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  • Freiheit verbunden mit Sicherheit
    Der Wachtturm 1952 | 1. September
    • Schlechtigkeit haben, sondern als Sklaven Gottes.“ — 1. Pet. 2:16, NW.

      WAS IST FREIHEIT?

      3, 4. (a) Was Ist Freiheit? (b) Beschreibe das Feld, auf dem Regierungen begrenzte Freiheitsrechte gewähren.

      3 Das Wort Freiheit, wie es in seinem umfassenden Sinn in der Bibel und auf dem Gebiet des Regierungswesens gebraucht wird, bedeutet lediglich „nach dem Willen“ handeln. „Freiheit ist der Zustand des Freiseins; Freiheitsrecht; Selbstbestimmung. Die Macht zu handeln in der Eigenschaft einer sittlichen Persönlichkeit, gemäss den Geboten des Willens, ohne andere Kontrolle, Behinderung oder ein anderes Verbot als jenes, das von gerechten und notwendigen Gesetzen und den Pflichten des gesellschaftlichen Lebens auferlegt werden mag.“a Im Englischen wird für das Wort „Freiheit“ ausser dem Wort „freedom“ noch das Synonym „liberty“ allgemein gebraucht. „Liberty ist Freiheit; Befreiung von äusserem Zwang. Die Macht des Willens, den Geboten seiner uneingeschränkten Wahl zu folgen und die äusseren Taten des einzelnen ohne Hemmnis, Zwang oder Kontrolle von seiten anderer zu lenken.“b

      4 Freiheit bedeutet somit das freie Tun und Vollziehen von Taten gemäss dem eigenen Willen, mit oder ohne Einschränkungen, zum allgemeinen Wohl. Folglich berührt das Thema der Freiheit die Eigenschaft des „freien Willens“, den Gott als der Schöpfer und Höhere Engeln und Menschen verliehen hat, damit sie sich aus freien Stücken auf eine Weise benehmen können, die ihrem Schöpfer gefällt. Auf diesem Gebiet des Handelns, wo dem Menschen gestattet ist, seinen freien Willen zu betätigen, kommt der Gebrauch der Freiheit in Frage. Auf diesem Felde der Betätigung des „freien Willens“ gewähren Regierungen, theokratische sowie von Menschen eingesetzte, begrenzte Freiheitsrechte und Freiheiten. — 1. Kor. 7:37.

      5. Beschreibe die Freiheit, deren sich Jehova Gott erfreut.

      5 Aus dem Vorausgegangenen ist ersichtlich, dass jemand, der nach seinem Willen ohne Hemmnisse oder irgendwelche Grenzen handeln kann, sich dessen erfreut, was als totale Freiheit beschrieben werden mag. Wer totale Freiheit besitzt, muss offenbar jemand sein, der von jedem andern vollständig unabhängig ist. Da ist nur e i n e r, der sich in dieser total unabhängigen Stellung befindet: Jehova Gott, der souveräne Höchste des Universums. Alle andern, seien sie Geistgeschöpfe im Himmel oder Menschen auf Erden, sind Werke seiner Hände und somit abhängige Untergeordnete. Aus diesem Grunde ist Jehova Gott der einzige, der im absoluten oder vollständigen Sinne frei ist. Er allein erfreut sich dessen, was als absolute Freiheit bekannt ist. Niemand kann ihn, den Quell der Freiheit, der als einzelner lebt und allezeit in der unbegrenzten Atmosphäre freien Handelns wohnt, begrenzen oder lenken. „Und würdet ihr mich über die Zukunft fragen? Würdet ihr mir mein Werk vorschreiben? spricht der Ewige [Jehova, Elb], der Israel gemacht hat, Israels Majestät. Ich, ich habe die Erde gemacht, ich, der ich den Menschen auf ihr geschaffen, ich, der mit meinen eigenen Händen die Himmel ausspannte, ich, der ich all ihr Heer bestellte!“ — Jes. 45:11, 12, Mo.

      „HERRLICHE FREIHEIT DER KINDER GOTTES“

      6, 7. (a) Welche Atmosphäre der Freiheit hat Gott für seine treuen Söhne vorgesehen? (b) Beschreibe die Freiheit, die Gott seinen Geschöpfen gewährt.

      6 Das liebende Vorhaben Jehovas, der immerdar in der Atmosphäre der Freiheit lebt, zielt darauf ab, dass alle seine treuen Söhne in einer ähnlichen Atmosphäre der Freiheit wohnen sollen. Diese nennt Paulus die „herrliche Freiheit der Kinder Gottes“. In dem bezüglichen Text erwähnt er alle treuen Menschen auf Erden als „die Schöpfung“, die sich behindert sieht durch die Sklaverei der Sünde, des Todes und der Verderbtheit. Solchen ist verheissen, in Gottes bestimmter Zeit „frei gemacht“ zu werden, um diese „herrliche Freiheit“ in Fülle zu erhalten. (Röm. 8:21, NW) Der im Bild und Gleichnis Gottes gemachte Mensch wurde bestimmt dazu erschaffen, immerdar in diesem Element der Freiheit zu leben. — 1. Mose 1:26.

      7 Gott erschuf keinen seiner Diener zur Knechtschaft. Doch wenn er ihnen auch die Gabe des freien Willens verleiht, so ist ihre Freiheit nur relativ; sie besteht nicht getrennt von ihrem Vater Jehova. Folglich besitzen Geistgeschöpfe und Menschen das, was als relative Freiheit bezeichnet wird. Ihre Freiheit besteht darin, in Harmonie mit den Gesetzen und Bedingungen zu leben und zu handeln, die der souveräne Höherstehende mit Bezug auf sie gemacht hat. Ihr Feld des Handelns gemäss ihrem Willen ist durch Grenzen eingezäunt oder beschränkt. Doch innerhalb dieses Freiheitsgebietes haben Gottes treue Diener weiten Spielraum, um ihren freien Willen zum Guten für sich selbst und ihre treuen Mitverbundenen zu betätigen. Was geschieht denn, wenn jemand über die Schranken seiner relativen Freiheit hinausgeht?

      REBELLION

      8, 9. (a) Was geschieht, wenn jemand die Grenzen seiner relativen Freiheit überschreitet? (b) Wie umreisst Jakobus die Schritte, die zu Rebellion führen, und was ist das Endergebnis?

      8 Wer wissentlich die festen Grenzen relativer Freiheit überschreitet, begeht Sünde. Ein solcher ist ein Rebell. Er ist gesetzlos. (1. Joh. 3:4, 8) Er zieht sich das Missfallen des grossen souveränen Höheren, Jehovas Gottes, zu. Jene, die ‚über die Stränge schlagen‘, indem sie über ihre relative Freiheit hinausgehen, mögen wähnen, sich zu grösserer Freiheit durchgerungen zu haben, wodurch sie vielleicht absolute Freiheit erreichen könnten, die so umfassend wäre, wie Gott sie besitzt. (1. Mose 3:5) Wer sich weigert, sich an die rechten und sehr vernünftigen, von Gott festgesetzten Grenzen zu halten, täuscht sich, wenn er denkt, er könne sich so unabhängig machen, wie Gott es ist. Der Apostel Jakobus erklärt, wie dies geschieht.

      9 Es beginnt im Herzen des Eigenwilligen. Zuerst nährt er einen eigenwilligen Wunsch, über die von Gott gesetzten Grenzen hinauszugehen. So wird er durch seine eigene Selbstsucht fortgezogen und gelockt. Dann wird die Begierde befruchtet, wenn er Schritte unternimmt und eine offene Tat verübt, indem er tatsächlich über das Erlaubte hinausgeht. Diese verkehrte Tat nun ist Sünde. Sünde oder Rebellion ihrerseits bringt die Anwendung der Strafsanktion Gottes für den Ungehorsam mit sich, die schliesslich den Tod bedeutet. Jakobus sagt: „Sondern jeder wird versucht, indem er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, bringt Tod hervor.“ (Jak. 1:14, 15, NW) Anstatt also zu grösserer Freiheit zu gelangen, indem der Betreffende zur Unabhängigkeit durchbricht, findet sich der Tor in eherner Knechtschaft gegenüber seinen unbezähmbaren eigenwilligen Begierden. Dies bringt weder Freiheit noch Sicherheit.

      10. Wie ist Satan, der Gegner Gottes, entstanden? Welche Art eines Freiheitsfeldzuges führt er?

      10 Genau diesen Lauf hatte der „schirmende Cherub“ in Eden eingeschlagen. Er durchbrach die Grenzen, die Jehova seinem gesicherten Engeldasein gesteckt hatte. Er dachte sich loszureissen zur Unabhängigkeit des Handelns, das nicht unter Gottes Kontrolle stände. Sein Verlangen, niemand anderm als sich selbst verantwortlich zu sein, und sein Bestreben, getrennt von der universellen Organisation des grossen Schöpfers und Lebengebers und ihrer Gemeinschaftsvorschriften zu leben, führte ihn nicht zu Selbstbefreiung. Er liess sich überwinden durch seine eigenen leidenschaftlichen Gelüste, die erdenweite Herrschaft für sich zu haben und gleichwie Jehova Gott Anbetung und Dienst zu empfangen. Als einzige Auswirkung wurde er das Opfer und der Sklave seiner eigenen Selbstsucht, welche Sünde ist. Sein Lauf machte ihn zum Kind des Todes, der gänzlichen Vernichtung. Er machte sich selbst zum Satan, was Gegner Gottes bedeutet, und zum Teufel, das heisst Verleumder Gottes. Von der Zeit seiner selbsterzeugten Verderbtheit an ist dieser böse Widersacher als ein befreiender Engel des Lichts aufgetreten, um Engel und Menschen zu ermutigen, sich von Einschränkungen, die ihnen von Gott auferlegt sind, zu befreien. Er hat andere ermutigt, durch Widerstand gegen Gottes festgesetzte Grenzen gleich ihm satanisch und verderbt zu werden. Alle, die in seine Schlinge gerieten, sind korrupte Opfer der verhängnisvollen Knechtschaft der Sünde und des Todes geworden. — Hes. 28:14-16; 2. Kor. 11:14.

