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  • Hast du ‘Glauben zum Lebendigerhalten der Seele’?
    Der Wachtturm 1970 | 1. September
    • Hast du ‘Glauben zum Lebendigerhalten der Seele’?

      „Wir nun sind nicht von denen, die zur Vernichtung zurückweichen, sondern von denen, die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele.“ — Hebr. 10:39.

      1. Warum glauben Christen an die Auferstehung Jesu Christi?

      TERTULLIAN, der sich gegen Ende des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung zum Christentum bekehrt hatte, schrieb einmal über Jesus Christus: „Begraben, wurde er von den Toten auferweckt; das ist gewiß, denn es ist unmöglich.“ Nach menschlichem Ermessen ist die Auferstehung Christi genau das — „unmöglich“. Die Heilige Schrift versichert uns aber, daß sie eine Tatsache ist. Wir lesen darin zum Beispiel folgende Worte des christlichen Apostels Petrus über „Jesus, den Nazarener“: „Gott ... hat ihn auferstehen lassen, indem er die Wehen des Todes löste, denn es war unmöglich, daß er von ihm festgehalten wurde.“ (Apg. 2:22-24) Die ersten Jünger Christi sahen den auferstandenen Jesus tatsächlich, ja einige aßen und tranken und unterhielten sich sogar mit ihm. (Matth. 28:5-10, 16-20; Apg. 10:40, 41; 1. Kor. 15:3-8) Christen glauben heute an die Auferstehung Jesu Christi, weil in Gottes inspiriertem Wort darüber berichtet wird. Außerdem erkennen sie aufgrund des Weltgeschehens, durch das gewisse biblische Prophezeiungen erfüllt werden, daß Jesus Christus lebt und jetzt im himmlischen Königreich Gottes herrscht. — 2. Tim. 3:16, 17; Matth., Kap. 24 und 25.

      2. Von welcher Bedeutung ist der Glaube?

      2 Diener Gottes müssen Glauben haben. Jesus Christus sagte: „Habt Glauben an Gott.“ (Mark. 11:22) Der hebräische Prophet Habakuk erwähnt, daß Jehova selbst sagte: „Was aber den Gerechten betrifft, durch seinen treuen Glauben wird er am Leben bleiben.“ (Hab. 2:2, 4, NW) Ferner wird uns die Zusicherung gegeben: „Wer Glauben an den Sohn [Gottes, Jesus Christus] ausübt, hat ewiges Leben.“ (Joh. 3:36) Demnach müssen alle Menschen, die Gottes Gunst und ewiges Leben erlangen möchten, echten Glauben an den Tag legen.

      3. Was ist Glaube?

      3 Tertullians Äußerung über die Auferstehung Jesu Christi ist schon als Beispiel der „extremsten Form“ des Glaubens angeführt worden. Was ist aber überhaupt Glaube? Der Begriff Glaube wird als „das Fürwahrhalten einer bestimmten Behauptung, unabhängig davon, ob sie völlig als wahr erwiesen ist oder nicht“, erklärt (The Encyclopedia Americana, Ausg. 1956, Bd. X, S. 723). Der Apostel Paulus, der ein Christ wurde, nachdem ihm der auferstandene, verherrlichte Jesus Christus auf übernatürliche Weise erschienen war (Apg. 9:1-19), erklärte unter göttlicher Inspiration den Begriff Glauben wie folgt: „Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, die offenkundige Darstellung von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht.“ Aufgrund des Glaubens, den „die Männer der alten Zeit“ hatten, wurde über sie „Zeugnis abgelegt“, daß sie Jehova wohlgefallen hatten. — Hebr. 11:1, 2.

      4. Wieso konnte Abel die „gesicherte Erwartung“ haben, daß sich Gottes Worte über den „Samen des Weibes“ erfüllen würden?

      4 Der biblische Glaube ist eine wohlbegründete Erwartung, keine unsichere Hoffnung. Abel, der zweite Sohn Adams und Evas, des ersten Menschenpaares, legte Glauben an den Tag. Er sah, daß sich das, was Gott über den Tod als Folge des Essens der verbotenen Frucht von dem „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ gesagt hatte, bewahrheitete. (1. Mose 2:16, 17) Er konnte die zum Tode führenden Auswirkungen der Erbsünde bei sich selbst wahrnehmen. (Röm. 5:12) Er beobachtete auch, daß sein ungehorsamer Vater, Adam, hart und mühselig arbeiten mußte, wie Gott es gesagt hatte. Bei Eva mehrten sich dem Urteil Jehovas entsprechend die Schmerzen ihrer Schwangerschaft. (1. Mose 3:16-19) Diese Tatsachen bewiesen, daß Gott wahrhaftig war, und deswegen gewann Abel die Überzeugung oder die „gesicherte Erwartung“, daß andere Dinge, die Gott gesagt hatte, sich ebenfalls bewahrheiten würden, so zum Beispiel die prophetischen Worte, die er an den Teufel gerichtet hatte, als er zu der Schlange sprach, durch die dieser Böse die Menschen zur Sünde veranlaßt hatte: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; e r wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“ — 1. Mose 3:15.

      5. (a) Wie bewies Abel seinen Glauben an das Kommen des Samens des „Weibes“ Gottes? (b) Wie gab Gott Zeugnis hinsichtlich der Gaben Abels?

      5 Abel bewies seinen Glauben an das Kommen dieses Samens des „Weibes“ Gottes, indem er Jehova Tieropfer darbrachte, die in einem bildlichen Sinne ein Ersatz für sein eigenes Leben waren. Sein älterer Bruder, der ungläubige Kain, brachte nur ein unblutiges Opfer in Form von Feldfrüchten dar. Danach vergoß Kain das Blut seines Bruders und wurde so zum Mörder. Abel dagegen starb in dem Bewußtsein, Jehova wohlgefallen zu haben, denn ‘Gott hatte hinsichtlich seiner Gaben Zeugnis gegeben’, indem er das Opfer, das Abel im Glauben dargebracht hatte, angenommen hatte. (Hebr. 11:4; 1. Mose 4:1-8) Kann dein Glaube an das Loskaufsopfer Jesu Christi mit dem Glauben verglichen werden, den Abel durch sein Opfer zum Ausdruck brachte?

      6. Wieso ist der Glaube „die offenkundige Darstellung von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“?

      6 Der Glaube ist auch „die offenkundige Darstellung von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“. Das Vorhandensein erschaffener Dinge — der Sonne, des Mondes, der Sterne und der Erde — läßt Christen zum Beispiel erkennen, daß es einen Schöpfer gibt, daß dieser Schöpfer wirklich existiert, obwohl das menschliche Auge ihn nicht sehen kann, weil er ein unsichtbarer Geist ist. (Joh. 4:24; Röm. 1:20-23) Christen haben daher Beweise dafür, daß Gott existiert, und durch Glauben bemerken sie, „daß die Systeme der Dinge durch Gottes Wort geordnet wurden, so daß das, was gesehen wird, aus Dingen geworden ist, die nicht in Erscheinung treten“. — Hebr. 11:3.

      DER GLAUBE ERHÄLT DIE SEELE AM LEBEN

      7. Was ist die Seele, und was kann mit ihr geschehen?

      7 Bevor Paulus den Begriff Glauben erklärte, hatte er über Christen folgendes gesagt: „Wir nun sind nicht von denen, die zur Vernichtung zurückweichen, sondern von denen, die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele.“ (Hebr. 10:39) Was ist aber unter der Seele zu verstehen, die durch den Glauben am Leben erhalten werden kann? Du selbst bist eine lebendige Seele. Die Heilige Schrift sagt: „Jehova Gott bildete den Menschen, Staub von dem Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele.“ (1. Mose 2:7) Weder hier noch an irgendeiner anderen Stelle in der Bibel wird gesagt, der Mensch habe eine unsterbliche Seele, die nach dem Tod des Körpers weiterexistieren könne. Durch seinen Propheten Hesekiel erklärte Jehova sogar: „Die Seele, welche sündigt, die soll sterben.“ (Hes. 18:4) Das schließt keinen einzigen unvollkommenen Menschen aus, „denn da ist kein Mensch, der nicht sündigte“, und „wenn wir erklären: ‚Wir haben keine Sünde‘, so führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns“. — 1. Kö. 8:46; 1. Joh. 1:8.

