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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1967
w67 15. 9. S. 564-568

Was es für mich bedeutete, Jesus anzuerkennen

Erzählt von Helen Griffiths

MEINE Eltern waren Juden, aber abgesehen davon, daß sie sagten, sie würden an Gott glauben, praktizierten sie ihre Religion nicht. Daher erhielt ich als Kind keine religiöse Belehrung. Soweit ich mich erinnern kann, glaubte ich immer an Gott und ging sogar gelegentlich mit einer Freundin zur Sonntagsschule der Baptisten. Als Achtzehnjährige heiratete ich im Jahre 1900 Edward Griffiths. Wir wurden aktive Mitarbeiter in der Episkopalkirche, denn mein Mann wurde Sonntagsschullehrer, obgleich wir vielen Dingen, die dort gelehrt wurden, nicht zustimmen konnten. Ich konnte nicht verstehen, wieso Jesus Christus Gott selbst sein sollte. Ja, die Zeit kam, wo Edward ungefähr den Punkt erreicht hatte, an dem er erkannte, daß er sich entweder nach der Bibel oder nach der Kirche richten müsse, da die beiden weit voneinander abwichen. Doch da geschah etwas Wunderbares.

Er bemerkte in einer Zeitung eine Spalte, die überschrieben war: „Was ist ein Christ?“ Der betreffende Artikel stammte von dem Präsidenten der Wachtturm-Gesellschaft, der als Pastor Russell bekannt war. Mein Mann las ihn, war sehr beeindruckt und bestellte die Publikation, die in der Spalte erwähnt worden war. Kurz darauf besuchte uns eines Abends eine Bibelforscherin, wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden. Ich machte mich gerade für ein von der Kirche veranstaltetes Essen fertig, aber sie sprach mit meinem Mann. Er bestellte die sechs Bände der Schriftstudien und abonnierte den Wacht-Turm. Als sie schon gehen wollte, kam ich ins Zimmer und entschuldigte mich, daß wir sie nicht zum Abendessen einladen konnten. Ich erklärte ihr, daß wir zu einem Essen, das von der Kirche veranstaltet werde, gehen würden und deshalb nicht zu Hause speisten. Da wir in der Stadt New York wohnten, lud sie uns ein, am folgenden Mittwochabend ins Bethel oder in das Hauptbüro der Wachtturm-Gesellschaft zu kommen, um Pastor Russell kennenzulernen.

Wir nahmen die Einladung an, und nach dem Abendessen bat uns Pastor Russell zu sich auf sein Zimmer. Im Laufe der Unterhaltung fragte er meinen Mann, ob er sich Gott hingegeben habe. Edward antwortete mit Ja. Dann stellte Bruder Russell mir dieselbe Frage, aber ich verstand nicht, daß er über die Hingabe des Lebens an Gott sprach. Er sagte mir, daß ich zu wenig Glauben habe. „Ich glaube aber an Gott“, sagte ich ihm.

WIR LERNEN DIE WAHRHEIT ÜBER GOTTES SOHN KENNEN

In den folgenden Wochen merkte ich, daß ich aus Mangel an Erkenntnis zu wenig Glauben hatte. Ich hatte in der Episkopalkirche immer mit einem Problem zu kämpfen, weil man dort von Jesus als von Gott sprach, und das konnte ich nicht verstehen. Aber in den wenigen Wochen nach meiner ersten Begegnung mit Pastor Russell besuchten mein Mann und ich von den Bibelforschern gehaltene Vorträge, und wir erfuhren die Wahrheit darüber, wo die Toten sind, was die Hölle wirklich ist und daß Jesus Gottes Sohn, nicht Gott selbst, ist. Obgleich ich als Mitglied der Episkopalkirche dem Namen nach ein Christ geworden war, verstand ich zum erstenmal in meinem Leben, wer Jesus ist und warum man ihn und sein Loskaufsopfer anerkennen muß, um Gott wohlzugefallen.

