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Der wachsame „treue und verständige Sklave“Der Wachtturm 1960 | 15. September
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Der wachsame „treue und verständige Sklave“
„Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Meister über die Diener seines Hauses gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben? Glücklich ist jener Sklave, wenn ihn sein Meister bei der Ankunft so beschäftigt findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über all seinen Besitz einsetzen.“ — Matth. 24:45-47, NW.
1, 2. (a) Wie betrachtet (1) ein Welthistoriker das Jahr 1914? (2) Wie betrachten es Erforscher der Bibel? (b) Weshalb ist die Frage interessant, ob es einst wachsame Wächter hinsichtlich des Jahres 1914 gegeben hat oder nicht?
HEUTE geben scharfsichtige Beobachter der Weltverhältnisse offen zu, daß das Jahr 1914 einen großen Wendepunkt in den Angelegenheiten der Erde bedeutet. Ein Professor der Weltgeschichte, Arnold J. Toynbee, von London, schreibt: „Nahezu ein Vierteljahrtausend, bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahre 1914, erfreute sich der Westen einer unantastbaren Überlegenheit in der Welt. Seit 1914 jedoch hat sich die Lage geändert. Innerhalb der letzten zweiundvierzig Jahre hat der Westen seine frühere Überlegenheit in der Welt eingebüßt, und zudem hat er sein früheres Vertrauen in sich verloren.“ (Zeitschrift Collier, 30. März 1956, S. 76, 78) Wenn diese wahren Worte auch mit der biblischen Deutung des Jahres 1914 nicht identisch sind, mit jener Deutung, die zeigt, daß damals das gesetzliche Ende der „Zeiten der Nationen“ erreicht war, stimmen sie doch mit der Erkenntnis überein, daß sich 1914 als ein Jahr erwiesen hat, das ein gefährliches Omen ist, nicht nur für den Westen der Christenheit, sondern, wie wir jetzt wissen, für die ganze Menschheit.
2 Man könnte die Frage stellen: Wachten denn keine Wächter in der Welt, um die Warnung vor dieser drohenden Zeit weltweiter Schwierigkeiten vor 1914 erschallen zu lassen? Wenn es solche wachsamen Wächter gab, so müßten sie heute über die Zeiten seit dem Jahre 1914 mehr wissen als irgend sonst jemand auf Erden. Solchen Wächtern sollte man nachforschen, um von ihnen in diesen immer gefährlicher werdenden Zeiten Wegleitung und Ratschläge entgegenzunehmen. Sie mögen in der Lage sein, fragenden Menschen den Weg zur Sicherheit zu weisen.
3. Wo waren keine Wächter zu finden und weshalb?
3 Hat man solche wachsamen Wächter unter der katholischen Geistlichkeit gefunden? Kaum. Die Geschichte zeigt, daß diese vor 1914 und seither mit ihrem kirchlichen Brauchtum und ihrer Teilnahme an der Weltpolitik zu sehr beschäftigt gewesen ist, als daß sie auf die Zeichen dieser Zeiten geachtet hätte. Vielleicht aber wurden die vielen protestantischen Gruppen gewarnt und wachgehalten? Nein. Ihre Geistlichkeit befaßte sich vor 1914 zu sehr mit der höheren Textkritik und mit dem, was man die moderne Richtung nennt. Was aber ist von den jüdischen Weisen und Rabbis zu sagen? Von neuem nein. Vor 1914 waren sie auf den Materialismus eingestellt und waren emsig damit beschäftigt, den Zionismus zu befürworten, um ihren Traum von einem neuerrichteten Staat in Palästina zu verwirklichen. Wie stand es mit den weitsichtigen Weltpolitikern und Finanzgrößen? Vielleicht wußten sie, was zu kommen im Begriffe war? Nein, bestimmt nicht. Sie steckten bis über die Ohren in Kriegsrüstungen und rafften deren Gewinne zusammen. Alle erwiesen sich als schläfrige „Wächter“, die nur dem Namen nach Christen waren. Jesaja beschreibt sie treffend: „Seine Wächter sind blind, sind alle ohne Erkenntnis; sie alle sind stumme Hunde, die nicht bellen können; sie träumen, liegen da, lieben den Schlummer.“ — Jes. 56:10.
4. Wo gab es wachsame Wächter und in Übereinstimmung mit welcher Prophezeiung?
4 Blieb die Welt also ohne Warnung von seiten wachsamer Wächter? Ganz und gar nicht! Es bleibt noch eine weitere Gruppe, bei der man nachprüfen kann, nämlich die Watch Tower Society (Wachtturm-Gesellschaft) der Zeugen Jehovas. Die geschichtlichen Zeugnisse widerhallen von dem „Ja“, das auf die Frage ertönt, ob denn sie wach gewesen seien. Ihrem Namen „Zeugen“ getreu, standen sie als Wächter auf ihrem bildlichen „Wachtturm“ und ließen vor den Völkern der Christenheit weltweit die Warnung erschallen. Aber die Massen der Christenheit zollten ihnen größtenteils wenig Beachtung. Jeremia hatte dies durch folgende Worte Gottes genau vorausgesagt: „Ich habe Wächter über euch bestellt, die da sagen: Merket auf den Schall der Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf merken.“ — Jer. 6:17.
5—7. (a) Welcher Bericht über Wachsamkeit ist in Verbindung mit Jehovas Zeugen vorhanden? (b) Welchen Beweis liefert eine bestimmte Quelle der Dokumentierung?
5 Ja schon im Jahre 1877, zwei Jahre, bevor ihre bedeutsam benannte Zeitschrift The Watchtower, d. h. Der Wachtturm, zu erscheinen begann, kündigten die neuzeitlichen Zeugen Jehovas wahrheitsgemäß an, daß die Heidenzeiten im Jahre 1914 zu Ende gehen würden. Während der siebenunddreißig folgenden Jahre drängten diese Zeugen kraftvoll voran und führten einen weltweiten Feldzug durch, um die Nationen in Kenntnis zu setzen, daß ihre Lehnsherrschaft, die bis dahin ohne Gottes Eingriff gedauert hatte, im Jahre 1914 ablaufen werde. — Siehe „Steigerung bis zum Höhepunkt im Jahre 1914“ in dem Buche Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 47 bis 58.
6 Eine führende New Yorker Zeitung, The World [Die Welt], brachte in ihrer Sonntagsbeilage vom 30. August 1914 in einem thematischen Artikel einen historischen Beitrag zu den vielen Dokumentarberichten, die für die Weltgeschichte bezüglich dieser Bibelzeugen Jehovas zur Verfügung standen. Damals waren sie auch unter dem Namen ihrer britischen Körperschaft bekannt, unter dem Namen International Bible Students Association [Internationale Bibelforscher-Vereinigung]. Es hieß unter anderem in dem Artikel:
7 „Durch den entsetzlichen Kriegsausbruch in Europa ist eine außergewöhnliche Prophezeiung in Erfüllung gegangen. Während des vergangenen Vierteljahrhunderts haben die ‚Internationalen Bibelforscher‘, am besten als ‚Millennium-Tagesanbruch-Leute‘ bekannt, der Welt durch ihre Prediger und durch die Presse angezeigt, daß der Tag der Rache, der in der Bibel prophezeit wird, im Jahre 1914 anbrechen werde. ‚Schaut nach 1914 aus!‘ ist der Ruf von Hunderten reisender Evangelisten gewesen, die als Vertreter dieses befremdenden Glaubens im Lande hin und her gezogen sind, um die Lehre zu verbreiten, daß das ‚Königreich Gottes herbeigekommen‘ sei.“ — Ebenda, S. 54.
WIE DIES MIT DER BIBEL IN VERBINDUNG STEHT
8, 9. Welche Fragen entstehen nun, und bei welcher Gelegenheit gibt ein Prophet zum Teil die Antworten?
