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Stichhaltige Gründe für den Glauben an Gottes neue WeltDer Wachtturm 1963 | 15. Februar
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Stichhaltige Gründe für den Glauben an Gottes neue Welt
„Nun gehören wir nicht zu denen, die zurückweichen, sondern zu denen, die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele.“ — Hebr. 10:39, NW.
1, 2. (a) Welcher Wunsch, den Menschen, die Frieden und Gesundheit lieben, schon lange gehabt haben, wird sich nun bald erfüllen? (b) Warum sollte der Gedanke, daß es zu einem Atomkrieg kommen könnte, unseren Glauben daran niemals erschüttern?
WIR gehen einer neuen Welt entgegen, einer Welt, in der die Menschen ewig in vollkommenem Frieden leben und glücklich und gesund sein werden, ja einer Welt, in der niemand mehr zu befürchten braucht, es könnte ihm einer seiner Angehörigen durch den Tod entrissen werden. Eine solche Welt wünschen alle, die Frieden und Gesundheit lieben, schon lange herbei. Wie groß wird ihre Freude sein, wenn sie ihren Wunsch schließlich in Erfüllung gehen sehen!
2 Die Schaffung dieser neuen Welt, in der die Menschen glücklich sein und ewig leben werden, hat der große Schöpfer des Himmels und der Erde möglich gemacht. Gestützt auf seine in der Bibel niedergeschriebenen Verheißungen glauben wir heute, daß diese segenbringende Welt noch in unserer Generation Wirklichkeit wird. Um in diese neue Welt zu gelangen, brauchen wir nicht zu sterben und als Engel in den Himmel zu kommen, sondern können auf der Erde, unserer jetzigen Wohnstätte, weiterleben. Gott, unser Schöpfer, wird zu unserem Segen auf der Erde eine neue Ordnung der Dinge einführen. Der schreckliche Gedanke, daß es zwischen den Nationen zu einem Atomkrieg kommen könnte, sollte unseren Glauben an Gottes Verheißung dieser neuen Welt niemals erschüttern.
3. Warum wird zuerst gefragt, ob Gott diese neue Ordnung der Dinge Engeln unterwerfen werde?
3 Unter dieser neuen Ordnung der Dinge werden die Bewohner der Erde nicht mehr den heutigen Regierungen unterstehen, die mit ihren hochentwickelten Waffen, die sie in ihren Arsenalen für einen dritten Weltkrieg aufgehäuft haben, und durch die Verwirklichung ihrer geheimen Pläne für deren Anwendung im Falle eines Krieges die Weiterexistenz des ganzen Menschengeschlechts bedrohen. Wem wird Gott, der Höchste, denn diese neue Ordnung der Dinge zum Segen der ganzen Erdbevölkerung unterwerfen? Engeln, von denen Hunderte von Millionen vor dem himmlischen Thron des unsterblichen Gottes, des „Alten an Tagen“, dienen? (Dan. 7:9, 10) Diese Engel haben Gott, dem Höchsten, im Interesse der Menschheit schon vor Jahrhunderten gedient. Sie haben Gottes Volk beschützt und bewahrt und ihm seine Gesetze und Gebote übermittelt. Das bestätigt die Geschichte der Hebräer von den Tagen des Patriarchen Abraham, des Sohnes Tarah, an zur Genüge. Selbst heute sendet Gott diese unsichtbaren Geistpersonen aus, um denen, die die Rettung ererben und unter dieser neuen Ordnung der Dinge leben werden, auf wunderbare Weise zu dienen. — Hebr. 1:14, Me.
4. Wie verhalten sich die meisten heutigen Hebräer nach dem Fleische dem christlichen Brief an die Hebräer gegenüber, und warum brauchen wir uns an ihnen kein Beispiel zu nehmen?
4 Heute gibt es Millionen von Hebräern nach dem Fleische, doch die meisten glauben und beherzigen nicht, was ein Bibelschreiber vor neunzehnhundert Jahren an hebräische Christen schrieb. Wir brauchen uns jedoch an ihnen und ihrem Unglauben kein Beispiel zu nehmen. Wir sind an unserer Rettung interessiert — wenn sie es auch nicht sind — und können mit Gottes Hilfe an die Worte, die dieser inspirierte Bibelschreiber den hebräischen Christen des ersten Jahrhunderts über die neue Ordnung der Dinge schrieb, glauben. Unsere Frage, wem Gott diese neue Ordnung unterwerfen werde, beantwortet der erwähnte Bibelschreiber in folgenden Worten:
5. Wem wird die neue Ordnung der Dinge nach Hebräer 2:5-10 unterworfen?
5 „Denn nicht Engeln hat er die bewohnte Erde unterworfen, die künftige, von der wir sprechen. Ein gewisser Zeuge aber hat irgendwo [in Psalm 8:4-6] den Beweis erbracht und gesagt: ‚Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, oder des Menschen Sohn, daß du dich seiner annimmst? Du hast ihn ein wenig unter die Engel erniedrigt; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt und ihn über die Werke deiner Hände gesetzt. Alles hast du seinen Füßen unterworfen.‘ Denn indem er ihm alles unterwarf, ließ Gott nichts übrig, was ihm nicht unterworfen wäre. Jetzt aber sehen wir ihm noch nicht alles unterworfen; wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel erniedrigt worden ist, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, weil er den Tod erlitten hat, damit er durch Gottes unverdiente Güte für jeden den Tod schmecke. Denn es geziemte ihm, um dessentwillen alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne zur Herrlichkeit brachte, den Hauptvermittler ihrer Rettung durch Leiden vollkommen zu machen.“ — Hebr. 2:5-10, NW.
6. Was bedeutet diese Tatsache für die Bewohner der neuen Erde, und wieso wird das möglich, sein?
6 Deutlicher könnte es nicht mehr gesagt werden. Nicht den Engeln, sondern seinem höchsten himmlischen Sohn hat Gott die künftige „bewohnte Erde“ unterworfen, der wir nun mit Riesenschritten entgegengehen. Und was erfahren wir noch aus diesen Worten? Daß die Männer und Frauen, die diese neue Erde bewohnen werden, ewig leben und glücklich sein werden. Wieso? Weil die neue Erde dem Hauptvermittler der Rettung unterworfen wird, der „den Tod erlitten hat, damit er durch Gottes unverdiente Güte für jeden den Tod schmecke“. Er starb, damit wir ewig leben sollten, und wenn wir Gottes liebende Güte, die uns durch Christi Opfertod zuteil geworden ist, annehmen, können wir auf der künftigen „bewohnten Erde“ ewig leben.
7. Wie und warum würde der Hauptvermittler unserer Rettung „ein wenig unter die Engel erniedrigt“?
7 Sein Opfer entsprach nicht dem Opfer, das ein gewöhnlicher Mensch darbrächte, wenn er für uns stürbe, um unser jetziges Leben etwas zu verlängern; eines Tages müßten wir dennoch sterben und erlebten keine bessere Erde oder Ordnung der Dinge. Vergessen wir nicht: Gottes Sohn kam vom Himmel herab, um als vollkommener, sündloser, unbescholtener Mensch an unserem Blut und Fleisch teilzuhaben. Deshalb lesen wir auch in dem Brief an die Hebräer: „Da nun die ‚jungen Kinder‘ an Blut und Fleisch teilhaben, hat auch er in ähnlicher Weise an denselben Dingen teilgenommen, damit er durch seinen Tod den zunichte mache, der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, nämlich den Teufel, und alle befreie, die aus Todesfurcht ihr Leben lang der Sklaverei unterworfen waren.“ (Hebr. 2:14, 15, NW) Engel haben nicht an Blut und Fleisch teil, sie sind Geister. Als daher der höchste Sohn Gottes seine Stellung im Himmel aufgab, um als Mensch geboren zu werden, das heißt an Blut und Fleisch teilzuhaben oder teilzunehmen, wurde er „ein wenig unter die Engel erniedrigt“.
