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Bessere Möglichkeiten das Wort Gottes zu druckenDer Wachtturm 1968 | 15. Juli
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Bessere Möglichkeiten das Wort Gottes zu drucken
GOTTES Wort, die Bibel, ist untrennbar mit der Geschichte der Buchdruckerkunst verbunden, denn die Bibel war das erste Buch, das vor etwa 515 Jahren in Deutschland auf der von Johann Gutenberg erfundenen Druckpresse hergestellt wurde. In dem Werk The World Book Encyclopedia heißt es: „Die Veröffentlichung dieser Bibel in den 1450er Jahren kennzeichnet den Beginn der Geschichte des neuzeitlichen Buches.“ Wie bezeichnend! Denn in all den Jahren, die seither verflossen sind, ist kein anderes Buch auch nur annähernd in solch großen Auflagen gedruckt worden wie die Bibel.
Allein in der Druckerei der Zeugen Jehovas in Brooklyn (New York) sind in den letzten fünfundzwanzig Jahren nahezu fünfzehn Millionen Bibeln in sieben Sprachen gedruckt worden. Über neun Millionen davon waren vollständige Bibeln, unter anderem auch Ausgaben der King James Version, der American Standard Version und der in modernem Englisch wiedergegebenen Neuen-Welt-Übersetzung. Niemand anders in der Welt ist an der Herstellung und Verbreitung des Wortes Gottes mehr interessiert, als es Jehovas Zeugen sind.
Aus diesem Grunde war Mittwoch, der 31. Januar 1968, ein ganz besonderer Tag in ihrem Leben, vor allem im Leben derer, die mit der Zentrale der Organisation in Brooklyn verbunden sind, wo sich die größte ihrer Druckereien befindet. An diesem Nachmittag wurde nämlich ein neues, elfstöckiges Druckereigebäude mit einer Grundfläche von rund 21 000 Quadratmetern seiner Bestimmung übergeben. Durch diesen Neubau ist die Druckerei, in der Bibeln und bibelerklärende Hilfsmittel gedruckt werden, wesentlich vergrößert worden.
Jehovas Zeugen hatten bereits drei große Druckereigebäude mit insgesamt 40 500 Quadratmeter Grundfläche. Die vier Gebäude zusammen haben jetzt eine Grundfläche von 61 500 Quadratmetern! Um sich diese Fläche besser vorzustellen, könnte man sie mit einem Fußballspielfeld vergleichen, das 110 Meter lang und 50 Meter breit ist. Die Grundfläche der Druckereigebäude der Watch Tower Society in Brooklyn entspricht mehr als elf solchen Fußballspielfeldern!
Das Einweihungsprogramm
Das Einweihungsprogramm wurde in den drei Speisesälen des sogenannten Bethelheims der internationalen Zentrale der Zeugen Jehovas durchgeführt. Zu diesem Bethelheim gehören zwei stattliche zwölfstöckige Gebäude aus rotem Backstein, die den berühmten New Yorker Hafen überragen. Sie sind von der Druckerei aus in zehn Minuten zu Fuß zu erreichen. Hier und in der Nähe wohnen die fast 600 Druckereiarbeiter und die über 250 Personen, die in den Büros, der Wäscherei, der Küche und in anderen Abteilungen des Bethelheims beschäftigt sind. Ferner wohnen hier die 101 Studenten, die den fünfmonatigen Missionarkurs der Gileadschule besuchen, die ebenfalls in diesem Heim untergebracht ist, und die 50 Studenten des zweiwöchigen Königreichsdienst-Schulkurses für Diener der Versammlungen der Zeugen Jehovas. Wie glücklich schätzten sich doch diese über tausend Personen, das Einweihungsprogramm miterleben zu dürfen!
Die drei Speisesäle waren durch eine interne Fernsehanlage miteinander verbunden, so daß alle das Programm hören und sehen konnten. Nachdem am Vormittag wie üblich gearbeitet worden war, wurde der Familie um 12.15 Uhr ein besonders gutes Essen serviert. Danach setzten sich alle bequem hin, und Nathan H. Knorr, der Präsident der Watch Tower Society, eröffnete das interessantgestaltete zweistündige Programm. Alle Darbietungen lenkten die Aufmerksamkeit auf die besseren Möglichkeiten, das Wort Gottes zu drucken und zu verbreiten. Es ist ganz offensichtlich, daß diese Ausdehnung unter dem Segen Jehovas Gottes vor sich gegangen ist.