8 Steht diese Sachlage, da die Geschichte die Tatsache bestätigt, daß Jehovas Zeugen die einzige christliche Gruppe waren, die in bezug auf das Jahr 1914 und die nachfolgenden „letzten Tage“ in wachem Zustand vorgefunden wurden, denn irgendwie mit der Bibel in Verbindung? Können sich diese Zeugen vor den Millionen, die heute in der Finsternis der Welt sitzen und nach einer von Gott geleiteten Führung Ausschau halten, irgendwie schriftgemäß legitimieren? Bei der Beantwortung dieser Frage betrachte man folgendes:
9 Jesus Christus, der größte Prophet, der je auf Erden lebte, hat prophezeit, daß es sowohl vor als auch während der „Zeit des Endes“ eine wachsame Gruppe von Christen auf dem Weltschauplatz geben werde. Kurz bevor er an den Pfahl geschlagen wurde, baten ihn vier seiner Jünger, nämlich Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas, mit denen er auf dem Ölberge saß, privat um ein genaues Zeichen hinsichtlich der letzten Tage, wenn er wiederkommen würde, um unsichtbar die Angelegenheiten seiner Diener auf Erden zu leiten. Jesu auffallend eingehende Antwort ist uns in den Bibelberichten erhalten geblieben, die Matthäus, Markus und Lukas in den entsprechenden Kapiteln 24, 13 und 21 aufgezeichnet haben. — Mark. 13:3.
10. Wie sollten Jesu Worte verstanden werden, die wir in Matthäus 24:42-44 finden?
10 Jesus gab folgende Antwort: „Bleibt also wachsam, denn ihr [Mehrzahl, also kollektiv] wißt nicht, an welchem Tage euer Meister kommt. Doch wißt das eine, daß, wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb käme, er wach geblieben wäre und nicht zugelassen hätte, daß man in sein Haus einbricht. Darum seid auch ihr [Mehrzahl, also kollektiv] bereit; denn zu einer Stunde, in welcher ihr [Mehrzahl] nicht daran denkt, wird der Sohn des Menschen kommen.“ (Matth. 24:42-44, NW) Beachtet, daß Jesus hier seine Gruppe von Jüngern ermuntert, wachsam zu sein wie ein wachsamer „Hausherr“. Es ist nichts Außergewöhnliches, daß sich Jesus durch ein Bild in der Einzahl auf die Tätigkeit seiner kollektiven Gruppe von Jüngern bezieht. Ähnlicherweise werden sie in der Bibel kollektiv als eine „Braut“, ein „Haus“ und als ein „Tempel“ erwähnt. — Joh. 3:29; Heb. 3:6; 2. Kor. 6:16.
11, 12. (a) Wer waren jene, die zur Zeit der zweiten Gegenwart Jesu in wachem Zustand vorgefunden werden sollten? (b) War es befremdend, daß Jesus sich für die Tätigkeit seiner künftigen Jünger interessieren sollte?
11 Deutet Jesus hier an, daß einige von der wachsamen „Hausherrn“-Gruppe, die mit ihm auf dem Ölberg saßen, zur Zeit seiner zweiten Gegenwart, am Ende der „Zeiten der Nationen“, im Jahre 1914, noch am Leben wären? Schwerlich, denn offenbar ist keiner der vier Jünger über das Jahr 100 hinaus am Leben geblieben. Jesus wußte voraus, daß diese vier Apostel und acht weitere Apostel die Grundlagen zweiten Grades einer organisierten Jüngergruppe bilden würden, die nach Pfingsten des Jahres 33 n. Chr. als die Christenversammlung bekanntwerden sollte, von der Jesus selbst die Felsgrundlage ersten Ranges wäre. (Eph. 2:20; Matth. 16:18) Somit hatte Jesus die wachsame Versammlung, nicht die vier Einzelpersonen, im Sinn, als er darauf hinwies, daß sie durch die Jahrhunderte hindurch am Leben bleiben würde, selbst wenn bisweilen die Jünger-Linie im Dunkeln läge, da sie aus dem historischen Blickfeld verschwunden wäre.
12 Die nach den Tagen der Apostel gesalbten, künftigen Nachfolger Jesu waren aus Jesu Gedanken und Worten nicht ausgeschlossen. Zum Beispiel sprach Jesus in seinem letzten Gebet, das in Johannes 17:1-26 (NW) aufgezeichnet ist, zu Jehova die Worte: „Ich bitte nicht allein ihretwegen [der Apostel wegen, die bei ihm waren], sondern auch hinsichtlich jener, die durch ihr Wort an mich glauben.“ (Vers 20) Es ist daher nicht befremdend, daß künftige Glieder der Versammlung an der vollen Erfüllung der Gleichnisse und Reden Jesu mitbeteiligt sind.
13, 14. (a) Wer war im ersten Jahrhundert der „treue und verständige Sklave“? (b) Wie wurden die „Diener des Hauses“ ernährt? (c) Was ist mit den Worten „um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben“ gemeint?
13 Laßt uns sehen, was Jesus bei diesem Anlaß, als er mit seinen vier Jüngern auf dem Ölberg saß, weiter sagte. „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Meister über die Diener seines Hauses [oder die Dienerschaft] gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben?“ (Matth. 24:45) Beachte, daß Jesus nun die kollektive Gruppe als einen „treuen und verständigen Sklaven“ erwähnt, wobei die Person des „Sklaven“ richtigerweise in der Einzahl steht. Er sagt, daß der „Sklave“ die „Diener des Hauses“ speisen müsse; von diesen also wird in der Mehrzahl gesprochen. Wie geschah dies? Vor seiner Auffahrt in den Himmel hob Jesus Petrus gegenüber dreimal hervor, daß ein solcher Dienst des Weidens durchgeführt werden müsse: „Weide meine jungen Lämmer … Hüte meine Schäflein … Weide meine Schäflein.“ (Joh. 21:15-17, NW) In den Tagen des Petrus waren die Schafe Glieder der „kleinen Herde“ der gesalbten Christen, die schließlich die Zahl von 144 000 ausmachen sollen. (Luk. 12:32) Hier also haben wir die Dienerschaft oder die „Diener des Hauses“ im einzelnen, die von der Versammlung oder der sklavengleichen Organisation durch deren Aufseher treulich gespeist werden. Viele Jahre später erinnert Petrus die Aufseher daran, daß sie ‚die Herde Gottes hüten müßten‘. — 1. Pet. 5:2, NW.
14 Während all der Jahre seither hat die sklavengleiche Versammlung ihre wahren Glieder treu und verständig geweidet oder ernährt. Von Pfingsten des Jahres 33 n. Chr. an bis zur gegenwärtigen Stunde hat sie es mit Liebe und Sorgfalt getan. Und diese „Diener des Hauses“ sind mit fortschrittlicher geistiger Speise ernährt worden, so daß sie Schritt halten können mit dem „glänzenden Licht, das heller und heller leuchtet, bis zum vollen Tag“. (Spr. 4:18, NW) All dies hat sich als „Speise zur rechten Zeit“ erwiesen, wie Jesus es gesagt hatte.
15, 16. Was würden die „Diener des Hauses“ — wie die Bibel es andeutet — während der 1900 Jahre dauernden Abwesenheit des Meisters erleben?
15 Während Jesus wie ein Sämann die Dienerschaft oder „Diener seines Hauses“ gleich Weizen reichlich gepflanzt hat — und das unter einer Hirtenorganisation, der Versammlung —, berichtet die Geschichte anderswo, daß Satan in Erfüllung der Prophezeiung Jesu das Feld mit Unkraut besäte, in dem Bestreben, die dünner werdende Linie wahrer weizengleicher Nachfolger zu ersticken. (Matth. 13:25, 37, 38) Würde dies Satan gänzlich gelingen, so daß nach Abwesenheit des Meisters, nach nahezu 1900 Jahren, kein „Weizen“ mehr übrigbliebe? Jesus selbst stellte diese Frage wie folgt: „Wird aber der Sohn des Menschen zur Zeit seiner Ankunft wirklich diesen Glauben auf der Erde finden?“ — Luk. 18:8, NW.
