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Der Kampf gegen KrankheitErwachet! 1983 | 8. März
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Der Kampf gegen Krankheit
„KÜNFTIGE Geschlechter werden nur aus der Geschichte wissen, daß es einmal eine Krankheit, ,Pocken‘ genannt, gegeben hat“, schrieb der dritte US-Präsident, Thomas Jefferson, im Jahre 1806. Dieser Satz stand in einem Brief, mit dem er den britischen Arzt Edward Jenner zu seiner Entdeckung der Pockenschutzimpfung beglückwünschte.
Aber noch 1967 starben schätzungsweise 2 000 000 Menschen an dieser gefürchteten Krankheit. Doch die weltweite Kampagne der Weltgesundheitsorganisation gegen die Pocken erreichte 1979 offenbar ihr Ziel. Nach 173 Jahren ging Jeffersons Prophezeiung anscheinend in Erfüllung.
Im Jahre 1928 entdeckte Sir Alexander Fleming das erste Antibiotikum — Penizillin. Es wird gegen Blutvergiftung, Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und viele andere Krankheiten angewandt. „Die Entdeckung des Penizillins gehört zu den dramatischsten Ereignissen in der Geschichte der Medizin“, heißt es in dem Werk Black’s Medical Dictionary, das die Entdeckung des Penizillins der Einführung der Anästhesie und der antiseptischen Mittel gleichsetzt.
Im 19. Jahrhundert war Tuberkulose die Haupttodesursache. Die bekannten Komponisten Chopin und Paganini sowie der britische Politiker Cecil Rhodes und viele andere berühmte Leute hatten Tuberkulose. Im Jahre 1906 entwickelten die beiden Franzosen Calmette und Guérin einen Impfstoff gegen diese Krankheit. Und 1944 entdeckte man das Streptomyzin. Mit diesen und anderen Tuberkulostatika wurde die Tuberkulose in den entwickelten Ländern sozusagen besiegt.
In der „armen Welt“ und sogar in einigen Entwicklungsländern dagegen ist sie immer noch weit verbreitet. In Südafrika zum Beispiel gibt es jährlich im Durchschnitt 45 000 neue Fälle. Tausende sterben an dieser Krankheit. Es existieren wirksame Impfstoffe gegen Masern, Polio und Diphtherie sowie gegen andere Kinderkrankheiten, dennoch sterben in den Entwicklungsländern jedes Jahr Millionen Kinder an diesen Krankheiten.
In manchen westlichen Ländern nehmen andere Krankheiten in alarmierendem Maße überhand. Etwa 70 Prozent ihrer Bevölkerung sterben jetzt an Herz- und Kreislauferkrankungen sowie an Krebs.
Viele, die sich eine schwere Krankheit zuziehen, mögen nicht daran sterben, aber dadurch zu Behinderten werden. Im Jahre 1981 sagte der frühere UN-Generalsekretär Kurt Waldheim warnend, daß die derzeitige Zahl von 400 Millionen Behinderten in aller Welt weiter ansteigen und im Jahr 2000 etwa 500 Millionen betragen könne. Bedeutet das, daß die Medizin trotz all ihrer erstaunlichen Entdeckungen und Fortschritte den Kampf gegen die Krankheit verliert? Was zeigen die heutigen Tatsachen?
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Lärm und Streß — Wie wirken sie sich auf uns aus?Erwachet! 1983 | 8. März
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Lärm und Streß — Wie wirken sie sich auf uns aus?
„DIE Mehrzahl der Hundertjährigen in der Welt lebt in Gebirgsvorländern und Bergtälern“, schreibt Dr. D. Davies. Wie läßt sich das erklären? Leute, die an solchen Orten wohnen, „sind von Natur aus ruhige Menschen und werden, weil sie in diesen abgelegenen Gebieten leben, praktisch nie gestreßt“.
Zu diesem Schluß kam man nach einer vergleichenden Studie von Hundertjährigen. Unter ihnen befanden sich die Abchasen im Kaukasus und die Hunza im nördlichen Kaschmir. Selten leidet einer dieser gelassenen Hundertjährigen an einer Herzkrankheit, an Krebs oder an einer anderen der üblichen Krankheiten.
