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Das alte Korinth — wohlhabend und zügellosDer Wachtturm 1959 | 15. August
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wurde es durch ein Erdbeben völlig zerstört. Das heutige Korinth liegt etwa 9 Kilometer von der Stätte entfernt, wo es sich ursprünglich befand, und zählt ungefähr 18 000 Einwohner. Es ist wie die beiden ehemaligen gleichnamigen Städte ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Es befinden sich dort zwei blühende Versammlungen der Zeugen Jehovas. Nebenbei bemerkt, liegt an der ursprünglichen Stelle Alt-Korinth, eine Stadt von ungefähr 1000 Einwohnern.
Diese Tatsachen werfen Licht auf die zwei Briefe, die Paulus an die von ihm gegründete Versammlung Korinth schrieb. Sie lassen erkennen, warum er sich — besonders vom fünften bis siebenten Kapitel seines ersten Briefes — in so strengen Worten über den rechten Wandel und die reine Anbetung äußerte. Ja, Paulus erwähnte die Hurerei in diesen beiden Briefen öfters als in seinen anderen zwölf Briefen. Sie lassen auch erkennen, warum er den Korinthern den Rat gab, daß es besser sei zu heiraten, als sich durch Leidenschaft ablenken zu lassen.
Angesichts des in Korinth herrschenden Wohlstandes können wir gut verstehen, weshalb Paulus die Brüder dort rügte, weil sie es an Gastfreundschaft mangeln ließen, so daß er betonte, daß jeder nach dem, was er hat, geben sollte, und sie daran erinnerte, daß, ‚wer sparsam sät, auch sparsam ernten wird‘. Obwohl die Ermahnungen des Paulus in bezug auf Freigebigkeit und einen reinen Lebenswandel für alle passend und zeitgemäß sind, sollten sie sich doch besonders jene zu Herzen nehmen, die in Gebieten leben, wo Wohlstand und Zügellosigkeit ebenso blühen wie im alten Korinth. — 2. Kor. 9:6.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1959 | 15. August
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Fragen von Lesern
● Warum wird in Sprüche 8:24, 25 (NW) gesagt, die Weisheit sei „wie durch Geburtswehen hervorgebracht“ worden? — B. G., Vereinigte Staaten.
Die Weisheit wird hier als „wie durch Geburtswehen hervorgebracht“ bezeichnet, weil im hebräischen Text hier ein Wort gebraucht wird, das auf Frauen angewandt wurde, die im Begriff waren zu gebären. Dieses hebräische Wort legt besonders Nachdruck auf die Schmerzen, indem es darauf hindeutet, wie eine Frau sich windet und unter Aufwendung aller Kraft ein Kind hervorbringt. Die Neue-Welt-Übersetzung (engl.) zeigt also, daß die personifizierte Weisheit oder der einziggezeugte Sohn Gottes wie durch eine Geburt hervorgebracht wurde, so wie wenn eine Frau ein Kind gebiert. (1. Kor. 1:30; Kol. 1:13-15) Eine Frau, die ein Kind geboren hat, sollte wegen der Arbeit, die sie bei der Geburt zu leisten hat, geachtet werden. Sie hat allen Grund, sich nachher zu freuen, wie Jesus sagte. (Joh. 16:21) Indem im Hebräischen in Verbindung mit dem Hervorbringen der personifizierten Weisheit dieses Wort gebraucht wurde, wird gezeigt, daß Gott alle Ehre für das Hervorbringen seines einziggezeugten Sohnes gebührt und daß er auf seine erste Schöpfung oder sein erstes Werk große Sorgfalt verwandte. Wir sollten daher der personifizierten Weisheit als dem Sohn Gottes, dem „Anfang seines Weges“, die gebührende Achtung entgegenbringen.
● Was bedeuten die Worte in Jakobus 3:1 (NW), wo es heißt: „Es sollten nicht viele von euch Lehrer werden, meine Brüder, da ihr wißt, daß wir ein schwereres Gericht empfangen werden“? — M. W., Vereinigte Staaten.
Das Wort „Lehrer“ wird in verschiedenem Sinne gebraucht. Jehova ist der große Lehrer seines Volkes, und in Jesaja 54:13 heißt es: „Alle deine Kinder werden von Jehova gelehrt, und der Friede deiner Kinder wird groß sein.“ Jehovas Stellung ist ohnegleichen; er ist der Quell aller Wahrheit. Er hat seinen Sohn Christus Jesus als Unterweiser herangezogen, und Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ihr nennt mich ‚Lehrer‘ und ‚Meister‘, und ihr sagt [es] mit Recht, denn ich bin es“. (Joh. 13:13, NW) Aber sonst ist niemand ermächtigt, die Rolle eines Lehrers zu übernehmen und zu behaupten, in dieser Hinsicht sein Nachfolger zu sein, denn er sagte: „Ihr aber, laßt euch nicht ‚Rabbi‘ nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid.“ — Matth. 23:8, NW.
Es gibt jedoch in der sichtbaren Organisation Personen, die in offizieller Eigenschaft als Lehrer wirken. Der Meister hat den „treuen und verständigen Sklaven“ beauftragt, dafür zu sorgen, daß seinen Dienern die geistige „Speise zur rechten Zeit“ ausgeteilt wird. (Matth. 24:45-47, NW) Personen, die mit dieser Klasse des Sklaven in einer solchen Eigenschaft verbunden sind, tragen vor Jehova Gott eine schwere Last der Verantwortung. Sie müssen gebetsvoll darüber wachen, daß sie sich genau an das inspirierte Wort Gottes halten, und dürfen ‚als Lehren keine Menschengebote lehren‘. (Matth. 15:9, NW) Sie müssen sich davor hüten, ihr Amt zu mißbrauchen und ‚um unredlichen Gewinnes willen Dinge zu lehren, die sie nicht lehren sollen.‘ (Titus 1:11, NW) Sie müssen auch darauf achten, daß sie ihrer Verantwortung in Übereinstimmung mit den gerechten Anforderungen des Wortes Gottes, das sie lehren, nachkommen, wie es in Römer 2:21-23 betont wird.
