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  • Kirche und Staat vereint gegen den Fortschritt
    Erwachet! 1975 | 22. Juni
    • über, ihre Anklagen nicht mehr wegen einfacher Übertretungen, sondern wegen schwerer krimineller Vergehen wie aufrührerischer Verleumdung und Verschwörung zu erheben. Die Behörden gaben sich gar keine Mühe, die in den Flugblättern erwähnten Tatsachen zu bestreiten. Man sagte praktisch: „Es ist aufrührerisch, wenn ihr bloß die Wahrheit darüber sagt, wie schlimm die Lage in Wirklichkeit ist.“

      Der Druck verstärkt sich

      Während Jehovas Zeugen weiterhin ihren christlichen Auftrag ausführten, sahen sie sich verstärktem Druck gegenüber. Auf den Straßen bildeten sich Pöbelrotten, wenn Jehovas Zeugen an den Türen vorsprachen.

      Kinder wurden wegen ihres Glaubens vom Schulbesuch ausgeschlossen oder als jugendliche Kriminelle vor Gericht geschleppt. Familienväter verloren ihre Arbeit, und so mancher Gewerbeschein wurde entzogen. Polizei und Pöbelhaufen drangen in Anbetungsstätten ein und brachen Zusammenkünfte ab.

      Anständige Christinnen wurden verhaftet, ausgezogen und in schmutzigen Gefängnissen zusammen mit Prostituierten, Dieben und Rauschgiftsüchtigen festgehalten. Manche wurden verhaftet, während sie lediglich die Straße entlanggingen oder beim Einkaufen waren. Viele Flugblätter mußten nachts verbreitet werden, um widerrechtliche Verhaftungen wegen der Ausübung dieses verfassungsmäßigen Rechts zu vermeiden.

      Janet MacDonald, eine treue Missionarin, die bei dieser Tätigkeit mitwirkte, erzählt: „Tag und Nacht wurden die Flugblätter verbreitet. Wir jagten durch die verschneite Winterlandschaft, wobei uns die Polizei oft auf den Fersen war. Ein Auto voll Zeugen, die ihre Taschen mit Flugblättern gefüllt hatten, fuhr jeweils mitten in der Nacht in ein Dorf. Wir liefen zu den uns zugeteilten Häusern, verteilten die Flugblätter, eilten zum Wagen zurück, und weg waren wir! Während die Polizei uns in einem Dorf suchte, waren wir bereits in einem anderen.“

      In seinem Buch The Chief sagt Leslie Roberts über Duplessis’ Krieg: „Einsatzgruppen der Provinzpolizei verhafteten buchstäblich Hunderte von Zeugen, die friedlich an der Straßenecke standen und ihre Traktate mit dieser leidenschaftlichen Botschaft verteilten. In der Stadt Quebec hielt ein Mann namens Laurier Saumur den Rekord ..., er wurde während dieses ,Krieges‘ einhundertdrei verschiedene Male verhaftet und angezeigt.“

  • Die Unterdrückung wird besiegt
    Erwachet! 1975 | 22. Juni
    • Die Unterdrückung wird besiegt

      DUPLESSIS’ harte Maßnahmen sowie die ungezügelten Äußerungen einiger Richter an Gerichten der unteren Instanz riefen Entrüstung unter freiheitsliebenden Kanadiern hervor.

      Während einer Gerichtsverhandlung in Quebec City griff Richter Jean Mercier einen Zeugen Jehovas wütend an, gegen den wegen einer geringfügigen Übertretung verhandelt wurde. Eine einflußreiche Torontoer Zeitung, Globe and Mail, äußerte sich dazu in einem Leitartikel vom 19. Dezember 1946. Unter der Überschrift „Wiederkehr der Inquisition“ hieß es:

      „Die Verfolgung der als Jehovas Zeugen bekannten religiösen Sekte, die jetzt mit der begeisterten Gutheißung der Behörden und Gerichte in der Provinz Quebec im Gange ist, hat Formen angenommen, die den Eindruck erwecken, als ob die Inquisition in das französischsprachige Kanada zurückgekehrt ist. Richter Jean Mercier vom Stadtgericht in Quebec soll gesagt haben, die Quebecer Polizei werde jetzt angewiesen, ,jeden zu verhaften, der als Zeuge bekannt ist oder im Verdacht steht, ein Zeuge zu sein, sobald man nur seiner ansichtig wird‘. Falls dies zutrifft, so würde Quebecs Polizei dazu gebraucht, Menschen einzusperren, weil sie religiöse Ansichten haben.

      Dies ist eine ungeheuerliche Vergewaltigung der bürgerlichen Grundrechte. So dachte man zur Zeit der Inquisition, als man meinte, die Gerichte seien dazu da, Ketzer aus der Gemeinde zu beseitigen. Unter der Inquisition wurden die Ketzer zu Tode gebracht, während sie in Quebec nur ins Gefängnis gesteckt werden; doch Richter Mercier sähe es anscheinend nicht ungern, die schwerere Strafe wiederaufleben zu lassen. Er soll gesagt haben, daß er jedem Zeugen Jehovas ,mindestens lebenslänglich‘ gönnen würde, wäre dies möglich.“

      Ein Schock für viele Kanadier

      Für viele Kanadier war es ein Schock, von der Verfolgung der Zeugen Jehovas zu erfahren. Der Glaube und die Standhaftigkeit dieser Minderheit angesichts solch erdrückenden Widerstandes brachten ihnen die Achtung vieler Leute ein.

