-
Sind „Wunderheiler“ Werkzeuge Gottes?Erwachet! 1975 | 22. September
-
-
Seite von unsichtbaren „Mächtigen“ steht, „nämlich ... den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen“ (Eph. 6:11, 12, Lu). Die Bibel bezeichnet ihn als „Satan“, der sich in schlauer Weise ‘zum Engel des Lichts verstellt’, um die Menschen zu täuschen. „Darum ist es nichts Großes“, heißt es weiter, „wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit“ (2. Kor. 11:13-15, Lu; vergleiche 2. Thessalonicher 2:9, 10).
Wir dürfen uns nicht vom wahren Vorsatz Gottes abbringen lassen, der dauernde körperliche Heilungen durch die Königreichsregierung vorsieht. Ist nicht die weit wichtigere Heilung der Persönlichkeit besser, bei der wir durch die geistigen Heilkräfte des Wortes Gottes ‘durch genaue Erkenntnis erneuert’ werden? Das verhilft uns dazu, als würdige Untergebene dieses Königreiches leben zu können (Kol. 3:9, 10; Eph. 4:22, 23).
-
-
Der Landwirt und die WelternährungskriseErwachet! 1975 | 22. September
-
-
Der Landwirt und die Welternährungskrise
DREI Viertel aller Berufstätigen der Welt wohnen auf Bauernhöfen und sind oft äußerst arm. Die überwältigende Mehrheit der Armen der Welt lebt in Afrika, Asien und Lateinamerika. In guten Jahren ringen sie dem Boden genug Nahrung für sich selbst, ihre Familie und vielleicht noch einige andere Menschen ab; in schlechten Jahren müssen viele hungern.
In anderen Teilen der Welt, die stärker industrialisiert sind, produziert ein kleiner Teil der Bevölkerung die Nahrung für die Mehrzahl der Menschen im Land. Die USA sind eines der Länder mit der höchsten Produktion. Dort gibt es zwar auch kleine Bauernhöfe, doch die großen Farmen überwiegen.
Nahrung in Fülle
In den mehr als vierzig Jahren seit der Weltwirtschaftskrise hat sich der Maisertrag beinahe vervierfacht; er stieg von durchschnittlich 1,4 t auf 5,3 t pro Hektar. Beim Weizen war ein Anstieg von 0,9 t auf 2,1 t pro Hektar zu verzeichnen, beim Reis von 2,4 t auf durchschnittlich 5,2 t pro Hektar.
Im Jahre 1974 wurde mehr Ackerfläche denn je bebaut, und die Bauern der USA produzierten beinahe 49 Millionen Tonnen Weizen, wobei sie nur von der Sowjetunion übertroffen wurden. Mit 117 Millionen Tonnen hatten die USA 1974 die größte Maisernte der Welt. Es wurden 36 Millionen Stück Vieh geschlachtet, was einen Zuwachs von 7 % gegenüber 1973 bedeutete.
Diese riesigen Nahrungsmittelmengen wurden von nur 2,8 Millionen Landwirten bei einer Bevölkerung von 208 Millionen Menschen produziert. Das bedeutet, daß jeder Bauer ungefähr 74 Personen ernährt.
Im Vergleich zu vielen anderen Ländern sind die Herstellungskosten dieser Erzeugnisse zwar recht niedrig, doch Menschen mit einem geringen Einkommen müssen einen wachsenden Prozentsatz ihres Geldes für Nahrung ausgeben. Wenn auch die Bauern vielleicht für die Probleme anderer Verständnis haben mögen, so sehen sie sich doch selbst finanziellen Problemen gegenüber.
Wozu sich die Bauern veranlaßt fühlen
Die Landwirte der USA würden den Armen in der ganzen Welt gern Nahrung zukommen lassen, und sie haben auch schon beträchtliche Mengen an Nahrungsmitteln für Millionen hungernder Menschen in anderen Ländern beigesteuert. Die USA lieferten zwischen 1965 und 1972 nach eigenen Angaben 84 % der gesamten sogenannten Lebensmittelhilfe in der Welt. Doch nur 20 % der vorgesehenen Lebensmittelhilfe der USA ist für Hungergebiete bestimmt. Der Rest wird an diejenigen verkauft, die die Mittel dafür aufbringen können.
