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Der göttliche Wille geschieht im Himmel und auf ErdenDer Wachtturm 1959 | 1. Mai
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21, 22. (a) Was vereint uns in solch wunderbarer Weise? (b) Was beten wir gemeinsam in Übereinstimmung mit seinem kundgegebenen Willen?
21 Inmitten des anarchistischen Konfliktes, den der Gegensatz im Willen der Menschen heute auslöst, treten wir ausschließlich für den kundgegebenen Willen Gottes ein. Dieser göttliche Wille ist das, was uns in Herz und Sinn, in Wort und Tat so wunderbar vereint. Gemeinsam beten wir zu Gott: Dein Königreich komme und damit auch dessen siegreicher Angriff auf die ganze Organisation des Teufels in Harmagedon. Ja, möge sein vollkommener, gerechter und heiliger Wille, wie im Himmel, so auch auf dieser Erde, auf seinem Fußschemel, geschehen! Mögen die gesetzlosen Gegner seines Willens aus dem Dasein weggerafft werden! Mögen die treuen, liebreichen, gehorsamen Täter seines Willens seinen Sieg, seine Rechtfertigung gegenüber all seinen Feinden, in Harmagedon sehen, und mögen sie in die neue Welt der Gerechtigkeit, des Friedens, der Wahrheit und Heiligkeit eingehen. Möge die ganze Erde mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Jehovas so erfüllt werden, wie Wasser den Meeresgrund bedeckt.
22 Möge durch sein Königreich diese Erde gesegnet werden, damit das Paradies wiederhergestellt und die Erde, sein Fußschemel, in eine schöne Stätte umgewandelt wird, die dann vollkommenen, glücklichen Menschen, die im Bilde und Gleichnis des Schöpfers sein werden, eine ewige Heimat bietet. Möge sein gesalbter König an alle, die in den Gedächtnisgrüften ruhen, seinen Ruf ergehen lassen, damit sie ihn hören und hervorkommen zu einer Auferstehung, zu Gelegenheiten, die allen zuteil werden und deren sich alle immerdar im Paradies erfreuen werden, die seiner Königreichsherrschaft gehorchen. Mögen alle Gesetzlosen, wo immer sie sich befinden, vertilgt werden, alle aber, die Jehova lieben, ewiges Leben finden! Mögen alle Seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft Jehova preisen. Ja, alles, was Odem hat, lobe Jehova, weil sein Wille geschieht!
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Internationaler Kongreß der Zeugen Jehovas „Göttlicher Wille“Der Wachtturm 1959 | 1. Mai
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Internationaler Kongreß der Zeugen Jehovas „Göttlicher Wille“
GOTTES Königreich herrscht im ganzen Universum! Noch nie konnte seine Gegenwart auf Erden so gut empfunden werden wie im Sommer des Jahres 1958 — nicht etwa durch einen Gewaltakt, sondern durch eine beachtenswerte friedliche Kundgebung. Noch nie hatten sich so viele seiner Gesandten versammelt, um Belehrung und Ratschläge zu empfangen und um gemeinsam ein öffentliches Zeugnis abzulegen und eine gemeinsame Erklärung abzugeben. Sie kamen zu Zehntausenden, und die größten Baseball-Stadien von New York, das weltbekannte Yankee-Stadion und die in der Nähe gelegenen Polo Grounds, waren tatsächlich überfüllt, doch wickelte sich alles reibungslos ab, wie es sich für Vertreter der erhabenen Regierung der universellen Ordnung geziemt. Acht Tage lang versammelten sich täglich über 145 000 Besucher, um sich über die Interessen des Königreiches Gottes zu beraten, und es herrschte Friede, Ordnung und Brüderlichkeit unter ihnen. Die Spannung, die heftigen Beschuldigungen und Gegenbeschuldigungen, die Rivalität und der Widerstreit, die die offiziellen Tagungen der Vereinten Nationen kennzeichnen, die ihren Hauptsitz einige Kilometer weiter südlich haben, trübten keine einzige Veranstaltung des internationalen Kongresses der Zeugen Jehovas, der vom Sonntag, dem 27. Juli, bis zum Sonntag, den 3. August, unter dem Motto „Göttlicher Wille“ tagte. Obwohl die Delegierten aus mindestens 123 Ländern (und von vielen Inseln) kamen, versammelten sie sich in loyaler Eintracht zu dem jetzt herrschenden Königreiche Gottes.