8. Was bedeutet es für jeden, daß er „für jeden den Tod“ schmeckte?
8 Das diente einem bestimmten Zweck: Jesus sollte als ein vollkommener menschlicher Sohn Gottes ein Gott annehmbares menschliches Opfer darbringen und auf diese Weise „für jeden den Tod“ schmecken. Sein Tod „für jeden“ bedeutet ewiges Leben für jeden, der sich sein Opfer zunutze macht, indem er an dessen lebenvermittelnden Wert glaubt. Er bedeutet für jeden Befreiung von der Todesfurcht, sofern er an den Sohn Gottes glaubt, der sogar den Teufel zunichte macht, von dem gesagt wird, er habe das Mittel, den Tod zu verursachen, und der vor neunzehnhundert Jahren tatsächlich den Tod Jesu verursachte.
9. (a) Was mußte mit dem Sohn Gottes geschehen, damit sich die Prophezeiung nach Jesaja 53:12 erfüllen konnte? (b) Zu welcher Stellung im Himmel wurde er nach seiner Auferweckung von Gott erhoben, und was müssen wir daher tun, wenn wir gerettet werden und ewiges Leben erlangen wollen?
9 Gott der Allmächtige ließ seinen Sohn, der bereit gewesen war, sich zu opfern, nicht im Tode. Er hatte über ihn vorhergesagt: „Darum will ich ihm sein Teil geben unter den Großen, und mit den Gewaltigen wird er Beute teilen, dafür, daß er seine Seele dem Tode preisgegeben ... hat!“ (Jes. 53:12, SB) Damit Gott der Allmächtige ihm sein Teil unter den Großen geben und ihn seine Feinde plündern und mit anderen Gewaltigen seine Beute teilen lassen konnte, rief er ihn wieder ins Leben zurück. Jesus sollte jedoch nicht wieder auf der Erde, „ein wenig unter die Engel erniedrigt“, leben, sondern im Himmel, und die Engel sollten fortan weit unter ihm stehen. Er wurde von Gott als Geistgeschöpf von den Toten auferweckt und im Himmel „mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt“, ja weit über alle Engel erhoben. Damit es bekannt werde, daß dieser verherrlichte Sohn über den Engeln stehe, unterwarf Gott die künftige „bewohnte Erde“ nicht den Engeln, sondern seinem geliebten Sohn Jesus. „Gott [ließ] nichts übrig, was ihm nicht unterworfen wäre“, nicht einmal die Engel. Gott, der Höchste, verherrlichte und ehrte seinen Sohn, indem er ihn aufforderte, sich zu seiner Rechten zu setzen. Sollten also nicht auch wir uns diesem erhöhten Sohn Gottes unterwerfen, sofern wir auf der künftigen „bewohnten Erde“ leben möchten? Ja müssen wir uns dem Hauptvermittler unserer Rettung nicht unterwerfen, sofern wir auf dieser neuen Erde leben möchten?
10. Warum sollten wir das, was wir durch ihn — nicht durch Engel — gehört haben, sehr ernst nehmen?
10 Aus diesem Grunde sollten wir das, was wir gehört haben, sehr ernst nehmen. Wir sollten es nicht so betrachten, als hätten wir es von Menschen wie den hebräischen Propheten gehört, die bis 31 n. Chr. zu den Juden redeten, aber auch nicht so, als hätten wir es von Engeln gehört. In den Tagen des Propheten Moses übermittelten Engel den Juden Gottes zehn Worte oder die Zehn Gebote und all seine übrigen Gesetze und Satzungen. Daher wurde zu den Juden mit Recht gesagt: „Auf Anordnung (oder: durch Vermittlung) von Engeln habt ihr das Gesetz empfangen.“ (Apg. 7:53, Me; Gal. 3:19) In unserem Fall ist es jedoch anders: Das, was wir gehört haben, hat Gottes Sohn selbst zu Menschen gesagt, als er vor neunzehnhundert Jahren auf der Erde war. Männer, die ihn damals hörten, zum Beispiel Matthäus, Johannes, Petrus, Jakobus und Paulus, haben das, was er sagte und tat, für uns niedergeschrieben. Wenn also das, was wir gehört haben, von Gottes Sohn, der Gott, dem Höchsten, am nächsten steht, gesagt worden ist, sollten wir es bestimmt sehr ernst nehmen.
11. Welchen Grund, seine Worte zu beachten, lernen wir in Hebräer 2:1-4 kennen?
11 „Deswegen sollen wir umsomehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten. Denn wenn das durch Engel geredete Wort fest war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfing, wie werden w i r entfliehen, wenn wir eine so große Errettung vernachlässigen? welche den Anfang ihrer Verkündigung durch den Herrn empfangen hat und uns von denen bestätigt worden ist, die es gehört haben, indem Gott außerdem mitzeugte, sowohl durch Zeichen als durch Wunder und mancherlei Wunderwerke und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.“ — Hebr. 2:1-4.
12. Warum verdiente dieses „Wort“, von den Israeliten befolgt zu werden, obwohl es nur durch Engel geredet worden war?
12 Das „durch Engel“ zu Moses „geredete Wort“ stand fest, es mußte befolgt werden, und jede Übertretung dieses Wortes und jeder Ungehorsam ihm gegenüber wurde zu Recht bestraft. Gottes Sohn gehörte offenbar nicht zu den Engeln, die dieses Wort redeten. Warum nicht? Weil der Schreiber des Hebräerbriefes in dem angeführten Text zwischen den Engeln im allgemeinen und Gottes erhöhtem Sohn einen Unterschied macht. Doch obwohl das am Berg Sinai in Arabien verkündete Mosaische Gesetz nicht durch Gottes himmlischen Sohn übermittelt worden war, stammte es von Gott und wurde nicht auf eine Weise übermittelt, daß man hätte denken können, es sei nicht so wichtig und man könne es ohne weiteres übertreten, ohne befürchten zu müssen, eine gerechte Vergeltung zu empfangen. Nein, dieses Gesetz mußte beachtet und befolgt werden, obwohl es nur von Engeln übermittelt worden war. Eine Übertretung konnte sogar die Todesstrafe nach sich ziehen. So befahl zum Beispiel Jehova, daß ein Israelit, der am Sabbattag Holz aufgelesen hatte, gesteinigt werden mußte. — 4. Mose 15:32-36.
UNSERE GRÖSSERE VERANTWORTUNG
13, 14. Warum ist das Wort der Rettung, das Gottes Sohn verkündete, noch wichtiger als das durch Engel geredete Wort, und wie bestätigt Hebräer 1:1-4 diesen Gedanken?
13 Wir haben das Wort der Rettung so gehört, wie es der Sohn Gottes verkündete und wie es seine Jünger, die ihn vor neunzehnhundert Jahren hörten, bestätigt haben. Das Wort der Rettung, das er verkündete, ist deshalb noch wichtiger als das Wort der Engel, die einst zu den Israeliten redeten, weil er in Gottes Ordnung eine wichtigere Stellung innehat als jene Engel.
14 Hebräer 1:1-4 bestätigt diesen Gedanken: „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den [hebräischen] Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten [Systeme der Dinge, NW] gemacht hat; welcher, der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend, nachdem er die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe; indem er um so viel besser geworden ist als die Engel, als er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat.“
15. Welche Aussicht, der Urteilsvollstreckung zu entgehen, hätten wir heute, wenn wir das Wort der Rettung außer acht ließen?
15 Wenn Israeliten, die damals das „durch Engel geredete Wort“ übertraten, der Vollstreckung des göttlichen Urteils nicht entgingen, wieviel weniger würden wir heute der Urteilsvollstreckung, das heißt der endgültigen Vernichtung, entgehen, wenn wir das Wort der Rettung außer acht ließen, das anfänglich von einer solch wichtigen Person wie dem Sohne Gottes verkündet wurde! Gott hat ihn zum Erben aller Dinge und zum Schöpfer der Welten oder Systeme der Dinge eingesetzt.
16. Was möchten wir erleben, und welchen Fehler, den die Juden nach dem Fleische begingen und vor dem uns Hebräer 3:12-14 warnt, möchten wir vermeiden?