So, wie die Landwirtschaft der USA aufgebaut ist, muß der Landwirt mit seiner Ernte Gewinn erzielen, wenn er wettbewerbsfähig bleiben will. Einige Bauern haben in dem Bemühen, andere wissen zu lassen, daß sie auf Gewinne angewiesen sind, zu drastischen Maßnahmen gegriffen. In mehreren Staaten der USA töteten sie Hunderte von Kälbern und warfen sie zum Verfaulen in Erdgruben.
Natürlich geben die Bauern zu, daß es eine Schande ist, durch solches Abschlachten Nahrung zu vergeuden, doch ein Viehzüchter aus Motley (Minnesota, USA) sagt dazu: „Es ist auch eine Schande, daß ein Bauer ein ganzes Jahr arbeitet und dann feststellt, daß er mit 20 000 oder 30 000 Dollar in der Kreide steht. ... Meiner Ansicht nach ist das eine viel größere Schande, als einen Teil des Fleisches in die Grube zu werfen.“
Veränderte wirtschaftliche Bedingungen
Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Zeit hat viele Landwirte hart getroffen. Beispielsweise mußten einige Bauern mehr für das Getreide bezahlen, um ein Kalb so weit zu mästen, daß es zum Schlachten verkauft werden konnte, als sie dann beim Verkauf des Tieres erhielten. Ebenso kann es vorkommen, daß das Futter, das man zur Erzeugung von 100 Liter Milch benötigt, mehr kostet als die Milch selbst. Das hat dazu geführt, daß in Wisconsin (USA) vor kurzem laut Berichten jeden Tag fast zehn Molkereien schließen mußten.
Andererseits geht es einigen Bauern finanziell gut. Ein Landwirt mit etwa 40 Hektar Ackerland in Iowa (USA) gibt zu: „Ich kann unserem Landwirtschaftsminister voll zustimmen, daß es mir noch nie so gut gegangen ist. Meine Meinung ist daher, daß es vom Standort abhängt. Hier ist die Lage günstig, wogegen es anderswo sehr schlecht aussieht.“
Doch selbst diejenigen, die eine hervorragende Ernte hatten, wissen, daß sich ihre Lage fast über Nacht ändern kann. Im Jahr 1974 brachte der Getreideanbau im allgemeinen viel ein, denn mit Getreide erzielte man einen hohen Preis. Doch viele Viehzüchter, die das teure Getreide brauchten, um ihre Tiere zu füttern, erlitten einen finanziellen Zusammenbruch.
Woran liegt diese Unsicherheit und die ungleiche Verteilung der Gewinne?
Hauptprobleme der Landwirtschaft
Nach der Meinung vieler Landwirte ist das Wetter das Problem Nummer eins. Die Meteorologen bestätigen, daß das launische Wetter der letzten Zeit den Bauern Verluste bringt. Ein Beispiel: Im US-Staat Iowa spülten im letzten Jahr starke, verwüstende Regenfälle viel Ackerboden weg, so daß nicht früh genug ausgesät werden konnte. Darauf vernichtete die sengende Hitze im Juli (mit Temperaturen um 40 Grad Celsius) einen großen Teil der Ernte, worauf dann ein noch nie dagewesener Frosteinbruch am 2. September folgte.
Ein weiteres großes Problem ist der gewaltige Anstieg der Kosten für Ölprodukte, von denen die moderne Landwirtschaft abhängt. Man schätzt, daß in den USA rund 750 l Benzin zum Anbau und zur Ernte von nur einem Hektar Mais benötigt werden. Zum Betreiben der landwirtschaftlichen Geräte und zur Herstellung von Kunstdünger braucht man Benzin und Öl. Im Jahre 1972 kostete Dünger, der mit Hilfe von Ölprodukten gewonnen wurde, 72.20 Dollar pro Tonne; im Jahre 1974 zahlten die Landwirte 192.90 Dollar.