16 Jesus beantwortet diese Frage in dem obenerwähnten Bilde von dem Sämann zuversichtlich, wenn er sagt: „Gleichwie nun das Unkraut zusammengelesen und mit Feuer verbrannt wird, so wird es auch in der Vollendung des Systems der Dinge sein. Zu jener Zeit werden die Gerechten leuchten, so hell wie die Sonne im Königreiche ihres Vaters.“ (Matth. 13:40, 43, NW) So wurde angezeigt, daß viele Glieder der „Weizen“-Klasse der Gerechten, der Gesalbten, bis zur „Zeit des Endes“ und während derselben hier auf Erden leben würden. Aus diesem Grunde sagte Jesus in Matthäus 24:46 (NW) weiter: „Glücklich ist jener Sklave, wenn ihn sein Meister bei der Ankunft so beschäftigt findet.“ Wie bestätigt die Geschichte diese zuversichtliche Erwartung Jesu?
17, 18. (a) Wann und wie begannen die wahren Christen wieder in das Blickfeld der Geschichte zu treten? (b) Wie bewiesen sie, daß sie hellwach waren, doch warum kam für sie eine Zeit der Prüfungen?
17 Von 1870 an begann die dünne Linie wahrer Christen so wie in den Tagen des ersten Jahrhunderts wieder in das Blickfeld der Geschichte zu treten. Die vielen Glieder der „Weizen“-Klasse unternahmen entschiedene Schritte, um sich von den vielen unkrautgleichen Sekten der Christenheit zu trennen. Diese versammelte Gruppe von Christen aus vielen Teilen der Erde bildete eine neue Vereinigung, die später als Jehovas Zeugen bekanntwurde. Von 1879 an wurde die Zeitschrift The Watch Tower von dieser kollektiven Gruppe dazu gebraucht, den Gliedern der gesalbten „kleinen Herde“ regelmäßig geistige Speise auszuteilen. Ja die „Diener des Hauses“ oder die einzelnen Gesalbten wurden durch das vermehrte Licht biblischer Wahrheit, die von der kollektiven „Sklaven“-Gruppe wiederhergestellt wurde, geistig neu belebt. Im Jahre 1884 bildete diese Gruppe des „Sklaven“ einen gesetzlichen Knecht, eine Körperschaft, unter dem Namen Zion’s Watch Tower Tract Society, die jetzt als die Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania bekanntgeworden ist.
18 Unter der Leitung dieser religiösen Körperschaft wurde ein großer, weltweiter Feldzug unternommen, der das Ende der „Zeiten der Nationen“, das auf das Jahr 1914 fiel, bekanntmachen sollte, wie das schon früher erwähnt worden ist. Jehovas Wachtturm-Zeugen erwiesen sich als wachsame, geistige Wächter. Aber die Schrift zeigt, daß ihre Kleider unrein waren, weil sie so lange mit abtrünnigen Christen verbunden gewesen waren. (Sach. 3:3, 4) Sie pflegten noch viele Gewohnheiten und hatten noch viele Charaktermerkmale und Glaubensansichten, die dem ähnlich waren, was in den unkrautgleichen Sekten der Christenheit zu finden war. Somit kam für sie vom Jahre 1914 bis 1918 eine Zeit feuriger Prüfungen, die nicht ohne Grund mit der alten Zeit von 607 bis 537 v. Chr. verglichen werden kann, während der die Juden in babylonischer Gefangenschaft weilten.
19. Erkläre die Erfüllung von Matthäus 24:7, 9.
19 In derselben Prophezeiung von Matthäus (24:7, 9, NW) sagt Jesus: „Denn Nation wird sich gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich [wie das im Jahre 1914 geschah] … Dann wird man euch [Mehrzahl, kollektiv] Drangsalen preisgeben und euch [einige von euch, nicht alle] töten, und ihr werdet von allen Nationen gehaßt werden um meines Namens willen.“ All dies geschah in Verbindung mit ihrer Übertretung, weil sie noch Menschenfurcht gehabt und sich während der Kriegsjahre nicht strikt neutral verhalten hatten und auch mit vielen unreinen religiösen Bräuchen befleckt waren. Jehova und Jesus Christus ließen es geschehen, daß diese Zeugen geschmäht, verfolgt, verboten und ihre Beamten von den Nationen dieser alten Welt eingesperrt wurden. Bis zum Sommer des Jahres 1918 war die Stimme der stark organisierten Wachtturm-Zeugen zum Schweigen gebracht; sie waren also kollektiv getötet worden, wie es in Offenbarung 11:7, 8 prophezeit worden ist. Man beachte jedoch, daß die Stimme dieses Wächters nicht zum Schweigen gebracht wurde, ehe sie ihr phänomenales Werk des Warnens der Völker der Nationen vor 1914 beendet hatte. Siehe in bezug auf die vollständigen Tatsachen die Kapitel „Die Gefangenschaft zugelassen“ und „Befreiung von babylonischer Gefangenschaft“ im Buche Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 74 bis 90.
20, 21. (a) Beschreibe die feurige Prüfung, die über die „Diener des Hauses“ kam. (b) Was war das Ergebnis?
20 Wie wir nun wissen, wurde diese Wächterklasse des „treuen und verständigen Sklaven“ gereinigt, damit sie in den stürmischen Jahren, die ihrer Wiederherstellung im Jahre 1919 folgten, einen noch umfassenderen Wächterdienst tun könnte. Vorher (im Frühjahr 1918) war Jehova zu seinem Tempel — zu den christlichen Dienern auf Erden — gekommen, um ihn zu inspizieren und zu reinigen. (Mal. 3:1-3) Den vielen Schlechten entzog er die Gemeinschaft, und sie wurden weggeschickt. Ein loyaler Überrest durfte die feurige Prüfung durchmachen, in der Jehova und sein Bote, Christus Jesus, dessen Glieder (1) durch organisatorische Vorkehrungen in bezug auf ihre Loyalität gegenüber Jehovas Organisation, statt gegenüber menschlichen Führern, prüften, (2) sie durch Dienstanweisungen und Bestimmungen hinsichtlich ihres Eifers und ihrer Ergebenheit an die Anbetung Jehovas und das Zeugniswerk prüften und (3) sie in bezug auf ihre Liebe zur geoffenbarten Wahrheit prüften. Was für eine Zeit feuriger Prüfung dies doch war! — Siehe Auch du kannst Harmagedon überleben und in Gottes neue Welt gelangen, S. 303 bis 305.
21 Ein treuer Überrest von einigen tausend „Dienern des Hauses“ der „treuen und verständigen Sklaven“-Klasse überlebte diese Zeit der Prüfung. Vom Frühjahr 1919 an begannen sie sich aus dem Staube der Untätigkeit zu ihrem neuen, erhabenen Dienst als Wächter für die Welt zu erheben. (Dan. 12:2; Off. 11:11, 12) Die Schrift beschreibt sie auch und sagt, daß sie mit den neuen, reinen Kleidern der Kenntlichmachung bekleidet seien, um Jehovas Interessen auf der Erde zu vertreten. — Sach. 3:4, 5; siehe auch das Buch Rüstung, S. 53 bis 56.
22, 23. Sollte Jehova mit einer Gruppe von Neulingen handeln wollen? Wer also erfüllt Matthäus 24:14?
22 Jetzt, da das lang ersehnte Königreich im Himmel eine feststehende Tatsache geworden war, sollten seine Interessen auf Erden, die sich nach dem Jahre 1919 mehrten, bestimmt nicht den Händen einer Organisation von Neulingen, von geistigen Kleinkindern, überlassen werden. Und das geschah auch nicht, sondern der 1900 Jahre alte „treue und verständige Sklave“, die alte Christenversammlung, wurde mit diesem kostbaren Königreichsdienste betraut. Reich an Loyalität und Lauterkeit, langmütig im geduldigen Erleiden von Verfolgung, stark in seinem althergebrachten Glauben an Jehovas kostbare Verheißungen, zuversichtlich über die Führung durch seinen unsichtbaren Herrn, Jesus Christus, gehorsam gegenüber seinem jahrhundertealten Auftrag, Zeuge auf der Erde zu sein, und schließlich gereinigt durch eine feurige Prüfung, die um das Jahr 1918 kam, war der reife „Sklave“, vertreten durch einen Überrest, nun zu neuen Dienstaufgaben bereit.