      8. Welche Aussicht auf Leben besteht für Jehovas treue Diener, die schon lange tot sind, und für die, die heute ihren Glauben beweisen?

      8 Von Jehovas Standpunkt aus leben aber seine treuen Diener, selbst wenn sie schon lange tot im Staube der Erde liegen. Er wird sie von den Toten auferwecken, indem er sie durch seinen Sohn Jesus Christus als lebendige Seelen ins Leben zurückruft. (Joh. 5:28, 29) Unter ihnen werden auch Abraham, Isaak und Jakob sein. (Luk. 20:37, 38) Durch Werke des Glaubens können wir ihnen heute ähnlich sein. Da die Ereignisse, durch die sich gewisse biblische Prophezeiungen erfüllen, erkennen lassen, daß wir in den „letzten Tagen“ des gegenwärtigen Systems der Dinge leben, ist es dir jetzt möglich, einen Glauben zu beweisen, der deine Seele für immer am Leben erhalten wird. (2. Tim. 3:1-5) Andere Vorbilder des Glaubens an Gott aus der Vergangenheit werden dir helfen, diesen Glauben „zum Lebendigerhalten der Seele“ zu entwickeln.

      DER GLAUBE IN PATRIARCHALISCHEN ZEITEN

      9. Wie wurde Henoch „entrückt, damit er den Tod nicht sehe“?

      9 Wie Abel, so bekundete auch Henoch, „der Siebente in der Linie von Adam her“, Glauben an Jehova. Henoch prophezeite Jehovas Gerichtsvollzug an den Gottlosen. (Jud. 14, 15) Seine Worte müssen seine religiösen Feinde sehr gequält haben. Ohne Zweifel suchten sie ihn sogar zu töten, weil er ihnen Jehovas Gericht ankündigte. Doch Gott „nahm ihn hinweg“, damit er die Wehen des Todes nicht zu verspüren bekäme. (1. Mose 5:24) Henoch wurde „entrückt, damit er den Tod nicht sehe“, doch vorher „hatte er das Zeugnis, daß er Gott wohlgefallen habe“. (Hebr. 11:5) Wie ging diese Entrückung vor sich? Das griechische Wort, das in Hebräer 11:5 mit „entrückt“ wiedergegeben wird, bedeutet „versetzen“, „hinbringen“ oder „verändern“ und deutet an, daß es sich dabei um etwas Ähnliches handelt wie bei dem Erlebnis, das Paulus hatte. Paulus wurde auf übernatürliche Weise in den „dritten Himmel“ entrückt, indem ihm eine Vision von dem künftigen geistigen Paradies der Christenversammlung zuteil wurde. (2. Kor. 12:1-4) Henoch, der nichts von einem geistigen Paradies wußte, befand sich offenbar in einem ähnlichen Zustand der Verzückung, in dem er eine Vision von dem künftigen irdischen Paradies hatte, und in diesem Zustand ließ Gott ihn wahrscheinlich im Tode entschlafen, bevor ihm seine Feinde etwas antun konnten. Dir hat Gott keine Vision von dem wiederhergestellten irdischen Paradies zuteil werden lassen. Glaubst du dennoch, sofern du ein Christ bist, daß dieses Paradies eines Tages Wirklichkeit sein wird? Du solltest davon überzeugt sein. — 2. Petr. 3:13; Hebr. 11:6.

      10. Was tat Noah dadurch, daß er Glauben ausübte, hinsichtlich der damaligen Welt?

      10 „Durch Glauben bekundete Noah Gottesfurcht ... und errichtete eine Arche zur Rettung seines Hauses.“ Durch die Ausübung eines solchen Glaubens, durch Werke der Gerechtigkeit und des Gehorsams, verurteilte Noah die ungläubige Welt wegen ihrer bösen Werke und bewies, daß sie die Vernichtung verdiente. (Hebr. 11:7; 1. Mose 6:13-22) Beweist du den gleichen Glauben wie Noah? Heute ist es genauso wie in den Tagen vor der Sintflut: die meisten Menschen essen und trinken, heiraten und gehen ihren alltäglichen Beschäftigungen nach, ohne Gottes Vorhaben zu beachten. Sie nehmen keine Kenntnis davon, daß die verheißene zweite Gegenwart Jesu Christi, des Sohnes des Menschen, Wirklichkeit geworden ist. Du brauchst es ihnen jedoch nicht gleichzutun. Sei statt dessen geistig wach, und bekunde Glauben. Dein Leben hängt davon ab! — Matth. 24:36-42.

      11, 12. Was war das Größere, das Abraham erwartete, obwohl es eine wunderbare Aussicht war, in den Besitz des Verheißenen Landes zu gelangen?

      11 Auch Abraham (Abram) hatte einen großen Glauben. Seine Heimatstadt, das Ur der Chaldäer, hatte in materieller Hinsicht viel zu bieten. Doch Abraham zog aus Ur aus und wohnte in Zelten im Lande Kanaan. Das tat er, weil er Jehova glaubte. Er gehorchte seinem Gebot und glaubte an seine Verheißung, ihn zu einer großen Nation zu machen, durch die die Menschheit gesegnet werden sollte. Jehova hatte auch verheißen, Abrahams Samen oder Nachkommenschaft ein Land zu geben. Abrahams Sohn Isaak und sein Enkel Jakob waren „Miterben derselben Verheißung“. — Hebr. 11:9; 1. Mose 12:1-9; 15:18-21.

      12 In den Besitz des Verheißenen Landes zu gelangen war eine wunderbare Aussicht. Durch Glauben hielt Abraham aber nach etwas Größerem Ausschau. „Er wartete auf die Stadt, welche wahre Grundlagen hat, deren Erbauer und Schöpfer Gott ist.“ Dieser treue Patriarch erwartete eine himmlische Regierung, unter der er künftig zu leben hoffte. Abraham, Isaak und Jakob gaben ihren Glauben an Jehova und ihr Verhältnis zu ihm nicht auf und kehrten nicht nach Ur zurück, was zur Vernichtung ihrer Seele geführt hätte. Darum schämt sich Jehova „ihrer nicht, als ihr Gott angerufen zu werden“. Sie bewahrten ihren Glauben an Gott bis zum Tode, und sie werden nun bald auferweckt, um hier auf Erden zu leben, das heißt im Herrschaftsgebiet dieser „Stadt“ oder himmlischen Regierung, des messianischen Königreiches Gottes. (Hebr. 11:10, 13-16, 20, 21) Gott gebietet dir heute nicht, wie Abraham, Isaak und Jakob ein Nomadenleben zu führen. Ist aber dein Glaube so stark, daß er dich veranlassen würde, auf gewohnte Bequemlichkeiten zu verzichten, wenn die Erfüllung einer Aufgabe in Verbindung mit dem christlichen Predigtdienst es nötig machen würde? Ist dein Glaube so stark, daß du Jehova selbst dann nicht verlassen würdest, wenn du durch gewalttätige Verfolger materiellen Verlust erleiden würdest?

