Jehova Gott verabscheut. Selbstverständlich sind diese Personen keine wahren Christen, sondern als wahre Christen haben wir diese Dinge hinter uns gelassen. Die Wahrheit hat uns von diesen üblen Dingen frei gemacht. Paulus sagte: „Doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden.“ (1. Kor. 6:11) Als christliche Zeugen Jehovas sind wir vor allem von der Sklaverei Groß-Babylons, von seinen Irrlehren und Traditionen, befreit worden, aber auch von der Schlechtigkeit des gegenwärtigen alten Systems der Dinge. Diese Befreiung und die uns daraus erwachsende Freiheit sind in der Tat ein Ausdruck der unverdienten Güte Jehovas.

      7. Wie schätzte Paulus die Erkenntnis Christi und den Dienst eines Christen ein im Vergleich zu dem Ansehen, das die Pharisäer genossen, und zu ihrem Wohlstand?

      7 Wie Paulus durch Jehovas unverdiente Güte von der materialistischen Einstellung der damaligen Zeit befreit wurde, so sind auch wir von der materialistischen Einstellung befreit worden, zu der heute viele neigen, die zu diesem alten System der Dinge gehören. Paulus, ein ehemaliger Pharisäer, war ein Musterbeispiel der Dankbarkeit, denn er war bereit, auf das Ansehen, das die Pharisäer genossen, und auf ihren Reichtum zu verzichten. Er bewies, daß er diese Seite seiner Befreiung und der unverdienten Güte Jehovas nicht übersah. Er betrachtete Ansehen, Reichtum und weltliche Annehmlichkeiten als Kehricht oder Abfall, verglichen mit den Segnungen, die ihm durch Jehovas unverdiente Güte zuteil geworden waren. Er schrieb: „Doch welche Dinge mir Gewinn waren, diese habe ich um des Christus willen als Verlust betrachtet. Ja, tatsächlich betrachte ich überhaupt auch alle Dinge als Verlust wegen des alles übertreffenden Wertes der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen habe ich den Verlust aller Dinge erlitten, und ich betrachte sie als eine Menge Kehricht, damit ich Christus gewinne.“ (Phil. 3:7, 8) Ja, Paulus machte von seiner christlichen Freiheit guten Gebrauch.

      IHREN ZWECK NICHT VERFEHLEN

      8. (a) Welche Fragen sind in diesem Zusammenhang angebracht? (b) Was mögen einige darauf erwidern?

      8 Während wir über den Rat des Paulus und über sein gutes Beispiel nachdenken, könnten wir uns fragen: „Was fangen wir mit unserer Freiheit heute an? Ahmen wir das gute Beispiel des Apostels Paulus nach, oder haben wir etwa den Zweck der von Jehova bewirkten Befreiung verfehlt?“ Einige mögen erwidern: „Wie könnten wir den Zweck dieser Befreiung verfehlen?“ Jemand mag einwenden: „Ich bemühe mich, ein anständiges Leben zu führen. Ich begehe keine unsittliche Handlung. Ich besuche die meisten Zusammenkünfte und bin ein regelmäßiger Verkündiger des Königreiches Gottes. Ich beteilige mich jeden Monat am Predigtdienst.“

      9, 10. (a) Welchen Fehler machen einige Christen? Beeinflußt dies ihre geistige Einstellung? (b) Zeige anhand eines Beispiels, was geschehen könnte, wenn man versuchen würde, zwei Herren zu dienen.

      9 Betrachten wir aber die Sache einmal von folgendem Gesichtspunkt aus: Du magst zwar mit einer Versammlung der Zeugen Jehovas verbunden sein; doch wie stark ist deine Bindung an das alte System der Dinge? Bist du eng damit verbunden? Einige mögen versuchen, zwei Herren zu dienen. Das neue System unter Christus Jesus gefällt ihnen, und sie sind auch bereit, ein wenig dafür zu tun, doch für das alte System der Dinge unter Satan, dem Teufel, tun sie in Wirklichkeit viel mehr. Täusche dich aber nicht; Jesus sagte, man könne nicht zwei Herren dienen. Er sagte: „Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein.“ (Matth. 6:24) Wenn wir eine feste Verbindung zum alten System der Dinge aufrechterhalten, bedeutet das, daß wir mit dem neuen System der Dinge nur lose verbunden sind. Eine feste Verbindung zum alten System verrät, daß wir geistig schwach sind, daß wir nicht nach Dienstvorrechten streben und als Christen in Jehovas Organisation keine Fortschritte machen.

      10 Denken wir zum Beispiel an einen Christen, der eine hervorragende Arbeitskraft ist. Sein Arbeitgeber hat ihn gern und schätzt seinen Fleiß. Sein Arbeitgeber weiß, daß er ehrlich und zuverlässig ist, und bezahlt ihn daher gut. Der Bruder macht die Arbeit gern; es freut ihn, daß man ihm Vertrauen schenkt; er sieht darin eine gute Empfehlung für ihn als Christen, denn er ist sich der Worte des Apostels Paulus in 1. Timotheus 3:7 bewußt, daß wir „ein vortreffliches Zeugnis von Außenstehenden“ haben sollten. Doch was geschieht nun? Es wird ihm eine Beförderung angeboten. Das bedeutet für ihn mehr Verantwortung. Er muß jetzt Überstunden machen. Demzufolge hat er weniger Zeit für den Besuch der Zusammenkünfte und für den Predigtdienst. Und wie steht es mit dem persönlichen Studium und dem Familienstudium? Oft muß jemand, der bereit ist, von seinem Arbeitgeber mehr Verantwortung zu übernehmen, darauf vollständig verzichten.

