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Komm zu dem Fest eines freien Volkes!Der Wachtturm 1969 | 15. März
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sondern für immer auf einer paradiesischen Erde zu leben, auf der „Gerechtigkeit wohnen“ wird und weder der Tod noch Trauer, noch Geschrei noch Schmerz mehr sein wird. (Offb. 7:9; 2. Petr. 3:13; Offb. 21:4) Obwohl sie selbst an den Symbolen nicht teilnahmen, wurden sie durch das, was sie bei dieser Gelegenheit hörten und beobachteten, reich gesegnet. Das wird auch in diesem Jahr wieder der Fall sein.
Bestimmt könntest du dich am Abend des 1. April 1969 an keinem besseren Ort aufhalten als an einer Versammlungsstätte des Volkes Jehovas, wo den Anweisungen Jesu gemäß das Abendmahl gefeiert wird. Was du bei dieser Gelegenheit hören und sehen wirst, wird dich veranlassen, das, was Jesus Christus für dich getan hat, noch mehr zu schätzen. Auch wird es dir helfen, ein Glied des freien Volkes Gottes zu sein.
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„Eure Befreiung naht“Der Wachtturm 1969 | 15. März
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„Eure Befreiung naht“
„Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht.“ — Luk. 21:28.
1—7. (a) Was würden Schlagzeilen, aus denen hervorginge, daß der Vatikan zerstört wurde, für viele Angehörige der Christenheit bedeuten? (b) Was würden Schlagzeilen über die Zerstörung der beiden bekanntesten Heiligtümer des Islams für die Moslems bedeuten?
STELL dir vor, du würdest in der Zeitung folgende Schlagzeilen lesen:
2 „Der Vatikan zerstört! Der riesige Krater, der durch die Explosion der Atombombe entstand, zeigt keine Spur des angeblichen Grabes und der Gebeine des heiligen Petrus!“
3 Wären solche Schlagzeilen in der Weltpresse für die katholische, ja sogar für die ganze übrige Christenheit nicht vielsagend? Wäre ein solches Ereignis für sie nicht ein Zeichen für das Ende einer langen Epoche und den Anbruch einer Zeit großer Ungewißheit? Ganz bestimmt!
4 Oder nehmen wir an, du würdest folgendes lesen: „Mekka durch Luftangriff zerstört! Die Moschee mit dem heiligen Schwarzen Stein durch die Explosion dem Erdboden gleichgemacht!“
5 Wären solche Schlagzeilen in der Weltpresse für die islamische Welt nicht vielsagend? Wäre es für sie nicht ein Zeichen für das Ende einer bestimmten Ära und den Anbruch einer Zeit völliger Hoffnungslosigkeit? Angenommen, dazu käme noch folgende Meldung:
6 „Der Felsendom, die zweitheiligste Moschee der Moslems, in die Luft gesprengt! Der heilige Felsen des Propheten Mohammed zerstört!“
7 Müßte diese Schlagzeile die Moslems in ihrer Annahme, daß für sie eine Ära geendet und eine Zeit großer religiöser Ungewißheit begonnen hat, nicht bestärken? Ganz bestimmt!
8. (a) Von welcher Bedeutung war die Zerstörung Jerusalems und seines Tempels im Jahre 70 u. Z. für die Gläubigen, die sich dort jeweils zur Anbetung versammelten? (b) Was läßt vermuten, daß es dies für jene Gläubigen bedeutete?
8 Touristen, die Rom besuchen, können zwischen dem Forum Romanum und dem Kolosseum den Titusbogen sehen, der mit einem Relief geschmückt ist, das an die Zerstörung einer weltbekannten Stadt und ihres Heiligtums im Jahre 70 u. Z. erinnert. Es handelt sich dabei um die Stadt Jerusalem und ihren Tempel, der von König Herodes dem Großen, dem vom römischen Senat über die Provinz Judäa eingesetzten Herrscher, erbaut wurde. War die Zerstörung jener berühmten Stadt und ihres Tempels für die Millionen Gläubigen, die sich dort jeweils zur Anbetung versammelten, von Bedeutung? Endete für sie damals eine bestimmte Epoche ihres nationalen und religiösen Lebens? Jawohl. Die Weltgeschichte bestätigt dies. Ob die vier Männer, die siebenunddreißig Jahre zuvor die Vorhersage über diese Zerstörung hörten, wohl ahnten, daß es für ihr Volk oder ihre Nation so etwas bedeuten würde? Offenbar. Die Frage, die sie dem Propheten stellten, nachdem er diese erstaunliche Vorhersage gemacht hatte, läßt dies erkennen.
9. Inwiefern wird das Ende eines wichtigen Zeitabschnitts der Menschheitsgeschichte ähnlich gekennzeichnet sein, und was muß daher unbedingt geschehen?
9 Durch ein nicht minder aufsehenerregendes Ereignis wie die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. wird auch das herannahende Ende eines wichtigen Zeitabschnitts der Menschheitsgeschichte gekennzeichnet sein. Eine Befreiung oder Rettung ist demnach sehr dringend. Millionen und aber Millionen Angehörige der Christenheit werden von diesem bevorstehenden Ereignis betroffen werden, das einem noch weit größeren Ereignis vorausgeht, von dem die ganze Menschheit betroffen werden wird. Aus dieser Weltkatastrophe müssen wir gerettet werden!
10. Warum ist eine Befreiung möglich, und was bedeutet sie für die Befreiten?
10 Damit rechnet die Welt nicht, sonst würde sie, wie es vernünftigerweise zu erwarten wäre, in dieser Richtung etwas tun. Du, lieber Leser, kannst aber etwas tun, sofern du diese Rettung oder Befreiung, die aufgrund einer untrüglichen Verheißung aus höchster und maßgebendster Quelle möglich ist, wirklich erleben möchtest. Die größte Weltkatastrophe der ganzen Menschheitsgeschichte kommt auf uns zu, aber auch die Befreiung derer, die eine Befreiung herbeisehnen und die die richtigen, die vorgeschriebenen Schritte unternehmen, um diese Befreiung zu erleben. Von Jahr zu Jahr häufen sich um uns herum die Zeichen, die erkennen lassen, daß Befreiung naht! Durch diese Befreiung werden die Befreiten unter eine Weltregierung kommen, die jeder menschlichen Weltregierung überlegen ist und durch die die Menschen nicht ins Verderben geführt, sondern gesegnet werden.
11. Warum sollte niemand daran zweifeln, daß wir dem Ende einer Epoche entgegengehen, und besteht die Hoffnung, daß der Mensch danach eine bessere Ordnung herbeiführen wird?
11 Welcher aufmerksame Beobachter wollte heute noch daran zweifeln, daß wir uns dem Ende einer Epoche nähern? Das gegenwärtige Zeitalter der Gewalt, in das die Menschenwelt durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 plötzlich hineingeraten ist, wird unweigerlich mit einer gewaltigen Katastrophe enden, es sei denn, sie werde von einer übernatürlichen Macht aufgehalten. Die vergeblichen Versuche einzelner und ganzer Nationen, selbst zu regieren, werden schließlich zu weltweiter Enttäuschung und Ratlosigkeit sowie zu einem Chaos führen, aus dem die Menschheit von sich aus nicht mehr herausfinden wird. Der Wandel, der sich auf allen Interessengebieten des Menschen — in der Politik, im Bildungswesen, auf dem Gebiet der Moral, im gesellschaftlichen Leben, in der Rassenfrage und in der Religion — vollzieht, wirkt, psychologischen Gesetzen folgend, zerstörend auf das menschliche Empfinden für wahre Werte und verzerrt die Vorbilder, nach denen man sich früher gerichtet hat. Kein menschlicher Maßstab gilt mehr etwas oder wird noch beachtet. Das Tempo, mit dem sich die Dinge heute entwickeln, nimmt ständig zu und beschleunigt das herannahende Ende des gegenwärtigen Zeitabschnitts und seiner Merkmale. Was nun? Besteht Grund zur Hoffnung, daß der Mensch imstande ist, ein Wunder zu wirken und aus den Trümmern seiner ausgebrannten alten Ordnung eine neue, bessere Ordnung erstehen zu lassen? Nein!
