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Bist du der Sklave deiner Position?Erwachet! 1971 | 22. Mai
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Mr. Kinley fühlte, daß er eine Änderung vornehmen mußte, wollte er länger leben. Etwas in seinem Innern sagte ihm dasselbe, was das „Medical Center“ der Duke-Universität nach fünfzehnjährigem Studium erklärte, nämlich: Die Freude an der Arbeit gehört zu den wichtigsten Faktoren für ein langes Leben.
Eine Woche nach jenem Gespräch beim Mittagessen mit Earl reichte Mr. Kinley ganz unauffällig seine Kündigung ein. Zwei Monate später arbeitete er drei bis vier Tage in der Woche als selbständiger Berater kleinerer Firmen seiner Branche. Er hatte einige wertvolle Zulagen eingebüßt, zum Beispiel die Gruppenversicherung. Es war der Preis, den er dafür bezahlte, von dem Druck, den seine Position mit sich brachte, befreit zu werden. Lohnte es sich?
Nach seiner Meinung ja. „Ich bin jetzt innerlich glücklich. Ich bin der Umklammerung durch den Konzern entronnen. Jetzt habe ich Zeit für Hobbys, zum Studieren und Nachdenken, Zeit, eigene Gedanken zu entwickeln. Jetzt arbeite ich, um zu leben, und ich hoffe, daß die Zeit nie mehr wiederkommt, da ich nur lebe, um zu arbeiten.“
Diese wahre Geschichte eines amerikanischen Geschäftsmannes läßt die Frage aufsteigen: Bist du der Sklave deiner Position?
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Ist „Death Valley“ wirklich ein Todestal?Erwachet! 1971 | 22. Mai
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Ist „Death Valley“ wirklich ein Todestal?
DER Name „Death Valley“ oder Todestal ist überall bekannt. Über das Tal selbst wissen jedoch nur wenige etwas. Ist es wirklich ein Todestal? Wo liegt es? Warum ist es so berühmt?
„Death Valley“ liegt in den Vereinigten Staaten, im östlichen Kalifornien in der Nähe der Grenze des Staates Nevada, ungefähr 400 Kilometer nordöstlich von Los Angeles. Dieses Tal ist etwa 10 bis 22 Kilometer breit und 210 Kilometer lang. Im Jahre 1933 wurde das Tal und die umliegenden Berge — ein Gebiet, das rund 7 800 Quadratkilometer umfaßt — zum Naturschutzgebiet erklärt; es erhielt die Bezeichnung „Death Valley National Monument“.
Das Tal selbst ist ein riesiges abgesunkenes Gebiet; über 1 400 Quadratkilometer davon liegen unter dem Meeresspiegel. In diesem Tal, in der Nähe von Badwater, befindet sich die tiefste Depression des amerikanischen Kontinents — 86 Meter unter dem Meeresspiegel. Doch der Mount Whitney, der mit seiner Höhe von 4 420 Metern der höchste Berg in den Vereinigten Staaten ist, wenn man Alaska nicht berücksichtigt, ist nur 130 Kilometer davon entfernt.
Am westlichen Rand des Tales liegt der 3 368 Meter hohe Telescope Peak. Von Badwater aus ist es ein ununterbrochener Aufstieg bis zur Spitze. Frei und kühn schwingt sich dieser Berggipfel über seine Umgebung. Von diesem Gipfel aus hat man eine herrliche Rundsicht.
In ferner Vergangenheit war da, wo heute das Todestal liegt, ein großer See. Mit zunehmender Trockenheit wurde der See immer kleiner und trocknete schließlich ganz aus; durch die fortschreitende Verlandung wurde der Salzgehalt des Wassers immer größer, und schließlich entstand ein über 500 Quadratkilometer großes Salzbecken — das am tiefsten gelegene, heißeste und trockenste Gebiet des Tales.