      13. Was erlebte Sara wegen ihres Glaubens?

      13 Noah, Abraham, Isaak, Jakob und andere treue Männer der alten Zeit hatten Frauen, die den Glauben an Jehova ebenfalls bewahrten. Betrachten wir zum Beispiel Abrahams Frau Sara. Obwohl etwa neunzig Jahre alt und bis dahin unfruchtbar, erhielt sie, „als sie die Altersgrenze überschritten“ und bei ihr die Menstruation bereits aufgehört hatte, durch ihren Glauben „die Kraft, Samen zu empfangen ..., weil sie den [Gott] für treu achtete, der die Verheißung gegeben hatte“. Von Abraham, einem hinsichtlich seiner Fortpflanzungsfähigkeit „so gut wie Erstorbenen“, kamen noch Nachkommen hervor. Sara gebar Isaak, und durch ihn wurden schließlich Kinder geboren „gleichwie die Sterne des Himmels an Menge und wie die Sandkörner am Ufer des Meeres, so unzählbar“. — Hebr. 11:11, 12; 1. Mose 17:15-17; 18:11, NW, 21:1-7.

      14. Was ermöglichte es Abraham, Isaak so gut wie als Opfer darzubringen?

      14 Abraham wurde auf die Probe gestellt, und er brachte Isaak, „seinen einziggezeugten Sohn“, das heißt den einzigen Sohn, den er von Sara hatte, „so gut wie als Opfer“ dar. (Hebr. 11:17, 18) Wie konnte Abraham dies tun? Durch seinen Glauben an Jehova. Obwohl von der Auferstehung der Toten im Bericht des ersten Buches Mose interessanterweise nichts gesagt wird, wußte Abraham davon, und er glaubte, daß Jehova Isaak auferwecken könne. Der Apostel Paulus schreibt: „Doch rechnete er damit, daß Gott imstande sei, ihn sogar von den Toten aufzuerwecken; und in sinnbildlicher Weise empfing er ihn auch von dort.“ (Hebr. 11:19) Es handelte sich nur noch um einen Augenblick, und das Messer in Abrahams Hand hätte dem Leben Isaaks ein Ende gemacht, wenn nicht die Stimme eines Engels dies verhindert hätte. Auf diese Weise empfing Abraham seinen Sohn gleichsam aus dem Tod wieder. — 1. Mose 22:1-19.

      15. Woran zu glauben, bewies Joseph kurz vor seinem Tode?

      15 Viele Jahre später sagte Joseph, ein Sohn Jakobs, zu seinen Brüdern: „Ich sterbe nun, aber Gott wird euch zweifellos seine Aufmerksamkeit zuwenden, und er wird euch bestimmt aus diesem Land hinaufbringen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.“ (1. Mose 50:24-26, NW) Joseph glaubte, daß es zu einem Auszug der Israeliten aus Ägypten käme, und er sprach davon kurz vor seinem Ende. (Hebr. 11:22) Er glaubte vorbehaltlos an Jehova bis zu seinem Tode. Hast auch du einen solchen Glauben an Gott?

      GLAUBEN AN JEHOVA, DEN BEFREIER

      16, 17. (a) Welche Entscheidung traf Moses durch Glauben? (b) Auf welche Belohnung hielt er seinen Blick gerichtet?

      16 Moses war der Mann, den Jehova gebrauchte, um im Jahre 1513 v. u. Z. Israel aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. (2. Mose 3:1-10; 12:37, 38) Die Eltern Mose bewiesen Glauben, indem sie ihn nach seiner Geburt drei Monate lang verborgen hielten und ihn dann schließlich in ein Kästchen aus Papyrus legten, das sie am Nilufer ins Wasser setzten. So kam es, daß die Tochter Pharaos ihn fand. Sie „zog ihn als ihren eigenen Sohn auf“, und so wurde er „in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen“. Er wurde auch „mächtig in seinen Worten und Taten“. (2. Mose 2:1-10, NW; Apg. 7:21, 22; Hebr. 11:23) Die ägyptische Erziehung und die materialistische Atmosphäre am Hofe des Königs machten Moses aber nicht zu einem Anbeter der vielen Götter Ägyptens. Nein, keineswegs! „Durch Glauben weigerte sich Moses, als er erwachsen war, der Sohn der Tochter Pharaos genannt zu werden, und erwählte es sich, eher mit dem Volke Gottes [den Israeliten] übel behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben.“ Warum? „Weil er die Schmach des Christus [das Vorrecht, Gottes Gesalbter zu sein] für größeren Reichtum achtete als die Schätze Ägyptens.“ (Hebr. 11:24-26) Als Angehöriger des Königshauses hätte Moses nach Ruhm und Ansehen in Ägypten trachten können. Hätte er dies aber getan, so wäre er heute wahrscheinlich genauso vergessen wie die vielen ägyptischen Pharaonen, von deren Berühmtheit nur noch ihre Prunkgräber zeugen, die von Archäologen ausgegraben wurden und jetzt noch als Sehenswürdigkeit gelten. Moses dagegen ist heute noch als Mann des Glaubens bekannt, dem Gott damals ein wunderbares Vorrecht zuteil werden ließ.

      17 Moses übte Glauben aus und „hielt seinen Blick auf die Belohnung gerichtet“, auf das ewige Leben, das ihm durch eine Auferstehung als Mensch unter Gottes neuer Ordnung auf Erden zuteil wird. (Hebr. 11:26) Durch Glauben verließ Moses Ägypten und kehrte viele Jahre danach wieder dorthin zurück, feierte mit seinen Mitisraeliten das erste Passah und zog dann mit ihnen aus Ägypten aus. „Durch Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; als aber die Ägypter denselben Versuch machten, wurden sie verschlungen.“ Durch Glauben errangen die Israeliten nach dem Tode Mose in Kanaan Sieg um Sieg. Sie eroberten unter anderem Jericho, die Stadt, in der Rahab, die Hure, verschont wurde, weil sie die israelitischen Späher friedlich aufgenommen hatte. (Hebr. 11:27-31) Hältst du an deinem Glauben an Jehova und an seiner Macht zu befreien fest?

      ANDERE VORBILDER DES GLAUBENS

      18. Wozu befähigte Jehova Gideon und Barak wegen ihres Glaubens?

      18 Paulus gab zu, daß ihm die Zeit fehle, über weitere Vorbilder des Glaubens zu berichten (Hebr. 11:32), zum Beispiel über Gideon, der in der Kraft Jehovas und mit einer Schar von nur dreihundert Männern die tyrannischen Midianiter in die Flucht jagte und ihr Heer schlug. (Ri., Kap. 7) Und was wäre von Barak zu sagen, dem die Prophetin Debora Mut zusprach? Durch Glauben zog er der weit stärkeren Streitmacht Siseras entgegen, und Jehova verlieh ihm den Sieg, der in dem eindrucksvollen Lied Deboras und Baraks später besungen wurde. — Ri., Kap. 4, 5.

      19. Worin bestand Simsons letzte Glaubenstat?

      19 Da war ferner Simson, der mächtige Feind der Philister. Obwohl er schließlich von ihnen gefangengenommen und geblendet wurde, vernichtete er bei seinem Tod viele von ihnen, indem er die Säulen des Hauses niederriß, in dem sie sich versammelt hatten, um dem falschen Gott Dagon Opfer darzubringen. Simson war kein völlig entmutigter oder geistig umnachteter Selbstmörder. Er riß das Haus nicht aus Verzweiflung ein, weil er einem elenden Dasein ein Ende hätte machen wollen oder weil er sich für einen vollkommenen Versager gehalten hätte. Nein! Es erforderte von ihm Glauben, Gott um die Kraft zu bitten, die er benötigte, um an den versammelten Philistern, den Feinden Jehovas und seines Volkes, Rache zu üben. — Ri. 16:18-30.