16 Möchten wir nicht alle einige der Dinge erleben, zu deren Erben Gott seinen Sohn eingesetzt hat? Möchten wir nicht alle in der neuen Welt oder unter dem neuen System der Dinge, das erschaffen wird, leben? Ganz gewiß! Dann dürfen wir aber das Wort der Rettung, das unser Herr Jesus Christus ursprünglich verkündete, nie aufgeben. Wir müssen das, was wir von ihm gehört haben, um so mehr beachten, damit wir nicht abgleiten und den Weg, der zur Rettung und zum Leben unter diesem neuen System der Dinge, das heißt in die neue Welt, führt, verlieren. Wir wollen nicht den Fehler begehen, den die Juden nach dem Fleische begingen; wir sehen, was aus ihnen als Volk geworden ist. Im Gedanken an sie sagt der inspirierte Schreiber: „Sehet zu, liebe Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das da abfalle [sich zurückziehe, NW] von dem lebendigen Gott, sondern ermahnet euch selbst alle Tage, solange es ‚heute‘ heißt, daß nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. Denn wir sind Christi teilhaftig geworden, wenn anders wir die Zuversicht vom Anfang bis ans Ende fest behalten.“ — Hebr. 3:12-14, Lu.
17. Was sollten wir als Wachtturm-Leser uns über das Festhalten an unserer anfänglichen Zuversicht fragen?
17 Wie lange hast du als Wachtturm-Leser schon die Zuversicht, die uns das von Gottes Sohn geredete Wort der Rettung gibt? Seit wann hast du sie? Seit einigen Monaten? Seit einem Jahr? Seit drei Jahren? Seit fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren? Einige Leser der Zeitschrift Der Wachtturm (die seit Juli 1879 erscheint) haben diese Zuversicht schon seit fünfzig oder noch mehr Jahren, das heißt also schon seit der Zeit vor 1914, dem Jahr, in dem der erste Weltkrieg ausbrach und diese alte Welt oder dieses alte System der Dinge in die „Zeit des Endes“ und gleichzeitig auch in die Epoche der größten wissenschaftlichen Fortschritte eintrat. Haben diese langjährigen Leser unserer Zeitschrift ihre Zuversicht verloren, weil sie so lange warten mußten und immer noch warten müssen? Nein! Die Tatsache, daß sie sie immer noch lesen, für sie eintreten und sie verbreiten, beweist, daß sie ihre anfängliche Zuversicht beibehalten haben, trotzdem sie schon so lange warten.
18, 19. (a) Was müssen wir tun, damit uns dieses lebenrettende Wort hilft? (b) Warum haben die Juden nach dem Fleische in dieser alten Welt keine Ruhe gefunden? Wie können wir jedoch in Gottes Ruhe eingehen?
18 Da wir diese Zuversicht haben, wollen wir uns nie von dem lebendigen Gott zurückziehen, denn ihn und seinen Sohn zu erkennen, bedeutet ewiges Leben. (Joh. 17:3) Ließen wir in uns jedoch ein „arges, ungläubiges Herz“ aufkommen, so würden wir uns von Gott und seinem Sohn zurückziehen. Einige von uns mögen das Wort über das Leben unter dem neuen System der Dinge oder auf der künftigen „bewohnten Erde“ erst vor kurzem gehört haben, andere schon vor längerer Zeit. Dieses lebenrettende Wort hilft uns aber weder in der heutigen Zeit noch in der gefahrvollen Zukunft, wenn wir unseren Glauben daran nicht aufrechterhalten. Das beste Beispiel hierfür sind die damaligen Juden.
19 Von ihnen lesen wir im 4. Kapitel des Hebräerbriefes, Verse 2 und 3: „Denn wir haben wie jene eine Heilsbotschaft erhalten; aber das gehörte Wort half jenen nichts.“ Warum nicht? „Weil sie sich nicht mit denen durch den Glauben verbanden, die es gehört hatten. Denn wir, die wir zum Glauben kamen, wir gehen in die Ruhe ein, wie er [über die treulosen Juden] gesagt hat: Wie ich in meinem Zorn schwur: Sie werden nicht in meine Ruhe eingehen.“ (Schlatter) Die Nachkommen jener Juden haben in dieser Welt tatsächlich bis heute noch keine Ruhe gefunden, auch nicht in der Republik Israel. Wir dagegen möchten in die Ruhe Gottes, des Schöpfers, eingehen. Das erleben wir jedoch nur, wenn wir an unserem Glauben und an der durch ihn bewirkten Zuversicht festhalten.
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Glauben haben, um die Seele am Leben zu erhaltenDer Wachtturm 1963 | 15. Februar
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Glauben haben, um die Seele am Leben zu erhalten
1. Was ist Glaube nach der Erklärung, die uns Hebräer 11:1, 2 gibt?
„GLAUBE?“ „Was ist Glaube?“ mag sich ein neuer Wachtturm-Leser fragen. Eine Erklärung dieses Begriffes findet er in jedem Wörterbuch. Hören wir jedoch einmal, wie Hebräer 11:1, 2 (NW) den beispielhaften Glauben gottesfürchtiger Männer erklärt, die in der vorchristlichen Zeit lebten: „Glaube ist die zuversichtliche Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Beweis für Wirklichkeiten, die man nicht sieht. Dieser [Glaube] gereichte den Menschen der alten Zeiten zum Zeugnis.“ Jehova bestätigte ihnen, daß sie ihm wegen ihres Glaubens, den sie durch Werke bewiesen, wohlgefielen.
2. Warum hatten diese Menschen, zum Beispiel Abel, eine Hoffnung?
2 Diese Menschen hatten eine Hoffnung. Sie hofften auf etwas Bestimmtes. Ihre Hoffnung stützte sich auf die Aussprüche oder Verheißungen Gottes. Denken wir zum Beispiel an Abel, den zweiten Sohn, den Eva Adam außerhalb des Gartens Eden gebar. Abel hatte eine Hoffnung. Warum? Weil er wußte, was Jehova Gott zu der verführerischen Schlange im Garten Eden in der Gegenwart seiner Eltern gesagt hatte. 1. Mose 3:14, 15 berichtet darüber folgendes: „Jehova Gott sprach zu der Schlange: Weil du dieses getan hast, ... werde [ich] Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; e r wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“ Abel hoffte auf das Kommen dieses verheißenen Samens des „Weibes“ Gottes, der dem Verführer den Kopf zermalmen sollte.
3. Welche Hoffnung hatte Abraham, und warum?
3 Oder denken wir an den hebräischen Patriarchen Abraham. Nachdem ihm Jehova gesagt hatte, er solle sein Land und seine Verwandtschaft verlassen, sprach er zu ihm: „Ich will dich zu einer großen Nation machen und dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen; und du sollst ein Segen sein! Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“ (1. Mose 12:1-3) Von da an hoffte der noch kinderlose Abraham, Vater zu werden. Er hoffte, daß Gott ihn zu einer großen Nation machen und seinen Namen groß machen werde. Dann würde er anderen zum Segen sein und alle Geschlechter der Erde würden in ihm gesegnet werden.
4. Was bewiesen Abel und Abraham durch ihre Handlungsweise, und was setzte eine solche Handlungsweise voraus?
4 Abel und Abraham erwarteten, daß sich ihre Hoffnungen erfüllten und bewiesen auch durch ihre Handlungsweise, daß sie etwas Begehrenswertes erwarteten. Eine solche Handlungsweise setzte Glauben voraus. Glaube und Hoffnung müssen eine Grundlage haben. Zur Hoffnung gehört nicht nur der Wunsch, etwas zu besitzen, sondern auch die Erwartung, das Gewünschte zu empfangen. Der Glaube ist aber nicht nur Erwartung, sonst wäre er ja dasselbe wie Hoffnung oder mindestens ein Teil der Hoffnung. Gottes Wort macht aber zwischen Hoffnung und Glauben einen Unterschied, obwohl die beiden miteinander verwandt sind.
5. (a) Als was bezeichnet Hebräer 11:1 den Glauben zunächst? (b) Kann aus der Bedeutung des griechischen Wortes hypostasis, das in diesem Falle gebraucht wird, abgeleitet werden, der Glaube sei etwas Stoffliches?
5 Beachten wir, daß die Neue-Welt-Übersetzung (engl.) den Glauben nicht bloß als die Erwartung, sondern als die „zuversichtliche“ Erwartung erhoffter Dinge bezeichnet. Das griechische Wort hypostasis, das in diesem Text (Hebr. 11:1) erscheint, hat je nachdem, in welchem Zusammenhang es gebraucht wird, verschiedene Bedeutungen, zum Beispiel: a) Grundlage; Unterbau; Unterlage; Zuversicht; Mut; Entschlossenheit; Standhaftigkeit; Verpflichtung; Versprechen oder: b) Stoff; Substanz; Dasein; Wirklichkeit; wahres Wesen; Wesenskern; der umfassende Ausdruck oder die Erweiterung (eines Gedankens).a Wie wir wissen, ist der Glaube nichts Stoffliches, nichts Greifbares, das auf einer Waage gewogen werden könnte. Er ist eine Eigenschaft des Herzens, denn, „mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit“. — Röm. 10:10.
