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Strebt nach den Dingen, die auferbauen!Der Wachtturm 1955 | 15. Mai
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Brauen hochzuziehen und eine scharfe Rüge auszuteilen, können wir die Sache durch das Beispiel der Liebe in Ordnung bringen, indem wir den Geist der Barmherzigkeit an den Tag legen, den Jehova allen so reichlich gegeben hat.
13. Welcher Geist herrscht innerhalb der Versammlungen der Zeugen Jehovas, und warum ist es so wichtig, daß jene, die die Aufsicht führen, das rechte Beispiel geben?
13 Wenn wir uns heute in den Versammlungen der Zeugen Jehovas umsehen, erkennen wir, daß in den meisten Fällen ein wunderbarer Geist herrscht. Besonders dort, wo die Brüder liebreich und freundlich sind miteinander, wo sie nicht murren und über andere spotten und sie lächerlich machen, hat Jehova ihnen viele Segnungen gegeben. Menschen guten Willens, die in die Christenversammlung hereinkommen, lernen schnell die gleiche Haltung des Nichtmurrens einzunehmen. „Schließlich, meine Brüder, freut euch weiterhin im Herrn! … Laßt uns denn, so viele von uns reif sind, diese geistige Einstellung haben; und wenn ihr geistig anders geneigt seid in irgendwelcher Hinsicht, wird Gott euch die obige Einstellung offenbaren. Werdet miteinander meine Nachahmer, Brüder, haltet euer Auge auf die gerichtet, die auf eine Weise wandeln, welche übereinstimmt mit dem Beispiel, das ihr in uns habt.“ (Phil. 3:1, 15, 17, NW) Da die Brüder dem rechten Beispiel folgen werden, ist es so wichtig, daß jene, die herangereift sind und die Verantwortung der Aufsicht tragen, das richtige Beispiel geben, indem sie ihre Brüder ohne Murren auferbauen.
14. Weshalb läßt Jehova es nicht zu, daß jemand die Gewohnheit des Murrens und Klagens in seine Organisation hineinträgt?
14 Gleichwie in der Zeit Jesu gibt es Arbeit und Probleme, Schwierigkeiten und Beschwerden, denen alle begegnen, die sich bestreben, auf dem Wege des christlichen Dienstes zu folgen. Vielleicht gibt es wirklich etwas, worüber wir uns beklagen könnten, doch müssen wir dieser Versuchung mit all unserer Kraft widerstehen, denn wenn wir es nicht tun, wird uns schließlich das einzige genommen, was im Leben von Wert ist: das Glück des Dienstes für Gott. Jehova will, daß wir von der Welt, von der er sein Volk absondert, verschieden seien. Er nimmt die Glieder dieses Volkes abseits und lehrt sie, als Neue-Welt-Gesellschaft zu leben. Mit dieser Trennung kommt Freiheit und Befreiung von dem Geiste des Murrens und Fehlersuchens. Seine Organisation besteht aus emsigen, glücklichen Personen, die mehr und mehr danach streben, gemäß den Richtlinien seiner neuen Welt zu leben. Er wird nicht zulassen, daß irgend jemand die Gewohnheit des Murrens und Klägern, wie sie in der alten Welt herrscht, in sie hineinträgt. Wenn jemand sich beklagt, veranlaßt er bald andere zum Klagen. Und hast du nicht gesehen, daß Personen, die klagen, gewöhnlich nicht mehr predigen oder doch nur ganz wenig?
15. Welche weitere Ermahnung wird erteilt, und welche Befriedigung ergibt sich, wenn man ihr folgt?
15 Statt zu klagen, nehmen wir willig die Verantwortlichkeiten auf uns, die Jehova uns auferlegt. Indem wir unser Vertrauen in ihn setzen, streben wir nach Zufriedenheit, nach dem Leben und dem Dienste, den er für uns vorsieht. „Tut unablässig alles ohne Murren und Widerreden, damit ihr untadelig und unschuldig werdet, Kinder Gottes ohne Makel inmitten einer verdrehten und verkehrten Generation, in deren Mitte ihr scheint als Lichtspender in der Welt, indem ihr am Wort des Lebens festhaltet, damit ich Ursache habe zum Jubel am Tage Christi, daß ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch vergeblich hart gearbeitet habe. Dennoch, wenn ich auch wie ein Trankopfer über dem Opfer und öffentlichen Dienst, zu dem der Glaube euch geführt hat, ausgegossen werde, so freue ich mich und frohlocke mit euch allen. Gleicherweise freut nun auch ihr euch und frohlockt mit mir.“ (Phil. 2:14-18, NW) Auf diese Weise haben wir vollständige Befriedigung und wissen, daß Jehovas Wille geschieht.
16. Was mangelt in gewissen Versammlungen, in denen es Personen gibt, die Fehler suchen und schwatzen, und was ist eine weitere Gefahr?
