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Säuglingsnahrung für ErwachseneErwachet! 1971 | 8. Januar
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Säuglingsnahrung für Erwachsene
WENN du im Laden Milch kaufst, mag dir der Gedanke, es sei Säuglingsnahrung, nicht kommen. Doch in Wirklichkeit ist sie das. Aber die Milch ist auch unter Erwachsenen ein beliebtes Nahrungsmittel, das zum Kochen und zur Zubereitung verschiedener Getränke benutzt wird. Ist diese Säuglingsnahrung jedoch für Erwachsene wirklich zuträglich?
Die Milch, die du am besten kennst, ist wahrscheinlich Kuhmilch. Doch gibt es Länder, in denen man es auch gewohnt ist, Milch von anderen Tieren zu trinken. In den Randländern des Mittelmeeres sowie in Norwegen, in der Schweiz, in Lateinamerika und in gewissen Gegenden Asiens und Afrikas trinkt man zum Beispiel viel Ziegenmilch. In den Polargebieten trinkt man Pferde- und Rentiermilch. In Spanien und Italien wird außerdem noch Schafmilch getrunken. In Indien und auf den Philippinen wird auch häufig Wasserbüffelmilch und in Südamerika Lamamilch getrunken.
Milch kann gefährlich sein, ganz gleich, um welche Milchart es sich handelt. Warum? Weil sie leicht durch Krankheitserreger verunreinigt wird; sie ist ein idealer Nährboden dafür, auf dem sie sich schnell vermehren können. Krankheiten wie Tuberkulose, die Bangsche Krankheit, Typhus, Angina, Scharlach und Diphtherie können durch Milch übertragen werden.
Reinerhaltung der Milch
Wenn man Milch verwendet, muß man unbedingt darauf achten, daß sie einwandfrei ist. Nachdem man sie gekauft hat, sollte man sie sofort kühl stellen. Dadurch verhindert man, daß sich die Bakterien darin allzu schnell vermehren. Gieße sie niemals in ein Gefäß, das nicht ganz sauber ist, und schütze sie immer vor Fliegen und Staub, denn durch Fliegen und Staub könnte sie mit unerwünschten Bakterien verunreinigt werden.
Milchversorgungsbetriebe entkeimen die Gefäße, in denen die Milch abgegeben wird, und pasteurisieren auch die Milch. Beim Pasteurisieren wird die Milch vorsichtig auf 62 bis 65 Grad Celsius erhitzt und während dreißig Minuten heiß gehalten. Durch die Wärme werden die meisten Bakterien abgetötet, so daß die Milch dann verhältnismäßig hygienisch einwandfrei ist. Um jedoch alle Bakterien und ihre Dauerformen, die Sporen, zu töten, müßte die Milch so sterilisiert werden, wie das für die Herstellung von Milchkonserven (durch Eindampfen und Eindicken) geschieht. Das erfordert jedoch viel höhere Temperaturen. Vielen Leuten schmeckt sterilisierte Milch aber nicht.
Manche Personen sind gegen das Pasteurisieren der Milch, weil durch das Erhitzen ein Teil der Vitamine C und B verlorengeht und die nützlichen Milchsäurebakterien zerstört werden. Beim Erhitzen gehen etwa 15 Prozent von dem Vitamin B1 verloren. Rohe Milch mag die Vitamine enthalten, aber es besteht auch die Gefahr, daß sie nicht ganz frei von gefährlichen Bakterien ist. Um Gefahren auszuschalten, muß in Verbindung mit solcher Milch besondere Sorgfalt angewandt werden.
Milch ist zwar kein vollkommenes, aber ein vollwertiges Nahrungsmittel. Sie setzt sich aus etwa fünfzig verschiedenen Stoffen zusammen. Allerdings finden sich verschiedene Elemente nicht darin vor, die für das Wachstum erforderlich sind, zum Beispiel Kupfer, Eisen, Jod und Mangan.
