Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung
„Grenzen des Wachstums“
● Auf der ersten von fünf internationalen Konferenzen zum Thema „Grenzen des Wachstums“ warnte Sicco Mansholt, früherer Präsident der Kommission des Europäischen Gemeinsamen Marktes, 300 Wissenschaftler, Gelehrte und andere führende Persönlichkeiten vor Gefahren, die der Menschheit drohen. Er erklärte, daß zunehmender Hunger, steigender Mangel an Frischwasser und wachsende atomare Verseuchung eine größere politische Unbeständigkeit und sogar eine Katastrophe heraufbeschwören könnten. Die Lösung liege in einer politischen und wirtschaftlichen „neuen Ordnung“. „Zur Lösung übernationaler Probleme sind übernationale Institutionen und Machtbefugnisse erforderlich“, erklärte Mansholt.
Doch welche Aussichten bestehen in der Welt für die Schaffung „übernationaler Institutionen und Machtbefugnisse“? „Anscheinend gibt es keine führenden Staatsmänner mit genügend Weitblick für diese Aufgabe“, bemerkte Mansholt.
Viele Staatsmänner erkennen die Notwendigkeit einer übernationalen Macht, und sie erkennen auch, daß sie wahrscheinlich nicht von Menschen geschaffen werden kann. Die einzig realistische Lösung dafür zeigt die Bibel: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird.“ Dieses übernationale Königreich wird tatsächlich diejenigen „verderben, die die Erde verderben“ (Dan. 2:44; Offb. 11:18).
Wer hat für sie gedacht?
● Wissenschaftler staunen immer wieder über die Wunder der Schöpfung. Ein Beispiel dafür ist die früher nicht verstandene Eigenart bestimmter Kletterpflanzen. „Seit langem ist den Landwirten bekannt, daß eine Bohnenpflanze eine in ihrer Nähe eingesteckte Stange findet und daran emporwächst“, erklärte der Forscher Dr. Donald R. Strong jun. Doch niemand habe versucht, das Wie und Warum herauszufinden. Im Jahre 1925 habe man beobachtet, daß eine Kletterpflanze eine Stange verfolgte, die täglich versetzt wurde, und man habe geschlußfolgert, dies beweise, daß Kletterpflanzen „denken“ müßten. Ist das der Fall?
Die meisten Pflanzen sind „phototropisch“, das heißt, sie wachsen dem Licht nach. Doch heute glauben Wissenschaftler, daß bestimmte Kletterpflanzen „skototropisch“ sind, das heißt der Dunkelheit nachwachsen, in Richtung eines Baumstammes, an dem sie emporsteigen. Wenn die Kletterpflanze jedoch den Baum erreicht hat, wird sie bemerkenswerterweise wieder phototropisch wie jede andere Pflanze. Heißt das, daß sie denken kann, oder denkt jemand anders für sie?
Der bekannte wissenschaftlich orientierte Historiker Loren Eiseley weist mit einigen Überlegungen auf die eigentliche Ursache hin. Er schreibt in der Zeitschrift „Audubon“, er staune über das instinktive Wahrnehmungsvermögen bestimmter Tiere. Obgleich er „Evolutionist“ sei, gebe er zu, daß er sich, wenn auch widerwillig, zu der „schrecklichen anderen Möglichkeit“ hingezogen fühle, nämlich zu der, „die in der Bibel [in Jesaja 55:8] erwähnt wird: ,Eure Wege sind nicht meine Wege.‘ “ Er sagt: „Ich war schließlich zu der Ansicht gelangt, daß die menschliche Erklärung der Entwicklungsvorgänge zu simpel war, als daß sie glaubhaft gewesen wäre.“ Somit zwingen uns die in der Natur vorhandenen Beweise dafür, daß jemand „gedacht“ haben muß, den Einen anzuerkennen, dessen ,unsichtbare Eigenschaften seit der Erschaffung der Welt deutlich gesehen werden, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden‘ (Röm. 1:20).
Einseitiger Historiker
● Vor einiger Zeit übte Papst Paul VI. eine seltsame Kritik an der Reformation des 16. Jahrhunderts. Er beklagte, daß sie die Bestrebungen um die europäische Einheit, die vor der Reformation „ihre ruhmreiche Zeit erlebt“ hatten, vereitelt habe.
Die Geschichte zeigt jedoch, daß es nur für die katholische Kirche, deren politische Macht damals auf dem Höhepunkt stand, eine „ruhmreiche Zeit“ war. Barbara Tuchman, Historikerin und Gewinnerin des Pulitzer-Preises, schrieb in der Dezemberausgabe der Zeitschrift „Atlantic“, damals sei es „zweifellos . . . ,schlecht um die Menschlichkeit bestellt‘ “ gewesen. Es sei eine Zeit gewesen, die „in verschiedener Hinsicht aus den Fugen geraten war und sich durch sittliche Verwirrung, sinkende Werte, andauernde Streitigkeiten . . . [und] schlechte Regierungen auszeichnete“.
Wenn daher Papst Paul von jener vergangenen „ruhmreichen Zeit“ sprach, dachte er zweifellos an die politischen Erfolge der Kirche im Hinblick auf ein vereinigtes „Heiliges Römisches Reich“ unter ihrer Herrschaft. Doch in dieser Zeit politischen Ruhms befand sich die Kirche nach den Worten Barbara Tuchmans in bezug auf „Ansehen, Glaubwürdigkeit und (was die Menschen am meisten beunruhigte) geistige Gesinnung zweifellos auf einem Tiefstand; deshalb . . . [kam es zur] Häresie und letzten Endes zur Reformation“. So ließ sich die Kirche durch den Versuch, weltlichen Ruhm zu erlangen, auf die Ebene der Welt herab — eine unausweichliche Folge der Übertretung des Grundsatzes Christi: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt . . . mein Reich ist nicht von hier“ (Joh. 18:36, „Jerusalemer Bibel“).