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Religiöser Vogel verfehlt, das Samenkorn wegzuschnappenDer Wachtturm 1953 | 1. September
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Religiöser Vogel verfehlt, das Samenkorn wegzuschnappen
In seiner Illustration vom Säemann erzählte Jesus von einigen Samenkörnern, die an den Wegrand fielen und von den Vögeln aus der Luft weggepickt wurden, und deshalb ohne Ergebnis waren. Aber der Same dagegen, der auf die rechte Art des Bodens oder des Herzens fiel, brachte dreißig-, sechzig- und hundertfältigen Ertrag ein. Die folgende Erfahrung zeigt das Unvermögen eines „Vogels“, den Samen wegzuschnappen, weil er auf der rechten Bodenart gepflanzt war, und wegen des Ertrages, der von diesem Korn herrührte. — Lukas 8:4-15.
Eine sehr andächtige Dame, die in einem flandrischen Dorf lebt, besuchte ihre Tante in Frankreich. Es traf sich, daß ihre Tante ein Zeuge Jehovas geworden war und nun die Gelegenheit wahrnahm, ihrer Nichte über Gottes Königreich zu erzählen, und was die Bibel eigentlich lehrt. Die Nichte kehrte zu ihrem Heim in Flandern mit einer Bibel und einigen Textbüchern als Studienhilfe zurück. Als sie die Bibel studierte und ihre Erkenntnis zunahm, konnte sie nicht umhin und sprach über die frohe Botschaft zu den Kundinnen ihres Salons für Schönheitspflege. Nicht lange, und es kam Monsieur le curé, dem Priester der Gemeinde, zu Ohren. Er hatte unsere Freundin fünfzehn Jahre lang nicht besucht, nun aber entwickelte er plötzlich großes Interesse für ihre Gesundheit und besuchte sie, um sich nach ihrem Wohlergehen zu erkundigen.
Nicht lange, und er kam auf den wahren Zweck seines Kommens zu sprechen. Er sagte, er sei davon unterrichtet worden, daß sie die Bibel studiere, und fuhr dann fort, ihr zu erklären, warum sie ihm ihr persönliches Exemplar der Bibel geben sollte. Er sagte: „Sie würden Ihrem einjährigen Kind bestimmt kein Beefsteak zu essen geben, nicht wahr? Nun, ich bin Ihr geistlicher Vater, ich kann die Bibel wohl ohne Schaden lesen, aber es ist nicht gut für Sie, mein Kind.“ Die Dame war jedoch mit den Worten Jesu vertraut: „Ihr sollt auch nicht jemand auf der Erde euren Vater nennen“, und erkannte auch, daß die Bibel gerade für sie da war, wie für jeden anderen gottesfürchtigen Menschen auf Erden. Sie weigerte sich, ihre Bibel aus der Hand zu geben, sondern fuhr fort, sie zu studieren und anderen über ihren Inhalt zu erzählen.
Das begann sozusagen eine „Kettenreaktion“ in dem kleinen Dorf auszulösen, denn siebzehn andere waren bereits ihrem Beispiel gefolgt und dabei, genaue Erkenntnis zu erlangen. In kurzer Zeit wurde ihr Schönheitssalon in einen Treffpunkt für Jehovas Zeugen verwandelt. Beim ersten öffentlichen Vortrag hörten 140 Menschen weiteres über die Botschaft aus der Bibel, die der Priester ihnen vorzuenthalten suchte. Später bot ein begüterter Geschäftsmann seine Wohnung für einen Vortragszyklus an. Seine Freunde riefen aus: „Sind Sie sich im klaren darüber, was Sie tun? Sie können deswegen Ihre Wohnung verlieren!“ Seine ruhige Antwort lautete: „Wenn ich sie verliere, verliere ich sie! Das hier ist wichtiger als mein Heim.“ Er hat jedoch seine Wohnung nicht eingebüßt. Er und seine Frau und seine beiden Söhne sind jetzt aber aktive Zeugen Jehovas, zusammen mit vierzig anderen in dem Dorf. Die Wahrheit ist dort zu einem festen Halt in der Schlacht gegen die Unwissenheit geworden.
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Um Zehntausende von Jahren gefehlt!Der Wachtturm 1953 | 1. September
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Um Zehntausende von Jahren gefehlt!
● In einem Bericht der Associated Press vom 30. Juni 1952 heißt es: „Die National Capital Parks berichteten heute stolz, daß es eine Blüte einer indischen Lotusblume hier im Kenilworth Aquatic Garden gibt. Es handelt sich nicht um eine gewöhnliche Blüte. Sie entwickelte sich aus einer Pflanze, die aus Samenkörnern gewachsen ist, die Zehntausende von Jahren alt sind. Die Samenkörner, aus denen die indische Lotusblume gewachsen ist, wurden in geologischen Ablagerungen in der südlichen Mandschurei vor zwei Jahren von Dr. Seido Endo, einem Paläontologen der Sendai Universität in Japan, gefunden. Dr. Endo sagte, die Samenkörner seien unter einer Felsschicht gefunden worden und wären mindestens Zehntausende von Jahren alt.“ Vermutlich glaubten die Leser die Behauptung über das phantastische Alter. Wie konnten sie wissen, daß diese Behauptung, die der Bibel widerspricht, schon durch die radioaktive Uhr widerlegt worden ist, die das Alter dieser Lotussamenkörner auf bloße 1000 Jahre festgesetzt hat? Das allein schon ist ein ziemliches Alter für Samenkörner und würde eine interessante Neuigkeit gewesen sein, aber die erstere, falsche Altersschätzung war zu großartig. Wahrscheinlich kommt es einem „Wissenschaftler“, der für die Öffentlichkeit Erklärungen abgibt oder aber dem Nachrichtendienst, der seine Worte berichtet, auf „einige zehntausend Jahre“ gar nicht an.
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