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  • Furcht oder Liebe — was flößt du deinem Nächsten ein?

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  • Furcht oder Liebe — was flößt du deinem Nächsten ein?
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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1962
w62 15. 1. S. 35-36

Furcht oder Liebe — was flößt du deinem Nächsten ein?

WAS flößt du deinem Nächsten ein: Furcht oder Liebe? Wie ganz anders ist doch die warme, herzliche Liebe eines Mitmenschen als die beunruhigende, krankhafte Menschenfurcht! Es mag sein, daß wir im Innersten unseres Herzens den Wunsch haben, unseren Mitmenschen Liebe einzuflößen, und das sollte ganz besonders denen gegenüber der Fall sein, die in einem gewissen Maße von uns abhängig sind oder uns Rechenschaft schulden. Doch trotz all unserer guten Vorsätze mögen wir das Gegenteil tun. Warum? Aus Gedankenlosigkeit, Mangel an Unterscheidungsvermögen oder sogar aus Selbstsucht und Ehrgeiz.

Diktatoren herrschen durch die Furcht, die sie erwecken. „Wenn die Gesetzlosen emporkommen, verbergen sich die Menschen.“ Furcht baut nicht auf, darum sind Diktaturherrschaften meist von kurzer Dauer. — Spr. 28:28.

Arbeitgeber und Vorarbeiter müssen in dieser Hinsicht besonders vorsichtig sein. Ein Arbeitgeber kann seinen Untergebenen leicht Furcht statt Liebe einflößen, wenn er ihnen dauernd mit der Entlassung droht oder wenn er unberechenbar und unvernünftig ist. Das kann bewirken, daß seine Arbeiter nur dann arbeiten, wenn sie beobachtet werden. Auch Eltern, Versammlungsaufseher und unterweisende christliche Prediger müssen auf ihr Verhältnis zu denen, die sie zu betreuen haben, achten.

Manche Väter, besonders in Mitteleuropa, neigen dazu, ihren Angehörigen Furcht einzuflößen. Sie fordern unbedingten Gehorsam und größten Respekt, lassen es aber an der liebenden Fürsorge des Familienhauptes fehlen. In anderen Ländern neigt die Mutter eher dazu, Furcht einzuflößen, weshalb der Mann dann seine Rolle aufgibt, nur damit er Ruhe hat. Anderseits gibt es Mütter, die ihre Autorität an die Kinder abtreten, weil sie diese fürchten. Kein Wunder, daß in der heutigen Gesellschaft ein solches Chaos herrscht.

Der Apostel Petrus gab christlichen Aufsehern gerade in dieser Hinsicht einen Rat. Er sagte, sie sollten nicht über die Herde Gottes herrschen, sondern ihr ein Vorbild sein. Jemand, der sich als Herr aufspielt, flößt seinen Mitmenschen Furcht ein, wer dagegen ein Vorbild ist, flößt ihnen Liebe ein. — 1. Pet. 5:3.

Wir können leicht Furcht erwecken, wenn wir gedankenlos sind. Schon unser Gesichtsausdruck kann dazu beitragen. Wenn wir sehen, daß jemand lächelt oder lächeln möchte, und wir kalt bleiben, keine Miene verziehen und das Lächeln nicht erwidern, dann erwecken wir Zweifel und die Befürchtung, daß wir gegen den Betreffenden etwas haben. Wie wenig kostet es doch zu lächeln, und doch bedeutet es unter Umständen sehr viel!

Wir können anderen auch durch den Klang unserer Stimme Furcht einflößen. Eine rauhe, barsche Stimme, ein harter, strenger Ton kann andere einschüchtern und bewirken, daß sie uns fürchten. Wir können von Natur eine harte, rauhe Stimme haben, oder vielleicht sprechen wir zu laut. In diesem Fall täten wir gut zu überlegen, wie wir unsere Stimme verbessern könnten. Wenn wir uns in acht nehmen und uns beherrschen, können wir unserer Stimme einen wärmeren, freundlicheren und angenehmeren Ton verleihen und unserem Nächsten dadurch Liebe statt Furcht einflößen.