      Jack Karr, ein bekannter Journalist, berichtete in der Torontoer Zeitung Star vom 26. Dezember 1946:

      „Es kostet schon Mut, heutzutage in der Provinz Quebec Zeuge Jehovas zu sein, denn die Zeuge sehen sich dem Haß, dem Argwohn und der Verachtung der allgemeinen Bevölkerung gegenüber. Doch nur wenige Quebecer wissen anscheinend so recht, weshalb sie die Zeugen eigentlich hassen und verachten, außer weil ihnen die Regierung gesagt hat, sich vor ihnen in acht zu nehmen.

      Wenn es aber für einen Nichtquebecer schon schwer ist, hier ein Zeuge zu sein, so muß es für jene Quebecer, die ihren Glauben verleugnet und sich der Bewegung angeschlossen haben, um ein Vielfaches schwerer sein. Sie haben ihre Freunde verloren und sind praktisch von ihren Nachbarn aus der Gesellschaft ausgestoßen worden. Es heißt, daß ihre ehemaligen Freunde ihnen jetzt nachspionieren und Informationen über ihre Tätigkeit weiterleiten. Wenn Zusammenkünfte abgehalten werden, ist die ganze Nachbarschaft voller Feindseligkeit und spioniert unverhohlen.

      Daher ist es für einen Außenstehenden manchmal etwas schwierig, die Tragweite dieser Situation zu verstehen und völlig zu begreifen, daß so etwas tatsächlich in Kanada geschieht. Der Betrachter mag weder mit den Lehren der Zeugen noch mit den Methoden, die sie anwenden, um ihre Ziele zu erreichen, ganz übereinstimmen, doch nachdem er sie genauer kennengelernt hat, gewinnt er wenigstens einen enormen Respekt vor dem Mut und der Zähigkeit, mit der sie für ihre Rechte eintreten. ...

      Kurz gesagt, haben die Zeugen Jehovas, eine kleine Gruppe von 200 Leuten, das alte Quebec ganz schön in Aufregung versetzt. Und in einer Stadt, deren Bevölkerung zu 90 Prozent französisch spricht und zu 95 Prozent katholisch ist, werden ihre Versammlungen den Versammlungen der ersten Christen im Rom zu Zeiten Neros immer ähnlicher.“

      Und was brachten alle diese Leiden ein?

      Von 1949 bis 1959 errangen Jehovas Zeugen fünf wichtige Siege vor dem Obersten Gerichtshof Kanadas und machten so den bösartigen Angriff, den Kirche und Staat auf sie unternommen hatten, unwirksam. In diesen Musterfällen vor dem Obersten Gerichtshof wurden Grundsätze aufgestellt, mit deren Hilfe dann Hunderte anderer Verfahren eingestellt werden konnten.

      Die letzten beiden größeren Streitfälle wurden im Jahre 1959 gewonnen. Bei dem einen handelte es sich um eine Privatklage gegen Maurice Duplessis, die von einem Zeugen Jehovas erhoben worden war, der Restaurantbesitzer in Montreal war. Man hatte ihm die Lizenz für den Alkoholausschank entzogen, weil er für viele der angeklagten Zeugen Jehovas Kaution gestellt hatte. Der Oberste Gerichtshof Kanadas machte Duplessis persönlich für den Schaden haftbar. Duplessis starb, drei Monate nachdem er die vom Gericht festgesetzte Strafe bezahlt hatte.

      Bedeutung der Entscheidungen anerkannt

      Führende Fachleute auf dem Gebiet des Verfassungsrechts in Kanada haben den Wert und die Bedeutung dieser Entscheidungen und des mutigen Einsatzes der Zeugen Jehovas anerkannt und wohlwollend kommentiert. Der jetzige Premierminister Kanadas, Pierre Elliott Trudeau, stellte in seinem Buch Federalism and the French Canadian fest: „In der Provinz Quebec sind Jehovas Zeugen ... von unserer ganzen Gesellschaft verhöhnt, verfolgt und gehaßt worden; aber sie haben es fertiggebracht, mit legalen Mitteln gegen Kirche, Regierung, Nation, Polizei und die öffentliche Meinung anzukämpfen.“

      Professor Frank Scott von der McGill-Universität bespricht in seinem Buch Civil Liberty and Canadian Federalism den Fall Lamb gegen Benoit: „Der Fall Lamb ist lediglich ein weiteres Beispiel von Polizeiunrecht, doch er gehört zu dem traurigen Bild, das in den letzten Jahren von Quebec nur zu oft bekanntgeworden ist. Fräulein Lamb, wiederum eine Zeugin Jehovas, wurde gesetzwidrig verhaftet und über das Wochenende eingesperrt, ohne daß irgendeine Anklage gegen sie erhoben wurde. Man gestattete ihr nicht, einen Rechtsanwalt anzurufen, und bot ihr dann die Freilassung unter der Bedingung an, daß sie eine Erklärung unterzeichne, in der sie die Polizei von aller Verantwortung für die Art und Weise, wie man sie behandelt hatte, freispreche. Wenn man solch einen Fall liest, fragt man sich, wie viele andere unschuldige Opfer die Polizei ähnlich behandelt hat, die aber nicht den Mut und die Rückendeckung hatten, den Rechtsfall bis zum Sieg durchzukämpfen, der in diesem Beispiel zwölfeinhalb Jahre nach der Verhaftung erreicht wurde. Wir sollten dankbar sein, daß wir in unserem Land einige Opfer staatlicher Unterdrückung haben, die für ihr Recht kämpfen. Ihr Sieg ist unser aller Sieg.“

