Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • g75 22. 9. S. 12-14
  • Gewinnstreben — heimtückischer Feind der Hungernden

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Gewinnstreben — heimtückischer Feind der Hungernden
  • Erwachet! 1975
  • Zwischentitel
  • Ähnliches Material
  • Macht der Zwischenhandel Profit?
  • Hoffnung für die Hungernden
  • Der Landwirt und die Welternährungskrise
    Erwachet! 1975
  • Die mißliche Lage des Präriefarmers
    Erwachet! 1970
  • Wie die moderne Landwirtschaft die Welt verändert hat
    Erwachet! 2009
  • Der Ausweg aus der Krise
    Erwachet! 2003
Hier mehr
Erwachet! 1975
g75 22. 9. S. 12-14

Gewinnstreben — heimtückischer Feind der Hungernden

DIE USA exportierten 1973 den fünften Teil ihrer gesamten Ernte. Wird dieser gewaltige Exportmarkt geschlossen oder allzu strengen Beschränkungen unterworfen, bleiben die Produkte im Lande liegen, und dies führt dazu, daß dort die Preise fallen. Was geschieht dann?

Der Landwirt baut absichtlich weniger an. Würde er weiterhin große Mengen an Nahrungsmitteln auf den Markt bringen, so fielen die Preise noch weiter.

Man wundert sich daher nicht, daß der US-Landwirtschaftsminister Earl Butz auf die Frage der Zeitschrift Farm Chemicals, was bei einem Absinken der Agrarpreise geschehen würde, antwortete: „Dann werden auch weniger Agrarprodukte erzeugt.“ Ein Beobachter der Lage in Iowa (USA) sagte: „Die Landwirte haben erkannt, daß sich alles nur um den Profit dreht.“

Andererseits rief eben dieses Gewinnstreben bei vielen Landwirten eine Euphorie hervor. Sie glaubten, sie hätten grenzenlose Möglichkeiten, Geld zu verdienen, bis die Geschehnisse der letzten Jahre vielen die Illusionen raubten. Doch einige Bauern, die immer größere Beträge investiert hatten, weil sie größeren Profit machen wollten, sind jetzt stark verschuldet.

Gewinnstreben ist auch der Grund, weshalb viele Landwirte gegen weltweite Nahrungsmittelreserven sind. Wer nicht in der Landwirtschaft tätig ist, dem erscheint es vernünftig, in Jahren des Überflusses einen großen Getreidevorrat für magere Jahre anzulegen. Die Bibel berichtet, daß man dies im alten Ägypten zur Zeit Josephs tat, und viele Verfechter von weltweiten Nahrungsmittelreserven weisen darauf hin (1. Mose, Kap. 41 bis 47).

Doch viele Farmer Amerikas sind davon nicht sehr begeistert. Wieso? Einen der Gründe erfahren wir von einem ehemaligen stellvertretenden US-Landwirtschaftsminister. Er sagte den Landwirten, sie wären diejenigen, die für das Anlegen einer Weltnahrungsmittelreserve zuständig seien. Dann brauchte man nicht mehr so viel zu exportieren, aber damit würde den Landwirten natürlich eine ihrer Haupteinkommensquellen entzogen. Die Zeitschrift Farm Journal hörte sich bei Experten um, ob man die Reserve auch anlegen könne, ohne daß sich die Agrarpreise zum Schaden der Bauern entwickelten. Die Antwort war ein klares „Nein!“ Das Streben nach Gewinn kann also weltweit verheerende Folgen haben.

Macht der Zwischenhandel Profit?

Wenn die Landwirte bei den steigenden Preisen nicht reich werden, wer dann? Viele Landwirte und Verbraucher sagen: „Der Zwischenhandel.“ Wer ist das?

