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Feste BekanntschaftenDer Wachtturm 1972 | 1. Januar
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ist es, daß sich dadurch dein Interesse auf nur eine Person beschränkt — in einer Zeit, in der du um deiner Entwicklung zu emotioneller Reife willen den größten Nutzen aus dem Umgang mit vielen verschiedenen Personen ziehen kannst. Wenn du noch im Jünglingsalter bist, so konzentriere dich doch zunächst darauf, wirklich ein Mann zu werden, indem du hauptsächlich Freundschaft mit Männern pflegst, die Liebe zu dem bekunden, was recht ist, und indem du von ihnen männliches Können und männliche Wesensart lernst. Bist du noch ein junges Mädchen, so interessiere dich zunächst dafür, wirklich zu einer Frau zu werden, indem du Nutzen aus der Gemeinschaft mit denen ziehst, die wirklich Frauen sind und die dir zu hervorragendem weiblichen Können und weiblicher Wesensart verhelfen können. Durch eine feste Bekanntschaft wird eine solche Entwicklung in Wirklichkeit unterbrochen und verzögert.
Hilfst du dir also durch eine feste Bekanntschaft, oder schadest du dir? Die Beweise zeigen, daß du dir schadest. Du setzt dich dem Verdruß und dem Unglück aus.
Wie das Buch The Family in Social Context (Die Familie in der gesellschaftlichen Umgebung) zeigt, „kam es wohl nach dem Ersten Weltkrieg auf, feste Bekanntschaften, wie wir sie kennen, zu haben“. Vor dem Ersten Weltkrieg hatten die Menschen, einschließlich der Jugendlichen, vieles, was ihnen Freude machte — wahrscheinlich größere Freude, als die heutige Generation sie erlebt. Diese Möglichkeit hast auch du. Du kannst wahre Freude daran finden, dich mit anderen zu unterhalten, zu lernen, dir Fertigkeiten anzueignen, an bestimmten Aufgaben zu arbeiten, dich an Spielen zu beteiligen und dir Sehenswürdigkeiten anzusehen. Und es kann dir große Freude bereiten, all dies mit jemandem vom gleichen Geschlecht oder mit mehreren anderen zu tun. Oft wirst du feststellen, daß deine Freude um so größer ist, je größer der Personenkreis ist, in dem einige ebenso alt wie du, einige älter und einige jünger sind.
Warum solltest du nicht die ‘Blüte deines Lebens’ so verbringen, daß es dir wirklich zum Guten gereicht und dadurch dein Herz gestärkt wird, damit du ein Leben endlosen Glücks erlangst? Zweifellos wünschen deine Eltern dir dies. Und aus Gottes Wort weißt du, daß dir dies der Schöpfer wünscht. Nimm ihre Hilfe an.
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Kongresse, die wahrhaft den göttlichen Namen erhöhenDer Wachtturm 1972 | 1. Januar
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Kongresse, die wahrhaft den göttlichen Namen erhöhen
„IM [Riverfront-]Stadion wird man eine kleine Stadt errichten, die von Jehova regiert wird“, so beschrieb ein Artikelschreiber der Zeitung Enquirer den Bezirkskongreß „Göttlicher Name“, der damals in Cincinnati in Vorbereitung begriffen war.
In bezug auf alle vierunddreißig Kongresse, die in den Vereinigten Staaten, und die elf, die in Kanada von Ende Juni an bis gegen Ende August stattfanden, erwies es sich, daß diese Vorhersage stimmte.
In der Tat, schon von den Vorbereitungen an und durch den fünftägigen Kongreß hindurch zeigte es sich, daß auf den versammelten Zeugen Jehovas das Wohlgefallen ihres Gottes und Schöpfers ruhte, den sie als denjenigen anerkennen, der ihre Tätigkeiten leitet. Durch den Geist, der auf dem Kongreß herrschte, wurde der göttliche Name erhöht und gezeigt, daß man sich bei Gott einen guten Namen machen sollte. Hervorgehoben wurde besonders die Geistiggesinntheit, die Notwendigkeit, sie zu erlangen, und die Art und Weise, wie man sie bewahren kann, sowie die geistige Auferbauung anderer.
Von dieser Einstellung waren die Versammelten so durchdrungen, daß sich ein Schreiber der Zeitung Atlanta Constitution getrieben fühlte zu sagen: „Sie kommen und suchen geistige Nahrung, Erquickung und Hilfe für ihre Probleme oder helfen mit, jemandem, den sie lieben, Hilfe zu leisten — und sie lieben jedermann.“
VORBEREITUNGEN
Solche Kongresse, bei denen eine Gesamtbesucherzahl von Hunderttausenden erwartet wird, zu veranstalten und sie vorzubereiten, ist kein kleines Unternehmen. Mehr als ein Jahr, manchmal Jahre im voraus wird die Arbeit begonnen, um die neuen biblischen Schriften zu beschaffen, die freigegeben werden sollen. Auch werden Kongreßplätze ausgewählt und die Verträge dafür abgeschlossen. Monate zuvor beginnt die Druckerei der Watchtower Bible and Tract Society mit dem Setzen und Drucken. Die Herstellung gebundener Bücher erfordert, daß die Buchbinderei der Gesellschaft bis zur Kongreßzeit emsig beschäftigt ist. Neben dem normalen Bedarf an Bibeln, biblischen Büchern und Zeitschriften der Gesellschaft bedeuten die gedruckten Kongreßfreigaben für die vorhandenen Einrichtungen eine besondere Beanspruchung und erfordern gewöhnlich Überstundenarbeit.