12. (a) Woher muß diese Befreiung kommen? (b) Wer wies auf diese Macht hin, und was bewirkte dies bei seinen Zuhörern?
12 So ungern man es in religionsfeindlichen Kreisen auch hören mag, ist es doch so, daß die Hilfe von einer übermenschlichen Macht, von einer dem Menschen freundlich gesinnten himmlischen Macht, nicht von einer teuflischen, kommen muß. Sie muß von der Macht kommen, auf die der große Prophet hinwies, als er mit vieren seiner Nachfolger über eine Befreiung sprach, während sie zusammen auf dem Ölberg saßen, von wo aus sie Jerusalem und dessen Tempel überblicken konnten. Der Prophet hatte in Jerusalem seine Feinde, die darauf aus waren, ihn zu töten. Auch heute hat er seine Feinde. Jeder unserer Leser kann aufgrund seiner Reaktion auf die Erwähnung des Namens Jesu Christi selbst entscheiden, ob er ein Feind dieses Propheten ist oder nicht! Seine vier Nachfolger oder Freunde, die seine ermutigenden Worte über eine Befreiung hörten, waren vier Fischer aus der römischen Provinz Galiläa, Petrus und dessen Bruder Andreas, Jakobus und dessen Bruder Johannes. Warum war ihnen der Gedanke an eine Befreiung willkommen? Warum sprachen sie mit dem Propheten über das Ende einer Epoche, über den „Abschluß des Systems der Dinge“? Drei zuverlässige Geschichtsschreiber beantworten uns diese Fragen und liefern uns dadurch viel Stoff zum Nachdenken.
13, 14. (a) Warum befanden sich Jesus und seine vier Nachfolger damals in jener Gegend? (b) Was sagte Jesus zu den Bewunderern des herodianischen Tempels über dieses Gebäude?
13 Es war drei Tage vor dem Fest, das im Frühjahr zur Erinnerung an die Befreiung der Nation aus der Bedrückung der Pharaonen Ägyptens, der damaligen Weltmacht (1513 v. u. Z.), gefeiert wurde. Hunderttausende strömten nach Jerusalem, der Stadt, die inzwischen auch für die Araber und die ganze islamische Welt eine heilige Stadt geworden ist. Der Prophet Jesus und seine vier Jünger, die Fischer, befanden sich ebenfalls unter jenen Pilgern. Am Dienstag, dem 11. Tag des Frühlingsmondmonats Nisan, begaben sich daher Jesus und seine Jünger in den Tempel, den König Herodes der Große an der Stelle gebaut hatte, wo heute der Felsendom, eine Moschee, steht. Der Tempel war von einer solchen Pracht, daß einige der Jünger sich veranlaßt fühlten, auf die kostbaren Steine, mit denen er geschmückt war, hinzuweisen. Man hätte denken können, dieser prächtige Tempel würde zur Ehre des Gottes, der darin angebetet wurde, noch jahrhundertelang stehen. Die Geschichte beweist aber, daß Jesus ein wahrer Prophet war, als er zu den Bewunderern jenes Tempels sagte:
14 „Seht ihr nicht alle diese Dinge? Wahrlich ich sage euch: Bestimmt wird hier nicht ein Stein auf dem anderen gelassen, der nicht niedergerissen werden wird.“ — Der Bericht des Matthäus, Kapitel 24, die Verse 1-3.
15. (a) Von welcher früher geäußerten Prophezeiung war diese Prophezeiung eine logische Folge? (b) Was gehörte zu den in dieser früheren Prophezeiung erwähnten Steinen?
15 Diese schwerwiegende Prophezeiung war eine logische Folge der furchterregenden prophetischen Worte, die Jesus zwei Tage vorher geäußert hatte. Als er, auf einem Esel reitend, inmitten einer jubelnden Volksmenge den Ölberg hinabzog und sich Jerusalem näherte, hielt er inne, weinte über die Stadt und sagte: „Wenn du, ja du, an diesem Tage die Dinge erkannt hättest, die zu deinem Frieden dienen — doch nun sind sie vor deinen Augen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde eine Befestigung aus Spitzpfählen um dich bauen und werden dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen, und sie werden dich und deine Kinder in deiner Mitte zu Boden schmettern, und sie werden in dir keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Besichtigung nicht erkannt hast.“ (Luk. 19:41-44) Die Worte: „Sie werden in dir keinen Stein auf dem anderen lassen“, schlossen auch die Tempelsteine ein. Es gelang dem römischen Feldherrn Titus, der diese furchtbare Prophezeiung erfüllte, nicht, den heiligen herodianischen Tempel zu verschonen. Die prophetischen Worte Jesu mußten sich erfüllen.
16. Aufgrund welches früheren Ereignisses in Verbindung mit Jerusalem konnten sich jene Jünger denken, daß die bevorstehende Zerstörung der Stadt das Ende eines Zeitabschnittes bedeutete?
16 Eine vollständige Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem und ihres Tempels! Was konnte das für jene vier Jünger Jesu anderes bedeuten als das Ende eines Zeitabschnittes in der Geschichte ihrer Nation? Jerusalem und sein Tempel sollten demnach zum zweiten Mal von heidnischen Heeren zerstört werden. Die Jünger erinnerten sich an die erste Zerstörung Jerusalems und seines Tempels durch die babylonischen Heere unter König Nebukadnezar (607 v. u. Z.), und sie wußten, daß ihre Nation seither nicht mehr ein unabhängiges theokratisches Königreich unter einem Herrscher aus dem Haus des Königs David, des Sohnes Isais aus Bethlehem, war. Siebzig Jahre blieb die Stadt Jerusalem danach verödet, und unter diesen Umständen hatte für sie eine Zeit begonnen, in der sie von den heidnischen, nichtjüdischen Nationen niedergetreten wurde. Ein gottesfürchtiger Überrest der Nation war zwar am Ende der siebzig Jahre aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt und hatte das Land Juda wieder in Besitz genommen, aber das Königreich unter einem königlichen Nachkommen Davids war nicht wiederhergestellt worden. Nur ein Statthalter, Serubbabel, war von Persien, der neuen Weltmacht, eingesetzt worden, um das Land Juda zu verwalten. Das Königreich Davids, dessen Thron in Jerusalem gestanden hatte, wurde weiterhin von den Heiden niedergetreten.
17. (a) Warum wurde das Niedertreten des davidischen Königreiches durch das makkabäische Königreich nicht unterbrochen? (b) Was bedeutete die Verkündigung der Botschaft: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht“, für viele demütige Bewohner jenes Landes?
17 Im 2. Jahrhundert v. u. Z. erlangte die Nation zwar eine gewisse Unabhängigkeit von den Heiden und gründete ein Königreich. Dessen Herrscher waren aber Makkabäer. Diese makkabäischen Könige waren aus dem Stamm Levi, nicht aus dem Stamm Juda und auch nicht aus dem königlichen Haus Davids. Im Jahre 63 v. u. Z. endete dieses makkabäisch-levitische Königreich, als die Römer unter dem Feldherrn Pompejus die Herrschaft über das Land übernahmen. Daher sehnte nun das unterdrückte Volk von Judäa die Befreiung von der römischen Weltmacht herbei. Die Botschaft: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht“, die Johannes der Täufer und nach ihm auch Jesus verkündigte, war deshalb für viele demütige Galiläer und Judäer eine willkommene Botschaft. (Matth. 3:1-4; 4:12-17) Viele dieser unterdrückten Menschen dachten, das bedeute für sie Befreiung vom römischen Joch und die Wiederherstellung des theokratischen Königreiches in Jerusalem, unter einem rechtmäßigen Erben des Königs David. — Apg. 1:6.
DIE ZEITEN DER NATIONEN MUSSTEN BIS ZU IHREM ENDE ANDAUERN
18, 19. (a) Was meinte Jesus mit der Botschaft: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht“, und was meinte er damit nicht? (b) Was sagte deshalb Jesus zu den Leuten über ihr „Haus“?