Gleichzeitig begann mein Mann durch sein neues Verständnis der Bibel zu erkennen, daß die Lehrsätze bezüglich der Unsterblichkeit und des Höllenfeuers, die er die Kinder in der Sonntagsschule lehrte, nicht biblisch waren. Sein Gewissen plagte ihn, und so trug er sein Problem dem Pfarrer unserer Kirche vor, der jedoch erwiderte: „Machen Sie sich darüber keine Sorgen, Herr Griffiths. Ich glaube auch nicht alles, was ich unsere Gemeindemitglieder lehre.“ Diese zugegebene Heuchelei von seiten eines Geistlichen der Christenheit trug viel zu unserem Entschluß bei, aus der Kirche auszutreten.

Am ersten Sonntag jedes Monats sprach Bruder Russell im „Tempel“ in New York über die Taufe, und im Februar 1915 hörten Edward und ich diese Ansprache. Als diejenigen, die sich taufen lassen wollten, gebeten wurden aufzustehen, überraschten mein Mann und ich einander, denn wir standen beide auf. Als wir getauft waren, kam Bruder Russell und reichte uns zum Zeichen der Verbundenheit die Hand, aber wie erstaunt war er, mich, die Frau, der es vor einigen Wochen noch an Glauben gemangelt hatte, hier getauft zu sehen.

Unser Heim wurde sogleich dadurch gesegnet, daß es als ein Versammlungsort für ein Buchstudium benutzt wurde, und auch ein Wacht-Turm-Studium wurde dort durchgeführt. Wir hatten genügend Platz, eine weitere Person unterzubringen, und so hatten wir oft das Vorrecht, einen Pionierprediger (oder Kolporteur, wie sie damals genannt wurden) zu beherbergen. Dies vergrößerte unseren Kreis in der Familie des Herrn und war für uns alle eine Quelle der Ermunterung.

WIR AHMEN JESU BEISPIEL NACH

Da ich nun erkannt hatte, welchen Platz Jesus in Gottes Ordnung einnimmt, wollte ich seinem Beispiel folgen und am Predigen des Königreich Gottes teilnehmen. Wir hatten aber drei Kinder, und ich dachte, daß wir den Pionierdienst nicht aufnehmen könnten. Als jedoch der Hilfspionierdienst eingeführt wurde, nahmen wir beide daran teil und widmeten diesem Werk monatlich fünfzig Stunden.

Nicht jeder freute sich über das Predigen des Königreiches. In New Jersey wurden Jehovas Zeugen wegen „Hausierens ohne Gewerbeschein“ verhaftet. So arrangierte die Wachtturm-Gesellschaft besondere Feldzüge in diesem Staat, und an Wochenenden nahmen wir am dortigen Predigtwerk teil, indem wir uns früh am Morgen versammelten, weil wir uns dessen bewußt waren, daß wir ständig damit rechnen mußten, von der Polizei verhaftet zu werden. Einmal wurde Edward verhaftet, verurteilt und saß eine Gefängnisstrafe von zehn Tagen ab. Schließlich wurde das Recht, zu predigen, durch Gerichtsentscheide bestätigt.

Die New Yorker Versammlung der Zeugen Jehovas wurde in den 1930er Jahren in Teilversammlungen aufgeteilt, und Edward wurde der Versammlungsaufseher von Bronx. (Übrigens gab es bis zu diesem Zeitpunkt in Bronx nur eine Versammlung. Jetzt gibt es dort vierunddreißig Versammlungen.) Welch ein großartiges Vorrecht und welche Freude, die Organisation Jehovas während all der Jahre wachsen zu sehen!

Edward trat 1940 in den Pionierdienst ein, nachdem er eine gutbezahlte Stellung in der Geschäftswelt aufgegeben hatte; und ich schloß mich 1941 den Reihen der Pioniere an, als Ruth, unsere Jüngste, geheiratet hatte. Als ich sechs Monate Pionier war, wurden wir nach Ossining (New York) gesandt, um dort zu dienen. Damals wurde Edward zum Sonderpionierprediger ernannt, und nach weiteren sechs Monaten wurde auch ich Sonderpionier. Wie großartig es war, einen Anteil daran zu haben, dort eine Versammlung zu gründen!