Ferner muß das Programm im Hinblick auf die Bedürfnisse der Christen in der heutigen Weltlage aufgestellt werden. Einige der grundlegenden Ansprachen werden in Manuskriptform gedruckt; andere erscheinen als Redeplan, so daß dieselbe geistige Speise empfangen werden kann, ungeachtet, welchen Kongreß jemand besucht. Biblische Dramen werden auf Tonbänder aufgenommen und diese rechtzeitig in die Kongreßstädte versandt, damit sich die Vorführenden mit dem Manuskript vertraut machen und die Worte, die über das Lautsprechersystem kommen, durch Pantomime zum Ausdruck bringen können. Andere Dramen werden gründlich vorbereitet, eingeübt und von den Betreffenden selbst gesprochen.
Außer all diesem werden Tausende von Arbeitsstunden darauf verwandt, jeden Kongreß zu organisieren, damit an Ort und Stelle eine Cafeteria und Erfrischungsstände da sind sowie Ordner zur Lenkung der Volksmengen, ferner eine große Reinigungsmannschaft, eine Lautsprecheranlage, ein Parkplatz und dessen Ordner, eine Unterkunftsabteilung, ein Freiwilligendienst und eine Unmenge anderer Dinge, die alle am Eröffnungstag vorhanden sein müssen.
STÄDTE HEISSEN DIE KONGRESSE WILLKOMMEN
In der Vergangenheit haben Jehovas Zeugen zufolge des Widerstandes von seiten der Konfessionen der Christenheit viele Schwierigkeiten gehabt, Kongreßplätze zu bekommen. Auch war es wegen des Einflusses, den die Geistlichkeit auf die Ortsbewohner ausübte, manchmal schwierig, Unterkünfte zu erhalten. Selbst städtische Beamte und Geschäftsleute wurden dadurch beeinflußt, daß man die Beweggründe der Zeugen falsch darstellte und ihre Zuverlässigkeit anzweifelte. Heute aber ist dies selten der Fall.
Ein Reporter der Zeitung Montreal Star, der eine so große Menge versammelt sah (22 692 waren auf dem Rennplatz anwesend), bemerkte: „Die Bibel hat mehr Leute angelockt als die Rennen. Jehovas Zeugen geben den Kampf einfach nie auf. Die Leute, die euch bekämpften, sind nicht mehr hier, Jehovas Zeugen aber sind noch da.“
Kennzeichnend für die Einstellung von Beamten, von Verwaltern der Kongreßgebäude und von Geschäftsleuten sind folgende Beispiele.
Am zweiten Tag des Kongresses in Memphis erschien in der redaktionellen Spalte der Zeitung Commercial Appeal folgendes:
„FÜNFZEHNTAUSEND MANN stark haben sich Jehovas Zeugen in Memphis für eine fünftägige Zusammenkunft eingefunden, und Memphis freut sich, sie willkommen zu heißen.
Die Zeugen sind fleißige Leute. Sie waren früher schon in Memphis, und ihr Benehmen war stets beispielhaft. Dies ist eine evangelische Sekte, deren Mitglieder als Freiwillige arbeiten. Ihr Kongreß sucht die Kosten für ihre hartbedrängten Mitarbeiter niedrig zu halten, und die improvisierte Cafeteria, die sie aufgestellt haben, ist ein Beispiel ihrer sorgfältigen Planung.
Dieser Fleiß auf ihrer Seite läßt sie uns als Gäste willkommen heißen. Wir hoffen, daß sie die Stadt gastfreundlich finden.“
Und die Zeitung Memphis Press-Scimitar bemerkte, daß es eigentlich „eine Familiensache“ sei, zu groß für die größte Kongreßhalle der Stadt, und bemerkte dann: „Bis zu der Zeit, da die Zeugen ihren nächsten Kongreß für Memphis planen, wird das neue städtische Kongreßzentrum Everett Cook für sie bereit sein. Die Zeugen sind eine stets willkommene Gruppe. Sie haben hohe Maßstäbe, was Benehmen und Höflichkeit betrifft, und sie lösen ihre Probleme selbst.“
So war der Empfang in sozusagen allen Kongreßstädten. Nur in einzelnen Fällen entstanden Zweifel, wenn man an die Verwalter von Kongreßgebäuden oder an sonstige Beamte herantrat. Doch wenn sie gebeten wurden, andere Verwaltungsdirektoren und Beamte anzurufen, mit denen die Zeugen zuvor verkehrt hatten, schwanden ihre Bedenken. Der Leiter des Veteranen-Stadions in Philadelphia bemerkte gegenüber Nachrichten-Reportern, daß er mit Beamten von anderen Stadien gesprochen hätte, ehe er das Stadion vermietet habe. Dann fügte er bei: „Sie hereinzubekommen ist ein vorzüglicher Fang. Sie locken eine Menge Leute an, verrichten aber eine gewaltige Arbeit mit Reinigen und sorgen selbst für das, was sie brauchen.“
Eine ähnliche Mitwirkung von seiten der Polizei, der städtischen Behörden und der Geschäftsleute war ein Merkmal jedes Kongresses in den Vereinigten Staaten und Kanada. Der Erfolg der Suche nach Unterkünften war so markant, daß er die Zeitung Albuquerque News (New Mexico) zu dem Kommentar veranlaßte: „[Es] läßt das Gefühl in einem aufkommen, daß sich eine wichtige Persönlichkeit selbst für die Sache interessiert.“
ZWECK DER KONGRESSE
Man könnte sagen, die Kongresse hätten einen zweifachen Zweck gehabt: (1) den göttlichen Namen Jehova in Herz und Sinn der Zeugen Jehovas und aller anderen, die sie erreichen können, zu erhöhen (Matth. 6:9) und (2) sich im Gehorsam gegenüber göttlichen Grundsätzen, für die dieser Name steht, erzieherische Bildung für sich selbst, seine Kinder und andere zu verschaffen.