Das 20. Jahrhundert ist leider für die meisten von uns bis jetzt alles andere als eine ruhige Zeit gewesen. In diesem Jahrhundert hat es schon zwei Weltkriege — verheerender und von größerem Ausmaß als alle übrigen Kriege der Geschichte — und Dutzende weiterer Kriege gegeben. Unerhört hoch ist die Zahl der Kriegsversehrten und der seelisch Geschädigten. Durch die täglich zunehmenden Gewaltakte auf den Straßen und in den Familien sowie durch die Angst vor einem atomaren Holocaust werden die Menschen noch mehr gestreßt. Auch verleiten die vielen materiellen Güter und die Geschäftswelt, die für Reisen und für ein „aktives“ Leben wirbt, manche Menschen dazu, sich zuviel vorzunehmen, was ebenfalls streßerzeugend ist.
Wie festgestellt wurde, führt es zu Hörschäden und erhöhtem Streß, wenn man täglich einem Lärm von 90 Dezibeln und mehr ausgesetzt ist. In einem Artikel, der überschrieben war „Lärm am Arbeitsplatz“ (veröffentlicht in der in England erscheinenden Zeitschrift British Medical Journal), kam die Sorge um 600 000 Briten zum Ausdruck, die „bei einem Lärm von durchschnittlich 90 Dezibeln arbeiten müssen. Der Lärm ist so groß, daß man, selbst wenn man nur um eine Armlänge vom andern entfernt ist, schreien muß, soll er einen verstehen.“ In dem Artikel wurde auf Studien hingewiesen, die zeigen, daß Lärmverschmutzung „den Blutdruck ansteigen läßt und in einigen Fällen sogar Hypertonie hervorruft“. Der Industrielärm, der Fluglärm, der Verkehrslärm und der Diskolärm schaffen für uns eine Umwelt, die uns nervlich überbeansprucht. Diese Überbeanspruchung ist ein mitverursachender Faktor für nervliche Störungen, für Herz- und Kreislauferkrankungen sowie für viele andere Leiden.
Um dem Lärm zu entrinnen, wechseln einige ihre Arbeit oder ziehen um. Manche bekämpfen den Streß mit Schmerz- oder Beruhigungstabletten. Es gibt aber auch weniger drastische Maßnahmen, die ebenfalls wirksam sind. Viele fühlen sich nicht so gestreßt, wenn sie genügend schlafen, sich regelmäßig körperlich betätigen und als Ausgleich zur Arbeit einer erholsamen Freizeitbeschäftigung nachgehen. Aber obschon der einzelne einiges tun kann, um den Streß zu vermindern, bleibt die Tatsache bestehen, daß er überall zunimmt.
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Der Streß nimmt überall zu.
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Wie steht es mit der radioaktiven und der chemischen Verschmutzung?Erwachet! 1983 | 8. März
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Wie steht es mit der radioaktiven und der chemischen Verschmutzung?
„Ich wohne in Moskau, in der Nähe des Instituts für Atomenergie. Es heißt, hier sei eine starke radioaktive Strahlung. Das erklärt vielleicht mein häufiges Kranksein. Werden wir wirklich von einer solchen Strahlung bedroht?“
Dieser Brief, den die sowjetrussische Zeitung Trud veröffentlichte, verrät die wachsende Angst, die viele seit dem Abwurf der Atombombe auf Hiroschima quält. Die Strahlung, die durch Fabriken anfällt, sowie andere Formen der Verschmutzung wirken sich schädlich auf unsere Gesundheit aus.
Eine weitere Gefahr sind die radioaktiven Abfälle in Atomkraftwerken und anderswo. „Plutonium ist außerordentlich giftig und bleibt unglaublich lange eine Gefahr, ungefähr 100 000 Jahre lang“, schrieb der Physiker Ian Barbour. Wie solche Abfälle zu beseitigen sind, so daß sie keine Gefahr mehr bilden, weiß niemand.
Die Zeitschrift Time berichtete vor einiger Zeit, daß es in einem einzigen Land rund 2 000 gefährliche Chemiemülldeponien und über 180 000 Deponien für Flüssigchemikalien gibt. Die Hälfte der Bevölkerung dieses Landes deckt ihren Wasserbedarf mit Grundwasser, doch es wird befürchtet, daß dieser Müll sowie Pestizide von den Feldern das Grundwasser total verseuchen. Daher gibt es Personen, die, wenn sie eine saubere Wasserquelle ausfindig machen, das Trinkwasser für ihre Familie dort holen.