23 Von allen sogenannten christlichen Gruppen der Zeit nach dem ersten Weltkrieg waren nur die wachsamen Zeugen Jehovas bereit, den schweren Auftrag, auf der ganzen Erde das Endzeugnis zu geben, zu übernehmen. Jesus sagte treffend: „Wer bis zum Ende ausgeharrt hat, der wird errettet werden. Und diese gute Botschaft vom Königreich wird gepredigt werden auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das vollendete Ende kommen.“ — Matth. 24:13, 14, NW.
24. Was bedeuten die Worte in Matthäus 24:47?
24 Zu diesem 1900 Jahre alten, „treuen und verständigen Sklaven“ mit seinen Tausenden gereinigter „Diener des Hauses“ sagt Jesus als nächstes: „Wahrlich, ich sage euch [Mehrzahl, kollektiv]: Er wird ihn über all seinen Besitz einsetzen.“ (Matth. 24:47, NW) Dieser Besitz besteht aus den Interessen des Königreiches Christi auf Erden. Mit praktischer Weisheit anvertraut Jesus diese Königreichsinteressen seinem Veteran, der bewährten „Sklaven“-Klasse. So hat sich denn diese „Sklaven“-Klasse, die sich der Watch Tower Society bedient hat, in der einzigartigen Stellung der verantwortlichen Führerschaft hinsichtlich dieses Königreiches befunden, dessen Kommen sie zuvor, nämlich mehr als dreißig Jahre vor 1914, angekündigt hatte.
EINE ÜBERWÄLTIGENDE LEGITIMIERUNG
25. (a) In welchem Maße besitzt die „Sklaven“-Klasse Legitimationsausweise? (b) Erwähne einige dieser Legitimierungstexte.
25 Besitzt die „treue und verständige Sklaven“-Klasse noch weitere Legitimationsausweise? Jawohl, eine ganze Menge! Eine Teilliste zeigt, daß der christliche Überrest, wie er seit dem Jahre 1919 bis heute bestanden hat, in mehr als achtzig schriftgemäßen und prophetischen Bezeichnungen erwähnt oder durch sie dargestellt wird.a Durch mehr als achtzig Pinselstriche hat der Gott des Himmels durch den Finger der biblischen Prophezeiung ein lebendiges, genaues Bild seiner offiziellen Knechtklasse auf Erden gezeichnet. Die Erfüllung dieses Porträts mit all den im voraus von Gott verordneten Einzelheiten tritt nun auf der Weltbühne deutlich in Erscheinung, so daß alle sie sehen können. Die Legitimationsausweise sind ohne den geringsten Schatten eines Zweifels festgelegt. In der Tat, sie sind zahlreich und weisen alle auf die eine wachsame Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ hin, so daß es für den großen Verführer, für Satan, unmöglich ist, eine Scheinorganisation ins Dasein zu rufen, die allen diesen achtzig schriftgemäßen Aspekten entspricht.
26. Was zeigt die Schrift in bezug auf irgendwelche Menschen, die auf diese offensichtlichen Ausweise reagieren? Was zeigen die Tatsachen heute?
26 In Anbetracht dieser deutlichen Tatsachen zeigt die Bibel ferner, daß gerechtigkeitsliebende Menschen auf der ganzen Erde dazu gelangen würden, die führende Organisation zu erkennen, die diese überraschenden Merkmale aufweist, und daß sie ihr von Herzen folgen würden. „So spricht Jehova der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer [Menschen guten Willens der ganzen Erde] aus allerlei Sprachen der Nationen ergreifen, ja, ergreifen werden sie den Rockzipfel eines jüdischen Mannes [Einzahl, der ‚treue und verständige Sklave‘] und sagen: Wir wollen mit euch [Mehrzahl] gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch [Mehrzahl] ist.“ (Sach. 8:23) Bis zu diesem Jahr, 1960, haben sich mehr als 850 000 Personen als predigende Diener Gottes unter der Führung der Klasse des „Sklaven“ zur Tätigkeit miteinander verbunden.b
27. Was für eine Führung ist heute für wahre Anbeter vorhanden?
27 Regelmäßig und schrittweise fortschreitend, empfängt eine große Menge Menschen ihre geistige Speise durch die Spalten des einundachtzig Jahre alten Mittels, das in den Händen der „Sklaven“-Klasse liegt, durch den Wachtturm, die religiöse Zeitschrift mit der größten Umlaufszahl in der Welt. Bestimmt haben Jehova und Jesus Christus keine nur dem Augenblick dienende, voreilige Art der Führung für die große Menge wahrer Anbeter vorgesehen. Ja ohne Zweifel steht der alte, aber hellwache, „treue und verständige Sklave“ heute als ein Wunder-Wächter vor den Völkern der Nationen da. Wie schon sein Herr, Jesus Christus, im ersten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung zum Fall und Aufstehen vieler in Israel gesetzt war, so steht heute die gesalbte Zeugenschar vor der ganzen Welt als Führer da, um eine Minderheit aus den Menschen dem Leben entgegenzuführen, erweist sich aber für alle übrigen als ein Anlaß zum Straucheln, was zu deren Vernichtung in Harmagedon führt. — Luk. 2:34.
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Mit dem „treuen und verständigen Sklaven“ wach bleibenDer Wachtturm 1960 | 15. September
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Mit dem „treuen und verständigen Sklaven“ wach bleiben
1. (a) Wie ist der „treue und verständige Sklave“ ausgerüstet, um Gottes Willen zu erfüllen? (b) Von welchem Interesse ist dies für Neue?
ES IST bereits untersucht worden, in welcher Verbindung die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ mit der Bibel steht. Auch haben wir eine große Liste schriftgemäßer Ausweise zu ihrer Legitimierung betrachtet. Dabei hat sich herausgestellt, daß diese Klasse aus den gesalbten Zeugen Jehovas besteht, die heute in allen Teilen der Erde durch ihren nun sechsundsiebzig Jahre alten, gesetzlichen „Knecht“, die Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania, wirkt. Diese Klasse des „Sklaven“ hat eine leitende Körperschaft, die Ratschläge und Richtlinien ausgibt, wie diese durch Elihu veranschaulicht wurden, als er einst Hiob Ratschläge erteilte. (Hiob 32:1-6) Seit 1919 wird die Neue-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas theokratisch geleitet, statt daß sie sich weiterhin der demokratischen Einrichtungen der unkrautgleichen Christenheit bedient. (Matth. 13:25, 38, 39) Die früher angewandte demokratische Methode entsprach auf jeder Stufe der Organisation dem Willen des Volkes, der von unten nach oben zur Geltung gebracht wurde. Die theokratische Methode jedoch gibt die Sicherheit, daß der Wille Jehovas auf jeder Organisationsstufe von oben nach unten durchgeführt wird. Da das Königreich des Himmels im Jahre 1914 aufgerichtet worden ist, war die Zeit gekommen, in allen Angelegenheiten auf Erden Gottes Willen voranzustellen. Das geschah als Antwort auf das Gebet im Vaterunser: „Dein [Gottes] Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:10, NW) Die Zeit war gekommen, da Scharen anderer Menschen, außer den „Dienern des Hauses“ von der „gesalbten Sklaven“-Klasse, etwas von Gottes Willen erfuhren, um ihn zu tun. Solche Neuen müssen mit dem „treuen und verständigen Sklaven“ wach bleiben, um Gottes Willen zu tun und sich so als tauglich zu erweisen, das Ende dieser alten Welt zu überleben und in einem auf Erden wiederhergestellten Paradies weiterzuleben.
