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Höre auf Daniels Worte für unsere TageDer Wachtturm 1969 | 15. August
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21. Was zeigt, daß die Standhaftigkeit der drei Hebräer für alle Umstehenden ein Zeugnis war?
21 Als sie herauskamen, konnte jedermann sehen, daß das Feuer keine Macht über ihren Leib gehabt hatte und daß weder das Haar ihres Hauptes noch ihre Leibröcke versengt waren, ja nicht einmal der Geruch des Feuers war an ihnen! Ihre Standhaftigkeit in dieser Prüfung war für alle Umstehenden damals ein großes Zeugnis, und sogar der König war durch dieses Erlebnis offensichtlich dermaßen erschüttert worden, daß er sich gedrängt fühlte zu sagen: „Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die auf ihn vertrauten und das Wort des Königs übertraten und ihre Leiber dahingaben, um keinem Gott zu dienen, noch ihn anzubeten, als nur ihrem Gott! ... es [gibt] keinen anderen Gott ..., der auf solche Weise zu erretten vermag.“ — Dan. 3:28, 29.
22. (a) Inwiefern geht es heute im wesentlichen um die gleiche Frage wie in den Tagen Daniels? (b) Was sollten Diener Gottes tun, da die meisten von ihnen früher oder später Prüfungen unterzogen werden?
22 Wie diese Männer damals, so können Jehovas Zeugen auch heute keinen Kompromiß eingehen. In einigen Ländern müssen sie die gute Botschaft vom Königreich unterirdisch predigen, in anderen kommen sie heimlich zusammen, um sich für das vor ihnen liegende Werk zu stärken. Als Christen sind sie zwar gesetzestreue Bürger, wenn es aber um die Bewahrung ihrer Lauterkeit gegenüber Jehova geht, können sie sich nicht nach den Launen oder Befehlen nationalistischgesinnter Machthaber richten. Heute stehen Jehovas Diener vor der Entscheidung der gleichen Frage wie in den Tagen Daniels, nämlich: Wen soll ich anbeten? Die meisten Diener Gottes werden in Verbindung mit dieser Frage früher oder später einer Prüfung unterzogen, und von denen, die im voraus beschlossen haben, wie sie handeln wollen, kann erwartet werden, daß sie standhaft bleiben. Es ist besser, jetzt diesen Entschluß zu fassen, als es aufzuschieben, bis man vor einer Prüfung steht. Wie zeitgemäß ist doch der Bericht über diese treuen Männer der alten Zeit! Welche Ermutigung für treue Diener Gottes heute, zu erfahren, wie Jehova Gott jene, die sich weigerten, andere Götter anzubeten, befreite!
DER PROPHETISCHE TRAUM VOM BAUM
23. Welchen Traum hatte Nebukadnezar mehr als acht Jahre vor seinem Tod, und wie deutete Daniel diesen Traum?
23 Mehr als acht Jahre vor seinem Tod hatte Nebukadnezar eines Nachts einen Traum, der ihn erschreckte. Als alle Magie treibenden Priester Babylons den Traum nicht deuten konnten, wurde Daniel zum König gerufen, und der mächtige Weltherrscher sagte zu ihm: „Sage mir die Gesichte meines Traumes, den ich gesehen habe, und seine Deutung.“ (Dan. 4:9) Der Traum handelte von einem großen Baum, der auf Befehl eines Engels vom Himmel umgehauen werden sollte. Sein Wurzelstock sollte in Fesseln von Eisen und Erz oder Kupfer im Grase des Feldes gelassen werden, bis „sieben Zeiten“ darüber vergangen wären. Der Engel im Traum hatte gesagt: „Sein menschliches Herz werde verwandelt und das Herz eines Tieres ihm gegeben; und sieben Zeiten sollen über ihm vergehen.“ Was bedeutete aber dieser Traum? Ob seine Deutung den König Nebukadnezar ebenfalls erschrecken würde? Daniel sagte zu ihm: „Der Baum, den du gesehen hast, ... das bist d u, o König.“ — Dan. 4:10-22.
24, 25. (a) Was sollte Nebukadnezar widerfahren, und warum? (b) Bei welcher Gelegenheit erfüllte sich der Traum vom Baum an ihm, und wie?