16 Herrscht in eurer Versammlung eine gesegnete Gemeinschaft der Brüder und die volle Freude Jehovas? Bisweilen lassen sich dies die Brüder in demokratischen Ländern entgehen. Wenn wir ihre Versammlungen besuchen, scheint dies in großem Maße zu fehlen. Trotz der günstigeren Verhältnisse und der materiellen Vorzüge und größerer Predigtfreiheit scheint etwas zu mangeln. Es liegt auf der Hand, daß Personen, die Fehler zu finden suchen, sowie Schwätzer da sind. Leute, die Unruhe und Ärger verursachen, machen sich bemerkbar. Wir sind überzeugt, daß unter solchen Verhältnissen die Brüder ihre Freude, Jehova zu dienen, in großem Maße verlieren. Meistens wird von den Verkündigern auch nur wenig Fortschritt der Reife entgegen gemacht, und die Versammlung nimmt nicht zu. Solches Murren und Reklamieren mißfällt Jehova. Es ist ein Freudentöter für alle, weil es einem täglichen Lobpreiser Jehovas jetzt die Freude nimmt, und wenn jemand diesen Geist pflegt, wird dies ihn selbst das Leben kosten.
17. Wie ergeht es unseren Brüdern dort, wo es große Verfolgungen gibt, wie z. B. in totalitären Ländern?
17 Habt ihr nicht oft bemerkt, daß dort, wo die Verkündiger großer Verfolgung ausgesetzt sind, ein wirklicher Geist der Liebe, der Eintracht und des Glücks vorherrscht? Es mag furchterregende Hindernisse für das Zusammenkommen und das regelmäßige Predigen geben, aber die Brüder überwinden sie und sind glücklich dabei. Wahrlich, sie schätzen es, daß sie von der Bedrückung und der bösen alten Welt befreit worden sind. In der Verfolgung schützt Jehova sie und sorgt dafür, daß sie geistig ernährt werden. Somit bemitleiden sich diese Brüder nicht. Wegen ihrer Treue im Bewahren der Lauterkeit mögen sie lange Gefängnisstrafen erhalten, aber sie betrachten dies nicht als einen Grund zur Verzweiflung oder zum Murren. Im Gegenteil, um so mehr erkennen sie die Segnungen und Gunstbezeugungen an, die sie erhalten haben, erachten sie als unverdient und bewahren einen unerschütterlichen Glauben. Sie laufen nicht immer umher und suchen jemand wissen zu lassen, was für eine schwere Zeit sie durchzumachen haben, noch schütten sie ihr Herz aus, indem sie über ihre Schwierigkeiten klagen. Diese Brüder lassen sich durch ihr Ungemach nicht im geringsten entmutigen. Das Werk steht nicht still, noch wird es verhindert, und dies trotz der schwierigen Probleme und der Verfolgung. Die gute Botschaft wird gepredigt. Die Menschen guten Willens hören sie, kommen herzu und verbinden sich mit Jehovas Neuer-Welt-Gesellschaft selbst in totalitären Ländern.
18. Welche Lektion können wir aus den Erfahrungen lernen, die Jehovas Zeugen unter solchen Umständen machen, und mit welchem Nutzen für andere?
18 Jehova hat in reichem Maße seinen Geist auf jene Zeugen ausgegossen, die nicht klagen; sie haben Gedeihen gehabt, und die Ergebnisse sind wunderbar gewesen. Welche Lektion sollte dies für einige sein in Ländern, in denen ein größeres Maß Freiheit herrscht — dieser wunderbare Geist der Liebe und Einheit, wie er von unseren Brüdern unter ungünstigeren Verhältnissen an den Tag gelegt wird! Sie haben den aufrichtigen Wunsch, in ihrer Anbetung Jehovas nicht nur selbst glücklich zu bleiben, sondern sie verbreiten tatsächlich Freude, so daß auch andere an ihrem Glück teilhaben. In ihrer Predigttätigkeit ahmen sie Jesus Christus nach, da sie eine erfrischende Botschaft haben, die wahren Trost bringt. Allen, die von ihren Erfahrungen darüber, wie sie ihre Lauterkeit bewahren, hören, bringt dies große Freude. — 1. Thess. 3:4-10.
19. Woran müssen wir uns erinnern, um den Geist des Murrens und Klagens zu verscheuchen und einen Geist der Demut zu bewahren?