  • Quebec schreitet voran: Die lautlose Revolution
    Erwachet! 1975 | 22. Juni
    • Quebec schreitet voran: Die lautlose Revolution

      INNERHALB von sechs Monaten nach Duplessis’ Tod im Jahre 1959 wurde seine Regierung abgesetzt. Ramsay Cook schrieb in seinem Buch Canada and the French Canadian Question: „Durch Duplessis’ Tod wurde das letzte Hemmnis beseitigt, das die schwelende Unzufriedenheit im französischsprachigen Kanada länger als ein Jahrzehnt zurückgehalten hatte. Man kann sogar bezweifeln, ob selbst Duplessis diese Unzufriedenheit noch lange Zeit hätte niederhalten können, denn die sozialen und wirtschaftlichen Kräfte, die am Werk waren, waren viel zu stark.“

      In einer Schilderung dieser Zustände schrieb Pierre Elliott Trudeau (selbst ein Katholik) über die Notwendigkeit der „Befreiung des Gewissens, das von einer bürokratisierten und bildungsfeindlichen Kirche drangsaliert wurde“, und davon, „Menschen zu befreien, die durch eine autoritäre und veraltete Tradition erdrückt wurden“. Er wies darauf hin, daß es in Quebec noch nie besonders viel Freiheit gegeben habe, und fügte hinzu: „Um das Jahr 1960 herum schien es, daß die Freiheit schließlich doch den Sieg erringen würde ..., und das in solchem Maße, daß die Generation, die 1960 volljährig wurde, die erste in unserer Geschichte war, die eine wenigstens einigermaßen vollständige Freiheit in Aussicht gestellt bekam. Der Dogmatismus der Kirche und des Staates, der Tradition, der Nation war überwunden.“

      Die Wende

      Die „Abkehr vom Alten“ brachte in vielfacher Hinsicht neue Entwicklungen. Das Jahr 1960 stellte die Wende dar; es war ein Sprung vorwärts, der so plötzlich kam, daß man ihn allgemein als die „lautlose Revolution“ bezeichnet.

      Es begann ein neues Zeitalter der Informationsfreiheit und der geistigen Freiheit. Zeitungen und andere Nachrichtenmittel fingen an, die Wirklichkeit und ihre Probleme zu behandeln, anstatt alles so zurechtzustutzen, daß damit der Katholizismus und der Status quo geschützt wurden. Die Soziologen, die an der Studie Canada 70 beteiligt waren, sagten dazu: „Die Gründung eines Bildungsministeriums im Jahre 1964 bedeutete das Ende des Einflusses der Kirche auf Bildung und Erziehung, und der Beginn der ,lautlosen Revolution‘ im Jahre 1960 setzte dem unglaublichen politischen Einfluß der Geistlichkeit ein Ende.“

      Es stimmt: Das Quebec der 60er Jahre begann, das alte Bild der Herrschaft durch die Geistlichkeit und des Isolationismus abzubauen. Es fing an, den Anschluß an die nordamerikanische Lebensweise zu suchen, wie sie im übrigen Kanada und in den USA vorherrscht.

      Quebecs „gesellschaftlicher Umsturz“, seine „lautlose Revolution“, wurde von verschiedenen Faktoren aus der neuzeitlichen Geschichte herbeigeführt. Dazu gehört das Vatikanische Konzil, dessen Urheber Papst Johannes XXIII. war. Die Veränderungen, die dieses Konzil in der Kirche nach sich zog, beunruhigten viele Katholiken.

      Die in Montreal erscheinende Zeitung Star schrieb, daß nicht mehr die Kirche alles in der Gewalt habe, sondern es sei jetzt „die allgemeine Ansicht der Intellektuellen in Quebec, daß die Kirche schon immer das gewesen ist, was an Quebec verkehrt war“.

      Die Siege, die Jehovas Zeugen vor dem Obersten Gerichtshof Kanadas errangen, leiteten eine Epoche der Ausübung der bürgerlichen Grundrechte sowie der Pressefreiheit in Quebec ein. Die Zensur wurde als verfassungswidrig erklärt. Wer sich in Wort und Schrift an die Öffentlichkeit wandte, brauchte sich nicht mehr davor zu fürchten, daß der starke Einfluß des Staatsanwaltes dazu benutzt werden würde, dem freien Fluß an Informationen Einhalt zu gebieten.