      11. Welcher Gefahr setzen sich die aus, die materielle Dinge zu hoch einschätzen?

      11 Befindest du dich in dieser Lage? Hindert dich deine berufliche Tätigkeit daran, Jehova so zu dienen, wie du ihm dienen solltest? Schätzt du das Ansehen bei deinem Arbeitgeber mehr als das Ansehen bei Jehova? Wo würdest du stehen, wenn morgen Babylon die Große und kurz danach das ganze übrige alte System der Dinge vernichtet würde? Würdest du dieser Vernichtung entgehen, oder würdest du davon erfaßt werden? Hast du, was den Dienst Jehovas betrifft, ein gutes Gewissen?

      12. (a) Ist der Besitz materieller Dinge an sich nicht richtig? Warum antwortest du so? (b) Welchen Fehler beging Demas?

      12 Satan wirkt auf schlaue Weise durch die Liebe zu materiellen Dingen. Selbstverständlich ist es nicht verkehrt, einen schönen Wagen, ein gutes Fernsehgerät, eine nette Wohnung, verschiedene Haushaltsgeräte oder andere Dinge zu haben, sofern wir sie uns leisten und Jehova Gott dennoch den ersten Platz in unserem Leben einräumen können. Es fragt sich aber: Räumen einige den materiellen Dingen den ersten und Jehova den zweiten Platz in ihrem Leben ein? Das taten einige in den Tagen des Apostels Paulus. Wir erinnern uns an Demas, der mit Paulus im christlichen Dienst verbunden war und der durch den Brief, den Paulus an die Kolosser schrieb, mit Lukas zusammen Grüße an die Christenversammlung in Kolossä sandte. Später verließ Demas aber Paulus und gab den christlichen Dienst auf. Warum? Paulus schrieb an Timotheus: „Demas hat mich verlassen, weil er das gegenwärtige System der Dinge geliebt hat, und er ist nach Thessalonich gegangen.“ (2. Tim. 4:10) Demnach gab es schon in den Tagen des Paulus Personen, die mit der Zeit materielle Dinge und weltliche Vergnügungen mehr liebten als den christlichen Dienst und die auf diese Weise den Zweck der unverdienten Güte Jehovas völlig verfehlten.

      13. (a) Worin besteht e i n e Ursache für die Probleme der Christenheit? (b) Können wir daraus etwas lernen?

      13 Wenn wir die Liebe zu materiellen Dingen der Liebe zu Jehova voranstellen, verfehlen wir den Zweck, zu dem Jehova uns von diesem alten System der Dinge befreit hat. Wir würden bald so werden wie die abtrünnigen Christen, die heute in der Christenheit zu finden sind. Das bißchen Christentum, das bei ihnen vorhanden sein mag, wird durch ihre Liebe zu materiellen Dingen und weltlichen Vergnügungen verdrängt. In einem Bericht über die Probleme der Kirchen der Christenheit hieß es in einem bekannten amerikanischen Nachrichtenmagazin: „Die religiösen Institutionen stoßen, wie sie sagen, nicht auf Haß oder Widerspruch, ... sondern auf die massive Gleichgültigkeit einer von materiellen Werten und von Sorgen umklammerten Welt“ (U.S. News & World Report, 23. März 1970, Seite 44). Diese abtrünnigen Christen haben Gott durch materielle Dinge ersetzt; sie haben diese materiellen Dinge zu ihrem Gott gemacht und dienen ihnen. Soweit könnten auch wir Christen kommen, wenn wir unsere Liebe zu Jehova und zu seinem Dienst erkalten und uns von der im alten System der Dinge vorherrschenden Liebe zu materiellen Dingen beeinflussen ließen.

      AUS EINEM BEISPIEL AUS ALTER ZEIT LERNEN

      14. (a) Zu welchem Zweck befreite Jehova Israel im Jahre 537 v. u. Z. aus Babylon? (b) Was mußten die treuen Juden damals tun?

      14 Wir tun gut daran, uns an die Befreiung der Israeliten aus dem alten Babylon zu erinnern. Jene Befreiung diente einem bestimmten Zweck. Jehova Gott wollte, daß seine wahre Anbetung in Jerusalem wiederhergestellt und sein Tempel wieder aufgebaut werde. In der von Cyrus erlassenen und von Esra aufgezeichneten Verordnung wurde der Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels sogar extra erwähnt: „Wer irgend unter euch von seinem ganzen Volke ist: sein Gott möge sich als mit ihm seiend erweisen. So ziehe er hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus Jehovas, des Gottes Israels — er ist der wahre Gott —, das in Jerusalem war, wieder auf.“ (Esra 1:3) Treue Juden sollten also das alte Babylon verlassen, nach Jerusalem zurückkehren und dort den Tempel Jehovas und die Stadt wieder aufbauen und dann beginnen, dem Volk das Gesetz Jehovas vorzulesen. Sie sollten Jehova wieder Opfer darbringen, wie es sein Gesetz verlangte. Sie sollten alle Gebote, die die wahre Anbetung betrafen, kennenlernen und dann befolgen.

      15, 16. (a) War es für den jüdischen Überrest leicht, nach Jerusalem und Juda zurückzukehren? Begründe deine Antwort. (b) Was mag viele Juden daran gehindert haben, nach Jerusalem zurückzukehren?

      15 War das für jene gottesfürchtigen Israeliten eine leichte Aufgabe? Bestimmt nicht. Es war Anstrengung, harte Arbeit, damit verbunden. Es bedeutete für sie, eine lange Wanderung durch eine Halbwüste zu unternehmen und die Annehmlichkeiten einer schönen Wohnung in Babylon und vielleicht auch einen guten Arbeitsplatz dort aufzugeben. Es bedeutete für sie, in eine niedergerissene Stadt zu kommen und Häuser zu bauen, die bestimmt nicht so bequem wären wie die, die sie in der ziemlich modernen Stadt Babylon bewohnten. Die Nahrung mochte knapp sein und nicht gerade abwechslungsreich. Sie würden kein leichtes Leben haben. Es bedeutete für die Juden, die der wahren Anbetung den ersten Platz einräumten, wirklich, allerhand auf sich zu nehmen.

