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Der Specht — Zimmermann mit SpezialausrüstungErwachet! 1977 | 8. August
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und treiben so die Zunge des Vogels nach vorn. Der Grünspecht kann die Zunge bis zu 10 Zentimeter aus dem Schnabel hervorschnellen lassen. Mit der Zunge, die von einer dicken klebrigen Schleimschicht bedeckt ist, angelt der Specht die in den gewundenen Gängen im Stamm versteckten Insekten und Maden heraus. Bei vielen Spechtarten ist die Zungenspitze verhornt und trägt Borsten. Diese wirken als Widerhaken, wenn der Specht die Maden damit aufspießt. Es gibt auch Spechte mit einer löffelartigen Zungenspitze, die in viele Borsten aufgefasert ist. Sie hat genau die richtige Form, um damit Ameisen und Termiten „aufzulöffeln“.
Woher weiß der Specht, an welcher Stelle unter der Baumrinde sich Insekten aufhalten? Gewöhnlich macht er das mit Hilfe seines scharfen Gehörs ausfindig. Nachdem er am Stamm geklopft hat, hält er einen Augenblick inne und horcht, ob sich drinnen etwas rührt. Außerdem hört sich der Klang des Holzes anders an, wenn Insekten Gänge hineingefressen haben.
Sicherlich darf man sagen, daß der Specht für seine Tätigkeit vorzüglich ausgerüstet ist. Der innere Bau seines Kopfes wird dem Menschen vielleicht als Anregung zur Herstellung eines besseren Kopfschutzes dienen. Der Specht jedoch könnte ohne diese Spezialausrüstung nicht von seinem Zimmermannshandwerk leben.
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Ist das Fortschritt?Erwachet! 1977 | 8. August
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Ist das Fortschritt?
VIELE Personen zeigen sich heutzutage tief beeindruckt von den Leistungen der Wissenschaft und der Technik. Wie hat sich jedoch dieser Fortschritt auf die Menschen im allgemeinen ausgewirkt? Hat der Lebensstandard, der durch Wissenschaft und Technik ermöglicht wurde, das Leben wirklich bereichert und sinnvoller gemacht?
William W. Murdoch, außerordentlicher Professor für Biologie an der Universität von Kalifornien, sagt dazu in seinem Buch Environment folgendes:
„Ich habe gesagt, daß wir in einer Wohlstandsgesellschaft ein Optimum an Lebensstandard erreichen können, das unter dem Maximum liegt, das ermöglicht werden könnte, und daß wir aus diesem Grunde erwägen sollten, dem Wirtschaftswachstum, so wie wir es kennen, ein Ende zu setzen. Und daraus ergibt sich, daß die Zunahme des Wohlstandes nicht notwendigerweise eine Verbesserung der Lebensqualität bedeutet und daß wir in den Vereinigten Staaten vielleicht jetzt schon eine Verschlechterung der durchschnittlichen Lebensqualität erfahren, und zwar in dem Maße, wie unser GEMEINSAMER Wohlstand steigt. ... Die Last der Beweise, die in diesem Buch vorgetragen sind, spricht für die Hypothese, daß sich in den Vereinigten Staaten in der Weise, wie unser Reichtum zunimmt, die Qualität unserer gemeinsamen Umwelt verschlechtert.“
Was die moderne Wissenschaft und Technik zu bieten hat, ist offensichtlich nicht notwendigerweise mit Fortschritt auf jedem Gebiet des Lebens gleichzusetzen. In dem Nachschlagewerk The World Book Encyclopedia wird zugegeben: „Trotz des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts ist der Mensch bei der Lösung menschlicher Probleme nicht so erfolgreich.“ Woher kommt das? Ein Grund liegt darin, daß allzuoft die Richtlinien außer acht gelassen werden, die uns der Quell aller Weisheit, Jehova Gott, gegeben hat.
Ein Wissenschaftler und Universitätsprofessor in Chile wurde sich, nachdem er einige Monate mit Jehovas Zeugen die Bibel studiert hatte, dieser Tatsache bewußt. In dem Schreiben, in dem er seinen Rücktritt von einem politischen Amt an der Universität erklärte, führte er aus:
„Es gibt gewichtige Gründe, die mich zu dieser Entscheidung bewegen. Überall sehen wir Betrug, Lüge, Neid, Haß, Gewalt und einen unbarmherzigen Kampf um Ruhm und Macht. Die Universitäten sind von diesem Schandfleck nicht frei.
Wir vermitteln höheres Wissen. Doch welchen echten Nutzen hat das der Gesellschaft gebracht, in der wir leben? Wir sehen die Umweltverschmutzung, die von Tag zu Tag zunimmt, die Drogenabhängigkeit unter einem großen Teil der Jugend, den Anstieg der Kriminalität und eine allgemeine Neurose.
Wir haben durch Diplome und akademische Grade erhabene Gefühle geweckt — vielleicht um die Leute zu blenden. Wir haben andere angeregt, um Ruhm und Macht zu kämpfen, und haben gleichzeitig zur Entstehung von Selbstsucht und Uneinigkeit beigetragen. Als Christ ist mir bewußt geworden, welch ein Irrweg das Ganze ist.“
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