Der Schlüsselvortrag des Kongresses, der am Eröffnungstag gehalten wurde, war betitelt: „Wessen Namen achtest du mehr — deinen eigenen oder Gottes?“ Es wurde deutlich gezeigt, daß die Geistlichkeit der Christenheit ihre eigenen Gedanken denen des Wortes Gottes vorzieht und sich so Gott voranstellt. Im Gegensatz dazu wurde auf diesem Kongreß besonders auf die Benutzung der Bibel Nachdruck gelegt. Das tägliche Bibellesen wurde jeder Familie empfohlen. Und im Interesse eines wirklich tiefgehenden Verständnisses und der richtigen Anwendung wurde die Notwendigkeit veranschaulicht, den Hintergrund und die Ereignisse zu betrachten, die mit den Bibelbüchern im Zusammenhang sind, sowie den Begleittext dessen, was gelesen wird.
Die Notwendigkeit, der Souveränität Gottes und der Rechtfertigung des göttlichen Namens Beachtung zu zollen, wurde in der öffentlichen Ansprache „Wenn alle Nationen frontal mit Gott zusammenstoßen“ hervorgehoben. Dieser Vortrag, der Höhepunkt des letzten Tages des Kongresses, brachte die höchste Zahl von Anwesenden, indem sie in den Vereinigten Staaten und Kanada auf 678 359 anstieg.
Die Kongresse bilden in Wirklichkeit Hauptetappen in der Vorbereitung auf das Leben in einer neuen Ordnung, wo Gerechtigkeit, Ordentlichkeit, Friede, wahre Liebe und Interesse aneinander herrschen werden. Jehovas Zeugen suchen jetzt schon auf diese Weise zu leben.
Die Zeugen glauben in der Tat an das „Gebet des Herrn“, in dem Gott gebeten wird: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:10) Sie folgen dem Rat Jesu: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und ... [Gottes] Gerechtigkeit zu suchen.“ Das hat sie wahrhaft glücklich gemacht. — Matth. 6:33.
Es gibt Personen, die Jehovas Zeugen wohl gut leiden mögen, die aber nicht auf das hören wollen, was sie Gottes Wort entnehmen und glauben. Würden sie sich aber nicht auf Gottes Wort stützen und dessen Grundsätze in ihrem Leben nicht anwenden, so wäre ihr Benehmen nicht beispielhaft, und sie wären nicht imstande, solch vorzügliche Kongresse abzuhalten. Es gibt Leute, die das anerkennen. Eine Frau in Portland (Oregon) sagte zu zwei Zeugen Jehovas, die auf der Suche nach Unterkünften für die anwesenden Delegierten in ihrem Hause vorsprachen: „Ihr seid so herzlich, freundlich und gut. Es muß an eurer Religion liegen, daß ihr so seid.“
Eine Verfasserin von Leitartikeln schrieb in der Zeitung Buffalo Evening News: „Die Zeugen betrachten die Rücksichtnahme auf das Eigentum anderer als einen Teil ihres christlichen Benehmens.“ Sie berichtete die Erfahrung einer Hausinhaberin in Tonawanda (New York), die zuerst gezögert hatte, Zimmer für Delegierte zu notieren, nachher aber sagte: „Wenn alle Leute so wären wie sie, möchte ich meine Zimmer jede Woche vermieten. Wenn es regnete, zogen sie sogar die Schuhe aus, bevor sie ins Haus traten, damit sie die Teppiche nicht beschmutzten. Sie gehören zu den höflichsten Menschen, die ich je getroffen habe.“
BELEHRUNG
Das Kongreßprogramm legte großen Nachdruck auf die Belehrung. Der Gedankenaustausch in der Familie muß beibehalten werden, wurde den Kongreßbesuchern gesagt. Um Eltern zu helfen, eine „Generationenkluft“ zu vermeiden, müssen die Kinder schon in sehr frühen Jahren belehrt werden. Ehe der Redner die Freigabe des 192 Seiten starken Buches Listening to the Great Teacher (Auf den Großen Lehrer hören) ankündete, sagte er, sich an die Eltern wendend: „Denkt nicht, eure Kinder würden sowieso Jünger werden, nur weil ihr es seid. Sie werden nicht Nachfolger Jesu Christi werden, wenn ihr sie nicht auf diese Weise lehrt.“
Die Eltern nahmen das Buch als eine wirkliche Wohltat in Empfang, da ihnen dadurch geholfen wird, ein organisiertes Lehrprogramm durchzuführen, um den Kindern die tiefen biblischen Wahrheiten und Grundsätze christlichen Benehmens in klaren, einfachen Worten und durch Veranschaulichungen einzuprägen. Kinder, die den Kongreß besuchten, zeigten ebenfalls, daß sie begierig waren, diese biblische Belehrung zu empfangen, denn auf den Kongreßanlagen sah man sie zu Hunderten, das Buch, das „für sie“ war, fest an sich gedrückt oder schon selbst ins Lesen vertieft.