6. Was bedeutet also hypostasis in Verbindung mit Hoffnung?
6 Wenn hypostasis in Verbindung mit Glauben gebraucht wird, muß es sich somit auf etwas beziehen, was die Grundlage einer Hoffnung bildet, was aber auch Kraft hat und vorantreibt sowie zur Tat anspornt. Demnach ist Glaube nach der Wiedergabe der Neuen-Welt-Übersetzung von Hebräer 11:1 eine Erwartung, die uns zur Tat anspornt, weil sie wohlbegründet, unerschütterlich und zuverlässig ist, und nicht im Zweifel läßt oder unsicher und unschlüssig macht. Folglich ist hypostasis eine „zuversichtliche Erwartung“.
7, 8. Wieso war Abels Erwartung erhoffter Dinge wohlbegründet?
7 Wieso konnte Abel eine „zuversichtliche Erwartung“ haben? Er konnte sich natürlich schon gestützt auf das, was Gott zu dem Verführer in Eden gesagt hatte, Hoffnungen machen. Doch wieso konnte er so zuversichtlich und unerschütterlich erwarten, daß sich Gottes Verheißung erfüllen würde?
8 Abel sah in dem, was der Schlange widerfuhr, eine Bestätigung der Worte Gottes: „Du [sollst] verflucht sein vor allem Vieh und vor allem Getier des Feldes! Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.“ Er erkannte auch, daß Gottes Urteil an seinen Eltern, Adam und Eva, unverzüglich vollstreckt worden war: Sie waren aus dem Garten Eden vertrieben worden und Adam mußte im Schweiße seines Angesichts das Brot für seine Familie beschaffen, während Eva nach mühseliger Schwangerschaft mit Schmerzen Söhne und Töchter gebar und von ihrem Mann beherrscht wurde. (1. Mose 3:14, 16-19) Darüber hinaus sah Abel den Verlauf des Sterbeprozesses bei seinen Eltern und wußte, daß auch er als ihr Nachkomme eines Tages sterben würde. Es war genauso gekommen, wie Gott zu seinem Vater gesagt hatte: „Von jedem Baume des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du gewißlich sterben.“ (1. Mose 2:16, 17) Abel sah, daß Gott sein Wort hielt, ob er nun vor etwas warnte oder etwas versprach.
9. Was tat Abel in seinem Glauben, und was war die Folge?
9 Folglich stützte sich Abels Glaube auf erwiesene Tatsachen, die Gottes Wahrhaftigkeit bestätigten. Er glaubte an die göttliche Verheißung eines Samens des „Weibes“ Gottes, da er wußte, daß sie sich erfüllen würde. Der Verführer hatte den Tod verschuldet. Der Same des „Weibes“ sollte den Verführer besiegen und den Menschen, die den Tod ererbten, wieder Leben geben. Was tat nun Abel in seinem Glauben? Er brachte Gott ein Tieropfer dar, indem er einige Schafe von seiner Herde schlachtete. Er tötete die Tiere nicht für eine Mahlzeit, sondern opferte ihr Leben in symbolischem Sinne anstelle seines eigenen Lebens. Sein älterer Bruder, Kain, brachte Gott leblose Feldfrüchte als Opfer dar. Gott verwarf Kains Opfergabe, Abels Schlachtopfer dagegen nahm er an und legte Zeugnis dafür ab, daß er es anerkannte. — 1. Mose 4:1-8.
10. Weswegen erlangte Abel nach Hebräer 11:4 Gottes Anerkennung?
10 Warum das? Weil Abel an Jehova Gott glaubte und seinem Glauben entsprechend Opfer darbrachte. Sein Glaube wird in Hebräer 11:4 (Me) als erstes Beispiel angeführt, das zeigen soll, was Glaube ist: „Durch Glauben hat Abel Gott ein wertvolleres Opfer als Kain dargebracht und durch ihn [den Glauben] das Zeugnis erhalten, er sei ein Gerechter, indem Gott Zeugnis für seine Opfergaben ablegte; und durch ihn redet er auch jetzt noch nach seinem Tode.“
11. Wieso redet Abel jetzt noch, obwohl er tot ist, und welches „Blut der Besprengung“ redet auf bessere Weise als Abels Blut?
11 Abel wurde von seinem eifersüchtigen Bruder Kain ermordet. (1. Mose 4:8-12) Obwohl er viertausend Jahre vor Christus starb, berichtet die Bibel über seinen Glauben, und somit redet er jetzt noch als der erste menschliche Zeuge Jehovas. Abels Blut konnte ebensowenig jemanden loskaufen oder erlösen wie das Blut seiner Opferschafe. Sein Blut schrie zu Gott um Vergeltung an dem Mörder Kain. Das Blut des Samens des „Weibes“ Gottes dagegen, an dessen Kommen Abel geglaubt hatte, schreit zu Gott um Barmherzigkeit für Abel und alle Menschen, die einen Glauben wie Abel haben. Deshalb ist in Hebräer 12:24 (NW) von „Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes“ die Rede und vom „Blute der Besprengung, das auf bessere Weise redet als Abels Blut“. Abel nahte sich Gott durch Glauben. Er fand deshalb Gottes Wohlgefallen und wird von ihm in der neuen Welt belohnt werden. — Hebr. 11:6.
EIN OFFENKUNDIGER BEWEIS FÜR DINGE, DIE MAN NICHT SIEHT
12. Was ist der Glaube nach Hebräer 11:1 noch, und wieso ist das griechische Wort elenkos in Verbindung mit „Wirklichkeiten, die man nicht sieht“, passend?
12 Der Glaube wird jedoch nicht nur als „die zuversichtliche Erwartung erhoffter Dinge“ bezeichnet, sondern auch als „der offenkundige Beweis für Wirklichkeiten, die man nicht sieht“. (Hebr. 11:1, NW) Der Ausdruck „offenkundiger Beweis“ ist eine Wiedergabe des griechischen Wortes elenkos, das nach dem bereits erwähnten griechisch-englischen Wörterbuch folgende Bedeutungen hat: a) Gegenbeweis oder Widerlegung; b) allgemein: ins Kreuzverhör nehmen, Untersuchung, Prüfung, besonders, um etwas zu widerlegen; c) Liste, Bestandsverzeichnis. Dieses griechische Wort bezieht sich somit auf das Erbringen eines Beweises, der etwas erkennen läßt — besonders etwas, was dem widerspricht, was der Fall zu sein scheint — und dadurch das, was vorher nicht gesehen wurde, an den Tag bringt und das, was der Fall zu sein scheint, widerlegt. Auf diese Weise können Tatsachen, die nicht wahrnehmbar sind, sondern erforscht werden müssen, erkannt werden.
13. Wieso ist Christoph Kolumbus für uns in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel?
13 Nehmen wir als Beispiel Christoph Kolumbus. Wäre er statt ein Katholik, der damals die Bibel nicht lesen durfte, ein Jude gewesen (wie viele es behaupten), dann hätte er über die Kugelgestalt der Erde in Jesaja 40:22 folgendes lesen können: „Er ist es, der da thront über dem Kreise der Erde, und ihre Bewohner sind wie Heuschrecken; der die Himmel ausgespannt hat wie einen Flor, und sie ausgebreitet wie ein Zelt zum Wohnen.“ Und Hiob 26:7 hätte ihm gesagt: „Er spannt den Norden aus über das Leere und hängt die Erde an nichts.“ (SB) Kolumbus war kein Astronaut wie unsere heutigen Weltraumfahrer, die die Erde in einer Raumkapsel umkreist und mit eigenen Augen gesehen haben, daß sie eine Kugel ist. Folgende drei hauptsächlichen Faktoren führten zu seiner Annahme, daß unsere Erde eine Kugel sein müsse: 1. seine Beobachtungen in der Natur, 2. die Theorien von Erdkundlern und 3. die Berichte und Überlieferungen von Seefahrern. Er sah zum Beispiel, daß der Mond rund war, daß der Erdschatten bei einer Mondfinsternis kreisförmig war und daß bei einem Schiff, das am Horizont erschien, zuerst die Masten auftauchten und erst dann der Rumpf sichtbar wurde. Diese Beobachtungen lieferten ihm den offenkundigen Beweis für eine feststehende Tatsache, die er noch nicht gesehen hatte. Gestützt auf diesen offenkundigen Beweis fuhr er mit seinem Schiff nach Westen und entdeckte Westindien und Südamerika. Sein Glaube hatte gesiegt.