Kleine Anfänge
Anhand von alten Photographien beschrieb N. H. Knorr kurz die Anfänge der neuzeitlichen Organisation der Zeugen Jehovas in Allegheny (Pennsylvanien). Er zeigte Bilder des Bibelhauses, eines Gebäudes, das die Watch Tower Society 1889 gebaut und das ihr zwanzig Jahre als Zentrale gedient hatte. Er zeigte auch ein Exemplar der ersten Ausgabe des englischen Wachtturms vom Juli 1879, der damals noch Zion’s Watch Tower and Herald of Christ’s Presence (Zions Wacht-Turm und Verkünder der Gegenwart Christi) hieß. In jenen Tagen wurden die Schriften der Gesellschaft noch fast ausschließlich von weltlichen Firmen gedruckt.
Dann wurde Fred W. Franz, der Vizepräsident der Watch Tower Society, gebeten, etwas über die erste Zeit zu berichten, da die Gesellschaft in Brooklyn war, die Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Im Jahre 1920, in dem Jahr, in dem er ins Bethel gekommen sei, sagte F. W. Franz, habe die Gesellschaft begonnen, Zeitschriften auf ihrer eigenen Rotationsmaschine zu drucken. Lloyd Burtch, der an dieser Druckpresse gearbeitet hatte, erzählte einige seiner Erfahrungen. Für die ganze Druckerei standen damals nur ungefähr 280 Quadratmeter Grundfläche in einem Gebäude zur Verfügung, das nur einige Blocks von der heutigen Wachtturm-Druckerei entfernt lag.
Im Verlauf des Programms berichtete N. H. Knorr, er sei im September 1923 ins Bethel gekommen und kurz vorher sei die kleine Druckerei der Gesellschaft an die Concord Street 18, nicht weit von ihrem früheren Ort entfernt, verlegt worden. Sehr bald seien aber auch dort die Räumlichkeiten zu klein geworden, und so habe man Schritte zum Bau des ersten der heutigen Wachtturm-Druckereigebäude unternommen. Dieses achtstöckige Gebäude wurde 1927 vollendet und hat eine Grundfläche von 6 500 Quadratmetern.
Die Vergrößerung geht weiter vor sich
Grant Suiter, der Sekretär-Kassierer der Watch Tower Society, wurde gebeten, die Geschichte über die Vergrößerung fortzusetzen. Bezeichnend war, daß weder er noch einer der anderen Redner die Ehre für das erstaunliche Wachstum der Organisation der Weisheit oder der Erfindungsgabe eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen zuschrieb. Sie gaben alle Jehova Gott und seinen Engelheerscharen die Ehre dafür, daß die Vergrößerung der Druckerei, die der Herstellung und Verbreitung von Bibeln und bibelerklärenden Schriften dient, möglich war.
G. Suiter gab einen kurzen, doch umfassenden Bericht über den Kauf der Grundstücke und ihre Verwendung. Im Jahre 1937, sagte er, sei ein kleiner, vierstöckiger Bau dem 1927 errichteten Druckereigebäude hinzugefügt worden. Das sei jedoch erst der Anfang gewesen, erklärte er. Im Jahre 1949 sei ein großes neunstöckiges Gebäude hinzugebaut worden, und dadurch habe dann die ganze Druckerei einen Komplex von der Größe eines ganzen Häuserblocks gebildet. Der wachsende Bedarf an bibelerklärenden Schriften machte eine weitere bedeutende Vergrößerung der Druckerei nötig. Im Jahre 1956 wurde ein dreizehnstöckiges Gebäude mit einer Grundfläche von 17 800 Quadratmetern vollendet. Im Oktober 1958 wurde das neunstöckige Gebäude, das zum nächsten Häuserblock gehörte, gekauft; es dient zur Zeit fast ausschließlich als Papierlager. Max Larson, der Leiter der Druckerei, gab einige sehr interessante Erlebnisse wieder, die zeigten, welche Schwierigkeiten die Papierversorgung während des Krieges bereitete. Es war nicht leicht, damals eine solch große Druckerei in Gang zu halten.