      Ein weiteres Merkmal des öffentlichen Lebens in Kanada, das eine weitreichende Auswirkung auf Quebec hatte, war die Einführung des Fernsehens. Solange die Dorfbewohner nur das wußten, was ihnen ihr Priester erzählt hatte, war es einfach, sie zu dem Glauben zu bringen, daß ihr geistlicher Hüter sie gut versorge. Aber mit dem Beginn des Fernsehens sahen sie, wie es in der übrigen Welt aussah und wie rückständig die von der Kirche beherrschten Gemeinden in Wirklichkeit waren.

      Wenn auch während der „lautlosen Revolution“ keine Gewehre eingesetzt wurden, hat sie doch riesige Veränderungen in Quebec bewirkt. Was geschah aber mit der starken Stellung der römisch-katholischen Kirche?

      Die Macht der Kirche schwindet

      In der Studie Canada 70 heißt es: „Es war unvermeidlich, daß die katholische Kirche eines Tages ihre vollständige Gewalt über das Volk abtreten müßte, und in Quebec verlor die Kirche ihre Macht auf plötzliche und dramatische Weise.“

      Der Journalist Ralph Surette schrieb in der Montrealer Zeitung Star folgendes: „Die Macht der römisch-katholischen Kirche in Quebec ist gebrochen; die Krise wird in der Besorgtheit und der Gleichgültigkeit sowohl der Laien als auch der Geistlichen deutlich ... Die Krise ist bekannt. Die Kommission setzt als gegeben voraus (und bestätigt), was jeder weiß: daß nämlich die Zahl der Besucher der Messe stark gesunken ist, daß Priester ihren Beruf aufgeben, daß viele Gemeinden kein Geld mehr haben.“ Derselbe Artikel beschreibt die Auswirkungen auf die Geistlichkeit. Es heißt: „Zu dieser Zeit [1949] begann der Zerfall der uneingeschränkten Macht des Klerikalismus, wodurch dem Staat der Weg geebnet wurde, in den 1960er Jahren die höchste Instanz im öffentlichen Leben Quebecs zu werden. ... Die Priester Quebecs haben innerhalb verhältnismäßig weniger Jahre ,sowohl ihre soziale Stellung wie auch ihre Zuhörerschaft‘ verloren.“

      Die Probleme der katholischen Kirche waren so groß geworden, daß auf Ersuchen der Bischöfe eine Regierungskommission, die Dumont-Kommission, eingesetzt wurde, um „die Laienschaft und die Kirche“ zu untersuchen. Der 315seitige Bericht der Kommission wurde im Dezember 1971 veröffentlicht und bestätigte zum größten Teil, was gutinformierte Kreise bereits wußten: daß die Kirche das Vertrauen des Volkes verloren hatte, daß sowohl Geistliche wie auch Laien der Kirche den Rücken zuwenden.

      Unter der Bevölkerung Quebecs hört man oft die allgemeine Ansicht: „Von der Kirche merkt man nichts mehr.“

      „Sie verlassen die Kirche in Scharen“

      Eine Kirche braucht letztlich die Unterstützung des Volkes. Der Dumont-Bericht gibt Auskunft darüber, was mit dem Kirchenleben von diesem Gesichtspunkt aus geschehen ist: „Die aktive Teilnahme am religiösen Leben ist während der letzten zehn Jahre rasch gesunken. Dies wird am deutlichsten unter den Jüngeren, doch die absinkende Tendenz erfaßt nach und nach, mit weniger Aufsehen, auch die Älteren.“

      Wie schnell dieser Vorgang sich genau abspielt, kann man der in Montreal erscheinenden Zeitschrift Relations (Ausgabe März 1974) entnehmen: Innerhalb von zehn Jahren ist der sonntägliche Kirchenbesuch von 65 auf 30 Prozent gesunken; und unter den Jüngeren (15 bis 35 Jahre) ist er auf 12 Prozent abgesunken.

      Bischof Léo Blais von Westmount erklärte öffentlich, daß „die Gläubigen die Kirche in Scharen verlassen“.

      Ein großes Problem ist es auch, die Priester, die ihren Beruf aufgeben, durch andere zu ersetzen. In Nicolet, Joliette, Rimouski und Sherbrooke wurden die Priesterseminare geschlossen. Die Regierung hat in den Gebäuden Volkshochschulen und — in Nicolet — eine Polizeischule eingerichtet.

      Die Statistiken über die Priesteramtskandidaten sind sehr aufschlußreich. Im Dumont-Bericht steht: „Die jährliche Zahl der Anwärter für die heiligen Weihen unserer Kirche (Priester und andere) lag im Jahr 1946 über 2 000, doch 1970 betrug sie nur etwas über 100.“

      In Relations hieß es in der März-Ausgabe 1974: „Im Jahr 1968 begann der Priesternachwuchs stark zurückzugehen ... Viele verlassen die Reihen der Priester. Zur selben Zeit steht die Zahl der Priesteramtskandidaten auf einem Tiefpunkt: Dieses Jahr gab es 3 neue Studenten im Seminar.“ Diese Zahl bezieht sich auf Montreal, eine Diözese mit 1 700 000 Katholiken, die über ein Drittel der Kirchenmitglieder in der Provinz ausmachen.

      Die Zahl der Mitglieder in den katholischen Organisationen ist ebenfalls rasch im Absinken begriffen. Die Herz-Jesu-Vereinigung, die vor zehn Jahren 28 000 Mitglieder hatte, hat jetzt nur noch 3 000.