14. Was für einen Glauben hatte Kolumbus? Was für einen Glauben hatten dagegen die Menschen, die im 11. Kapitel des Hebräerbriefes als Beispiele angeführt werden?
14 Der Glaube des Kolumbus war jedoch keine religiöse Überzeugung, sondern stützte sich vornehmlich auf seine wissenschaftlichen Kenntnisse. Er diente dieser materialistischen Welt und ihrem Gott. (2. Kor. 4:4) Das elfte Kapitel des Hebräerbriefes führt jedoch geschichtliche Beispiele an, die zeigen, wie Menschen wegen ihres schriftgemäßen Glaubens Jehova, dem Gott der neuen Welt, wohlgefielen. Diese Menschen sahen nicht der sogenannten Neuen Welt, Amerika, entgegen, sondern glaubten an das Kommen der neuen Welt, die von dem verheißenen Samen des „Weibes“ Gottes regiert werden wird. Hebräer 11:3 (NW) lautet: „Durch Glauben verstehen wir, daß die Systeme der Dinge durch Gottes Wort geordnet wurden, so daß das, was geschaut wird, aus nicht erscheinenden Dingen geworden ist.“
15. Wie beweisen Materialisten, daß sie keinen Glauben haben? Warum haben wir jedoch Glauben?
15 Materialisten behaupten, sie könnten unmöglich an einen Gott glauben, der immer existiert habe und der Schöpfer des Weltalls sei. Sie glauben daher nicht, daß das, was sie mit ihren Teleskopen und Elektronenmikroskopen sehen, „aus nicht erscheinenden Dingen geworden ist“, das heißt aus Nichts erschaffen wurde. Wir als Erforscher der Bibel können jedoch auf Grund unseres wohlbegründeten Glaubens nicht verstehen, wie sich die „Systeme der Dinge“ — das, was mit bloßem Auge „geschaut wird“ − hätten selbst aus Nichts erschaffen und anders ins Dasein kommen können als durch einen intelligenten, allmächtigen Gott, dessen Kraft unerschöpflich und dessen Weisheit unergründlich ist. Wir sind nicht blind. Wir sehen den „offenkundigen Beweis“ dafür, daß Jehova Gott, der Allmächtige, existiert und immer existiert hat, und verstehen deshalb durch Glauben, „daß die Systeme der Dinge durch Gottes Wort geordnet wurden“. — Röm. 1:20-23.
16, 17. (a) Was erwarten wir gemäß 2. Petrus 3:13, und warum? (b) Was sagt Hebräer 11:8-10 in diesem Zusammenhang über den Hebräer Abraham?
16 Unser Glaube ist nicht eine blinde Bereitschaft, alles anzunehmen, selbst wenn es schwach begründet wäre oder auf ungenügenden Beweisen beruhte. Er erfordert Überlegung und stützt sich auf Gottes unfehlbares, geschriebenes Wort. Durch Glauben erwarten wir, daß Gott ein neues System der Dinge mit einer „bewohnten Erde“ schaffen wird, die er seinem verherrlichten Sohn Jesus Christus unterwirft, „durch den er die Systeme der Dinge gemacht hat“. (Hebr. 2:5-9; 1:2, NW) „Wir erwarten aber, nach seiner Verheißung, neue Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt.“ (2. Petr. 3:13) Zu den Menschen der alten Zeit, von denen im elften Kapitel des Hebräerbriefes gesagt wird, sie hätten das Kommen dieses gerechten neuen Systems der Dinge erwartet, gehörte auch der hebräische Patriarch Abraham. Von ihm sagt Hebräer 11:8-10:
17 „Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme. Durch Glauben hielt er sich auf in dem Lande der Verheißung, wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; denn er erwartete die Stadt, welche Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“
18. Was verließ Abraham, wo hielt er sich auf, mit wem wohnte er zusammen, und warum wird Esau in diesem Zusammenhang nicht erwähnt?
18 Nach 1. Mose 11:31 und Apostelgeschichte 7:2-5 verließ Abraham oder Abram, wie er damals noch hieß, die Stadt Ur im Lande der Chaldäer oder im Lande Sinear, in dem etwa zweihundert Jahre vorher der Turm zu Babel gebaut worden war. Das „Land der Verheißung“, in das ihn Jehova Gott führte, war das „Land Kanaan“. (1. Mose 12:1-9) In diesem Land wurden ihm Söhne und Enkel geboren, zu denen auch Isaak und Jakob gehörten. Nach Hebräer 11:9 wohnte Abraham mit seinem Sohn Isaak und seinem Enkel Jakob zusammen in Zelten. Mit Jakob wohnte er fünfzehn Jahre zusammen. Jakob hatte einen Zwillingsbruder, Esau. Wir lesen aber nichts davon, daß Abraham mit Isaak, Jakob und Esau oder mit Isaak und Esau, dem älteren Zwillingsbruder Jakobs, zusammen gezeltet habe. Esau, der Erstgeborene, wird im elften Kapitel des Hebräerbriefes, das einen kurzen Bericht über die Taten gottesfürchtiger Männer enthält, nicht erwähnt, weil er offenbar keinen Glauben hatte. Das bestätigen auch die Tatsachen.
19, 20. (a) Wen heiratete Esau, und wo ließ er sich nieder? (b) Wie zeigten die Nachkommen Esaus (oder Edoms), daß sie nicht den Glauben ihres Urgroßvaters Abraham hatten?
19 Statt sich eine Frau zu nehmen, die aus dem Hause seines Großvaters Abraham stammte, das Jehova fürchtete, heiratete er mit vierzig Jahren zwei heidnische Hethiterinnen aus dem Lande Kanaan. (1. Mose 26:34) Sein Zwillingsbruder, Jakob, dagegen zog auf das Geheiß ihres Vaters, Isaaks, viele Jahre später in das nördlich gelegene Syrien, um sich eine Frau aus der Verwandtschaft Abrahams zu nehmen. (1. Mose 28:1-8) Während seiner Abwesenheit verließ sein Zwillingsbruder, Esau, ihren Vater, Isaak, und wohnte im „Lande Seir“ oder in dem „Gefilde Edom“. — 1. Mose 28:8, 9; 32:3; 33:16.
20 Nach Jakobs Rückkehr zu Isaak, ihrem Vater, ließ sich Esau endgültig im Lande Seir, zu dem auch das „Gebirge Seir“ gehörte, nieder. (1. Mose 36:1-9) Gott hatte Jakob (oder Israel) gesagt, daß Könige aus seinen Lenden hervorgehen würden. Esaus (oder Edoms) Nachkommen setzten jedoch schon lange vor der Erfüllung dieser göttlichen Verheißung Könige über sich ein und bauten Städte, in denen sie sich fest ansiedelten. Wir lesen deshalb: „Und dies sind die Könige, die im Lande Edom regiert haben, ehe ein König über die Kinder Israel regierte: Bela, der Sohn Beors, wurde König in Edom; und der Name seiner Stadt war Dinhaba.“ Andere königliche Städte waren Awith und Paghu. (1. Mose 36:31-39; 35:9-11) Esau wollte die Erfüllung des Ausspruchs Gottes über Abrahams Samen nicht erleben: „Dein Same [wird] ein Fremdling sein ... in einem Lande, das nicht das ihre ist; und sie werden ihnen dienen, und sie werden sie bedrücken vierhundert Jahre.“ (1. Mose 15:13) Esaus Nachkommen erwarteten keine Stadt von Gott. Sie verließen die Zelte und wohnten in Städten.
21. (a) Warum führt Hebräer 12:15-17 Esau als warnendes Beispiel an? (b) Warum erwähnt Hebräer 11:9 Jakob statt Esau?