Du kannst dir bestimmt vorstellen, daß die Verpflegung der Mitarbeiter und Studenten, insgesamt über 1 000 Personen, die am Tag drei Mahlzeiten benötigen, keine kleine Aufgabe ist. George Couch, der Bethelheimleiter, wurde gebeten, hierüber etwas zu sagen. Er erklärte, die Familie verspeise bei einer einzigen Mahlzeit ein Rind, drei Schweine oder 165 Hühner, je nachdem, was für Fleisch auf dem Speiseplan stehe. Außerdem verbrauche die Familie in einer Woche 12 000 Eier, fast 3 800 Liter Milch und ungefähr 320 Pfund Butter. Diese Nahrungsmittel werden alle von den in der Nähe gelegenen Farmen der Watchtower Society geliefert, zu denen insgesamt etwa 850 Hektar Land gehören.
Eine Gott hingegebene Familie
Alle, die im Bethel wohnen oder auf den Farmen arbeiten, sind Zeugen Jehovas, ordinierte Diener Gottes. Wie alle übrigen mit ihnen verbundenen Diener Gottes, von denen es in der ganzen Welt über eine Million gibt, sind auch sie eifrig darauf bedacht, daß die Botschaft von Gottes Königreich gedruckt und „auf der ganzen bewohnten Erde“ verbreitet wird, wie Jesus Christus es vorhergesagt hat. (Matth. 24:3, 14) Sie haben sich daher freiwillig zur Verfügung gestellt, um als Glieder der Bethelfamilie zu arbeiten, und betrachten es als ein Vorrecht, jede Arbeit zur Förderung dieses Predigtwerkes zu verrichten. Sie arbeiten nicht, um Geld zu verdienen, sondern alle erhalten Verpflegung und Unterkunft und ein monatliches Taschengeld von 14 Dollar für persönliche Auslagen. Die Wertschätzung für die Vorrechte, die die Bethelfamilie täglich genießt, brachte Karl Adams in vortrefflichen Worten zum Ausdruck. Was er sagte, entsprach genau dem, was alle Anwesenden empfanden.
Zu einem Höhepunkt kam das Einweihungsprogramm, als eine Aufnahme von der Bethelfamilie aus dem Jahre 1926 gezeigt wurde, von deren Gliedern heute noch einunddreißig im Bethel dienen. Ihr Aussehen mag sich zwar ziemlich verändert haben, aber sie haben heute, nach zweiundvierzig Jahren Betheldienst, noch genauso den innigen Wunsch, einen Anteil an der Herstellung und Verbreitung des gedruckten Wortes Gottes zu haben, wie damals.
Es war für diese älteren und auch für die jüngeren Glieder der Familie ermutigend, die Beweise zu sehen, die während des Einweihungsprogramms angeführt wurden, um zu zeigen, daß sich Jesu Prophezeiung gegenwärtig erfüllt. Ja, die Königreichsbotschaft, die in Gottes Wort enthalten ist, wird heute tatsächlich in einem Ausmaß gedruckt und verkündet, wie es Jesus für unsere Zeit vorhersagte — „auf der ganzen bewohnten Erde“!
Alle waren nun begierig, das neue Druckereigebäude zu besichtigen, das ebenfalls zur weltweiten Verkündigung der Königreichsbotschaft beitragen wird.
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Besichtigung der vergrößerten DruckereiDer Wachtturm 1968 | 15. Juli
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Besichtigung der vergrößerten Druckerei
DIESES neue Druckereigebäude, das vier Millionen Dollar gekostet hat, ist wirklich ein imposanter Bau. Als die Teilnehmer am Einweihungsprogramm es betraten, wurden sie nach links in einen etwa 20 Meter langen und 7,5 Meter breiten Königreichssaal geführt, den zwei Ortsversammlungen der Zeugen Jehovas bereits regelmäßig für ihre Zusammenkünfte benutzen. Der dunkelblaue Teppich, die goldfarbenen Vorhänge und die hellbraune Täfelung sind wunderschön!