2. Welchen Beweis haben wir dafür, auf welche Weise Gottes Wille heute bekanntgegeben wird?
2 Wie sollte Gottes Wille den vielen würdigen Menschen, die Jehova gegenüber guten Willens sind, bekanntgegeben werden? Wieder mußten die Glieder des wachsamen Welt-Wächters, der „Sklaven“-Klasse, nach ihrer Wiederherstellung als Zeugen nach dem Jahre 1919 einen Erziehungsfeldzug in der ganzen Welt unternehmen. Ein solch weltweites Werk ist nun seit mehr als vierzig Jahren im Gange gewesen und erreicht seinen fruchtbaren Höhepunkt. Die Tatsachen zeigen, daß während dieser Zeit und bis zur gegenwärtigen Stunde die „Sklaven“-Klasse als Gottes einziger kollektiver Kanal gedient hat, um den Menschen auf Erden beständig biblische Wahrheit zu übermitteln. Gleichwie die erste Christenversammlung kollektiv als Mitteilungskanal zwischen Himmel und Erde diente, so ist es auch in unserer Zeit. (Eph. 3:10) Geistige Speise in Fülle und überraschende eingehende Belehrungen über das Tun des Willens Gottes sind durch diesen einzigartigen Kanal geflossen, was in der Tat ein wunderbares Merkmal der Wirksamkeit des heiligen Geistes gewesen ist. Der gegenwärtige Stand der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas, die in 175 Ländern nahezu eine Million Prediger zählen, ist ein beredtes Zeugnis dafür, daß dies nicht das Werk menschlichen Scharfsinns ist. Vielmehr ist es das Werk des heiligen Geistes, der auf theokratische Weise durch einen geprüften Kanal wirkt und auf das Leben Gott hingegebener Männer und Frauen aller Lebensschichten seinen Einfluß ausübt. — Sach. 4:6.
3. Was ist in Offenbarung 22:1, 2 unter der „Straße“, dem „Strom von Wasser des Lebens“, den „Bäumen des Lebens“ und ihren „Früchten“ zu verstehen?
3 Die Bibel beschreibt diesen Kanal als die „Straße“ des Neuen Jerusalem. Inmitten dieser „Straße“ ergießt sich ein „Strom von Wasser des Lebens“, eine Flut von Publikationen, kristallklare Wahrheit, die allen, die sich an diesem erfrischenden Trunk laben, lebenbringende Segnungen bringt. Wo erwähnt die Bibel dies? „Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, klar wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes her in der Mitte ihrer [des Neuen Jerusalem] Straße hinabfloß. Und diesseits und jenseits des Stromes standen Bäume des Lebens, die zwölf Ernten gaben, indem sie jeden Monat Früchte hervorbrachten. Und die Blätter der Bäume dienten zur Heilung der Nationen. Und der Geist und die Braut sagen unablässig: ‚Komm!‘ Und jeder, der (es) hört, sage: ‚Komm!‘ Und jeder, den dürstet, der komme; jeder, der es wünscht, empfange Wasser des Lebens umsonst.“ (Off. 22:1, 2, 17, NW) Somit hat die Klasse des „verständigen Sklaven“ als Organisation seit 1919 einen stets zunehmenden Strom von Millionen biblischer Publikationen durchgeschleust, die das „Wasser des Lebens“ enthalten und in denen Jehovas Wille als von Gottes Thron im Himmel ausgehend beschrieben wird. Man beachte, daß „Bäume des Lebens“ auf jeder Seite dieses „Stromes des Lebens“, stehen. Das sind die „Diener des Hauses“, die einzelnen Glieder des gesalbten Überrests, die zuerst von diesen Wassern der Wahrheit schöpfen. So mit Wahrheit erfüllt, bringen die einzelnen Gesalbten Königreichsfrüchte und zu allen Zeiten unaufhörlich die Früchte des Geistes hervor, um die vielen von den „Nationen“ mit ihnen Verbundenen geistig zu speisen und ihnen Hilfe zu bieten. — Gal. 5:22-24.
4. Erkläre, wer die „Blätter“ und die „Nationen“ sind, ferner, was die „Braut“ und der Ausspruch „Komm!“ bedeuten.
4 Von den einzelnen gesalbten Überrestgliedern wird auch als von den „Bäumen“ gesprochen, die „Blätter zur Heilung der Nationen“ hervorbringen. Was sind diese Blätter? Sie scheinen die organisatorischen Vorkehrungen zu sein, die durch den gesalbten Überrest getroffen werden, um bei den Menschen guten Willens eine geistige Heilung herbeizuführen. Als Einzelpersonen werden die Gesalbten dazu gebraucht, in den Druckereien der Gesellschaft Bücher und Zeitschriften zu verfassen und zu veröffentlichen, und werden auch als öffentliche Redner ausgesandt. Einige reisen als Zweig-, Kreis- oder Bezirksdiener, andere leisten weiterhin Dienst als treue Versammlungsaufseher und Studienleiter. Fast alle diese mehr als vierzehntausend Glieder des Überrests, die immer noch als solche gemeldet werden, nehmen am Felddienste teil, schulen regelmäßig Neue im Haus-zu-Haus- und Bibelstudien-Dienst heran. Sie bestreben sich, den Menschen guten Willens ein gewissenhaftes Beispiel dessen zu geben, was Gottes hingegebene Diener sein sollten. Obwohl sie an Jahren älter und, was ihre körperliche Kraft betrifft, schwächer werden, widerstehen sie der Neigung, sich zurückzuziehen, um andere, nämlich die Menschen guten Willens, die harte Arbeit im Dienstwerk tun zu lassen. Wenn sie sich in den Ruhestand begäben, könnte es sein, daß sie nur nach körperlichem Wohlbefinden trachteten, was zu einer materialistischen Gesinnung führt. Diese treuen, geistgezeugten, gesalbten Söhne Gottes werden bis zu ihrem Todestag ihre „Blätter“ der dienstlichen Mitarbeit darreichen, um den Gliedern der „großen Menge“ zur Heilung zu verhelfen. Ja diese „Bäume“ werden als die Gesalbten bestätigt, denn später, in derselben Prophezeiung, werden sie als Glieder der „Braut“-Klasse bezeichnet, als solche, die dazu bestimmt sind, zu den 144 000 Gliedern der Braut Christi im Himmel zu gehören. (Eph. 5:23) So kommt es, daß sie als die „Braut“ alle Menschen guten Willens fortgesetzt einladen: „Komm!“, damit diese von den ‚Wassern des Lebens‘ nehmen, die durch die Watch Tower Society oder Wachtturm-Gesellschaft der „Sklaven“-Klasse durchgeschleust werden. Sind solche dann geistig erfrischt und geheilt, dann schließen auch sie sich dem Überrest an und sagen zu anderen: „Komm!“ Unter Gottes Leitung wird daher das geistige Erziehungsprogramm gleich einer Lawine in immer größerem Ausmaß durchgeführt. — Jes. 11:9.
EIN MODERNES WUNDER
5, 6. (a) Beschreibe, wer durch die von 1919 bis 1931 daherflutende Wahrheit berührt wurde. (b) Was für ein Wunder stand einigen in Aussicht?
5 Von 1919 bis 1931 berührte der Strom des Wassers der Wahrheit größtenteils nur die Glieder des gesalbten Überrests. Weitere Glieder der Klasse der Gesalbten wurden dazu berufen, die offenen Plätze derer einzunehmen, die in den Jahren 1917 und 1918 entlassen worden waren. Auch sie wurden geistig erfrischt und für das vor ihnen liegende größere Werk gestärkt. Ganz besonders dadurch, daß sie Jehovas Gerichte treu kundtaten, bereiteten sie das Feld, die Welt, für eine riesige Ernte-Einsammlung vor. Somit befanden sich — außer dem wachsamen Überrest der „Sklaven“-Klasse — alle übrigen Menschen bis 1931 in geistigem Schlafe. Alle gingen ihrem Verhängnis, der Vernichtung in Harmagedon, entgegen. Um das Jahr 1931 lag die katholische, protestantische und jüdische Geistlichkeit schnarchend in noch tieferem geistigen Schlafe, als dies vor dem Jahre 1914 der Fall gewesen war. Kein wachsamer Wächter befand sich unter ihnen.
