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Ist die Hobby-Schneiderei etwas für dich?Erwachet! 1973 | 8. Dezember
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als erstes ein Muster aussuchen. Empfehlenswert wäre, jegliche Extravaganz zu meiden und ein Modell zu wählen, das dem Lieblingskleid deiner jetzigen Garderobe gleicht. Kein Schnitt wird in jeder Hinsicht passen; wähle daher die Größe, die deiner Oberweite entspricht. Andere Teile des Schnittmusters können deinen Maßen leicht angeglichen werden.
Erst nachdem du dir einen Schnitt ausgesucht hast, solltest du den Stoff einkaufen. Die Stoffauswahl ist heutzutage sehr groß. Die Hobby-Schneiderin hat daher die Möglichkeit, ein Material zu wählen, das nicht nur gut zu verarbeiten, sondern auch pflegeleicht ist. Der Zeitaufwand für das Nähen bleibt sich mehr oder weniger gleich, ob man sich ein Kleid aus sehr gutem oder aus weniger gutem Stoff näht. Warum also nicht ein Material von guter Qualität wählen, so daß sich die Arbeit eher lohnt?
Vielleicht zögerst du, etwas für den Hausgebrauch zu nähen; aber du wirst dir bestimmt ein Herz fassen, wenn du dir überlegst, wie einfach es ist, solche Dinge zu nähen, und wieviel man dabei sparen kann. Da es bei Vorhängen und Gardinen nur gerade Nähte zu nähen gibt, wird die Hobby-Schneiderin die Erfahrung machen, daß sie auch das verhältnismäßig leicht meistert.
Ferner kann es viel billiger sein, Bettücher selbst zu nähen als fertig zu kaufen. Das hat den Vorteil, daß man sie der Größe der Betten entsprechend nähen kann; man braucht lediglich beide Enden zu säumen, und schon sind sie zum Gebrauch bereit. Wenn man Baumwolle verarbeitet, muß man indessen etwa 10 cm zugeben, weil Baumwolle einläuft. Es ist auch billiger, Kissenbezüge aus Meterware selbst zu nähen.
Vergiß nicht, daß das Geheimnis des Erfolges unter anderem darin besteht, vertrauensvoll an die Arbeit zu gehen.
Flicken und Änderungen
Man kann außerdem viel Geld sparen, wenn man Kleidung und Wäsche selbst flickt oder ändert. Es ist praktisch, Wäsche, die geflickt werden muß, schon beim Bügeln oder Zusammenlegen auszusortieren. Wenn du bemerkst, daß an einer Jacke oder an einem Mantel etwas zu flicken oder zu ändern ist, schreibe es dir auf einen Zettel und lege ihn zu den übrigen Sachen, die geflickt werden müssen.
Sachen, die mit der Hand gestopft oder genäht werden müssen, kann man flicken, während man mit den übrigen Familiengliedern zusammensitzt und vielleicht ein Fernsehprogramm verfolgt. Beim Stopfen und Flicken können auch schon kleine Mädchen mithelfen. Man sollte ihnen auch zeigen, wie man Knöpfe annäht und wie man den Faden vernäht.
Mit den meisten modernen Nähmaschinen kann man auch stopfen, denn sie nähen vor- und rückwärts. Wenn das eine Maschine nicht tut, so kann man dennoch Risse damit flicken, indem man den Stoffpresserfuß mit der einen Hand etwas hebt, während man mit der anderen Hand den Stoff unter der Nadel hin- und herbewegt.
Manche Wäschestücke nutzen sich an gewissen Stellen mehr ab als an anderen. Bettlaken zum Beispiel werden zuerst in der Mitte dünn. Wenn du siehst, daß ein Laken dort dünn wird, kannst du es in der Mitte entzweischneiden und die beiden Außenkanten zusammennähen, so daß die Teile des Lakens, die noch gut sind, die Mitte bilden. Dann braucht man das Laken nur noch an beiden Seiten zu säumen.
Wenn die Lieblingshose deines Ehegatten am Gesäß fadenscheinig geworden ist, kann man ein Stück ähnlichen Stoff unterlegen und die dünne Stelle stopfen. Sehr wahrscheinlich wird das Gestopfte von der Jacke verdeckt, so daß man nicht sieht, daß die Hose geflickt ist.
Viele Frauen sehnen sich danach, ruhiger zu leben und mehr Zeit zum Schneidern und für andere häusliche Arbeiten zu haben. Über die tüchtige Hausfrau lesen wir in der Bibel: „Sie hat Wolle und Leinen gesucht, und sie arbeitet an allem, woran ihre Hände Lust haben. Ihre Hände hat sie nach dem Spinnrocken ausgestreckt, und ihre eigenen Hände ergreifen die Spindel.“ (Spr. 31:13, 19) Vielleicht findest auch du — wenn nicht jetzt, so dann später —, daß die Hobby-Schneiderei etwas für dich ist.
