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Gab es „Höhlenmenschen“?Erwachet! 1981 | 22. September
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gefunden wurde, bezeichnete ihn ein Wissenschaftler als die Schädeldecke eines Idioten. Doch die Meinung änderte sich allmählich, während mehr Knochen entdeckt wurden. Im Gegensatz zu den ersten Rekonstruktionen, die den Neandertaler vornübergebeugt und affenähnlich und mit langen, herabbaumelnden Armen darstellten, haben wir heute Bücher, in denen es heißt, die Neandertaler hätten wahrscheinlich „nicht sehr viel anders ausgesehen als einige Menschen heute“. In einem Nachschlagewerk wird jetzt gesagt, sie seien „völlig menschlich“ gewesen und „ganz aufrecht“ gegangen. Welch ein Meinungsumschwung! Wenn man die Abbildungen in verschiedenen Büchern miteinander vergleicht, wird man sehen, welche Änderungen an dem angeblichen Aussehen des Neandertalers vorgenommen wurden. Und statt zu sagen, er sei ein Idiot gewesen, wird jetzt zugegeben, daß der Neandertaler ein größeres Gehirn hatte als die meisten Menschen der Neuzeit.
Ein Grund, weshalb einige Wissenschaftler sich den Neandertaler als gedrungen und gekrümmt vorstellten, ist sehr interessant. Ein früher gefundenes Skelett hatte gebogene Beine und eine gekrümmte Gestalt. Da man nach affenähnlichen Wesen suchte, die in die Theorie paßten, war es natürlich sehr leicht, einen Fehler zu machen. Bei näherer Untersuchung stellte man später fest, daß das Skelett aufgrund von Arthritis deformiert war.
Das ist noch nicht alles. In dem Bemühen, die Funde aussehen zu lassen wie Bindeglieder zwischen Affe und Mensch, gaben Evolutionisten bei der ersten Rekonstruktion der Fußknochen des Neandertalers „den Füßen das Aussehen von Affenfüßen“, wie es in einem Buch heißt. Aber das gleiche Buch gibt zu, daß die Füße tatsächlich „aussahen und funktionierten wie beim Menschen der Neuzeit“. Sieh dir auf der gegenüberliegenden Seite das Bild von den Füßen an. Sehen sie sich so ähnlich, daß man irrtümlich denken könnte, sie seien identisch?
AUSTRALOPITHECINEN stehen zum Studium zur Verfügung, da von ihnen viele Knochen gefunden worden sind. Haben wir bei ihnen größere Gewißheit, daß sie Vorfahren des Menschen sind? Lehrbücher schreiben diesbezüglich: „Wie sie aussehen, kann man nur raten.“ „Das Wissen über unsere Vorfahren ist immer noch sehr lückenhaft, und einiges von dem Wissen, das wir von ihnen zu haben glauben, beruht auf nichts weiter als vorsichtigen Vermutungen.“ Dennoch erwecken Lehrbücher den Eindruck, die Australopithecinen seien Bindeglieder, die zum Menschen führen.
DER „HOMO ERECTUS“ ist ein Fall, der zeigt, wie vorsichtig man damit sein muß, Abbildungen über fehlende Bindeglieder Glauben zu schenken. In einem Lehrbuch wird die Frage aufgeworfen: „Waren sie behaart?“ Die Antwort: „Wahrscheinlich nicht — jedenfalls nicht mehr als die meisten heute lebenden Menschen.“ Aber auf einer früheren Seite in demselben Buch wird einer als behaartes Monster dargestellt, wie in dem Bild auf der vorherigen Seite gezeigt. Ist das ehrlich?
Die Tatsachen zeigen deutlich, daß es die angebliche Beweiskette für die Abstammung des Menschen von den Primaten nicht gibt. Es gab keine „Höhlenmenschen“ in diesem Sinne. Nicht nur Bindeglieder fehlen — die Kette selbst ist in Wirklichkeit nicht vorhanden. Was als Beweismaterial vorgelegt wurde, ist in einigen Fällen gefälscht, verändert oder so rekonstruiert worden, daß es einer vorgefaßten Meinung entsprach. In anderen Fällen wurde es gedeutet, neu gedeutet, fehlgedeutet und falsch angewandt.
Der Mensch ist jedoch so, wie ihn die Bibel darstellt — einzigartig, eine spezielle Schöpfung (1. Mose 1:26, 27; 2:20). Nicht nur sein Gehirn ist dem der Tiere weit überlegen, sondern dasselbe trifft auch auf seinen ganzen Körper zu. Selbst einige Evolutionisten sagen bewundernd: „Das Verblüffendste am menschlichen Körper ist die Tatsache, daß er einzigartig ist. Es gibt auf der Welt nichts, das ihm vergleichbar wäre“ (Vom Menschenaffen zum Menschen, S. 9).
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In meinem jüdischen Erbe fehlte etwasErwachet! 1981 | 22. September
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In meinem jüdischen Erbe fehlte etwas
„JUDEN — geht in eure Synagoge zurück!“ Diese Aufschrift prangte an unseren Spinden, als wir in den Umkleideraum gingen. Während des Basketballspiels gegen eine „christliche“ Mannschaft wurden wir wiederholt getreten, abgedrängt und zu Fall gebracht. Wir wollten nichts weiter als Ball spielen. Doch unsere jüdische Mannschaft wurde zur Zielscheibe von religiösem Fanatismus.
Damals war ich etwa 12 Jahre alt. Ich wußte schon vorher von der Unterdrückung, die meine Eltern und andere Juden in Europa unter der Herrschaft des Zaren Nikolaus II. erfahren hatten. Die Kosaken, die Streitkräfte des Zaren, durchstreiften Städte und Dörfer, um Juden zu plündern, zu vergewaltigen und zu ermorden. Meine Eltern entgingen der Vernichtung, indem sie kurz nach der Jahrhundertwende nach Amerika auswanderten.
Dann hörte ich von dem Massaker an Millionen von Juden während des Dritten Reiches in Deutschland. All das hinterließ bei mir als Kind einen tiefen Eindruck. Oft fragte ich mich: „Warum läßt Gott zu, daß einer Minderheit eine solche Ungerechtigkeit widerfährt?“ Schließlich begann ich Zweifel an der Person Gottes zu hegen. Hat er Gefühle, oder ist er eine abstrakte, unpersönliche Kraft? Billigt er Kriege? Ist ihm die Unmoral, die Gemeinheit und Unehrlichkeit in der Welt zuwider? Das waren Fragen, die mich bewegten.
Obwohl ich mich von den Traditionen und Symbolen des Judaismus angezogen fühlte, beantworteten sie nicht meine Fragen. Es schien eine Lücke in meinem Glauben zu bestehen. In meinem jüdischen Erbe fehlte etwas.
Im Jahre 1956 schloß ich mein Studium an der Universität von Boston ab. Statt irgendeine einheitliche
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