6 In Hesekiel, Kapitel 47, wird prophetisch auf ein modernes Wunder hingewiesen. Gemäß Jehovas liebender Vorkenntnis lenkte er die irdischen Angelegenheiten so, daß eine „große Volksmenge“ eine geistige Auferweckung erfuhr. (Off. 7:9; Kol. 2:13) Es war Gottes Wille, daß der Überrest auf Erden nach der himmlischen Auferstehung der Gesalbten, die vor jener Zeit gestorben waren, aufwachen sollte. (Off. 11:18) Scharen von Menschen befanden sich aber noch in den Banden todesähnlicher Verhältnisse, in Satans vergehender alter Welt, und taten nichts, um aus ihrer mißlichen Lage herauszukommen. Aber durch das moderne Wunder, das nach 1931 in Erscheinung zu treten begann, öffnete Jehova ihre Augen allmählich so, daß sie den Tatbestand der Dinge erkannten, daß nämlich Gott und Christus die Christenheit als zu leicht erfunden haben, was dazu führt, daß sie verworfen wird, da sie der geistigen Hurerei mit dieser Welt als schuldig befunden worden ist. (Jak. 4:4) Solche Personen ließen es geschehen, daß ihre Blicke so gelenkt wurden, daß sie anfingen, den wachsamen „treuen und verständigen Sklaven“-Überrest sowie die Bedeutung seines Predigtwerkes zu erkennen. Und was sind die Einzelheiten dieses modernen Wunders?
7. Was zeigt Hesekiel 47:1-12, wenn auf die heutige Zeit angewandt?
7 Stellen wir unser Auge nun, gleichsam durch Fernsehen, auf die biblische Prophezeiung in Kapitel 47 des Buches Hesekiel ein, um die Fernsehvorstellung der Dinge zu sehen, die in der neuzeitlichen Erfüllung eintreten. Dann beginnen wir eine umfassendere Vision der Dinge zu erhalten, die wir soeben aus Offenbarung, Kapitel 22, betrachtet haben. Wieder sehen wir einen „Fluß“ mit Wassern der Wahrheit, der aus Jehovas geistigem Tempel auf die Erde geleitet wird. Die Wasser beginnen durch den Kanal der „Sklaven“-Klasse, seit deren Wiederherstellung im Jahre 1919, zu fließen. Man beachte, daß der hier erwähnte „Fluß“ ostwärts fließt, in Richtung größeren Lichtes, was offenbar bedeutet, daß die Publikationen der Gesellschaft, die die Wahrheit enthalten, im Lichte der Wahrheit nach 1919 mit vorrückenden Jahren Fortschritte aufweisen würden. Hesekiel gibt über die zunehmende Tiefe dieses Flusses von Zeit zu Zeit einen Überblick, das heißt, stets nach tausend Ellen, und zeigt, daß er zuerst knöcheltief war, dann knietief, dann hüftentief und schließlich so tief, daß man, um ihn zu durchqueren, schwimmen mußte. — Hes. 47:1-5.
8. Was zeigt ein Überblick über die verschiedenen Stadien des Stromes heute?
8 Wenn wir in diesen letzten Tagen der Erfüllung alle drei Jahre einen Überblick vornehmen, so stellen wir periodisch eine ständige Zunahme der geistigen Tiefe und Klarheit der von der Watch Tower Society herausgegebenen „Wasser“ fest. Das ‚Geriesel‘, das im Jahre 1919 herauskam, war bis 1922 sozusagen „knöcheltief“. Darauf erreichte man bis zum Jahre 1925 eine größere Tiefe, was die geistige Sicht betraf, wonach bis zum Jahre 1928 eine große Flut neuen Lichtes folgte, gekrönt im Jahre 1931 durch einen überwältigenden Strom biblischen Lichts.a Alle, die seit dem Jahre 1931 mit der Watch Tower Society oder Wachtturm-Gesellschaft verbunden gewesen sind, können vollauf bezeugen, daß seither die Wasser der Wahrheit durch die Zeitschrift Der Wachtturm und andere Watch-Tower-Schriften in solcher Menge und so rasch herausgegeben worden sind, daß man, bildlich gesprochen, „schwimmen“ mußte, um ihnen nachzukommen. Ferner fanden die nazi-faschistischen Mächte und die Katholische Aktion von 1931 bis 1945, daß sie diesen starken Strom des „Flusses“ der Wahrheit nicht eindämmen konnten. Ja Jehovas Zeugen waren durch die Wasser der Wahrheit derart gestärkt worden, daß man ihrer Veröffentlichung der Wahrheit weder Einhalt tun, noch sie selbst durch Verfolgungen zu überwinden vermochte. — Off. 12:15, 16.
9, 10. (a) Lies und erkläre Hesekiel 47:7, 12. (b) Was stellt das Tote Meer dar?
9 Als nächstes sehen wir „Bäume“ auf beiden Seiten dieses dahinströmenden „Flusses“ stehen. Diese „Bäume“ tragen jeden Monat neue Frucht, und ihre Blätter dienen zur Heilung. Das ist in Übereinstimmung mit der Szene aus der Offenbarung, die wir schon betrachtet haben, und bezieht sich auf die einzelnen Überrestglieder, die — Bäumen gleich — in Verbindung mit der Kanalorganisation treu Predigtdienst leisten, um den Nationen geistige Heilung zu bringen. (Hes. 47:7, 12) Doch wie wird das moderne Wunder gewirkt?
10 Wohin lenkt denn Gottes Wille den mächtigen Strom dieser reinigenden Wasser der Königreichswahrheit mit ihren lebengebenden Segnungen? Auf dem „Fernsehschirm“ der biblischen Prophezeiung sehen wir, daß Jehova Gott diesen Fluß gegen Osten hin (von dem Standpunkt aus betrachtet, wo in alter Zeit Jerusalems Tempelgebiet war), also direkt in das Tote Meer leitet. Nie haben Fische in dem buchstäblichen Toten Meer gelebt; doch beachte man nun, was mit diesem gegenbildlichen Toten Meer geschieht! Das Tote Meer stellt hier treffend die todesgleichen Verhältnisse dar, durch die große Menschenmengen daran gehindert worden sind, in dieser Zeit des Endes das geistige Tageslicht zu sehen. Satan hat sie als Gefangene festgehalten. Er hält sie durch falsche Religion in großer geistiger Finsternis. Der Teufel hat sie in Materialismus verstrickt. Er betört sie durch Propaganda und hält sie mit den knechtischen Arbeiten eines Hetzjagd-Daseins beschäftigt. Auf diese Weise wurde die ganze Menschheit, mit Ausnahme der wachsamen „treuen und verständigen Sklaven“-Klasse, bis zum Jahre 1931 in einem todesartigen geistigen Schlafzustand gehalten.b
11. Beschreibe die Heilung, welche die Wasser des „Flusses“ bringen.
11 Durch ein Wunder nach dem anderen lenkt Jehova nun diesen Fluß der Wasser der Wahrheit auf eine Weise, daß die „große Menge“ Menschen guten Willens aus dieser Gefangenschaft, die dem Dasein in einem toten Meere gleicht, befreit wird. Von 1931 an begann Der Wachtturm allmählich seinen Ruf, der einem Posaunenstoß glich, zu ändern, indem er ihn an jene ergehen ließ, die nicht zur Gruppe der Gesalbten gehören. Im Laufe der Jahre ist die Erfüllung einer Prophezeiung nach der anderen in der Zahl von über zweiundvierzig erklärt worden, die alle bestätigen, daß Jehova einer großen Volksmenge die Tür aufgetan hat, damit sie sich unter diese völlig gereinigte und zubereitete Neue-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas mische.c Die Wasser der Wahrheit brachten Heilung, indem die Verhältnisse sowohl auf der Weltbühne wie im Leben des einzelnen durch Jehovas Manövrierung geändert wurden. Religiöse Fesseln wurden gelöst. Das Licht bezüglich der Weltwehen befreite jene, die über die Königreichswahrheiten nachdachten, von traditioneller Gebundenheit. Die Verhältnisse veränderten sich so, daß man darunter leben konnte. Daher wurden, wie Hesekiel es anzeigt, „Fische“ in großer Zahl lebendig. In den fast dreißig Jahren von der Zeit an, da dieses Wunder der Neuzeit gewirkt zu werden begann, sind nun über 850 000 dieser „Fische“ zum Leben gekommen und wirken mit der Klasse des „Sklaven“ zusammen. Sie sind einem leblosen Element entronnen, einer alten Welt, die tot ist in ihren Sünden, sind aus der Gefahrenzone der Vernichtung von Harmagedon herausgetreten und leben nun für Gott. — Hes. 47:8, 9.