18 Jesus verhieß jedoch nicht die Befreiung vom römischen Joch. Im Gegenteil, er sagte voraus, daß die römische Weltmacht den Untergang der Nation herbeiführen und daß Jerusalem mit seinem davidischen Königtum weiterhin von heidnischen Weltmächten niedergetreten werde. Da Jesus als Angehöriger des königlichen Hauses Davids in die Menschheitsfamilie geboren wurde, war er der rechtmäßige Erbe des theokratischen Königreiches Davids, und da er sich als der mit Gottes Geist Gesalbte inmitten des unterdrückten Volkes aufhielt, hatte sich das „Königreich der Himmel“, das „Königreich Gottes“, genaht. (Luk. 17:20, 21) Jesus wollte damit nicht sagen, daß das himmlische Königreich Gottes, das die ganze Menschheit von bedrückenden Weltmächten befreien wird, gekommen sei. Nein, die Zeiten der Nationen, in denen die Rechte des Königreiches Gottes in den Händen eines Nachkommen des Königs David niedergetreten würden, sollten bis zu ihrem bestimmten Ende andauern. Jerusalem und sein heiliges, der Gottesanbetung gewidmetes Haus sollten nicht verschont bleiben. Darum sagte Jesus zum Volk:
19 „Seht, euer Haus wird euch verödet überlassen. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von nun an auf keinen Fall mehr sehen, bis ihr sagt: ‚Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt!‘“ — Matth. 23:37-39.
20. (a) Wann wurden die aus Psalm 118:26 angeführten Worte auf Jesus angewandt? (b) Wann und von wem sollten diese Worte wiederum gebraucht werden?
20 Zwei Tage vorher hatte die jubelnde Volksmenge, die Jesus bei seinem königlichen Einzug in Jerusalem begleitet hatte, diese prophetischen Worte aus Psalm 118:26 ausgerufen. Jerusalems geistige Führer dachten aber nicht wie das Volk; sie glaubten nicht, daß Jesus der vorhergesagte „Gesegnete“ sei, der im Namen Jehovas kommen sollte. (Matth. 21:1-9; Mark. 11:1-11; Luk. 19:28-40; Joh. 12:12-19) Kein Wunder, daß Jesus sich ihnen nicht mehr im Fleische als der rechtmäßig gesalbte Erbe des Königreiches Davids in Jerusalem zeigen wollte! Er würde weggehen, und sie würden ihn nie mehr im Fleische sehen. Doch der Tag würde kommen, da er in sein Königreich kommen und auf dem Thron zur Rechten Jehovas Gottes sitzen würde. Dann würden alle, die anhand der Beweise erkennen würden, daß er in sein Königreich gekommen und auf seinem Thron gegenwärtig wäre, ihn mit den Augen des Glaubens sehen. Sie würden erkennen, daß es nun an der Zeit wäre zu sagen: „Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt!“ (Ps. 110:1-6; Apg. 2:34-36) Sie würden ihn „gesegnet“ nennen, weil sein Kommen in sein Königreich für sie Befreiung von ihren Feinden bedeuten würde.
21. Zu welcher Frage veranlaßten jene prophetischen Worte Jesu nach dem Bericht des Matthäus seine vier Jünger?
21 Als die vier Fischer-Jünger Jesu Worte über sein Wiederkommen im Namen Jehovas und später seine Prophezeiung über das Niederreißen des Tempels in Jerusalem hörten, fragten sie ihn: „Sage uns: Wann werden diese Dinge geschehen, und was wird das Zeichen deiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sein?“ — Matth. 23:38 bis 24:3.
22, 23. Was meinten die Jünger mit dem Ausdruck „diese Dinge“, und wieso wird dies durch die Antwort Jesu bestätigt?
22 Mit dem Ausdruck „diese Dinge“ meinten die Jünger zweifellos auch die vorhergesagte Zerstörung der Stadt Jerusalem, die sie vom Ölberg aus, wo sie saßen, überblicken konnten. Im Verlauf der Prophezeiung, die Jesus dann äußerte, um ihre Frage zu beantworten, sprach er unmißverständlich von der Zerstörung Jerusalems durch die römischen Legionen, die nur siebenunddreißig Jahre danach, im Jahre 70 u. Z., erfolgte. (Matth. 24:15-20) Der Arzt Lukas, der in seinem Bericht über die Prophezeiung Jesu im einzelnen auf die Zerstörung Jerusalems eingeht (Luk. 21:20-24), schreibt:
23 „Wenn ihr ferner die Stadt Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann erkennt, daß ihre Verwüstung nahe gekommen ist. Dann sollen jene, die in Judäa sind, in die Berge zu fliehen beginnen, und die in ihrer Mitte sind, sollen hinausgehen, und jene, die sich an Orten auf dem Lande befinden, sollen nicht in sie hineingehen; denn das sind Tage, in denen nach dem Recht verfahren wird, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. Wehe den schwangeren Frauen und denen, die ein Kleinkind stillen in jenen Tagen! Denn dann wird große Not im Lande sein und Zorn über diesem Volk; und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen und als Gefangene zu allen Nationen geführt werden; und Jerusalem wird von den Nationen niedergetreten werden, bis die bestimmten Zeiten der Nationen erfüllt sind.“
24, 25. (a) Warum konnten die Judenchristen in Jerusalem und Judäa der Prophezeiung entsprechend handeln, bevor sie sich erfüllte? (b) Was taten sie, und was bedeutete dies für sie?
24 Die Jünger Lukas, Matthäus und Markus hatten ihre Berichte über die Prophezeiung Jesu schon vor der Erfüllung dieser Prophezeiung im Jahre 70 u. Z. und vor der Auflehnung der Juden im Jahre 66 u. Z., die zur zweiten Zerstörung Jerusalems führte, niedergeschrieben. Diese inspirierten Aufzeichnungen waren also vorhanden, und die Judenchristen in Jerusalem und Judäa konnten sie einsehen und entsprechend handeln, als der römische Feldherr Cestius Gallus, der den Aufstand niederschlagen wollte, die Belagerung Jerusalems plötzlich abbrach und mit seinem Heer den Rückzug antrat, nachdem er die Stadt umzingelt und die heiligen Bezirke belagert hatte.a
25 Bevor die Römer unter Titus, ihrem neuen Feldherrn, zurückkehren konnten, flohen die treuen Judenchristen aus der zum Untergang verurteilten Stadt Jerusalem und der Provinz Judäa. Die meisten suchten in der Provinz Peräa am Ostufer des Jordan Zuflucht. Wegen ihres Gehorsams blieben sie am Leben, als später die römischen Heere Jerusalem zerstörten und dann durch die Provinz Judäa zogen und die Städte verwüsteten, die Juden zu Zehntausenden hinmordeten und mindestens 97 000 Überlebende in die Gefangenschaft oder in die Sklaverei führten.
26. Welche furchtbaren Folgen hatte die Vergeltung oder das Verfahren nach göttlichem Recht in jenen Tagen?
26 Im Jahre 73 u. Z., nach der Einnahme der Festung Masada, die etwa in der Mitte des Westufers des Toten Meeres lag, befand sich die ganze Provinz Judäa in den Händen der Römer und war von den Rebellen gesäubert. Während der fünfmonatigen Belagerung Jerusalems — vom 14. Nisan bis zum 6. Elul (6. September, Gregorianischer Kalender), dem Tag, da Titus die Stadt einnahm — kamen nach einer Schätzung des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus 1 100 000 Juden ums Leben. Wenn die Tage der ersten Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier im Jahre 607 v. u. Z. Tage der göttlichen Vergeltung waren, dann waren es die Tage seiner zweiten Zerstörung bestimmt nicht weniger. Es waren Tage, in denen vom Himmel her „nach Recht verfahren“ wurde, wie Jesus es drei Tage bevor er außerhalb der Mauern dieser mit Blutschuld beladenen Stadt ermordet wurde, vorhergesagt hatte.
27. Welche Frage erhebt sich nun in Verbindung mit der Erfüllung der Prophezeiung Jesu?
27 Diese Ereignisse bedeuteten für das damalige jüdische System der Dinge, für sein Land, seine Hauptstadt und seinen Tempel das Ende oder den Abschluß. (1. Kor. 10:11; Hebr. 9:26-28) Wies Jesus durch seine Prophezeiung, die in Matthäus 24:3 bis 25:46; Markus 13:3-37 und Lukas 21:7-36 aufgezeichnet ist, aber nur auf die Zerstörung Jerusalems und Judäas hin, oder lenkte er damit die Aufmerksamkeit noch auf ein anderes Ereignis, das noch in ferner Zukunft lag?