Die Industrie hat überall Flüsse, Seen und Meere verschmutzt. Verseuchte Fische können furchtbare Leiden verursachen. Zum Beispiel hat die Zahl der Todesfälle und der Fälle von Dauerinvalidität unter den Einwohnern des japanischen Fischerstädtchens Minamata, die sich vor mehreren Jahren durch den Genuß von Fischen mit Quecksilber vergiftet haben, eine Höhe von über 1 400 erreicht.
Die Gefahren werden noch größer, wenn der einzelne seinem Körper bewußt schädliche Chemikalien zuführt, zum Beispiel durch Rauchen und Drogenmißbrauch.
Dr. Higginson, Leiter des internationalen Amtes für Krebsforschung, behauptet: „Es gibt viele Indizienbeweise dafür, daß 80—90 % aller Krebsfälle direkt oder indirekt durch Umweltfaktoren verursacht werden ..., und wenigstens 90 % dieser Faktoren sind chemischer Natur.“
Der einzelne kann eine schädliche Gewohnheit ablegen, aber er ist kaum in der Lage, die Situation im Weltmaßstab zu verbessern. Das ist jedoch kein Grund zu verzweifeln. Wir haben die erfreuliche Aussicht, daß der Kampf gegen die Krankheit trotzdem gewonnen werden wird!
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Chemische, radioaktive und andere Arten der Verschmutzung führen zu Gesundheitsschäden und zum Tod.
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Unrichtige ErnährungsweiseErwachet! 1983 | 8. März
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Unrichtige Ernährungsweise
DIE Bevölkerung der Gegenden, in denen viele Leute hundert Jahre alt werden, hat mehreres gemeinsam. Einer der gemeinsamen Faktoren ist die Ernährung. Dr. Davies schreibt: „Ihre Ernährung ist bescheiden, kalorienarm und natürlich.“
Da die Leute vitaminreich essen, aber ganz wenig Süßes, gibt es unter ihnen kaum Übergewichtige. Fleisch verzehren sie nur wenig; sie decken ihren Proteinbedarf hauptsächlich mit Milchprodukten, Bohnen und Linsen. „Bemerkenswert ist, daß kaum einer der Hundertjährigen an einer der heute so verbreiteten und zum Tod führenden Krankheiten leidet“, bemerkt Dr. Davies.
Viele Familien werden für Krankheiten anfällig, weil sie sich nicht richtig ernähren. Das hat zur Folge, daß jedes Jahr Millionen Menschen vorzeitig sterben. Eine erschreckende Situation ist auch durch unweise Praktiken, durch die Habsucht der Handelswelt, durch das Versäumnis, die Öffentlichkeit aufzuklären, und durch Gleichgültigkeit entstanden. Zum Beispiel werden viele Nahrungsmittel so verfeinert, daß sie kaum noch einen Nährwert haben. Damit soll erreicht werden, daß sie haltbarer und lagerungsfähiger sind.
Zufolge des heutigen hektischen Lebens haben es sich viele auch angewöhnt, „nur auf die Schnelle“ eine Kleinigkeit zu essen, anstatt sich die Zeit zu nehmen, eine Mahlzeit zuzubereiten, bestehend aus Nahrungsmitteln — auch frischem Gemüse und Obst —, die ihr Körper benötigt, wenn er gut funktionieren soll. Oft beruhigt man den knurrenden Magen mit Süßigkeiten oder mit Häppchen, die wenig Nährwert haben. Limonaden und Bier, Getränke, die kaum Vitamine oder Proteine enthalten, werden weit mehr konsumiert als Milch und Suppen.
Viele sind übergewichtig, weil sie zuviel essen oder sich einseitig ernähren. Übermäßiger Fettgenuß begünstigt vor allem Herzkrankheiten, und es wird auch angenommen, daß Darmkrebs und andere Krebsarten dadurch gefördert werden.
Natürlich ist eine Vollwertkost keine Garantie dafür, daß man gesund bleibt. Auch Leute, die sich ihr verschrieben haben, werden krank. Doch ist es nützlich, wenn man sich dafür interessiert, wie man sich richtig ernährt. Einem großen Teil der Menschheitsfamilie ist es indessen nicht möglich, sich richtig zu ernähren, weil es an der erforderlichen Nahrung fehlt. Und für dieses Problem hat der Mensch keine Lösung.
