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Sie erfüllen die Bedingungen für die Laufbahn eines MissionarsErwachet! 1971 | 8. Februar
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bereits so lange von zu Hause fort waren, wußten sie, daß sie nicht vor Heimweh krank würden, wenn sie in ein fernes Land geschickt würden. Außerdem wußten sie, daß sie bei guter Gesundheit waren, daß sie keine besondere ärztliche Behandlung benötigten. Sie waren überzeugt, daß ihnen ein anderes Klima, andere Nahrung und eine andere Lebensweise nicht über Gebühr zu schaffen machen würde. Wie strahlten sie vor Glück, als sie beauftragt wurden, als Missionare in der Republik Kongo zu dienen!
Eine wichtige Bedingung, die jeder erfüllen muß, der die Gileadschule besuchen möchte, sind gute Englischkenntnisse. In Gilead lernen die meisten Studenten die Sprache, die in dem Land gesprochen wird, in dem sie als Missionare dienen werden. Aber sonst wird im Unterricht englisch gesprochen, und auch die Vorträge werden in Englisch gehalten.
Einer der aus Deutschland stammenden Studenten der neunundvierzigsten Klasse hatte sich vor einigen Jahren überlegt, ob er Aussicht habe, Missionar zu werden. Er fand, daß seine körperliche und seelische Verfassung es ihm ermöglichen würde, sich den ganz anderen Verhältnissen, die in einem fremden Land herrschen, anzupassen. Er hatte sich vor mehr als drei Jahren taufen lassen, war ein eifriger Vollzeitprediger und war bereit und auch in der Lage, in irgendein Land zu gehen, in das er von der Watch Tower Society geschickt würde. Aber seine Englischkenntnisse waren zu gering. Um sie zu verbessern, hörte er täglich die von einem englischsprachigen Rundfunk durchgegebenen Nachrichten. Auch begann er ein von der Gesellschaft herausgegebenes Hilfsmittel zum Bibelstudium in Englisch zu lesen. Er kam nur langsam voran und mußte dauernd im Wörterbuch nachsehen, aber er machte Fortschritte. Jetzt spricht er sehr gut englisch; er verstand alles, was im Unterricht gesprochen wurde, und konnte auch die Hausaufgaben sehr gut bewältigen. Während des Schulkurses erwarb er sich sogar die Grundkenntnisse einer weiteren Fremdsprache — Spanisch —, und er freute sich, als er erfuhr, daß er nach Honduras gesandt würde, um das Predigtwerk dort zu unterstützen.
Das Programm der Entlassungsfeier
Alle, die bei der Entlassungsfeier anwesend waren, merkten aus dem, was die Unterweiser sagten, daß sie echtes Interesse an den Studenten hatten. Der Schulsekretär wies darauf hin, daß sich in dem Land, in dem sie als Missionare dienen würden, manches ereignen würde, was sie als „Zurechtweisung des Lebens“ betrachten sollten und was ihnen helfen würde ,Herz zu erwerben‘, was wertvoller sei als Erkenntnis. (Spr. 15:31, 32, New World Translation) Ein anderer Unterweiser betonte nachdrücklich, daß sie weiterhin das Gute lieben und das Böse hassen sollten. (Ps. 45:7) Auch zwei Aufseher vom Hauptbüro der Gesellschaft richteten das Wort an die Studenten. Der eine ermunterte sie, „wetterfeste Hirten“ zu sein, Hirten, die die „Schafe“ angesichts von Schwierigkeiten — wie eine neue Sprache erlernen oder sich an ein anderes Klima gewöhnen, an eine andere Kost oder Lebensweise — nicht im Stich ließen. (Hes. 34:1-14) Der andere ermunterte sie, die Menschen in dem Land, in dem sie als Missionare dienen würden, nicht nach dem Äußeren zu beurteilen — nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen oder ihrer Schulbildung —, sondern nach Menschen Ausschau zu halten, die ein gutes Herz hätten, denn solche Menschen suche Gott. — 2. Kor. 10:7.
Die letzten beiden Redner des Symposiums waren der Vizepräsident und der Präsident der Watchtower Society. Der Vizepräsident sagte nachdrücklich, Gott und Jesus würden wie über den Jünger Timotheus auch über die Missionare wachen, daß sie ihre Aufgaben erfüllen, und würden ihnen helfen. (2. Tim. 4:1) Und Präsident N. H. Knorr brachte einen schönen Vergleich zwischen der Ausbreitung des Predigtwerkes im ersten Jahrhundert u. Z. und seiner Ausbreitung in unserem Jahrhundert.
