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  • Warum so viele hungern
    Erwachet! 1973 | 22. September
    • natürlich die persönliche Angelegenheit eines Ehepaares. Sollten indessen Ehepaare ermuntert werden, viele Kinder zu haben, obwohl sie nicht für sie „sorgen“ können, so daß die Kinder hungern müssen? Natürlich nicht.

      Somit sind einige der größten Religionen der Welt für die Bevölkerungsexplosion und die Welternährungskrise mitverantwortlich.

      Allerdings tragen noch weitere Faktoren zu der Ernährungskrise bei, Faktoren, die Angehörige der „reichen Völker“, die gut genährt sind, nur schwer voll und ganz begreifen können.

      Folgen der Unterernährung

      Einer dieser Faktoren ist die nachteilige Wirkung der Unterernährung auf die körperliche Gesundheit. Viele der hungernden Menschen können sich nicht selbst ernähren. Sie sind anfällig für Krankheiten, denn wenn der Mensch nicht richtig ernährt ist, verliert er die natürliche Immunität. In vielen Ländern sieht man Personen, die zufolge einer Fehlernährung ganz dünne Beine haben und nicht gehen können. Wie sollten solche Menschen die schwere Arbeit tun, die die Landwirtschaft mit sich bringt?

      Die Unterernährung wirkt sich aber auch in geistiger Hinsicht nachteilig aus. In manchen Ländern glaubt der Besucher, die Bevölkerung sei von Natur aus „gelassen“; in Wirklichkeit handelt es sich bei dieser „Gelassenheit“ um eine Müdigkeit, eine Apathie und eine Leidenschaftslosigkeit, die eine Folge der Unterernährung sind. Arthur Hopcraft schreibt in seinem Buch Born to Hunger (Zum Hungern geboren) über ein Land: „Ich habe fast keine ausgelassenen und nur ganz selten spielende Kinder gesehen. Etwas vom Ergreifendsten, was man im täglichen Leben beobachtet, sind die schwächlichen und apathischen Kinder.“ Kann man von mutlosen, geschwächten Menschen erwarten, daß sie energisch das Problem, ihre Familie zu ernähren, anpacken? Ihre Leistungsfähigkeit ist offensichtlich beschränkt.

      Außerdem denken Angehörige reicherer Nationen leider selten daran, daß Personen, die in einer ganz anderen Kultur aufgewachsen sind, im allgemeinen anders denken als sie selbst, doch das bedeutet nicht unbedingt, daß diese Personen deswegen rückständig oder minderwertig wären. Personen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, einen Beitrag zur Lösung des Welternährungsproblems zu leisten, mögen das Gefühl haben, der einheimischen Bevölkerung eines fremden Landes überlegen zu sein, doch eine solche Denkweise beeinträchtigt den Erfolg ihrer Arbeit. Das ist ein weiterer Grund, warum die Welternährungskrise immer noch nicht überwunden ist. H. D. Thurston von der Cornell-Universität schrieb:

      „Die Bereitschaft, die Bevölkerung des Gastlandes als gleichwertig und als Mitarbeiter zu behandeln, ist oft weit wichtiger, als es die wissenschaftlichen Kenntnisse, über die man verfügt, sein mögen. ... Auch der ärmste Bauer oder Arbeiter hat seinen Stolz und möchte seine menschliche Würde gewahrt sehen. Die geringste Anspielung auf Minderwertigkeit wird mit Groll quittiert und mag die ganze Arbeit des Spezialisten in Frage stellen.“

      Die Demut, die erforderlich ist, um das Ernährungsproblem der Welt zu lösen, ist jedoch selten zu finden.

      Die Ursachen des Nahrungsmangels sind somit nicht nur die Anbaumethoden und die Wetterverhältnisse, sondern sie liegen viel tiefer. Durch die Politik, die Technik, die Religion, die sozialen Bindungen und den Mangel an Respekt gegenüber der einheimischen Bevölkerung der Hungerländer ist das Problem so schwierig geworden, daß der unvollkommene Mensch es nicht zu lösen vermag.