Die Feindseligkeit zwischen den östlichen und westlichen Nationen, deren geteilte, eigennützige Interessen gefährdet zu sein schienen, hatte die ganze Menschheit an den Rand eines Krieges — eines dritten Weltkrieges — gebracht. Der Nahe Osten, in dem es schon in biblischen Zeiten dauernd gegärt und gebrodelt hat, war wie ein Pulverfaß, das durch einen einzigen zündenden Funken hätte in die Luft fliegen können. Durch Gewalt, durch eine Revolution, war die königliche Regierung des in der Bibel erwähnten alten Landes Mesopotamien gestürzt worden. Prompt erkannten Rußland und die Vereinigte Arabische Republik von Ägypten und Syrien die Rebellenregierung an. Auf Wunsch des damaligen verfassungsmäßigen Präsidenten des Libanon landeten die Vereinigten Staaten von Amerika in jenem durch seine Zedern berühmt gewordenen Küstenland Tausende von Soldaten, und auf Wunsch des Königs von Jordanien landete Großbritannien Truppen in dessen Hauptstadt Amman. Auf ihre eigenen Interessen bedachte Nationen bezeichneten dieses Vorgehen als „Aggression“. Die Vereinten Nationen und ihre Grenzüberwachungstruppen waren der kritischen Situation nicht gewachsen. Die Weltlage nahm immer gefährlichere Formen an. In einer solchen Zeit einen internationalen, unpolitischen Kongreß abzuhalten schien sehr ungünstig zu sein, besonders, da die Delegierten aus allen Himmelsrichtungen, sogar aus den Unruhegebieten selbst, kommen sollten und auf die weltlichen Verkehrsmittel angewiesen waren.
Doch der lange im voraus angekündigte internationale Kongreß stand nicht umsonst unter dem Motto „Göttlicher Wille“. Es war Gottes Wille, daß er stattfinden sollte, und daher konnten ihn die Weltverhältnisse nicht verhindern. Der höchste Gott des Himmels, der durch seinen auf den Thron erhobenen Sohn Jesus Christus regiert, bewies machtvoll, daß er inmitten seiner Feinde, der Dämonen und Menschen, herrscht. Er hielt die hinter dem Ost- und Westblock der Nationen stehenden Mächte zurück, damit sich die Gesandten seines himmlischen Königreiches gemäß seinem göttlichen Willen in Frieden versammeln konnten.
Eine Versammlung zu veranstalten, an der eine Menge Gesandte, Diplomaten und offizielle Vertreter weltlicher Nationen teilnimmt, erfordert Zeit und Organisation. Wenn man nun bedenkt, daß in New York über 150 000 Gesandte des Königreiches Gottes aus über 120 Ländern zusammenkommen sollten, kann man sich ungefähr vorstellen, wieviel Zeit und organisatorische Arbeit nötig waren, um es all den Jehova hingegebenen christlichen Zeugen zu ermöglichen, zu dem achttägigen internationalen Kongreß „Göttlicher Wille“ zu erscheinen.