28. Kam die Befreiung durch Gottes Königreich, als sich die Prophezeiung Jesu an der buchstäblichen Stadt Jerusalem und der buchstäblichen Provinz Judäa erfüllte?
28 Nun, berechtigten die Zerstörung Jerusalems und seines Tempels im Jahre 70 u. Z. und die vollständige Unterwerfung Judäas im Jahre 73 u. Z. die überlebenden Judenchristen zu der Annahme, daß das Königreich Gottes gekommen sei? Nein! Sahen sie durch Glauben Jesus in seinem messianischen Königreich, und sagten sie: „Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt!“? Nein! War die verheißene „Befreiung“ gekommen, vor allem die Befreiung von der römischen Weltmacht, die Jerusalem und Judäa verwüstet hatte? Nein! Die meisten Christen wohnten damals immer noch in Gebieten, die zum Römischen Reich gehörten, wenn es auch einige außerhalb gab, in Parthia, Indien, Scythia, Äthiopien usw. Über zweihundert Jahre nach der jüdischen Katastrophe der Jahre 70 bis 73 u. Z., ja sogar noch nach den Tagen des Kaisers Konstantin wurden die Christen im Römischen Reich grausam verfolgt.
29. (a) Wann hatten die Nationen begonnen, Jerusalem niederzutreten? (b) Was sagte Jesus daher in Verbindung damit voraus, um zu zeigen, daß seine Prophezeiung sich auf eine Zeit nach dem Jahre 70 u. Z. bezog?
29 Das Römische Reich war die vierte heidnische Weltmacht, die Jerusalems Königreich unter dem königlichen Erben des Königs David niedertrat. Die erste war Babylon gewesen, die zweite Medo-Persien, die dritte Griechenland (Mazedonien) und die vierte war nun das Römische Reich. Die römische Provinz Judäa war so völlig verödet, daß der römische Kaiser Vespasian Landstücke an Heiden verkaufte. Folglich mußten sich die Worte, die Jesus im Jahre 33 u. Z. auf dem Ölberg gesprochen hatte, auf etwas beziehen, was sich lange nach der Zerstörung Jerusalems und seines Tempels, im Jahre 70 u. Z., ereignen sollte, denn in Verbindung mit seiner Vorhersage über die Belagerung und die Einnahme der Stadt hatte Jesus auch noch gesagt: „Und Jerusalem wird von den [Heiden-]Nationen niedergetreten werden, bis die bestimmten Zeiten der [Heiden-]Nationen erfüllt sind.“ (Luk. 21:24) Selbst nachdem das Römische Reich seine Macht über den Nahen Osten eingebüßt hatte, wurde das Land, über das König David und seine königlichen Nachfolger geherrscht hatten, weiterhin von nichtjüdischen politischen Mächten beherrscht. Das messianische Königreich unter einem rechtmäßigen Erben des Königs David konnte nicht zur Macht kommen, bevor die erwähnten „bestimmten Zeiten der [Heiden-]Nationen“ zu der von Gott im voraus festgelegten Zeit endeten.
„GROSSE DRANGSAL“
30, 31. Was deutete Jesus durch seine Beschreibung der „großen Drangsal“ an, die er erwähnte, nachdem er von der Belagerung und der Einnahme Jerusalems gesprochen hatte?
30 Die Belagerung und Zerstörung Jerusalems und die Unterwerfung der ganzen Provinz Judäa durch die römischen Legionen war für das jüdische Volk bestimmt eine Zeit „großer Drangsal“. Sie stand aber zweifellos in keinem Vergleich zu der Drangsal, von der Jesus im weiteren Verlauf seiner Prophezeiung über das „Zeichen“ seiner Gegenwart und des „Abschlusses des Systems der Dinge“ sprach. Obwohl er die „große Drangsal“ unmittelbar nach seiner Beschreibung der Belagerung der damaligen Stadt Jerusalem vorhersagte, scheinen seine Worte anzudeuten, daß er damit etwas weit Größeres meinte als die Zerstörung Jerusalems, etwas Ähnliches, aber etwas, was später kommen sollte. Nach dem Bericht des Matthäus über diese Prophezeiung sagte Jesus: „Denn dann wird große Drangsal herrschen, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt noch keine gegeben hat, nein, noch je wieder geben wird. Tatsächlich, wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.“ — Matth. 24:21, 22.
31 Gemäß dem Bericht des Johannes Markus lauteten die prophetischen Worte Jesu folgendermaßen: „Denn jene Tage werden Tage einer Drangsal sein, wie es seit Anfang der Schöpfung, die Gott schuf, bis zu dieser Zeit keine gegeben hat und nicht wieder geben wird. In der Tat, wenn Jehova die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Fleisch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage verkürzt.“ — Mark. 13:19, 20.
32. Welche Fragen können im Hinblick auf das, was Jesus in Verbindung mit der „großen Drangsal“ sagte, mit Recht gestellt werden?
32 Im weiteren Verlauf seiner Prophezeiung sprach Jesus von Noah und der Sintflut. Wir fragen daher: War die Zerstörung Jerusalems durch die römischen Heere im Jahre 70 u. Z. eine größere Drangsal als die Sintflut, die 1 656 Jahre nach der Erschaffung des Menschen über die Erde hereinbrach? War die Zerstörung Jerusalems, wenn man von der Flut der Tage Noahs absieht, die schlimmste Drangsal seit dem Anfang der Schöpfung, das heißt seit Gottes Erschaffung des Menschen? Hat sich in den 1 898 Jahren seit der Zerstörung Jerusalems keine Katastrophe mehr ereignet, die so groß oder noch größer gewesen wäre? Hat es seit den Jahren 70—73 u. Z. keine „große Drangsal“ mehr gegeben, die sich mit der Katastrophe vergleichen ließe, die damals über die Juden kam, oder die noch weit schlimmer gewesen wäre? Was ist vom Ersten und vom Zweiten Weltkrieg (1914—1918 und 1939—1945) zu sagen, in denen unzählige Menschen den Tod fanden und viele Städte zerstört wurden? Die Verwüstung von Jerusalem und Judäa war nur eine Kleinigkeit im Vergleich zu diesen weltweiten Auseinandersetzungen. Hatte sich Jesus also bei der Berechnung des Ausmaßes der Katastrophe, die in den Jahren 70—73 u. Z. über die Juden kam, geirrt? Das wäre unvorstellbar. Wie sollen wir also seine Worte verstehen?
33, 34. Welche weiteren Teile der Prophezeiung zeigen, daß Jesus nicht übertrieb, als er von der Verwüstung Jerusalems und Judäas sprach?
33 Jesus übertrieb nicht, als er über das Ausmaß der Verwüstung Jerusalems und Judäas sprach. Er wußte voraus, daß die Zeiten der Nationen, in denen die Rechte des davidischen Königreiches niedergetreten würden, nach der Zerstörung Jerusalems weiter andauern würden, und er sagte dies auch voraus. Er verglich die Tage seiner Wiederkunft und Gegenwart mit den Tagen Noahs, in denen durch die Flut die ganze Menschheit, außer Noah und seinen Angehörigen in der Arche, vernichtet wurde. Dadurch gab er zu verstehen, daß er von etwas weit Schlimmerem sprach als von der Zerstörung Jerusalems. Auch sprach er davon, daß sich „alle Stämme der Erde“, nicht nur die zwölf Stämme Israels, wehklagend schlagen würden wegen der Dinge, die sie kommen sehen würden. (Matth. 24:30) All das erwähnte er in ein und derselben Prophezeiung über das „Zeichen“ seiner Gegenwart und des „Abschlusses des Systems der Dinge“.
