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Wozu verpflichtet die „gute Botschaft“?Der Wachtturm 1963 | 15. März
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habe ich zu den Kindern Israel gesagt: Niemand von euch soll Blut essen; auch der Fremdling, der in eurer Mitte weilt, soll nicht Blut essen. Und jedermann von den Kindern Israel und von den Fremdlingen, die in eurer Mitte weilen, der ein Wildbret oder einen Vogel erjagt, die gegessen werden, soll ihr Blut ausfließen lassen und es mit Erde bedecken. Denn die Seele alles Fleisches: sein Blut, das ist seine Seele; und ich habe zu den Kindern Israel gesagt: Das Blut irgend welches Fleisches sollt ihr nicht essen, denn die Seele alles Fleisches ist sein Blut; jeder, der es isset, soll ausgerottet werden.“ Auch im sechsten der Zehn Gebote wird die Heiligkeit des Blutes betont mit den Worten: „Du sollst nicht töten.“ — 3. Mose 17:10-14; 2. Mose 20:13.
12. Was behandeln die Zehn Gebote, die Jehova auf Steintafeln schrieb?
12 Die Zehn Gebote waren zehn Grundgesetze oder Grundregeln, die den Israeliten als Richtschnur hätten dienen sollen. Gott hatte sie durch die Macht seines heiligen Geistes selbst auf zwei Steintafeln geschrieben und Moses auf dem Berg Sinai gegeben. Sie spielten zu Recht eine bedeutende Rolle in der Gesetzessammlung, die den Israeliten gegeben wurde, und blieben auch stets ein Teil davon. Sie waren grundlegende Gesetze oder Grundsätze, Verhaltensregeln, die vor allem das Verhältnis der Israeliten zu Gott, aber auch ihr Verhältnis zu ihrer Familiengemeinschaft und zueinander bestimmten. Die ersten vier Gebote betonten die Notwendigkeit, Jehova als Gott ungeteilten Herzens und ausschließlich zu dienen und seinen Geboten zu gehorchen. Das fünfte zeigte, daß in der Familie Harmonie sein sollte und die Kinder Vater und Mutter ehren sollten, und die letzten fünf betrafen ihren Umgang mit ihren Mitmenschen: sie sollten nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, kein falsches Zeugnis gegen einen anderen ablegen und nicht begehren oder nichts unrechtmäßig wünschen, was einem anderen gehörte. — 2. Mose 20:1-17.
DAS VOLK ISRAEL — EIN WARNENDES BEISPIEL
13, 14. (a) Was hätte das Volk Israel genießen können, wenn es den Gesetzen Gottes gehorcht hätte? (b) Welche Segnungen wurden ihnen zuteil, und warum hielten sie nicht an?
13 Hätten die Israeliten den Gesetzen Jehovas gehorcht, dann hätten sie unaussprechliche Segnungen genießen können. Seine Gebote hätten ihr Verhalten so beeinflußt, daß dadurch die Einheit, die Gesundheit und das Glück des ganzen Volkes gefördert worden wäre. Sie hätten sie jedoch vor allem veranlaßt, Jehova, ihrem Gott treu zu bleiben und einen Wandel zu führen, der ihm wohlgefallen und ihnen seine Gunst eingetragen hätte. Ihr Gehorsam sollte sie vor der falschen Religion und vor unsittlichen Bräuchen schützen, damit sie nicht sündigten und sich nicht auflehnten und schließlich von Gott verworfen würden.
14 Seiner Verheißung getreu führte Gott die Israeliten in ein Land, das von Milch und Honig floß. (2. Mose 3:8; 4. Mose 13:27) Nach vielen Erlebnissen siedelten sie sich im Verheißenen Land, in Kanaan oder Palästina, an. Über die Zustände, die unter der Regierung des Königs Salomo dort herrschten, wird berichtet: „Er [Salomo] hatte Frieden auf allen Seiten ringsum. Und Juda und Israel wohnten in Sicherheit, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan bis Beerseba, alle Tage Salomos.“ (1. Kö. 4:24, 25) Diese gesegneten Zustände hielten jedoch nicht an. Die wiederholte Übertretung des Gesetzes Gottes trug dem Volk Israel schließlich den verdienten Lohn ein: Gottes Verwerfung! Statt Segen kamen nun die Flüche über die Israeliten, die ihnen Gott für Ungehorsam verheißen hatte.