24 Wir können uns vorstellen, mit welcher Aufmerksamkeit Nebukadnezar darauf der Erklärung Daniels folgte. Daniel offenbarte ihm, daß er von seinem Thron vertrieben und daß er aufs Feld hinausgehen werde, um Gras zu essen wie die Rinder. Doch wie der mit doppelten Fesseln umgebene Wurzelstock in der Erde geblieben sei, so werde ihm sein Königtum erhalten bleiben, bis „sieben Zeiten“, in denen er in diesem erniedrigten Zustand wäre, vorüber seien. Dann werde sein Verstand zurückkehren, und er werde bekennen müssen, daß der höchste Gott der höchste Herrscher ist und das Königtum über die Menschen verleiht, wem er will. Ein Jahr später erfüllte sich der Traum an Nebukadnezar, als er auf seinem königlichen Palast umherwandelte und die prächtige Stadt Babylon mit ihren hängenden Gärten, die zu den „sieben Weltwundern“ gehörten, überblickte. Wie erhaben er sich doch fühlte beim Anblick all dieser Pracht! Stolz sagte er: „Ist das nicht das große Babel, welches ich zum königlichen Wohnsitz erbaut habe durch die Stärke meiner Macht und zu Ehren meiner Herrlichkeit?“ — Dan. 4:29, 30.
25 Nebukadnezar hatte diese Worte noch im Munde, als eine Stimme vom Himmel herab ankündigte, daß sich der Traum vom Baum jetzt an ihm erfüllen werde. In demselben Augenblick verlor Nebukadnezar den Verstand. Er ging aufs Feld hinaus, um Gras zu essen wie ein Rind, und blieb dort sieben Jahre. Am Ende dieser Zeit kehrte sein Verstand zurück, und nun verherrlichte er Gott, den Höchsten, nicht mehr sich selbst. Dieser Traum und seine unmittelbare Erfüllung an Nebukadnezar war eine Prophezeiung, deren Erfüllung bis in das zwanzigste Jahrhundert hineinreichte.
26. (a) Welcher Herrschaftswechsel trat bei der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. ein? (b) Was wurde durch den Baum und was durch den in Fesseln gelegten Wurzelstock dargestellt?
26 Als Nebukadnezar Gottes Vorbild-Königreich Israel vernichtete, ging die Herrschaft über dessen Gebiet an die siegreiche heidnische Weltmacht über. Weltliche Regierungen sollten von nun an über die ganze Erde herrschen, ohne durch Jehovas Königreich (auch nicht durch ein Vorbild-Königreich) gehindert zu werden, bis „sieben Zeiten“ vergangen wären. Der Baum, der die Weltherrschaft durch Gottes Königreich darstellte, wurde mit Fesseln umgeben, und sein Wurzelstock wurde in der Erde gelassen. Das veranschaulichte, daß derjenige, der die Weltherrschaft ursprünglich innehatte, sie nicht für immer aufgegeben hatte. Der Wurzelstock war in Fesseln gelegt worden, und das bot die Gewähr dafür, daß der Baum nicht tot war und daß sein Wurzelstock wieder sprossen würde.
27. (a) Was wurde durch Nebukadnezars Geistesgestörtheit veranschaulicht? (b) Wie lange sollten nach der Bibel die sieben prophetischen Zeiten dauern, und bis in welche Zeit sollten sie hineinreichen?
27 Nach der Prophezeiung sollte Gottes Königreich während der „sieben Zeiten“ der Nationenherrschaft machtlos oder gewissermaßen in der Erde bleiben wie jener Wurzelstock. Nebukadnezars Geistesgestörtheit und sein tierisches Verhalten während der sieben buchstäblichen Zeiten, die über ihm vergingen, veranschaulichte, daß sich die Herrscher der Nationen in der Zeit, da sie ihre Weltherrschaft ausüben würden, wie wilde Tiere benehmen würden. Nach der Bibel entsprechen die „sieben Zeiten“ der Nationenherrschaft einem Zeitraum von 2 520 Jahren, die im Jahre 607 v. u. Z. begannen und im Jahre 1914 u. Z. endeten, also bis in das zwanzigste Jahrhundert hineinreichten!