      MIT FREIEM WILLEN AUSGESTATTET

      11, 12. (a) Wie wurden Adam und Eva Menschen mit freiem Willen, und welcher Spielraum stand ihnen für ihre Tätigkeit in Aussicht? (b) Wie kommt es, dass die ganze Menschheit sich in der Knechtschaft der Sünde und des Todes befindet?

      11 Gott hat alle seine Geschöpfe mit freiem Willen ausgestattet, mit dem Freiheitsrecht, die Wahl zu treffen, entweder seinem vollkommenen und gerechten Willen untertan zu bleiben, oder ihr Verhältnis zu ihrem Schöpfer zu vergessen und zu verleugnen und sich selbst zum Gesetz zu werden. Kein Geschöpf wünscht das an Freiheit zu verlieren, was es besitzt. Nur der Verlust seiner Einsicht könnte ein Geschöpf veranlassen, vom Willen dessen abzuweichen, der es erschaffen und ihm Leben gegeben hat, damit es sich dessen erfreue. So war die Sachlage im vollkommenen Garten Eden, als Adam und Eva erschaffen wurden, um sich endlosen Lebens in der Atmosphäre relativer Freiheit zu erfreuen. Dies gab ihnen freie Hand für eine weite Ausdehnung ihres irdischen Herrschaftsgebietes und für wunderbare intellektuelle Entwicklung. — 1. Mose 1:27, 28.

      12 Als ein weiser, liebender Vater hatte Jehova Gott das Recht, ihre Freiheit zu ihrem eigenen Guten und geistigen Wachstum zu begrenzen. Zweifellos hatte Gott im Sinn, später das Feld relativer Freiheit zu erweitern, sobald sich der Mensch als reif, fähig und würdig dazu erwiese. Dies würde den Menschen instand setzen, in künftigen Zeitaltern noch grössere Taten zu vollbringen. Aber ach! Unsere ersten Eltern, Adam und Eva, machten aus Selbstsucht und zufolge des Verlusts ihrer Einsicht das Los Satans, des Gegners Gottes, zu dem ihrigen. Sie wurden verleitet, zu einem Feld der Tätigkeit durchzubrechen, das grösser war als das ihnen von Gott zugestandene. So verloren sie ihre „herrliche Freiheit“ als Kinder Gottes und gerieten in die Knechtschaft der Verderbtheit, der Sünde und des Todes. (1. Mose 3:1-19) Diese grosse Knechtschaft der Verderbtheit ist bis zu dieser Stunde auf all ihre Nachkommen übergegangen. ‚Durch e i n e n Menschen kam Sünde in die Welt und Tod durch Sünde, und so breitete sich der Tod aus über alle Menschen, weil sie alle gesündigt hatten.‘ — Röm. 5:12, NW.

      DIE WAHRHEIT WIRD EUCH FREI MACHEN

      13, 14. (a) Welcher Befreier ist gegeben worden, und welche Freiheit bringt er? (b) Wie gibt Christus Jesus Christen jetzt eine Freiheit, deren sie sich erfreuen können, selbst ehe sie das Freisein vom Tode erlangen?

      13 Von der Rebellion an bis jetzt hat Satan danach getrachtet, die Menschheit zu verhindern, zu einer Erkenntnis dessen zurückzukehren, was ihre wahre Freiheit vor Gott ist. Er hat sie in Knechtschaft und in einem Zustand der Unsicherheit hinsichtlich des ewigen Lebens zu halten gesucht. Doch Jehova sei Dank, der zu seiner bestimmten Zeit seinen grossen Befreier, Christus Jesus, gesandt hat. Dieser Befreier beschaffte den Loskaufspreis, der die Erlösung von der Knechtschaft der Sünde und des Todes all derer ermöglicht, die ihn treulich annehmen. (Matth. 20:28) „Wie es durch e i n e Übertretung zur Verurteilung aller Arten von Menschen kam, gleicherweise ergibt sich auch durch e i n e n Akt der Rechtfertigung [Jesu Lauf führte zu seiner Rechtfertigung] für Menschen von allen Arten eine Gerechterklärung zum Leben.“ (Röm. 5:18, NW) So ist denn diese grosse Gabe des Freiwerdens von Verderbtheit, Sünde und Tod eine solche der Freiheit, die der ganzen treuen Menschheit in Aussicht steht. Doch schon jetzt ist es möglich, zu einem gewissen Masse relativer Freiheit zurückzukehren. Dies geschieht, indem Christen dem Rat und Laufe folgen, der von Christus Jesus festgelegt ist. „Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh. 8:31, 32, NW) Welche Wahrheit und welches Verständnis ist Nachfolgern Christi zuteil geworden, wodurch sie befähigt sind, frei zu werden?

      14 Durch das Erwerben einer genauen Erkenntnis der rechten Stellung des Untergeordneten vor Jehova, dem souveränen Höherstehenden, und das Handeln gemäss dieser Erkenntnis erhält man wahre Freiheit. Indem Christen fleissig die Worte Jesu befolgt und die vielen Offenbarungen der Wahrheit, die in der Bibel aufbewahrt sind, erforscht haben, sind sie dazu gelangt, einige der Grenzen ihrer neugefundenen relativen Freiheit festzustellen. Da sie diese Grenzen gebührend berücksichtigten, sind sie in eine sichere Freiheit eingegangen, die ihnen schon jetzt viel Glück bringt, ein Gefühl echter Sicherheit hinsichtlich der Zukunft und einen Herzensfrieden, der allen Verstand übersteigt. „Für diese Freiheit machte Christus uns frei. Darum stehet fest und lasset euch nicht wieder in ein Joch der Sklaverei spannen.“ (Gal. 5:1, NW) Die Antworten auf die Frage, was einige dieser Grenzen seien, die unserer relativen Freiheit als Christen gesetzt sind und über welche hinaus wir nicht ungefährdet den freien Willen betätigen und dennoch dem souveränen Höchsten, Jehova Gott, gefallen können, überlassen wir dem folgenden Artikel.

      SICHERHEIT IN VERSCHIEDENER HINSICHT

      15. Was für Sicherheit in verschiedener Hinsicht ist im Reich relativer Freiheit zu finden?

      15 Was ist nun hinsichtlich künftiger Sicherheit zu sagen, die im Gebiet relativer Freiheit in verschiedener Hinsicht zu finden ist? Am Ende der Tausendjahr-Königreichsherrschaft Christi Jesu, wann treuen Menschen die Gabe ewigen Lebens gewährt sein wird, wird die „herrliche Freiheit“ des Menschen ihr vollstes Ausmass erreicht haben. (Off. 20:5, NW) Von da an werden die Menschen diese Freiheit, verbunden mit Sicherheit, behalten, solange sie fortfahren, Treue zu üben. Ihre Sicherheit in verschiedener Hinsicht ist gross. Sie schliesst die Freiheit von Furcht und Not in grösstem Ausmass ein. Man beachte, wie die Bibel ausdrücklich die verschiedenen Aspekte der Sicherheit beschreibt, welche diese Freiheit mit sich bringt. „Siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; und der früheren wird man nicht mehr gedenken, und sie werden nicht mehr in den Sinn kommen. Und sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. Sie werden nicht bauen und ein anderer es bewohnen, sie werden nicht pflanzen und ein anderer essen; denn gleich den Tagen der Bäume sollen die Tage meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände verbrauchen [geniessen, Mo]. Nicht vergeblich werden sie sich mühen, und nicht zum jähen Untergang werden sie zeugen; denn sie sind der Same der Gesegneten Jehovas, und ihre Sprösslinge werden bei ihnen sein … Man wird nicht übeltun noch verderbt handeln [niemand wird töten, Mo] auf meinem ganzen heiligen Gebirge, spricht Jehova.“ (Jes. 65:17, 21-23, 25) Wie aus dieser Verheissung der Schrift hervorgeht, wird diese Freiheit vor dem Zugriff aller andern Menschen sicher sein, so dass keine Menschen andere ihres Besitztums berauben, sie verletzen oder töten können. Welch grössere Sicherheit könnte man sich denn wünschen als die hier geschilderte? Keine.

      16, 17. (a) Was ist mit dem Geist Jehovas verbunden, und welche Warnung beherzigen weise Christen? (b) Wie werden sich Christen gegen den ihnen heute von Gott gewährten Teil Freiheit verhalten?