21 Esau, der Erstgeborene Isaaks, verachtete sein Erstgeburtsrecht und verkaufte es seinem jüngeren Zwillingsbruder, Jakob. Er hatte keinen Glauben. Er hatte keine Wertschätzung für etwas Heiliges wie die Verheißung, die Gott Abraham gegeben hatte. (1. Mose 25:29-34) Aus diesem Grunde führt Hebräer 12:15-17 (Al) den materialistischen Esau als warnendes Beispiel an: „Sehet zu, daß keiner die Gnade Gottes versäume [wie Esau], damit keine bittere Wurzel aufwachse, und hinderlich sei, und dadurch viele verunreinigt werden; daß nicht jemand ein Unzüchtiger, oder Verächter des Heiligen sei wie Esau, der um eine einzige Speise seine Erstgeburt verkauft hat. Denn ihr wisset, daß er auch nachher, als er den Segen erben wollte, verworfen wurde; denn Sinnesänderung erlangte er nicht, obwohl er sie mit Tränen suchte.“ Der Schreiber des Hebräerbriefes läßt Esau somit zu Recht unerwähnt, wenn er von Abraham sagt: „Durch Glauben hielt er sich auf in dem Lande der Verheißung, wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung.“ (Hebr. 11:9) Als Jakob zu einer großen Familie geworden war, kehrte er aus Syrien zu seinem Vater, Isaak, zurück und wohnte bei ihm, bis er starb. Auch nach dem Tode seines Vaters baute Jakob keine Stadt. — 1. Mose 31:17, 18; 35:27-29.
22. Wie viele Jahre lebten Abraham, Isaak und Jakob insgesamt im Lande der Verheißung, und warum?
22 Abraham, Isaak und Jakob zelteten insgesamt 215 Jahre (von 1943 bis 1728 v. Chr.) im „Lande der Verheißung“ wie in einem fremden Lande. Warum? Weil sie eine bleibende, von Gott gegründete und erbaute Stadt erwarteten, eine himmlische Regierung, unter der sie einst leben würden. „Denn er [Abraham] erwartete die Stadt, welche Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“ — Hebr. 11:10.
23. Wie lange zeltete jeder von ihnen wie in einem fremden Land, und erfüllte sich die Verheißung, die Gott ihnen gegeben hatte, an ihnen?
23 Abraham selbst zeltete 100 Jahre als Fremder im Lande Kanaan und Isaak 180 Jahre, während sich Jakob 110 Jahre dort aufhielt, bis er von seinem Sohn Joseph, dem ägyptischen Premierminister, nach Ägypten gerufen wurde. Abraham hatte vorher in der damals hochkultivierten Stadt Ur in Chaldäa gelebt und alle Bequemlichkeiten, die ein seßhaftes Leben bieten konnten, genossen. Er hätte es nicht nötig gehabt, als Nomade in einem fremden Land von Ort zu Ort zu ziehen und in Zelten zu wohnen. Warum verließ Jakob die Stadt Haran in Syrien und kehrte zu seinem Vater, Isaak, und zu dem Nomadenleben in dem heidnischen Lande Kanaan zurück? Warum betrachteten Abraham, Isaak und Jakob das Leben nicht von der materialistischen Seite? Warum dachten sie nicht an all die Bequemlichkeiten und Vorteile, die ihnen das Leben in der zivilisierten Stadt Ur in Chaldäa geboten hätte, und warum gaben sie das mühevolle Nomadenleben im fremden Lande nicht auf, um zu jener irdischen Stadt zurückzukehren? Obwohl sie so lange im Lande Kanaan zelteten, erfüllte sich Gottes Verheißung, daß sie jenes Land in Besitz nehmen sollten, nicht an ihnen. Warum beachteten sie den göttlichen Ruf, der an Abraham ergangen war, und starben schließlich in einem fremden Land? Hebräer 11:13-16 gibt uns die Antwort:
24. Was war nach Hebräer 11:13-16 der Grund, weshalb sie Kanaan nicht verließen, um nach Ur zurückzukehren?
24 „Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißung nicht empfangen, sondern sahen sie von ferne und begrüßten sie und bekannten, daß sie Fremdlinge und ohne Bürgerschaft auf der Erde seien. Denn die solches sagen, zeigen deutlich, daß sie ein Vaterland suchen. Und wenn sie an jenes gedacht hätten, von welchem sie ausgegangen waren, so hätten sie Zeit gehabt, zurückzukehren. Jetzt aber trachten sie nach einem besseren, das ist himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.“
25. (a) Was wäre geschehen, wenn sie nach Ur zurückgekehrt wären? (b) Was ist mit der „Stadt“ gemeint, die sie erwarteten, und wie wird sich ihre Erwartung nun bald erfüllen?
25 Was wäre geschehen, wenn sie zurückgekehrt wären und sich wieder in der chaldäischen Stadt Ur angesiedelt hätten? Sie hätten ihren Anteil an der Erfüllung der göttlichen Verheißungen verscherzt. Sie hätten ihre Verbindung mit Jehova gelöst, und das hätte die Vernichtung ihrer Seele bedeutet. Ihr Glaube hielt sie von Ur fern und bewog sie, dem Ruf Jehovas zu gehorchen und sich seiner Führung anzuvertrauen. Sie schauten vorwärts, nicht rückwärts. Sie trachteten nach einem besseren Ort als der irdischen Stadt Ur. Sie erwarteten eine himmlische Stadt, eine himmlische Regierung — Gottes Königreich, das durch den messianischen Samen seines „Weibes“ aufgerichtet werden sollte. Was ist Ur in Chaldäa heute? Ein Trümmerhaufen, der erst vor kurzem von den Archäologen ausgegraben wurde. Und das Königreich, die himmlische Stadt, die Gott Abraham, Isaak und Jakob bereitet hat? Es hat 1914 im Himmel zu herrschen begonnen und wird binnen kurzem dieses alte weltliche System der Dinge vernichten und seine Herrschaft über die ganze Erde ausdehnen. Dann werden Abraham, Isaak und Jakob von den Toten auferweckt werden und unter dieser himmlischen Regierung leben, weil sich Gott ihrer nicht schämt. — Luk. 20:37, 38.
ZU WELCHEN GEHÖREN WIR?
26. Was müssen wir uns bei einem Vergleich mit diesen Männern der alten Zeit fragen, und warum möchten wir, daß Hebräer 10:38, 39 auch für uns zutrifft?
26 Zu welchen gehören wir heute? Wollen wir christliche Zeugen Jehovas sein, sind aber ebenso weltlich gesinnt wie Esau (Edom)? Gott bewahre uns davor! Oder gehören wir zu denen, die so denken und handeln wie die hebräischen Zeugen Jehovas, Abraham, Isaak und Jakob, die nie zurückkehrten? Wenn ja, dann sollten wir heute, nachdem wir so weit gekommen sind, seitdem wir zu glauben begannen (dieser Zeitpunkt mag noch so weit zurückliegen), nicht in diese alte, materialistische Welt mit ihrer falschen Religion zurückkehren. Möchten wir zu denen gehören, von denen Hebräer 10:38, 39 (NW) sagt: „‚Mein Gerechter aber wird auf Grund des Glaubens leben‘, und: ‚wenn jemand zurückweicht, wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.‘ Nun gehören wir nicht zu denen, die ins Verderben zurückweichen, sondern zu denen, die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele.“
27. Welchen Wunsch haben wir deshalb, und was geschähe, wenn wir zurückwichen?
27 Wir möchten, daß Gottes Seele Wohlgefallen an uns hat. Wir möchten in seinen Augen gerecht sein und durch unseren Glauben beweisen, daß wir des Lebens würdig sind. Unser Glaube läßt nicht zu, daß wir zurückweichen. Unter „zurückweichen“ versteht man ein unwillkürliches Zurückschrecken vor etwas, was schmerzt oder unangenehm ist und das man deshalb vermeiden möchte. Wer zurückweicht hat Furcht. Das Wort, das in Hebräer 10:38, 39 mit „zurückweichen“ wiedergegeben wird, bedeutete bei den damaligen Griechen auch fürchten und sich aus Furcht zurückziehen oder verstecken.b Zurückweichen würde für uns endgültige Vernichtung der Seele bedeuten. — Matth. 10:28.
28, 29. (a) Worin besteht die Gefahr zurückzuweichen, und womit kann es schon beginnen? (b) Was sagt Hebräer 5:11 bis 6:3 zu denen, die keine Fortschritte machen?