      Außer den geistigen und personellen Problemen hat man in Quebec auch Schwierigkeiten, die Kirchengebäude zu unterhalten. Viele Gemeinden stehen am Rande des Bankrotts.

      In der Stadt Montreal ist eine Anzahl bekannter Kirchen abgerissen und der Grund und Boden für andere Zwecke verwendet worden. Eine davon ist die Kirche Notre-Dame-d’Alexandrie in der Amherst Street. Hier freute sich der Priester, Benjamin Tremblay, dem Abbruchkommando bei der Zerstörung seiner Kirche zuzusehen. Doch weshalb?

      Er soll öffentlich gesagt haben, daß die Kirche sich in jener Gegend von nun an um das soziale und wirtschaftliche Leben kümmern müsse. Das neue Gemeindezentrum werde dem wirtschaftlich schwachen Wohnviertel, in dem es sich befinde, Beistand und Hilfe leisten. Zuvor hatte er gesagt, es wäre besser, solche Kirchen zu verkaufen, als „weiße Elefanten“ zu behalten. In Montreal wurden seit 1967 elf große katholische Kirchen geschlossen; weitere sollen entweder verkauft oder abgerissen werden.

      Gründe für den Niedergang des Katholizismus

      Was war geschehen? Woher kam der dramatische Niedergang der Macht des Katholizismus?

      Mangelndes Vertrauen zur katholischen Führung hat dazu geführt, daß viele unsicher sind, und dies nicht nur in Quebec. Ein Jesuit, der die Hierarchie in den USA kritisierte, Andrew M. Greeley, sagte dazu: „Die Ehrlichkeit zwingt mich, folgendes zu sagen: Ich bin der Ansicht, daß die gegenwärtige Führung der Kirche moralisch, verstandesmäßig und religiös am Ende ist. Uns fehlen Führer, die uns wirklich eine Leitung geben können.“

      Die an der Studie Canada 70 beteiligten Soziologen entdeckten innerhalb der Kirche Quebecs „einen beachtlichen Mangel an Vertrauen. Der Mangel an Vertrauen war so groß geworden, daß die Laien praktisch alle Vorgänge innerhalb der Kirchenhierarchie mit Argwohn betrachteten.“

      Auch der bereits zitierte Bischof Léo Blais wies auf die Geistlichkeit als Ursache hin. Nach seiner Meinung tragen zur Zeit einige Priester zu der Verwirrung bei, die im kirchlichen Leben in Montreal herrscht. „[Es ist] ein Mangel an Disziplin unsererseits sowie unser Ungehorsam, die die Verwirrung in den Köpfen vieler Katholiken verursacht und sie in die Irre geführt haben“, meinte er.

      „Ist die Kirche tot?“

      „Ist die Kirche tot?“ Diese Frage wird in einer Schlagzeile der französischsprachigen Wochenschrift La Patrie in Montreal gestellt.

      Hubert Falardeau, ein Priester, beantwortet sie und sagt, daß die Päpste und Bischöfe „vergessen haben, daß die Kirche eine geistige und keine weltliche Gemeinschaft ist. Sie wollten möglichst viele Mitglieder, doch keine starken Mitglieder. Um die Leute in der Kirche zu halten, brauchten sie Gebote. Da die Menschen keine besonders gute Bildung hatten, stopften sie sie voll mit Geboten. All die Festtage und die großartigen Zeremonien wurden benutzt, um möglichst viele Menschen anzulocken.“

      Er fährt in seiner Erklärung fort: „Wir haben eine Entchristianisierung, weil es gar keine richtige Christianisierung gegeben hat. In der Anfangszeit der Kirche wurden die Menschen als Erwachsene getauft. Danach setzte man einfach voraus, daß jeder ein Christ war, und taufte gleich nach der Geburt.“

      Dieser katholische Priester spricht sich jetzt dafür aus, daß man wirkliche Bekehrung zum Christentum, Erwachsenentaufe und Missionstätigkeit unter der Bevölkerung brauche. All dies ist fester Bestandteil der Tätigkeit der Zeugen Jehovas und hat bemerkenswert zu ihrem Erfolg beigetragen. Niemand braucht zu fragen, ob Jehovas Zeugen tot seien; ihre Arbeit und ihre hingebungsvolle Missionstätigkeit in allen Teilen der Welt geben die Antwort, nicht mit Worten, sondern mit Taten!

      Jehovas Zeugen führten unter der Bevölkerung Quebecs eine volksverbundene Predigttätigkeit von Tür zu Tür durch. Auf die Frage, was für Beobachtungen er unter den Katholiken gemacht habe, durch die man ihre veränderte Einstellung gegenüber der Kirche erklären könne, antwortete Everett Carlson, ein Zeuge Jehovas aus Joliette (Quebec): „Seit 1970 hat sich die Einstellung der Leute deutlich geändert. Sie fürchten sich nicht mehr so sehr davor, mit Jehovas Zeugen zu sprechen, Fragen zu stellen und sich über die Veränderungen in der Kirche zu äußern. Sie geben freimütig zu, daß die Änderungen in der Lehre über die Hölle, das Essen von Fleisch am Freitag und viele andere Dinge ihren Glauben erschüttert haben.“

      Wenn auch die katholische Kirche viel von ihrer ehemals fast souveränen Macht in Quebec verloren hat, darf man doch nicht meinen, sie sei vollständig von der Bildfläche verschwunden. Dies entspräche nicht den Tatsachen. Zwar haben sich die jüngeren Leute zum großen Teil von der Kirche zurückgezogen, doch die ältere Generation unter den Geistlichen und den Laien folgt ihr immer noch in nicht unbeträchtlichem Maße. Bräuche und Gewohnheiten sterben nur langsam aus.