19 Es besteht kein Grund, weshalb Jehovas Diener heute traurig sein und sich beklagen sollten. Seine liebevollen Vorkehrungen, sein Interesse an ihnen und seine beständige Fürsorge sollten genügen, sie glücklich zu erhalten. Es sollte ihnen helfen, den Geist des Klagens zu verscheuchen und einen Geist der Demut und Sanftmut und der völligen Ergebenheit gegenüber der Organisation Jehovas zu bewahren. „Demütigt euch daher unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur fälligen Zeit, wobei ihr alle eure Sorge auf ihn werft; denn er sorgt für euch.“ (1. Pet. 5:6, 7, NW) Andrerseits sollten wir ihm dasselbe Interesse entgegenbringen, indem wir nicht auf uns selbst eingestellt, das heißt selbstsüchtig werden, so daß wir alles als selbstverständlich hinnehmen oder denken, daß Jehova und seine Organisation uns etwas schulden. Vermeidet den vermessenen Gedanken, daß ihr nicht bei der Neuen-Welt-Gesellschaft bleiben wollt, wenn die Dinge nicht so getan werden, wie ihr es für das Beste erachtet. Jehova schuldet niemand etwas. „Durch diese unverdiente Güte seid ihr in der Tat errettet worden durch Glauben; und dies ist nicht durch euer Verdienst, es ist Gottes Gabe.“ (Eph. 2:8, NW) Einem jeden von uns ist etwas von großem Wert gegeben worden. Die Wahrheit und unser täglicher Dienst der Lobpreisung ist das, was zum Leben führt. Wir alle sind Jehova gegenüber verschuldet für alles, was wir haben, und für alles, was wir noch zu erlangen hoffen. Laßt uns nicht undankbar sein, indem wir seine Gaben verachten, als ob wir unvollkommene Menschen mehr erwartet hätten oder für uns besser sorgen könnten. Und vor allem, meiden wir das Klagen, denn wir wissen, daß wir mit Predigen aufhören werden, wenn wir klagen, und dann werden wir bestimmt unglücklich.
20. Was benötigt der Christ, um sein Glück zu bewahren und Gedeihen zu haben?
20 Wenn wir in diesen Dingen richtig denken, folgern wir, daß wir zur Bewahrung unseres Glücks das Klagen meiden, unsere Brüder erbauen und die Versammlung aufbauen müssen. Um all unsere Schwierigkeiten zu überwinden, brauchen wir nur Jehovas Anweisungen anzunehmen, sie in freudiger Geistesverfassung auszuführen und die Neigung zum Kritisieren dessen, was wir tun sollen, zu unterdrücken. Jehova gibt uns die Anweisungen, die wir benötigen, um zu gedeihen und zufrieden zu sein. Um unseres ewigen Wohles willen müssen wir willig gehorchen und fortgesetzt Anweisungen beachten und Schritt damit halten.
21. Wie begünstigt sind wir, die wir uns Jehova hingegeben haben, wenn wir die Dinge richtig anschauen?
21 Richtig betrachtet, bringt die Anbetung und der Dienst Jehovas, auch wenn er von Prüfungen, Bürden und Verfolgungen begleitet ist, höchst glückliche Erfahrungen mit sich. Wenn wir in der Welt heute um uns blicken, so können wir, die wir uns Jehova hingegeben haben, durch Vergleiche sehen, wie begünstigt wir sind. Bestimmt haben wir keinen Grund, uns über unser Los zu beklagen. „Daher sollen auch jene, die im Einklang mit dem Willen Gottes leiden, fernerhin einem treuen Schöpfer ihre Seelen anbefehlen, während sie Gutes tun.“ (1. Pet. 4:19, NW) Es ist Gottes Vorhaben, seine glücklichen Lobpreiser zu erretten, indem er sie lebendig in seine gerechte neue Welt hineinbringt, wenn er Gericht übt an allen, die die ‚Herrschaft mißachten‘, indem sie schmählich wider Jehova und seine Vorkehrung für die neue Welt reden. — Jud. 8, 9, 14-16, NW.
22. Weshalb freuen wir uns und fassen Mut trotz des Druckes, der auf Jehovas Organisation ausgeübt wird?
22 Die ‚Welt des Teufels‘ ist voll Kummer und Trauer und ist in einem jämmerlichen Zustande, doch gibt es keinen Grund, weshalb Jehovas Zeugen unglücklich sein sollten. Trotz all dem Druck, der von denen, die die gute Botschaft bekämpfen, auf Jehovas Organisation ausgeübt worden ist, ist eine für uns erstaunliche Wohlfahrt und ein Wachstum darin zu verzeichnen. Wir werden feststehen und im Predigtwerk fortfahren, indem wir Mut schöpfen aus der Zusicherung, die Jehova uns gegeben hat: „Betrachtet es als lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen hineinkommt, da ihr wißt, daß die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Glücklich der Mann, der in der Prüfung ausharrt, denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Jehova denen verheißen hat, die ihn unablässig lieben.“ — Jak. 1:2, 3, 12, NW.
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76 Jahre lang auf der SucheDer Wachtturm 1955 | 15. Mai
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76 Jahre lang auf der Suche
Anläßlich einer Veranstaltung der Zeugen Jehovas in Nottingham, England, war ein 87-jähriger Bruder von Wales anwesend, der erzählte, wie er vor 76 Jahren begonnen habe, nach der Wahrheit zu suchen. Mehr als zwanzig Jahre lang habe er es mit verschiedenen Religionen versucht, sei aber unbefriedigt geblieben. Während der nächsten fünfzig Jahre suchte er nicht mehr weiter, betete indes weiterhin um Hilfe. Vor vier Jahren empfing er im Alter von 83 Jahren ein Exemplar des Watchtower, und einige Monate später besuchte er eine Versammlung in Cardiff. Bald wurde er getauft, und heute ist er tätig und widmet dem Felddienst jeden Monat das Doppelte der Stundenzahl, die in seinem Lande durchschnittlich erreicht wird.
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