Eine weitere Überraschung erlebten die Besucher, als sie einen Stock höher kamen, wo jetzt die Literaturversandabteilung ist. Welch ein Unterschied! Besondere Aufmerksamkeit erregte sogleich die 35 Meter lange Förderanlage an der Decke. An Hängebahnschienen bewegt sich eine durch einen Motor angetriebene Kette, an die die Kartons gehängt werden, welche je nach den Schriften, die darin verpackt werden, unterschiedlich groß sind. Unterhalb dieser Anlage befindet sich in Hüfthöhe ein Labyrinth von Röllchenbahnen, die eine Gesamtlänge von fast 140 Metern haben und auf denen die Literaturschachteln und -kartons entlangrollen.
Die Bahnen befinden sich in unmittelbarer Nähe der Literaturregale, von denen aus die Bestellungen erledigt werden. Die erledigten Bestellungen kommen auf ein Förderband, das sie einige Zentimeter höher transportiert, von wo aus sie dann auf einer Röllchenbahn mit Hilfe der Schwerkraft auf einen der fünf Packtische gelangen. Dort werden die Bestellungen nochmals geprüft und dann die Kartons fest verschlossen und mit der Anschrift versehen, um an eine der 5 317 Versammlungen der Zeugen Jehovas in den Vereinigten Staaten geschickt zu werden. Im vergangenen Jahr wurden etwa 45 000 Bestellungen auf nahezu zehn Millionen Bibeln, Bücher und Broschüren an diese Versammlungen ausgeliefert! Mit dieser verbesserten Methode können mit Leichtigkeit noch weit mehr Bestellungen erledigt werden.
Das ist jedoch nur ein Teil des Stockwerkes; in einem anderen Teil wird sogar noch eine größere Menge Literatur versandt. Ja, über elf Millionen Bibeln, Bücher und Broschüren wurden im vergangenen Jahr an die fünfundneunzig Zweige der Zeugen Jehovas in der ganzen Welt gesandt! Die Literaturversandabteilung hat Schriften in insgesamt 115 Sprachen auf Lager. Als die Besucher die Literaturkartons sahen, die zum Versand in alle Welt bereit waren, wurde ihnen so recht bewußt, daß die Königreichsbotschaft tatsächlich „auf der ganzen bewohnten Erde“ verbreitet wird. — Matth. 24:14.
Dann wurden die Besucher zum dritten Stock geführt, der hauptsächlich als Literaturlager dient. Was allen besonders auffiel, war, daß alles so sauber und frisch aussah. Die Wände sind in zwei verschiedenen schönen Grün gehalten, der untere Teil in einem Graugrün und der obere in einem helleren Grün. Die Decke ist grauweiß. Wie angenehm!
Die Buchbinderei
Die Buchbinderei im vierten und fünften Stock hat sich ebenfalls sehr verändert! Sie ist nämlich im vergangenen Jahr mit neuen Maschinen im Werte von etwa 500 000 Dollar ausgerüstet worden! Da stehen die dreiunddreißig Fadenheftmaschinen in Reih und Glied. Welch ein Anblick! Dann kommen fünf Buchdeckenmaschinen, fünf Prägepressen und fünf vollständige Fertigungsstraßen, zu denen je eine Abpreßmaschine eine Rückenleimmaschine, eine Einhängemaschine und eine Stockpresse gehören.
Es gehört tatsächlich viel dazu, bis ein Buch gebunden ist. Es ist kein einfacher Vorgang. Dennoch werden hier stündlich Tausende von Büchern hergestellt! Im vergangenen Jahr wurden über eine Million Bibeln und mehr als sieben Millionen andere Bücher in über zwanzig Sprachen gebunden. Mit den neuen Maschinen, zu denen zwei vollständige Fertigungsstraßen mit je einer Abpreßmaschine, einer Rückenleimmaschine, einer Einhängemaschine und einer Stockpresse gehören, sollte die Produktion noch erheblich gesteigert werden können.