      16 Der Geist Jehovas ist jetzt bei der zunehmenden Herde der Zeugen zu finden. Es steht geschrieben: „Wo der Geist Jehovas ist, da ist Freiheit.“ Daher ergreift Gott hinlängliche Massnahmen, um schon jetzt eine Atmosphäre der Freiheit zu schaffen, in der seine Diener gedeihen und zu geistiger Reife heranwachsen können. (2. Kor. 3:17, NW) Christen, die sich in diesem Sonnenschein relativer Freiheit sonnen, sollten die folgende Warnung im Sinn behalten: „Ja, da ihr freigemacht wurdet von Sünde, wurdet ihr Sklaven der Gerechtigkeit. Ich rede nach menschlicher Weise wegen der Schwachheit eures Fleisches: denn gleichwie ihr eure Glieder darstelltet als Sklaven der Unreinigkeit und Gesetzlosigkeit im Hinblick auf Gesetzlosigkeit, also stellet jetzt eure Glieder dar als Sklaven der Gerechtigkeit im Hinblick auf Heiligkeit.“ — Röm. 6:18, 19, NW.

      17 Vorwärts denn, ihr christlichen Zeugen Jehovas, im Erfüllen des Willens Gottes Jehovas. Machet seinen Namen weit und breit bekannt. Heget und pfleget eure christliche Freiheit. Tut ihren unschätzbaren Wert den Gefangenen kund, die aus Satans Haus der Plackerei und Finsternis befreit werden möchten. Statt des blossen Bimmelns einer Freiheitsglocke hören wir den immer lauter werdenden Schall der Jubeljahrposaune der Königreichsbotschaft, der seit 1914 ergangen ist. Erdenweit kündet sie an: „Rufet Freiheit aus durchs ganze Land, allen seinen Bewohnern.“ (3. Mose 25:10) Verbindet euch jetzt mit dieser glücklichen Schar christlicher freier Menschen. Machet die Freiheit, verbunden mit Sicherheit und ewigem Leben in der neuen Welt, zu eurer grossen Hoffnung!

  • Beschränkungen der christlichen Freiheit
    Der Wachtturm 1952 | 1. September
    • Beschränkungen der christlichen Freiheit

      „Ihr wurdet zur Freiheit berufen, Brüder; nur gebrauchet diese Freiheit nicht zu einer Verlockung für das Fleisch, sondern durch Liebe seid Sklaven voneinander.“ — Gal. 5:13, NW.

      1, 2. (a) Weshalb kann das Universum nicht immerdar zum Teil in der Sklaverei, zum Teil in der Freiheit sein? (b) Beschreibe die Freiheit, deren sich ein Christ jetzt schon erfreut, und was sind einige ihrer allgemeinen Beschränkungen?

      DAS Universum kann nicht für immer zum Teil in Sklaverei, zum Teil in Freiheit sein, wie dies gegenwärtig der Fall ist. Die universelle Schöpfung war niemals dazu bestimmt, Sklave der Selbstsucht und Ungerechtigkeit zu sein. (Röm. 8:21, NW) Über den Ausgang dieses langanhaltenden Streites kann kein Zweifel bestehen, und er ist vor langem vorausgesagt worden. Die Sache der Freiheit wird den ewigen Frieden gewinnen. Da Freiheit das rechte Element ist, in welchem Jehovas treue Geschöpfe leben können, müssen jene, die leben, um ihm ewiglich zu dienen, dies aus ihrer eigenen willentlichen Entscheidung heraus tun, und dies mit Freuden. Um imstande zu sein, eine intelligente Wahl zu treffen, sollte der Christ erkennen, welches Mass von Freiheit er im Dienste Gottes hat. Allerdings sollte er sein Freisein vom jüdischen Gesetzesbund nicht dazu benutzen, einen unachtsamen oder losen Wandel nach dem Fleische zu führen. (Kol 2:14) Doch gibt es eine weitere Freiheit, zu welcher der Christ berufen worden ist. Diese Freiheit ist Einschränkungen unterworfen zufolge der Liebe des Betreffenden zu Gott und zu seinem christlichen Nächsten. Somit ist eines Christen Freiheit eine weislich beschränkte Freiheit. — Gal. 5:13.

      2 Von Anfang an muss der Christ erkennen, dass die Freiheit, deren er sich jetzt schon erfreut, in grossem Masse relativ ist. Sie existiert nicht unabhängig von Jehova Gott, dem souveränen Höherstehenden, der das Reich freier Tätigkeit zum höchsten Wohl seiner Diener begrenzen kann. Dieser relativen Freiheit kann sich nur jener erfreuen, der in Harmonie mit den Einschränkungen lebt und handelt, die Gott, der Urheber der Freiheit, bekanntgegeben hat. (Ps. 146:7) Diese Einschränkungen bilden die Grenzen, welche die relative Freiheit eines Geschöpfes abgrenzen. Einige dieser Grenzen der Freiheit werden hier aufgeführt: durch die Natur selbst bedingte Begrenzungen, Massstäbe für gesellschaftliches Zusammenleben, Grundsätze der Wahrheit, theokratische Gesetze, Offenbarungen des göttlichen Willens und Einschränkungen durch Rechte, die andern gewährt sind. Diese wollen wir der Reihe nach betrachten.

      DURCH DIE NATUR BEDINGTE BEGRENZUNGEN

      3, 4. (a) Welche Grenzen sind einem Christen von Natur hinsichtlich des Gebrauchs seines Leibes gesetzt? (b) Was ist damit gemeint, dass etliche animalisch gesinnt werden?

      3 Menschen sind Menschen; sie sind weder Geister noch Tiere. Von Natur sind die einen Männer, die andern Frauen. Viele sind Kinder und die übrigen vollerwachsene, reife Personen. Von den Erwachsenen ist ein gewisser Prozentsatz ledig, und die übrigen sind verheiratet und haben daher Verantwortlichkeiten als Ehemänner und Ehefrauen. Der menschliche Leib des Christen wird mit einem Gefäss verglichen, und dieses muss rein erhalten und in Übereinstimmung mit der Natur weislich gebraucht werden. (2. Kor. 4:7; 1. Thess. 4:3-5) In allen Zeitaltern haben Satan und die Dämonen die Menschen dazu verleitet, ihren freien Willen zu betätigen, indem sie ihre Leiber auf unnatürliche Weise, in Widerspruch mit dem Urvorhaben Gottes im Erschaffen von Mann und Weib gebrauchten. Diese Ruchlosen beschreibend, welche über die von der Natur bedingten Grenzen hinausgingen, sagt Paulus: „Darum überliess Gott sie schändlichen sexuellen Gelüsten, denn sowohl ihre Weiber verkehrten den natürlichen Gebrauch ihrer selbst in einen widernatürlichen, und gleicherweise auch die Männer verliessen den natürlichen Gebrauch des Weibes und entbrannten in ihrer Gier zueinander, Männer mit Männern, indem sie unzüchtige Dinge trieben und an sich selbst die volle Vergeltung empfingen, die ihnen für ihre Verfehlung gebührte.“ — Röm. 1:26, 27, NW.

      4 Auch Petrus und Judas beschreiben jene, die über die Grenzen der Natur hinausgehen, indem sie animalisch gesinnt werden. Sie warnen davor, dass diese sogar nach der Gemeinschaft mit Christen trachten. „Diese Menschen, wie unvernünftige Tiere, naturgemäss zum Fang und Verderben geboren, werden in den Dingen, die sie nicht kennen und worüber sie schmäherisch reden, auch Verderben erleiden in ihrem eigenen Laufe des Verderbens.“ „‚In der letzten Zeit wird es Spötter geben, die nach ihren eigenen, auf ungöttliche Dinge gerichteten Begierden wandeln.‘ Diese sind es, die Trennungen hervorrufen, animalische Menschen, die nicht geistlich gesinnt sind.“ — 2. Pet. 2:12; Jud. 18, 19, NW.

      5. Haben Christen die Freiheit, keine natürliche Zuneigung zu bekunden?

      5 Ferner gibt es starke Bande der Natur, welche Eltern und Kinder in enger Verwandtschaft zusammenhalten. Dazu gehören Bande natürlicher Zuneigung, die zwischen Kindern und Eltern bestehen sollten. Christen können diese naturbedingten Tatsachen nicht unbeachtet lassen. Sie bestehen als eine Grenze ihrer relativen Freiheit. Von jenen, die diese Grenze ausser acht lassen, steht geschrieben: „Menschen … den Eltern ungehorsam, undankbar, ohne liebende Güte, ohne natürliche Zuneigung … ohne Selbstbeherrschung“ usw. (2. Tim. 3:2, 3, NW) Diese Bande der Natur zu bewahren und zu stärken, wird vielen Eltern eine Hilfe sein, ihre Kinder erfolgreich in göttlicher Gunst zu erziehen.