28. Was geschah am Ende der sieben symbolischen Zeiten, und warum läßt Jehova die Nationen noch für kurze Zeit bestehen?
28 Im Jahre 1914 löste Gott die Fesseln, die den symbolischen Baum umgaben; er erhöhte den Herrn Jesus Christus und übertrug ihm die Weltherrschaft. Nun herrscht Gottes Königreich! Nur der Langmut Gottes ist es zuzuschreiben, daß die Nationen heute noch ihre Macht ausüben, denn er hätte sie in den Jahren unmittelbar nach der Wiederaufrichtung seines Königreiches sogleich vernichten können. Ob sie es anerkennen oder nicht, so herrschen sie heute nur, weil Jehova Gott sie noch duldet. Er läßt sie noch einige Jahre bestehen, damit schafähnliche Menschen aller Nationen noch aus dem gegenwärtigen System der Dinge herauskommen können, bevor es in Harmagedon vernichtet wird.
„Ich sah drei unreine inspirierte Äußerungen, die aussahen wie Frösche, aus dem Rachen des Drachen und aus dem Maul des wilden Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten ausgehen. Sie sind in der Tat durch Dämonen inspirierte Äußerungen und vollbringen Zeichen, und sie ziehen aus zu den Königen der ganzen bewohnten Erde, um sie zu versammeln zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen ... Und sie versammelten sie an den Ort, der auf hebräisch Har-Magedon genannt wird.“ — Offb. 16:13-16.
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Das Zermalmen der heutigen Nationen durch Gottes KönigreichDer Wachtturm 1969 | 15. August
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Das Zermalmen der heutigen Nationen durch Gottes Königreich
„In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, welches ewiglich nicht zerstört ... wird; es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen.“ — Dan. 2:44.
1. Wovon unterrichtete Gott den König Nebukadnezar, und wie tat er dies?
JEHOVA unterrichtete Nebukadnezar im zweiten Jahr seiner Regierung als Weltherrscher (das vom Jahre 606 bis 605 v. u. Z. lief) davon, daß mit ihm der Aufmarsch der Weltmächte beginnen würde, der vom Herbst des Jahres 607 v. u. Z. an 2 520 Jahre dauern sollte. Gott enthüllte Nebukadnezar ferner, daß er schließlich alle Nationen der Erde durch sein Königreich zermalmen werde. Das tat er, indem er den König von Babylon einen Traum haben ließ, an den sich dieser aber nicht mehr erinnern konnte, als er erwachte. Der vergessene Traum beunruhigte ihn aber sehr. Er ließ die Magier und andere Weise rufen, die ihm den Traum deuten sollten. Als sie ihm den Traum nicht kundtun, geschweige denn ihn deuten konnten, wurde der König zornig und befahl, alle Weisen von Babylon — zu denen auch Daniel und seine drei Gefährten gehörten — umzubringen. — Dan. 2:1-13.
2. (a) Was taten Daniel und seine Gefährten, als sie von der drohenden Hinrichtung hörten? (b) Was sagte Daniel, als er von Gott die Deutung des Traumes erfuhr, und was tat er?
2 Als Daniel von diesem grausamen Befehl erfuhr, fragte er Arioch, den Obersten der königlichen Leibwache, weshalb dieser Befehl erteilt worden sei. Darauf ging Daniel zum König hinein und bat ihn, die Hinrichtung aufzuschieben, bis er den Traum erfahren habe und ihn dem König deuten könne. Daniel und seine drei Gefährten beteten zu Jehova um Hilfe. In einem Nachtgesicht offenbarte Jehova Daniel das Geheimnis. Da pries Daniel den Namen Gottes und sagte: „Er ändert Zeiten und Zeitpunkte, setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit und Verstand den Verständigen.“ (Dan. 2:14-23) Dann ging Daniel zu Arioch, den der König mit der Hinrichtung beauftragt hatte, und bat ihn, man möchte ihn vor den König bringen. Der König antwortete und sagte zu Daniel: „Bist du imstande, den Traum, den ich gesehen habe, und seine Deutung mir kundzutun?“ — Dan. 2:25, 26.
3, 4. (a) Wie zeigte Daniel, daß die Deutung des Traumes für uns heute von großer Wichtigkeit ist? (b) Beschreibe den prophetischen Traum.