Zur Zeit werden im Durchschnitt täglich etwa 50 000 Bücher hergestellt, und einmal wurde an einem Tag bereits eine Höchstleistung von 82 464 Büchern erzielt. Angenommen, diese Bücher hätten das Format des Buches „Dinge, in denen es unmöglich ist, daß Gott lügt“, dann ergäbe diese Tageshöchstleistung einen Stapel, der gut anderthalb Kilometer in den Himmel ragen würde oder der etwa viermal so hoch wäre wie das Empire State Building! In einem der letzten Monate wurden 1 140 459 Bücher hergestellt.
Die Druckpressen
Um solche Mengen von Schriften herzustellen, muß viel gedruckt werden, und das ist auch der Fall. Doch was beabsichtigt man zur Vergrößerung dieser Abteilung zu tun?
Voller Spannung betraten die Besucher den geräumigen, besonders hohen sechsten Stock des neuen Gebäudes, der noch vollständig leer ist. Hier wurden sie daran erinnert, daß im sechsten Stock der anderen Gebäude der Druckerei, die durch Brücken miteinander verbunden sind, gegenwärtig achtzehn große Rotationsmaschinen stehen.
Es wurde ihnen jedoch erklärt, daß in diesem Stock, dessen Boden besonders verstärkt worden ist, und in dem Stock darüber Platz für dreiundzwanzig weitere solcher großen Rotationsmaschinen sei. Vier davon sollen noch in diesem Sommer und vier weitere im nächsten Jahr geliefert werden, so daß bis Ende 1969 die Gesamtzahl der Rotationsmaschinen auf sechsundzwanzig gestiegen sein wird! Die Gesellschaft hat ferner sechzehn kleinere Flach- und Akzidenzpressen, auf denen Handzettel, Traktate, Programme, Formulare usw. gedruckt werden.
Was gedruckt wird
Da der siebente, achte, neunte und zehnte Stock des neuen Druckereigebäudes noch leer stehen, wurden die Besucher über die Brücke im sechsten Stock in die Gebäude geführt, die 1927 und 1949 erbaut worden waren.
Hier waren sie von riesigen Druckpressen umgeben. Die größten davon wiegen über 50 Tonnen und verbrauchen in vierzig Minuten je eine etwa 700 Kilogramm schwere und anderthalb Meter breite Papierrolle. Die achtzehn Pressen brauchen im Durchschnitt täglich 100 Rollen Papier, die insgesamt über vierzig Tonnen wiegen und etwa 10 000 Dollar kosten. Bestimmt kein kleiner Druckereibetrieb!
Drei der größeren Pressen drucken in einer Stunde im Durchschnitt 25 000 vollständige zweiunddreißigseitige Zeitschriften oder zusammen weit über eine halbe Million am Tag! Die fünfzehn kleineren Rotationsmaschinen erreichen in der Stunde durchschnittlich 12 500 Zeitschriften. Im vergangenen Jahr druckte die Gesellschaft hier insgesamt 154 681 710 Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet!, doppelt so viele wie im Jahre 1955.
Es wurde erklärt, daß so viele Druckpressen nötig seien, weil die Watchtower Society in so vielen Sprachen drucke. Im Laufe der Jahre sind hier nämlich Schriften in 146 Sprachen gedruckt worden! In Brooklyn wird Der Wachtturm regelmäßig in etwa dreißig und die Zeitschrift Erwachet! in mehr als einem Dutzend Sprachen gedruckt. Das Drucken in so vielen Sprachen erfordert viel Zeit und Mühe.
Beachtenswert ist auch, daß die Watchtower Society auf einem Gebiet des Druckereigewerbes als Pionier gewirkt hat. Sie hat nämlich als erste Bibeln auf Rotationsmaschinen gedruckt. Anfang der 1940er Jahre hatte man noch nie etwas davon gehört, daß jemand versucht hätte, das dünne Bibeldruckpapier auf diesen schnellaufenden Rotationsmaschinen zu verarbeiten. Die Gesellschaft bemühte sich jedoch, versuchsweise Rollen mit Dünndruckpapier zu bekommen, und mit der Zeit wurde eine befriedigende Papierart entwickelt. Nun sind auch andere Druckereien dazu übergegangen, Bibeln auf Rotationsmaschinen statt auf den langsamer arbeitenden Flachpressen zu drucken.