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Die moralisch verseuchte UmweltErwachet! 1983 | 8. März
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Die moralisch verseuchte Umwelt
„IN Zeitschriften, auf Plakaten, in Büchern, in Filmen, in Theaterstücken und im Fernsehen — überall wird das Publikum mit Sex konfrontiert. Wahllose Geschlechtsbeziehungen sind nicht mehr verpönt, sondern gelten als normal. Junge Leute ..., die unbedingt anerkannt werden möchten, passen sich an, indem sie auf sexuellem Gebiet experimentieren und ebenfalls ungebundene Geschlechtsbeziehungen pflegen. Diese vermehrte sexuelle Betätigung ist für das Überhandnehmen der Geschlechtskrankheiten verantwortlich“ (aus dem Buch Venereal Disease [Geschlechtskrankheiten] von E. R. Young).
Wie verbreitet und wie ernst sind die Geschlechtskrankheiten? Sie sind zu einer weltweiten Epidemie geworden. Wie die renommierte britische Zeitschrift The Lancet berichtet, soll es jetzt nach Schätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) in der ganzen Welt jedes Jahr etwa 50 Millionen neue Fälle von Syphilis geben — eine Krankheit, die zu Geistesgestörtheit und zum Tod führen kann. An Tripper, der Sterilität und Verkrüppelung bewirken kann, erkranken noch weit mehr; nach Schätzungen der WHO soll es jedes Jahr rund 250 Millionen neue Fälle geben.
Eine neuere Geschlechtskrankheit, Herpes genitalis, breitet sich ebenfalls rapide aus. Es wird berichtet, daß allein in den Vereinigten Staaten etwa fünf Millionen an dieser Infektion erkrankt sind. Herpes genitalis ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann bei Neugeborenen sogar den Tod verursachen oder Hirnschädigungen hervorrufen. Bei Frauen, die an dieser Infektion leiden, ist die Gefahr, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, fünfmal größer als bei anderen.
Personen, die sich einer einwandfreien Geschlechtsmoral befleißigen, ziehen sich selten eine Geschlechtskrankheit zu. Allerdings kann schon der Kuß eines Syphiliskranken ansteckend sein. Über die Syphiliserreger heißt es in dem Buch Venereal Disease warnend: „Sie können auch von Mund zu Mund übertragen werden und von den Genitalien zum Mund.“ Da der orale Geschlechtsverkehr immer mehr überhandnimmt, sieht man jetzt häufig syphilitische Geschwüre „im Hals junger Leute ... Wenn man jemand küßt ..., der syphilitische Geschwüre im Mund hat, kann man sich mit der Krankheit anstecken.“
Wer bestrebt ist, sich von der moralisch verseuchten Umwelt fernzuhalten, kann sich so nicht nur seine Selbstachtung bewahren, sondern auch dazu beitragen, daß er von diesen furchtbaren Krankheiten verschont bleibt. Solche Personen wissen den biblischen Rat zu schätzen: „Flieht vor der Hurerei. ... wer aber Hurerei treibt, sündigt gegen seinen eigenen Leib“ ‘und empfängt an sich selbst die volle Vergeltung, die ihm für seine Verirrung gebührt’ (1. Korinther 6:18; Römer 1:27).
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Wenn Krankheit für immer besiegt sein wirdErwachet! 1983 | 8. März
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Wenn Krankheit für immer besiegt sein wird
WOHL hat der Mensch im Kampf gegen gewisse Krankheiten einen Sieg errungen, doch dafür grassieren heute andere oder flammen fast besiegte wieder auf. Es ist eine harte Tatsache, daß die Menschen trotz der bestmöglichen Umwelt, einer ausgeglichenen Ernährung und eines sittenreinen Lebenswandels krank werden und sterben.
Dieses düstere Bild können auch die aufrichtigsten Ärzte und Wissenschaftler oder die besten Krankenhäuser nicht aufhellen. Bedeutet das, daß Krankheit und Tod immer Bestandteile des menschlichen Lebens bleiben werden? Wird sich das nie ändern?
Eine Gewähr dafür, daß es einmal keine Krankheiten mehr geben wird
Der Mensch vermag Krankheit und Tod nicht zu besiegen, aber es gibt jemand, der das kann. Der größte Arzt — Jehova Gott, der den Menschen erschaffen hat — weiß, was der Menschheit fehlt, und kennt die richtigen Heilmittel.
In Gottes inspiriertem Wort, der Bibel, lesen wir über ihn: „Er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ Diese Verheißung wird gewiß in Erfüllung gehen, denn in der Bibel wird noch gesagt: „Diese Worte sind zuverlässig und wahr“ (Offenbarung 21:4, 5).
