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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1974
w74 15. 8. S. 508-510

Stolz ist gefährlich

FÜHLST du dich zu Menschen hingezogen, die immer recht haben wollen? Stößt es dich nicht vielmehr ab, wenn sich jemand beständig seiner Fähigkeiten oder Leistungen, seines Reichtums oder seiner Stellung rühmt? Stört es dich nicht, wenn einige Leute schnell dabei sind, auf Fehler anderer hinzuweisen, ihre eigenen Fehler jedoch nicht anerkennen wollen, ja sogar beleidigt sind, wenn man sie darauf aufmerksam macht?

Ja, solche Äußerungen des Stolzes wirken abstoßend und bereiten Verdruß. Es steht außer Frage, daß sich ein stolzes Verhalten nachteilig auf andere auswirkt und eher niederreißt als erbaut. Stolz kann Mißfallen erregen und dadurch das gute Verhältnis zu Mitmenschen zerstören.

Was ist überhaupt Stolz? Stolz ist ein übermäßiges Selbstbewußtsein, eine unvernünftige Überbewertung seiner Talente, seiner Weisheit, seiner Schönheit, seines Reichtums oder seines Ranges. Nach außen hin zeigt sich Stolz gewöhnlich in einem überheblichen, eingebildeten, wichtigtuerischen Benehmen.

Da Stolz eine unter unvollkommenen Menschen übliche Schwäche ist, tun wir gut daran, seiner Herr zu werden und dadurch seine nachteiligen Auswirkungen zu vermeiden. Wir müssen uns dessen bewußt werden bzw. im Sinn behalten, daß es für Stolz keine vernünftige Grundlage gibt. Alle Menschen sind, ungeachtet ihrer Rasse, Nationalität und Bildung, ihrer Fähigkeiten, Leistungen und wirtschaftlichen Verhältnisse, Sünder und Nachkommen von Sündern. Das ist kein Grund zum Rühmen, nicht wahr?

Doch jemand mag sagen: „Für die Stellung, die ich jetzt bekleide, und das Ansehen, das ich genieße, habe ich hart gearbeitet.“ Sollte er aber deswegen stolz sein? Hat er sich selbst mit den Voraussetzungen ausgestattet, ein Talent oder eine Fähigkeit zu entwickeln? Wenn er mit sehr beschränkten geistigen oder körperlichen Fähigkeiten geboren worden wäre, wäre es ihm dann gelungen, auch nur nahezu soviel zu leisten wie jetzt? Die Bibel vermittelt eine ausgeglichene Ansicht darüber, denn sie sagt: „Wer macht, daß du dich von einem anderen unterscheidest? In der Tat, was hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es nun wirklich empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?“ (1. Kor. 4:7).

Außer der richtigen Einschätzung seiner selbst spielt auch die Achtung vor der Würde der Mitmenschen eine wichtige Rolle, wenn man keinen Stolz aufkommen lassen möchte. Der Rat der Bibel lautet: „[Tut] nichts aus Streitsucht oder aus Ichsucht ..., sondern [achtet] in Demut die anderen höher ... als euch selbst“ (Phil. 2:3).

Es ist gut, wenn ein Christ anerkennt, daß andere Glaubensbrüder auf bestimmten Gebieten größere Fähigkeiten haben mögen als er. Vielleicht zeigen sie auf vorbildliche Weise Liebe, Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen oder Rücksichtnahme. Aufgrund ihres jahrelangen Studiums der Bibel mögen sie ein vorzügliches Verständnis biblischer Grundsätze und ihrer Anwendung im täglichen Leben haben. Andere besitzen vielleicht keine besonders herausragende Erkenntnis, doch mögen sie im Leben viele wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Etwas kann man auch von ihnen lernen, selbst wenn es nur darum geht, zu erkennen, daß man eine Sache von mehr als nur einem Gesichtspunkt aus betrachten kann. Man wird dann nicht den Fehler machen, alle in ein und dasselbe Muster pressen zu wollen oder anmaßende Entscheidungen zu treffen oder Anregungen zurückzuweisen.