Wenn man Frauenmilch mit Kuhmilch vergleicht, stellt man einen deutlichen Unterschied fest. Die Frauenmilch enthält zwei- bis dreimal mehr Vitamin C als Kuhmilch. Sie enthält auch etwa um die Hälfte mehr Milchzucker. Die Kuhmilch dagegen enthält mehr Kasein und Asche. Das muß man berücksichtigen, wenn man Säuglinge mit Kuhmilch ernährt.
Aber selbst wenn der Kuhmilch Milchzucker zugesetzt wird, ist sie noch kein vollwertiger Ersatz für die Muttermilch. Rüben- und Rohrzucker ist nicht dasselbe wie Milchzucker, daher wird die Kuhmilch, wenn man ihr Rüben- oder Rohrzucker beimischt, der Frauenmilch nicht ähnlicher. Die geeignetste Nahrung für den Säugling ist die Muttermilch, nicht die Kuhmilch. Wenn ein Säugling gestillt wird, erhält er auch den ganzen Vitamin-C-Gehalt der Milch, weil die Milch nicht der Luft ausgesetzt wird, wodurch dieses Vitamin zufolge von Oxydation zerstört würde.
Ist Milch für Erwachsene geeignet?
Viele Ärzte empfehlen Erwachsenen und Kindern, Milch zu trinken, Erwachsene sollen etwa einen halben Liter täglich (einschließlich der Milch, die zum Kochen verwendet wird) und Kinder einen Liter oder mehr trinken. Sie betrachten die Milch als die reichste Kalziumquelle des Menschen. Sie vertreten den Standpunkt, daß besonders Kinder während der Wachstumszeit und Schwangere reichlich Milch trinken sollten.
Andererseits gibt es Personen, die sagen, die Milch sei Erwachsenen nicht zu empfehlen. In dem Buch The Encyclopedia for Healthful Living (Die Enzyklopädie für gesundes Leben) von J. I. Rodale wird gesagt, daß nur kleine Kinder Milch trinken sollten. Es heißt darin: „Allergien, übermäßiges Längenwachstum und antibiotischer Gehalt sind nur einige wenige der Gründe, warum wir dagegen sind.“ In einem anderen Buch schreibt der gleiche Verfasser, Milch begünstige Arthritis, Nebenhöhlenentzündungen, Erkältungen und Katarrh.
Das zeigt, daß nicht alle der Meinung sind, Milch sei auch für Erwachsene eine zuträgliche Nahrung. Es ist einwandfrei erwiesen, daß der Milchgenuß bei gewissen Personen eine nachteilige Wirkung hat. Doch da die Milch Protein, Fett, Kohlehydrate, Mineralien und einige Vitamine enthält, ist sie ein wertvolles Nahrungsmittel.
Unser Schöpfer, der dem Menschen die Erlaubnis gegeben hat, Tiere zu essen, erwähnt die Milch als eines der Dinge, die das Verheißene Land für die Israeliten begehrenswert machten. Er sagte, es sei „ein Land, das von Milch und Honig fließt“. (2. Mose 3:8) Von Abraham wird in der Bibel berichtet, er habe erwachsenen Besuchern Milch vorgesetzt. (1. Mose 18:8) Das zeigt deutlich, daß die Menschen in Übereinstimmung mit Gottes Absicht handeln, wenn sie die Milch als Nahrungsmittel verwenden.
Die Milch bereichert unseren Speiseplan, weil man so viele schmackhafte Gerichte daraus zubereiten und viele Erzeugnisse daraus herstellen kann. Diese Säuglingsnahrung dient somit auch zahllosen Erwachsenen als vollwertiges Nahrungsmittel.
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Das Römische ReichErwachet! 1971 | 8. Januar
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Das Römische Reich
In den Tagen des römischen Kaisers Trajan erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung; es umfaßte eine Fläche von etwa 6,5 Millionen Quadratkilometern. Somit hatte dieses berühmte Weltreich weniger Fläche als der australische Kontinent.
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