      6. Was für Einschränkungen bestehen hinsichtlich der Beziehungen zu Personen vom andern Geschlecht?

      6 Ein weiterer Punkt ist das richtige Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Christen sind Grenzen gezogen, wonach sie mit andern, mit solchen, die nicht ihre Ehepartner, ihr Ehemann oder ihre Ehefrau, sind, keine Geschlechtsbeziehungen haben dürfen. (Matth. 19:3-9) Der Hurerei und dem Ehebruch zu frönen, bedeutet über die festgesetzten Grenzen hinauszugehen. Von Verheirateten fordert die Natur, dass sie gewisse Pflichten leisten, die nicht vorenthalten werden sollten. „Jeder habe seine eigene Frau, und jede Frau habe ihren eigenen Mann. Der Mann leiste seiner Frau das ihr Schuldige, gleicherweise aber auch die Frau ihrem Manne. Die Frau übt nicht Gewalt über ihren eigenen Leib aus, sondern ihr Mann; gleicherweise übt auch der Mann nicht Gewalt über seinen eigenen Leib aus, sondern seine Frau.“ (1. Kor. 7:2-4, NW) Der Mann muss mit seiner Frau gemäss der Erkenntnis der fundamentalen Naturgesetze Gottes zusammenleben. Der Ehemann berücksichtigt die biologische Beschaffenheit der Frau, ihre Begrenzungen, ihre Zyklen, ihre Wechselzeiten, die ihre Denkvorgänge, ihre Stimmung und Gemütsverfassung sehr in Mitleidenschaft ziehen. Gott übersieht diese Beschränkungen des Weibes nicht, noch sollten Ehemänner sie übersehen. — 3. Mose 18:19; 20:18; 1. Pet. 3:7-9.

      MASSSTÄBE FÜR DAS GESELLSCHAFTLICHE ZUSAMMENLEBEN

      7. Was für weise Beschränkungen bestehen hinsichtlich der Gemeinschaft eines Christen mit denen vom gleich kostbaren Glauben?

      7 Personen, die Christen werden, kommen in enge Verbindung mit andern Christen und bilden so eine Versammlung als einen Teil der „e i n e n Herde“ Gottes. (Joh. 10:16, NW) Ein Gott hingegebener Christ ist nicht berufen, für sich selbst zu leben, sondern wird eingeladen, mit seinen Mitchristen in den gemeinsamen Dienst des Herrn einzutreten. Es wird von ihm erwartet, dass er mehr als nur den gewöhnlichen Anstand in seiner Verbindung mit andern wahre. Er muss den gesunden Menschenverstand gebrauchen und seine Liebe zu den Brüdern seiner Ortsversammlung an den Tag legen. (1. Pet. 2:17) Jesus hat uns einen guten Massstab hinsichtlich eines solch gesellschaftlichen Zusammenlebens gegeben, als er sagte: „Alles daher, was ihr wollt, dass Menschen euch tun, sollt ihr ihnen gleicherweise tun.“ (Matth. 7:12, NW) In der Tat, die gesamten Christlichen Griechischen Schriften sind voll kostbarer Ratschläge hinsichtlich des Verhaltens eines Christen gegen seine Mitchristen. Ein Christ darf nicht eigenwillig sein und seinen eigenen Weg gehen in der Versammlung oder die Gefühle seiner Mitverbundenen unberücksichtigt lassen. Bestimmt sind unserer sicheren relativen Freiheit hinsichtlich des Pflegens der Gemeinschaft eine Anzahl weiser Schranken gesetzt. Diese uns so bei der Betätigung unseres freien Willens gesteckten Grenzen wirken sich für uns zum Guten aus, nicht nur hinsichtlich unseres jetzigen Glücks, sondern auch, um uns einen Platz in der Organisation des ewigen Haushaltes Gottes zu sichern.

      GRUNDSÄTZE DER WAHRHEIT

      8, 9. (a) Was sind wahre Grundsätze, und wo sind sie zu finden? Führe einige Beispiele an. (b) Wie werden biblische Lehren gebildet? Veranschauliche es.

      8 Grundsätze der Wahrheit anzuerkennen und sie weise anzuwenden, ist der Weg der Gerechtigkeit. Ein Christ wandelt stets in Gerechtigkeit und meidet es daher, seinen freien Willen so zu betätigen, dass er nach etwas Ungerechtem griffe. Was sind denn Grundsätze? Ein wahrer Grundsatz ist eine fundamentale Wahrheit. Da die Wahrheit den Tatsachen entspricht oder das ist, was in Übereinstimmung ist mit dem tatsächlichen Stand der Dinge, sind Grundsätze im wesentlichen Erklärungen grundlegender Tatsachen. Die Bibel enthält Tausende solcher Grundsätze, die ausdrücklich dargelegt sind, während andere abgeleitet werden oder im Buche der Natur zu finden sind. (Röm. 1:20) Hier geben wir nur einige wieder. ‚Gott hat die Erde gebildet, dass sie bewohnt werde.‘ ‚Der Mensch ist sterblich.‘ ‚Die Seele, die sündigt, stirbt.‘ ‚Adam sündigte und wurde zum Tode verurteilt.‘ ‚Gott ist reich an Barmherzigkeit.‘ ‚Ein vollkommenes Leben wird für ein vollkommenes Leben hingegeben.‘ ‚Das Leben des Fleisches ist im Blute.‘ ‚Jesus wurde zu vollkommenem Fleische.‘ ‚Jesu vollkommenes Leben war ein entsprechendes Lösegeld.‘ ‚Jesu Lebensblut erkaufte des Menschen ewige Erlösung vom Tode.‘ — Jes. 45:18; 1. Mose 2:17; Hes. 18:4; 1. Mose 3:6, 19; Eph. 2:4; 2. Mose 21:23; 3. Mose 17:11, van Ess; Joh. 1:14; 1. Tim. 2:6; Heb. 9:12.

      9 Gleich Baublöcken, die zusammengetragen werden nach dem Plan, nach welchem ein Gebäude zu bauen ist, so werden biblische Grundsätze der Wahrheit gemäss göttlichem Muster zusammengetragen, um biblische Lehren der Wahrheit zu formulieren. Wenn wir die obenerwähnten Grundsätze in der dargelegten Reihenfolge zusammenstellen, so haben wir das Gerippe der wichtigen Bibellehre vom Freiwerden des Menschen vom Tode durch das Lösegeld, das Jesus Christus beschafft hat. Ebenso werden alle biblischen Lehren aus Grundsätzen fundamentaler Wahrheiten gebildet. — Heb. 6:1.

      10. Wie hat Satan seine grosse Organisation auf der Grundlage seiner ersten Lüge aufgebaut?

      10 Man beachte nun, was Satan, der Urheber der Lügen, mit seiner ersten Lüge „mit nichten werdet ihr sterben“ (Joh. 8:44; 1. Mose 3:4) getan hat. Er hat sie dazu gebraucht, folgenden falschen, ungerechten Grundsatz aufzustellen, der nicht auf Tatsache oder Wahrheit gegründet ist: „Die Seele ist ein belebender Grundsatz … von Natur vom Leibe getrennt und gewöhnlich als von separatem Dasein aufgefasst.“a Gestützt auf diesen einen lügenhaften Grundsatz hat Satan seine sozusagen universell gewordene falsche Religionslehre von der menschlichen Unsterblichkeit hervorgebracht, wonach der Mensch nach dem Tode weiterexistiere. Man stelle sich nun vor: auf dem Sandfundament dieser ersten Lüge hat der Teufel weitere Lügen zu ungerechten Grundsätzen verarbeitet und dann solch falsche Grundsätze zum Aufbau seiner riesigen Organisation der Ungerechtigkeit gebraucht, welche die falsche Religion, den Handel und die Politik umfasst! So hat Satan durch viele schädliche, lügenhafte Lehren und Theorien die Sinne der Menschen während Tausenden von Jahren gefangengehalten und sie mit den leeren Hülsen lebloser geistiger Speise ernährt, welche Theorien sie geistig krank und, fern von der Wahrheit, an geistige Finsternis gekettet halten. — 1. Kor. 10:21.

      11, 12. (a) Worauf ist ein Christ hinsichtlich seiner geistigen Ernährung beschränkt, und warum? (b) Wie veranschaulicht Jesus die weise und die törichte Handlungsweise?

      11 So sehen wir, wie lebenswichtig es für den Christen ist, seine Grenze relativer Freiheit nicht zu überschreiten, um Lehren von Dämonen zu ergründen, wie die falsche Religion sie erklärt. Eine solche Betätigung des freien Willens würde den Betreffenden in die Klauen des Teufels und in die Knechtschaft der Ungerechtigkeit führen. Er fände sich bald hinausgeworfen in die äussere Finsternis, und wie gross ist diese Finsternis! Daher muss das Leben und Denken eines Christen täglich mit Lehren der Wahrheit genährt werden, die man Gottes geoffenbartem Wort der Wahrheit entnimmt. Die Wahrheit besteht ewiglich. Die Wahrheit ist unzerstörbar. Sich im Sonnenschein der Wahrheit zu sonnen, bedeutet in der Tat Freiheit. — Ps. 146:6; Joh. 7:16, 17; 2. Kor. 13:8.