3 Was Daniel antwortete, ist für uns heute von größter Wichtigkeit, denn er sagte: „Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; und er hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was am Ende der Tage [in unseren Tagen] geschehen wird.“ (Dan. 2:28) Daniel erklärte also, daß ihm nicht durch seine eigene Weisheit der Traum geoffenbart worden sei, den der König vergessen hatte und an den er ihn jetzt erinnerte:
4 „Du o König, sahst: Und siehe, ein großes Bild; dieses Bild war gewaltig, und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Aussehen war schrecklich. Dieses Bild, sein Haupt war von feinem Golde; seine Brust und seine Arme von Silber; sein Bauch und seine Lenden von Erz; seine Schenkel von Eisen; seine Füße teils von Eisen und teils von Ton. Du schautest, bis ein Stein sich losriß ohne Hände und das Bild an seine Füße von Eisen und Ton schlug und sie zermalmte. Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, das Erz, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu der Sommertennen; und der Wind führte sie hinweg, und es wurde keine Stätte für sie gefunden. Und der Stein, der das Bild geschlagen hatte, wurde zu einem großen Berge und füllte die ganze Erde.“ — Dan. 2:29-35.
5. Wie deutete Daniel den Traum?
5 Staunend muß der König von Babylon in dieser Beschreibung seinen Traum erkannt haben. Doch was bedeutete dies alles? Daniel erklärte: „Das ist der Traum; und seine Deutung wollen wir vor dem König ansagen: Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht und die Gewalt und die Ehre gegeben hat ... d u bist das Haupt von Gold. Und nach dir wird ein anderes Königreich aufstehen, niedriger als du; und ein anderes, drittes Königreich, von Erz, welches über die ganze Erde herrschen wird. Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen.“ — Dan. 2:36-40.
DER TRAUM VOM STANDBILD BEZIEHT SICH AUF UNSERE ZEIT
6. Wie decken sich die Geschichte und die mit dem Traum vom Standbild und dessen Deutung in Verbindung stehende biblische Prophezeiung?
6 Wie genau sich die prophetischen Worte Daniels doch erfüllt haben! Das Haupt von Gold stellte Babylon dar, das unter Nebukadnezar zur Weltmacht wurde. Dann kam das medo-persische Reich auf, das durch die Brust und die Arme von Silber dargestellt wurde. Als nächstes folgte die griechische Weltmacht, die durch den Bauch und die Lenden von Erz vorhergesagt wurde. Was stellten aber die Schenkel von Eisen dar? Ein viertes Weltreich, das mit dem römischen Kaiserreich begann und schließlich im anglo-amerikanischen Weltreich aufging. Die Geschichte zeigt, daß Großbritannien in Wirklichkeit aus dem Römischen Reich hervorging. Die letzte Weltmacht war daher ebenfalls durch den aus Eisen bestehenden Bestandteil des Bildes, das Nebukadnezar im Traum gesehen hatte, dargestellt worden. Das geht auch aus den Kapiteln 7 und 8 des Buches Daniel hervor, wo gezeigt wird, daß die durch das kleine Horn dargestellte anglo-amerikanische Doppelweltmacht aus der römischen Weltmacht hervorgehen würde.
7, 8. (a) Was sagte Daniel über die Füße des symbolischen Standbildes? (b) Was bedeuten die zehn Zehen, und wie ging die Entwicklung des symbolischen Standbildes nach dem Aufkommen der letzten Weltmacht weiter vor sich?
7 Das symbolische Standbild hatte aber noch einen letzten oder abschließenden Teil: seine Füße, die teils von Eisen und teils von Ton waren. Hierüber sagte der Prophet Daniel unter Inspiration zum König folgendes: „Und daß du die Füße und die Zehen teils von Töpferton und teils von Eisen gesehen hast — es wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird in ihm sein ... Und die Zehen der Füße, teils von Eisen und teils von Ton: zum Teil wird das Königreich stark sein, und ein Teil wird zerbrechlich sein. ... sie werden nicht aneinander haften: gleichwie sich Eisen mit Ton nicht vermischt.“ — Dan. 2:41-43.