      20, 21. (a) Wie bewiesen Jephtha und seine Tochter ihren Glauben? (b) Führe weitere Vorbilder des Glaubens aus der vorchristlichen Zeit an.

      20 Auch Jephtha, dem Jehova den Sieg über die tyrannischen Ammoniter verlieh, bewies großen Glauben, so zum Beispiel, als er das Gelübde, das er Gott abgelegt hatte, vollzog, indem er seine Tochter dem Dienste Jehovas übergab, was bedeutete, daß sie für immer Jungfrau blieb. (Ri. 11:29-40) Hast du einen ebenso starken Glauben wie Barak, Debora, Simson und andere vorchristliche Zeugen Jehovas? Und hältst du wie Jephtha und seine Tochter treu dein Gelübde, Gott zu dienen? — Ps. 50:14; Pred. 5:4, 5.

      21 Durch Glauben an Jehova besiegte David den Philisterriesen Goliath und wurde ein tapferer Krieger und König, der für die Interessen des Volkes Jehovas kämpfte. Wegen seines Glaubens war er ein Mann, der dem Herzen Gottes angenehm war. (1. Sam. 17:4, 45-51; Apg. 13:22) Samuel diente Jehova von Kind auf und gab seinen Glauben an Gott nie auf. (1. Sam. 1:19-28; 7:15-17) Es gab auch noch andere Propheten, die großen Glauben an Jehova bewiesen. Auf verschiedene ihrer Glaubenstaten hinweisend, sagte Paulus über sie: „Die durch Glauben Königreiche niederkämpften, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, der Macht des Feuers Einhalt taten, der Schärfe des Schwertes entrannen, aus einem Zustand der Schwäche mit Kraft erfüllt wurden, im Kriege tapfer wurden, die Heere von Fremden auseinandertrieben.“ — Hebr. 11:33, 34.

      22. (a) Inwiefern werden einige vorchristliche Zeugen Jehovas, die nach einer „besseren Auferstehung“ strebten, tatsächlich eine „bessere Auferstehung“ erlangen? (b) Inwiefern werden sie aber nicht ohne die gesalbten Christen „vollkommen gemacht“?

      22 Die treuen Propheten Elia und Elisa auferweckten in der Kraft Jehovas die verstorbenen Söhne zweier Frauen. (1. Kö. 17:17-24; 2. Kö. 4:17-37) Paulus sprach von Frauen, die durch Auferstehung ihre Toten erhielten, fuhr dann aber fort mit den Worten: „Andere Männer ... wurden gefoltert, weil sie keine Erlösung durch ein Lösegeld annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erlangen.“ (Hebr. 11:35) Es handelt sich dabei um eine „bessere Auferstehung“ als die Auferstehungen, die Gott durch Elia und Elisa bewirkt hatte. Warum? Weil jene wiederbelebten Personen nochmals sterben mußten, während treue vorchristliche Zeugen Jehovas in Gottes verheißener neuer Ordnung auf Erden auferstehen werden und dann nie mehr sterben brauchen. Über diese Zeugen schrieb Paulus dann noch: „Obwohl ihnen durch ihren Glauben Zeugnis gegeben wurde, [empfingen sie] die Erfüllung der Verheißung nicht, da Gott für uns [die gesalbten Nachfolger Christi] etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollkommen gemacht würden.“ (Hebr. 11:39, 40) Die gesalbten Christen, insgesamt 144 000, werden zu geistigem Leben im Himmel auferweckt, und diese Auferweckung hat im Jahre 1918 u. Z., nach der Aufrichtung des himmlischen Königreiches im Jahre 1914, begonnen. (Offb. 12:1-5; 14:1, 4; 20:4-6; 1. Kor. 15:50-55) Diese Christen werden im Himmel „vollkommen gemacht“, bevor die treuen vorchristlichen Zeugen Jehovas auf der Erde auferstehen.

      23. Welche weiteren Vorbilder des Glaubens führt Paulus an?

      23 Paulus erinnerte sich noch an andere Vorbilder des Glaubens, die es unter jenen Zeugen gab; er schrieb: „Ja, andere erhielten ihre Prüfung durch Verspottungen und Geißelungen, in der Tat, mehr als das, durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, sie wurden auf die Probe gestellt, sie wurden zersägt [Jesaja soll nach der jüdischen Überlieferung auf Befehl des Königs Manasse diesen Tod erlitten haben], sie starben durch Hinschlachtung mit dem Schwert, sie gingen in Schaffellen, in Ziegenhäuten umher, während sie Mangel, Drangsal, Mißhandlung erlitten; ... Sie irrten in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und Klüften der Erde umher.“ Bestimmt wirst du, wenn du über die Glaubenstaten dieser Männer nachdenkst, Paulus zustimmen, der sagte: „Und die Welt war ihrer nicht würdig.“ — Hebr. 11:36-38.

      24, 25. (a) Bewiesen die ersten Christen ihren Glauben? (b) Findet man auch heute noch einen solchen Glauben an Jehova?

      24 Es ist glaubensstärkend, über die Glaubenstreue dieser „großen Wolke“ von vorchristlichen Zeugen Jehovas nachzudenken. (Hebr. 12:1) Wie aus den Christlichen Griechischen Schriften hervorgeht, bewiesen aber auch die ersten Christen einen solchen Glauben. Über sie wird berichtet: „Manchmal wurden sie gequält und zur Belustigung der Bevölkerung hungrigen wilden Tieren in der Arena vorgeworfen. Die Verfolgung bewirkte aber lediglich, daß ihr Glaube gestärkt wurde und daß sich viele zu ihrem Glauben bekehrten“ (From the Old World to the New von Eugene A. Colligan und Maxwell F. Littwin, 1932, Seite 90, 91).

      25 Aber auch heute findet man diesen Glauben an Jehova Gott noch. Jehovas Zeugen beweisen furchtlos einen solchen Glauben. (Matth. 10:28) Geneviève de Gaulle, eine Nichte des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, schrieb über die Zeuginnen Jehovas im nationalsozialistischen Konzentrationslager Ravensbrück folgendes: „Alle legten den Beweis sehr großen Mutes ab, was schließlich auch auf die SS Eindruck machte. Sie würden auf der Stelle die Freiheit erlangt haben, wenn sie ihrem Glauben abgeschworen hätten; sie wurden aber nicht müde zu widerstehen, ja es gelang ihnen sogar, etwas von ihren Büchern und Traktaten ins Lager zu bekommen, woraufhin einige von ihnen den Tod durch Erhängen fanden.“ Eugen Kogon schreibt in seinem Buch Der SS-Staat: „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die SS psychologisch mit dem Problem der Bibelforscher [Zeugen Jehovas] nicht ganz fertig wurde“ (Seite 260). Und Professor Ebenstein von der Universität Princeton erklärte: „Was die Zeugen Jehovas in den Lagern durchmachen mußten, war schlimmer als das, was die Juden, Pazifisten und Kommunisten auszustehen hatten. So klein, wie die Sekte ist, scheint doch jedes Glied eine Festung zu sein, die zwar vernichtet, aber niemals eingenommen werden kann“ (The Nazi State).

      26. Wozu führt der christliche Glaube?

      26 Wenn du einen ähnlichen Glauben an Gott hast und daran festhältst, wirst du ewiges Leben erlangen. Der Apostel Petrus schrieb, daß Christen ‘das Endziel ihres Glaubens, die Rettung ihrer Seelen’, erlangen würden. (1. Petr. 1:9) Du magst dich indes fragen: „Was kann ich tun, um einen lebenerhaltenden, gesunden Glauben zu erlangen?“ Sei versichert, daß mit der Hilfe Jehovas viel getan werden kann.

