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„Gib uns mehr Glauben“Der Wachtturm 1962 | 15. September
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DEN GLAUBEN DURCH WERKE BEWEISEN
15. Wie bekunden heute immer mehr Menschen ihren Glauben?
15 Unter Jehovas Zeugen befinden sich Menschen aus allen Rassen und Volksschichten, die früher den verschiedensten Religionen angehört haben, heute aber vereint die wunderbare Hoffnung auf Gottes Königreich verkündigen. Das kann als ein „festes Überzeugtsein von Dingen [Wirklichkeiten, NW], die man nicht sieht“, bezeichnet werden. In der ganzen Welt schließen sich ihnen immer mehr Menschen an, die eine solche Überzeugung haben und ihren Glauben bekunden, indem sie alle Arten von Menschen über Gottes Wort belehren. (Ps. 110:3) Für jene, die sagen, daß es auf der Erde Kriege, Unstimmigkeiten und Meinungsverschiedenheiten geben werde, solange es Menschen gebe, sollten die Einheit des Glaubens und die Brüderlichkeit der Zeugen Jehovas ein überwältigender Beweis für die Einheit und Harmonie sein, die unter der Königreichsregierung Christi Jesu herrschen werden. — 2. Kor. 10:5; Joh. 13:35; 1. Kor. 1:10.
16. Was muß mit dem Glauben Hand in Hand gehen, damit man Leben erlangt? Welches Gleichnis veranschaulicht dies?
16 Nachdem Jesus das Zeichen, das die letzten Tage dieses Systems der Dinge kennzeichnen sollte, eingehend beschrieben hatte (er führte insgesamt mindestens 29 Punkte an), sagte er voraus, daß die Verkündigung unter den Menschen der Nationen eine Scheidung bewirken werde, durch die die „Schafe“ zur Rechten des Königs und die „Böcke“ zu seiner Linken — ein Zeichen der Ungunst und Verwerfung — gestellt würden. Dabei gilt es zu beachten, daß die „Böcke“ nicht verurteilt wurden, weil sie die Verkündiger der Königreichsbotschaft angegriffen, eine unsittliche Handlung begangen oder zu wenig Glauben gehabt hätten, sondern weil sie nicht nach ihrer Erkenntnis gehandelt hatten. Sie erkannten Jesus als Herrn an, denn sie sagten: „Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig … und haben dir nicht gedient?“ Darauf antwortete er ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan.“ (Matth. 25:44, 45) Wir sollten uns daher fragen: „Spornt uns unser Glaube zum Dienen an, damit wir in eine Stellung zur Rechten des Königs, das heißt in seine Gunst gelangen? Beteiligen wir uns an dem für die heutige Zeit bestimmten Werk, an der Verkündigung der guten Botschaft vom Königreich? Oder ist unser Glaube tot, ohne belebende Kraft, wie ein Körper ohne den Lebensodem?“ — Jak. 2:20, 26.
17. (a) Haben wir eine Grundlage für den Glauben an den Flutbericht? (b) Wieso ist das heute für uns von Belang?
17 Heute setzen in der ganzen Welt über 968 000 Zeugen Jehovas, Männer, Frauen und Kinder, Zeit und Kraft für den Predigtdienst ein. Das sollte Glauben erwecken. Die Bibel zeigt, daß in den Tagen der Sintflut ein ähnliches Werk durchgeführt wurde. Damals wirkte Noah als ein Prediger der Gerechtigkeit, aber die Menschen beachteten die göttliche Warnung nicht, bis es zu spät war und die Flut kam und sie alle wegraffte. Die Sintflut gehört nicht etwa in die Welt der Sagen. Die inspirierte Heilige Schrift berichtet darüber, und ihre Aufzeichnungen sind durch die Funde der Archäologie und Geologie bestätigt worden. (Siehe The Deluge Story in Stone [Die Sintflutgeschichte in Stein] von B. C. Nelson.) B. Silliman, der ehemalige Leiter der geologischen Abteilung der Yale-Universität, sagte: „Von der Sintflut ist das eine zu sagen: Die Geologie bestätigt den Bibelbericht darüber.“ Jesus wußte, daß die Flut ein geschichtliches Ereignis war. Deshalb nahm er in seiner Prophezeiung darauf Bezug: „Gleichwie die Tage Noahs waren“, sagte er, „so wird die Gegenwart des Sohnes des Menschen sein.“ Unser Glaube wird also von vielen Seiten bestätigt. — Matth. 24:37, NW.