      16 Es mag aber andererseits Juden gegeben haben, die zu sehr an Babylon hingen und die den eigentlichen Zweck der von Gott bewirkten Befreiung nicht erkannten. Ihre gute Beschäftigung und ihre bequeme Wohnung in der großen Stadt Babylon mag ihnen gefallen haben. Einige mögen so sehr daran gehangen haben, daß sie nicht bereit waren, sie aufzugeben und nach Jerusalem zurückzukehren. Sie waren an das Leben in Babylon vielleicht so gewöhnt, daß sie nicht daran dachten wegzuziehen. Sie mögen unter den Babyloniern auch einige gute Geschäftsfreunde gehabt haben. Oder vielleicht hatten sie ein gutgehendes Geschäft, dem sie viel Zeit gewidmet hatten und das sie nun nicht aufgeben wollten, um nach Jerusalem zurückzukehren, wo sie sozusagen wieder von vorn hätten anfangen müssen. Ja, die Aussichten mögen für jene Juden, die materielle Dinge höher einschätzten als das Vorrecht, bei der Wiederherstellung der wahren Anbetung in Jerusalem dabeizusein, nicht sehr günstig gewesen sein.

      17. (a) Wer stand dem treuen Überrest bei, der nach Juda und Jerusalem zurückkehrte? (b) Welche Segnungen und welches Vorrecht genossen diese treuen Juden?

      17 Denen aber, die es schätzten, daß Jehova sie aus Babylon befreit hatte, stand er bei. Esra berichtet: „Da erhoben sich die Häupter der Väter von Juda und von Benjamin und die Priester und die Leviten, ja ein jeder, dessen Geist der wahre Gott erweckt hatte, hinaufzuziehen und das Haus Jehovas wieder aufzubauen, das in Jerusalem war.“ (Esra 1:5) Ja, Jehova war mit den Treuen, die die von ihm bewirkte Befreiung aus Babylon und seine unverdiente Güte schätzten. Mit seiner Hilfe gelang es ihnen, die wahre Anbetung in Jerusalem wiederherzustellen, und das war in ihren Augen ein wunderbares Vorrecht. Sie freuten sich wirklich, als sie sahen, daß die wahre Anbetung wiederhergestellt war. In dem Bericht heißt es: „Was alles Volk betrifft, so jauchzten sie laut auf, indem sie Jehova wegen der Grundlegung des Hauses Jehovas priesen. Und viele von den Priestern und den Leviten und den Häuptern der Vaterhäuser, die alten Männer, die das frühere Haus gesehen hatten, weinten mit lauter Stimme, als die Grundlage dieses Hauses vor ihren Augen gelegt wurde, während viele andere die Stimme erhoben, indem sie vor Freude jauchzten.“ (Esra 3:11, 12) Alle dagegen, die ihre Wohnung in Babylon und ihre gute Beschäftigung dort mehr liebten als die Wiederherstellung der wahren Anbetung, ließen sich das wunderbare Vorrecht, bei der Wiederherstellung der wahren Anbetung in Jerusalem mitzuwirken, entgehen.

      18. Warum ist die Sache heute viel schwerwiegender? Welche Fragen werden aufgeworfen?

      18 Heute ist die Sache viel schwerwiegender. Heute geht es nicht nur darum, sich ein Dienstvorrecht entgehen zu lassen. Heute geht es um das LEBEN. Wenn Babylon die Große vernichtet wird, ist es zu spät, daraus hinauszugehen. Wer auf Babylon die Große und auf das ganze übrige alte System der Dinge vertraut, wird damit untergehen. Wir fragen deshalb: Wo stehst du? Glaubst du, du könnest deine weltliche Arbeit oder irgendwelche materiellen Dinge der wahren Anbetung voranstellen und dennoch Jehova dienen?

      19. Zeige, wie wir den Rat des Apostels Paulus in 2. Korinther 13:5 befolgen können, und was könnte sich dabei herausstellen?

      19 Es ist heute wirklich angebracht, den Rat des Apostels Paulus in 2. Korinther 13:5 zu beherzigen: „Prüft immer wieder, ob ihr im Glauben seid, bewährt euch immer wieder.“ Prüfe dein Arbeitsprogramm einmal ganz genau. Was läßt es in bezug auf deine Zeit erkennen? Verwendest du den größten Teil deiner Zeit auf deine weltliche Arbeit und auf die Sorge für materielle Dinge? Würde es dir schwerfallen, die materiellen Dinge, die du besitzt, unverzüglich aufzugeben, wenn Jehova es verlangte? Wenn du diese Fragen bejahen mußt, dann befindest du dich in einer sehr gefährlichen Lage. Es geht jetzt um dein Leben!

      20. (a) Welcher Rat Jesu ist in diesem Zusammenhang sehr zeitgemäß? (b) Was sollten wir daher jetzt tun?

      20 Es wäre bestimmt nicht gut, wenn wir jetzt unsere Gunststellung in Jehovas Organisation einbüßen würden. Niemand weiß genau, wann die „große Drangsal“ hereinbricht und dieses böse System der Dinge vernichtet wird. Wir müssen bereit sein! Jesus sagte: „Gebt aber auf euch selbst acht, damit euer Herz niemals durch zuviel Essen und zuviel Trinken und Sorgen des Lebens beschwert werde und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch komme wie eine Schlinge. Denn er wird über alle die kommen, die auf der ganzen Erdoberfläche wohnen. Bleibt also wach und fleht allezeit, damit es euch gelinge, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen.“ (Luk. 21:34-36) Wir sollten uns daher nun alle die Zeit nehmen, unseren Glauben zu prüfen, um festzustellen, ob er stark ist, und um zu sehen, ob wir geistig wach sind. Dann sollten wir, wenn nötig, unsere Denkweise ändern und beweisen, daß wir die von Jehova bewirkte Rettung und seine unverdiente Güte schätzen.