8 Was könnten die zehn Zehen bedeuten? Sie stellen alle heute gleichzeitig bestehenden Mächte und Regierungen auf der Erde dar, denn die Zahl Zehn ist eine biblische Zahl, die irdische Vollständigkeit versinnbildet. Ja, der Traum vom Standbild bezieht sich tatsächlich auf unsere Zeit. Wir sollten im Sinn behalten, daß die Entwicklung des symbolischen Standbildes mit dem Aufkommen der letzten Weltmacht nicht aufhörte. Sie mußte weitergehen, bis der Einfluß der demokratischen und sozialistischen Elemente stark genug war, um die Reichsregierungen und Diktaturmächte dieser Welt zu schwächen. Seit 1914 haben diese Elemente ihren schwächenden Einfluß vorwiegend auf den durch den „König des Nordens“ verkörperten eisernen Teil der Füße des Standbildes ausgeübt. Die zehn Zehen des Standbildes stellen alle Nationen dar, nicht nur die, die bis heute in die UN aufgenommen worden sind. Jetzt kommt der Traum Nebukadnezars zu seinem dramatischen Höhepunkt. Der Prophet Daniel setzt seine Deutung mit den für uns sehr bedeutungsvollen Worten fort:
9. Welche vertrauenswürdige Erklärung erhalten wir von Daniel über das Geschick des symbolischen Standbildes?
9 „Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, welches ewiglich nicht zerstört, und dessen Herrschaft keinem anderen Volke überlassen werden wird; es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen: weil du gesehen hast, daß von dem Berge ein Stein sich losriß ohne Hände und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat dem Könige kundgetan, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist gewiß und seine Deutung zuverlässig.“ — Dan. 2:44, 45.
DAS SYMBOLISCHE STANDBILD DURCH DEN KÖNIGREICHS-„STEIN“ ZERMALMT
10, 11. (a) Was stellte der Stein dar, der sich ohne Menschenhand von dem Berge losriß? (b) Was stellte der Berg dar? (c) Was wurde durch das Zerschmettern des Standbildes durch den Stein versinnbildet?
10 In der Deutung des Traumes sah Daniel, wie sich ein Stein ohne Menschenhand von einem Berg losriß. Das stellt die im Jahre 1914 u. Z. erfolgte Aufrichtung des Königreiches Gottes, die nicht von Menschen bewirkt wurde, dar. Der Berg ist ein Sinnbild der universellen Souveränität Gottes, Jehovas. Durch das Königreich kommt Gottes universelle Souveränität zum Ausdruck. — Dan. 2:34.
11 Die Geburt des Königreiches Gottes ging „in den Tagen dieser Könige“ vor sich. Mit diesen Königen sind nicht nur die durch die zehn Zehen veranschaulichten Könige gemeint, sondern auch die durch die Bestandteile von Eisen, Erz, Silber und Gold dargestellten früheren Weltmächte, von denen im Jahre 1914 u. Z. immer noch wesentliche Überreste vorhanden waren. Das symbolische Standbild, das im Traum gesehen worden war, war im Jahre 1914 demnach vollständig. Natürlich sind seither viele neue Nationen gegründet worden; doch zu jener Zeit bildeten sie noch einen Bestandteil der damals bestehenden Einteilung der Nationen. Die zehn Zehen stellen alle Nationen dar, und das Zerschmettern des Standbildes veranschaulicht nichts anderes als die Vernichtung aller heute bestehenden „Königreiche“ der Welt durch Gottes Königreich!
12. Welche Aufgabe wird der Königreichs-„Stein“ nun bald erfüllen, und was wird dadurch versinnbildet, daß der Stein zu einem großen Berge wurde, der die ganze Erde füllte?
12 Dieses Königreich wird alle durch das metallene Standbild dargestellten Königreiche in Harmagedon zermalmen und vernichten und ihnen für immer ein Ende bereiten. Es wird diese Aufgabe nun bald erfüllen. In Harmagedon wird der Königreichs-„Stein“ das symbolische Standbild mit voller Wucht treffen und es zermalmen, was die Vernichtung aller Nationen — sozialistischer, kommunistischer und demokratischer, ja sogar der sogenannten neutralen — bedeutet. Sie werden alle aus dem Dasein ausgelöscht. Sie werden sozusagen zu Pulver zermalmt, das durch Gottes Sturmwind weggefegt wird wie Spreu von der Dreschtenne, und sie werden nie mehr auf der Erde zu sehen sein. Wie der Stein, der das Standbild zerschlug, zu einem großen Berge wurde, der die ganze Erde füllte, so wird auch Gottes Königreich — die mit einem Berg zu vergleichende Regierung — über die ganze Erde herrschen und die Verhältnisse darauf beeinflussen.
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