34 In der Offenbarung, die Jesus sechsundzwanzig Jahre nach der Zerstörung Jerusalems seinem Apostel Johannes gab, sprach er überdies davon, daß die Könige „der ganzen bewohnten Erde ... zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, in Harmagedon versammelt würden, und beschrieb danach die gewaltige Vernichtung, die dieser Krieg von Harmagedon mit sich bringen sollte. (Offb. 16:13-16; 19:11-21) Aus diesem Grund kann nicht gesagt werden, Jesu Worte seien übertrieben gewesen.
35. In welchem Sinn sprach Jesus demnach von Jerusalem?
35 Jesus gebrauchte die Zerstörung Jerusalems in diesem Zusammenhang offensichtlich als eine prophetische Veranschaulichung. Er sprach davon nicht nur in buchstäblichem Sinn, sondern benutzte sie auch als ein Vorbild von etwas weit Größerem. Er dachte an ein größeres untreues und zum Untergang verurteiltes Jerusalem und sagte in Wirklichkeit die Zerstörung dieses größeren untreuen Jerusalem voraus und die Weltkatastrophe, die durch diese Zerstörung eingeleitet wird. Seine Prophezeiung bezog sich auf das gegenbildliche Jerusalem und die gegenbildliche Provinz Judäa, auf die Christenheit, zu der nach den neusten Statistiken in der ganzen Welt nahezu eine Milliarde Menschen gehören.
36. Warum kann gesagt werden, die Christenheit sei die gegenbildliche untreue Stadt Jerusalem und die gegenbildliche untreue Provinz Judäa?
36 Die Christenheit behauptet, mit Gott in dem neuen Bund zu stehen, dessen Schließung durch die Mittlerschaft Jesu Christi möglich geworden ist. Sie behauptet, das geistige Zion oder Jerusalem zu sein, an dem sich Gottes Verheißungen erfüllen würden. Der Papst im Vatikan wird als der Vikar oder Stellvertreter des himmlischen Jesus Christus, des „Löwen aus dem Stamme Juda“, verehrt. (Offb. 5:5, HSK) Die Entstehung der Christenheit wurde von Jesus in seinem Gleichnis vom Weizen und Unkraut angedeutet, und in diesem Gleichnis sagte er auch die Vernichtung der mit Unkraut vergleichbaren Christen der Christenheit, der gegenbildlichen untreuen Stadt Jerusalem und der gegenbildlichen untreuen Provinz Judäa, voraus. — Matth. 13:24-30, 36-43.
DIE WELTBEDRÄNGNIS SEIT DEM ENDE DER ZEITEN DER NATIONEN
37. Was zeigt, daß sich diese Prophezeiung Jesu auf die Christenheit bezieht und daß sie sich in unserer Zeit erfüllt und sich noch weiter erfüllen wird?
37 Wenn wir die prophetischen Worte Jesu in Matthäus 24:21, 22 und in Markus 13:19, 20 von diesem Standpunkt aus betrachten, sehen wir, daß sie sich heute, in den letzten Tagen der Christenheit, des Gegenbildes der untreuen Stadt Jerusalem und der untreuen Provinz Judäa, erfüllen. Seine Prophezeiung über die Dinge, die mit Sicherheit geschehen sollten, begann sich im Jahre 1914 u. Z. zu erfüllen, sie erfüllt sich heute noch und wird sich auch noch weiter erfüllen. Wieso? Weil Jesus sagte: „Und Jerusalem wird von den Nationen niedergetreten werden, bis die bestimmten Zeiten der Nationen erfüllt sind“, und dann noch weitere Dinge erwähnte. (Luk. 21:24) Wir brauchen an dieser Stelle nicht nochmals den Beweis zu erbringen, daß „die bestimmten Zeiten der Nationen“ etwa am 1. Oktober 1914 endeten. Die Geschichte beweist es!
38, 39. (a) Seit welchem Jahr haben sich die vorangehenden Worte der Prophezeiung Jesu besonders an der Christenheit erfüllt? (b) Was bedeutete der „Anfang der Bedrängniswehen“ für die Christenheit?
38 Seit dem gekennzeichneten Jahr 1914 haben sich an der Christenheit und an der übrigen Menschenwelt die Worte erfüllt, die Jesus ziemlich am Anfang seiner Prophezeiung äußerte, nämlich: „Nation wird sich gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es wird große Erdbeben geben und an einem Ort nach dem anderen Seuchen und Lebensmittelknappheiten; auch wird es furchteinflößende Anblicke und große Zeichen vom Himmel her geben.“ — Luk. 21:10, 11.
39 Der parallellaufende Bericht des Matthäus lautet: „Denn Nation wird sich gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich, und es wird Lebensmittelknappheiten und Erdbeben an einem Ort nach dem anderen geben. Alle diese Dinge sind ein Anfang der Bedrängniswehen.“ (Matth. 24:7, 8) Als sich in den Jahren 1914 bis 1918 Nation gegen Nation und Königreich gegen Königreich erhob, waren unter den achtundzwanzig beteiligten Nationen vierundzwanzig, die zur Christenheit, das heißt zur gegenbildlichen untreuen Stadt Jerusalem und zur gegenbildlichen untreuen Provinz Judäa, gehörten. Der Erste Weltkrieg und die darauffolgende Nahrungsmittelknappheit sowie die Seuchen und Erdbeben waren besonders für die Christenheit unweigerlich ein „Anfang der Bedrängniswehen“. Diese „Bedrängniswehen“, die ebenso ernst zu nehmen waren wie die Geburtswehen einer Schwangeren, bedeuteten nicht, daß die Christenheit im Begriff war, eine neue christliche Ordnung, eine zum Christentum bekehrte Welt, hervorzubringen, sondern sie bedeuteten, daß ihr schmerzlicher Tod kurz bevorstand. Den wahren Christen dagegen stand die Befreiung kurz bevor!
[Fußnote]
a Über den ersten Angriff, den Cestius Gallus im Jahre 66 u. Z. auf Jerusalem unternahm, berichtet Josephus in seinem Werk Geschichte des jüdischen Krieges (Zweites Buch, 19. Kapitel) am ausführlichsten. In Absatz 1 lesen wir, daß Cestius Gallus zur Zeit des Laubhüttenfestes (15. bis 21. Ethanim [oder Tischri]), das in jenem Jahr etwa vom 22. bis 28. Oktober (Gregorianischer Kalender) gefeiert wurde, gegen Jerusalem vorrückte und „fünfzig Stadien“ von der Stadt entfernt sein Lager aufschlug. Die Juden griffen die Römer an und fügten ihnen einige Verluste zu; dann, so berichtet Josephus weiter, sei Cestius Gallus, nachdem er „drei Tage lang“ nichts unternommen habe, mit seinem Heer nach Jerusalem hinaufgezogen und habe es am 30. Tischri (etwa der 7. November) in die Stadt hineingeführt. (Abs. 4) In Absatz 5 lesen wir dann, daß die Römer die Tempelmauer fünf Tage lang angriffen und sie dann am sechsten Tag zu untergraben begannen. Ohne jeden Grund trat Cestius Gallus dann den Rückzug an, und die Juden jagten ihm nach. (Abs. 6, 7) Nach dem Interpreter’s Dictionary of the Bible (Bd. 2, S. 866) kam Vespasian zu Beginn des Jahres 67 u. Z. nach Palästina und versuchte zunächst, den übrigen Teil des Landes unter seine Herrschaft zu bringen. Im Jahre 69 u. Z. wurde er Kaiser und übertrug seinem Sohn Titus die Fortführung des Krieges gegen Jerusalem.
[Bild auf Seite 169]
Christen fliehen vor der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. in die Sicherheit.
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Wieso wir wissen, daß sie nahtDer Wachtturm 1969 | 15. März
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Wieso wir wissen, daß sie naht
1. Was prophezeite Jesus in Verbindung mit ‘furchteinflößenden Anblicken und großen Zeichen vom Himmel her’ unmittelbar nachdem er davon gesprochen hatte, daß Jerusalem von den Nationen niedergetreten werde, bis deren bestimmte Zeiten abgelaufen wären?