28 Das Zurückweichen mag zunächst eine kaum sichtbare Bewegung sein. Aber gerade darin liegt für uns die Gefahr, denn wir merken kaum, daß wir dadurch auf den Weg zur endgültigen Vernichtung unserer Seele gelangen. Man kann schon zurückweichen oder sich zurückziehen, indem man sich weigert, Fortschritte zu machen, weil man sich anstrengen müßte. Ein solcher gleicht einem Kind, das nicht selbständig werden möchte, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen, sondern ein sorgloses Kind bleiben möchte, das ständig von jemand betreut werden muß. Warum mußte zum Beispiel der Schreiber des Hebräerbriefes Dinge, die etwas schwieriger und komplizierter waren als die biblischen Lehren von der Reue über Sünden, von dem Glauben an Gott, der Taufe, dem Händeauflegen bei Auserwählten, der Auferstehung und dem ewigen Gericht Gottes, so eingehend erklären? Weil jene hebräischen Christen geistige Kleinkinder bleiben wollten, die nur mit „Milch“ ernährt werden konnten. Sie waren im Hören so träge geworden, daß sie das, was gesagt oder gelehrt wurde, nicht verstanden. Deshalb schrieb er ihnen:
29 „Wir [haben] viel zu sagen, und es ist schwer zu erklären, da ihr im Hören träge geworden seid. Denn in der Tat, obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemanden, der euch die ersten Grundbegriffe der heiligen Aussprüche Gottes von Anfang an lehrt, und ihr seid solche geworden, die der Milch bedürfen, nicht fester Speise. Denn jeder, der Milch genießt, ist unbewandert im Worte der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind. Die feste Speise aber ist für Gereifte, für jene, die ihr Wahrnehmungsvermögen durch Gebrauch geübt haben, um zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Darum wollen wir nun, da wir die Grundlehre über den Christus beiseite gelassen haben, zur Reife vorandrängen, indem wir nicht wieder einen Grund legen, nämlich in bezug auf Reue über tote Werke und Glauben an Gott, die Lehre von den Taufen und dem Händeauflegen, der Auferstehung von den Toten und dem ewigen Gericht. Und dies wollen wir tun, wenn Gott es wirklich erlaubt.“ — Hebr. 5:11 bis 6:3, NW.
30. Wie erlaubt uns Gott, dies zu tun, und wozu werden geistige Kleinkinder deshalb aufgefordert?
30 Gott erlaubt uns, dies zu tun, indem er uns leben läßt und diese Welt nicht vernichtet. Sind wir bereit, „zur Reife voranzudrängen“, solange Gott es uns in seiner Barmherzigkeit noch erlaubt? Sind wir bereit, die noch vor uns liegende Zeit auszukaufen, um geistig zu wachsen und befähigt zu werden, andere nicht nur über „die Grundlehre über den Christus“ zu belehren, sondern auch über die Dinge, die „schwer zu erklären“ sind? Sind wir beschämt, weil wir, obwohl wir die Wahrheit schon lange kennen, erst die milchähnlichen Lehren der Bibel verstehen und noch kein geübtes „Wahrnehmungsvermögen“ haben, das uns ermöglichte, unsere Brüder in der Versammlung und Menschen guten Willens, die noch nicht zur Versammlung gehören, in ihrer Wohnung zu belehren? Wenn wir uns unserer geistigen Unreife aufrichtig schämen, sollten wir nun, solange Gott es noch erlaubt, positive Schritte unternehmen. Wir können dadurch unser Leben erhalten.
31, 32. (a) Was bedeutet es für geistige Kleinkinder, positive Schritte zu unternehmen? (b) Vor welcher schlechten Gewohnheit warnt uns Hebräer 10:23-27 und mit welchen Worten?
31 Positive Schritte unternehmen heißt bestimmt nicht den geistigen Fortschritt aufhalten oder zurückweichen, weil etwas Schwieriges auf uns zukommt, etwas, was beharrliche Anstrengungen und Tätigkeit verlangt. Positive Schritte unternehmen heißt auch mehr als nur für sich die Bibel studieren. Nein, wir müssen mit den Gliedern der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas zusammenkommen und mit ihnen gemeinsam studieren. Wenn wir unser Zusammenkommen mit den heutigen christlichen Zeugen Jehovas unnötigerweise versäumen, beginnen wir zurückzuweichen. Tun wir es immer wieder, so wird es mit der Zeit Gewohnheit. Hebräer 10:23-27 (NW) sagt uns, daß wir es nicht soweit kommen lassen sollten, und auch, warum wir uns davor hüten sollten:
32 „Laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns zur Liebe und zu vortrefflichen Werken anspornen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Gewohnheit geworden ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht. Denn wenn wir willentlich der Sünde frönen, nachdem wir die genaue Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig; sondern da ist ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und ein Feuereifer, der die Gegner verzehren wird.“
33. Beachten wir Hebräer 2:1, wenn wir den Zusammenkünften willentlich fernbleiben, und wie können wir verhüten, daß wir abgleiten?
33 Was tun wir, wenn wir den Zusammenkünften, in denen wir zur Liebe und zu guten Werken angespornt werden, willentlich fernbleiben? Achten wir um so mehr oder eher weniger auf das, was wir vom Sohne Gottes gehört haben? Bestimmt nicht um so mehr, sondern eher weniger, wir mögen zu Hause noch soviel in der Bibel lesen. Wollen wir nicht abgleiten und auf den Weg gelangen, der ins Verderben führt, so müssen wir Gottes Sohn, dem alles unterworfen ist, unbedingt Gehör schenken.
34. Auf wen müssen wir schauen, wenn wir unseren Glauben vollkommen gemacht haben möchten, und warum konnte daher der Glaube der damaligen Hebräer noch nicht vollkommen gemacht sein?
34 Wenn wir unseren Glauben vervollkommnet haben möchten, damit unsere Seele für immer am Leben bleibt, müssen wir Jesus, dem Sohne Gottes, die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Wir müssen ihn als den „Vervollkommner unseres Glaubens“ betrachten. Bevor der Messias vor neunzehnhundert Jahren auf die Erde kam, glaubten die Hebräer an sein Kommen und warteten darauf. Ihr Glaube war jedoch in mancher Hinsicht sehr lückenhaft, da sie die noch unerfüllten Prophezeiungen über ihn damals noch nicht verstanden. Selbst die Engel im Himmel hätten gern gewußt, wie sich die Prophezeiungen über den Messias oder Christus wirklich erfüllten. (1. Petr. 1:10-12) Ihr Glaube war damals also noch nicht vollkommen gemacht.
35, 36. Mit wessen Kommen kam in Wirklichkeit der Glaube, und warum?
35 Als aber Jesus Christus kam, predigte, dann starb und zu einem geistigen Leben auferweckt wurde, darauf zu seinem Vater in den Himmel auffuhr und sich zur Rechten Gottes setzte, erfüllten sich die Prophezeiungen, die man bis dahin nicht bis in alle Einzelheiten verstehen konnte. Die Lücken im Glauben an den Messias oder Christus wurden durch geschichtliche Tatsachen ausgefüllt. Somit kam der Glaube, das heißt der vollkommen gemachte Glaube an Christus und sein Verhältnis zu Gott in Wirklichkeit erst, als der Christus kam. Deshalb wurde den Hebräern, die einst unter dem Mosaischen Gesetz standen, nun aber Christen geworden waren, nach Galater 3:23-25 (Me) folgendes gesagt:
36 „Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz in Verwahrung gehalten und waren unter Verschluß gelegt für den Glauben, der erst später geoffenbart werden sollte. Somit ist das Gesetz unser Erzieher für Christus geworden, damit wir auf Grund des Glaubens gerechtfertigt würden. Seitdem nun aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter einem Erzieher [dem Mosaischen Gesetz].“
37. Was war Jesus somit in bezug auf unseren Glauben, und was begann demnach eigentlich mit ihm?
37 Folglich ist Jesus der eigentliche Anführer, Pionier oder Hauptvermittler unseres Glaubens. Er tat den Willen Gottes, erfüllte die messianischen Prophezeiungen und beseitigte dadurch jede Unklarheit, die unseren Glauben an jene biblischen Prophezeiungen hätte beeinträchtigen können. Der vollkommen gemachte Glaube begann also mit Jesus Christus vor neunzehnhundert Jahren.