Mittlerweile hatten die Besucher die zweite Brücke im sechsten Stock überquert; sie befanden sich nun in dem Druckereigebäude, das 1956 gebaut worden war. Hier stehen die übrigen Rotationsmaschinen. Viele Besucher dachten unwillkürlich an die gewaltige Arbeit, die das Versenden der 150 Millionen Zeitschriften, die jährlich gedruckt werden, mit sich bringt.
Abonnements- und Zeitschriftenversandabteilung
Es war ganz angenehm, daß nun ein Aufzug zur Verfügung stand, der die Besucher in den dreizehnten Stock, die Abonnementsabteilung, beförderte. Dort betraten sie ein geräumiges, helles Büro, in dem viele Schreibtische und etwa 90 dunkelgrüne Ablagekästen für die Aufbewahrung der Abonnementsadreßplatten so angeordnet sind, daß das durch die Fenster einfallende Licht möglichst gut ausgenutzt wird.
Große Schilder orientierten die Besucher darüber, daß in der größeren Reihe Ablagekästen, auf der einen Seite des Stockwerks, etwa 1 250 000 einzelne englische Adreßplatten aufbewahrt werden. Auf der anderen Seite war ein Schild, aus dessen Aufschrift hervorging, daß in den Kästen dort etwa 350 000 Adreßplatten für Zeitschriftenabonnements in dreiunddreißig anderen Sprachen aufbewahrt werden. An einer gut sichtbaren Stelle in diesem Stockwerk befindet sich eine gefällige Auslage des Wachtturms in den 74 Sprachen, in denen er gedruckt wird, und der Zeitschrift Erwachet! in ihren 26 Sprachen.
Im zehnten Stock staunten die Besucher über die Schnelligkeit, mit der mehrere Zeitschriften zu einer Rolle verpackt werden, um an die Versammlungen der Zeugen Jehovas geschickt zu werden. Die Zeitschriften kommen auf großen Ladeböcken, auf denen je 32 000 Exemplare gestapelt sind, von der Druckerei hoch. Von den Ladeböcken kommen sie zum Dreischneider, wo sie, 40 000 in der Stunde, sauber geschnitten werden.
Aus dem Dreischneider gelangen sie in Stapeln von etwa achtzig Exemplaren auf ein Förderband, das an einer Gruppe von sechs Personen vorbeiführt, die die Zeitschriften wegnehmen, sie in Packpapier einrollen und sie auf ein anderes, schnellaufendes Förderband werfen. Am Ende dieses Bandes werden die verpackten Zeitschriftenrollen mit der Adresse versehen und dann in die Postsäcke geworfen, in denen sie beim Postamt abgeliefert werden. Wie schnell sich dieser Arbeitsgang abwickelt!
Am anderen Ende des zehnten Stocks werden die Einzelexemplare der Zeitschriften verpackt, die an die mehr als anderthalb Millionen Abonnenten gesandt werden. Diese Arbeit verrichten vier Verpackungsmaschinen, von denen jede stündlich 6 000 Zeitschriften verpackt und adressiert. Die Besucher wurden daran erinnert, daß diese komplizierten Maschinen von Gliedern der Bethelfamilie, die in der Maschinenwerkstatt arbeiten, entworfen und gebaut worden waren.
Papierlager und Maschinenwerkstatt
Als die Besucher auf ihrem Rundgang durch das achte Stockwerk kamen, das voll von Papierrollen war, sahen sie ein großes Schild, aus dessen Aufschrift hervorging, daß die Gesellschaft einen Papiervorrat für mehr als sechs Monate hält und darüber genau Buch führt. Das bedeutet, daß sie über 5 000 Tonnen Papier oder mehr als 200 Eisenbahnwagenladungen von je 25 Tonnen auf Lager hat!
Eine weitere Abteilung dieses Druckereigebäudes, an der die meisten Besucher nicht gern vorbeigegangen wären, war die Maschinenwerkstatt im fünften Stock. Die vierzig Diener Gottes, die hier arbeiten, sorgen für die Instandhaltung sämtlicher Maschinen in der Druckerei, und sie leisten vorzügliche Arbeit. Zu ihren größten Arbeiten gehörte die vollständige Überholung verschiedener älterer Rotationsmaschinen.