  • Bleibe „gesund im Glauben“
    Der Wachtturm 1970 | 1. September
    • Bleibe „gesund im Glauben“

      „Mögen die betagten Männer ... gesund im Glauben [sein].“ — Tit. 2:2.

      1. Womit könnte man den Glauben vergleichen? Doch welches Maß an Glauben benötigt ein Diener Gottes?

      DA DER Glaube für unseren Geisteszustand so wichtig ist, könnte man ihn mit einem Spurenelement, einem für das Leben notwendigen Mineral, vergleichen. Mensch und Tier sowie Pflanzen benötigen kleine Mengen von Mineralien, wie Kobalt, Kupfer und Zinn, damit in ihrem Organismus keine Funktionsstörungen auftreten und sie gesund bleiben. Kobalt braucht der Mensch zum Beispiel als Schutz vor perniziöser Anämie. Wir benötigen täglich nur den fünfzehnmillionsten Teil einer Unze des kobalthaltigen Vitamins B12, um nicht von dieser Blutkrankheit befallen zu werden. Eine etwas geringere Menge würde nicht genügen. Genauso unerläßlich ist der Glaube (abgesehen von der Tugend, der Erkenntnis, der Selbstbeherrschung, dem Ausharren, der Gottergebenheit, der brüderlichen Zuneigung und der Liebe) für die geistige Gesundheit und das Leben des Christen. (2. Petr. 1:5-7) Es genügt allerdings nicht, nur etwas Glauben zu haben. Ein Christ darf nicht nur ein geringes Maß an Glauben haben. Zuviel von einem bestimmten Spurenelement kann bei Mensch und Tier zwar zu Krankheiten führen. Unser Glaube an Gott kann aber nie zu groß sein. Für einen Diener Gottes ist es von lebenswichtiger Bedeutung, einen großen Glauben zu entwickeln und zu bewahren, das heißt im Glauben an Jehova stark und gesund zu sein.

      2, 3. Wie kann ein Christ „gesund im Glauben“ bleiben?

      2 Der christliche Apostel Paulus schrieb an Titus: „Du jedoch rede weiterhin das, was sich für die gesunde Lehre ziemt. Mögen die betagten Männer mäßig sein in den Gewohnheiten, ernsthaft, gesunden Sinnes, gesund im Glauben, in der Liebe, im Ausharren.“ (Tit. 2:1, 2) Nicht nur betagte christliche Männer, sondern alle Christen müssen „gesund im Glauben“ bleiben, denn „ohne Glauben ... ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist, und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“. — Hebr. 11:6.

      3 Doch wie kann ein Christ „gesund im Glauben“ bleiben? Wenn er folgende Faktoren berücksichtigt: 1. regelmäßiges Studium des Wortes Gottes; 2. Beharrlichkeit im Gebet zu Jehova; 3. regelmäßiger Besuch der christlichen Zusammenkünfte; 4. Unermüdlichkeit im Wirken gottgefälliger Werke, durch die man seinen Glauben bekundet.

      DEIN GLAUBE UND GOTTES WORT

      4. Wodurch wird der Glaube eines Christen hauptsächlich entwickelt und bewahrt?

      4 Die zur Erhaltung unserer Gesundheit und unseres Lebens notwendigen Spurenelemente werden dem Körper im großen ganzen durch eine ausgeglichene Kost zugeführt. Damit verglichen, wird auch der Glaube, der für den Christen ein lebenswichtiges Element ist, hauptsächlich durch eine ausgeglichene geistige Kost entwickelt und bewahrt. Den Griechen von Lystra beschrieben Paulus und Barnabas den lebendigen Gott als den Einen, der ‘ihnen Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und ihre Herzen mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte’. (Apg. 14:14-17) Jehova versorgt uns aber auch mit geistiger Speise. Jesus Christus sagte mit Recht: „Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht.‘“ — Matth. 4:4; 5. Mose 8:3.

      5, 6. (a) In welcher Beziehung stand Gottes Wort zu Josuas Glauben? (b) Wie kann man einen größeren Glauben erlangen?

      5 Jehova verlieh den Israeliten unter der Leitung Josuas viele Siege im Lande Kanaan. (Josua 12:7-24) Josua war aber kein Feldherr, der nur bei gewissen öffentlichen Anlässen aus der Heiligen Schrift zitierte, um Eindruck zu machen, sondern er las eifrig in Gottes Wort, und das förderte seine geistige Gesinnung und stärkte seinen Glauben an Jehova. Er nahm sich den Rat, den Gott ihm gegeben hatte, zu Herzen: „Nur sei mutig und sehr stark, um darauf zu achten, nach dem ganzen Gesetz zu tun, das Moses, mein Knecht, dir geboten hat. Weiche nicht davon ab, weder nach rechts noch nach links, damit du überall, wohin du gehst, weise handeln mögest. Dieses Buch des Gesetzes sollte nicht von deinem Munde weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen, damit du darauf achtest, nach allem zu tun, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du deinen Weg zum Erfolg machen, und dann wirst du weise handeln.“ — Josua 1:7, 8, NW.

      6 Josua stand unter dem Befehl, „Tag und Nacht“ über Gottes Gebote und Vorschriften nachzudenken. Solltest du es dann nicht auch so einrichten, daß du Gottes Wort regelmäßig lesen und studieren kannst? Ganz bestimmt. Wenn du die Bibel liest und danach lebst, wirst du einen größeren Glauben erlangen. Dann wirst auch du „überall, wohin du gehst, weise handeln“. Deine geistige Gesundheit und dein Leben hängen davon ab, daß du die Bibel studierst und danach handelst. Paulus ermahnte Timotheus mit den treffenden Worten: „Halte dich weiterhin an das Muster gesunder Worte, die du von mir gehört hast, mit dem Glauben und der Liebe, die mit Christus Jesus verbunden sind.“ — 2. Tim. 1:13.

      DEIN GLAUBE UND DAS GEBET

      7. Was tat David, wenn er verfolgt wurde, und warum tat er dies?

      7 David war ein sehr gläubiger Mann, aber er versuchte nicht, allein zu stehen. Er betete regelmäßig zu Jehova. Wenn er verfolgt wurde, suchte er nicht, durch seine eigene Klugheit mit seinen Feinden fertig zu werden oder sie zu überwinden, indem er ihnen seine menschliche Macht zeigte, sondern er bat Jehova um Hilfe. In einem Psalm drückte er sich zum Beispiel folgendermaßen aus: „Zu dir habe ich geschrieen, Jehova! ich habe gesagt: D u bist meine Zuflucht, mein Teil im Lande der Lebendigen. Horche auf mein Schreien, denn ich bin sehr elend; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig! Führe aus dem Gefängnis heraus meine Seele, damit ich deinen Namen preise!“ (Ps. 142:5-7) David betete nicht aus eigennützigen Gründen um Jehovas Hilfe und Befreiung, sondern damit er Gottes Namen preisen könne. Jehova erhört solche Gebete von Personen, die sich ihm hingegeben haben. Diener Gottes sollten darum heute unbedingt ‘im Gebet beharren’. — Röm. 12:12.

      8. (a) Ist es angebracht, daß ein Christ um Glauben betet? (b) Was kannst du tun, selbst wenn du verfolgten Glaubensbrüdern nicht unmittelbar helfen kannst?