  • Die von Jehova bewirkte Befreiung schätzen
    Der Wachtturm 1972 | 15. August
    • Die von Jehova bewirkte Befreiung schätzen

      1. (a) Wovon hat Jehova seine Diener heute befreit? (b) Zu welchem Zweck befreite Jehova Israel im Jahre 537 v. u. Z.? Warum sind seine Diener in der heutigen Zeit befreit worden?

      BEFREIUNG! Freiheit! Ein wunderbarer Gedanke für jemand, der sich in Knechtschaft oder Sklaverei befindet. Wahre Christen freuen sich heute über ihre Befreiung, die Befreiung von der Knechtschaft Groß-Babylons und des ganzen übrigen alten Systems Satans, des Teufels. (2. Kor. 4:4) Diese Christen genießen echte geistige Freiheit, denn die Wahrheit aus Gottes Wort hat sie frei gemacht. (Joh. 8:32) Es ist etwas Wunderbares, die Freiheit von geistiger Knechtschaft zu genießen, die Jehovas Diener heute genießen. Wie können wir als loyale Diener Jehovas aber beweisen, daß wir diese von ihm bewirkte Befreiung wirklich schätzen? Wie können wir diese Freiheit bewahren? Nun, wir tun gut, uns zu erinnern, zu welchem Zweck damals das Volk Israel befreit wurde. Warum wurde es befreit? Um den Tempel Jehovas wieder aufzubauen und die wahre Anbetung in Jerusalem wiederherzustellen. Auch uns hat Jehova heute von Babylon der Großen befreit, damit wir die wahre Anbetung aufnehmen, seinen Namen preisen und bekanntmachen, indem wir den Dienst durchführen, den er uns übertragen hat. (Röm. 10:13-15) Es gibt in Verbindung mit der wahren Anbetung Jehovas und dem Dienst eines Christen einiges, was uns hilft, für die von Jehova bewirkte Befreiung echte Wertschätzung zu beweisen. Wir wollen uns die Zeit nehmen, uns damit etwas näher zu beschäftigen.

      DIE RECHTE GESINNUNG

      2. Welche Gesinnung hatte Paulus in Verbindung mit dem christlichen Predigtdienst?

      2 Der Apostel Paulus hatte in Verbindung mit dem christlichen Predigtdienst die rechte Gesinnung. Er hatte Freude daran und war stets bemüht, mit gutem Beispiel voranzugehen: „In keiner Weise geben wir irgendeine Ursache zum Straucheln, damit unser Dienst nicht bemängelt werde, sondern in jeder Weise empfehlen wir uns als Gottes Diener.“ (2. Kor. 6:3, 4) Paulus erwähnte dann einiges von dem, was er erduldet hatte, zum Beispiel Drangsale, Notlagen, Schwierigkeiten, Schläge, Gefängnisse, Unruhen, mühevolle Arbeiten, schlaflose Nächte und Mangel an Nahrung. Trotz alledem bewahrte Paulus eine gute Gesinnung. Wenn wir beweisen möchten, daß wir die von Jehova bewirkte Befreiung von Babylon der Großen wirklich schätzen, müssen wir eine gute Gesinnung haben.

      3. (a) Wie kann das Wort „Gesinnung“ erklärt werden? (b) In welcher Hinsicht sollten wir positiv und in welcher Hinsicht negativ eingestellt sein?

      3 Unter „Gesinnung“ versteht man unter anderem „die Haltung, die die Meinung oder Überzeugung eines Menschen verrät“, oder „die unveränderliche Einstellung, aufgrund der jemand einer Einzelperson, einer Gruppe, einer Sache, einer Situation oder Werten gegenüber positiv oder negativ handelt“. Das bedeutet also, daß deine Gesinnung in Wirklichkeit deine Meinung oder Überzeugung zu erkennen gibt. Da wir gerade bei der Überzeugung sind: Bist du wirklich überzeugt, daß du die Wahrheit hast? Bist du überzeugt, daß Babylon die Große gefallen ist? Bist du überzeugt, daß das alte System von Jehova zum Untergang verurteilt ist und es daher sinnlos ist, damit irgendeine Bindung einzugehen? Wenn du von alldem überzeugt bist, dann solltest du eine positive Einstellung zum neuen System der Dinge und zu Jehovas Organisation haben. Auch zu Jehovas Königreich solltest du positiv eingestellt sein. Diese Einstellung zeigt sich in unserer Handlungsweise und auch in unserer Ansicht über den christlichen Predigtdienst. Wir führen dann diesen Dienst so durch wie Paulus. Er schrieb darüber: „Die gute Botschaft, die wir predigen, erging nicht allein mit Worten an euch, sondern auch mit Kraft und mit heiligem Geist und starker Überzeugung, wie ihr ja wißt, was für Menschen wir um euretwillen für euch wurden.“ (1. Thess. 1:5) Wenn wir zu Gottes Königreich und zu Gottes neuem System eine positive Einstellung haben, dann müssen wir gegenüber der gegenwärtigen Welt und ihren materialistischen Lockungen negativ eingestellt sein.

      4. (a) Welche nachahmenswerte Gesinnung hatte Jesus? (b) Welcher passende Rat wird den Begüterten gegeben?