15. (a) Auf welchen zwei grundlegenden Geboten beruhte das Verhältnis der Israeliten zu Jehova? (b) Warum konnten sie Jehova nicht durch eine nur zum Schein dargebrachte Anbetung täuschen?
15 Wiewohl dem Gesetzesbund die Zehn Gebote zugrunde lagen, beruhte das Verhältnis des Volkes zu Gott eigentlich auf zwei fundamentalen Grundsätzen: der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten. (5. Mose 6:5-9; 3. Mose 19:18) Die Treue diesen beiden Grundsätzen gegenüber war unerläßlich, wollten sie in Gottes Gunst bleiben. Verfehlungen oder vorübergehende Versäumnisse zufolge ihrer Unvollkommenheit führten zwar zu Zurechtweisung und Züchtigung, aber sie wurden ihnen vergeben, doch als sie ihre Liebe zu Gott aufgaben und ihm nicht mehr mit ungeteiltem Herzen dienten, war das Unglück nicht mehr abzuwenden. (1. Chron. 28:9; Spr. 4:23) Sie konnten Jehova Gott nicht durch eine nur zum Schein dargebrachte Anbetung täuschen, denn er „sieht auf das Herz“ der Menschen. „Ich, Jehova, erforsche das Herz“, sagt er. Das Herz der meisten Israeliten wandte sich von der Liebe zu Gott und zu ihrem Nächsten ab, sie liebten nur noch sich selbst, und Jehova erkannte dies. Er sah die bösen Taten, die sie zuerst im Verborgenen und dann ganz offen verübten, während sie ihr Herz durch ihren schlechten Wandel immer mehr verhärteten. — 1. Sam. 16:7; Jer. 17:10.
16. (a) Wie brach das Unglück über jene Nation herein? (b) Was war nach den Worten des Propheten Jeremia der Grund für dieses Unglück?
16 Die Israeliten zogen 1473 v. Chr. in das Verheißene Land ein und unterwarfen es sich vollständig in den Tagen des Königs David, dessen vierzigjährige Herrschaft 1037 v. Chr. endete. Vierzig Jahre später führten Eifersucht und Mißgunst zu einer Spaltung unter dem Volk und nach dem Tod des Königs Salomo (997 v. Chr.) schließlich zur Teilung der ursprünglichen Nation Israel in das Zehn-Stämme-Reich Israel im Norden, mit Samaria als Hauptstadt, und das Zwei-Stämme-Reich Juda im Süden, mit Jerusalem als Hauptstadt. Das Zehn-Stämme-Reich im Norden wurde 740 v. Chr. durch die Assyrer und das Königreich Juda 607 v. Chr. durch die Babylonier zerstört. Kurz vor dem Ende des Königreiches Juda sagte Jeremia zu dessen Volk: „Denn ich habe euren Vätern ernstlich bezeugt an dem Tage, da ich sie aus dem Lande Ägypten heraufführte, bis auf diesen Tag, früh mich aufmachend und bezeugend, indem ich sprach: Höret auf meine Stimme! Aber sie haben nicht gehört und ihr Ohr nicht geneigt, sondern sie wandelten ein jeder in dem Starrsinn ihres bösen Herzens. Und ich brachte über sie alle Worte dieses Bundes, welche ich zu tun geboten, und die sie nicht getan haben. Und Jehova sprach zu mir: Es hat sich eine Verschwörung gefunden unter den Männern von Juda und unter den Bewohnern von Jerusalem. Sie sind zurückgekehrt zu den Missetaten ihrer ersten Väter, die sich geweigert haben, auf meine Worte zu hören; und sie selbst sind anderen Göttern nachgegangen, um ihnen zu dienen. Das Haus Israel und das Haus Juda haben meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern gemacht habe. Darum, so spricht Jehova: Siehe, ich bringe über sie ein Unglück, dem sie nicht werden entgehen können; und sie werden zu mir schreien, aber ich werde nicht auf sie hören.“ — Jer. 11:7-11. Siehe auch 5. Mose 6:12-15 und 28:15, 45-47.
17. Was wurde bei den Israeliten vorübergehend wiederhergestellt?
17 In seiner großen Barmherzigkeit und seiner Verheißung und seinem Vorhaben getreu befreite Jehova einen Überrest des Volkes aus Babylon und führte ihn in das Verheißene Land zurück, das siebzig Jahre verödet geblieben war. Die Botschaft von der Befreiung aus dieser Gefangenschaft war für das Volk Israel wiederum eine gute Botschaft. Der Überrest der damaligen Israeliten wurde nach Palästina zurückgeführt, damit dort, wenn auch nicht ein unabhängiges, selbständiges Königreich, so doch die Anbetung Jehovas wiederhergestellt werde.