      Dennoch gab es in Quebec zwischen 1960 und 1974 rapide Änderungen. Die „lautlose Revolution“ hat großen Erfolg gehabt.

  • Eine neue Zeit der Freiheit in Quebec
    Erwachet! 1975 | 22. Juni
    • Eine neue Zeit der Freiheit in Quebec

      WAS würdest du beobachten, wenn du heute nach Quebec kämst?

      Du würdest eine Gesellschaft sehen, die der des übrigen Nordamerika sehr ähnlich ist. Die Furcht und Unterdrückung, die während der Zeit der unumschränkten katholischen Herrschaft wie eine dunkle Wolke über der Bevölkerung hingen, sind vorbei. Die Menschen können ihre eigenen Entscheidungen treffen, was Fragen der Erziehung, der Arbeit, der Familienplanung und der Religion betrifft; sie brauchen nicht mehr länger um die Billigung des Priesters besorgt zu sein.

      Im Jahre 1964 nahm die Regierung das Bildungswesen in die Hand und hat es seitdem verbessert. Die Betonung liegt heute auf der Ausbildung für das Geschäftsleben und die Technik, nicht mehr auf Theologie und Philosophie. Junge Frankokanadier haben immer bessere Chancen, in Industrie und Wirtschaft voranzukommen.

      Presse, Funk und Fernsehen haben die Freiheit, Tagesfragen zu untersuchen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die heutigen Quebecer kennen sich besser aus, sind besser informiert als je zuvor. Eine gebildete Öffentlichkeit fordert eine bessere Regierung.

      Minderheiten wie Jehovas Zeugen und andere haben heute in Quebec ebensoviel Freiheit wie irgendwo sonst. Es herrscht eine ganz neue Atmosphäre geistiger Freiheit, die vor der „lautlosen Revolution“ unbekannt war.

      Quebec hat einen großen Sprung vorwärts gemacht aus dem Dunkel der Rückständigkeit in die moderne Welt. Doch obwohl sich wegen dieser Veränderung auf weltlichem Gebiet vieles zum Guten entwickelt hat, gibt es noch ein weiteres wichtiges Bedürfnis der Menschen, das berücksichtigt werden muß.

      Wer kann die religiöse Leere ausfüllen?

      Wenn man die Grundlagen einer Gesellschaft plötzlich entfernt, so läßt dies stets eine Leere zurück. Was geschah in Quebec, nachdem die Macht der katholischen Kirche so plötzlich verfallen war?

      Ralph Surette schreibt in der Montrealer Zeitung Star: „Die katholische Kirche bildete dreihundert Jahre lang die Grundlage des gesellschaftlichen Lebens im französischsprachigen Kanada ... Was geschieht, wenn ein solcher Einfluß auf einmal nicht mehr da ist? ... Sorge und Gleichgültigkeit sowohl bei der Laienschaft wie auch bei den Geistlichen haben den Platz eingenommen, den die Kirche einst so fest innehatte.“

      Wer oder was kann diese religiöse Leere ausfüllen? Wer ist in der Lage, das Bedürfnis der Menschen nach geistigem Trost und biblischer Unterweisung zu befriedigen? Die Mehrzahl der Religionsgemeinschaften Kanadas hat sich in der Vergangenheit aus Furcht vor der herrschenden katholischen Hierarchie gescheut, sich in Quebec auszudehnen. Das hat dazu geführt, daß sie nicht in der Lage sind, das religiöse Verlangen zu erfüllen, das jetzt herrscht.

      Doch es gibt eine Ausnahme! Seit fünfzig Jahren haben Jehovas Zeugen ohne Unterlaß in guten und schlechten Zeiten ihr liebevolles Interesse an den Frankokanadiern gezeigt. Allen, die dies wünschten, haben sie biblische Unterweisung und geistigen Trost angeboten. Jehovas Zeugen sind in Quebec fest gegründet; sie haben jetzt 130 Versammlungen und 7 000 Personen, die sich daran beteiligen, biblische Unterweisung zu erteilen. Sie sind bereit und in der Lage, die religiöse Leere auszufüllen. Doch können sie auch das Vertrauen der Menschen gewinnen?

      Respekt und Vertrauen wurden gewonnen

      In der jüngsten Vergangenheit ist ganz deutlich geworden, daß der Widerstand, den die Bevölkerung Quebecs den Zeugen Jehovas entgegenbrachte, durch falsche Information von seiten der damaligen kirchlichen und politischen Führer verursacht worden war. Mittlerweile konnten sich die Menschen mit Jehovas Zeugen persönlich vertraut machen, und jetzt haben sie eine ganz andere Ansicht.