Am Nachmittag führten die Studenten ein ergreifendes biblisches Drama auf. Darin wurde eine Familie aus unserer Zeit dargestellt: Die Eltern waren Zeugen Jehovas, hatten aber einen Sohn, der gleichgültig war. Er besuchte zwar die christlichen Zusammenkünfte, tat auch nichts Böses, doch sein Leben war nicht von dem Wunsch beherrscht, den Willen Gottes zu tun. Dann wandte sich das Drama dem Bibelbericht über Ruth, Noomi und Boas zu und zeigte, wie sehr ihnen das Vorhaben Jehovas am Herzen lag. Die Botschaft des Dramas war unmißverständlich: Man muß sich im Leben unbedingt von Jehovas Vorhaben leiten lassen. Wie passend war es, daß die Studenten mithalfen, diesen wichtigen Gedanken zu vermitteln, denn alle Anwesenden wußten, daß die Studenten der neunundvierzigsten Klasse sich in ihrem Leben von Gottes Vorhaben leiten ließen; der Beweis dafür war ja die Tatsache, daß sie die Bedingungen erfüllten, als Missionar ausgesandt zu werden.
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„Du sollst nicht ehebrechen“Erwachet! 1971 | 8. Februar
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„Dein Wort ist Wahrheit“
„Du sollst nicht ehebrechen“
„DER Ehebruch ist heute ein Vergnügen, dem man leichtfertig und ohne die geringsten Schuldgefühle nachgeht.“ Zu diesem Schluß kamen einige Psychiater, die an der Jahreskonferenz (1969) der Gesellschaft amerikanischer Psychiater teilnahmen. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man erfährt, daß nach den neuesten Statistiken 60 Prozent der verheirateten Männer und 35 bis 40 Prozent der verheirateten Frauen zugeben, Ehebruch verübt zu haben.
Albert Ellis, Leiter des Instituts für eine vernünftige Lebensweise, erklärte: „Ein gutes Mittel, ein Ehepaar zusammenzuhalten, kann der Ehebruch sein.“ Nach seiner Meinung ist es einem „gesunden“ Ehebrecher möglich, „ein außereheliches Liebesverhältnis zu haben, ohne seine Ehe zu zerstören oder seine Familienbande zu zerreißen“, und er mag ohne weiteres das Gefühl haben, „wenn er ein außereheliches Verhältnis habe, gehe es ihm besser, als wenn er sich nur mit seinem Ehepartner begnüge“. Auch gewisse Geistliche haben den Ehebruch verteidigt.
In Gottes Wort wird aber etwas ganz anderes gesagt. Jehova Gott, der den Menschen geschaffen und ihm die Fähigkeit verliehen hat, sich fortzupflanzen, besitzt das Recht, Gesetze über den Gebrauch dieser Fähigkeit zu erlassen. Das siebente der Zehn Gebote, die er dem Volke Israel gab, lautet: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Und wie sollte jemand, der dieses Gesetz übertrat, bestraft werden? Mit dem Tod. — 2. Mose 20:14; 5. Mose 22:22.
Auch den Christen wird der Ehebruch ausdrücklich untersagt. Deutlich wird erklärt, daß Ehebrecher ‘Gottes Königreich nicht ererben werden’ und daß Gott „Hurer und Ehebrecher richten“ wird. — 1. Kor. 6:9, 10; Hebr. 13:4.
Heute sind viele bestrebt, den Ehebruch zu entschuldigen, doch das ist Selbstbetrug. Die biblisch Regel: „Was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ kann nicht umgestoßen werden. (Gal. 6:7) Man bedenke, welche Folgen ein Ehebruch haben könnte: ein schuldbeladenes Gewissen, Geschlechtskrankheit und unerwünschte Schwangerschaft. Angenommen, es kommt zu einer solchen Schwangerschaft, wer muß denn für die Mutter sorgen und das uneheliche Kind großziehen? Oder wird man zu einer Abtreibung Zuflucht nehmen und so einen Mord begehen? Auch denke man daran, wie schmerzlich es für den unschuldigen Ehepartner sein wird, wenn er erfährt, daß sein Partner Ehebruch begangen hat. Außerdem darf man nicht vergessen, daß die Eifersucht als Folge eines Ehebruchs nicht nur zu einer Scheidung, sondern auch zu einem Mord führen kann. — Spr. 6:27-35.
Ferner denke man an die Strafe in Form psychologischer Folgen. Psychologe und Hochschullehrer Dr. L. Salzman sagte, der Ehebrecher beraube sich der Möglichkeit, das tiefe
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