Wo werden die Menschen geheilt werden? Im Himmel? Nein, denn in Offenbarung 21, Vers 3 heißt es, daß Gott „bei den Menschen“ sein wird, wenn das geschieht. Ja, die Zeit kommt, wo die Menschen von all ihren Krankheiten genesen werden; sogar der Tod wird für immer besiegt werden! Etwas Ähnliches wird in Jesaja 33:24 vorhergesagt: „Kein Bewohner wird sprechen: ,Ich bin krank.‘ Dem Volk, das in dem Lande wohnt, wird sein Vergehen verziehen sein.“
Ja, Gott weiß nicht nur sehr gut, was der Menschheit fehlt, sondern auch, wie sie zu heilen ist. Als Schöpfer des menschlichen Körpers und Geistes verfügt er über die Weisheit und Macht, die erforderlich sind, um die Menschen gesund zu machen. Und die Verheißungen, die er in der Bibel hat niederschreiben lassen, sind eine Garantie dafür, daß er es zu seiner bestimmten Zeit tun wird. Als sein bedeutendster Wortführer, Jesus Christus, auf der Erde war, bewies dieser den Menschen, daß Gott die Macht besitzt zu heilen. Diese Macht kam in den vielen Wunderheilungen zum Ausdruck, die Jesus als Gottes Wortführer vollbringen durfte (Matthäus 15:30, 31).
Interessanterweise sahen sich sogar einige Gegner Jesu gezwungen, anzuerkennen, daß er Wunderwerke wirkte. Einmal sagten die geistlichen Führer seiner Zeit: „Was sollen wir tun, denn dieser Mensch tut viele Zeichen?“ (Johannes 11:47). Die Beweise waren so überwältigend, daß man sie nicht leugnen konnte. Was für Krankheiten und Gebrechen heilte Jesus?
Die Heilung Kranker und Gebrechlicher
Eine Wunderheilung Jesu betraf einen Blindgeborenen. Wie bedauernswert, von Geburt an blind zu sein! Doch Jesus machte Gebrauch von der Kraft Gottes und heilte den Mann. Wir lesen: „Er ... kam sehend zurück.“ Später, im Gespräch mit den geistlichen Führern, erklärte der ehemalige Blinde: „Seit alters hat man nie davon gehört, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch [Jesus] nicht von Gott wäre, so könnte er gar nichts tun“ (Johannes 9:1-7, 32, 33).
Bei einer anderen Gelegenheit traf Jesus einen Mann, der leprakrank war. Der Kranke sagte zu Jesus: „Herr, wenn du nur willst, so kannst du mich rein machen.“ Von Mitleid bewegt, rührte Jesus ihn an und entgegnete: „Ich will es. Werde rein!“ Der Leprakranke wurde sogleich gesund. Die Kunde davon verbreitete sich überall, so daß Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte (Matthäus 8:1-3).
Ferner heilte er einen Mann, der 38 Jahre krank gewesen war. Das Leiden hatte ihn ans Bett gefesselt; er war nicht in der Lage gewesen aufzustehen. Als Jesus ihn sah, fragte er ihn: „Willst du gesund werden?“ Natürlich wollte der Kranke das! Darauf sagte Jesus: „Steh auf, heb dein Tragbett auf und geh umher.“ Der Mann „wurde ... sogleich gesund, und er hob sein Tragbett auf und begann umherzugehen“ (Johannes 5:5-9).
Solche Krankenheilungen machten auf die Umstehenden oft einen überwältigenden Eindruck. In einem Bericht heißt es: „Als die Volksmengen dies sahen, wurden sie von Furcht ergriffen, und sie verherrlichten Gott, der Menschen solche Gewalt gab.“ Aber sie staunten noch mehr, wenn sie miterlebten, wie Jesus Tote auferweckte. Als Jesus zum Beispiel ein Mädchen auferweckte, gerieten die Zuschauer „sogleich außer sich vor Entzücken“ (Matthäus 9:8; Markus 5:42).
Es besteht kein Zweifel, daß Gott, der Schöpfer, Kranke heilen und Tote auferwecken kann. Und als Jesus auf der Erde war, verlieh Gott ihm die Macht, etwas von dem zu tun, was geschehen wird, wenn Gottes bestimmte Zeit für das große Heilungsprogramm dasein wird. Wann wird es soweit sein, und wie wird alles vor sich gehen?