Durch eine Mitteilung, die in der englischen Ausgabe der offiziellen Königreichszeitschrift Der Wachtturm (die Jehovas Königreich verkündet) vom 15. Dezember 1956 (S. 763) erschien, wurden die Besucher neunzehn Monate im voraus auf dieses Ereignis aufmerksam gemacht. Die Benutzung des Yankee-Stadions während der angekündigten acht Tage war damals vertraglich gesichert. Da die Neue-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas seit dem internationalen Kongreß im Jahre 1953, der im Yankee-Stadion stattfand und bei dem Tausende in einer mehrere Kilometer entfernten Wohnwagenstadt im Nachbarstaat New Jersey untergebracht worden waren, noch mehr zugenommen hat, war es gleich zu Beginn der Verhandlungen klar, daß für die weit größere Menge Kongreßbesucher, die diesmal erwartet wurde, mehr als ein Stadion nötig war. Die Glieder der geistlichen leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas verfolgten gespannt den Ausgang der Dinge in Verbindung mit den Polo Grounds, dem Baseball-Stadion der „New York Giants“, das sich nordwestlich vom Yankee-Stadion auf der gegenüberliegenden Seite des Harlem River befindet. Man sprach davon, daß die nationale Baseball-Mannschaft, die „New York Giants“, von der Stadt New York nach San Franzisko, Kalifornien, versetzt werden sollte, und durch die Vorsehung wurde die Versetzung der Sportgesellschaft, der die Mannschaft angehörte, am 19. August 1957 vom Direktionsausschuß genehmigt. Dadurch waren die Polo Grounds nicht mehr regelmäßig besetzt und standen also für den Kongreß zur Verfügung. Ohne Zögern schloß der Präsident der Watch Tower Bible & Tract Society mit den Eigentümern einen Vertrag ab, damit die Polo Grounds zu derselben Zeit benutzt werden konnten wie das Yankee-Stadion.
Bemühungen, die lange im voraus unternommen worden waren, einen genügend großen, günstigen Platz für die Errichtung einer Wohnwagenstadt zu finden, in der Zehntausende von theokratischen Kongreßbesuchern hätten untergebracht werden sollen, schlugen wiederholt fehl. Schließlich wurde kurz vor der Eröffnung des internationalen Kongresses in der englischen Ausgabe des monatlichen Dienstblattes Königreichsdienst vom Juli 1958 endgültig mitgeteilt, daß es „keine Wohnwagenstadt“ gäbe. Es war offensichtlich Gottes Wille, daß alle theokratischen Kongreßbesucher an e i n e m Ort zusammenkamen, damit sie miteinander Kontakt haben und einander sehen konnten und damit sie alle unter e i n e r Leitung standen und alle gemeinsam zu der Kundgebung christlicher Liebe, Gemeinschaft und Solidarität beitrugen. Die einzigen Zelte, die aufgeschlagen wurden, waren jene, die sich direkt neben den Polo Grounds und dem Yankee-Stadion befanden und in denen die Cafeteria untergebracht war und die zusätzliche Sitzgelegenheiten boten, damit die vielen Besucher, die in den Stadien keinen Platz mehr fanden, dem Programm dort durch Lautsprecher folgen konnten.
Außerdem waren noch andere wichtige Zusammenkünfte mit verantwortlichen Gliedern der sichtbaren Organisation Jehovas vorgesehen, die nicht gut in den Polo Grounds oder im Yankee-Stadion stattfinden konnten. Für diese besonderen Zusammenkünfte und um Kongreßbesuchern weiteren Platz zu bieten, wurde der New Rockland Palace gemietet, der etwa einen Häuserblock südlich der Polo Grounds liegt. Der fürsorgliche König der Ewigkeit, Jehova Gott, ließ also seine königlichen Gesandten nicht nur zu diesem Königreichskongreß einladen, sondern sorgte auch dafür, daß für ihre Zusammenkünfte und für die Erledigung der damit verbundenen Angelegenheiten Platz genug zur Verfügung stand.
UNTERKÜNFTE UND ANDERE DIENSTLICHE ABTEILUNGEN
Obwohl die Stadt New York in einem sogenannten christlichen Lande liegt, ist sie in Wirklichkeit eine große heidnische Stadt, denn ein großer Prozentsatz ihrer Bevölkerung bekennt sich weder zum Christentum noch zum Judentum, und jene, die es tun, haben bloß „eine Form der Gottergebenheit“, erweisen sich aber „hinsichtlich deren Kraft als falsch“. (2. Tim. 3:5, NW) In dieser großen Metropole und ihren Vororten, mit ihren über acht Millionen Einwohnern, gibt es eine Menge Hotels, Campingplätze und Motels, und trotzdem waren für die Tage, während
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