      8 Es ist auch angebracht, daß ein Christ um Glauben betet. Der Glaube ist eine Frucht des Geistes Gottes, und Christen sind berechtigt, Jehova um seinen Geist zu bitten, der im Glauben zum Ausdruck kommt. (Luk. 11:13; Gal. 5:22) Die Apostel sagten zu dem Herrn Jesus Christus: „Gib uns mehr Glauben.“ (Luk. 17:5) Sie hatten erkannt, daß sie einen größeren Glauben benötigten. Christen können diese Bitte dem Sinne nach ebenfalls in ihre inbrünstigen Gebete einschließen. Ebenso angebracht ist es für sie, darum zu beten, daß ihre Glaubensbrüder einen gesunden Glauben bewahren. Glaubensbrüder in einem fernen Land mögen heftig verfolgt werden und schweren Glaubensprüfungen ausgesetzt sein. Du magst ihnen nicht unmittelbar helfen können. Du kannst ihnen aber helfen, indem du darum betest, daß ihr Glaube nicht nachlasse. Jesus betete für Simon Petrus, wie das aus seinen Worten hervorgeht: „Simon, Simon, siehe, der Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten. Ich aber habe für dich gefleht, daß dein Glaube nicht nachlasse; und du, bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder.“ — Luk. 22:31, 32.

      9. Was kannst du, abgesehen davon, daß du für deine Glaubensbrüder betest, noch tun, um ihnen zu helfen, im Glauben stark zu bleiben?

      9 Diese Worte Jesu Christi deuten an, daß wir nicht nur darum beten sollten, daß unsere Glaubensbrüder am Glauben festhalten mögen, sondern daß wir sie, wenn möglich, auch ermuntern und im Glauben zu stärken suchen sollten. Paulus sehnte sich danach, mit seinen christlichen Brüdern und Schwestern in Rom zusammen zu sein, denn er schrieb ihnen: „Ich sehne mich danach, euch zu sehen, um euch irgendeine geistige Gabe mitzuteilen, damit ihr befestigt werdet, oder vielmehr zum Austausch von Ermunterung in eurer Mitte, indem jeder durch den Glauben des anderen, sowohl des euren wie des meinen ermuntert werde. (Röm. 1:11, 12) Folglich kann jeder Christ darum beten, daß seine Glaubensbrüder von Jehova gefestigt werden mögen, damit sie im Glauben stark bleiben. Darüber hinaus kann er sie durch Gespräche, in denen sein eigener Glaube zum Ausdruck kommt, geistig stärken. Der Besuch christlicher Zusammenkünfte ist eine vortreffliche Gelegenheit, mit Glaubensbrüdern zusammenzukommen und sie zu ermuntern.

      DEIN GLAUBE UND DIE CHRISTLICHEN ZUSAMMENKÜNFTE

      10. Welche Verbindung besteht zwischen dem Glauben und christlichen Zusammenkünften?

      10 Die richtige Ernährung ist für den menschlichen Körper von lebenswichtiger Bedeutung. Durch die regelmäßige Zufuhr von guter Nahrung nehmen wir die Spurenelemente in uns auf, die wir benötigen, um gesund zu bleiben. Durch den regelmäßigen Besuch christlicher Zusammenkünfte und die Beteiligung daran und durch die Anwesenheit bei anderen von Jehova bereiteten geistigen Festmählern stärken wir unseren Glauben. Wir sind dann Gott wohlgefällig und verfügen über dieses notwendige Element, den Glauben, wenn wir auf unsere Lauterkeit gegenüber Jehova geprüft werden.

      11. Müssen Christen einen unerschütterlichen Glauben haben?

      11 Paulus zeigte, daß Jesus Christus dadurch, daß er in Treue starb, für seine gesalbten Nachfolger den Weg zum himmlischen Leben erschlossen hat. Um aber dahin zu gelangen, müssen sie „mit wahrhaftigem Herzen in voller Glaubensgewißheit hinzutreten“, und sie werden auch ermahnt, ‘an der öffentlichen Erklärung ihrer Hoffnung ohne Wanken festzuhalten, da er, der die Verheißung gegeben hat, treu ist’. (Hebr. 10:19-23) Christen haben die Gewißheit, daß die Dinge, die Gott in seinem Wort verheißen hat, mit Sicherheit eintreten werden. Sie gehören nicht zu den Wankelmütigen und Unentschlossenen, die von Jehova nichts empfangen. (Jak. 1:5-8) Sie denken daran, daß Abraham „nicht im Unglauben“ wankte, sondern „völlig überzeugt war, daß er [Gott] das, was er verheißen hatte, auch zu tun vermöge“, das heißt, daß er ihn, den betagten Patriarchen, zum „Vater vieler Nationen“ machen könne. — Röm. 4:16-22.

      12, 13. (a) Warum ist es unbedingt notwendig, daß sich Christen regelmäßig versammeln? (b) Wie wirkte sich das Zusammenkommen der ersten Christen auf ihren Glauben aus? (c) Welchen weiteren Nutzen ziehen aufmerksam zuhörende Diener Gottes aus ihren Zusammenkünften?

      12 In den christlichen Zusammenkünften kann man sich über seinen Glauben äußern, man kann eine öffentliche Erklärung darüber abgeben und kann so auch anderen helfen. In unserer Zeit, in der sich gottlose Ansichten immer mehr ausbreiten, ist es sehr notwendig, daß Christen regelmäßig zusammenkommen, um sich gegenseitig zu helfen und sich vor dem Abfall vom Glauben zu schützen. Paulus schrieb passenderweise: „Laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.“ (Hebr. 10:24, 25) Wenn die ersten Christen zusammenkamen, stärkten sie sich gegenseitig im Glauben. Tertullian schrieb: „Zusammen kommen wir zur Verlesung der göttlichen Schriften ... Zumindest geben wir unserem Glauben mit den heiligen Worten Nahrung, richten unsere Hoffnung empor, festigen unsere Zuversicht“ (Apologeticum, übersetzt von Carl Becker, Seite 183).

      13 Die Israeliten hatten jedes Jahr drei glaubensstärkende nationale Feste. (2. Mose 23:14-17; 5. Mose 16:16) Eines davon war das Laubhüttenfest, bei dem sich alle sieben Jahre (im Sabbatjahr) Erwachsene und Kinder versammelten, um sich die Lesung des Gesetzes Gottes anzuhören. (5. Mose 31:10-13) Esra, der Priester, und seine Gehilfen lasen und erklärten zu dieser Zeit des Jahres (im siebenten jüdischen Monat) bei einem besonders erwähnten Anlaß das Gesetz in Gegenwart der Männer und Frauen sowie aller, „die genügend Verständnisvermögen hatten zuzuhören“ (NW). Das bewirkte, daß die aufmerksam zuhörenden Israeliten, die kurz vorher aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt waren, sich freuten, denn sie verstanden, was vorgelesen wurde. Sie feierten damals das Laubhüttenfest, und es herrschte große Freude. (Neh., Kap. 8) Auch heute empfangen Jehovas Diener, die in christlichen Zusammenkünften und bei christlichen Kongressen aufmerksam zuhören, biblische Belehrungen, die ihnen viel Freude bereiten, besonders wenn sie diese im täglichen Leben anwenden.

      14. Zeige, in welcher Hinsicht christliche Zusammenkünfte uns helfen, „gesund im Glauben“ zu bleiben.

      14 Christliche Zusammenkünfte stärken uns im Glauben an Jehova und helfen uns, „gesund im Glauben“ zu bleiben. Wir werden dadurch ermuntert und geistig auferbaut. Als Judas und Silas in Antiochien waren, „ermunterten sie die Brüder mit manchem Vortrag und stärkten sie“. (Apg. 15:30-32) In den christlichen Zusammenkünften wird „ungeheuchelter Glaube“ erweckt, und bestimmt trug der Besuch solcher Zusammenkünfte dazu bei, daß Timotheus, seine Mutter Eunike und seine Großmutter Lois einen solch ungeheuchelten Glauben erlangten. (2. Tim. 1:5) Die Belehrung, die in christlichen Zusammenkünften erteilt wird, hilft uns, im Glauben gesund zu werden und es auch zu bleiben, denn in diesen Zusammenkünften redet der christliche Aufseher zum Beispiel das, „was sich für die gesunde Lehre ziemt“. — Tit. 2:1; 1:5, 9.