Das Klima und seine Wirkung auf Mensch, Tier und Pflanzen
Im Sommer erreicht die Temperatur in diesem Tal Höhen, die für den Menschen gefährlich sind. Am 10. Juli 1913 ergab die Messung im Schatten die Rekordhöhe von 57 ° Celsius. Das war damals die höchste Temperatur, die man jemals in der Welt gemessen hatte. Aber neun Jahre später verzeichnete man in einem libyschen Dorf 58 ° Celsius, und diesen Weltrekord hält das Dorf noch heute.
In „Death Valley“ steigt die Bodentemperatur häufig auf 85 ° Celsius. Die Frau des leitenden Naturforschers, der im Naturschutzgebiet von „Death Valley“ tätig ist, berichtete, sie habe Eier hart gekocht, indem sie sie im Sandkasten ihres Kleinen eingegraben habe. Und sie kochte Tee, indem sie in eine Kanne Wasser Teebeutel tat und die Kanne in die Sonne stellte.
„Death Valley“ ist auch einer der trockensten Orte auf der Erde. Die Luftfeuchtigkeit sinkt unter ein viertel Prozent. Aber im Winter wird das Klima angenehmer; von November bis Mai kann man es fast als ideal bezeichnen.
Die jährliche Niederschlagsmenge in „Death Valley“ beträgt nur etwa fünf Zentimeter. Im Frühjahr und im Herbst gibt es gewöhnlich kurze Schauer. Anhaltende Niederschläge sind selten. Aber wenn es regnet, bewirkt die Feuchtigkeit, daß Samen zu keimen beginnen, die jahrelang geruht haben. Der Wüstenboden überzieht sich dann stellenweise mit einem bunten Blumenteppich: mit Primeln, Mohn, Sonnenblumen usw. Im Gebiet des Todestales soll es zweiundzwanzig Pflanzen geben, die man sonst nirgendswo auf der Erde findet.
Trotz dieser extremen Hitze und Trockenheit sind in diesem Tal eine beachtliche Anzahl Tiere heimisch. Man hat hier sechsundzwanzig Säugetierarten gezählt, Präriewolf, Präriefuchs, Känguruhratte (Taschenspringer) u. a. Auch kommen viele verschiedene Eidechsen, Schlangen, Spinnen und Insekten vor. Aber das erstaunlichste ist vielleicht die Tatsache, daß in diesem Gebiet 230 Vogelarten leben.
Hättest du je gedacht, daß es in „Death Valley“ sogar Fische gibt? Bestimmt nicht. Doch in dem seichten Salt Creek, dem einzigen Bach des Tales, in dem das ganze Jahr Wasser ist, lebt ein kleiner Wüstenfisch, der selten länger als fünf Zentimeter wird. James E. Deacon, Professor der Biologie an der Universität von Nevada, schrieb:
„Wir haben Wassertemperaturen von 44 bis 4 Grad Celsius gemessen, doch den ,Pupfischen‘ schadet das offenbar nicht. Aufgrund von Laboratoriumsversuchen wissen wir, daß sie sogar eine Temperatur von einem halben Grad Celsius überleben können; und wir vermuten, daß diese Fische einen Salzgehalt des Wassers vertragen, der um das Fünffache größer ist als der des Meeres.“
Das „Death-Valley“-Naturschutzgebiet mit seinen seltenen Pflanzen und Fischen, den hohen Bergen, kahlen Hügeln, den riesigen Salzlagern, den goldenen Sanddünen, dem warmen Winterwetter und anderen Vorzügen ist eine echte Touristenattraktion geworden. Im Jahre 1969 wurde dieses Tal von einer halben Million Personen besucht. Aber wie kam es zu dem Namen „Death Valley“?
Ursprung des Namens
Wir müssen um mehr als 120 Jahre zurückgehen. Im Jahre 1848 entdeckte man bei Sutter’s Mill in der Nähe von Sacramento in Nordkalifornien Gold. Kurz darauf zogen Goldsucher mit Pferd und Wagen dahin, um „ihr Glück zu machen“.