In den darauffolgenden Jahren erlebten wir viel Freude in Tarrytown, Hastings-on-Hudson und Islip (Long Island). In Islip konnten wir ebenfalls eine Versammlung organisieren. In diesen Gebieten waren wir während der Jahre des Zweiten Weltkrieges tätig, und wegen der Benzinrationierung mußten wir oft weite Strecken zu unseren Bibelstudien zu Fuß zurücklegen. Edward war damals fast siebzig Jahre alt, aber wir erfreuten uns guter Gesundheit und konnten mit Jehovas Hilfe den Vollzeitpredigtdienst fortsetzen, wodurch wir viele Segnungen empfingen.

Providence (Rhode Island) war der nächste Ort, dem wir zugeteilt wurden. Achtundfünfzig Personen waren mit der Versammlung verbunden, und Edward war über die Kälte in der Versammlung ziemlich erstaunt. Er wußte, daß die Atmosphäre bald herzlicher werden würde, wenn die mit der dortigen Versammlung Verbundenen engeren Kontakt mit dem Hauptbüro hätten. So bat er als Versammlungsaufseher, daß Bethelredner gesandt würden. Diese Brüder erwiesen sich wirklich als ein wunderbarer Ansporn für die dortige Versammlung. Ich erinnere mich, daß eine gewisse Familie gebeten wurde, einen Bethelredner zu beherbergen. Sie zögerte zuerst ein wenig, willigte aber ein. Der Redner wurde als zur Familie gehörend aufgenommen, und mit der Zeit wurde er tatsächlich ein Familienglied, denn er heiratete eine der Töchter dieser Familie. Er und seine Frau dienen nun in Dänemark.

SEGNUNGEN, DIE SICH DARAUS ERGABEN, DASS WIR DEM BEISPIEL JESU FOLGTEN

Für uns war es leicht gewesen, den Unterschied zwischen Gottes Wahrheit und der falschen Religion zu erkennen, aber einige konnten den Unterschied nicht so klar sehen. Ich erinnere mich an eine Italienerin, mit der ich studierte. Sie war in Italien eine Katholikin gewesen, und dort hatte ein Priester ihre Bibel verbrannt; als sie aber in die Vereinigten Staaten kam, stellte sie fest, daß ihre Angehörigen Baptisten geworden waren. Sie wurde ebenfalls Baptistin, stimmte aber einem Bibelstudium mit mir zu. Abgesehen davon, daß sie nicht den Unterschied zwischen der babylonischen Religion der Christenheit und der biblischen Wahrheit erkennen konnte, kamen wir beim Studium gut voran. Dann besuchte sie eines Tages der Baptistenprediger. Sie begann mit ihm über Gottes Königreich zu sprechen. Er fragte sie, warum sie denn ein Königreich herbeiwünsche, sie habe doch eine schöne Wohnung und sei gutsituiert, sie brauche sich also bestimmt nicht um das Kommen eines Königreiches zu kümmern. Sie sagte ihm, daß sie nicht nur an sich selbst denke, sondern an alle Leidenden in der Welt, die materiell nicht das hätten, was sie habe. Der Besuch des Predigers half ihr, den Unterschied zwischen den Lehren der Christenheit und denen der Bibel zu erkennen. Sie dient immer noch treu, indem sie die gute Botschaft von Gottes Königreich predigt.

Bevor wir Providence verließen, erlebten wir den Segen, die Versammlung auf 117 Verkündiger anwachsen zu sehen. Von dort wurden wir nach Greenport (Long Island) gesandt, und auch dort konnten wir daran teilnehmen, eine neue Versammlung zu gründen. Während wir dort waren, verschlechterte sich Edwards Gesundheit, und so kehrten wir 1953 nach Bronx zurück, um bei unserem Sohn Richard und seiner Familie zu wohnen. Im Dezember 1954 beendete mein Mann seinen irdischen Lauf.

Seit ich nach Bronx zurückgekehrt bin, habe ich nicht aufgehört, die Wahrheit über Jehova und seinen Sohn bekanntzumachen, und im Alter von vierundachtzig Jahren habe ich immer noch das gesegnete Vorrecht, zu den Pionierpredigern zu gehören, und freue mich der Gemeinschaft vieler anderer in der Versammlung, während ich am Predigen der guten Botschaft teilnehme. Ein weiterer Segen, den ich sehr schätze, ist das Versammlungsbuchstudium, das in meiner Wohnung durchgeführt wird.