WIE Lukas berichtet, sagte Jesus „furchteinflößende Anblicke und große Zeichen vom Himmel her“ voraus. (Luk. 21:11) Nach dem aufschlußreichen Hinweis auf die Zerstörung der Stadt Jerusalem und darauf, daß sie von den Nationen niedergetreten werde, bis die „bestimmten Zeiten“ erfüllt seien, heißt es im Bericht des Lukas dann weiter: „Auch wird es Zeichen an Sonne und Mond und Sternen geben und auf der Erde Angst und Bangen unter den Nationen, die wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Sohn des Menschen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit kommen sehen.“ — Luk. 21:25-27.
2, 3. In welchem Maße sind die „Kräfte der Himmel“ mit dem Aufkommen des Flugzeuges erschüttert worden?
2 Sind diese vorhergesagten Dinge nicht bereits weitgehend — wenn auch noch nicht alle in vollem Umfang — eingetreten? Sind die „Kräfte der Himmel“ nicht bereits in dem Maße erschüttert worden, daß es sich auf Sonne, Mond und Sterne ausgewirkt hat?
3 Bis zum 20. Jahrhundert war der Himmel das Reich der Vögel und anderer fliegender Geschöpfe. Höchstens hier und da ließen Menschen einen Drachen, einen Ballon oder ein lenkbares Luftschiff aufsteigen. Vor über dreizehntausend Jahren, am fünften Schöpfungstag, erschuf Gott die Wassertiere und die fliegenden Geschöpfe, die „an der Vorderseite der Ausdehnung der Himmel über der Erde fliegen“ sollten. (1. Mose 1:20-23, NW) Doch mit dem ersten Motorflug am 17. Dezember 1903 hat der Mensch begonnen, in das Reich der lebenden fliegenden Geschöpfe einzudringen, und nun ist er sogar in den Weltraum vorgestoßen. Das Flugzeug ist verbessert worden, und im Ersten Weltkrieg wurde es eingesetzt, um bestimmte Ziele von der Luft aus zu beschießen oder zu bombardieren. Seither fallen nicht mehr nur Regen, Schnee und Hagel vom Himmel herab. Durch den Aufschwung, den der Luftverkehr in Kriegs- und Friedenszeiten erfahren hat, ist das Gleichgewicht der natürlichen Umgebung des Menschen erheblich gestört worden.
4. Wie ist man mit Raketen bis zum Himmel vorgedrungen?
4 Während des Ersten Weltkrieges beschossen die Deutschen durch Ferngeschütze Paris aus fünfzig Kilometer Entfernung. Danach arbeiteten besonders die Deutschen an der Entwicklung der Raketenwaffen. Man setzte Raketen ein, um London und andere englische Städte vom europäischen Kontinent aus über den Ärmelkanal zu beschießen. Flugzeuge führten Bombenangriffe durch. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden zum erstenmal Atombomben von einer ungeheuren Sprengkraft eingesetzt und über Japan zur Detonation gebracht. Kurz danach wurde die noch weit schlimmere Wasserstoffbombe erfunden. Nach und nach entwickelte eine Nation nach der anderen solche Bomben, so daß es heute fünf Kernwaffenstaaten gibt. Die ersten Atombomben wurden von schnellen Flugzeugen abgeworfen; heute verwendet man jedoch Raketen als Träger von Kernbomben. Die Menschheit schaudert heute bei dem Gedanken an die ballistischen Interkontinentalraketen, die mit blitzartiger Geschwindigkeit in größter Höhe über die früher schützenden Weltmeere auf feindliche Ziele zujagen. Der Mensch versucht, die Blitzschläge des Himmels zu übertreffen.
„ANGST UND BANGEN UNTER DEN NATIONEN“
5. Welche Berichte über Sternschnuppenschwärme und Verfinsterungen von Sonne, Mond und Sternen liegen aus den letzten Jahrhunderten vor, die mit den „Zeichen an Sonne und Mond und Sternen“ in Verbindung gebracht werden könnten?
5 Was ist mit den prophetischen Worten gemeint „Zeichen an Sonne und Mond und Sternen ... auf der Erde Angst und Bangen unter den Nationen, die wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“? (Luk. 21:25, 26) Ist damit etwas anderes gemeint als das, was am 19. Mai 1780 geschah, als die Sonne sich verfinsterte? Diese Erscheinung verursachte damals eine nachtähnliche Finsternis, die sich über ein Gebiet von mehr als 850 000 Quadratkilometern Neuenglands und der Vereinigten Staaten erstreckte und der in der darauffolgenden Nacht eine Mondfinsternis folgte, bei der sich auch die Sterne verfinsterten. In der Nacht vom 12. zum 13. November 1833 gingen über Nordamerika Millionen und aber Millionen von Sternschnuppen nieder, die ein Gebiet von fast 28 500 000 Quadratkilometern bedeckten. Diese Himmelserscheinung war so eindrucksvoll, daß sie die Aufmerksamkeit vieler Wissenschaftler auf sich zog. Vor noch nicht allzu langer Zeit, am 17. November 1966, drang über dem Südwesten der Vereinigten Staaten (von Texas bis Arizona) ein gewaltiger Sternschnuppenschwall in die oberen Luftschichten ein.
6. (a) Würden solche Himmelserscheinungen in unserem Jahrhundert noch jemand in Furcht versetzen und zu dem Glauben veranlassen, das Ende der Welt stehe bevor? (b) Wie sind außer den erwähnten noch andere Erscheinungen entdeckt worden?
6 In unserem wissenschaftlich fortgeschrittenen 20. Jahrhundert würde wegen einer solchen merkwürdigen Himmelserscheinung zwar niemand mehr erschrecken und denken, das „Ende der Welt“ stehe bevor. Die Astronomie hat aber mit Hilfe des Fernrohrs und des Radioteleskops in Verbindung mit Sonne, Mond und Sternen immer neue Phänomene entdeckt und festgestellt, daß diese die Erde und ihre Bewohner beeinflussen.
7. Welche wissenschaftlichen Forschungsergebnisse haben uns neue Kenntnisse über Sonne, Mond und Sterne vermittelt?
7 Heute weiß man, daß mit den riesigen Fackeln, die die sogenannten Sonnenflecken hervorrufen, Ströme elektrisch geladener Atomteilchen ausgespien werden, die nicht nur zu Störungen im Kurzwellenbereich und in Magnetfeldern führen, sondern die auch die Menschen ungewöhnlich stark beeinflussen. Eine neue Sonnenfleckenperiode soll 1970 ihren Höhepunkt erreichen. Die Erde wird beständig von kosmischen Strahlen bombardiert. Große Strahlungsgürtel, die aus elektrisch geladenen Teilchen bestehen, umgeben die Erde und bilden für Astronauten, die sich in den Weltraum begeben, eine Gefahr. Man hat riesige Quasare, eine Quelle von Radiowellen, entdeckt, und Radioteleskope empfangen Signale von unsichtbaren Himmelskörpern. Von Raketen abgestoßene Kapseln haben eine weiche Landung von Radarkameras auf dem Mond ermöglicht, die Nahaufnahmen von der Mondoberfläche zur Erde übermittelten. Die wissenschaftlichen Programme in Verbindung mit der Landung von Menschen auf dem Mond veranlassen zu der Befürchtung, daß der Mond zu einem militärischen Stützpunkt zur Beherrschung der Erde gemacht wird.
8. Warum haben „Angst und Bangen unter den Nationen“ seit 1914 u. Z. zugenommen, und was bildet heute eine besondere Gefahr?
8 Diese durch die Erfindungen der heutigen Wissenschaft an Sonne, Mond und Sternen hervorgerufenen „Zeichen“ erhöhen „Angst und Bangen unter den Nationen“. Die Nationen sehen sich seit 1914 u. Z. immer zahlreicheren innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten gegenüber. Angst und Bangen nehmen unter ihnen zu, weil sie „weder aus noch ein wissen“ und weil sie keine Möglichkeit sehen, die Probleme selbst zu lösen. Dem ist so „wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung ..., während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Natürlich gab es in der Vergangenheit Seebeben, die seismische Wellen hervorriefen, welche sich über den Ozean fortpflanzten und ganze Städte überfluteten, viele Opfer an Menschenleben forderten und große Schäden anrichteten. Die Meere und Ozeane werden aber noch aus einem anderen Grund zu einer immer größeren Gefahr. Im Ersten Weltkrieg begann man mit dem U-Boot-Krieg, und das Torpedoboot war eine der wirksamsten Vernichtungswaffen, die damals angewandt wurden. Im Zweiten Weltkrieg legten besonders die Deutschen großes Gewicht auf den U-Boot-Krieg.