Auch die Preise für landwirtschaftliche Geräte sind stark gestiegen. Mancher Traktor, der vor etwa zwei Jahren noch 7 800 Dollar kostete, kostet jetzt doppelt soviel. Dennoch konnten die Hersteller manchmal mit der Nachfrage nicht Schritt halten, so daß die Landwirte zwei bis sechs Monate auf die Auslieferung der neuen Maschinen warten mußten. Oft war es schwieriger, Ersatzteile zu bekommen, als einen neuen Traktor zu kaufen. Darum kauften einige Bauern zwei Traktoren oder Mähdrescher — selbst zu erhöhten Preisen — für den Fall, daß im kritischen Augenblick einer ausfällt. Auf die Dauer gesehen, so meint man, sei dies billiger als die Einbußen bei der Ernte.
Auch die Preise für Saatgut sind in astronomische Höhen gestiegen. Durchschnittlich stiegen die Preise für Maissaat von 1974 bis 1975 um über 30 %. Der Draht, der zur Herstellung der Heuballen benötigt wird, ist in drei Jahren über 400 % teurer geworden.
Zum Teil steht damit auch das Problem der Arbeitskräfte in Verbindung. Ein Landwirt, der gezwungenermaßen ungelernte Kräfte mit der Bedienung seiner Maschinen betrauen muß, hat mehr Reparaturen. Auf die Frage, weshalb er die Landwirtschaft aufgegeben habe, führte ein Farmer aus dem Mittleren Westen als ersten Grund an: „Das Problem, ehrliche und zuverlässige Arbeitskräfte zu finden.“
Dutzende, wenn nicht Hunderte von „Kleinigkeiten“ scheinen die Landwirtschaft mit einem Mal getroffen zu haben, was insgesamt zu einer schweren Beeinträchtigung geführt hat. Doch gleichzeitig wird darauf gedrängt, wegen der Ernährungskrise mehr zu produzieren, was durch die steigenden Preise häufig erschwert wird.
Beispielsweise wird Ackerland immer teurer. Im US-Staat New Jersey kostet ein Hektar Land jetzt rund 5 000 Dollar, und in der in Denison (Iowa, USA) erscheinenden Zeitung Review hieß es: „Der Wertzuwachs von 31 % bei allen Arten von landwirtschaftlich nutzbarem Boden in diesem Jahr [1974] folgt unmittelbar auf den Anstieg von 32 % im Jahre 1973.“
Dies sind einige der Gründe, weshalb die Landwirte mehr Geld für ihre Produkte fordern.
Die Festsetzung der Preise für Agrarprodukte
Von seiten der Landwirte hört man aber, daß sie Teil eines Wirtschaftssystems sind, das ihnen nicht gestattet, die Preise für ihre Erzeugnisse festzusetzen. Sie klagen darüber, daß sie sich mit dem Preis zufriedengeben müssen, den man ihnen bietet, selbst wenn sie weniger bekommen, als sie selbst aufgewendet haben. Doch angenommen, die Bauern könnten ihre Preise selbst festsetzen, hätte die Menschheit als Ganzes dann einen Nutzen davon?
Man frage sich ganz offen: Wie viele Landwirte, die im letzten Jahr eine gute Getreideernte hatten, teilten ihren Reichtum mit den weniger begünstigten Viehzüchtern? Die in Seattle (Washington, USA) erscheinende Zeitung Times sagte in einem Bericht über ein Treffen von Landwirten, die Weizen anbauen: „Die Landwirte ... erfreuen sich offensichtlich ihres Wohlstandes ... Jetzt, da die Weizenanbauer die Spitzenposition innezuhaben scheinen, haben sie nicht vor, sich dafür zu entschuldigen.“
Die Landwirte sind tatsächlich von einem Wirtschaftssystem abhängig, das praktisch verlangt, daß jeder seinen eigenen Vorteil sucht. Das System ist auf Gewinnstreben gegründet. Man beachte, welche Auswirkungen dieses Streben hat, wenn die Menschheit dringend mehr Nahrungsmittel braucht.