Vor der Veröffentlichung dieses Buches war eine Reihe ähnlicher Artikel im Wachtturm erschienen. Einige hatten die Artikel herausgeschnitten und ein Buch daraus gemacht. Ein Elternteil bemerkte: „Meine Kinder prüfen jede Woche nach, ob ich auch bestimmt keinen Artikel übergehe. Wir machen uns ein Spiel daraus, diese Artikel zu lesen. Die Kinder beantworten jede Frage, die im Artikel gestellt wird. Tatsächlich müssen wir darauf bestehen, daß sie zuerst die Hand erheben, damit nicht alle auf einmal reden. Diese Artikel veranlassen die Kinder, zu denken und sich geistig am Studium zu beteiligen.“ Ein anderer sagte: „Ich war höchst erstaunt, als ich sah, daß ein Kind sogar schwierige Begriffe so schnell lernt.“
Solch sorgfältige elterliche Belehrung bringt reichen Lohn. In dieser Welt, da Familien auseinandergehen, ist die Familieneinheit, die unter wahren Christen herrscht, bemerkenswert, wie ein Reporter des Lansing State Journal (Michigan) sagte: „Das Meer von alten und jungen Gesichtern im Zuhörerraum, in den Gängen und sogar in der Ausstellungshalle unten ist direkt eine Schaustellung von Familiensolidarität — ein Grundpfeiler der Religionsausübung. Dieses Band erstreckt sich über die ganze Anhängerkörperschaft“ (Kursivschrift von uns).
„Das Lehrprogramm bleibt nicht auf die Jungen beschränkt“, sagte ein Kongreßredner. „Wir sind alle in einer Schule, in der es keinen Graduierungsabschluß gibt. Wir alle müssen weiterhin das lernen, was in der unerschöpflichen Schatzkammer Gottes vorhanden ist. Der göttliche Name leuchtet mit immer größerem Glanz hervor, während wir noch mehr über Jehovas Wege kennenlernen.“ Darauf gab er den Versammelten den Leitfaden für die Theokratische Predigtdienstschule frei, der von jung und alt in der Predigtdienstschule, die wöchentlich in jeder Versammlung der Zeugen Jehovas stattfindet, benutzt werden soll.
Weitere vorgerückte Bibelkenntnis betreffend, wurde ein 1 700 Seiten starkes Buch in Englisch, betitelt Aid to Bible Understanding (Hilfe zum Verständnis der Bibel), freigegeben. Dieses Buch ist in seinem Stil einem biblischen Wörterbuch gleich und ist das Ergebnis siebenjähriger Nachforschungsarbeiten.
SITTLICHKEIT
Durch das ganze Programm hindurch wurde der Sittlichkeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Junge Leute wurden auf der Bühne befragt, und das Drogenproblem, wie es auf den Schulen besteht, wurde besprochen. Ein Vater und eine Mutter besprachen diese Sache mit ihren Kindern, Teenagern, und warnten sie vor den Gefahren des Drogengenusses und gaben Rat, warum und wie sie diesen meiden sollten. Diese Art, den Gegenstand verständnisvoll und vernünftig zu besprechen, diente als ein Beispiel für Eltern, die wissen müssen, was ihre Kinder tun, und die sie angesichts der bedrohlichen Drogengefahr stärken müssen, wenn sie den Wunsch haben, sie zu retten.
Einige, die in der Vergangenheit Drogen gebraucht hatten, die sich aber dadurch, daß sie biblische Grundsätze kennenlernten und sie anwandten, vom Drogengenuß befreit hatten, wurden auf der Bühne interviewt. In mehreren Kongreßstädten wurden diese Jugendlichen später vor dem Radio und dem Fernsehen ausführlich befragt. Nach einem solchen Interview schloß der Nachrichtendirektor der Radiostation von Atlanta mit den Worten: „Ihr jungen Leute habt nicht nur Antworten bereit, die die Bibel betreffen, sondern auch Antworten, die das Drogenproblem betreffen.“
Vielen ging das Drama „Jehova segnet die Loyalgesinnten“ zu Herzen, da es in anschaulicher Weise die Schlinge zeigte, in die die Israeliten durch ihre Verbindung mit den unsittlichen, götzenanbetenden Moabitern fielen, und dies gerade zu der Zeit, als Israel im Begriff stand, in das Verheißene Land einzuziehen. (4. Mose, Kapitel 22 bis 25) Die Tatsache, daß ein loser, sexuell unreiner Wandel von irgendwelcher Art Sünde ist, so, wie Hurerei und Götzendienst Sünde sind, wurde deutlich dargelegt. Das Drama führte allen Beobachtern die große Gefahr vor Augen, sich in dieser Zeit, da die Vernichtung des gegenwärtigen Systems der Dinge und der Einzug des Volkes Gottes in Gottes neue Ordnung der Gerechtigkeit so nahe ist, in schlechter Gesellschaft aufzuhalten.