      Die Folge davon ist, daß wir uns heute einer widersprüchlichen Situation gegenübersehen: Der Mensch verfügt über die technischen Kenntnisse, die es ihm ermöglichen, mit Hilfe von großen Bewässerungsanlagen und Speichersystemen große Ernteerträge zu erzielen. Er hat Schulen errichtet, auf denen eine ausgeklügelte Agrartechnik gelehrt wird. Es gibt ausgezeichnete Landmaschinen, mit denen riesige Gebiete bearbeitet werden können. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht laufend Berichte über die Ernährungslage in der Welt, und mit Hilfe der modernen Nachrichtenübermittlung erfährt sie, wo Mangel herrscht. Schnelle Verkehrsmittel können Nahrungsmittel in die Länder befördern, in denen Mangel herrscht, und dennoch verhungern TÄGLICH Tausende.

      Warum besteht ausgerechnet heute eine solch paradoxe Situation? Dafür muß es einen Grund geben. Ebenso wichtig ist die Frage: Besteht eine begründete Aussicht, daß die Welternährungskrise überwunden werden kann?

  • Das heutige Hungerproblem — seine eigentliche Ursache und endgültige Lösung
    Erwachet! 1973 | 22. September
    • Das heutige Hungerproblem — seine eigentliche Ursache und endgültige Lösung

      ERSCHEINT es nicht unglaublich, daß der Mensch trotz seiner scheinbar glänzenden Fortschritte das Problem, die Weltbevölkerung zu ernähren, nicht annähernd bewältigt? Wie wir gesehen haben, tragen viele Faktoren dazu bei. Aber warum geschieht das heute? Um eine Antwort darauf zu finden, müssen wir bis auf das Jahr 1914 zurückgehen, das Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbrach. Warum fast sechzig Jahre zurückgehen?

      Weil in jenem Jahr, wie eine amerikanische Zeitung schrieb, „die meisten unserer gegenwärtigen internationalen Schwierigkeiten ihren Anfang nahmen“. Wieso? Weil von da an der Nationalismus mit seinem entzweienden Einfluß in einem beispiellosen Maße unter den Menschen zu wuchern begann. Das führte zu weiterem Elend. Die Historiker schreiben — und viele weitere Personen, die heute noch leben, können es bestätigen —, daß dem Ersten Weltkrieg eine der furchtbarsten Hungersnöte der Geschichte auf dem Fuß folgte, von der viele Länder Europas, insbesondere Rußland, heimgesucht wurden. Im Krieg wurden zahllose Felder zerstört. Das öffentliche Verkehrswesen funktionierte nicht mehr. Die entsetzlichen Folgen dieser Hungersnot begünstigten eine weitere Massenvernichtung — den Zweiten Weltkrieg.

      Wir lesen in dem Buch 1918 (engl.): „Wir müssen bedenken, daß das, was die Bevölkerung dieser Länder in dem furchtbaren Winter nach dem Ersten Weltkrieg durchmachte, diesen [europäischen] Diktatoren [des Zweiten Weltkrieges] den Weg bereitete.“

      Der Zweite Weltkrieg war eine Wiederholung des Ersten — nur in einem größeren Ausmaß. Der frühere höchste beamtete Arzt im Gesundheitswesen der USA berichtet: „Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu der größten Welthungersnot der Geschichte.“ Und seither hat es, ausgelöst durch den Nationalismus, viele kleinere Kriege sowie Revolutionen gegeben, die Hungersnöte zur Folge gehabt haben. Aber die Kriege, die es seit 1914 gegeben hat, haben nicht nur zu Hungersnöten geführt, weil sie der Landwirtschaft große Schäden zugefügt und die Verkehrsverbindungen zerstört haben.

      Durch diese Kriege ist der Geist des Nationalismus gefördert worden. Zwischen manche Völker ist ein Keil getrieben worden, so daß sie sich nicht mehr einig sind, sondern einander feindlich gegenüberstehen. Gibt ein Volk, das viel erntet, ohne weiteres etwas an die ärmeren Völker ab? Wenn es in politischer Hinsicht vorteilhaft erscheint, ja. Aber es kommt auch vor, daß ein reicheres Land seine Farmer dafür bezahlt, daß sie nicht alle ihre

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