      12 Jesus hat den Gegensatz der zwei Arten des Handelns treffend dargestellt. Im folgenden vergleicht er jene, die ihr Glaubensgebäude auf die „Felsmasse“ der Wahrheit aufbauen, mit den Törichten, die auf den „Sand“ der Unwahrheit bauen. „Jeder also, der diese meine Worte hört und sie tut, ist gleich einem verständigen Manne, der sein Haus auf die Felsmasse baute. Und der Regen strömte hernieder und die Fluten kamen und die Winde bliesen und peitschten gegen jenes Haus, doch es stürzte nicht ein, denn es war auf die Felsmasse gegründet worden. Ferner wird jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, mit einem törichten Manne verglichen, der sein Haus auf den Sand baute. Und der Regen strömte hernieder und die Fluten kamen und die Winde bliesen und schlugen an jenes Haus, und es stürzte ein, und sein Zusammenbruch war gross.“ — Matth. 7:24-27, NW.

      THEOKRATISCHE GESETZE

      13, 14. (a) In welchem Gegensatz steht die Grundlage der Gesetze Gottes zur Grundlage vieler Menschengesetze? Veranschauliche es. (b) Was geschah mit den Grundsätzen, die dem Mosaischen Gesetzesbund zugrunde liegen, als Gott der legalen Macht des Gesetzes im Jahre 33 n. Chr. ein Ende bereitete, wodurch es für Christen nicht bindend war?

      13 Während sich viele Menschengesetze auf falschersonnene Grundsätze stützen mögen, sind theokratische Gesetze, wie Jehova Gott, der grosse souveräne Höherstehende, sie verordnet hat, auf Grundsätze der Wahrheit festgegründet. „Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.“ (Ps. 119:142) Gottes Gesetz besteht aus keinen erdichteten Gesetzessprüchen. Zum Beispiel stützt sich Gottes Gesetz, das bis auf diesen Tag noch in Kraft ist und das Morden verbietet, auf den einfachen Tatsachen-Grundsatz, dass der Mensch sterblich ist. (1. Mose 9:6) Falsche Religionen lehren direkt im Gegenteil die erdichtete Annahme, der Mensch sei unsterblich. Ebenso wie wahre Grundsätze dazu gebraucht werden, all die vielen biblischen Lehren aufzubauen, liegen wahre Grundsätze allen Gesetzen Gottes zugrunde. — 1. Kor. 9:8-10, NW.

      14 Tatsächlich stützt sich jedes der Hunderte von Gesetzen, die den Gesetzesbund ausmachen, der Mose im Jahre 1513 v. Chr. gegeben wurde, auf einen oder mehrere Grundsätze der Wahrheit. Ja, die Aufmerksamkeit des Menschen wurde zum erstenmal auf eine Menge gerechter Grundsätze gelenkt, als den Israeliten eine Offenbarung des Gesetzesbundes gegeben wurde. Als Gott daher der gesetzlich bindenden Kraft des Gesetzesbundes ein Ende bereitete, indem er diesen im Jahre 33 n. Chr. ‚an Jesu Marterpfahl nagelte‘, hob er damit die ewigen Grundsätze der Wahrheit nicht auf, die dem Menschen durch diesen Bund zur Kenntnis kamen. (Kol. 2:14, NW) Diese Grundsätze der Wahrheit, wie sie im Gesetz zu finden und in der Bibel immer noch für uns aufbewahrt sind, leiten Christen weiterhin auf ihrem Wege der Gerechtigkeit. Die Sanktionen des Gesetzesbundes aber sind so tot wie der Gesetzesbund selbst und sind somit für Christen heute nicht bindend. „Ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter unverdienter Güte.“ — Röm. 6:14, NW.

      15. Welches sind einige theokratische Gesetze, die eines Christen Handlungen beschränken?

      15 Es gibt jedoch theokratische Gesetze ausser dem Gesetz Moses, die das Gebiet der relativen Freiheit des Christen begrenzen. Da Gesetze Handlungsregeln sind, die ein Höherstehender für das Verhalten des Tieferstehenden vorschreibt, ist der Tieferstehende in diesen Dingen zu Gehorsam verpflichtet. Nicht nur verbietet das Gesetz das Morden, wie dies schon erwähnt worden ist, sondern es ist dem Christen auch verboten, Blut zu geniessen, er muss abstehen von Hurerei, muss sich davon zurückhalten, Götzen anzubeten, darf nicht das Zusammenkommen zu Versammlungen versäumen und so weiter. (1. Mose 9:4; Apg. 15:20, 29; Heb. 10:25) Lasst uns sodann nicht die zwei grossen Gesetze oder Gebote vergessen, die Jesus uns gegeben hat. „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das grösste und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘“ (Matth. 22:37-39, NW) Diese und die vielen andern von Jehova Gott und Christus in den Christlichen Griechischen Schriften für Christen niedergelegten Richtlinien bilden einen Teil der Grenzen der relativen Freiheit eines Christen.

      OFFENBARUNGEN DES GÖTTLICHEN WILLENS

      16, 17. (a) Wie verhält sich ein Christ dem Willen Gottes gegenüber? Veranschauliche es im Fall Jesu. (b) Erwähne Beispiele von Gottes geoffenbartem Willen, welche heute die Tätigkeit und den Lauf eines Christen sehr beeinflussen.

      16 Der Christ betet rechterweise zu Gott: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.“ (Matth. 6:10, NW) Dadurch erklärt er sich einverstanden, seinen eigenen freien Willen in Harmonie mit dem Willen seines souveränen Höherstehenden zu begrenzen. Dies bedeutet, dass, was ihm an Offenbarungen des göttlichen Willens vermittels der Schrift auch immer klar gemacht wird, er dadurch seine Taten bestimmen muss. Wir sehen dies im Fall Jesu, der aus seinen Studien der Hebräischen Schriften und durch den Heiligen Geist, der ihn leitete, lernte, dass es für ihn Gottes Wille sei, freiwillig eines Opfertodes zu sterben, um Befreiung vom Tode für alle treuen Menschen zu beschaffen. Auf dem Höhepunkt seines Predigtdienstes, kurz ehe er den kostbaren Preis mittels seines Todes am Marterpfahl zahlen sollte, hat er — wie wir der Aufzeichnung seiner Worte entnehmen — folgendes gesagt: „Vater, wenn du willst, so lass diesen Becher an mir vorübergehen. Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe.“ — Luk. 22:42, NW.

      17 Die Bibel ist voll von Berichten über den geoffenbarten Willen Gottes, den die ihm hingegebenen Diener vollführen sollen. Fleissig suchen sie nach grösserer Erkenntnis und Wertschätzung seines Willens und machen sich ernstlich daran, ihre Handlungen mit diesem rechten Willen Gottes in Einklang zu bringen. Zum Beispiel verlangt Gottes jetzt geoffenbarter Wille, dass seine Zeugen den Namen Jehovas auf der ganzen bewohnten Erde kundtun. (Jes. 61:1, 2; Matth. 24:14; Röm. 9:17) Auch zeigt die Schrift, dass nach seinem Willen sein im Himmel aufgerichtetes Königreich dazu schreiten wird, alle Königreiche dieser alten Welt in der kurz bevorstehenden Schlacht von Harmagedon in Stücke zu schlagen. (Dan. 2:44; Zeph. 3:8) Wer sind wir, dass wir dem majestätischen Willen Gottes widerstehen dürften? Statt dessen beeilen wir uns, unser Leben und unsere Angelegenheiten in völligen Einklang mit seinem Willen zu bringen, damit er immerdar so auf Erden geschehe wie in den Himmeln.

      DURCH ANDERN GEWÄHRTE RECHTE EINGESCHRÄNKT

      18. (a) Wer gewährt Rechte, und was für fünf Arten von Rechten werden erwähnt? (b) Was ist eine Pflicht, und in welcher Beziehung steht sie zu einem Recht? Veranschauliche es.

      18 Christen lernen erkennen, dass ihre Freiheit ferner begrenzt ist durch die Rechte, die Gott andern gewährt. Wie kommt dies? In jeder Regierung, sei es eine theokratische oder eine von Menschen eingesetzte, hat der Höherstehende die Macht, Einzelpersonen Rechte zu gewähren. Rechte sind Vorteile oder zusätzliche Vollmachten zu freiem Handeln. Solche können die Form annehmen von (1) gesetzlichen Vorteilen hinsichtlich Dingen von besonderem Interesse, (2) besonderer Autorität in Verbindung mit einem Amte, (3) allgemeinen Aufträgen, (4) Vorrechten oder (5) Gaben. Diese Rechte können durch Gesetz für eine ganze Gruppe geschaffen oder vorbehaltlos blossen Einzelpersonen gewährt oder durch Bündnisse ins Leben gerufen werden. Sodann ist es gut, wenn man versteht, dass zu jedem Recht, das der Höherstehende schafft, auch eine diesem entgegengesetzte entsprechende Pflicht geschaffen wird. „Wo immer jemand ein Recht innehat, da ruht auf einer andern Person oder auf allen Personen im allgemeinen eine entsprechende Pflicht.“b Daher ist eine Pflicht eine Verpflichtung, etwas zu tun oder vom Tun einer Sache in Einklang mit dem Recht eines andern abzustehen. Zum Beispiel schuldest du jemandem zehn Dollar. Er hat das Anspruchsrecht auf diese zehn Dollar, und du hast die Pflicht, ihm zehn Dollar zu zahlen. Wenn ein Streit wegen dieser Sache entstehen sollte, ist es Sache des Richters, zu entscheiden, welche Seite recht hat. Er trifft dann die Verordnung, dass dieses Recht gewahrt und die Pflicht von dem erfüllt werde, der als der Pflichtschuldige erfunden wird. So sehen wir, wie es kommt, dass unsere christliche Freiheit durch die Pflichten beschränkt wird, die wir in Übereinstimmung mit den Rechten erfüllen müssen, welche Gott andern Geschöpfen gewährt.