AUF DAS HERZ ABGEZIELT
Viele Worte der Wertschätzung fielen über den vorzüglichen Stoff, der während des ganzen Programms dargeboten wurde. Doch ebensosehr wie der Aufschluß selbst wurde der Geist geschätzt, den er erzeugte, da das Herz zur Zielscheibe gemacht wurde. Ein Kongreßbesucher, der den „Weg“ der Wahrheit schon neunzehn Jahre gegangen ist, gab seinen Gefühlen Ausdruck. Er sagte: „Das Programm sprach jeden persönlich an und veranlaßte ihn, seinen Herzenszustand und den seiner Familie zu untersuchen und liebevoll schriftgemäße Hilfe zu leisten, so, wie es nötig wäre. Dies hat mir geholfen, meine Verpflichtung, der Versammlung mehr Hilfe zu leisten, noch besser zu erkennen.“ Ein anderer antwortete, als er gefragt wurde, was er als den immer wiederkehrenden Hauptpunkt des Programms ansehen würde: „Liebe zu Gott und nicht statistische Zahlen. Wir wünschen, daß der göttliche Name gerechtfertigt wird.“
Ein Programmpunkt, der die Aufmerksamkeit aller fesselte, war betitelt: „Was ist in deinem Herzen?“ Die Teilnehmer an diesem Drama machten herzerforschende Situationen durch, wie Christen sie allgemein durchmachen. Auf der Bühne standen riesige Modelle des Gehirns und des Herzens, die aufleuchteten, als der innerlich „Sprechende“ mit einer persönlichen, schwierigen Entscheidung hinsichtlich Sittlichkeit zu kämpfen hatte. Das Drama „Mache Jehovas Vorhaben zu deinem Lebensinhalt“, das die Ergebenheit der Moabiterin Ruth gegenüber dem Gott Noomis veranschaulichte, war für alle herzergreifend. Ruths Worte: „Wohin du gehst, werde ich gehen. ... Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott“ veranlaßten die Zuhörer, ihr eigenes Herz zu erforschen, um zu sehen, ob auch sie sich völlig zur Verfügung stellen, um zur Förderung der Anbetung des wahren Gottes, Jehovas, Dienst zu verrichten.
Eine Bestätigung der Wirksamkeit der Darstellungsmethode des „Dramas“ kam von einem Kongreßdelegierten in Portland (Oregon), der erklärte: „Die Ansprachen und die Dramen haben kraftvoll die Notwendigkeit hervorgehoben, ,unser Herz zu behüten‘, um schnell unrechte Gedanken auszuschalten.“ Ein anderer, vom Staate Washington, bemerkte: „Was bei diesem Kongreß unterstrichen wurde, war die Liebe, indem uns allen geholfen wurde, unser Herz zu erforschen und zu erkennen, wie tief unsere Loyalität und Ergebenheit gegenüber Jehova und Christus Jesus sind.“
In der Tat, ‘vom Herzen aus sind die Ausgänge des Lebens’. Es ist so, wie ein Delegierter der Versammlung Poughkeepsie (New York) folgerte: „Die Sache richtiger Beweggründe — warum wir etwas tun und nicht nur, was wir tun — scheint der Gedankenfaden zu sein, der von den meisten Rednern gesponnen wurde, weil Jehova das Herz richtet, nicht nur die Werke jemandes oder das, was äußerlich zutage tritt.“ — Spr. 4:23; 21:2.
So haben denn die Kongresse „Göttlicher Name“ den Namen Jehovas vor Gottes eigenem Volk in Wahrheit erhöht. Und die Ordentlichkeit und Sauberkeit, die guten Manieren und der glückliche Geist verherrlichten in den Augen aller, die es beobachteten, den Namen des Gottes, dem Jehovas Zeugen dienen. Einer der Redakteure der Zeitung Shreveport Journal betitelte einen redaktionellen Artikel über den Kongreß folgendermaßen: „Sie legen für eine glückliche Gottheit Zeugnis ab.“
Die von Herzen kommende Aufrichtigkeit, die die Anbetung des wahren Gottes, Jehovas, mit sich bringt, wurde von einem Schreiber der Greensboro Daily News (North Carolina) bemerkt. Wenn man in Betracht zieht, „daß hier eine größere Zahl der miteinander vermischten Volksgruppen vorhanden ist als bei den meisten anderen religiösen Gruppen“, sagte er, „so ist das Verhältnis von ,Bruder und Schwester‘ kein vorgetäuschtes“.
Jehovas Zeugen sind glücklich, daß ihre Tätigkeit zur Erhöhung des göttlichen Namens beiträgt. Aber sie erkennen, daß sie fortfahren müssen, ‘das Königreich Gottes und Gottes Gerechtigkeit zu suchen’, indem sie ihren Dienst für Gott ständig verbessern. Dieses umfassende Thema wurde auf dem Kongreß ebenfalls betrachtet und wird im folgenden Artikel besprochen.