-
-
Gewinnstreben — heimtückischer Feind der HungerndenErwachet! 1975 | 22. September
-
-
Gewinnstreben — heimtückischer Feind der Hungernden
DIE USA exportierten 1973 den fünften Teil ihrer gesamten Ernte. Wird dieser gewaltige Exportmarkt geschlossen oder allzu strengen Beschränkungen unterworfen, bleiben die Produkte im Lande liegen, und dies führt dazu, daß dort die Preise fallen. Was geschieht dann?
Der Landwirt baut absichtlich weniger an. Würde er weiterhin große Mengen an Nahrungsmitteln auf den Markt bringen, so fielen die Preise noch weiter.
Man wundert sich daher nicht, daß der US-Landwirtschaftsminister Earl Butz auf die Frage der Zeitschrift Farm Chemicals, was bei einem Absinken der Agrarpreise geschehen würde, antwortete: „Dann werden auch weniger Agrarprodukte erzeugt.“ Ein Beobachter der Lage in Iowa (USA) sagte: „Die Landwirte haben erkannt, daß sich alles nur um den Profit dreht.“
Andererseits rief eben dieses Gewinnstreben bei vielen Landwirten eine Euphorie hervor. Sie glaubten, sie hätten grenzenlose Möglichkeiten, Geld zu verdienen, bis die Geschehnisse der letzten Jahre vielen die Illusionen raubten. Doch einige Bauern, die immer größere Beträge investiert hatten, weil sie größeren Profit machen wollten, sind jetzt stark verschuldet.
Gewinnstreben ist auch der Grund, weshalb viele Landwirte gegen weltweite Nahrungsmittelreserven sind. Wer nicht in der Landwirtschaft tätig ist, dem erscheint es vernünftig, in Jahren des Überflusses einen großen Getreidevorrat für magere Jahre anzulegen. Die Bibel berichtet, daß man dies im alten Ägypten zur Zeit Josephs tat, und viele Verfechter von weltweiten Nahrungsmittelreserven weisen darauf hin (1. Mose, Kap. 41 bis 47).
Doch viele Farmer Amerikas sind davon nicht sehr begeistert. Wieso? Einen der Gründe erfahren wir von einem ehemaligen stellvertretenden US-Landwirtschaftsminister. Er sagte den Landwirten, sie wären diejenigen, die für das Anlegen einer Weltnahrungsmittelreserve zuständig seien. Dann brauchte man nicht mehr so viel zu exportieren, aber damit würde den Landwirten natürlich eine ihrer Haupteinkommensquellen entzogen. Die Zeitschrift Farm Journal hörte sich bei Experten um, ob man die Reserve auch anlegen könne, ohne daß sich die Agrarpreise zum Schaden der Bauern entwickelten. Die Antwort war ein klares „Nein!“ Das Streben nach Gewinn kann also weltweit verheerende Folgen haben.
Macht der Zwischenhandel Profit?
Wenn die Landwirte bei den steigenden Preisen nicht reich werden, wer dann? Viele Landwirte und Verbraucher sagen: „Der Zwischenhandel.“ Wer ist das?
Damit ist jeder gemeint, der mit der Ware zu tun hat von der Zeit an, da sie den Bauernhof verläßt, bis sie im Lebensmittelgeschäft verkauft wird. Die Landwirte schieben die Schuld für die gestiegenen Nahrungsmittelpreise auf die Großhändler, die Spediteure, die Einzelhändler und andere. Doch sie alle behaupten, sie seien — genau wie die Landwirte — Opfer der Inflation und müßten die Preise anheben, da ihre eigenen Kosten stiegen. Jeder sagt, er wolle nur einen redlichen Gewinn erzielen, um sich selbst zu ernähren und um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit anderen Worten: Jeder ist ein Gefangener des Systems.
Auch den Börsenspekulanten und den großen Handelsgesellschaften lasten die Landwirte die höheren Preise an. Haben sie damit recht?