Da ich gerade von Segnungen spreche, erinnere ich mich auch an die Kongresse. Wie glücklich Edward und ich waren, als 1931 auf dem Kongreß in Columbus (Ohio) der Name „Jehovas Zeugen“ bekanntgegeben wurde! Und ich erinnere mich auch noch an den begeisternden Kongreß in St. Louis vom Jahre 1941, auf dem der Präsident der Gesellschaft, Bruder Rutherford, zu den Kindern sprach. Diese großen Versammlungen werden aber immer besser. Die Kongresse im Yankee-Stadion waren auch alle wunderbar. Und die Bezirksversammlung „Gottes Söhne der Freiheit“, die ich vor einiger Zeit in Baltimore besuchte, war die bisher beste. In letzter Zeit hat meine Gesundheit nachgelassen, und ich bin froh, daß ich noch zu dieser Versammlung fahren konnte. Meine Gesundheit war dort kein größeres Problem, als wenn ich zu Hause geblieben wäre, und welche geistigen Segnungen mir entgangen wären! Ich bin Jehova und meinen christlichen Brüdern und Schwestern so dankbar für die Liebe, die sie mir erwiesen haben, indem sie mir die Reise nach Baltimore zu der Versammlung ermöglichten.

Wenn ich auf die Jahre zurückblicke, in denen ich Jehova gedient habe, bin ich sehr glücklich. Als wir begannen, dem Beispiel Jesu im Predigtwerk zu folgen, fragten wir uns, wie wir jemals alle Menschen in der Stadt New York mit der Botschaft erreichen könnten. Welche Freude es all die Jahre war, Jehovas Segen auf den Bemühungen seiner Zeugen zu sehen, und zu sehen, wie viele er erweckte, um das Werk, das er getan haben möchte, durchzuführen! Während all der Jahre hatten wir das Vorrecht, vielen zur Erkenntnis der göttlichen Wahrheit zu verhelfen, und die Kinder einiger derer, mit denen wir studierten, sind jetzt Versammlungs-, Kreis- und Bezirksaufseher. Wenn ich sie besuche, ist es, als ob ich nach Hause ginge zu meinen Familien. Zu den vielen Segnungen, die mir zufolge der Anerkennung Jesu und zufolge meiner Hingabe an Jehova zuteil wurden, gehören in der Tat auch meine „Kinder“ und „Enkelkinder“ im Herrn. — Mark. 10:29, 30.

Ich habe gelernt, daß, wenn wir Jehova lieben und an ihn glauben, ja wenn wir uns bemühen, ihm zu dienen, Jehova alles übrige tut. Ich weiß, es gibt, falls man keine schriftgemäßen Verpflichtungen hat, die einen hindern, keine größere Freude, als mit vollem Glauben an Jehova und an seine Verheißungen am Pionierdienst teilzunehmen. Eine dieser Verheißungen lautet nach Maleachi 3:10: „Prüfet mich doch dadurch, spricht Jehova der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels auftun und euch Segen ausgießen werde bis zum Übermaß.“ Als geborene Jüdin hatte ich keine Erkenntnis über Jesus Christus und wußte wenig über Gott; ich bin deshalb sehr dankbar, daß ich die Gelegenheit hatte, Jehova zu erkennen, und wie froh bin ich, daß ich seine gütige Vorkehrung, seinen Sohn Jesus Christus, anerkannte und dessen Beispiel nachahmte. — 1. Petr. 2:21.

(Schwester Helen Griffiths starb am Freitag, dem 4. November 1966, als sie fast fünfundachtzig Jahre alt war. Die Beerdigung wurde am Sonntag, dem 6. November, durchgeführt, und mehr als 165 Personen waren anwesend, um die Ansprache zu hören, die einer ihrer Freunde, Russell Kurzen, ein Glied der Brooklyner Bethelfamilie, hielt. Schwester Griffiths gehörte zu den gesalbten Nachfolgern des Herrn Jesus Christus, über deren Hoffnung auf himmlische Herrlichkeit in der in Offenbarung 14:13 aufgezeichneten Verheißung gesprochen wird.)

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