[Bild auf Seite 20]
Aufschrift am Rathaus in Milwaukee heißt die Kongreßbesucher willkommen.
[Bild auf Seite 21]
In Los Angeles hörten 62 885 den Vortrag „Wenn alle Nationen frontal mit Gott zusammenstoßen“
[Bild auf Seite 23]
Kinder sprechen über das neue in Englisch erschienene Buch „Auf den Großen Lehrer hören“.
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Festigung des christlichen Dienstes für das bevorstehende WerkDer Wachtturm 1972 | 1. Januar
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Festigung des christlichen Dienstes für das bevorstehende Werk
WAS stärkt einen Diener Gottes, in der Welt des Alltags ein ehrliches, reines Leben zu führen trotz des vielseitigen Druckes und der Schwierigkeiten, denen er heute begegnet? Und was stärkt ihn ferner, die Wohnungen der Menschen seiner Gemeinde aufzusuchen, um seinen Glauben anderen zu empfehlen und sie darüber zu belehren?
Gottes Geist ist es, den man durch das Studium seines Wortes, der Bibel, erlangt, worauf man ihre Grundsätze in die Tat umsetzt. All dies zu tun bildet den Dienst des Christen. Diesem Dienst muß beständige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Darum haben Jehovas Zeugen solchen Eifer, zu biblischen Besprechungen zusammenzukommen.
Das ist auch der Grund, weshalb Jehovas Zeugen jährlich drei Kongresse veranstalten; einer ist gewöhnlich ein „Bezirks“- oder sogar ein Landes- oder ein internationaler Kongreß, zu dem Tausende zusammenkommen. Im Sommer 1971 haben 678 359 Personen die Kongresse „Göttlicher Name“ in den Vereinigten Staaten und in Kanada besucht. Auch England und Europa erfreuten sich ihrer Kongresse, und für später wurden Kongresse in anderen Teilen der Erde geplant.
DER DIENST INNERHALB DER VERSAMMLUNG
Die Festigung des christlichen Dienstes war eines der Hauptziele der Kongresse. Besonders der „Dienst innerhalb der Versammlung“ wurde in den Brennpunkt gerückt, und ein neuer Gesichtspunkt und eine neue Einstellung wurden gewonnen — eine mehr biblische Ansicht über den Dienst, besonders wie er vom Apostel Paulus in 1. Korinther, Kapitel zwölf beschrieben wird, wo er von den „Verschiedenheiten der Dienstämter“ oder von den verschiedenen Diensten spricht.
In einer Ansprache, in der der Dienst besprochen wurde, wurde gezeigt, daß, während es wichtig ist, „Außenstehenden“ zu predigen und sie mittels Heimbibelstudien zu lehren, dies doch nur einer der vielen Dienste der Christen ist. Der „Dienst innerhalb der Versammlung“: die Schulung der eigenen Familienangehörigen, der Besuch der Kranken oder Hilfsbedürftigen, die Teilnahme an christlichen Zusammenkünften, die Vorbereitung von Ansprachen — all dies gehört zu den verschiedenen Diensten. Sich weiterer Verantwortlichkeiten in Verbindung mit der Versammlung und dem Königreichssaal anzunehmen sowie das redliche, gewissenhafte Verhalten in der Sorge um die Bedürfnisse der Familienangehörigen gehört zu diesen Diensten. Ein Christ muß umsichtig sein in allem, was er tut, damit sein Dienst nicht als mangelhaft erfunden werde.
Einige Kommentare, die auf dem Kongreßgelände zu hören waren, zeigen den Geist, den diese Ansprache in den Zuhörern weckte. Ein Aufseher einer Versammlung der Stadt New York sagte: „Vielleicht sind in der Vergangenheit gewisse Diener Jehovas zu sehr an Zahlen interessiert gewesen und am Erfüllen ihrer Aufgaben auf eine genau vorgeschriebene Art, während das Wichtige das Herzensmotiv ist, eine tiefe Liebe zu Jehova.“
Ein reisender Vertreter der Watchtower Society in Florida bemerkte: „Etwas, was hervortrat, war die Auferbauung der Familie in geistigen Dingen. ... Manchmal sind die Brüder niedergeschlagen, weil sie im Felddienst nicht sehr viel tun können. ... Dies wird einen Geist in die Versammlung bringen, der die Auffassung bestätigt, daß diejenigen, die nicht so viel Felddienst tun können, wie sie möchten, dennoch treu sind, indem sie die Geistiggesinntheit ihrer Familienangehörigen stärken. So werden sie sich nicht übergangen fühlen.“
Ein anderer Delegierter von New York erklärte, daß er besonders beglückt gewesen sei zu sehen, daß der Nachdruck mehr auf liebevolle Ermunterung und Hirtentätigkeit gelegt worden sei als nur auf Berichte. „Es gibt so viele unserer Brüder und Schwestern“, sagte er, „die an Jahren vorgeschritten oder sonstwie eingeschränkt sind, die aber in so mancher Hinsicht einen großartigen Beitrag liefern zu der allgemeinen Gesundheit, der Geistiggesinntheit und dem Wohl der Versammlung. Es tut wohl zu sehen, daß ihr Dienst in diesen Beziehungen gebührende Anerkennung gefunden hat. Die Betonung, daß es keine ,Sonder‘-Klasse gibt, sondern daß alle Brüder sind, war ebenfalls vortrefflich.“
„Ich war froh zu hören, wie der Redner darauf hinwies“, sagte ein Aufseher aus Kalifornien, „daß wir nicht sagen wollen, unsere Pioniere [Vollzeitprediger] seien mehr wert als die anderen Glieder der Versammlung. Wir haben vortreffliche Brüder und Schwestern, die nicht im Vollzeitpredigtdienst sein können, so, wie wir auch vortreffliche Pioniere haben.“
APOSTOLISCHE VERSAMMLUNGEN
Die Ansprachen, die von der Vorkehrung der Leitung für die erste Christenversammlung handelten und ihre heutige Anwendung umrissen, riefen begeisterten Widerhall hervor. Jehovas Zeugen sind stets glücklich gewesen, sich der apostolischen Methode der Versammlungsorganisation und der Tätigkeit in dem Maße anzupassen, wie sie es verstanden, und ihre geistige Wohlfahrt und Mehrung beweisen, daß Gott mit Wohlgefallen auf sie geblickt hat.