Wenn ein Landwirt eine größere Menge Lebensmittel verkaufen will, z. B. Getreide, verkauft er sie gewöhnlich nicht unmittelbar an eine Bäckerei oder jemand anders, der die Ware selbst braucht, sondern er bringt die Ware zu einem örtlichen Getreidespeicher. Dort wird sie aufgekauft und wenigstens zeitweilig gelagert. Welchen Preis der Bauer dort bezahlt bekommt, wird auf der „Produktenbörse“ festgesetzt.
Bei der Handelskammer verfolgt man, wieviel Tonnen Getreide (und andere Nahrungsmittel) überall im Land in die Speicher gebracht werden, und dann teilt man den voraussichtlichen Käufern mit, wieviel zum Verkauf bereitsteht. Daraufhin werden Aufträge angenommen. Das Verhältnis der in den Silos der gesamten USA angebotenen Ware zur Nachfrage bestimmt den Preis, den der Landwirt für sein Getreide bezahlt bekommt.
Die Spekulanten kaufen die Ware zu einem bestimmten Preis, ähnlich wie man Aktien an einer Börse kauft. Der Börsenspekulant aber kauft das Getreide in Wirklichkeit nicht — er hat gar nicht vor, es sich je ausliefern zu lassen —, sondern wartet nur darauf, daß der Preis an der Produktenbörse steigt. Dann verkauft er und erzielt einen Gewinn. Die Landwirte meinen nun, daß diese Leute zum großen Teil die Schuld an den gestiegenen Lebensmittelkosten tragen, obwohl sie mit der Erzeugung unmittelbar gar nichts zu tun haben.
Die Börsenspekulanten hingegen weisen die Landwirte darauf hin, daß auch sie nur Gefangene des Systems sind und nur ihren redlichen Verdienst wollen. Bei jedem Kauf gehen sie ein großes Risiko ein. Die Preise steigen nicht immer, so sagen sie, und wenn sie fallen, so können sie dabei großen Verlust erleiden.
Der Börsenspekulant hebt hervor, daß das Getreide auf jeden Fall irgend jemand gehören muß, sobald der Landwirt es abgibt und bevor es den Verbraucher erreicht. Wenn die Börsenspekulanten ihr Geld nicht riskieren würden, um praktisch für die „Lagerung“ dieses Getreides zu bezahlen, heißt es weiter, dann müßte es jemand anders tun. Auf jeden Fall würde jemand das Geld bekommen, das die Spekulanten bekommen.
Und was läßt sich über die großen Handelsfirmen sagen? Treffen sie Absprachen, um auf diese Weise riesige Gewinne zu erzielen? Natürlich ist es immer möglich, daß jemand den Markt zu seinem Nutzen lenken kann, doch das heißt noch nicht, daß dies so ist. Der Getreidegroßhandel behauptet wie die Landwirte und der Rest des Zwischenhandels, er sei nur an seinem redlichen Verdienst interessiert. Aus diesem Grund verkauft er den größten Teil des exportierten Getreides an „reiche“, nicht „arme“ Länder! Die Armen können es sich nicht leisten.
Die US-Landwirtschaft mit ihrer gewaltigen Kapazität ist dadurch, daß sie auf das Streben nach Gewinn gegründet ist, zwar teilweise erfolgreich, sie kann aber nicht für immer funktionieren. Es ist wie bei der Katze, die sich in den Schwanz beißt. Da unter dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem jeder einzelne in dieser Kette Geld verdienen will und verdienen muß, kommen die Nahrungsmittel nicht bei denen an, die sie sich nicht kaufen können oder die niemand haben, der sie für sie kauft.
Die in St. Louis (Missouri, USA) erscheinende Zeitung Globe-Democrat kommt daher zu dem Schluß: „Zum Nahrungsmittelmarkt gehören auf der einen Seite die Landwirte und auf der anderen die Verbraucher. Dazwischen liegt ein verwirrendes Labyrinth, das als der Zwischenhandel bekannt ist. Es ist fast unmöglich, einen Schuldigen zu finden, wenn es überhaupt einen gibt.“
Die Zeitschrift Harper’s fragt: „Was hat man vor sich, wenn man dies alles zusammengenommen betrachtet?“ Als Antwort heißt es: „Die Kennzeichen eines Systems, das kurz vor dem Zusammenbruch steht.“
Offensichtlich ist ein besseres System nötig. Welches aber?
Hoffnung für die Hungernden
Wäre nicht ein System, das auf Selbstlosigkeit, auf echter Liebe und Rücksichtnahme gegenüber anderen gegründet ist, besser als das heutige am Profit orientierte System? Wer aber kann ein solches neues System errichten und in Gang bringen?
Der Schöpfer der Erde und des Menschen ist dazu in der Lage. Die Bibel offenbart, daß es sein Vorsatz ist, dies zu tun. Die Königreichsregierung, um die Jesus Christus seine Nachfolger beten lehrte, wird dafür sorgen, daß bald ein gerechtes neues System auf der Erde errichtet wird (Matth. 6:9, 10; 2. Petr. 3:13). Die Bibel verheißt, daß zu jener Zeit „die Erde selbst ... bestimmt ihren Ertrag geben [wird]; Gott, unser Gott, wird uns segnen“ (Ps. 67:6). Die Erde wird zu einem Paradies werden.
Wie wäre es, wenn du Jehovas Zeugen die Gelegenheit einräumen würdest, dir aus der Bibel zu zeigen, was die Herrschaft des Königreiches Gottes schließlich für die ganze Erde bedeuten wird? Du kannst mit ihnen Kontakt aufnehmen, indem du an die Herausgeber dieser Zeitschrift schreibst.
Was sollte man aber tun, wenn man in diesem System der Dinge Landwirt ist? Viele wollen die Landwirtschaft nicht aufgeben. Sie sehen die vielen Vorzüge, die dieses von ihnen gewählte Leben hat. Ein Landwirt aus Wisconsin (USA) sagte: „Man hat mehr Befriedigung, wenn man selbständig ist. Es macht Freude, Tiere zu haben, sie aufwachsen zu sehen und zu beobachten, wie ausgelassen sie sind. Es macht auch Freude, das Getreide und das Gras wachsen zu sehen und jedes Jahr zu ernten. Ein Landwirt kann seinen eigenen Zeitplan aufstellen und jeden Tag oft mit der Familie zusammen sein. Die Landwirtschaft hat also auch ihre guten Seiten. Viele Landwirte sind der Ansicht, ihr Beruf bringe sie Gott näher.“
Sie lieben die Landwirtschaft, doch sie hassen das bedrückende weltweite System, unter dem tüchtige Arbeiter — Landwirte, Spediteure, Groß- und Kleinhändler — Tag und Nacht arbeiten und für ihre Mühe wenig erhalten, und obendrein kommt die Nahrung doch irgendwie nie bei denen an, die sie wirklich brauchen. Diese Menschen beten voller Inbrunst zu Gott, er möge seine Verheißung doch wahr machen: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matth. 6:9, 10).
[Bild auf Seite 13]
Gewinnstreben ist der Grund, weshalb die meisten Landwirte und Getreidehändler gegen jegliche Weltnahrungsmittelreserve sind.
-
-
Sie tun es aus LiebeErwachet! 1975 | 22. September
-
-
Sie tun es aus Liebe
● In Mali (Westafrika) gibt es nur wenige Zeugen Jehovas. Die meisten von ihnen müssen fast zehn Kilometer weit zu Fuß gehen, um die christlichen Zusammenkünfte besuchen zu können. Zwei Europäer und ein Afrikaner, denen das geistige Wohl der Menschen dort am Herzen lag, erklärten sich bereit, in diesem Land zu dienen. Jeder der drei wendet rund 200 Stunden im Monat auf, um die biblische Wahrheit zu verkündigen. Obschon die Hitze in diesem Land fast unerträglich ist — manchmal beträgt die Temperatur 49 Grad Celsius —, finden sie, daß sich ihre Liebestätigkeit lohnt. Einfache Arbeiter, Personen des öffentlichen Dienstes, Ärzte und andere, die freiberuflich tätig sind, hungern danach, die Bibel kennenzulernen.
-