      19. Vergleiche Gottes Rechte mit den Rechten der Menschen.

      19 Als Schöpfer hat Jehova Gott die höchsten Rechte im Universum inne. Seine Rechte oder gesetzlichen Vorteile werden als souveräne Rechte bezeichnet, und dies kraft der Tatsache, dass er der erhabene Höhere im theokratischen Regierungswesen ist. (Röm. 9:20, 21; Ps. 95:3) Alle geringeren Rechte stammen von Jehova Gott und entspringen seinen souveränen Rechten. (Hiob 36:6) Diese geringeren Rechte, die seinen Untergeordneten, allen treuen Geschöpfen, von Christus Jesus an abwärts bis zum loyalen Menschen auf Erden, gewährt werden, nennt man übertragene Rechte. In andern Worten: diese geringeren Rechte werden von Gott auf seine Diener entweder als Belohnungen für treuen Dienst oder lediglich als Kundgebungen seiner grossen Liebe zu seinen Geschöpfen übertragen. Zur Veranschaulichung des Punktes betrachte man folgende Unmöglichkeit. Ein Geschöpf könnte Gott niemals wegen eines Streites vor Gericht laden, weil es Sache des Gerichtes ist, zu bestimmen, wer in irgendeiner besondern Streitfrage die höheren Rechte innehat. Da nun aber Gott in jeder Streitfrage, die entstehen mag, stets weit grössere Rechte hat, würde er den Fall jederzeit gewinnen. Dies alles bedeutet, dass Gottes souveräne Rechte niemals mit Erfolg bestritten werden können. Selbst Satan, der Teufel, wird gezwungen werden, diese grosse Tatsache bei seiner gänzlichen Niederlage in Harmagedon anzuerkennen. — Jer. 18:1-10.

      20. Was sind die „Rechte der Armen“, und wie berühren sie die Handlungen eines Christen in der Gegenwart?

      20 Folgendes ist eine kurze Studie über Beispiele von Rechten, die in der Bibel erwähnt werden und auf jene verschiedene Art und Weise entstanden sind, wie Abschnitt 18 es zeigt. „Ich weiss, dass Jehova ausführen wird … das Recht [die Rechte, AS] der Armen.“ (Ps. 140:12; Jes. 10:2) Diese allgemeinen „Rechte der Armen“ wurden durch Gesetz unter dem Gesetzesbund geschaffen, um den nichtisraelitischen Fremdlingen und den andern Armen im Lande den Vorteil zu gewähren, auf den Erntefeldern Ähren lesen zu dürfen. So war durch Gesetz reichlich Vorkehrung für die Speisung der Armen getroffen. (3. Mose 19:9, 10) Wie es scheint, veranschaulicht dieses Gesetz, das nur ein Schatten grösserer, in unserer Zeit eintretender Dinge ist, das Recht des geistig Armen oder jener, die nicht wahre Christen sind, die Botschaft der Wahrheit zu hören, wie sie von den christlichen Zeugen Jehovas gepredigt wird. Jehovas Zeugen haben daher die bedeutsame Pflicht, diese „Armen“ des Herrn geistig zu ernähren. Gott hat ihnen das Recht, von Gottes Barmherzigkeit zu hören und die Wahrheit zum Leben in der neuen Welt anzunehmen, gewährt. Wer sind wir, dass wir ihnen dieses Recht, Errettung zu erlangen, versagen dürften? — Luk. 7:22; 14:21.

      21. (a) Was ist das in Hesekiel 21:32 erwähnte Recht, und wie berührt es die Taten eines Christen heute? (b) Welche Sachlage entsteht, wenn andern in Gottes Organisation Autorität gewährt ist?

      21 Die Schrift weist auf ein anderes Recht hin, das zu prüfen interessant ist. Hesekiel sagt: „Dies wird nicht mehr sein — bis der kommt, welchem das Recht gehört: dem werde ich’s geben.“ (Hes. 21:32) Das hier erwähnte Recht ist dasjenige, auf dem Throne Jehovas zu sitzen, wenn er sein Königreich aufrichtet. Dieses Recht wird mittels eines Bundes gegeben, oder, nach heutigem Sprachgebrauch, mittels eines Vertrages. Die Bedingungen waren in dem Bunde niedergelegt, den Gott mit David schloss. Dieser Vertrag war auch als „die liebenden Gütigkeiten Davids“ bekannt. In diesem Bunde sagte Gott: „Ich … werde sein Königtum befestigen. Der wird meinem Namen ein Haus bauen; und ich werde den Thron seines Königtums befestigen auf ewig.“ (2. Sam. 7:12, 13) Der Apostel Paulus zeigt klar, dass Christus Jesus es ist, der durch den Bund dieses Recht auf den Thron des Königreiches des Himmels erlangt. Dies bedeutet, dass alle Christen das königliche Recht Christi Jesu anerkennen müssen, und dass sie die Pflicht haben, ihn als einen erhöhten Herrscher in Gottes theokratischer Regierung zu ehren. (Apg. 13:32-37; Joh. 1:49; 1. Pet. 2:17) Diese Anordnung bezieht sich auch auf irgendwelche andern, denen ein Amt in Gottes Organisation gewährt worden ist. Auch sie erhalten ein Mass von Autorität, das ihnen wiederum das Recht gibt (eine erweiterte Freiheit, im Interesse organisatorischer Aufsicht weislich zu handeln), Handlungen zu verrichten, welche die andern nicht verrichten dürfen. Die andern haben die Pflicht, sich an das Tun dessen zu halten, der mit einer solch theokratischen Autorität betraut ist. — Mark. 11:28; Luk. 19:17; Joh. 5:27; 2. Kor. 10:8; Matth. 10:1.

      22. Welche Rechte erhalten Christen als Ergebnis des Auftrages, den Jesus in Matthäus 28:19, 20 erteilte?

      22 Nun ein Beispiel von Rechten, die mittels allgemeinen Auftrages gewährt werden. Jesus gab seinen christlichen Nachfolgern vor seiner Auffahrt in den Himmel den Auftrag, seine Prediger und Zeugen zu sein bis an die fernen Enden der Erde. „Gehet daher hin und machet Jünger aus den Menschen aller Nationen, indem ihr sie taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und sie lehret, alle Dinge zu beobachten, die ich euch geboten habe.“ „Ihr werdet Zeugen sein von mir, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde.“ (Matth. 28:19, 20; Apg. 1:8, NW) Dies hat den Christen, die sich Gott hingegeben haben, zufolge des Auftrages das Recht verliehen, in jedem Teil der Erde von Christus Jesus zu predigen. Dies auferlegt allen irdischen Herrschern und den Völkern im allgemeinen die Pflicht, diesen Evangeliumsdienern zu gestatten, ihren Auftrag auszuführen. Um dieses christliche Recht, Christus zu predigen, durch die römische Regierung anerkennen zu lassen, zog Paulus seinen Fall bis vor den höchsten Gerichtshof des Reiches, der sich in Rom befand. Sich auf diese gesetzliche Befestigung des Rechts, die gute Botschaft zu predigen, beziehend, sagt Paulus: „Ihr alle seid Teilhaber mit mir an der unverdienten Güte, sowohl in meinen Gefängnisbanden als auch in der Verteidigung und gesetzlichen Befestigung der guten Botschaft.“ (Phil. 1:7, NW) Aus diesem Grunde bestehen christliche Prediger heute auf ihren Rechten, die Königreichsbotschaft in allen Ländern zu predigen. Auch kann kein einzelner Christ einen andern Christen daran hindern, sein Recht als ein Evangeliumsdiener zu beanspruchen.

      23. Besprecht die Rechte, die Christen zufolge eines Vorrechtes besitzen, das sie von Gott erhalten haben.

      23 Durch das Gewähren von Vorrechten kommen auch Rechte ins Dasein, um z. B. nur eines zu erwähnen: jenes unschätzbare Vorrecht, den Namen Jehovas zu tragen. Vor den Ohren seiner treuen Apostel betete Jesus zu Jehova Gott die Worte: „Ich habe deinen Namen kundgemacht den Menschen, die du mir aus der Welt gabest … Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun.“ (Joh. 17:6, 26, NW) Die wahren christlichen Prediger, welche die wirkliche Bedeutung des göttlichen Namens Jehova kennen, leisten der Erklärung Gottes gern Folge, wenn er sagt: „Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova, und ich bin Gott.“ (Jes. 43:12) Dieses Vorrecht bringt das Recht mit sich, als einer von Gottes Gesandten zu sprechen und ihn vor den Herrschern und Völkern dieser Alten-Welt-Gesellschaft zu vertreten. Wiederum ist ein christlicher Zeuge Jehovas daran gehindert, einem Mitchristen zu wehren, sein Recht, das er zufolge dieses Vorrechts besitzt, auszuüben. Dem ist so, weil dieses Vorrecht direkt von Gott selbst kommt und nicht von irgendeiner irdischen Autorität stammt.