Nun begaben sich die Besucher wieder in den sechsten Stock, kehrten über die Brücke in das Gebäude zurück, das teilweise 1927 und teilweise 1949 erbaut worden war, und gingen dann die Treppen hinauf zum siebenten Stock, um die Linotype-Setzmaschinen, die Handsetzerei und die Stereotypieabteilung zu besichtigen.
Vorbereitung für den Druck
Damit etwas Geschriebenes gedruckt werden kann, muß es zuerst in Bleizeilen gegossen werden. Das geschieht auf Linotype-Setzmaschinen. Die Gesellschaft hat zweiunddreißig solche Setzmaschinen, genau viermal so viele wie im Jahre 1948 oder vor zwanzig Jahren.
Nachdem die Besucher gesehen hatten, wie diese Maschinen die Metallzeilen ausstoßen, begaben sie sich in die Handsetzerei. Hier stellt der Handsetzer die Metallzeilen zu Seiten zusammen. Diese Seiten, die in Stahlrahmen geschlossen werden, können so, wie sie sind, für den Druck auf einer Flachpresse verwendet werden. Für den Druck auf den Rotationsmaschinen müssen jedoch halbrunde Metallplatten hergestellt werden, und dies erfordert weitere Arbeitsgänge.
Zuerst wird ein Stück stark angefeuchtetes pappeähnliches Material auf den Schließrahmen gelegt, in dem die Seiten geschlossen sind. Das Ganze kommt dann unter die Maternpresse. Hier werden unter Hitze und Druck die gesetzten Seiten in die Materpappe geprägt. Auf diese Weise entsteht ein genauer Abdruck des Satzes.
Am anderen Ende dieses Stockwerks, in der Stereotypie, kommt diese Pappe oder Mater in eine halbrunde Gießform. Die Besucher sahen gespannt zu, wie heißes, flüssiges Metall oben in die Form gepumpt wurde. Diese Flüssigkeit, etwa acht Kilogramm, fließt in die Vertiefungen der Mater und verfestigt sich. So entsteht eine runde Druckplatte. Nachdem diese Platte im Nickelbad mit einer dünnen Nickelschicht überzogen worden ist, können davon bis über eine Million Drucke gemacht werden.
Farbenproduktionsabteilung und Tischlerei
Die Besucher mußten noch die Farbenproduktionsabteilung und die Tischlerei besichtigen, die sich in den unteren Stockwerken des Gebäudes befinden. Die Watchtower Society spart jährlich Zehntausende von Dollar ein, weil sie ihre Druckfarbe selbst erzeugt. Allein im vergangenen Jahr wurden ungefähr 140 Tonnen Druckfarbe hergestellt. Druckfarbe ist aber nicht das einzige, was in der Farbenproduktionsabteilung erzeugt wird. Letztes Jahr wurden hier auch über 20 Tonnen Seife und Reinigungsmittel für das Bethelheim und die Druckerei hergestellt, ferner fast 3 800 Liter Farbe und etwa 95 Tonnen Klebstoff für die Buchbinderei und die Versandabteilung.
Der über zweieinhalb Stunden dauernde Rundgang endete im zweiten Stock, in der Tischlerei. Auch durch diese Abteilung spart die Gesellschaft Zehntausende von Dollar ein, da hier die Möbel für das Bethelheim selbst hergestellt werden. Vom Jahre 1960 an sind hier 422 hübsche kunststoffurnierte Schränke, 381 Schreibtische und 293 Bücherregale hergestellt worden.
Welch hochinteressanter Rundgang! Welch unvergeßlicher Tag! Das empfanden alle, die dem Einweihungsprogramm beigewohnt und nun an der Besichtigung der Druckereigebäude teilgenommen hatten. Wie wunderbar, diese Ausdehnung der Möglichkeiten zur Herstellung des gedruckten Wortes Gottes zu sehen! Die Ausdehnung beschränkt sich aber nicht nur auf Brooklyn.