Heilungen mit dem Königreich in Verbindung gebracht
Matthäus, ein grundehrlicher Geschichtsschreiber, berichtet folgendes über Jesus: „Er [ging] in ganz Galiläa umher, ... predigte die gute Botschaft vom Königreich und heilte jede Art von Leiden und jede Art von Gebrechen unter dem Volke“ (Matthäus 4:23).
Aus den Worten des Matthäus geht hervor, daß Jesu Wunderheilungen im Verhältnis zur „guten Botschaft vom Königreich“ zweitrangig waren. Jesus vollbrachte seine Wunder, um den Menschen vor Augen zu führen, was das kommende Königreich Gottes für sie tun wird. Durch dieses Königreich oder diese Regierung, die vom Himmel her mit Jesus als himmlischem König herrschen wird, werden der Menschheit solche Segnungen zuteil werden. Das erklärt, warum Jesus seine Jünger beten lehrte: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:9, 10).
Wenn Gottes himmlische Regierung kommt und die Nationen, die jetzt über die Erde regieren, entmachtet, wird das göttliche Heilungsprogramm in Gang gesetzt. Aber wann wird es soweit sein? (Daniel 2:44).
Wann wird es kommen?
Jesus sagte voraus, woran wir erkennen könnten, wann das Ende des gegenwärtigen verderbten Systems der Dinge nahe ist und Gottes Königreich seine volle Macht entfalten wird. Er sagte genau das voraus, was unsere Generation bis jetzt erlebt hat: Weltkriege, Lebensmittelknappheit, Epidemien und zunehmende Gewalttaten. All das und noch mehr bildet das große prophetische Zeichen, das Jesus sowie etliche Schreiber der Bibel erwähnt haben und das deutlich unsere als die vorhergesagte Zeit identifiziert.
Nachdem Jesus prophetisch von diesen Dingen gesprochen hatte, sagte er: „Wenn ihr diese Dinge geschehen seht, erkennt, daß das Königreich Gottes nahe ist.“ Wie nahe? Er fügte hinzu: „Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen“ (Lukas 21:10-32; Matthäus 24:3-34; 2. Timotheus 3:1-13).
Nach einer sorgfältigen Überprüfung der biblischen Prophezeiungen, die sich bereits erfüllt haben, kann man nur zu folgendem Schluß kommen: Noch bevor diese Generation vergangen sein wird, werden die Krankheiten für immer besiegt sein! Gottes Königreich wird die Macht über die Erde übernehmen, eine neue Ordnung wird anbrechen, und Gottes großes Heilungsprogramm wird in Gang gesetzt werden. Dann werden sich die bereits erwähnten Prophezeiungen auf großartige Weise erfüllen: „Kein Bewohner wird sprechen: ,Ich bin krank‘“ und: „Der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein.“ Welch eine herrliche Zeit ist nahe herbeigekommen!
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Jesus heilte Kranke und weckte Tote auf, um den Menschen vor Augen zu führen, was er unter Gottes Königreichsherrschaft tun wird.
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Bald kommt die herrliche Zeit, wo niemand mehr sagen wird: „Ich bin krank.“
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Was, wenn es mehr ist als ein seelisches Tief?Erwachet! 1983 | 8. März
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Junge Leute fragen sich:
Was, wenn es mehr ist als ein seelisches Tief?
VIVIENNE und Marie lernten einander nie kennen, aber beide wußten, was es heißt, verzweifelt zu sein. Beide waren 14 Jahre alt, hatten jedoch ein ganz unterschiedliches Elternhaus. Vivienne, die sich wie eine Dame benahm, hatte liebevolle Eltern. Marie benahm sich manchmal wie eine Wilde, und das Gezänk ihrer Eltern, die sich schließlich scheiden ließen, stachelte sie noch mehr an. Beide Mädchen führten einen verzweifelten Kampf gegen eine Erkrankung, „die für den Betroffenen schlimmere Leiden verursacht als jede andere Krankheit“ — schwere Depression.
Über den Ausgang ihres Kampfes werden wir noch hören, doch zuerst sei der große Unterschied zwischen einem gelegentlichen Tief und schwerer Depression erläutert, dem Leiden, dem in der ganzen Welt Tausende junger Leute zum Opfer gefallen sind und das bei weiteren Millionen den Wunsch geweckt hat, tot zu sein.