Damit ist jeder gemeint, der mit der Ware zu tun hat von der Zeit an, da sie den Bauernhof verläßt, bis sie im Lebensmittelgeschäft verkauft wird. Die Landwirte schieben die Schuld für die gestiegenen Nahrungsmittelpreise auf die Großhändler, die Spediteure, die Einzelhändler und andere. Doch sie alle behaupten, sie seien — genau wie die Landwirte — Opfer der Inflation und müßten die Preise anheben, da ihre eigenen Kosten stiegen. Jeder sagt, er wolle nur einen redlichen Gewinn erzielen, um sich selbst zu ernähren und um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit anderen Worten: Jeder ist ein Gefangener des Systems.

Auch den Börsenspekulanten und den großen Handelsgesellschaften lasten die Landwirte die höheren Preise an. Haben sie damit recht?

Wenn ein Landwirt eine größere Menge Lebensmittel verkaufen will, z. B. Getreide, verkauft er sie gewöhnlich nicht unmittelbar an eine Bäckerei oder jemand anders, der die Ware selbst braucht, sondern er bringt die Ware zu einem örtlichen Getreidespeicher. Dort wird sie aufgekauft und wenigstens zeitweilig gelagert. Welchen Preis der Bauer dort bezahlt bekommt, wird auf der „Produktenbörse“ festgesetzt.

Bei der Handelskammer verfolgt man, wieviel Tonnen Getreide (und andere Nahrungsmittel) überall im Land in die Speicher gebracht werden, und dann teilt man den voraussichtlichen Käufern mit, wieviel zum Verkauf bereitsteht. Daraufhin werden Aufträge angenommen. Das Verhältnis der in den Silos der gesamten USA angebotenen Ware zur Nachfrage bestimmt den Preis, den der Landwirt für sein Getreide bezahlt bekommt.

Die Spekulanten kaufen die Ware zu einem bestimmten Preis, ähnlich wie man Aktien an einer Börse kauft. Der Börsenspekulant aber kauft das Getreide in Wirklichkeit nicht — er hat gar nicht vor, es sich je ausliefern zu lassen —, sondern wartet nur darauf, daß der Preis an der Produktenbörse steigt. Dann verkauft er und erzielt einen Gewinn. Die Landwirte meinen nun, daß diese Leute zum großen Teil die Schuld an den gestiegenen Lebensmittelkosten tragen, obwohl sie mit der Erzeugung unmittelbar gar nichts zu tun haben.

Die Börsenspekulanten hingegen weisen die Landwirte darauf hin, daß auch sie nur Gefangene des Systems sind und nur ihren redlichen Verdienst wollen. Bei jedem Kauf gehen sie ein großes Risiko ein. Die Preise steigen nicht immer, so sagen sie, und wenn sie fallen, so können sie dabei großen Verlust erleiden.

Der Börsenspekulant hebt hervor, daß das Getreide auf jeden Fall irgend jemand gehören muß, sobald der Landwirt es abgibt und bevor es den Verbraucher erreicht. Wenn die Börsenspekulanten ihr Geld nicht riskieren würden, um praktisch für die „Lagerung“ dieses Getreides zu bezahlen, heißt es weiter, dann müßte es jemand anders tun. Auf jeden Fall würde jemand das Geld bekommen, das die Spekulanten bekommen.

Und was läßt sich über die großen Handelsfirmen sagen? Treffen sie Absprachen, um auf diese Weise riesige Gewinne zu erzielen? Natürlich ist es immer möglich, daß jemand den Markt zu seinem Nutzen lenken kann, doch das heißt noch nicht, daß dies so ist. Der Getreidegroßhandel behauptet wie die Landwirte und der Rest des Zwischenhandels, er sei nur an seinem redlichen Verdienst interessiert. Aus diesem Grund verkauft er den größten Teil des exportierten Getreides an „reiche“, nicht „arme“ Länder! Die Armen können es sich nicht leisten.