Es ist gefährlich, wenn ein Christ bei einem anderen Christen Minderwertigkeitsgefühle weckt, weil er sich ihm in bezug auf Kenntnisse, Fähigkeiten oder Erfahrungen überlegen fühlt. In einer Christenversammlung könnte sich zum Beispiel ein Dienstamtgehilfe mit einer Anregung an einen Ältesten wenden. Wozu würde es führen, wenn der Älteste diese Anregung nicht gebührend berücksichtigen würde und dem Dienstamtgehilfen zu verstehen gäbe, daß er vorlaut sei? Würde sich der Dienstamtgehilfe nicht verletzt fühlen, und würde er nicht darüber betrübt sein, daß man ihn mißverstanden hat? Gleichzeitig mag der Älteste aufgrund seiner stolzen Handlungsweise in der Achtung des Dienstamtgehilfen, wenn auch nur gering, gesunken sein. Da er ohne einleuchtenden Grund die Beweggründe des Dienstamtgehilfen in Frage gezogen hat, mag dieser bewußt oder unbewußt schlußfolgern, das Unterscheidungsvermögen des Ältesten sei nicht das beste. Da sich der Dienstamtgehilfe verletzt fühlt, mag er sein Herz bei einem guten Freund ausschütten, und auch dessen Achtung für den Ältesten mag vorübergehend beeinträchtigt werden.

Gewiß lohnt es sich, das Beispiel Jesu Christi nachzuahmen. Er ließ sich nicht ‘durch Erkenntnis aufblähen’ (1. Kor. 8:1). Obgleich er stets die richtige Antwort wußte, entfremdete er sich nicht gegenüber anderen, indem er die Aufmerksamkeit auf seine größere Fähigkeit, Kenntnis, Erfahrung und Weisheit gelenkt hätte. Er erweckte bei seinen Jüngern nicht den Eindruck, daß sie nach seinem Weggang nie in der Lage sein würden, ein so umfangreiches Werk durchzuführen wie er. Vielmehr brachte er sein Vertrauen ihnen gegenüber zum Ausdruck und ehrte sie mit den Worten: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Glauben an mich ausübt, der wird auch die Werke tun, die ich tue; und er wird größere Werke als diese tun, denn ich gehe zum Vater hin“ (Joh. 14:12). Und als Gruppe verrichteten die Jünger Jesu Christi ihre Werke sowohl in einem größeren Ausmaß als auch während einer längeren Zeitspanne als er. (Vergleiche Matthäus 5:14.)

Wenn also der vollkommene Mensch Jesus solches Vertrauen zu Gläubigen zum Ausdruck brachte, warum sollte irgendein unvollkommener Mensch schlußfolgern, andere seien einfach nicht in der Lage, das zu tun, was er könne? Wer ein solch stolzes Denken offenbart, macht es sich und anderen schwer. Er untergräbt bei anderen den Wunsch, mit ihm zusammenzuarbeiten, indem er den Eindruck erweckt, sie seien gering und seines Vertrauens nicht würdig. Das führt dazu, daß sie ein gewisses Maß an persönlichem Interesse verlieren.

Besonders gefährlich ist es jedoch, wenn ein stolzer „Geist“ vorherrscht. Wer einen solchen Geist besitzt, wird veranlaßt, berechtigte Kritik, Zurechtweisung oder Zucht übelzunehmen, ja selbst den Rat des Wortes Gottes abzulehnen. Das führt dazu, daß er eine Lebensweise pflegt, die ihm Verderben einbringt. Treffend heißt es daher in der Bibel: „Ein wiederholt zurechtgewiesener Mann, der aber seinen Nacken verhärtet, wird plötzlich zerbrochen werden, und das ohne Heilung“ (Spr. 29:1). Dem ist so, weil sich Menschen, die besonders stolz sind, gegen Gott stellen und gegen das, was Gott von denen erwartet, die er als seine Diener annimmt. Die Bibel sagt: „Ihr alle aber, gürtet euch mit Demut gegeneinander, denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte“ (1. Petr. 5:5).

Es ist somit wichtig, daß sich Christen anstrengen, des Stolzes Herr zu werden. Ein stolzer Mensch kann nicht nur andere verletzen, sondern mag auch der Anerkennung Gottes verlustig gehen und sein Leben verlieren. Ja, Stolz ist gefährlich.

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