18. Was sollten wir nach der Bibel tun, um in Harmagedon geborgen zu sein?
18 Wir müssen uns der Führung des größeren Noah, Christi Jesu, anvertrauen, bevor der Sturm von Harmagedon über das gegenwärtige System der alten Welt hereinbricht und der gerechten neuen Welt den Weg bahnt. (Apg. 4:12) Wenn du von einer exponierten Stelle aus einen gewaltigen Sturm herannahen sähest, würdest du bestimmt Schutz suchen, und wenn du einen Ort gefunden hättest, an dem du sicher wärest, dann würdest du bestimmt nicht hartnäckig darauf bestehen, von der Nord-, Ost- oder Westseite her Einlaß zu finden, wenn der einzige Eingang nach der Südseite wäre. Wäre es also nicht töricht, wenn du, nachdem du festgestellt hättest, daß Jehovas Wort die Ereignisse unserer Zeit genau vorhergesagt hat und zeigt, daß wir nur durch Jesus gerettet werden können, diese Schutzvorkehrung ablehntest? Verschließe dich ihr nicht, nur weil du von Jugend auf in religiösen Lehren des Ostens oder Westens, des Nordens oder Südens unterwiesen worden bist. Handle weise, prüfe die Beweise und entscheide dann, woran du glauben willst. Jehova ist nicht parteiisch, sondern lädt alle Gläubigen ein, in die schutzbietende neuzeitliche „Arche“, in das neue System der Dinge, das er durch Jesus Christus errichtet, zu kommen. — Joh. 10:9; Joel 2:32.
LEBEN DURCH GLAUBEN
19. Wie und warum sollten wir unseren Glauben ausüben?
19 In Johannes 3:16 (NW) lesen wir: „… damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“ Beachten wir, daß dieser Glaube nicht passiv ist, sondern ausgeübt werden muß: Er verlangt die Teilnahme an dem Predigtdienst, den Jesus seinen Jüngern aufgetragen hat. Paulus spricht in seinem Brief an die Philipper davon als von „dem Opfer und öffentlichen Dienst, zu dem der Glaube euch geführt hat“. (Phil. 2:17, NW) Jehovas Zeugen führen diesen öffentlichen Dienst in Form ihrer Predigttätigkeit heute in 188 Ländern durch. Wie notwendig es ist, daß jeder an diesem Dienst teilnimmt, hebt Paulus in seinem Brief an die Römer hervor. Er spricht zunächst vom „‚Wort‘ des Glaubens, das wir predigen“, und zeigt dann, daß wir als Belohnung für die Ausübung unseres Glaubens durch die Teilnahme am Predigtdienst Leben empfangen, denn er sagt: „Mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung zur Errettung ab.“ — Röm. 10:8-10, NW.
20. Wodurch stillt Jehova die geistigen Bedürfnisse seines Volkes?
20 Unser Glaube läßt uns erwarten, daß Jehova zur systematischen Durchführung des weltweiten Predigtwerkes eine Organisation auf der Erde haben müßte — wie damals in der Frühzeit des Christentums —, die seinen Willen tut. Jesus wußte voraus, daß die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“, die gesalbten Zeugen Jehovas, noch auf der Erde wäre, um seinen Knechten die geistige Speise, die sie benötigen, auszuteilen. (Matth. 24:45, NW) Während die Menschen in vielen Teilen der Welt mit atheistischen, den Glauben zerstörenden Theorien „genährt“ werden, können wir uns darauf verlassen, daß Jehovas Organisation dem Volke Gottes die geistige Speise darreicht, die es benötigt, um geistig stark zu bleiben. Zu diesem Zweck veröffentlicht sie die Zeitschrift Der Wachtturm, die heute in 64 Sprachen erscheint und eine Auflage von 4 000 000 Exemplaren hat.