      15. Was kann geschehen, wenn jemand, der einmal eine genaue Erkenntnis der Wahrheit empfangen hat, den christlichen Zusammenkünften absichtlich fernbleibt?

      15 Während der regelmäßige Besuch christlicher Zusammenkünfte uns hilft, im Glauben gesund zu bleiben, schwächt fortgesetztes, absichtliches und unnötiges Fernbleiben von diesen Zusammenkünften den Glauben und kann dazu führen, daß wir schließlich den Glauben ganz verlieren und vielleicht sogar eine willentliche, unvergebbare Sünde gegen den heiligen Geist begehen. (Matth. 12:31, 32) Personen, die einmal durch die genaue Erkenntnis der göttlichen Wahrheit erleuchtet worden sind, dann aber willentlich sündigen, verleugnen den Sohn Gottes, sie treten ihn gleichsam mit Füßen. Nachdem Paulus Christen ermahnt hatte, die Zusammenkünfte nicht zu versäumen, sagte er: „Denn wenn wir willentlich Sünde verüben, nachdem wir die genaue Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern da ist ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und eine feurige Eifersucht, welche die Gegner verzehren wird.“ Dann fügte er hinzu: „Jemand, der das Gesetz Moses’ mißachtet hat, stirbt ohne Erbarmen auf das Zeugnis von zwei oder drei Personen hin. Einer wieviel strengeren Strafe, denkt ihr, wird der wert geachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt worden ist, als von gewöhnlichem Wert geachtet und den Geist der unverdienten Güte durch Verachtung gröblich verletzt hat?“ (Hebr. 10:26-29; 5. Mose 19:15) Hüte dich also davor, deinen Glauben zu verlieren und den Sohn Gottes zu verleugnen, denn das hätte für dich ewige Vernichtung zur Folge. Besuche die christlichen Zusammenkünfte mit Wertschätzung und regelmäßig, denn sie sind unerläßlich, um „gesund im Glauben“ zu bleiben.

      DEIN GLAUBE UND DEINE WERKE

      16. Welche Verbindung besteht zwischen dem Glauben und Werken? Veranschauliche es.

      16 Der Glaube muß wie die Muskeln des menschlichen Körpers nicht nur genährt, sondern auch betätigt werden, wenn man vermeiden möchte, daß er schwindet. Jakobus betonte die Notwendigkeit, den Glauben durch gottgefällige Werke zu beweisen, ganz besonders. Er schrieb: „Ja, wie der Leib ohne Odem tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.“ (Jak. 2:26) Bei diesen Werken handelt es sich nicht um Werke in Verbindung mit dem Gesetz, das Jehova den Israeliten gab, sondern um Betätigungen, die beweisen, daß ein Mensch Glauben besitzt. (Gal. 2:15, 16) Abraham bewies seinen Glauben zweifellos durch seine Bereitschaft, seinen Sohn Isaak als Opfer darzubringen. Sein Glaube ‘wirkte mit seinen Werken zusammen, und durch seine Werke wurde sein Glaube vollkommen gemacht’. Wegen seines Glaubens an Jehova wurde der Patriarch Abraham von Gott als gerecht gerechnet, und er wurde „Freund Jehovas“ genannt. Auch Rahab, die die israelitischen Späher versteckte, bewies ihren Glauben durch Werke, und sie wurde durch diese Werke gerechtgesprochen. — Jak. 2:18-25; Josua, Kap. 2.

      17. Durch welche Werke kannst du beweisen, daß du „gesund im Glauben“ bist?

      17 Durch was für Werke kann man aber beweisen, daß man „gesund im Glauben“ ist? Es gibt viele solche Werke. Du beweist zum Beispiel, daß du im Glauben gesund bist, wenn du in Dingen, die Jehovas Gesetzen und Grundsätzen unterworfen sind, seine Entscheidungen anerkennst: wenn du dich an die Worte in Jesaja 2:4 hältst, wo davon die Rede ist, daß die Schwerter zu Pflugmessern umgeschmiedet werden; wenn du dich vom Blutgenuß enthältst und dir auch kein Blut übertragen läßt (Apg. 15:28, 29); wenn du dich an die göttlichen Gebote bezüglich der Geschlechtsmoral und der Moral im allgemeinen hältst (1. Kor. 6:18; Ps. 15:1-5; Hebr. 13:18); wenn du in weltlichen Angelegenheiten die christliche Neutralität bewahrst (Joh. 17:16) kurz gesagt, wenn du alles, was Jehova dir durch sein inspiriertes Wort sagt, annimmst und bereitwillig befolgst. (Ps. 119:105) Du beweist ferner, daß du „gesund im Glauben“ bist, wenn du die christlichen Zusammenkünfte besuchst und dich daran beteiligst. (Ps. 26:12) Dein gesunder Glaube zeigt sich natürlich auch darin, daß du regelmäßig von Haus zu Haus und bei anderen Gelegenheiten von Gottes aufgerichtetem himmlischen Königreich sprichst. — Matth. 24:14; 28:19, 20.

      18. Ist es möglich, im Glauben zu wachsen?

      18 Beweist du deinen Glauben an Gott durch Werke? Siehst du eine Möglichkeit, deinen Glauben noch weiter zu entwickeln? Könntest du noch gesünder im Glauben sein? Wenn ja, dann gib die Hoffnung nicht auf. Die dem gegenwärtigen bösen System der Dinge noch verbleibende Zeit ist zwar sehr verkürzt. (1. Kor. 7:29-31) Es verbleibt aber immer noch etwas Zeit bis zu dessen Vernichtung, und in dieser Zeit kann dein Glaube noch wachsen, und je mehr du ihn förderst, desto mehr wird er wachsen. — 2. Thess. 1:3.

      19. Vor welchen Werken bewahrt uns der wahre Glaube?

      19 Abgesehen davon, daß der wahre Glaube an Jehova dich veranlaßt, gute Werke zu tun, die deinen Glauben beweisen, bewahrt er dich auch davor, schlechte Werke zu verüben. Wir leben in einer ernsten Zeit, in einer Zeit, in der man besonders darauf achten muß, daß man sich nicht in unrechte, böse Werke verstrickt. Paulus sagte schon vor neunzehnhundert Jahren, es sei Zeit, aus dem Schlaf zu erwachen. „Denn jetzt ist unsere Rettung näher als zu der Zeit, in der wir gläubig wurden“, erklärte er. Dann fuhr er fort mit den Worten: „Die Nacht ist vorgerückt; der Tag hat sich genaht. Laßt uns daher die Werke, die zur Finsternis gehören, ablegen, und laßt uns die Waffen des Lichts anlegen. Wie zur Tageszeit laßt uns anständig wandeln, nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in unerlaubtem Geschlechtsverkehr und zügellosem Wandel, nicht in Streit und Eifersucht, sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und plant nicht im voraus für die Begierden des Fleisches.“ (Röm. 13:11-14) Halte dich fern von den Werken des gefallenen Fleisches, und bringe die Früchte des Geistes Gottes hervor, denn auf diese Weise bleibst du „gesund im Glauben“. — Gal. 5:19-26.

      BIST DU IM BEGRIFF, AUS UNGLAUBEN ZURÜCKZUWEICHEN?

      20. Was ist erforderlich, damit man als Christ standhaft bleiben kann?

      20 Damit man als christlicher Zeuge Jehovas standhaft bleibt, darf man in seiner Wachsamkeit nicht nachlassen. Ein Christ darf auch nicht in geringstem Maße aus Unglauben zurückweichen, denn das könnte schließlich dazu führen, daß er willentlich sündigt, und das würde sich für ihn verhängnisvoll auswirken. Paulus schrieb warnend: „Denn wir kennen den, der gesagt hat: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten‘; und wiederum: ‚Jehova wird sein Volk richten.‘ Es ist etwas Furchtbares, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ — Hebr. 10:30, 31.