Nach der bestehenden Vorkehrung war in den letzten Jahren e i n reifer Mann der Aufseher, der in erster Linie für die Hirtentätigkeit der Versammlung verantwortlich war. Andere ernannte „Diener“ waren seine Gehilfen.
Hingegen hat das jüngste Studium der biblischen, apostolischen Versammlungsstruktur, das die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas anstellte, offenbart, daß die Versammlungen in einer besonderen Hinsicht zurechtgebracht werden müssen, um noch vollkommener mit den Versammlungen des ersten Jahrhunderts in Übereinstimmung zu sein.
Im Einklang mit diesem Verständnis wurden die Kongreßbesucher anhand der Bibel darauf aufmerksam gemacht, daß nach der apostolischen Methode die Leitung jeder Versammlung durch eine Gruppe von Ältesten, eine Ältestenschaft, ausgeübt wurde, bestehend aus geistig reifen Männern, die aus den Reihen der männlichen Mitglieder ernannt worden waren und auch Aufseher der Versammlung waren. Alle diese waren an Amtsgewalt gleich, waren also nicht nur Gehilfen des einen Mannes. Jeder amtete anscheinend abwechslungsweise als Vorsitzender, doch wiewohl er als solcher diente, war er nicht der Aufseher. Diese Vorkehrung hatte zur Folge, daß sich die Verantwortung mehr verteilte, so daß die Versammlungen mit einer ausgeglicheneren Leitung versehen wurden.
Wie wurde dieser bemerkenswerte biblische Organisationsgrundsatz von den versammelten Mengen aufgenommen?
Nun, Jehovas Zeugen erkennen, daß Jehova die Glieder seines Volkes auf fortschrittliche Weise führt und läutert. Sie haben ähnliche Zurechtbringungen schon früher erlebt und erkennen, daß sich durch Gottes Führung ein Fortschritt ergeben hat. Sie sind sich auch der Tatsache bewußt, daß sie keine wahren Vertreter Gottes und seines Königreiches wären, wenn sie die Annahme solcher Änderungen von sich weisen würden.
Um zu vernehmen, welche persönliche Einstellung gegenüber der neuen Vorkehrung vorhanden sei, sind viele der verantwortlichen Männer befragt worden, die als Aufseher verschiedener Versammlungen dienen, und auch andere. Das allgemeine Empfinden, daß dieses Zurechtbringen in struktureller Hinsicht ein Schritt vorwärts sei, wurde in der Äußerung folgender dreier Männer treffend zusammengefaßt:
Einer, ein reisender Diener, der einer Anzahl Versammlungen im Gebiet von Chicago dient, sagte: „Dies muß wirksam sein, denn es kommt von Jehova.“ Ein anderer, der im Westen der Vereinigten Staaten ein großes Gebiet beaufsichtigt, das als ein „Bezirk“ bekannt ist, sah voraus, daß der Geist Gottes noch überströmender fließen werde „zufolge des tieferen Verständnisses, daß es nur ‚e i n e n Mittler zwischen Gott und den Menschen‘ gibt“. Ein Delegierter von Oregon äußerte den schönen Gedanken, daß die Betonung nicht mehr auf der Einzelperson liegt, da niemand die erste Amtsgewalt in der Versammlung innehat, was „die Aufmerksamkeit mehr auf das eigentliche Haupt der Versammlung, auf Jesus Christus, lenken wird“.