38. Wie hat er seit jener Zeit den Glauben seiner Nachfolger vollkommen gemacht?
38 Zu Pfingsten des Jahres 33, fünfzig Tage nach seiner Auferstehung; goß der zur Rechten Gottes im Himmel sitzende Jesus den heiligen Geist auf seine Jünger in Jerusalem aus. Damit brachte er den Glauben, den seine hebräischen Jünger an ihn hatten, zur Vollkommenheit. Als er im Jahre 36 den heiligen Geist auf die ersten nichthebräischen, unbeschnittenen Gläubigen ausgoß, brachte er auch ihren Glauben an ihn zur Vollkommenheit. (Hebr. 2:4) Was er für seine Nachfolger auf der Erde bis zu dem Zeitpunkt, da der Apostel Johannes sein Evangelium, seine Briefe und die Offenbarung oder Apokalypse geschrieben hatte, vom Himmel aus tat, brachte ihren Glauben soweit zur Vollkommenheit, daß er sie retten konnte. Und durch das, was Jesus in den letzten neun Jahrzehnten getan hat, um das zu erfüllen, was über seine Nachfolger vorhergesagt worden war, hat er unseren Glauben soweit vollkommen gemacht, daß er uns hilft, heute das zu tun, was zu unserer endgültigen Rettung beiträgt.
LAUFE!
39. Was müssen wir daher nun unbedingt tun, und wozu fordert uns Hebräer 12:1-4 deshalb auf?
39 So sollten wir denn unter keinen Umständen zurückweichen oder zurückschauen. Wer seine Seele am Leben erhalten möchte, muß vorwärtsschauen und laufen! „Laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen“, sagt uns Hebräer 12:1-4, „indem wir unverwandt auf Jesus schauen, den Anführer und Vervollkommner unseres Glaubens. Für die ihm in Aussicht gestellte Freude erduldete er einen Marterpfahl, ohne auf die Schande zu achten, und hat sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt. Ja, betrachtet aufmerksam den, der von den Sündern — gegen ihre eigenen Interessen — einen derartigen Widerspruch erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und es in euren Seelen aufgebt. Bis jetzt habt ihr in eurem Kampf gegen diese Sünde [den Mangel an Glauben] noch nicht bis aufs Blut widerstanden.“ (NW) Nein, wir haben uns noch nicht bis zum Tod als treue Zeugen Jehovas erwiesen.
40. Welchen jener vorchristlichen Zeugen sollten wir nicht vergessen, und warum nicht?
40 Vergessen wir nicht: Zu jener „großen Wolke“ vorchristlicher Zeugen, die wegen ihres Glaubens Gottes Wohlgefallen erlangten, gehört auch der treue Patriarch Abraham. Er ließ sich nicht in einer Stadt nieder. Er baute auch keine Stadt als bleibende Wohnstätte in diesem alten System der Dinge. Er erwartete die Stadt, die ewigdauernde Grundlagen hat und deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Deshalb wohnte er in Zelten, einmal da, einmal dort, ohne Bürger einer irdischen Stadt zu sein. — Hebr. 11:9, 10, 15, 16.
41. Was lernen wir in dieser Hinsicht von Jesus, und was wollen wir gemäß Hebräer 13:12-15 tun?
41 Auch Gottes Sohn machte sich keine Stadt zu seinem festen Wohnsitz, nicht einmal das damalige irdische Jerusalem mit seinem Tempel und dessen Altar. Wir wollen uns an ihm ein Beispiel nehmen und so handeln, wie Hebräer 13:12-15 es sagt: „Darum hat auch Jesus, auf daß er durch sein eigenes Blut das Volk heiligte, außerhalb des Tores gelitten. Deshalb laßt uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, seine Schmach tragend. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Durch ihn nun laßt uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“
42. Weshalb sollten wir es heute um so mehr tun?
42 Laßt es uns heute um so mehr tun. Die „kommende“ oder „zukünftige“ Stadt ist nahe — Gottes Königreich, das himmlische Jerusalem, das 1914, am Ende der Zeiten der Nationen, aufgerichtet worden ist. Die nachstehenden Worte, die vor neunzehnhundert Jahren niedergeschrieben wurden, treffen deshalb für uns heute um so mehr zu: „Ihr seid gekommen zum Berge Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Myriaden von Engeln in allgemeiner Versammlung, und zu der Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmeln eingetragen sind, und zu Gott, dem Richter aller ... und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes, und zu dem Blute der Besprengung, das auf bessere Weise redet als Abels Blut.“ (Hebr. 12:22-24, NW) Dieses himmlische Königreich, zu dem wir gekommen sind, ist ein „unerschütterliches Reich“. Es wird die „Zeit des Endes“ dieser Welt in der Jehova Gott den Himmel und die Erde erschüttern und diese alte, verderbte Ordnung der Dinge beseitigen wird, überdauern. — Hebr. 12:26-28.
43. Wie können wir heute auf das, was wir von Gottes Sohn nach Matthäus 24:14 gehört haben, um so mehr achten?
43 Die gute Botschaft von diesem aufgerichteten Königreich wird heute — wie Jesus es selbst prophezeite — auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt, allen Nationen zu einem Zeugnis, bevor sie zerschmettert und für immer beseitigt werden. (Matth. 24:14; Mark. 13:10) Auf diese Prophezeiung des Sohnes Gottes wollen wir heute um so mehr achten und wollen unser möglichstes tun, um zu ihrer Erfüllung beizutragen. Tut es mit Glauben! Predigt!
44. Was sollten wir in der heutigen Zeit besonders haben, und wie wird sich das für uns auswirken?
44 Heute ist es notwendiger denn je, Glauben zu haben, im Glauben zu wachsen, indem man seine Erkenntnis vermehrt und sein Verständnis vertieft, und den Glauben zu beweisen, indem man andere belehrt. Unser immer vollkommener werdender Glaube läßt nicht zu, daß wir uns zu unserem ewigen Verderben, zur Vernichtung unserer Seele, zurückziehen. Unser vollkommen gemachter Glaube bewirkt, daß Gott unsere Seele für immer am Leben erhält. Wo? Unter der neuen Ordnung der Dinge mit ihren „neuen Himmeln“ und ihrer künftigen „bewohnten Erde“, die nicht Engeln, sondern Jesus Christus, dem höchsten Sohn Gottes, dem Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, unterworfen worden ist.
[Fußnoten]
a A Greek-English Lexicon von Liddell und Scott, neue, revidierte und verbesserte Ausgabe, in zwei Bänden (1948).
b A Greek and English Lexicon to the New Testament von John Parkhurst, M. A., Londoner Ausgabe 1845, Seite 644b.
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Wir brauchen Jehovas OrganisationDer Wachtturm 1963 | 15. Februar
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Wir brauchen Jehovas Organisation
JESUS Christus verglich die Anbeter Jehovas zu Recht mit den in Herden lebenden Schafen. Schafe brauchen einander; sie brauchen auch die liebevolle Obhut eines Hirten. Genauso verhält es sich mit den Anbetern Jehovas. Jehova will nicht, daß sie zerstreut seien und jeder sein Glaubensleben für sich lebe, sondern er will, daß sie zusammengebracht werden, um eine einzige Herde zu bilden. Das geht aus den Worten Jesu im 10. Kapitel des Johannesevangeliums deutlich hervor. Nach dem 11. Vers bezeichnete sich Jesus selbst deutlich als ihr Hirte, indem er sagte: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.“ Nach dem 16. Vers sagte er: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hofe sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird e i n e Herde, e i n Hirte sein.“ Dieses Sammeln der Anbeter Jehovas zu e i n e r Herde zeigt, daß Jehova will, daß sie eng miteinander verbunden sind.
Jesus hätte die Christen nicht mit Schafen verglichen, die e i n e Herde bilden und in e i n e r Hürde sind, wenn es nicht Gottes Vorhaben wäre, sie zu einer Organisation zusammenzuschließen. Gottes Geist wirkt da, wo der gute Hirte und die Herde sind. Könnte also jemand, der sich von der Herde trennt und sein Glaubensleben für sich leben will, erwarten, unter dem Einfluß seines Geistes zu bleiben? Eine Kohle, die man aus dem brennenden Ofen nimmt, wird bald erkalten,
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