Gerade wegen der schweren Verantwortung, die auf solchen Lehrern ruht, gibt Jakobus den Rat: „Es sollten nicht viele von euch Lehrer werden, meine Brüder, da ihr wißt, daß wir ein schwereres Gericht empfangen werden.“ (Jak. 3:1, NW) Das bedeutet nicht, daß jemand, dem eine solch theokratische Aufgabe übertragen wird, diese ablehnen sollte. Er sollte vielmehr zeigen, daß er die theokratische Anordnung von Epheser 4:11 richtig erkannt hat: „Er gab einige als Apostel, einige als Propheten, einige als Missionare, einige als Hirten und Lehrer, im Hinblick auf die Schulung der Heiligen für das Dienstwerk, für den Aufbau des Leibes des Christus.“ Er wird deshalb seiner Aufgabe demütig nachkommen, indem er zu Jehova aufschaut, um von ihm geleitet zu werden. Aber in Übereinstimmung mit dem diesbezüglichen Rat der Heiligen Schrift sollte niemand übereifrig danach streben oder versuchen, sich in eine solche verantwortungsvolle Stellung hineinzudrängen.
Obwohl kein Christ den Versuch machen wird, die Rolle, die Gott und Christus Jesus als Unterweiser spielen, zu übernehmen oder die Verantwortung des „treuen und verständigen Sklaven“ an sich reißen, so können wir das, was wir durch die theokratische Organisation lernen, trotzdem anderen übermitteln, können ihnen helfen, diese Dinge zu erkennen und zu verstehen, und in diesem Sinne sind wir Lehrer. Im Gedanken an diese Lehrtätigkeit gab Jesus seinen Jüngern das Gebot: „Gehet daher hin und macht zu Jüngern Menschen aus allen Nationen … indem ihr sie lehrt, alle Dinge zu beachten, die ich euch geboten habe.“ (Matth. 28:19, 20, NW) Und zu denen, die diesbezüglich zögerten, ihre Dienstvorrechte wahrzunehmen, sagte Paulus: „Obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemand, der euch die ersten Grundsätze der heiligen Aussprüche Gottes von Anfang an lehrt, und ihr seid solche geworden, die der Milch bedürfen, nicht fester Speise“. (Heb. 5:12, NW) Alle Glieder des Volkes Jehovas sollten sich bemühen, befähigte Lehrer zu werden, und zwar an dem richtigen Platze, den sie in der theokratischen Ordnung der Dinge einnehmen.
● Was ist unter der „Buchrolle des Lebens“ zu verstehen, die in Offenbarung 20:12, (NW) erwähnt wird? Wie wird jemandes Name in dieses Buch geschrieben und wann? — B. F., Vereinigte Staaten.
Die „Buchrolle des Lebens“ ist keine buchstäbliche Rolle, sondern eine symbolische. Es kann damit nicht speziell die Bibel gemeint sein, denn der Schrifttext weist nur auf e i n e Buchrolle oder e i n Buch des Lebens hin. Doch zur Zeit des Apostels Johannes, der die Offenbarung niederschrieb, waren bereits viele Bücher oder Schriftrollen vorhanden, deren Inhalt von Gott inspiriert worden waren und in denen die göttlichen Anforderungen, die jemand erfüllen muß, um Leben zu erlangen, aufgezeichnet waren. Diese Buchrollen waren damals noch nicht zu einer einzigen Buchrolle oder e i n e m Buch — der Bibel, wie wir sie heute haben — zusammengefaßt. Der Bericht spricht nicht von vielen Buchrollen des Lebens, sondern nur von einer. Die „Buchrolle des Lebens“ nimmt Bezug auf das Verzeichnis, das Jehova bezüglich derjenigen aufstellen wird, die seinen Anforderungen während des Millenniums nachkommen werden, um von ihm anerkannt zu werden und ewiges Leben auf Erden zu erlangen.
Diese göttlichen Anforderungen sind in den anderen „Buchrollen“ enthalten, die zuerst geöffnet wurden, denn „die Toten wurden auf Grund der Dinge [Anforderungen] gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben standen, gemäß ihren Taten“. (Off. 20:12, NW) Demnach werden die Namen am Ende des Tausendjahr-Gerichtstages in die „Buchrolle des Lebens“ geschrieben, wenn Jehova jene rechtfertigt, die seinen Anforderungen nachgekommen sind. — 1. Kor. 15:24-28; Röm. 8:33.
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Die Bibel bestätigtDer Wachtturm 1959 | 15. August
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Die Bibel bestätigt
„Es hieß immer, die Wissenschaft sei gegen die göttliche Offenbarung und widerspreche ihr. Aber die Entwicklung der Wissenschaft zeigt, daß, je größere Fortschritte sie macht und je genauere Forschungsergebnisse sie erzielt, desto deutlicher ersichtlich wird, daß sie mit der göttlichen Offenbarung nicht nur übereinstimmt, sondern daß sie sie in jeder Hinsicht bestätigt. Gerade jene Wissenschaftler, die an der Religion Kritik übten, haben durch die Fortschritte, die sie erzielten, dafür gesorgt, daß diese Kritik verstummte und daß die Inspiration des Wortes Gottes schließlich völlig bestätigt wurde.“ — Tryon Edwards.
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