Andere sprachen von den Segnungen des einzelnen Dieners in der Versammlung. „Es wird eine Ermunterung sein für alle reifen Männer, Verantwortung übernehmen zu können“, sagte ein Zeuge aus Chicago, der langjährige Erfahrung hat. Öffentlich äußerten sich die versammelten Kongreßbesucher in Cincinnati, indem sie sagten: „Wie dankbar sind wir doch, zu einer Organisation zu gehören, die sich so sehr für das geistige Wohl ihres Volkes interessiert.“
ORGANISIERT FÜR EINE FOLGENSCHWERE ZUKUNFT
So zeigt sich deutlich, daß der Dienst derer, die die gute Botschaft von Gottes messianischem Königreich predigen, gefestigt wird. Wenn prüfungsvolle Zeiten der Verfolgung kommen, werden die Versammlungen imstande sein, ihr Werk fortzusetzen, auch wenn einige der verantwortlichen Männer weggeholt werden. So sagte ein Aufseher, der Erfahrungen während neunundzwanzig Jahren hinter sich hat, ernst: „Ich habe das Empfinden, daß dieser Aufschluß uns zu eben dieser besonderen Zeit gegeben worden ist, weil wir in der Endzeit so weit vorangeschritten sind. Gewiß besteht die Notwendigkeit, enger zusammenzurücken, um dem Feind vereint trotzen zu können.“
Folgenschwere Ereignisse, die in der unmittelbaren Zukunft eintreten, werden in der Bibel, in der Prophezeiung Hesekiels, beschrieben. Diese Prophezeiung bildete die Grundlage eines Buches, das bei den Kongressen freigegeben wurde und den Titel trägt: ‘Die Nationen sollen erkennen, daß ich Jehova bin’ — Wie? In Hesekiels Prophezeiung wird das Werk, das Gottes Volk heute verrichtet, bildlich als eine „Kennzeichnung“ zur Bewahrung aller Personen dargestellt, die eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens herbeiwünschen und ihr Leben gemäß Gottes Weg umgestalten wollen. (Hes. 9:4-6; Kol. 3:10) Insgesamt 12 556 Personen, die diesen Lebensweg neu beschreiten, wurden bei den Kongressen in Kanada und den Vereinigten Staaten getauft.
Wenn auch die Zeit für das gegenwärtige System der Dinge kurz ist, haben Jehovas Zeugen doch viel zu tun. Es gibt viele denkende Menschen, die die „Handschrift an der Wand“ für dieses System der Dinge sehen und die die gute Botschaft vom Königreich hören müssen. Diejenigen, die Vorbereitungen für die Kongresse „Göttlicher Name“ trafen, waren beeindruckt von der Tatsache, daß im allgemeinen die Geschäftsleute, mit denen sie verhandelten, nicht wie in der Vergangenheit „rein geschäftlich eingestellt“ waren. Einige äußerten die Ansicht: „In der Geschäftswelt sehen wir keine Zukunft.“ Viele erkennen ebenfalls, daß die Konfessionen der Christenheit im Niedergang begriffen sind. Wie die Prophezeiung Hesekiels es zeigt, müssen solche Menschen mit der Warnung der Bibel erreicht werden, damit sie diese Religionssysteme verlassen, wenn sie den Sturz der Christenheit überleben möchten.
Die allgemeinen Empfindungen der Kongreßbesucher am Schluß des Kongresses wurden von einem Aufseher in einer Versammlung in Cincinnati zum Ausdruck gebracht, der offenbar Hesekiels Prophezeiung noch frisch im Sinn hatte, als er sagte: „Die Christenheit wird untergehen, da sie sich eigensinnig weigert, sich gemäß der geoffenbarten Wahrheit zu ändern, während die Gesellschaft der Zeugen Jehovas zunehmen und immerdar gedeihen wird, weil sie sich zurechtbringen läßt, um sich dem Wege Jehovas anzupassen. Ich denke, wir werden uns noch lange an die Kongresse ,Göttlicher Name‘ erinnern.“
[Bild auf Seite 26]
In Kanada und in den USA führten Jehovas Zeugen 45 Kongresse „Göttlicher Name“ durch; hier in Cincinnati waren 36 335 Personen anwesend.
[Bild auf Seite 27]
Im Rahmen des Kongreßprogramms wurde das Bibellesen im Familienkreis empfohlen.
[Bild auf Seite 28]
Missionare aus Westafrika unterhalten sich in Philadelphia über das neue Buch „Leitfaden für die Theokratische Predigtdienstschule“.
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Wann sollen wir wie Unmündige sein?Der Wachtturm 1972 | 1. Januar
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Wann sollen wir wie Unmündige sein?
WER wünscht, wie ein Unmündiger zu sein? Ist nicht das völlige Erwachsensein, die Reife, der wünschenswerteste Zustand? Ja, tatsächlich, wie auch der Apostel Paulus es anzeigte, wenn er schrieb: „Als ich ein Unmündiger war, pflegte ich wie ein Unmündiger zu reden, wie ein Unmündiger zu denken, wie ein Unmündiger zu überlegen; nun aber, da ich ein Mann geworden bin, habe ich die Merkmale eines Unmündigen abgelegt.“ — 1. Kor. 13:11.
So nützlich und unumgänglich notwendig die Reife des Körpers, des Intellekts und des Gefühlslebens ist, gibt es doch eine gewisse Art der Reife, die noch wichtiger ist. Was ist dies? Das geistige Erwachsensein oder die geistige Reife. Diese Art der Reife befähigt einen, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Sie setzt den Christen instand, fest zu bleiben trotz widersprüchlicher Lehren, trotz Versuchungen und vielseitigen Druckes. Geistige Reife befähigt einen, ‘wach zu bleiben, fest zu stehen im Glauben, sich wie Männer
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