      4 Paulus empfiehlt uns, die Gesinnung nachzuahmen, die Christus hatte: „Möge nun der Gott, der Ausharren und Trost verleiht, euch gewähren, untereinander die gleiche Gesinnung zu haben, die Christus Jesus hatte.“ (Röm. 15:5) Jesus war Jehovas Königreich und dem Werke Jehovas gegenüber so positiv eingestellt, daß er sagte, es sei für ihn wie Speise, den Willen seines Vaters zu tun. (Joh. 4:34) Jesus war auch demütig gesinnt; er war voller Demut. Paulus empfiehlt uns, diese gute Gesinnung ebenfalls nachzuahmen und unsere Rettung „mit Furcht und Zittern“ zu bewirken. (Phil. 2:5, 12) Eine solche Gesinnung sollte den Begüterten helfen, ihr Vertrauen nicht auf ihren Reichtum zu setzen oder nicht zu denken, sie könnten, weil sie wohlhabend seien, die Diener in Jehovas Organisation beeinflussen. Im Gegenteil, diese Brüder werden demütig sein und die materiellen Dinge, die sie besitzen, zur Förderung der Königreichsinteressen verwenden. In 1. Timotheus 6:17-19 lesen wir den guten Rat, den Paulus denen gibt, die eine Fülle von materiellen Dingen besitzen mögen: „Gib denen, die reich sind im gegenwärtigen System der Dinge, Weisung, nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alle Dinge reichlich darbietet zum Genuß; Gutes zu wirken, reich zu sein an vortrefflichen Werken, freigebig zu sein, bereit zu teilen, indem sie für sich sichere Schätze sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft, damit sie das wirkliche Leben fest ergreifen.“ Die rechte Gesinnung wird uns allen helfen, nicht nur die Wichtigkeit des christlichen Predigtdienstes, sondern auch die Notwendigkeit zu erkennen, sich eng an Jehova Gott zu halten und sein neues System der Dinge und sein Königreich — nicht das alte System der Dinge — zu unterstützen.

      LIEBE

      5. Warum sollten wir Liebe zu Jehova, unserem Vater bekunden?

      5 Wir müssen ferner Liebe zu Jehova, unserem Gott, haben, um beweisen zu können, daß wir die von Jehova bewirkte Befreiung wirklich schätzen. Jehova hat zuerst seine Liebe zu uns bewiesen. Er hat seinen Sohn als Loskäufer gesandt, und darauf beruht eigentlich unsere Befreiung von Babylon der Großen und dem ganzen übrigen alten System der Dinge. Johannes schrieb deshalb: „Was uns betrifft, so lieben wir, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Joh. 4:19) Da Jehova also seine Liebe zu uns bewiesen hat, sollten wir nun auch unsere Liebe zu ihm beweisen. Hast du je bemerkt, wie ein kleiner Junge, der seinen Vater wirklich liebt, über ihn spricht? Er redet von den vielen guten Dingen, die sein Vater für ihn getan hat. Ja er möchte, daß jedermann weiß, was für einen guten Vater er hat. Er ist nicht lieblos und undankbar wie viele Kinder, die alles für selbstverständlich nehmen und immer noch mehr haben möchten.

      6. Was sollten wir tun, wenn wir Jehova lieben, und was bedeutet es, „Freimut der Rede“ zu haben?

      6 Johannes zeigt, daß wir als Christen, die ihren Vater lieben, Jehovas Gebote halten sollten. Wenn wir also Jehova, unseren Vater, wirklich lieben, kommen wir seinem Gebot, auf der ganzen Erde zu predigen und zu lehren nach. (Matth. 24:14; 28:19, 20) Wir reden dann von den guten Dingen, die Jehova für alle tun wird, die an ihn und an seinen Sohn glauben. „Denn darin besteht die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“ (1. Joh. 5:3) Ja, das stimmt! Es ist eine Freude, keine Last, seine Liebe zu Jehova zu beweisen, indem man von seinen guten Taten spricht und seinen Geboten gehorcht. Christen sollten freimütig über ihren himmlischen Vater, Jehova, sprechen. Paulus ermahnt uns, darauf bedacht zu sein, diesen Freimut der Rede zu bewahren. Er schreibt: „Werft daher euren Freimut der Rede, der eine große Belohnung mit sich bringt, nicht weg.“ (Hebr. 10:35) Wir können also beweisen, daß wir die von Jehova bewirkte Befreiung schätzen, indem wir freimütig über ihn und über die Segnungen sprechen, die er den Menschen verheißen hat, die ihn lieben und die an ihn und an seinen Sohn glauben.

      SICH VON SCHLECHTER GESELLSCHAFT ZURÜCKZIEHEN

      7. Warum sind Weltmenschen für Christen eine schlechte Gesellschaft?

      7 Auch dadurch, daß man sich von schlechter Gesellschaft zurückzieht, kann man beweisen, daß man die von Jehova bewirkte Befreiung wirklich schätzt. Menschen, die zu diesem alten System der Dinge gehören, sind für Christen ein schlechter Umgang. Sie lieben Jehova nicht, sonst würden sie ihm auch dienen. Wir stellen fest, daß die meisten dieser Leute geldliebend sind, ja daß sie alles lieben, was ihnen dieses alte System an materiellen Dingen bieten kann. Viele von ihnen haben auch Gefallen an unsittlichen Handlungen und anderen schlechten Dingen. Sie sind keineswegs an Jehova und an den Grundsätzen seines neuen Systems interessiert. Einige Diener Jehovas haben vielleicht solche Freunde. Sie mögen die Freundschaft mit diesen Weltmenschen aus geschäftlichen Gründen aufrechterhalten, aber das ist sehr gefährlich.