9. Wie wird das Tosen des Meeres durch die Großmächte noch verstärkt?
9 Die großen Nationen wollen sich künftig noch mehr auf den Seekrieg verlegen. Sowjetrußland, der kommunistische Riese, verstärkt seine Handels- und U-Boot-Flotte. Die Vereinigten Staaten werden immer wieder daran erinnert, daß die Kommunisten das demokratische Amerika zu „begraben“ drohen, und man spricht öffentlich davon, daß man befürchtet, die Kommunisten könnten ihre militärische Überlegenheit zur See benutzen, um Amerika im Meer zu „begraben“. Man hat U-Boote mit Atomreaktoren ausgerüstet und ihnen dadurch ermöglicht, um die ganze Welt zu fahren, ohne aufzutauchen. U-Boote werden mit Langstreckenraketen bestückt, die mit Atomsprengköpfen versehen sind und aus großer Entfernung vom Meer her Tod und Verderben über ein Ziel auf dem Festland bringen können. Auch andere Kriegsschiffe werden mit Raketen ausgerüstet. Man kann wirklich sagen, daß das Meer tost und daß es aufgewühlt wird durch diese Piraten der salzigen Tiefe. Die Furcht vor diesem Tosen des Meeres veranlaßte den ehemaligen amerikanischen Präsidenten L. B. Johnson im Juli 1968, die Weltabrüstungskonferenz der Achtzehn bei der Wiedereröffnung ihrer Sitzungen in Genf aufzufordern, sich damit zu befassen, wie die Verwendung des Meeresbodens als Versteck für Kernwaffen verhindert werden könnte, ja wie die „Stationierung von Massenvernichtungswaffen auf dem Meeresboden“ unterbunden werden könnte. — New York Times vom 26. Juli 1968.
10, 11. Warum werden die Menschen ohnmächtig, wie Jesus es vorhergesagt hat?
10 Gleichzeitig sieht man, wie die Ratlosigkeit unter den Politikern und unter den Finanz- und Wirtschaftsexperten sowie auf sozialem und religiösem Gebiet immer mehr zunimmt. In ihrer Verzweiflung werden diese Menschen vor Furcht, aber auch vor Erwartung der Dinge, die nach ihren Berechnungen über die Erde kommen müssen, ohnmächtig. Für das Jahr 1975 wird eine Welthungersnot vorhergesagt. Die Organisation der Vereinten Nationen ist dringend aufgefordert worden, zu verhindern, daß außer den heutigen fünf Atommächten auch andere Nationen in den Besitz von Kernwaffen gelangen. Der Vorsprung, den Amerika mit seinem Raketenarsenal gegenüber Rußland hat, wird immer geringer; Rußland wird die Vereinigten Staaten bald einholen. Es wird immer wieder davor gewarnt, den Weltraum zu Kriegszwecken zu gebrauchen.a
11 Ferner muß die Verwendung von Herbiziden (chemischen Mitteln zur Abtötung von Pflanzen) in Gebieten, die als feindliche Verstecke dienen, auf ihre weitreichenden Auswirkungen auf die Umgebung des Menschen erforscht werden. Industrie und Düsenflugzeuge stören das Gleichgewicht der natürlichen Umgebung des Menschen in verhängnisvollem Ausmaß. Darum war ein Artikel, der über dieses Thema in einer Zeitschrift erschien, überschrieben: „Kann die Welt noch gerettet werden?“ (New York Times Magazine, 31. März 1968) Bildet die Bevölkerungsexplosion eine unmittelbare Gefahr für das Leben auf unserer Erde? Diese Befürchtungen sind tatsächlich berechtigt!
12. Wann wird jedoch der große Höhepunkt dieser Dinge kommen, und wie?
12 Der große Höhepunkt kommt aber zu der von Gott, nicht zu der von einem Menschen bestimmten Zeit, wie das die nächsten Worte der Prophezeiung Jesu erkennen lassen: „Und dann werden sie den Sohn des Menschen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit kommen sehen.“ (Luk. 21:27) Damit ist gemeint, daß er kommen wird, um Babylon die Große, das Weltreich der falschen Religion, zu vernichten und den „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, zu führen. (Offb. 16:13-16) Da er im Geiste, also unsichtbar kommt, ist es, als käme er „in einer Wolke“ verborgen. Die Nationen werden aber erkennen, daß es der vorhergesagte „Sohn des Menschen“ ist, weil er übermenschliche Macht ausüben wird. Die Christenheit wird an seiner „großen Herrlichkeit“ nicht teilhaben, sondern wird trotz ihrer scheinheiligen Gebete zu Gott vernichtet werden. Auch die ehemaligen politischen Liebhaber Groß-Babylons werden daran keinen Anteil haben, denn diese herrschenden politischen Elemente werden aus dem Dasein ausgelöscht werden, weil sie gegen den rechtmäßigen König der Erde, den verherrlichten Herrn Jesus Christus, kämpfen. Sie werden sehen, besser gesagt, erkennen, daß ihre Vernichtung von einer übermenschlichen Macht kommt.
ERMUNTERUNG UND WARNUNG
13. Wie sollten wir den Worten Jesu gemäß eingestellt sein, während die Nationen von Angst und Furcht ergriffen sind?
13 Und wir heute? Was bedeutet dies alles für uns? Sollten wir uns wie die Nationen dadurch in „Angst und Bangen“ versetzen lassen? Sollten wir deswegen ebenfalls weder aus noch ein wissen, und sollten wir wie sie ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der bevorstehenden Dinge? Keineswegs. Nachdem Jesus Christus all diese Dinge erwähnt hatte, sagte er zu seinen Jüngern noch: „Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht.“ (Luk. 21:28) Wenn wir also treue, Gott hingegebene und getaufte Nachfolger des großen Propheten Jesus Christus sind, brauchen wir nicht niedergeschlagen und von Angst und Bangen ergriffen zu sein wie die Nationen.
14, 15. Wovon werden wir durch die herannahende Befreiung erlöst?
14 Diejenigen, die solche wahren Christen werden, sollten durch die Worte „eure Befreiung“ ebenso angespornt und ermuntert werden wie damals die Jünger, zu denen Jesus Christus sprach. Warum sollten diese Worte, die doch die Befreiung von Verfolgern und Hassern verheißen, keine Ermunterung und kein Ansporn sein? Bevor Jesus nämlich von der nahenden Befreiung sprach, hatte er gesagt: „Vor allen diesen Dingen aber wird man Hand an euch legen und euch verfolgen, indem man euch den Synagogen und Gefängnissen ausliefert und euch vor Könige und Statthalter schleppt um meines Namens willen. Es wird euch zu einem Zeugnis ausschlagen. ... Überdies werdet ihr sogar von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden überliefert werden, und man wird einige von euch zu Tode bringen, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Menschen sein.“ — Luk. 21:12-17.
15 Wir werden von Menschen befreit werden, die nicht nur uns verfolgen und hassen, sondern die auch Jesus Christus hassen, denn sie verfolgen und hassen uns um seines Namens willen. Alle, die ihn hassen, gehören zu dem gegenwärtigen „System der Dinge“, und von diesem System der Dinge werden wir ebenfalls befreit werden.
16, 17. Durch wen oder was wird diese Befreiung kommen?
16 Was bedeutet der Untergang dieses Systems der Dinge? Wer oder was wird uns von diesem System befreien? Offenbar der, den die Nationen „in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit kommen sehen“. (Luk. 21:27) Das wird durch das bestätigt, was Jesus sagte, nachdem er „eure Befreiung“ erwähnt hatte. In Lukas 21:29-33 heißt es:
17 „Darauf redete er in einem Gleichnis zu ihnen: ‚Beachtet den Feigenbaum und alle anderen Bäume: Wenn sie bereits ausschlagen, so erkennt ihr selbst, indem ihr sie beobachtet, daß nun der Sommer nahe ist. Ebenso auch ihr, wenn ihr diese Dinge geschehen seht, dann erkennt, daß das Königreich Gottes nahe ist. Wahrlich ich sage euch: Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden auf keinen Fall vergehen.‘“ — Vergleiche Matthäus 24:32-35; Markus 13:28-31.