18. Erwiesen sich die Israeliten als Volk der „guten Botschaft“ würdig, die ihnen verkündet worden war?
18 Erwiesen sich jene Israeliten schließlich der „guten Botschaft“, die Moses ihren Vorfahren in Ägypten verkündet hatte, würdig? Erfüllten sie das Gelübde ihrer Väter, alles tun zu wollen, was ihnen Jehova geboten hatte, um wirklich sein Volk zu sein, das seinen Willen tat? Der inspirierte Bericht antwortet mit Nein! Daß sie als Volk jener „guten Botschaft“ nicht würdig waren, zeigte sich deutlich in ihrer Einstellung Jesus, dem verheißenen Messias, gegenüber: Sie verwarfen ihn und schlugen ihn an einen Pfahl. Kurz vor seinem Tod verkündete Jesus das Urteil, das an diesem Volk vollstreckt werden sollte, als er sagte: „Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen.“ — Matth. 23:37, 38; Luk. 23:18-25; Apg. 2:23.
19. (a) Welches erhabene Vorrecht genossen die Israeliten so lange, wie sie treu waren? (b) Kümmert sich Gott, seitdem er dieses Volk verworfen hat, nicht mehr um die Menschen?
19 Die Israeliten genossen einst das erhabene Vorrecht, ein Volk von Zeugen Jehovas zu sein. (Jes. 43:10-12) Sie waren zwar nicht beauftragt, den Nationen auf der ganzen Erde Jehova und sein Vorhaben kundzutun, aber sie waren dennoch dazu abgesondert worden, ihm ausschließlich zu dienen und ihn anzubeten. Durch die Machttaten, die Jehova für sie vollbrachte, und durch die wahre Anbetung, die sie ihm darbrachten, solange sie treu waren, machte er sich einen großen Namen. Sie konnten aber nur so lange seine Zeugen bleiben, wie sie an der wahren Anbetung festhielten und den Bund, den er mit ihnen geschlossen hatte, ehrten und seinen Geboten gehorchten, und das taten sie nicht. Deshalb verwarf Jehova die Israeliten nach dem Fleische. Der Gesetzesbund, den er mit ihnen geschlossen hatte, erlosch, da ihn Jesus erfüllte und da seine Bestimmungen an den Marterpfahl geschlagen wurden. (Kol. 2:14) Das heißt jedoch nicht, daß sich Gott seither nicht mehr um die Menschen kümmere. Er hat — mit Christus Jesus als Mittler — inzwischen einen neuen Bund geschlossen, nicht mit den Israeliten nach dem Fleische, sondern mit einer Nation, die die rechten Früchte bringt und deren Wandel eines himmlischen Königreiches Gottes mit Christus als König würdig ist. — Hebr. 8:6; Matth. 21:43.
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Für unschuldig befundenDer Wachtturm 1963 | 15. März
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Für unschuldig befunden
In Brasilien mußte ein Zeuge Jehovas mit einem anderen Arbeiter zusammen einen Schacht graben. Als der Schacht schon ziemlich tief war, stürzte der Arbeitskamerad des Zeugen unglücklicherweise hinein und wurde dabei tödlich verletzt. Die Polizei verhaftete den Zeugen unter Mordverdacht, da es hier und da vorkommt, daß jemand unter solchen Umständen ermordet wird. Es sah für den Zeugen sehr schlecht aus, denn es war niemand da, der seine Unschuld hätte nachweisen können. Schließlich verlangten die Polizeibeamten seine Ausweispapiere. Er hatte sie nicht bei sich. Der einzige Ausweis, den er bei sich hatte, war seine Verkündiger-Ausweiskarte, die vom Versammlungsdiener unterschrieben war und bestätigte, daß er ein Zeuge Jehovas war. Er zeigte ihnen die Karte. Als die Beamten feststellten, daß er ein Zeuge Jehovas war, wurden sie auf einmal ganz anders. „Wir wissen“, sagten sie, „daß Jehovas Zeugen nicht töten. Sie sind unschuldig.“ Der Zeuge wurde unverzüglich auf freien Fuß gesetzt.
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