12. Welche Einrichtung ist in Funktion, um die wachgerufenen „Fische“ am Leben zu erhalten?
12 Läßt Jehova heute diese „Fische“, nachdem sie durch ein Wunder seiner Hand zum Leben gekommen sind, selbst mühevoll nach Nahrung suchen? Nein. Unser „Fernsehschirm“ zeigt uns als nächstes, daß Jehova eine „Fischerei“-Organisation errichtet, um Speise auszuteilen. Das ist direkt das Gegenteil dessen, was im allgemeinen der Fall ist; denn sonst werden die Fische gefangen, um dem Menschen als Speise zu dienen. Aber in dieser Prophezeiung werden die Fische herausgefischt, um ernährt zu werden, damit sie am Leben bleiben. „Und es wird geschehen, daß Fischer an demselben [Toten Meer] stehen werden: von En-Gedi bis En-Eglaim werden Plätze sein zur Ausbreitung der Netze … seine Fische [werden] sehr zahlreich sein.“ (Hes. 47:10) Das erinnert uns sogleich an das, was Jesus einst zu seinen Jüngern sagte: „Folgt mir, und ich will euch zu Menschenfischern machen.“ (Matth. 4:19, NW) In der Tat veranschaulichen die Fischer mit ihren Netzen heute treffend den gesalbten Überrest mit seiner netzgleichen Organisation, die im Grunde genommen immer noch mit demselben geistigen „Fischen“ beschäftigt ist wie ihre apostolischen Vorläufer. Auf diese organisierte Weise werden Rettungsaktionen in allen Teilen der Erde durchgeführt. Vor dem Jahre 1931 wurden nur die Glieder der himmlischen „kleinen Herde“ bedient, aber jetzt, seit dem Jahre 1931, werden Rettungsoperationen weltweiten Umfanges vorgenommen, um Hunderttausende zu retten. Diese lebendig gemachten „Fische“ sind dieselben wie die „anderen Schafe“ Christi Jesu. (Joh. 10:16) Diese „anderen Schafe“ sind abhängig von den „Früchten“ und „Blättern“ der einzelnen Überrestglieder, die Bäumen gleichen, werden aber reichlich genährt, um durch den Sturm von Harmagedon hindurch am Leben bewahrt zu werden und danach weiterzuleben.
WACH BLEIBEN
13. Beschreibe eine Art, wie man mit der Klasse des „Sklaven“ wach bleiben kann.
13 Als nächstes kann die Frage gestellt werden: ‚Wie kann man mit dieser schnell vorrückenden Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ wach bleiben?‘ Die Glieder dieser gesalbten Gruppe sind an Reife, biblischer Erkenntnis, theokratischer Erfahrung und einer Vision des Vorhabens und Willens Jehovas anderen um Jahre voraus. Damit man wach und auf der Höhe bleibe, kann man verschiedene Dinge tun. Erstens einmal sollte man mit der „Speise zur rechten Zeit“ Schritt halten, die durch Gottes bewährten Kanal geliefert und von der Watch Tower Society herausgegeben wird. Man darf es sich nicht leisten, auch nur ein geistiges Mahl zu verpassen. Außer dem privaten Studium ist es unbedingt notwendig, jede Woche die Versammlungsstudien zu besuchen. Wer Studienversammlungen versäumt, magert geistig ab und wird geistig unterernährt und schwach. Wenn eine solch nachlässige Ernährung andauert, wird der Betreffende nicht stark genug sein, um mit dem schnellen Vormarsch der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten. Der Überrest der führenden Gesalbten hat nur eines vor Augen, den Preis des ewigen Lebens, den man dadurch erhält, daß man den Willen Jehovas zur Rechtfertigung seiner Souveränität tut. Gehörst du zu den „anderen Schafen“, und bist du stark genug, um in diesem entschlossenen Vorstoß zum Sieg ein Reisegefährte des Überrests zu sein? Dann ernähre dich eifrig, als ob es um dein Leben ginge. Es geht nämlich darum!
14, 15. Erkläre zwei weitere Arten, wie man wach bleiben kann.
14 Etwas Weiteres ist die Anwendung theokratischer Methoden, Verfahrensweisen und Richtlinien. Es steht in der Offenbarung geschrieben: „Groß und wunderbar sind deine Werke, Jehova Gott, Allmächtiger. Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Ewigkeit.“ (Off. 15:3, NW) Wir werden uns nicht mehr von demokratischen Methoden und Verfahrensweisen beherrschen lassen. Solche verleihen dem Willen gewisser Menschen Nachdruck. Sind wir erst einmal in die Neue-Welt-Gesellschaft eingeführt worden, so wollen wir entschieden Gottes Willen tun. Die Erklärung des göttlichen Willens kommt uns nur auf theokratischem Wege zu, also durch die von Gott verordnete Führung, den „treuen und verständigen Sklaven“.
15 Drittens können wir dadurch wach bleiben, daß wir an dem uns zugewiesenen Platz in der Organisation bleiben. Die Glieder der „großen Volksmenge“ sollen keine der Dienstzuteilungen, die durch den „treuen und verständigen Sklaven“ gemacht werden, anzweifeln oder zu korrigieren suchen. Auch sollten sie nicht versuchen, die Arbeit zu tun, die einem anderen zugeteilt ist. Paulus schreibt: „Denn ebenso wie wir am Leibe viele Glieder haben, die Glieder aber nicht alle dieselbe Aufgabe haben …“ (Röm. 12:4, NW) So möge denn jeder den ihm selbst zugeteilten Dienst verrichten. Ist jemandes Platz der eines Versammlungsverkündigers, dann verrichte er den Predigtdienst fleißig, auf wirksame Weise und in Übereinstimmung mit den Anweisungen der Gesellschaft. Ist jemand ein Diener in einer Versammlung, dann hat er die Pflicht, seine Aufgabe richtig zu erfüllen. Sollte er versagen, so werden die Engel, die unsichtbar die Aufsicht führen, dafür sorgen, daß schließlich Änderungen vorgenommen werden. Jesus sagte: „Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Dinge heraussammeln, die (jemanden) zum Straucheln bringen, und Personen, die gesetzlos handeln.“ — Matth. 13:41, NW.
16. Was für Mittel besitzen wir, und was können wir mit ihnen tun?
16 Ferner können wir dadurch wach bleiben, daß wir in Verbindung mit der Watch Tower Society oder Wachtturm-Gesellschaft Dienst tun und ihr finanzielle Beiträge leisten. Jehova hat durch dieses Werkzeug so viel für uns getan! Um unsere Liebe und Dankbarkeit zu bekunden, können wir zumindest unser Geld und unsere Zeit der Ausdehnung des weltweiten Predigtdienstes widmen. Der Überrest, der doch an Zahl klein war, steuerte vor dem Jahre 1931 Millionen von Dollar für das Werk der Gesellschaft bei. Bestimmt ist jetzt die „große Volksmenge“ willens, ihren Teil zu tun, um das Erziehungswerk der Gesellschaft heute zum wichtigsten Geschäft in der Welt zu machen. Laßt uns unsere Mittel, Zeit und Geld, freigebig spenden. Jehova segnete die Beiträge, die seine Gesalbten im Frühstadium des Werkes gaben, und so können wir dessen gewiß sein, daß die Beiträge, die die „anderen Schafe“ heute geben, zu noch größeren Segnungen für gerechte Menschen führen werden. — Jes. 60:5; 61:5, 6.
17, 18. (a) Warum sind Liebe und Loyalität zur Wachsamkeit nötig? (b) Wie zeigt sich aus Respekt und Gehorsam, daß jemand wach ist?