      8. Was könnte mit einem Christen geschehen, der den Rat in 1. Korinther 15:33 nicht beachtet?

      8 Warum sollte ein christlicher Zeuge Jehovas nicht mit Menschen befreundet sein, die Jehova nicht lieben? Weil er bald auch so denken würde wie sie und beginnen würde, materielle Dinge den geistigen Interessen voranzustellen Wir können die Wahrhaftigkeit der Worte des Apostels Paulus in 1. Korinther 15:33 nicht bestreiten: „Laßt euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten.“ Wenn wir aus geschäftlichen Gründen mit Weltmenschen befreundet sind, wird dieser weltliche Umgang unsere für den christlichen Dienst nützlichen Gewohnheiten bestimmt mit der Zeit verderben. Gute Gewohnheiten, wie das persönliche Studium und der Besuch der Zusammenkünfte, werden in Vergessenheit geraten. Auch der Rat des Apostels Paulus in 2. Korinther 6:14 ist sehr passend: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?“ Wenn wir die Befreiung, die Jehova für uns bewirkt hat, wirklich schätzen, dann werden wir uns auf keine Weise in ein Joch mit Ungläubigen spannen lassen — weder durch einen Ehepartner noch durch sogenannte Geschäftsfreunde. Wir müssen uns jetzt — bevor es zu spät ist — von schlechter Gesellschaft zurückziehen! Wenn wir dies tun, dann können wir aus der von Jehova bewirkten Befreiung und der durch sie hervorgerufenen geistigen Freiheit den vollen Nutzen ziehen.

      AN JEHOVA GLAUBEN

      9. Warum ist es unvernünftig, auf seinen materiellen Besitz zu vertrauen?

      9 Wir können ferner dadurch, daß wir an Jehova glauben und auf ihn vertrauen, beweisen, daß wir unsere Befreiung schätzen. Die Unterstützer des alten Systems glauben nicht an Jehova; sie vertrauen daher auf ihren materiellen Besitz. Vertraust auch du auf deinen materiellen Besitz? Bist du ständig um die Beschaffung materieller Dinge besorgt und, wenn du sie hast, darum, sie zu behalten? Wenn ja, was erhoffst du dir von diesen Dingen? Es ist gut, sich stets an die Worte aus Psalm 49:6, 7 zu erinnern: „Die da auf ihre Mittel des Unterhalts vertrauen und die sich fortwährend der Fülle ihres Reichtums rühmen: Nicht einer von ihnen kann irgendwie selbst einen Bruder erlösen noch Gott ein Lösegeld für ihn geben.“ Und im Vers 10 lesen wir noch: „Und sie müssen anderen ihre Mittel des Unterhalts hinterlassen.“

      10. (a) Was verheißt Jehova denen, die die Königreichsinteressen allem voranstellen? (b) Wie erfüllte Jehova diese Verheißung in der Vergangenheit?

      10 Christen müssen nicht nur glauben, daß Gott existiert, sondern sie müssen auch glauben, daß er alle, die den Königreichsinteressen den ersten Platz in ihrem Leben einräumen, jederzeit mit dem Nötigen versorgen wird. Wir wissen, daß Jehova dies tun wird, weil Jesus es gesagt hat. Nach Matthäus, Kapitel 6 sprach Jesus davon, daß Gott sich um die Pflanzen und die Vögel kümmere, und sagte dann: „Wird er nicht vielmehr euch kleiden, ihr Kleingläubigen?“ Sein Rat lautete deshalb: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: ,Was sollen wir essen?‘ oder: ,Was sollen wir trinken?‘ oder: ,Was sollen wir anziehen?‘, denn all diesen Dingen streben die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all diese Dinge benötigt. So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und Seine Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ (Matth. 6:30-33) Vergiß diese Verheißung Jehovas nicht. Beweise deinen Glauben; vertraue auf Jehova. Er läßt seine Diener nie im Stich. Er versorgt uns mit dem Nötigen, wenn wir die Königreichsinteressen allem voranstellen. Jehova segnete seine treuen Diener der alten Zeit, indem er sie mit dem Nötigen versorgte. Die Israeliten, die im Jahre 537 v. u. Z. aus Babylon befreit wurden und nach Jerusalem zurückkehrten, litten keinen Mangel, denn Jehova versorgte sie mit genügend Nahrung, mit Kleidung und Obdach. Esra berichtet: „Was alle rings um sie her betraf, sie stärkten ihre Hände mit Geräten aus Silber, mit Gold, mit Habe und mit Haustieren und mit erlesenen Dingen, außer all dem, was freiwillig gegeben wurde.“ (Esra 1:6) Jehova hat verheißen, seine Diener mit dem Nötigen zu versorgen, SOFERN sie der wahren Anbetung und den Königreichsinteressen den ersten Platz in ihrem Leben einräumen. Beweise deshalb Wertschätzung für die von Jehova bewirkte Befreiung, indem du an ihn glaubst und dich darauf verläßt, daß er dich mit den nötigen materiellen Dingen versorgt, wenn du die Königreichsinteressen allem voranstellst.

      GEISTIGE DINGE SCHÄTZEN

      11. Wieso wissen wir, daß Jesus geistige Dinge schätzte?

      11 Es ist auch ratsam, geistige Dinge schätzenzulernen. Das setzt voraus, daß wir die rechte Gesinnung haben und an Jehova glauben. Wir wissen, daß Jesus geistige Dinge schätzte. Er sagte, der Mensch lebe nicht von Brot allein, sondern „von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht“. (Matth. 4:4) Was uns Jehova durch sein Wort sagt, ist also wichtig, und wir sollten es schätzen.

      12. Wie sind Weltmenschen und wie wahre Christen zu geistigen Dingen eingestellt, und welcher Rat ist in diesem Zusammenhang angebracht?