21. Was schließt das Tun des Willens des himmlischen Vaters alles ein?
21 Wer bringt den Menschen diese geistige Speise? Solltest du gelernt haben, daß Gott weiter nichts von uns verlange, als daß wir in die Kirche zu kommen, dazusitzen und zuzuhören, also nur Hörer des Wortes zu sein brauchten, nicht unbedingt auch Täter, dann denke einmal etwas über die Worte Jesu nach, die wir in Matthäus 7:21 lesen: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“ Heute verlangt der himmlische Vater von seinen Dienern, daß sie Menschen aus allen Nationen zu Jüngern machen, indem sie sie lehren und taufen. Das bedeutet aktiven Gottesdienst, nicht ein passives Scheinchristentum. Wer Gottes Wort studiert und so seinen Glauben auf Erkenntnis aufbaut, sollte den biblischen Rat befolgen, sich mit denen zu versammeln, die an Gottes Wort glauben, und dann aus vollem Herzen über die Dinge reden, die er gelernt hat und an die er glaubt. Wer das tut, wird mit der Zeit die Freuden und Segnungen erleben, die die Ausübung des wahren Glaubens in Verbindung mit der Organisation Jehovas mit sich bringt. — Hebr. 10:25; Jak. 1:22.
22. Warum mangelt es manchen an Glauben? Welchen Wunsch sollten wir darum haben?
22 Wer um Verständnis bittet, sollte nicht vergessen, daß er es im Glauben tun muß. Der Zweifelnde und Unentschiedene wird die reichen geistigen Segnungen nie empfangen, die jenen zuteil werden, die auf Jehova vertrauen. (Jak. 1:5-8; Röm. 10:17) Paulus sagte deutlich: „Der Glaube ist nicht aller Teil. Der Herr aber ist treu, der euch befestigen … wird.“ (2. Thess. 3:2, 3) Vertraue dich also nicht der Führung der Spötter an, die über Jehovas herrliches Vorhaben spotten, sondern sei weise und bekunde Ehrfurcht vor dem Schöpfer, indem du seinen Willen zu tun suchst und ihm mit ungeteiltem Herzen zu dienen wünschst. Bitte Jehova, worum die Jünger einst Jesu baten: „Gib uns mehr Glauben.“ — Luk. 17:5, NW.
23. Was kann der Glaube bewirken?
23 Jesus zeigte auf anschauliche Weise, daß selbst ein wenig Glauben — er mag anfänglich noch so schwach sein — große Dinge bewirken kann. Er sagte: „Wenn ihr Glauben wie ein Senfkorn hättet, und ihr diesem Maulbeerbaum gebötet: ‚Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!‘, so würde er euch gehorsam sein.“ Jesus heilte damals durch den Geist Gottes und durch seinen Glauben viele Kranke und von Dämonen Besessene. Uns werden heute noch größere Segnungen zuteil: eine geistige Heilung, die zu Leben in Gottes neuer Welt führt. Aber wir müssen Glauben haben. — Luk. 17:6, 19, Me.
24. Welche Gewißheit gab uns Jesus zur Stärkung unseres Glaubens?
24 Auf die Frage der Pharisäer, wann das Königreich Gottes komme, antwortete Jesus: „Das Reich Gottes kommt nicht so, daß man es beobachten könnte.“ Wollten wir warten, bis wir es sehen, dann wäre es zu spät. Daher erfordert es Glauben, voranzugehen und das Predigtwerk zu tun. Aber Jesus versichert uns: „Diese Generation wird keinesfalls vergehen, bis alle diese Dinge geschehen. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden keinesfalls vergehen.“ So wie wir die Gewißheit haben, daß Himmel und Erde bestehen bleiben, können wir die Gewißheit haben, daß Gottes Wort bestehen bleibt und daß sich seine wunderbaren Verheißungen über ein künftiges Leben unter seiner gerechten Königreichsherrschaft erfüllen werden. — Luk. 17:20; Matth. 24:34, 35, NW.
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„Nicht geldgierig“Der Wachtturm 1962 | 15. September
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„Nicht geldgierig“
✔ Ein Zeuge Jehovas berichtet, daß sein Interesse für die Wahrheit durch das Verhalten der Zeugen geweckt worden sei, die in das Geschäft gekommen seien, in dem er arbeite: „In dem Friseursalon, in dem ich arbeite, kamen die Zeugen Jehovas stets vorbei und boten uns die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! an. Als strenger Katholik und Spiritist lehnte ich jedoch immer ab. Doch eines Tages nahm einer meiner Kunden die Zeitschriften entgegen und gab dem Zeugen einen größeren Betrag, als die Zeitschriften kosteten, weigerte sich aber, das Wechselgeld entgegenzunehmen. Der Zeuge erwiderte, er dürfe das Wechselgeld nicht behalten, und das machte mich neugierig.“
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