18. Seit welchem Jahr sehen wir „diese Dinge“ geschehen, und wessen Worte werden dadurch bestätigt?
18 „Diese Dinge“, von denen Jesus in seiner Prophezeiung sprach, haben wir, die wir zu „dieser Generation“ gehören, seit 1914, dem Jahr, in dem die „bestimmten Zeiten der Nationen“ endeten, geschehen sehen. Eher würden Himmel und Erde buchstäblich vergehen, als daß die Worte Jesu sich nicht erfüllten. Daher verdienen es die Worte Jesu, daß wir sie annehmen und daran glauben.
19. Was wissen wir, da wir nun diese vorhergesagten Dinge geschehen sehen?
19 Was wissen wir also, da wir diese Dinge geschehen sehen? Wir wissen, daß „das Königreich Gottes“, das Mittel, durch das uns Gott befreit, nahe ist. Was sollten wir denn tun, um zu beweisen, daß wir dies glauben? Jesus sagte: „Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor denn eure Befreiung naht.“ (Luk. 21:28) Wir, die wir zu „dieser Generation“ gehören, haben gesehen, wie diese vorhergesagten Dinge im Jahre 1914 ‘zu geschehen anfingen’, und in den vergangenen vierundfünfzig Jahren haben wir sie weiter geschehen sehen. Das hat uns in unserer Überzeugung bestärkt. Aufgrund einer langen Kette vorhergesagter Ereignisse wissen wir, daß das Königreich Gottes nun bald darangehen wird, dieses System der Dinge und seine Unterstützer in Harmagedon zu vernichten und unsere herrliche Befreiung herbeizuführen.
20. Warum sollten wir nicht entmutigt sein, wenn man uns verfolgt und haßt?
20 Es kann daher mit Recht gesagt werden, daß wir, die wir die Erfüllung dieser Prophezeiung Christi sehen, heute nicht entmutigt und niedergeschlagen sein sollten, weil man uns um des Namens Jesu willen haßt und verfolgt. Es ist besser, wir leiden um seines Namens willen, als daß es uns so ergeht wie den Nationen, die in „Angst und Bangen“ sind und „wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Die Nationen dieser Welt müssen diese Dinge durchmachen, weil sie das Königreich Gottes bekämpfen, wogegen wir ihretwegen leiden, weil wir „diese gute Botschaft vom Königreich“ auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, predigen, bevor ihr Ende kommt. (Matth. 24:14) Sie werden für immer vernichtet werden. Wir werden dagegen für immer befreit werden. Haben wir also nicht allen Grund, uns aufzurichten und unser Haupt emporzuheben sowie unsere Stimme zu erheben und Gottes Königreich zu verkündigen? — Mark. 13:10.
21. Welche anderen Dinge, vor denen Jesus warnte, sollten uns ebenfalls nicht veranlassen, den Kopf hängenzulassen?
21 Besonders jetzt sollten wir nicht zulassen, daß wir den Mut verlieren und den Kopf hängenlassen oder müde und schläfrig werden, weil wir uns von den Nationen dieser Welt beeinflussen lassen, die alles tun, um das, was seit 1914 vor sich geht, zu vergessen oder außer acht zu lassen. Da die Zeit schon sehr weit vorgerückt und die Entwicklung des Weltgeschehens schon sehr weit fortgeschritten ist, sollten wir die Vorgänge in der Welt, die sich mit Riesenschritten ihrem Höhepunkt nähern, heute aufmerksamer denn je verfolgen und sollten dann als wachsame, einsichtsvolle Christen handeln. Wir dürfen die Warnung nicht außer acht lassen, die Jesus seiner Prophezeiung noch hinzufügte, indem er sagte: „Gebt auf euch selbst acht, damit eure Herzen niemals durch zuviel Essen und zuviel Trinken und Sorgen des Lebens beschwert werden und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch komme wie eine Schlinge. Denn er wird über alle jene kommen, die auf der ganzen Erdoberfläche wohnen. Bleibt also wach und fleht allezeit, damit es euch gelinge, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen.“ — Luk. 21:34-36.
22. (a) Was bedeutet es, von jenem Tag wie von einer Schlinge überrascht zu werden? (b) Vor welchem Herzenszustand sollten wir uns hüten?
22 Eine Schlinge wird so gelegt, daß sie das Opfer im Bruchteil einer Sekunde festhält, bevor es entrinnen kann. Wenn also dieser Tag plötzlich über uns kommt, so augenblicklich wie eine Schlinge, bedeutet dies für uns, daß wir keine Aussicht mehr haben zu entkommen, und das bedeutet für uns den Tod. Dieser mit einer Schlinge zu vergleichende Tag kommt mit Riesenschritten so sicher auf alle auf „der ganzen Erdoberfläche“ Wohnenden zu, wie die Nacht dem Tag folgt. Dieser Tag kommt für uns alle, weil er plötzlich für die ganze Erde anbrechen wird und daher kein Bewohner der Erde von ihm verschont bleibt. Wir alle gehen ihm entgegen. Doch wie? So wie die Zeitgenossen Noahs vor der Flut, die zuviel aßen und tranken und sich von den „Sorgen des Lebens“ und der Vergnügungssucht übermannen ließen? Genau das tut die Klasse des „bösen Sklaven“. (Matth. 24:38, 39, 48-51) Wir sollten unser Herz nicht auf diese Dinge richten und es nicht durch diese Dinge beschweren, denn dadurch würden wir dick und fett und würden schließlich dem Ruf Christi zum Königreichsdienst nicht mehr folgen. Wir sollten in dieser Zeit, in der unser Geschick entschieden wird, auf uns selbst achten und uns vor einem solchen Herzenszustand hüten.
23. Welche Geisteshaltung sollten wir bewahren, damit es uns „gelinge, all diesen Dingen ... zu entgehen“, und was wird uns dabei helfen?
23 Wir sollten in dieser Zeit unsere Sinne wachhalten, wir sollten im Dienste Gottes aktiv bleiben und Gott um seine Hilfe bitten, denn aus eigener Kraft könnten wir dies nicht tun. Ohne Gottes Hilfe würde es uns nicht gelingen. Nur so werden wir nicht wie die Nationen dieser Welt von Angst und Furcht vor den bevorstehenden Dingen ergriffen, und nur so können wir verhüten, daß die Vernichtung in Harmagedon wie eine Schlinge über uns kommt.
24. Was hoffen und worum beten wir inbrünstig, und was wird uns die Erfüllung dieser Hoffnung bringen?
24 Es ist unser Herzenswunsch, vor dem Sohn des Menschen zu stehen, der „mit Macht und großer Herrlichkeit“ kommt, um das göttliche Strafurteil an diesem System der Dinge und seinen Unterstützern zu vollstrecken. Die ganze Christenheit, das Gegenbild von Jerusalem und Judäa, ist zum Untergang verurteilt und wird vor dem Sohn des Menschen, dem zu dienen sie heuchlerisch vorgibt, fallen. Wir hoffen und wir beten auch inbrünstig darum, daß wir vor dem Sohn des Menschen stehen und von ihm als seine wahren Nachfolger anerkannt werden möchten, weil wir uns aufgerichtet und unser Haupt emporgehoben haben, stets wachgeblieben sind und nie auf die Christenheit und Babylon die Große, aus der wir flohen, zurückgeblickt haben. Als freie, ergebene Diener Gottes, des Höchsten, werden wir erhobenen Hauptes mit der ganzen Würde unseres Dienstes gehorsam das Königreich unseres himmlischen Vaters, Jehovas Gottes, verkündigen und seinen Interessen dienen. (Röm. 14:4) Diese Handlungsweise und unsere Treue werden bald mit der wunderbaren Befreiung von diesem bösen System der Dinge und mit dem Eingang in Gottes neue Ordnung belohnt werden, in der wir Gott dann in seinem unzerstörbaren Tempel immerdar anbeten und ihm fortwährend dienen werden.
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