      12 Personen, die zu diesem alten System gehören, haben für geistige Werte wenig übrig. Paulus bestätigt dies mit den Worten: „Ein physischer Mensch aber nimmt die Dinge des Geistes Gottes nicht an, denn sie sind ihm Torheit; und er vermag sie nicht zu erkennen, weil sie geistig beurteilt werden.“ (1. Kor. 2:14) Aus dem nächsten Vers (Vers 15) geht jedoch hervor, daß Christen geistig gesinnt sein und geistige Dinge lieben sollten, denn Paulus sagt: „Der Geistesmensch dagegen beurteilt in der Tat alle Dinge.“ Wenn wir uns auf die geistigen Werte des Lebens konzentrieren, bewahren wir uns davor, der Liebe zu materiellen Dingen oder der Vergnügungssucht zum Opfer zu fallen. In diesem Zusammenhang sind folgende Worte des Psalmisten sehr angebracht: „Neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht Gewinnen zu.“ — Ps. 119:136.

      13. Was verraten wir durch unsere Gespräche, und was wird uns empfohlen?

      13 Oft verraten wir schon durch unsere Gespräche, was wir wirklich lieben: materielle Dinge oder geistige Werte. Hast du auch schon bemerkt, daß Christen, die als Pioniere im Vollzeitpredigtdienst stehen, und viele andere, die einen echten Pioniergeist haben, gern über das sprechen, was sie in den wöchentlichen Zusammenkünften der Versammlung aus Jehovas Wort hinzugelernt haben? Oft hört man sie auch Erfahrungen aus dem Predigtdienst austauschen oder über die Fortschritte der Neuen in der Versammlung sprechen. Sie gehen im Dienste Jehovas völlig auf. Sie lieben diesen Dienst, und sie lieben geistige Dinge; man hört sie selten über materielle Güter oder über Vergnügungen sprechen. Diese christlichen Brüder und Schwestern geben ein vortreffliches Beispiel in bezug auf Wertschätzung für die richtigen Dinge. Es ist daher gut, geistige Werte immer mehr schätzenzulernen und über die Freuden des Dienstes und über das Gute zu sprechen, das wir aus Gottes Wort lernen, denn das wird uns bestimmt helfen zu beweisen, daß wir die von Jehova bewirkte Befreiung und die von ihm kommende Freiheit schätzen. — Ps. 34:1.

      NACH DIENSTVORRECHTEN STREBEN

      14. (a) Wie können wir beweisen, daß wir den Worten in 1. Johannes 2:16, 17 glauben? (b) Was sollten Christen tun, um in geistiger Hinsicht Fortschritte zu machen?

      14 Schließlich wird uns empfohlen, nach Dienstvorrechten in Jehovas Organisation zu streben, nicht nach einer Beförderung in Satans Organisation. Glauben wir den Worten des Johannes in 1. Johannes 2:16, 17 wirklich: „Überdies, die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde.“? Wenn wir das wirklich glauben, warum dann noch eine Beförderung in einer vergehenden Welt anstreben? Wir würden dadurch zu erkennen geben, daß wir das alte System mehr lieben als Jehovas neues System der Dinge. Johannes fügt indes noch hinzu: „Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar.“ Wieviel besser ist es somit, den Willen Jehovas zu tun, nach Dienstvorrechten in seiner Organisation zu streben, das neue System der Dinge zu fördern und unseren Dienst auszudehnen. Wir alle sollten als Christen Fortschritte machen; wir sollten uns jedes Jahr vernünftige Ziele setzen und uns bemühen, sie zu erreichen. Paulus sagt: „Auf jeden Fall laßt uns in dem Maße, wie wir Fortschritte gemacht haben, weiterhin nach derselben festen Ordnung wandeln.“ (Phil. 3:16) Wir sollten also nie nachlassen oder gar aufhören, als Christen Fortschritte zu machen.

      15. Nach welchen Vorrechten können wir heute streben, und welches ist die beste Arbeit, die wir verrichten können?

      15 Das Werk Jehovas dehnt sich heute sehr schnell aus. Tausende geben sich Jehova hin und kommen in seine Organisation. Allein im vergangenen Jahr ließen sich 149 808 Personen taufen. Welch gewaltige Menge in einem einzigen Jahr! Es werden immer noch Missionare ausgesandt, und es werden weitere Diener, weitere Sonderpioniere und weitere allgemeine Pioniere benötigt. Ja allen, die nach diesen Dienstvorrechten streben, werden schon diesseits von Harmagedon wunderbare Vorrechte und Segnungen zuteil, und nach Harmagedon werden sie in Jehovas neuem System der Dinge erst recht reich gesegnet werden. Paulus sagte, daß jemand, der danach strebe, ein Aufseher zu werden, vortreffliche Arbeit begehre. (1. Tim. 3:1) Abgesehen von dieser Aufsehertätigkeit, gibt es viele andere wichtige Aufgaben, die zu erfüllen sind. Es gibt im Dienste Jehovas viel Arbeit, Arbeit, die Freude bereitet. Paulus sagte: „Darum, meine geliebten Brüder, werdet standhaft, unbeweglich, und seid allezeit reichlich beschäftigt im Werke des Herrn, indem ihr wißt, daß eure mühevolle Arbeit in Verbindung mit dem Herrn nicht vergeblich ist.“ (1. Kor. 15:58) Ja, Arbeit für das gegenwärtige alte System der Dinge ist vergeblich, denn es ist im Begriff zu vergehen. Warum also noch für seinen Fortbestand arbeiten? Wir könnten unversehens zusammen mit ihm vernichtet werden. Wieviel besser ist es, in Verbindung mit dem Herrn Arbeit zu verrichten, die nicht vergeblich ist. Dadurch, daß wir eifrig für den Herrn arbeiten und nach Dienstvorrechten in Jehovas Organisation streben, können wir besonders gut beweisen, daß wir die von Jehova bewirkte Befreiung schätzen. — 1. Tim. 3:13.

      16, 17. (a) Welches gute Beispiel gab uns der treue jüdische Überrest, der im Jahre 537 v. u. Z. Babylon verließ? (b) Warum ist es für Christen jetzt dringend notwendig, dieses Beispiel nachzuahmen?