      24, 25. (a) Wie zeigt Paulus, dass die Verschiedenheiten der Gaben, die den ersten Christen verliehen wurden, Rechte mit sich brachten? (b) An welchen Gaben sind Christen heute interessiert? Können sie die mit diesen Gaben verbundenen Rechte gegenüber ihren Mitmenschen aufrechterhalten?

      24 Schliesslich bringen all die vielen wunderbaren und verschiedenen Gaben, die von Jehova kommen, Rechte mit sich. Man beachte, wie in den Tagen der ersten Christengemeinde Gott verschiedenen christlichen Dienern unterschiedliche Gaben verlieh: „Nun gibt es Verschiedenheiten von Gaben, aber da ist derselbe Geist. Zum Beispiel wird dem einen durch den Geist die Rede der Weisheit gegeben, einem andern Rede der Erkenntnis gemäss demselben Geist, einem andern Glauben durch denselben Geist, einem andern Gaben der Heilungen durch diesen einen Geist, noch einem andern das Wirken machtvoller Werke, einem andern Prophezeien, einem andern Unterscheidung inspirierter Äusserungen, einem andern verschiedene Zungensprachen und einem andern Auslegung der Zungen.“ (1. Kor. 12:4, 8-11, NW) Paulus zeigt an anderer Stelle, wie jeder Diener, der mit solch einer Gabe gesegnet war, das Recht hatte, vor der Versammlung zu reden, und zufolge des Rechts konnte ihn niemand daran hindern. „Wenn ihr zusammenkommt, so hat einer einen Psalm, ein anderer hat eine Lehre, ein anderer hat eine Offenbarung, ein anderer hat eine Zungensprache, ein anderer hat eine Auslegung. Alles geschehe zur Erbauung.“ (1. Kor. 14:26, NW) Die oben aufgezählten Gaben sind heute unter Christen nicht mehr vorhanden.

      25 Jehova, der Geber jeder guten Gabe, hat jedoch die Christen nach den Tagen der Apostel nicht übersehen. (Jak. 1:17) Folgendes sind nur einige der in der Bibel erwähnten Gaben, die samt und sonders Rechte mit sich bringen. Die Wahrheit selbst ist eine kostbare Gabe, welche dir wegzunehmen niemand das Recht hat. Glauben an Gott und Christus ist ebenfalls eine Gabe, deren dich niemand berauben kann. Dann gibt es Gaben des Ledigseins und Heiratens, die Gabe der unverdienten Güte Gottes und das unbeschreibliche Geschenk der Güte Gottes. (Joh. 4:10; Eph. 2:8; Matth. 19:11; 1. Kor. 7:7; Röm. 5:15; 2. Kor. 9:15, NW) Die grösste Gabe jedoch, die allen treuen Christen aufbehalten ist, ist die des ewigen Lebens. „Die Gabe, die Gott schenkt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unsern Herrn.“ (Röm. 6:23, NW) Wenn jemand diese Gabe empfängt, hat er den Preis des Rechts auf Leben gewonnen. Dieses Recht auf Leben, das jemand besitzt, kann niemand antasten, ausser Jehova Gott, der Lebengeber, der die höheren souveränen Rechte innehat. Welch ein Schatz dieses Recht auf Leben sein wird!

      AUSMASS DER CHRISTLICHEN FREIHEIT

      26. Besitzen die Geschöpfe, geistige und menschliche, dasselbe Mass relativer Freiheit? Erkläre es.

      26 Der Mensch ist nicht das einzige Geschöpf, dessen relativer Freiheit Grenzen gesetzt sind. Da geschrieben steht, dass der Mensch ‚ein wenig unter die Engel erniedrigt ist‘, zeigt es sich, dass das Gebiet relativer Freiheit, welcher sich die Engel erfreuen, etwas grösser wäre als dasjenige des treuen Menschen. (Heb. 2:6, 7) Dann gibt es die 144 000 Glieder der verherrlichten Königreichs-Organisation im Himmel, welche „Teilhaber an göttlicher Natur“ sind, und dies ist ein Stand, der denjenigen irgendwelcher Engel noch überragt. Nach gleicher Weise folgernd, muss also geschlossen werden, dass sich diese herrlichen, unsterblichen Söhne Gottes eines weiten Feldes relativer Freiheit erfreuen, das ihrer neuen Schöpfung angepasst ist. (2. Pet. 1:4; 2. Kor. 5:17) Von dem auferstandenen Christus Jesus, dem König, steht geschrieben: „Er ist der Widerschein seiner [der göttlichen] Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens selbst.“ (Heb. 1:3, NW) Wahrlich, dieser Erhöhte hat eine relative Freiheit zu grosser Betätigung des freien Willens, die derjenigen Gottes selbst annähernd gleichkommen muss. Dennoch ist Jehova als der souveräne Höherstehende der einzige, der absolute Freiheit innehat.

      27. Beschreibe und besprich den Umfang der Freiheit, die Gott seinen Geschöpfen in Aussicht stellt.

      27 Im Gegensatz zu Jehova sind allen andern Grenzen gesteckt, die ihre Freiheit in grösserem oder kleinerem Masse beschränken, je nach dem Grad ihres tieferen Standes, und dies von Christus Jesus an abwärts bis zum treuen Menschen. Indes ist das Gebiet relativer Freiheit gross genug, um die Geschöpfe irgendeiner Stufe zu befähigen, ihrem vollkommenen Leben den vollsten Ausdruck zu verleihen, zum Guten für sich selbst und aller in ihrer Umgebung, alles zum Ruhme Gottes, ihres Schöpfers. Für das einzelne Geschöpf ist das Ausmass der ihm verliehenen Freiheit umfassend. Nie wird es in den kommenden Zeitaltern das Gefühl haben, als ob seine Anstrengungen umsonst seien, oder dass man es in seinen Ausdrucksmöglichkeiten einenge. Das Gebiet der Freiheit, welches Handlungen des freien Wülens sowohl körperlicher wie geistiger Art gestattet, wird durch die Leistungen des Betreffenden nie völlig ausgenutzt sein. Am Ende der Tausendjahrherrschaft Christi, wann Gottes irdische Untertanen in den vollen Besitz ihrer ‚herrlichen Freiheit als Kinder Gottes‘ gelangen, werden sie damit anfangen, Taten zu vollbringen, die jede vollentwickelte Erfindungsgabe, jede Kunstfertigkeit und jedes Talent des vollkommenen Menschen völlig in Anspruch nehmen werden. Durch diese Fähigkeiten, welche die Kräfte des Körpers, des Geistes und Gemüts des vollkommenen Menschen in Anspruch nehmen, werden Leistungen vollbracht, die in dieser Weltübergangsperiode unvorstellbar sind. — Jes. 64:4.

      28. Was wird durch den Fall Jesu hinsichtlich des künftigen Umfangs der Tätigkeit des vollkommenen Menschen in Verbindung mit seiner Freiheit veranschaulicht?

      28 Man überlege sich kurz, wie dies im Fall des vollkommenen Menschen Jesus während seiner irdischen Dienstzeit gezeigt wurde. Zu Anfang seines Predigtdienstes, als er im Jahre 29 n. Chr. im Jordan getauft wurde, ‚wurden ihm die Himmel aufgetan‘, und Gottes Geist kam auf ihn herab. (Matth. 3:16) Von jener Zeit an erinnerte er sich an all seine vormenschlichen Erfahrungen und an sein Leben auf geistiger Stufe. Dies bedeutete, dass die Gehirnkapazität Jesu, des vollkommenen Menschen, gross genug war, damit er all die geistigen Kenntnisse und Erinnerungen aus seinem vormenschlichen Leben als mächtiges Geistgeschöpf im Himmel, die er während einer Zeitspanne unzähliger Jahrmilliarden gesammelt hatte, im Sinn behalten konnte. Dies erklärt, warum Jesus auf viele seiner persönlichen Gespräche mit Jehova Gott im Himmel Anspielungen machen konnte, da er sich ihrer genau erinnerte. Es ist vernünftig zu folgern, dass in den vor uns liegenden Milliarden von Jahren der vollkommene Mensch auf Erden niemals jene über die Massen glanzvollen geistigen Fähigkeiten erreichen wird, wie Jesus, der einziggezeugte Sohn Gottes, sie aufwies. Wenn also schon Jesus als vollkommener Mensch seinen Lauf im Leben auf Erden niemals unnütz oder eingeengt fand, wird bestimmt ein vollkommener Mensch in der kommenden neuen Welt ein nie endendes beglückendes Leben der Freiheit und intensiver Tätigkeit auf Erden vor sich haben. Nicht nur das, sondern es wird ein Leben der Freiheit sein, verbunden mit ewigdauernder Sicherheit. — Joh. 5:19-21; 8:58; 12:48, 49; 17:5; Kol. 1:15-17.