Vielleicht fürchten uns unsere Mitmenschen, weil wir so tun, als wären wir stets sehr beschäftigt und hätten für sie keine Zeit. Jemand, der ein Problem hat, wagt es vielleicht nicht, zu uns zu kommen, weil wir bei ihm den Eindruck erwecken, wir hätten keine Zeit, ihn anzuhören. Er befürchtet, er würde uns stören, obwohl es vielleicht im Augenblick nichts Wichtigeres geben mag als ihn anzuhören, ihm einen Rat zu geben und ihn zu ermuntern.

Sind wir ungeduldig? Auch dadurch können wir bei unseren Mitmenschen Furcht erwecken. Wenn wir uns über jede kleine Störung ärgern, gleich ungehalten werden und aufbrausen oder eine bissige Antwort geben, weil wir uns nicht beherrschen können, dann werden wir ihnen ziemlich sicher Furcht statt Liebe einflößen. Manche wollen vielleicht nicht verletzt werden oder mögen uns nicht ärgern wollen und fürchten uns deshalb, sie fürchten, sie könnten Anstoß erregen.

Eine der üblichsten Ursachen, die dazu führen, daß wir jemandem völlig unbewußt Furcht einflößen, ist der Mangel an Einfühlungs­vermögen, das heißt das Fehlen der Fähigkeit, sich in die Lage anderer versetzen oder sie verstehen zu können. Wie oft hört man doch die Bemerkung: „Du verstehst mich einfach nicht!“ Dieser Mangel an Verständnis flößt anderen Furcht ein. Er bewirkt, daß wir uns falsche Urteile bilden, durch die zwischen uns und unseren Mitmenschen Schranken entstehen.

Und wie leicht können wir trotz guter Vorsätze anderen Furcht statt Liebe einflößen, wenn wir gedankenlos oder ohne Verständnis handeln! Das bedeutet nicht, daß wir uns bei der Erfüllung unserer Pflichten stets nach den Gefühlen anderer richten müßten. Nein, wir wollen unseren Pflichten so gut wie möglich nachkommen. Wir wissen, was von uns verlangt wird, wir wissen auch, daß wir jemandem Rechenschaft schulden, so wie jemand anders uns Rechenschaft schulden mag. Wir sollten aber nicht nur auf die Erfüllung unserer Pflichten bedacht sein, sondern auch darauf, wie wir sie erfüllen. Wir können gelegentlich streng sein und dennoch gütig. Jedes Vornehmen unter der Sonne hat seine Zeit. Wir brauchen nicht ins andere Extrem zu fallen und nun statt barsch und rücksichtslos allzu nachgiebig zu sein. Wenn eine Zurechtweisung erforderlich ist, wollen wir daran denken, daß wir langsam zum Zorn sein und an den Verstand appellieren sollten.

Das Wort Gottes enthält viele Beispiele, die zeigen, wie Personen ihren Mitmenschen Liebe statt Furcht einflößten. Eines dieser Beispiele — für uns wohl das größte — war Jesus Christus. Er war gütig, rücksichtsvoll und hatte Verständnis. Er sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr mühselig seid und beladen, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen, und ‚ihr werdet Erquickung finden für eure Seelen‘; denn mein Joch ist sanft und meine Bürde ist leicht.“ — Matth. 11:28-30, AB.

Ein gutes Beispiel gab uns auch Paulus, der Jesus in dieser Beziehung nachahmte. Beachte, wie er anderen Liebe einflößte: „Wir sind in eurer Mitte liebreich aufgetreten, wie eine stillende Mutter ihre Kinder hegt; so waren wir voll herzlicher Zuneigung zu euch willig, euch nicht allein am Evangelium Gottes teilhaben zu lassen, sondern auch an unsern eigenen Seelen, weil ihr uns lieb geworden wart.“ — 1. Thess. 2:7, 8, ZB.

Wenn wir diese guten Beispiele nachahmen, werden wir nicht nur uns selbst glücklich machen, sondern auch unsere Mitmenschen.

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