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Ein internationaler Kongreß von WeltbesiegernErwachet! 1973 | 8. Dezember
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Ein internationaler Kongreß von Weltbesiegern
DER 20. Juni 1973 war der Eröffnungstag des internationalen Kongresses „Göttlicher Sieg“ der Zeugen Jehovas in Detroit (Michigan, USA). Diese Veranstaltung war die erste in einer Serie von Kongressen, die in größeren Städten auf der ganzen Erde abgehalten werden sollten. Etwa vierzig dieser Zusammenkünfte waren im August für die Vereinigten Staaten, Kanada, Europa und Asien vorgesehen. Von September bis Januar sind weitere dreißig Veranstaltungen in Mittel- und Südamerika, auf den Inseln des Pazifiks, in Australien und in Afrika geplant.
Der internationale Charakter des Kongresses ließ sich gut bei der Veranstaltung erkennen, die vom 6. bis 10. Juli im Yankee-Stadion in New York stattfand. Es waren aus den meisten Kontinenten Menschen jeden Alters und aus allen Lebensverhältnissen anwesend. (Hunderte ausländischer Delegierter hielten sich nur kurz in New York auf, um dann zu anderen amerikanischen Kongressen weiterzureisen.) Zwischen dem 19. und 29. Juni trafen 33 Charterflugzeuge mit je 179 Passagieren aus ganz Europa auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen ein. Andere, kleinere Gruppen, kamen aus Indien, Äthiopien, der Türkei und Brasilien. Insgesamt schloß die Höchstzahl von 79 256 Anwesenden in New York Delegierte aus über 60 Ländern ein.
In der ganzen Welt wird viel von Frieden und Brüderlichkeit gesprochen, aber die Delegierten, die zu diesen Kongressen reisten, zeigten, daß dies Wirklichkeit sein kann und auch ist. Obwohl sie aus vielen verschiedenen Ländern stammen, sind sie nicht durch irgendwelche trennenden Kräfte entzweit, sondern sie sind als eine christliche Bruderschaft vereinigt. Mit Gottes Hilfe sind sie Weltbesieger; sie siegen über den starken Druck, den die Welt ausübt.
Siegreich über nationalistische Einflüsse
Zum Beispiel ist heute einer der am stärksten trennenden Faktoren in der Welt der Nationalismus. Dieses Problem wird immer größer, da immer mehr Nationen Autonomie erlangen. Jesus, der von sich selbst sagte: „Ich habe die Welt besiegt“, erklärte auch in einem Gebet, seine Nachfolger seien „kein Teil der Welt“. (Joh. 16:33; 17:14) Jehovas Zeugen haben sich — ganz gleich, in welchem Land sie geboren wurden — diese Worte zu Herzen genommen.
Denke nur einmal an Nordirland. Hunderte von Menschen sind in dem Krieg zwischen Katholiken und Protestanten getötet worden. Aber Jehovas Zeugen beteiligen sich nicht an diesem Kampf. „Die Menschen achten uns Zeugen Jehovas in Nordirland, weil wir neutral sind“, erklärte ein Sonderdelegierter aus Belfast. „Wir sind wirklich dafür bekannt, daß wir anders sind.“ Er berichtete weiter, daß durch die Zustände in Nordirland viele ehrlichgesinnte Personen darauf aufmerksam geworden sind, daß in der Welt keine Sicherheit zu finden ist. Jetzt hören sie etwas bereitwilliger auf die Botschaft der Bibel, die ihnen Jehovas Zeugen bringen.
Auch Zeugen Jehovas aus verschiedenen Teilen Afrikas, die den Kongreß in New York besuchten, haben den Nationalismus überwunden. Auf diesem Kontinent haben einige, die vorgesehen waren, Stammeshäuptlinge zu werden, auf diese Gelegenheit und auf das Ansehen und die Vorrechte die damit verbunden sind, verzichtet.
Einige Delegierte widerstehen dem Nationalismus schon seit vielen Jahren. Ein Delegierter aus der Nähe Londons erinnert sich an den Kampf, den Gottes Volk während zweier Weltkriege hatte. Glieder seiner eigenen Familie verloren ihre Arbeit und wurden ins Gefängnis gesperrt, weil sie neutral blieben. Während des Zweiten Weltkrieges spendeten er und seine Frau den Menschen, die in zerbombten Teilen des Landes lebten, Trost mit der biblischen Wahrheit. Die vielen Prüfungen und Schwierigkeiten im Laufe der Jahre haben dieses Ehepaar nicht geschwächt. Im Gegenteil, beide sagen: „Widerstand macht einen wirklich stark.“ Offensichtlich beweist die Tatsache, daß beide zusammen über einhundert Jahre im christlichen Dienst tätig sind, daß die Welt sie nicht besiegt hat.
Doch nicht nur der Nationalismus, sondern auch andere Kräfte waren am Werk, um die Einheit und den Glauben des Volkes Gottes in der Neuzeit zu zerstören.
Sieg über den Materialismus
Als der Apostel Johannes an Christen schrieb, die „den Bösen besiegt“ hatten, gab er den Rat: „Liebt nicht die Welt noch die Dinge in der Welt.“ Dazu gehört der Materialismus. Christen in der Neuzeit haben dem Druck des Materialismus widerstanden. — 1. Joh. 2:14-17.
Ein Engländer, der mit seiner Familie den
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