      29. Warum und wie sollten Christen ihre Freiheit schätzen?

      29 Der Aufruf zu christlicher Freiheit ist auf der ganzen Erde ergangen. Gross ist die Volksmenge, die ihm gefolgt ist. Viele sind es, die sich von der Knechtschaft der Alten-Welt-Gesellschaft Satans befreit haben. Noch grösser an Zahl aber sind jene, an die der Ruf noch ergehen muss: „Sage zu den Gefangenen: Gehet hinaus!“ (Jes. 49:9) Den vielen, die sich nun während mehrerer Jahre in der rechten Atmosphäre theokratischer Freiheit sonnten, wird der Rat erteilt: Gebt den Neuen, welche die Freiheit jetzt erst ergreifen, ein wirkliches Beispiel. Indem ihr umsichtig wandelt, d. h. auf die Rechte anderer achtgebt und euch an die richtigen theokratischen Beschränkungen unserer christlichen Freiheit haltet, werdet ihr den hereinkommenden Neuen dieses Beispiel geben und ihnen zur Reife voranschreiten helfen. Sie werden vor Gottes Anforderungen Respekt bekommen und werden tüchtigere Glieder der Neuen-Welt-Gesellschaft werden. Indem wir uns dem gegenwärtigen, christlichen organisatorischen Vorgehen und Verfahren anpassen, werden wir um so besser geschult, um nach Harmagedon Neue-Welt-Verwalter zu werden. So fahret denn fort, eure Lauterkeit als Diener der guten Botschaft zu beweisen, damit euer Ziel, die geliebte Gabe ewigen Lebens in einem endlosen Erdenparadies zu erlangen, gesegnete Wirklichkeit werde. Möget ihr denn alle, jung und alt, eure christliche Freiheit als ein Juwel von hohem Werte schätzen! Lasset nicht zu, dass jemand sie euch raube. Haltet sie fest!

      [Fußnoten]

      a Websters New International Dictionary, engl., 2. Aufl. 1934.

      b Black’s Law Dictionary (engl.), 3. Auflage, 1933.

  • Das wahre Israel jetzt wiederhergestellt
    Der Wachtturm 1952 | 1. September
    • Das wahre Israel jetzt wiederhergestellt

      GOTT handelt heute nicht mit zwei Völkern Israel, einem fleischlichen und einem geistlichen. Welches von den zweien sammelt er denn, um es mit Wiederherstellung zu segnen? Ist es die Republik Israel, die nun über die 1 400 000 Einwohner Palästinas regiert, oder ist es das geistliche Israel, das nur aus 144 000 besteht? Die nachfolgend dargelegten Tatsachen beantworten diese wichtigen Fragen.

      Ein oft übersehener, aber wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass keiner von den beiden grössten jüdischen Propheten, Mose und Jesus, dem natürlichen Volk Israel irgendwelche Hoffnung auf eine Wiederherstellung machte. Jene Nation konnte wählen: entweder Treue und Leben, oder Untreue und Tod. Sie wählte letzteres, und ihr Haus wurde preisgegeben. (5. Mose 11:26-28; 30:15-19; Matth. 23:38) Die so oft angeführten Wiederherstellungsverheissungen finden sich in den Schriften der Propheten wie Hesekiel, Jeremia und anderer. (Hes. 34:1-31; 36:1-38; Jer. 32:27-42) Doch unter welchen Umständen erfolgten jene Verheissungen?

      Dieser Punkt verdient besondere Beachtung. Die Verheissungen, dass Jehova sein Bundesvolk Israel in dessen Land versammeln und zurückführen werde, ergingen, bevor es im Jahre 607 v. Chr. in die Gefangenschaft nach Babylon kam. Genau zur Zeit, da das Land Juda 70 Jahre lang öde gelegen hatte, kehrte ein Überrest Israels an die Aufgabe zurück, den Tempel und die Mauern wiederaufzubauen und wiederum an der reinen Anbetung Jehovas teilzunehmen. — Esra 1:1-8; 3:1-13.

      Jene Rückkehr jedoch war nur eine Erfüllung der Prophezeiungen im Kleinen, nur ein Bild oder Schatten einer viel grösseren und wichtigeren Rückkehr, die folgen sollte. (1. Kor. 10:6, 11) So entsteht denn die Frage: War sie ein Musterbild für die Kolonisierung der natürlichen Juden in Palästina heute, oder veranschaulichte sie die Wiederherstellung des geistlichen Israel der Gegenwart?

      Damals stürzte Jehova Gott das böse Babylon und erweckte Kores, den Perser, der die Rückkehr der Juden förderte. Das Britische Reich jedoch, das Macht über Palästina ausübte, nachdem im Ersten Weltkrieg die türkische Herrschaft darüber gebrochen war, war kein Gegenstück zu Kores. England widersetzte sich der Aufrichtung eines jüdischen Staates und verfehlte, der von ihm selbst herausgegebenen Balfour-Deklaration nachzuleben. England war nicht die erste Macht (wie damals Persien unter Kores), welche den neuen jüdischen Staat anerkannte, sondern die dreiunddreissigste Nation. Jehova gab dem alten Israel das Land ohne Kampf zurück, aber die neuzeitlichen Zionisten kämpften einen wilden Krieg, und was sie an Gebiet nicht durch Eroberung gewannen, kauften sie arabischen Landbesitzern ab.

      Im Vorbild kehrten die jüdischen Gefangenen in ein verödetes Land zurück, das weder von Menschen noch Tieren bewohnt war; die modernen Kolonisatoren jedoch fanden Palästina bewohnt vor; die Stadt Jerusalem war eine gedeihende Stadt. Im Vorbild kehrten die Juden zurück, um den Tempel Jehovas wiederaufzubauen. Die heutigen Juden fanden an der alten Tempelstätte eine mohammedanische Moschee vor, und sie haben keine Anstrengung gemacht, sie zu entfernen. Und selbst wenn sie es täten, hätten sie doch keine beglaubigte Priesterschaft, da keiner seine Abstammung von Aaron nachweisen kann. Mit jenen, die aus Babylon zurückkehrten, verhielt es sich anders.

      ISRAEL NICHT THEOKRATISCH

      Der überzeugendste Beweis, dass die Rückkehr der natürlichen Juden nach Palästina nichts mit Bibelprophezeiungen zu tun hat, ist die Tatsache, dass der neue Staat in keinem Sinne des Wortes theokratisch ist. Seine Verfassung erklärt deutlich, dass der „Staat Israel eine … demokratische Republik“ sei, also keine Theokratie. Sie ist in jeder Hinsicht ein Teil von dieser Welt. Kommerziell gesehen, treibt sie Geschäfte auf demselben tiefen Niveau wie die übrige Welt. Sozial und moralisch ist sie nicht besser daran als die andern Nationen. Militärisch vertraut sie nicht auf den Arm Jehovas; die Häupter ihres Staates beraten sich mit militärischen Sachverständigen der Westmächte. Religiös gibt es dort verschiedene Sekten und Kulte — orthodoxe, Reformbewegung, konservative, atheistische —, wovon keine die Behauptung erheben könnte, Jehovas Zeugen zu sein. (Jes. 43:10-12) Politisch hat sie ihre „Linke“ und „Rechte“ und die „Zentrums“-Partei, die einander zur Erlangung der Vorherrschaft bekämpfen.

      Israel hat die Vereinigten Nationen — jenes „abscheuliche Ding, das Verödung verursacht“ (Matth. 24:15, NW) — gebeten, „dem jüdischen Volke beim Aufbau seines Staates beizustehen und Israel in die Völkerfamilie aufzunehmen“. Dies ist geschehen, und Israel wurde am 11. Mai 1949 das neunundfünfzigste Mitglied, alles in Übertretung des Gesetzes Gottes, wonach sein Bundesvolk keinen Bund eingehen sollte mit andern Nationen. (5. Mose 7:2; Richt. 2:1, 2; Jes. 31:1) Wenn Jerusalem vor neunzehnhundert Jahren „mit seinen Kindern in Knechtschaft“ war, wieviel mehr ist heute Israel in Knechtschaft gegenüber dieser Welt Babylons! Israel hat sich auf jegliche Weise zu einem Teil von dieser alten Welt gemacht und ist daher zur Vernichtung bestimmt, die binnen kurzem in Harmagedon kommen wird, so wie der jüdische Prophet Daniel es vor langem vorausgesagt hat. — Gal. 4:25; Dan. 2:44.

      Hört man jemanden gegen das hier Gesagte protestieren, mit der Behauptung, die Republik Israel verfolge gewisse theokratische Tendenzen? Irgendwelche solche Behauptungen erweisen sich, wenn geprüft, als nicht stichhaltig. Es stimmt allerdings, dass ein Religionsgeistlicher einen Kabinettsposten innehat, dass es strenge Speisegesetze gibt, die nur koscheres Fleisch für die Armee vorschreiben, und dass es strikte Sabbatgesetze gibt, die das bürgerliche Leben fast zum Stillstand bringen. Doch alle diese Dinge sind von rein menschlicher Anordnung und werden in gar keinem Sinne von Jehova Gott oder von seinem messianischen König autorisiert. William Zukerman, der Redaktor des „Jüdischen Nachrichtenbriefes“ (engl.), erklärte in der Zeitschrift Harper (Nov. 1950), dass solch „theokratische“ Massnahmen nur die Glaubensanschauungen einer Sekte darstellen, die in der Minderheit sei, sich aber zufällig an der Macht befinde. Besucher berichten, dass die Mehrheit des Volkes irreligiös sei. Am 31. Mai. 1951 hiess es in der New Yorker Times

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