      16 Denke stets an das gute Beispiel des treuen jüdischen Überrestes, der vor vielen Jahren Babylon verließ und nach Jerusalem zurückkehrte, um den Tempel wieder aufzubauen. Jene Juden schätzten ihre Befreiung aus Babylon. Sie hatten eine gute Gesinnung. Sie liebten Jehova und seine Anbetung, und sie wollten beim Wiederaufbau des Tempels und bei der Wiederherstellung der wahren Anbetung dabeisein. Sie hingen nicht so sehr an ihrer Wohnung und an ihrer beruflichen Tätigkeit in Babylon, daß sie nicht darauf hätten verzichten können. Sie waren bereit, dies alles aufzugeben und nach Jerusalem zu gehen, und sie hatten das volle Vertrauen, daß Jehova sie segnen und beschützen würde. Sie freuten sich, Babylon mit seinem Materialismus zu verlassen, um an dem kostbaren Vorrecht teilzuhaben, die wahre Anbetung wiederherzustellen. — Esra 3:11, 12.

      17 Wir werden daher ermuntert, dieses gute Beispiel der Liebe zu Jehova und zur wahren Anbetung nachzuahmen, indem wir uns nicht zu sehr an unsere berufliche Tätigkeit, unsere Wohnung und andere materielle Güter hängen und uns nicht allzusehr mit den Dingen abgeben, die dieses alte System noch für wenige Jahre zu bieten hat. Es ist eine ernste Angelegenheit! Für Personen, die sich von der Sucht nach materiellen Genüssen anstecken lassen, läuft die Zeit ab. Denen, die weiterhin auf Babylon die Große und auf das ganze übrige alte System vertrauen, bleibt nicht mehr viel Zeit, die Warnung zu beherzigen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.“ (Offb. 18:4) Ja, die Worte des Apostels Paulus: „Seht! Jetzt ist die besonders annehmbare Zeit. Seht! Jetzt ist der Tag der Rettung“ sind heute noch weit wichtiger als damals. — 2. Kor. 6:2.

      18. Zeige zusammenfassend, wie wir beweisen können, daß wir die von Jehova bewirkte Befreiung und seine unverdiente Güte schätzen.

      18 Beweise, daß du den Zweck der von Jehova bewirkten Befreiung nicht verfehlst. Bekunde Jehovas neuem System der Dinge gegenüber stets die rechte Gesinnung. (Matth. 6:33) Sei zu Jehovas Königreich und zu seinem gerechten neuen System positiv eingestellt. Zeige durch die Tat — besonders durch die regelmäßige Beteiligung am christlichen Predigtdienst —, daß du Jehova von Herzen liebst und seine Segnungen schätzt. (1. Petr. 1:13) Ziehe dich von schlechter Gesellschaft, von Personen, die materielle Dinge und das gegenwärtige alte System mehr lieben als Jehova, zurück. (2. Tim. 3:5) Glaube an Jehova Gott; vertraue darauf, daß er dich mit dem Nötigen versorgt, wenn du den Königreichsinteressen in deinem Leben den ersten Platz einräumst. (1. Tim. 6:6-8) Unterstütze deinen Glauben durch Werke. (Jak. 2:26) Lerne die geistigen Werte immer mehr schätzen, und stelle sie den materiellen Werten in deinem Leben voran. (2. Petr. 1:5-8) Strebe nach größeren Vorrechten in der Organisation Jehovas, nicht nach einer Beförderung in Satans Organisation. Es ist wirklich etwas Wunderbares, in unserer Zeit zu leben, Jehova, unseren Gott, zu kennen, ihm zu dienen und die wahre Anbetung zu fördern. Mögen wir alle den Rat des Apostels Paulus verstehen und befolgen: „Wir [bitten] euch auch inständig nicht die unverdiente Güte Gottes anzunehmen und ihren Zweck zu verfehlen.“ — 2. Kor. 6:1.

  • Gottes Geduld nicht ungebührend auf die Probe stellen
    Der Wachtturm 1972 | 15. August
    • Gottes Geduld nicht ungebührend auf die Probe stellen

      DER Apostel Petrus sagt uns, was wir Personen erwidern können, die so leben möchten, wie es ihnen gefällt, ohne Rücksicht auf göttliche Einschränkungen. Da sie nicht glauben, daß Gott die Welt für ihre Werke zur Rechenschaft ziehen wird, sagen sie: „Wo ist diese seine verheißene Gegenwart [Jehovas „Tag“]? Ja, von dem Tage an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an.“ Sie sagen dem Sinne nach: „Gott ist tot.“

      Petrus sagt von solchen Menschen: „Ihrem Wunsche gemäß entgeht diese Tatsache ihrer Kenntnis, daß es von alters her Himmel gab und eine Erde, die kompakt herausstand aus dem Wasser und inmitten des Wassers [über das Meer ragendes trockenes Land und ein riesiges Wasserdampfdach in der Erdatmosphäre] durch das Wort Gottes; und durch diese Dinge wurde die damalige Welt vernichtet, als sie mit Wasser überflutet wurde.“

      Dann wendet der Apostel diese Veranschaulichung auf eine bevorstehende Vernichtung des gegenwärtigen Systems der Dinge an und erwähnt den Grund für die anscheinende Verzögerung, wenn er sagt: „Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen.“ — 2. Petr. 3:3-10.

      WANN GOTTES GEDULD ZU ENDE IST

      Wie lange ist es her, daß Gott an einer Nation oder einem Volk sein Urteil vollstreckte? Es sind jetzt, im Jahre 1972, 1 902 Jahre her. So viele Jahre sind vergangen, seitdem Jerusalem im Jahre 70 u. Z. zerstört wurde. Welche Geduld! Hüten wir uns aber davor, diese gute Eigenschaft Gottes zu mißbrauchen, denn wenn es offenbar wird, daß eine Person oder gar eine ganze Nation sich

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