Die US-Landwirtschaft mit ihrer gewaltigen Kapazität ist dadurch, daß sie auf das Streben nach Gewinn gegründet ist, zwar teilweise erfolgreich, sie kann aber nicht für immer funktionieren. Es ist wie bei der Katze, die sich in den Schwanz beißt. Da unter dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem jeder einzelne in dieser Kette Geld verdienen will und verdienen muß, kommen die Nahrungsmittel nicht bei denen an, die sie sich nicht kaufen können oder die niemand haben, der sie für sie kauft.

Die in St. Louis (Missouri, USA) erscheinende Zeitung Globe-Democrat kommt daher zu dem Schluß: „Zum Nahrungsmittelmarkt gehören auf der einen Seite die Landwirte und auf der anderen die Verbraucher. Dazwischen liegt ein verwirrendes Labyrinth, das als der Zwischenhandel bekannt ist. Es ist fast unmöglich, einen Schuldigen zu finden, wenn es überhaupt einen gibt.“

Die Zeitschrift Harper’s fragt: „Was hat man vor sich, wenn man dies alles zusammengenommen betrachtet?“ Als Antwort heißt es: „Die Kennzeichen eines Systems, das kurz vor dem Zusammenbruch steht.“

Offensichtlich ist ein besseres System nötig. Welches aber?

Hoffnung für die Hungernden

Wäre nicht ein System, das auf Selbstlosigkeit, auf echter Liebe und Rücksichtnahme gegenüber anderen gegründet ist, besser als das heutige am Profit orientierte System? Wer aber kann ein solches neues System errichten und in Gang bringen?

Der Schöpfer der Erde und des Menschen ist dazu in der Lage. Die Bibel offenbart, daß es sein Vorsatz ist, dies zu tun. Die Königreichsregierung, um die Jesus Christus seine Nachfolger beten lehrte, wird dafür sorgen, daß bald ein gerechtes neues System auf der Erde errichtet wird (Matth. 6:9, 10; 2. Petr. 3:13). Die Bibel verheißt, daß zu jener Zeit „die Erde selbst ... bestimmt ihren Ertrag geben [wird]; Gott, unser Gott, wird uns segnen“ (Ps. 67:6). Die Erde wird zu einem Paradies werden.

Wie wäre es, wenn du Jehovas Zeugen die Gelegenheit einräumen würdest, dir aus der Bibel zu zeigen, was die Herrschaft des Königreiches Gottes schließlich für die ganze Erde bedeuten wird? Du kannst mit ihnen Kontakt aufnehmen, indem du an die Herausgeber dieser Zeitschrift schreibst.

Was sollte man aber tun, wenn man in diesem System der Dinge Landwirt ist? Viele wollen die Landwirtschaft nicht aufgeben. Sie sehen die vielen Vorzüge, die dieses von ihnen gewählte Leben hat. Ein Landwirt aus Wisconsin (USA) sagte: „Man hat mehr Befriedigung, wenn man selbständig ist. Es macht Freude, Tiere zu haben, sie aufwachsen zu sehen und zu beobachten, wie ausgelassen sie sind. Es macht auch Freude, das Getreide und das Gras wachsen zu sehen und jedes Jahr zu ernten. Ein Landwirt kann seinen eigenen Zeitplan aufstellen und jeden Tag oft mit der Familie zusammen sein. Die Landwirtschaft hat also auch ihre guten Seiten. Viele Landwirte sind der Ansicht, ihr Beruf bringe sie Gott näher.“

Sie lieben die Landwirtschaft, doch sie hassen das bedrückende weltweite System, unter dem tüchtige Arbeiter — Landwirte, Spediteure, Groß- und Kleinhändler — Tag und Nacht arbeiten und für ihre Mühe wenig erhalten, und obendrein kommt die Nahrung doch irgendwie nie bei denen an, die sie wirklich brauchen. Diese Menschen beten voller Inbrunst zu Gott, er möge seine Verheißung doch wahr machen: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matth. 6:9, 10).

[Bild auf Seite 13]

Gewinnstreben ist der Grund, weshalb die meisten Landwirte und Getreidehändler gegen jegliche Weltnahrungsmittelreserve sind.

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen