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Eine Zeit beispielloser Belastungen beginntErwachet! 1972 | 22. April
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Das könnte man mit einer Frau vergleichen, die ihrer Niederkunft entgegengeht und bei der die ersten Wehen einsetzen. Sie weiß mit Sicherheit, daß noch weitere, heftigere Wehen folgen werden.
So war auch der Erste Weltkrieg der Anfang vieler weiterer Wehen. Weitere Geschehnisse, die für die Menschheit schwere Belastungen wären und die ganze Welt erschüttern würden, sollten bald folgen. Das geschah; wie berichtet wird, wurden in dem Krieg von 1914 bis 1918 etwa 9 Millionen Soldaten und etwa 5 Millionen Zivilisten getötet, durch die Grippeepidemie, die darauf folgte, kamen rund 20 Millionen Menschen ums Leben. Und wie vor kurzem geschätzt wurde, betrug die Zahl der Soldaten und Zivilisten, die im Zweiten Weltkrieg getötet wurden, 55 Millionen. Seither hat sich vieles ereignet, was für die Menschen schwere Belastungen gewesen sind oder noch sind: Kriege — große und kleine — sowie Unruhen wegen Rassenfragen, sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Fragen.
Und wie sieht es jetzt, nachdem die Menschen schon 57 Jahre unter dem Druck dieser Verhältnisse leben, aus? Die New York Times berichtete: „Blutige Unruhen, Mordanschläge, Menschenentführungen, Piraterie und Flugzeugentführungen verraten, daß sich sozusagen in jedem Winkel der Erde eine tiefe Verachtung der Gesetze breitmacht. Überall und ohne Rücksicht auf Ideologie oder Regierungsform findet ein unaufhaltsamer Zerfall der überkommenen Normen statt.“
Einem Höhepunkt entgegen
Experten auf allen Gebieten sind sich im allgemeinen darin einig, daß die Verhältnisse heute einem Höhepunkt zutreiben.
Vor einiger Zeit trafen sich in den Vereinigten Staaten Dutzende angesehener Naturwissenschaftler. Wirtschaftsexperten, Historiker und Philosophen, um die Probleme der Menschheit zu besprechen. In manchem waren sich diese Gelehrten uneinig. Aber in einer Hinsicht stimmten sie miteinander überein: „Alle vertreten den Standpunkt, daß die Menschheitsfamilie sich einer gewaltigen Krise nähert, die es erforderlich machen wird, daß die Gesellschaft im Aufbau grundlegend erneuert wird“ (New York Times).
Bei einem anderen Anlaß sagte der Fernsehkommentator Walter Cronkite: „Die Wissenschaftler sind sich nicht einig darüber, wann es zu der Katastrophe kommen wird. Jeder Spezialist geht dabei von der Zeitgrenze der Krise aus, die er für sein Gebiet errechnet hat. Aber wir fanden keinen einzigen Wissenschaftler, der nicht auch die Meinung vertrat, daß es zu irgendeiner Katastrophe kommen wird.“
Die Fachleute wurden gefragt, wie lange es nach ihrer Meinung dauern werde, bis die gegenwärtigen Probleme das Ausmaß einer „Krise“ erreicht haben würden. Es wurde erklärt, daß das Ausmaß einer Krise erreicht sei, wenn jährlich mindestens eine Million Menschen diesem Zustand zum Opfer fallen oder dadurch schwere Gesundheitsschäden davontragen würden oder wenn ihr Wohl oder ihr Lebensstandard dadurch stark beeinträchtigt würde. Man verfertigte aufgrund der Meinungen dieser Fachleute eine Tabelle. Darauf wurden u. a. folgende Probleme aufgeführt:
Man beachte, daß die Fachleute sagen, das Problem der Übervölkerung habe bereits das Ausmaß einer Krise erreicht. Das wird damit begründet, daß jetzt täglich 10 000 Personen an den Folgen von Unterernährung sterben; das bedeutet 3 500 000 jährlich. Der Bevölkerungszuwachs geht auch nicht zurück, sondern er hat zugenommen. Die Weltbevölkerung verdoppelt sich jetzt alle 35 Jahre!
Jedes der auf der Tabelle angeführten Probleme könnte sich auf alles Leben unserer Erde katastrophal auswirken. Dabei schließen diese Probleme die Gefahr des Atomkrieges nicht ein. Wenn man alle diese Probleme insgesamt betrachtet, versteht man, warum die Experten der Zukunft so pessimistisch entgegensehen. Sie erkennen, daß die Menschheit mit Sicherheit und sehr schnell irgendeiner gewaltigen Katastrophe entgegengeht.
In Gottes Wort, der Bibel, wurde diese Zeit beispielloser Belastungen vorhergesagt. Was wir seit 1914 erleben, erfüllt die biblischen Prophezeiungen mit erstaunlicher Genauigkeit. Obwohl diese Verhältnisse schwere Belastungen mit sich gebracht haben, sind sie an sich doch nicht die eigentlichen Ursachen davon. Nur wenn diese beseitigt werden, wird die Menschheit von dem schweren Druck, der auf ihr lastet, befreit werden. Welches sind denn die eigentlichen Ursachen?
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Die eigentlichen Ursachen des heutigen DruckesErwachet! 1972 | 22. April
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Die eigentlichen Ursachen des heutigen Druckes
WO LIEGT der Fehler? Der moderne Mensch genießt die Vorteile der technischen Erfindungen und Bequemlichkeiten unserer Zeit, auch verfügt er über mehr Freizeit als früher. Seine Welt zeichnet sich aus durch Schnelligkeit, Krafterzeugung und Leistungsfähigkeit. Er hat neue Organisationsformen auf dem Gebiet des Regierungswesens und der Sozialfürsorge geschaffen. Dennoch gibt es wahrscheinlich heute auf der Erde mehr Unzufriedenheit, Erbitterung und Enttäuschungen als zu irgendeiner früheren Zeit. Warum? Es ist ganz offensichtlich, daß irgend etwas nicht stimmt. Aber was?
Es kann nicht nur an den Erfindungen des Menschen liegen oder an den von ihm geschaffenen Regierungsformen und Gesellschaftsordnungen.
Die Wurzel des Problems freilegen
Folgendes diene als Veranschaulichung: In einem gewissen Land bezieht eine Baufirma den Zement immer von der einzigen Zementfabrik jenes Landes. Diese Firma verwendet den Zement zum Bau eines großen Regierungsgebäudes, einer Fabrik und später eines Hochhauses, einer Schule und einer Brücke. Aber mit der Zeit zeigen sich bei allen diesen Bauwerken Risse, und schließlich entstehen Bruchstellen, oder das Bauwerk stürzt sogar ein. Die Baufirma bessert die Risse aus oder baut die eingestürzten Bauwerke wieder auf, auch errichtet sie neue Bauwerke, wobei sie neue Pläne, andere Konstruktionsarten und Baumethoden verwendet. Doch die Ergebnisse sind stets die gleichen.
Sollte die Baufirma es mit noch anderen Bauplänen und Baumethoden versuchen, um ihr Problem zu lösen? Die Ursache des Problems ist ein Baustoff: der Zement. Er hat nicht die nötige Festigkeit; bei kleineren Bauten wirkt sich das noch nicht so stark aus, aber bei großen Bauten, bei denen die Belastung entsprechend größer ist, zeigt sich der Mangel deutlicher. Mit Hilfe einer chemischen Analyse wird ermittelt, wieso es dem Zement an Festigkeit fehlt.
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