17 Wir können auch dadurch wach bleiben, daß wir allen unsere Liebe bekunden und loyal handeln. Jehovas Organisation im Himmel ist durch Liebe gekennzeichnet. Ebenso ist Liebe das hervorragende Merkmal der Neuen-Welt-Gesellschaft auf Erden. Das ist es, was sie von der alten Welt so auffallend unterscheidet. Das ist auch das große Merkmal des fortschrittlichen „treuen und verständigen Sklaven“. Der Apostel Paulus, ein frühes Glied dieser Sklavengruppe, schrieb: „Ich … ermahne euch daher, der Berufung würdig zu wandeln, mit der ihr berufen wurdet, mit völliger Niedriggesinntheit (Demut) und Milde, mit Langmut, einander in Liebe ertragend, euch ernstlich bemühend, die Einheit des Geistes im vereinigenden Bande des Friedens zu wahren.“ — Eph. 4:1-3, NW.
18 Schließlich können wir dadurch wachbleiben, daß wir respektvoll und gehorsam sind. Wir wissen, daß Jehova sich der Watch Tower Society des „treuen und verständigen Sklaven“ zur Leitung des Werkes heute auf Erden bedient. Sie verdient unseren Respekt und die vollste Unterstützung. Es steht geschrieben: „Gedenkt derer, die euch leiten, die das Wort Gottes zu euch geredet haben: und den Ausgang ihres Wandels betrachtend, ahmt ihren Glauben nach.“ (Heb. 13:7, NW) Bisweilen hört man von unreifen Personen abschätzige Bemerkungen, gedankenlose Reden oder direkte Kritik an der Tätigkeit der Gesellschaft. Das ist ein direkter Mangel an Respekt vor den Mitteln, die Jehova auf so bemerkenswerte Weise gebraucht, um seinen Willen in dieser Zeit vor Harmagedon auszuführen. Bestimmt verdient die Gesellschaft, die durch Gottes heiligen Geist geleitet wird, unseren tiefsten Respekt und unseren ganzherzigen Gehorsam.
19. Wie hat der „treue und verständige Sklave“ bewiesen, daß er seiner Zeit voraus ist?
19 Ja, der „treue und verständige Sklave“ war wach in bezug auf das Kommen des Jahres 1914. Im Jahre 1942 gab der „treue und verständige Sklave“ unter der Leitung des nicht irrenden Geistes Jehovas bekannt, daß die Demokratien den zweiten Weltkrieg gewinnen würden und daß eine Organisation der Vereinten Nationen entstehen werde.d Das, was durch Wachsamkeit in bezug auf Ereignisse gesagt worden war, ereignete sich tatsächlich drei Jahre später. Anläßlich des Internationalen Kongresses „Göttlicher Wille“, der im Jahre 1958 stattfand, wurde in Verbindung mit der Prophezeiung Daniels im voraus überraschender Aufschluß über Ereignisse gegeben, die in der unmittelbaren Zukunft eintreten würden. Der Beweis für diese geistige Vorschau ist für uns in dem Buche „Dein Wille geschehe auf Erden“ enthalten. Wieder einmal ist dem „treuen und verständigen Sklaven“ als Wegleitung für alle, die Gott lieben, vor der Zeit ein Wink gegeben worden. Bestimmt hängt jemandes Sicherheit davon ab, daß er mit dem „treuen und verständigen Sklaven“ wach bleibt.
20, 21. (a) Wie kann jemand heute ein begeisterndes, zweckvolles Leben führen? (b) Wie ist Matthäus 25:21 anzuwenden, und welche Ermutigung bringt dies?
20 Bleibe wach, um jetzt ein glückliches Leben mit einem begeisternden Zweck zu führen. Das Tun des Willens Gottes nimmt uns völlig in Anspruch, ist faszinierend und liefert den größten Ansporn. Laß dich nicht zu dem früheren „Toten-Meer“-Zustand zurücktreiben. Werde kein toter, stinkender „Fisch“, sondern bleibe lebendig, geistig gesund, also ein gegenbildlicher Fisch, dem der ‚Wohlgeruch der Erkenntnis Christi‘ anhaftet, wie sich Paulus ausgedrückt hat. (2. Kor. 2:15, NW) Laßt jene, die es ablehnen, eurer Predigt zuzuhören, in der blinden Welt bleiben und dort der blinden Geistlichkeit folgen, deren Licht ausgegangen ist. Selbst die blinde Fledermaus hat ein größeres Wahrnehmungsvermögen als die geistig schläfrige Geistlichkeit. Ihr aber, die ihr zur „großen Volksmenge“ gehört, und alle anderen, die Licht zu erhalten wünschen, folgen der Klasse des wachsamen „treuen und verständigen Sklaven“, die ihre Lampe Tag und Nacht brennend erhält. Dein heutiges sowie dein künftiges Glück in der neuen Welt hängt davon ab, daß du mit dem Überrest zusammenarbeitest. Jesus sagte von seinen geistlichen Brüdern, dem Überrest: „In Wahrheit sage ich euch [der ‚großen Volksmenge‘]: Insoweit ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.“ — Matth. 25:40, NW.
21 So bleibe wach mit dem Überrest, der jetzt in eine Zeit der Freude und des Aufstiegs eingetreten ist. Jesus empfiehlt den „treuen und verständigen Sklaven“ wie folgt: „Wohlgetan, du guter und treuer Sklave! Du bist über wenigem treu gewesen. Ich will dich über vieles setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn.“ (Matth. 25:21, NW) Bleibe mit dem Überrest in seinem Königreichsdienst vereint. Habe mit ihm an seinen Königreichsfreuden teil, die große Kraft bringen. Bleibe unter Christi Leitung mit dem „treuen und verständigen Sklaven“ wach — es gereicht dir zum ewigen Leben!
[Fußnoten]
a Siehe das Kapitel „Bessere Einrichtungen hinsichtlich der Verkündigung der Freiheit für das Volk“ in dem Buche Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 112—119.
b Siehe Auch du kannst Harmagedon überleben und in Gottes neue Welt gelangen, S. 306 bis 310.
c Siehe Auch du kannst Harmagedon überleben und in Gottes neue Welt gelangen, S. 367, 368.
d Siehe die Broschüre Weltfriede — ist er von Bestand?, 1942, S. 21, 22.
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Die sogenannten Anachronismen der BibelDer Wachtturm 1960 | 15. September
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Die sogenannten Anachronismen der Bibel
EIN beliebtes Argument der Bibelkritiker ist, daß die Bibel wegen der Anachronismen, die sie enthalte, nicht Gottes inspiriertes Wort sein könne. Was ist ein Anachronismus? „Ein Verstoß oder Irrtum in bezug auf die Zeitordnung; ein Irrtum in der Chronologie, wodurch Begebenheiten in ein falsches Verhältnis zueinander gebracht werden.“ — Webster.
Zur Veranschaulichung diene folgendes Beispiel: Wir finden in keinem literarischen Werk, das vor dem Jahre 1939 geschrieben wurde, die Bezeichnung „erster Weltkrieg“ für den Krieg, der im Jahre 1914 begann, weil es bis dahin nur e i n e n Weltkrieg gegeben hatte. Jener Krieg war einfach als „der Weltkrieg“ bekannt. Wenn deshalb ein Werk, von dem behauptet wird, es sei von jemand geschrieben worden, der vor dem Jahre 1939 starb, den Ausdruck „erster Weltkrieg“ enthält, dann wird man diese Behauptung wegen des Anachronismus anzweifeln.
Es wäre jedoch möglich, daß viele Jahre später in einer Abschrift dieses Werkes ein Hinweis auf den „ersten Weltkrieg“ erscheinen würde. Es könnte zum Beispiel sein, daß das Werk mehrmals abgeschrieben oder wieder gedruckt worden wäre und daß dabei der Ausdruck „der Weltkrieg“ auf „der erste Weltkrieg“ abgeändert worden wäre, sei es nun aus Unachtsamkeit oder absichtlich, um jede Zweideutigkeit zu vermeiden. Die Tatsache, daß ein solcher Anachronismus in einer Abschrift dieses Werkes erscheint, die Jahre nach der Originalabfassung gemacht wurde, wäre an sich noch kein Beweis dafür, daß der Aufsatz ursprünglich nicht von jemandem verfaßt wurde, der vor dem Jahre 1939 gestorben war.
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