Tödliche Depression
Jeder von uns ist manchmal depressiv, du gewiß auch. Gelegentlich mag man sogar an einer „leichten chronischen Depression“a, wie die Ärzte diesen Zustand bezeichnen, leiden. Schwere Depressionen sind aber etwas ganz anderes. „Dauernd hatte ich das Gefühl, innerlich ,tot‘ zu sein“, erzählte Marie. „Ich hatte einfach keine Empfindungen mehr und lebte ständig in Furcht.“ Vivienne beschrieb ihre „ausweglose“ Situation in einem Brief an eine Freundin ähnlich: „Komisch ist, daß ich, nachdem ich mich ausgeweint habe, immer noch depressiv bin; ich bin es ständig; im Grunde ist es ganz egal, was ich mache. Es ist merkwürdig, so lange in einem solchen Zustand leben zu müssen, ohne daß sich etwas ändert.“
Ja, die gedrückte Stimmung hält unvermindert an. Sie kann Monate dauern. Im nebenstehenden Kasten werden einige der Symptome aufgeführt — emotionale und physische. Es sollte niemand überraschen, daß diese Form der Depression am häufigsten für Selbstmord unter den Jugendlichen — in vielen Ländern jetzt als eine „heimliche Seuche“ bezeichnet — verantwortlich ist. In den Vereinigten Staaten ist der Selbstmord unter den Jugendlichen die dritthäufigste Todesursache nach Unfällen und Totschlag.
Ursachen, die tief in der Seele wurzeln
Francine Klagsbrun schrieb in ihrem Buch Too Young To Die — Youth and Suicide (Zu jung zum Sterben — Jugend und Selbstmord): „Die Ursache vieler seelisch bedingter Depressionen ist der Verlust liebgewonnener Objekte.“ Die Wurzel einer Depression kann also der Verlust von Vater oder Mutter (durch Tod oder Scheidung) sein, der Verlust von Stellung oder Beruf oder auch der körperlichen Gesundheit.
Äußerst bitter für einen jungen Menschen ist es, nicht mehr geliebt zu werden, das Gefühl zu haben, unerwünscht zu sein und vernachlässigt zu werden. „Als meine Mutter uns verließ, fühlte ich mich verraten und allein gelassen“, bekannte Marie. „Meine Welt erschien mir plötzlich wie ein großes Durcheinander.“ Ein Therapeut erkannte, daß Vivienne seelisch litt, und fragte sie: „Was wünschst du dir von deinen Angehörigen?“ Kurz und bündig antwortete sie: „Verständnis.“
Man kann sich gut vorstellen, wie die Gefühle bei jungen Menschen durcheinandergeraten und wie schmerzlich es für sie ist, wenn sie mit schrecklichen Familienproblemen konfrontiert werden wie Scheidung, Alkoholismus, Blutschande, Gewalttätigkeiten des Vaters gegenüber der Mutter, Mißbrauch von Kindern oder Gleichgültigkeit eines Elternteils, der nur mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist. Für das Kind ist das ein „Tag der Bedrängnis“. Wie wahr ist doch folgender Spruch aus der Bibel: „Hast du dich entmutigt gezeigt am Tage der Bedrängnis? Deine Kraft wird karg sein.“ (Sprüche 24:10)! Ja, die Kraft, die erforderlich ist, um aus der Depression herauszukommen, ist nur noch gering, insbesondere wenn der junge Mensch glaubt, an den unseligen Verhältnissen schuld zu sein.
„Wie kann man nichts umbringen?“
„Ich tauge zu nichts. Ich nütze niemandem etwas“, schrieb Vivienne. „Was hilft es, mich umzubringen? Wie kann man nichts umbringen?“ Warum empfand sie so? In ihr Tagebuch schrieb sie: „Ich habe immer das Gefühl, groß, plump und begriffsstutzig zu sein und neben mir jemand zu haben [eine Freundin], der klein, korrekt, scharfsinnig und absolut perfekt ist.“ Die Werbung und die Unterhaltungsindustrie fördern schädliche Vergleiche, indem sie körperliche Attraktivität, Sex und akademische Ziele glorifizieren.
Die eigenen Unvollkommenheiten setzen dem bereits geschwächten Selbstwertgefühl noch mehr zu. Du magst etwas tun, wovon du weißt, daß es verkehrt ist, und dann ebenso empfinden wie David, König von Israel, der klagte: „Da ist kein Friede in meinen Gebeinen wegen meiner
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