      Der Spartenjournalist André Rufiange, ein Frankokanadier, schrieb in Le Journal de Montreal vom 30. Juli 1973: „Duplessis muß sich im Grabe umgedreht haben, er, der die Zeugen Jehovas wie Ausgestoßene behandelt und uns, die wir damals noch zur Schule gingen, überzeugt hat, daß sie eine Sekte von Übeltätern seien ... Ich bin kein Zeuge. Aber ich bin Zeuge der Tatsache, daß die Zeugen ein Zeugnis ihrer Leistungsfähigkeit und ihres anständigen Benehmens geben. ... Es sind wirklich nette Menschen. Gäbe es nur sie auf der Welt, müßten wir abends weder unsere Türen verriegeln noch die Diebstahlsicherungen einschalten.“

      Jehovas Zeugen und ihre friedliche Tätigkeit der biblischen Unterweisung in den Wohnungen der Menschen werden jetzt im öffentlichen Leben Quebecs voll anerkannt und akzeptiert. Die Menschen fragen sie oft: „Von der Kirche merkt man nichts mehr. Was kommt jetzt? Was machen wir jetzt?“ Da viele Quebecer das Vertrauen zur Kirche, die so lange geherrscht hat, verloren haben, schließen sie sich jetzt Jehovas Zeugen an, denn sie sind die einzigen, die ernsthaft an ihren persönlichen Problemen und ihren religiösen Bedürfnissen interessiert sind.

      Ihre Organisation wächst, sowohl zahlenmäßig als auch in der Qualität und Reife. Während der vergangenen zehn Jahre haben Jehovas Zeugen in Montreal eine Schule unterhalten, die bisher schon über zwölfhundert Personen grundlegende Französischkenntnisse vermittelt hat. Sie sind aus anderen Teilen Kanadas zugezogen, um in einem Teil des Landes zu dienen, wo Hilfe dringender benötigt wird.

      Darüber hinaus veröffentlichten Jehovas Zeugen im Sommer 1974 eine Bibelübersetzung in neuzeitlichem Französisch, die für einen Betrag erhältlich ist, den sich jeder leisten kann. Es wird alles getan, was möglich ist, um die Bevölkerung Quebecs geistig zu fördern. Oft hört man Jehovas Zeugen darüber sprechen, wieviel Freude es ihnen bereitet, unter diesen interessanten und anregenden Menschen tätig zu sein.

      Georges Bherer, der für die in Quebec City erscheinende Zeitung Le Soleil schreibt, bestätigte, daß Jehovas Zeugen die Achtung der Bevölkerung gewonnen haben. Er beschrieb, was er auf dem Kongreß „Gottes Vorsatz“ im August 1974 in jener Stadt beobachtete: „In den letzten paar Jahren haben Jehovas Zeugen in der Provinz Quebec eine erstaunliche Zunahme erzielt. ...

      Für einen Zeugen Jehovas ist seine Religion sein Leben, nicht eine Anhäufung von Zeremonien. Die Zeugen legen Wert auf Ehrlichkeit und sittliche Reinheit und predigen, daß Christus wirklich der Sohn Gottes ist und daß jegliche Hoffnung auf zukünftiges Leben davon abhängt, daß man an ihn glaubt. Sie glauben, daß Gottes Königreich sehr bald, innerhalb unserer Generation, das gegenwärtige böse System vernichten wird.“

      Schon die Tatsache allein, daß Jehovas Zeugen in Quebec so erfolgreich und wirkungsvoll tätig sind, hat dazu beigetragen, daß die Quebecer sie achten und ihnen vertrauen. Die in Montreal erscheinende Zeitung Le Petit Journal (28. Juli 1974) wies mit folgenden Worten in aller Öffentlichkeit auf den religiösen Niedergang auf der einen Seite und den Fortschritt auf der anderen Seite hin: „Während die traditionellen Religionsgemeinschaften im Niedergang begriffen sind und ihre Gebäude immer leerer werden, nimmt die Zahl der Zeugen Jehovas immer mehr zu, und sie kaufen sogar ehemalige Kirchen und andere Gebäude, um ihre neuen Mitglieder versammeln zu können.

      Obwohl sie 1945 [in Quebec] nur 356 Mitglieder zählten, waren sie 1974 etwa 7 000 in der ganzen Provinz, die sich auf 120 Gemeinden in 125 Orten verteilten.

      1973 erlebten Jehovas Zeugen eine Zunahme ihrer Reihen um 22 Prozent. Wegen dieser großen Mehrung der Zeugen in Quebec kaufte man mehrere Säle und Kirchen, um Zusammenkunftsstätten einzurichten. Der bemerkenswerteste Kauf im Raum Montreal ist der Tanzsaal Dorémi in Saint Luc, in dem 1 800 Menschen Platz finden.“ Das Gebäude in Saint Luc (Quebec) ist jetzt ein Kongreßsaal der Zeugen Jehovas.

      Die Stadt Joliette in Quebec war ein besonderes Zentrum des Katholizismus. Ein riesiges Priesterseminar gehörte zu den auffallendsten Gebäudekomplexen im Stadtbild. Im Jahre 1949 wurden Missionare der Zeugen Jehovas von einer katholischen Menschenmenge aus der Stadt gejagt. (Siehe Erwachet! vom 22. Mai 1950.)