Die lange, gefährliche Reise begann in der Nähe von Salt Lake City (Utah). Man mußte durch die große Wüste, die jetzt zum Staat Nevada gehört, und mußte dann das Hochgebirge, die Sierra Nevada, überqueren. Während eines großen Teils des Jahres lagen die Wege, die über diese Berge führten, unter hohem Schnee und waren daher unpassierbar.
Deshalb versuchte ein Zug von hundert Wagen gegen Ende des Jahres 1849, eine südliche Route zu finden, eine Route, die die Sierra Nevada umging. Zufolge falscher Berechnungen und einer irreführenden Karte gelangte der Zug in das Todestal. Die Goldsucher merkten, daß sie sich offensichtlich verirrt hatten. Es kam unter ihnen zu Streitigkeiten, und sie teilten sich in kleine Gruppen auf, die, von Furcht getrieben, einen Weg durch die Berge suchten.
Eine größere Gruppe, die bereits achtzig Tage unterwegs war und müde und entmutigt war, lagerte bei einer Quelle am Fuße des Telescope Peak. Zwei junge Männer namens Lewis Manly und John Rogers machten sich auf, um Hilfe und Nahrung zu holen. Sie ahnten nicht, welche Strapazen vor ihnen lagen. Nachdem sie das Tal hinter sich gebracht hatten, durchquerten sie die große Mohavewüste und erreichten, nachdem sie 400 Kilometer zurückgelegt hatten, den Küstenstreifen.
Nachdem sie Nahrungsmittel eingekauft hatten, traten sie den Rückweg an. Mit großem Jubel wurden sie nach fast sechsundzwanzigtägiger Abwesenheit aufgenommen. Die abgemagerten Männer, Frauen und Kinder ließen ihre Wagen im Stich und traten zu Fuß den langen Weg zur Küste an. Als sie die Panamintberge überquerten, sollen sie noch einmal auf das große weiße Tal zurückgeblickt haben, und jemand soll gerufen haben: „Todestal, ade!“ So erhielt das Tal seinen Namen.
Durch Manlys und Rogers’ Einsatz konnten sich alle Goldsucher dieser Gruppe samt ihrer Familie retten. Nach Berichten sollen jedoch drei bis acht Personen der ursprünglichen Karawane in diesem Tal umgekommen sein. Und wird die außerordentliche Hitze und Trockenheit, die in „Death Valley“ herrschen kann, nicht respektiert, so kann es heute noch passieren, daß das Tal seinem Ruf gerecht wird.
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Der neue Mathematikunterricht in den USAErwachet! 1971 | 22. Mai
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Der neue Mathematikunterricht in den USA
VIELE Eltern finden den neuen Mathematikunterricht verwirrend, insbesondere wenn ihr Kind alles richtig hat, obschon es 1 + 1 = 10 oder 8 + 6 = 2 geschrieben hat. Kein Wunder, daß eine Mutter ausrief: „Da komme ich nicht mehr mit!“, als sie die Hausaufgaben ihres Kindes, das in die fünfte Klasse ging, durchsah.
Nicht wenige Eltern in den Vereinigten Staaten sind beunruhigt darüber, daß ihre Kinder mathematische Systeme benutzen, die ihnen völlig fremd sind. Besorgt schrieb ein Vater: „Früher konnten die Kinder mit ihren Hausaufgaben zu den Eltern gehen, und diese konnten zusammen mit den Kindern die Aufgaben durchgehen und Verbesserungen anbringen oder die Kinder loben. Aber heute sind die Hausaufgaben so kompliziert, daß weder die Kinder noch die Eltern sie verstehen.“
Selbst Lehrer mußten umgeschult werden. Und an einigen Orten werden für Eltern Abendkurse für neue Mathematik eingerichtet. Aber nicht allen Eltern sagt der Gedanke zu, solche Kurse zu besuchen. Eine Mutter,
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