      21, 22. (a) Womit müssen Nachfolger Jesu Christi rechnen? (b) Wozu sollten Verfolgungen Christen nicht veranlassen, und warum nicht?

      21 Um „gesund im Glauben“ zu bleiben, solltest du dich immer wieder an deine erste Liebe zur göttlichen Wahrheit erinnern. Wie sehr schätztest du es doch, von der falschen Religion und von anderen verkehrten Ansichten frei geworden zu sein! (Joh. 8:32) Vergiß diese erste Liebe nie. Natürlich mußt du damit rechnen, auf Widerstand zu stoßen, ja vielleicht sogar heftig verfolgt zu werden, denn Jesus Christus sagte, daß es seinen Nachfolgern so ergehen würde. (Matth. 10:34-36; Joh. 15:18-20) Laß aber nicht zu, daß dadurch deine Liebe zur göttlichen Wahrheit schwindet und dein Glaube an Jehova erschüttert wird. Denke an das, was du als Christ bereits erduldet hast, und auch daran, daß die Drangsal, die du jetzt erduldest, nur vorübergehend ist. Wenn sie vorbei ist, wirst du zurückblicken und sehen, daß du durch dein Ausharren Gottes Wohlgefallen erlangt hast, und darüber wirst du dich freuen. — Hebr. 10:32-34.

      22 Wirf deinen christlichen Freimut, über die gute Botschaft von Gottes Königreich zu reden, nie weg, weil du verfolgt wirst, denn dieser Freimut der Rede hat „eine große Belohnung“. Paulus sagte ferner: „Denn ihr bedürft des Ausharrens, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Erfüllung der Verheißung empfangen mögt. Denn noch ‚eine ganz kleine Weile‘, und ‚der Kommende wird eintreffen und wird nicht ausbleiben‘.“ (Hebr. 10:35-37) Seit der Aufrichtung des himmlischen Königreiches Gottes im Jahre 1914 u. Z. ist die zweite Gegenwart Jesu Christi eine Tatsache. Bald werden sich Tausende und aber Tausende von Menschen, die ihren unerschütterlichen Glauben an Gott bewiesen haben, des in der Bibel verheißenen Lebens in Jehovas neuer Ordnung erfreuen. — Joh. 17:3.

      23, 24. (a) Warum sollte man sich davor hüten, auch nur in geringstem Maße aus Unglauben zurückzuweichen? (b) Wie denkt Jehova über den Gerechten, und wie denkt er über den, der zurückweicht?

      23 Hüte dich deshalb davor, auch nur in geringstem Maße aus Unglauben zurückzuweichen, ja hüte dich vor dem ersten Schritt dazu, dem fast unmerklichen Zurückweichen von christlichen Vorrechten und Pflichten. Dies ist besonders gefährlich, weil es so heimtückisch ist. Es mag zum Beispiel damit beginnen, daß man hin und wieder unnötigerweise den christlichen Zusammenkünften fernbleibt und daraus schließlich eine Gewohnheit macht. Hüte dich davor! Rettung erlangt man nicht dadurch, daß man lediglich mit einer Versammlung der Zeugen Jehovas verbunden ist. Man muß einen im Herzen wurzelnden Glauben haben. (Röm. 10:10) David sagte: „Die Treuen [im Glauben] behütet Jehova.“ (Ps. 31:23) Um Gottes Gunst zu erlangen und von ihm beschützt zu werden und schließlich ewig leben zu können, müssen Christen mit Ausharren den Wettlauf um das Leben laufen, während sie ihren Blick auf Jesus Christus, das große Vorbild, gerichtet halten, ‘damit sie nicht müde werden und in ihren Seelen ermatten’. — Hebr. 12:1-3.

      24 So weiche denn nicht zurück, sondern bleibe „gesund im Glauben“. Darüber, wie Jehova über den Gerechten denkt und über den, der zurückweicht, schrieb Paulus: ‚Mein Gerechter aber wird zufolge des Glaubens leben‘, und ‚wenn er zurückweicht, so hat meine Seele kein Gefallen an ihm‘. Wir nun sind nicht von denen, die zur Vernichtung zurückweichen, sondern von denen, die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele.“ — Hebr. 10:38, 39.

      25, 26. (a) Was für erstaunliche Dinge werden bald geschehen? (b) Was sollte man deshalb jetzt im Hinblick auf seinen Glauben tun? (c) Welche Gabe empfangen wir, wenn wir einen unerschütterlichen, gesunden Glauben bewahren?

      25 Das Weltreich der falschen Religion, Babylon die Große, wird nun sehr bald für immer vernichtet werden. (Offb. 17:16 bis 18:8) Christen werden danach nicht lange auf Harmagedon, den „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, warten brauchen, den Krieg, in dem „die Könige der Erde und die Personen von oberstem Rang und die Militärbefehlshaber und die Reichen und die Starken“ sowie alle übrigen Gegner des Königreiches Gottes sich zu verbergen suchen werden vor dem, der „auf dem Throne [Jehovas Gottes] sitzt, und vor dem Zorn des Lammes“, Jesu Christi. Die Bösen werden dann vernichtend geschlagen werden in ihrem hoffnungslosen Kampf gegen Jesus Christus, den „König der Könige und Herrn der Herren“, der auf dem symbolischen weißen Pferd sitzt und sie mit Sicherheit für immer besiegen wird. (Offb. 16:14, 16; 6:15-17; 19:11-21) Unmittelbar danach wird die lange erwartete Gefangensetzung Satans, des Teufels, und seiner Dämonen im Abgrund erfolgen. — Offb. 20:1-3.

      26 Ja, erstaunliche Dinge werden in der nahen Zukunft geschehen. Jetzt ist es daher an der Zeit, jede Gelegenheit auszunutzen, sich dieses lebenswichtige Element, einen starken Glauben, anzueignen. Bereite dich auf künftige Prüfungen deines Glaubens vor, und sei entschlossen, selbst unter ungünstigen Verhältnissen oder Widerwärtigkeiten „gesund im Glauben“ zu bleiben. Frohlocke in Jehova, wie Habakuk es tat, der betete: „Denn der Feigenbaum wird nicht blühen, und kein Ertrag wird an den Reben sein; und es trügt die Frucht des Olivenbaumes, und die Getreidefelder tragen keine Speise; aus der Hürde ist verschwunden das Kleinvieh, und kein Rind ist in den Ställen. — Ich aber, ich will in Jehova frohlocken, will jubeln in dem Gott meines Heils. Jehova, der Herr, ist meine Kraft und macht meine Füße denen der Hindinnen gleich und läßt mich einherschreiten auf meinen Höhen.“ (Hab. 3:17-19) Ja, ein unerschütterlicher gesunder Glaube wird dir ewiges Leben — eine Gabe Jehovas, des treuen Gottes — einbringen. — 1. Tim. 6:11, 12; Eph. 2:8; 5. Mose 32:4.

      „Du glaubst, daß es einen einzigen Gott gibt, nicht wahr? Du tust sehr wohl. Doch glauben auch die Dämonen und schaudern. Möchtest du aber wissen, du leerer Mensch, daß der Glaube ohne Werke untätig ist? Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtgesprochen, nachdem er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar geopfert hatte? Du siehst, daß sein Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte, und durch seine Werke wurde sein Glaube vollkommen gemacht, und das Schriftwort wurde erfüllt, welches sagt: ‚Abraham glaubte Jehova, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet‘, und er wurde ‚Freund Jehovas‘ genannt.“ — Jak. 2:19-23.

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