Druckereien in der ganzen Welt
Als die Besucher durch die Farbenproduktionsabteilung gingen und eine große für Deutschland bestimmte Farbsendung sahen, wurden viele daran erinnert, daß auch in den Druckereien der Zweige der Watch Tower Society außerhalb der Vereinigten Staaten die Produktion gewaltig gestiegen ist. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in anderen Ländern über 96 Millionen Exemplare der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! in mehr als vierzig Sprachen gedruckt. Das sind mehr, als in Brooklyn vor etwas weniger als zwölf Jahren insgesamt gedruckt wurden!
Auf den beiden Rotationsmaschinen in Deutschland wurden im vergangenen Jahr nahezu 27 Millionen Zeitschriften gedruckt, und die Buchbinderei dort stellte über eine viertel Million Bücher her. In England wurden 21 Millionen Zeitschriften gedruckt, in Kanada über 16 Millionen und in der Schweiz nahezu 11 Millionen. Die drei skandinavischen Länder Dänemark, Schweden und Finnland druckten im letzten Jahr ebenfalls über zehn Millionen Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet!. In Südafrika werden diese Zeitschriften in zehn Sprachen gedruckt.
Die Prophezeiung Jesu erfüllt sich zweifellos in diesen letzten Tagen, denn die Botschaft von Gottes Königreich wird tatsächlich „auf der ganzen bewohnten Erde“ gedruckt und verbreitet. — Matth. 24:3, 14.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1968 | 15. Juli
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Fragen von Lesern
● Ich lese seit einigen Monaten den Wachtturm und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir einen Rat geben könnten. Ich habe vor kurzem die Scheidung beantragt, und zwar, soweit ich es verstehe, aus Gründen, die mit der Bibel übereinstimmen. Wäre es nach der Heiligen Schrift verkehrt, wenn ich mit jemandem vom anderen Geschlecht eine Bekanntschaft anzuknüpfen suchte, bevor die Scheidung endgültig ausgesprochen ist? — USA.
Zunächst wäre es gut, deutlich im Sinn zu behalten, was die Bibel über die Ehescheidung sagt. Gottes Wort gemäß gibt es nur einen Grund, der zu einer Scheidung und zu einer Wiederverheiratung berechtigt: Ehebruch. (Matth. 19:9) Jesus sagte nicht, man könne sich von seinem Ehegefährten scheiden lassen, wenn man „stark vermute“, daß er Ehebruch begangen habe. Es müssen tatsächlich Beweise für den Ehebruch vorliegen, zum Beispiel das Geständnis des Ehegefährten oder der Beweis dafür, daß er unter ungeziemenden Umständen eine ganze Nacht bei jemandem vom anderen Geschlecht zugebracht hat. — Spr. 5:8-11.
Eine Ehe mag durch eine gesetzliche Scheidung, die aus einem anderen Grund als wegen Ehebruchs erlangt wurde, vom rechtlichen Standpunkt aus aufgelöst sein, aber in Gottes Augen berechtigt eine solche Scheidung nicht zur Wiederverheiratung. (Mark. 10:9) Wenn man eine gesetzliche Scheidung erlangen würde, ohne den Beweis erbracht zu haben, daß der Ehegefährte Ehebruch begangen hat, dann wäre eine Wiederverheiratung in Jehovas Augen Ehebruch. Wir lesen: „Wer seine Frau durch Scheidung entläßt [ohne einen Beweis für Ehebruch] und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch, und wenn eine Frau, nachdem sie von ihrem Mann geschieden ist, je einen anderen heiratet, so begeht sie Ehebruch.“ — Mark. 10:11, 12; vergleiche Matthäus 19:9.
Angenommen, jemand hat tatsächlich einen schriftgemäßen Grund für eine Scheidung, so ist er dennoch nicht berechtigt, mit jemandem vom anderen Geschlecht eine Bekanntschaft anzuknüpfen oder ihn zu umwerben, solange die Scheidung noch nicht endgültig ausgesprochen ist. Er ist immer noch verheiratet. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Ehescheidung sind von Ort zu Ort verschieden. In einigen Ländern sind die an einem Scheidungsprozeß Beteiligten vom rechtlichen Standpunkt aus sofort vollständig frei. In anderen Ländern wird die Scheidung erst nach sechs Monaten rechtskräftig. Ja, es gibt sogar Orte, wo zuerst nur ein vorläufiges oder provisorisches Scheidungsurteil
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