      Heute gibt es in Joliette eine tätige Versammlung der Zeugen Jehovas mit einem schönen Königreichssaal in einer der Hauptdurchgangsstraßen. Die Regierung hat inzwischen das Priesterseminar aufgekauft und in eine Volkshochschule umgewandelt. Jehovas Zeugen haben dieses ehemalige Priesterseminar bisher zweimal für ihre halbjährlichen Kreiskongresse benutzt.

      Roland Gagnon war 1949 Geschäftsmann und gehörte damals zu der Pöbelrotte, die die Zeugen Jehovas aus der Stadt gejagt hatte. Nun ist er ein Glied der Versammlung der Zeugen Jehovas in Joliette.

      Viele der von Natur aus freundlichen und lebensfrohen Frankokanadier haben ihre Ansicht über Jehovas Zeugen geändert, nachdem sie sie besser kennengelernt hatten, und zeigen jetzt ihr Vertrauen und ihre Achtung, indem sie sich von der biblischen Belehrung, die ihnen geboten wird, leiten lassen.

      Doch wie wirkt sich diese Belehrung auf die Lebensführung der Menschen aus, die sie annehmen?

      Die Menschen erhalten Hilfe

      In unserer unsicheren Welt sind wir dem Druck von allen Seiten ausgesetzt. Die Probleme sind riesengroß, doch ganz besonders braucht die Jugend Hilfe. Jehovas Zeugen bieten solchen Beistand. Die folgende Schlagzeile der in Montreal erscheinenden Zeitung La Patrie (28. Juli 1974) lenkt die Aufmerksamkeit darauf, welche gute Arbeit geleistet wird: „JUNGE RAUSCHGIFTSÜCHTIGE HIPPIES VON JEHOVAS ZEUGEN GERETTET“.

      In dem Artikel wird erklärt, wie vier junge ehemalige Rauschgiftsüchtige, drei Männer und eine Frau, Zeugen Jehovas geworden sind und Ordnung in ihr Äußeres wie auch in ihre moralischen Gepflogenheiten gebracht haben. Bilder von früher zeigten langhaarige, ungepflegte Jugendliche; auf den anderen Bildern waren vier ordentliche junge Leute zu sehen.

      Der Reporter Andrée Le Bel schreibt in seinem Artikel: „Ihre Lebensweise hat sich so sehr verändert, weil — so sagen sie — sie endlich ein Ziel im Leben gefunden haben, für das sie sich voll und ganz einsetzen können ... Alle Zeugen Jehovas sind sich einig, daß der sittliche Wandel und die Qualität des Lebens verbessert werden, wenn man biblische Grundsätze im Alltag anwendet.“

      Ein weiterer junger Mann, ein Katholik aus Montreal, hatte zugelassen, daß sein Leben ganz vom Glücksspiel beherrscht wurde. Er schreibt: „Eines Abends, als ich beim Pferderennen war, besuchten uns mein Schwager und seine Frau und ließen zwei Exemplare des Buches Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt bei meiner Frau zurück. Als ich nach Hause kam, erzählte sie mir, daß sie gelernt habe, das Ende dieses Systems sei sehr nahe und alle, die sich nicht auf Jehovas Seite stellten, würden vernichtet werden. Sie meinte, ich solle das kleine blaue Buch lesen, das auf Seite 94 aufgeschlagen war. Sie sprach mir zu Herzen, denn ich war wirklich besorgt über die Art und Weise, wie ich mein Leben führte. Ich wußte, ich mußte mich ändern. Mein Gewissen plagte mich so sehr, daß ich nachts nicht mehr schlafen konnte.

      Am Tag darauf las ich das kleine Buch, und am selben Abend bat ich meinen Schwager, mit mir zu studieren. Ich bin glücklich, daß meine Frau und ich jetzt Zeugen Jehovas sind.“

      Dies sind nur einige der Erfahrungen von Menschen, denen die Predigt- und Lehrtätigkeit der Zeugen Jehovas eine Hilfe gewesen ist. Man könnte ein Vielfaches solcher freudigen Erfahrungen anführen.

      Womit erreichen Jehovas Zeugen die Herzen so vieler Menschen? Es ist die einfache, leichtverständliche Botschaft der Bibel, daß die Regierung Gottes und seines Sohnes Jesus Christus binnen kurzem dem gegenwärtigen unfähigen System der Menschen die Herrschaft über die Erde entreißen und sie selbst übernehmen wird. Diese Regierung wird Veränderungen herbeiführen, die bewirken werden, daß alle, die die Anforderungen für das Leben in dieser neuen Ordnung erfüllen, glücklich sein und Leben erlangen werden.

      Erfreuliche Veränderungen hat es in Quebec bereits gegeben, doch die größte Veränderung wird erst Gottes Königreich herbeiführen. Jehovas Zeugen laden alle ein, sich ihnen anzuschließen und mehr über Jehova, den Gott der Liebe, und seinen großartigen Vorsatz mit den Menschen kennenzulernen. Die Bibel sagt: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rate der Bösen gewandelt hat ... Sondern seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas ... Und alles, was er tut, wird gelingen“ (Ps. 1:1-3).

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